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Wie reagiere ich auf Antisemitismus?
Eine neue Broschüre der Bildungsstätte Anne Frank gibt kompetente Anregungen und Denkanstöße, wie in der pädagogischen Arbeit angemessen auf Antisemitismus reagiert werden kann. Beim Thema Antisemitismus sind viele Pädagoginnen und Pädagogen schnell überfordert. Wie sollen sie auf antisemitische Äußerungen im Unterricht reagieren? Viele agieren hilflos und überfordert. Häufig handeln Pädagoginnen und Pädagogen verständlicherweise aus dem Bauch heraus und versuchen mit positiven Beispielen über jüdische Lebenswege dem Antisemitismus etwas entgegenzusetzen. Das ist zwar gut gemeint – aber meist genau das falsche, denn es kann schnell dazu führen, dass antisemitische Ressentiments sich verfestigen. Warum dieser Ansatz der falsche ist und wie es besser zu machen ist, u.a. darauf gibt die neue Handreichung „Weltbild Antisemitismus – Didaktische und methodische Empfehlungen für die pädagogische Arbeit in der Migrationsgesellschaft“ Antworten. Die Broschüre ist ein Ergebnis dreier Fortbildungsreihen zum Thema „Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft“, die die Bildungsstätte Anne Frank seit 2011 durchgeführt hat. Angeregt durch eben die Nachfragen von Pädagoginnen und Pädagogen was sie denn tun können, wenn sie mit Antisemitismus im Klassenraum konfrontiert sind, konzipierte die Bildungsstätte diese Fortbildungsreihe. Die Ergebnisse wurden für die Broschüre sehr ansprechend aufbereitet.
via mut gegen rechte gewalt: Wie reagiere ich auf Antisemitismus?
Wasserwerfer-Einsatz bei Demonstration gegen NPD in Berlin
Nach einer weitgehend ruhigen Walpurgisnacht ist es bei den Demonstrationen am 1. Mai in der Hauptstadt zu ersten Zwischenfällen gekommen. Begleitet von Protesten hat am Mittag die Demonstration der rechtsextreme NPD in Berlin-Schöneweide begonnen. Die Polizei sprach von rund 250 Rechten und etwa 2.000 Gegendemonstranten. Kurz nach dem Start musste der NPD-Aufmarsch am S-Bahnhof Schöneweide stoppen, weil Gegendemonstranten mit einer Betonpyramide die Strecke blockierten. Vier Menschen hatten sich in einem Betonklotz auf Bahnschienen verankert. Gegen 12 Uhr konnte die Polizei aber nach eigenen Angaben die Blockade beenden. Die vier Demonstranten seien mit einem Kran zur Seite gehoben worden, berichtete Polizeipräsident Klaus Kandt. Gegen diese Blockierer gebe es nun eine Anzeige wegen Nötigung. Wenig später setzte die Polizei einen Wasserwerfer gegen Steinewerfer ein. Demonstranten sprachen zudem davon, dass Einsatzkräfte auch Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt hätten
via närkische allgemeine: Wasserwerfer-Einsatz bei Demonstration gegen NPD in Berlin
Handreichung: “Streiten mit Neonazis”
Die dritte Auflage der Handreichung “Streiten mit Neonazis” behandelt die aktuellen Entwicklungen der extremen Rechten und ihr Verhalten in der Öffentlichkeit und will helfen, das praktische Wissen in der Auseinandersetzung mit Neonazis zu festigen bzw. bestehendes aufzufrischen. Mit ihrer öffentlichen Selbstdarstellung zielen Rechtsextreme immer auf die Normalisierung rechter Deutungsangebote in der Gesellschaft.
via hajo funke: Handreichung: “Streiten mit Neonazis”
Von Bauernzöpfen und Erntedank bis Hello Kitty und Straßenkampf
Derzeit wird die Berichterstattung über Rechtsextremismus in Deutschland vor allem vom anstehenden NSU-Prozess bestimmt. Im Fokus steht dabei Beate Zschäpe – nicht nur, weil sie die einzige Überlebende des NSU-Trios ist, sondern auch, weil in der öffentlichen und medialen Wahrnehmung ein Bild von der extremen Rechten überwiegt, das sich insbesondere durch ein Merkmal auszeichnet: Männlichkeit. Eine neue Broschüre des MBT Hamburg wirft daher einen Blick auf “Mädchen und Frauen in der extremen Rechten”. Fünf bis zehn Prozent aller rechtsextrem motivierten Straftaten werden von Frauen verübt. In rechtsextremen Parteien beträgt der Frauenanteil 20 Prozent. In rechtsextremen Organisationen, Cliquen und Kameradschaften sind zehn bis 33 Prozent der Mitglieder weiblich. Die Wählerschaft rechtsextremer Parteien besteht zu einem Drittel konstant aus Frauen. Und beim rechtsextremen Einstellungspotenzial unterscheiden sich Männer und Frauen nicht.
via ngn: Von Bauernzöpfen und Erntedank bis Hello Kitty und Straßenkampf
Download: Broschüre “Mädchen und Frauen in der extremen Rechten”
EU-Kommission will #Europol für “Big Data” aufrüsten
Die EU-Kommission will Europol fit machen für die Auswertung großer #Datenmengen. Sie hat dazu am Mittwoch einen Verordnungsentwurf (PDF-Datei) verabschiedet, mit dem das Europäische Polizeiamt künftig einfacher Zusammenhänge zwischen vorliegenden Daten erkennen und analysieren können soll. Die bestehende IT-Architektur der in Den Haag angesiedelten Behörde soll speziell stärker auf derlei Verarbeitungsformen ausgerichtet werden. Europol soll zu einem “echten Knotenpunkt der EU für den Austausch und die Analyse von Informationen über schwere Straftaten” ausgebaut werden. Die bereits bestehende Pflicht der Mitgliedsstaaten, dafür Daten nach Den Haag zu übermitteln, soll daher “verschärft und präzisiert werden”. Europol wiederum soll künftig jährlich “über die Menge und die Qualität der von den einzelnen Mitgliedstaaten übermittelten Daten Bericht erstatten”.
via heise.de: EU-Kommission will Europol für “Big Data” aufrüsten
Erinnerung an eine rechtsradikale Tat
Im Sommer 1992 schoss der Rechtsradikale Andy H. auf dem Koblenzer Zentralplatz um sich und tötete einen Obdachlosen. Offiziell ein Amoklauf ohne politischen Hintergrund – die Stadt will nun mit einer Gedenktafel an die grausame Tat erinnern. Eine ungewöhnliche Gedenkplatte wird in wenigen Wochen vor dem imposanten Neubau des Koblenzer Kulturforums daran erinnern, dass sich auf dem für 250 Millionen Euro neu gestalteten Zentralplatz anstelle von Kulturgängern und Touristen bis vor wenigen Jahren noch Hippies, Obdachlose und Punks trafen. “Hier ermordete am 24.8.1992 ein rechtsradikaler Täter den Obdachlosen Frank Bönisch und verletzte mehrere Menschen. Zur Erinnerung und Mahnung” lautet der Text der schlichten Tafel, die derzeit in den Werkstätten der Stadtverwaltung Koblenz hergestellt wird. Damit wird in Koblenz erstmals der Opfer eines neonazistischen Amoklaufs mitten im Stadtzentrum gedacht. Ein Flächenbrand der Gewalt Andy H. – Spitzname „der deutsche Andy“ – war in Koblenz geblieben am Abend des 24. August 1992. Während an diesem Abend einige seiner Freunde von der „Skinhead Front Coblenz“ dabei waren, als hunderte Naziskins aus ganz Deutschland in Rostock-Lichtenhagen ein Wohnheim für vietnamesische Vertragsarbeiter unter tosendem Beifall in Brand setzten, führt der damals 23-jährige Andy H. seinen eigenen Feldzug gegen alle, die nicht ins rechte Weltbild passen. Andy H. klaut die 9 Millimeter Smith&Wesson aus dem Waffenschrank seines Vaters und geht auf den Zentralplatz unweit des weltberühmten „Deutschen Ecks“. Hier sitzen wie an den meisten Sommerabenden Punks, Junkies, Wohnungslose und sozial Randständige, einige trinken Bier oder billigen Wein, ein paar spielen Gitarre. Andy H. – Hakenkreuz-Tätowierung auf dem Oberarm – stellt sich in Kampfschützenhaltung auf den Platz, brüllt „jetzt seid ihr dran“ und feuert mit zehn Schüssen das gesamte Magazin der Smith&Wesson auf die völlig überraschten und wehrlosen Menschen ab. Acht Menschen verletzt der Naziskin – einige von ihnen schwer. Der 35-jährige Obdachlose Frank Bönisch erliegt noch am selben Tag seinen Schussverletzungen.
via tagesspiegel: Erinnerung an eine rechtsradikale Tat
“Ich marschiere für die Tiere”: Nazis und Tierschutz
Rechtsextremismus und Tierschutz. Zwei Begriffe, die auf dem ersten Blick so gar nichts miteinander zu tun haben. In der Broschüre “Geht mal gar nich: Nazis und Tierrecht” erläutert der Neonazi-Aussteiger Sebastian Angermüller, was die beiden Themen dennoch verbindet. “Man muss nicht VeganerIn sein, um nach dem Tierrechtsgedanken zu leben”, rechtfertigen Neonazis deren Engagement in der Tierschutzszene. Darüber hinaus stellen sie gerne die “Theorie” auf, dass der Ursprung der Tierrechtsbewegung im Nationalsozialismus liege. Die Broschüre will mit diesen und weiteren Behauptungen aufräumen. Beispielsweise hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Adolf Hitler Vegetarier gewesen sei. Doch Hitler bekam aufgrund seiner diversen Leiden eine fleischarme Kost von seinem Leibarzt verordnet. Von Ethik oder Vegetarismus also keine Spur. Des Weiteren wird in Nazi-Kreisen gerne behauptet, dass das erste Tierschutzgesetz erst 1933 dank nationalsozialistischer Politik verabschiedet worden sei. Der Autor Angermüller stellt aber in seiner Broschüre klar, dass “dieses Gesetz keinesfalls das massenhafte Töten von Tieren eindämmte, sondern das Töten sogar rechtlich für jeden Deutschen zementierte”. Rechtsextreme Ideologie überwinden Die Broschüre erscheint in der Reihe “Geht mal gar nich: Nazis und… ” und gibt Aussteigerinnen und Aussteigern aus der Neonazi-Szene die Möglichkeit, ihre Erfahrungen aufzuarbeiten und diese dann als Argumentationshilfe im Umgang mit Rechtsextremismus zu nutzen.
via ngn: “Ich marschiere für die Tiere”: Nazis und Tierschutz
Download: Geht mal gar nich: Nazis und Tierrecht (PDF)
Es gibt keine Notwendigkeit für den Verfassungsschutz
Der Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtages zum „Nationalsozialistischen Untergrund“ stellte nun einen ersten Zwischenbericht vor. Doch die Abgeordneten der Linken verweisen auf Lücken im Bericht. Im Interview spricht die Landtagsabgeordnete Katharina König über die ersten Ergebnisse. Das Interview führte Felix M. Steiner, Publikative.org Besonders nach der Deutschen Einheit gab es einen enormen Anstieg des Potentials der extremen Rechten. Inwieweit kann man nun nach einem ersten Zwischenfazit im Thüringer NSU-Ausschuss auch die gesellschaftlichen und politischen Kontexte in eine Bewertung einbeziehen? Was der Zwischenbericht – und zwar der gemeinsam erarbeitete Teil – aufzeigt, ist ein gesellschaftliches Versagen. Es gab eine Verharmlosung der erstarkenden Neonaziszene sowohl aus Politik als auch Sicherheitsbehörden als auch der Gesellschaft. Es wurde definitiv nicht erkannt bzw. es wollte nicht benannt werden, welche Gefahr vom Neonazismus ausgeht, vielmehr wurde es zu einem vermeintlichen „Jugendproblem“ erklärt. Das ist im gemeinsamen Teil des Zwischenberichtes relativ deutlich festgehalten worden.
via publikative: Es gibt keine Notwendigkeit für den Verfassungsschutz
Zwischenbericht vom Thüringer Untersuchungsausschuss als Download
Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu
Neonazis und zerstrittene Linke
Die polnische Gesellschaft nimmt die ultrarechte Gefahr nicht wahr. “Braune Welle schwillt an«, mahnt in der neuesten Ausgabe ihres »Braunbuchs« die polnische Organisation »Nigdy wiecej« (Nie mehr). Indes toben in der etablierten Linken die heftigsten Auseinandersetzungen um die Frage, wer die »wahre Linke« und wessen Führungsanspruch berechtigter sei. Binnen einer Woche wurden folgende »Zwischenfälle« bekannt: Eine Gruppe maskierter Nationalisten attackierte die Hörerschaft einer Lesung von Prof. Magda Sroda im Auditorium maximum der Warschauer Universität, die gerade über das Gebot der Toleranz sprach. Am selben Tag wurde in Gdynia das Büro der linken EU-Parlamentarierin Joanna Senyszyn rot beschmiert, tags darauf in Kraków das Büro der Abgeordneten Anna Grodzka angegriffen. In Lódz bewarfen örtliche Fußballfans eine als »Jude« aufgemachte Strohpuppe. Und wieder einen Tag später störten Neonazis die Lesung des Chefredakteurs der »Gazeta Wyborcza« Adam Michnik zum Thema »Fallen auf dem Weg zur Demokratie« in der Aula der Hochschule für Sozial- und Technische Wissenschaft in Radom. »In den vergangenen zwei Jahren notieren wir im ganzen Lande eine rapide Zunahme der Aggression extremer Nationalisten. Um 30 Prozent nahm die Zahl der Fälle von Antisemitismus, Rassismus, Fremdenhass und Gewalt gegen ›Andere‹ zu«, schreibt Marcin Kornak, der Herausgeber des Buches und Vorsitzender der »Nigdy-wiecej«-Gesellschaft. Über 600 Fälle radikal-nationaler Ausfälle wurden in den Jahren 2011 und 2012 dokumentiert
via nd: Neonazis und zerstrittene Linke
“Zertreten, Erschlagen, Erstochen”: Die Opfer rechter Gewalt
Eine neue Broschüre soll an die Opfer rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt erinnern. Unter dem Titel “Zertreten, Erschlagen, Erstochen” werden die Schicksale von 13 Menschen beschrieben, die bei Gewalttaten ums Leben gekommen sind. “Ohne Gewalt ist ein neonazistisches Weltbild nicht zu denken” mit diesen Worten beginnt eine neue Broschüre von Bündnis 90/Die Grünen, die an die Opfer rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt erinnern soll. Seit 1990 seien mindestens 180 Menschen durch rechte Gewalt ums Leben gekommen, in Sachsen-Anhalt seien es mindestens 13. Dabei treffe die Gewalt alle, die nicht in das Weltbild von Neonazis passten: Punks, MigrantInnen, Menschen mit Behinderungen, Obdachlose und politische GegnerInnen. “Häufig solche, die auch von der Mehrheitsgesellschaft an den Rand gedrängt und deshalb leicht zu Opfern werden”, heißt es in der Broschüre. Die Erinnerung an sie wachzuhalten ist das Ziel der Publikation. “Unsere Broschüre ‘Zertreten Erschlagen Erstochen’ beschreibt das Schicksal der Toten und gibt ihnen damit ein Stück ihrer Individualität zurück.
via ngn: “Zertreten, Erschlagen, Erstochen”: Die Opfer rechter Gewalt
Islamistentipps zum Schutz vor Drohnenangriffen
In Timbuktu wurde Ratschläge gefunden, wie sich Islamisten im Drohnenkrieg verhalten sollen. Nach der Einnahme von Timbuktu durch französische und malische Soldaten wurde von Mitarbeitern von Association Press in einem Haus eine Anweisung gefunden, wie sich Islamisten in Jemen vor Drohnenangriffen schützen können. Nachdem seit vielen Jahren im Irak, in Afghanistan, Pakistan, Jemen oder Somalia die Islamisten unter der Bedrohung von Drohnenangriffen leben und agieren, ist nicht weiter verwunderlich, dass mehr oder weniger erfolgreiche Strategien zirkulieren, um nicht zu wehrlosen Opfern zu werden. (…) Gegen den US-Drohnenkrieg im Jemen müsse man, so empfiehlt der Autor Abdullah bin Mohammed in dem aus dem Jahr 2011 stammenden Text (DOWNLOAD), in drei Hinsichten vorgehen. Man müsse die Öffentlichkeit gegen die Drohnenangriffe aufbringen, die Spione, die Ziele ausmachen und mit Chips markieren, abschrecken und Taktiken der Täuschung und des Verbergens entwickeln. Spione müssten öffentlich gehängt werden, so die Empfehlung, während man die öffentliche Meinung beeinflussen könne, indem Menschen aus dem Westen als Geiseln genommen werden sollen, um das Ende der Drohnenangriffe zu fordern. Das sei eine gerechte und humanitäre Forderung und würde Druck auf die US-Regierung ausüben. Eine Möglichkeit wäre auch, Glasstücke, die Licht reflektieren, auf einem Dach oder einem Fahrzeug anzubringen. Angeblich sollen Islamisten Fahrzeuge in Mali mit Teppichen, Matten aus Gras oder durch Bemalung mit Schlamm getarnt haben.
Polizeikongress in Berlin: Polizeiarbeit in Social Media
Am 19. und 20. Februar tagte in Berlin der 16. Europäische Polizeikongress unter dem Titel: “Schutz und Sicherheit im digitalen Raum”. Dabei ging es laut Kongressveranstalter Behördenspiegel auch darum, wie die Polizei “sowohl präventiv, als auch zur Strafverfolgung in sozialen Netzwerken tätig” werden kann und soll. Sebastian Denef, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik, zeigte beispielsweise die Social Media Aktivitäten europäischer Polizeien auf (PDF). Die Aktivitäten deutscher Polizeien in sozialen Netzwerken sehen im Vergleich zu denen in Großbritannien, den Niederlanden und Spanien eher gering aus, der Facebook-Auftritt der Polizei Hannover wird jedoch als herausragendes Beispiel benannt. Wichtig sei laut Denef, wie in sozialen Netzwerken kommuniziert wird. Er stellt hierfür die Tweets der Polizeien von Manchester und London während der Krawalle im Sommer 2011 gegenüber – während in Manchester der Großteil der Tweets eher informell waren und auch stark auf Fragen eingegangen wurde (und die Zahl der Follower erheblich stieg), blieben die Tweets der Londoner Polizei eher formell und allgemein formuliert. In der folgenden Podiumsdiskussion wurde betont, dass Polizeibehörden schneller auch online reagieren müssen – nach den Terroranschlägen in London 2005 habe die Polizei noch nach drei Stunden gemeldet, es habe sich um Kurzschlüsse in den U-Bahn-Schächten gehandelt, während in Social Media Kanälen längst von Attentaten die Rede war.
via netzpolitik: Polizeikongress in Berlin: Polizeiarbeit in Social Media
Braunes „Gedenken“ in Weimar
Neben den „Trauermärschen“ in Dresden und Magdeburg versuchen Neonazis jetzt offenbar am kommenden Samstag einen weiteren Aufzug zum „Bombengedenken“ in Weimar zu etablieren. „Ehrenhaftes Gedenken“ lautet das Thema des geplanten Aufmarsches in Weimar am Jahrestag der Bombardierung der Stadt im Jahr 1945, zu dem die „Aktionsgruppe Weimarer Land“ für den 9. Februar mobilisiert. Unter demselben Motto hatte der umtriebige Neonazi Michael Fischer von der „AG Weimarer Land“ bereits im vergangenen Jahr einen Aufmarsch in der Universitätsstadt in der Mitte Thüringens angemeldet, ein von der Stadtverwaltung verhängtes Verbot wurde kurzfristig wieder aufgehoben. In den langen Schilderungen der Neonazi-Gruppe fehlen jedoch Angaben zu der Zahl der Teilnehmer des Aufmarsches zur „Ehre der Luftkriegstoten von Weimar 1945“, denn insgesamt liefen nur knapp 50 Neonazis durch die Straßen rund um den Bahnhof, im Anschluss soll es nach Angaben von Augenzeugen zu „Sieg Heil“-Rufen gekommen sein. Beobachter in Weimar rechnen dieses Jahr mit etwa 100 Teilnehmern bei dem Aufmarsch durch die Innenstadt. Dagegen ruft das Bündnis gegen Rechts in Weimar zu Protesten auf und verurteilt scharf den Versuch, die Bombardierung Weimars zu instrumentalisieren und historische Tatsache zu entstellen. In dem Aufruf heißt es: „Wir wollen den Nazis nicht die Deutungshoheit über diesen Tag des Gedenkens überlassen“.
via bnr: Braunes „Gedenken“ in Weimar
Racism rears its ugly head in Midland
POLICE are investigating reports of a neo-Nazi group operating and seeking to recruit new members in Midland. Police have referred to its Intelligence Services unit a number of reports about stickers posted around Midland and Glen Forrest asking residents to “support your local skinheads”. The stickers show a swastika and a man clad in a balaclava with his arm in a Nazi salute, together with website details, an email address and contact mobile phone number. Stickers at some locations in Midland have since been torn down, but two placed on a City of Swan car park sign on The Avenue remain in place. Midland police declined to comment on the matter. Requests for more information from the Intelligence Services unit and Police Minister’s office were not answered. The website printed on the stickers invite people to join a “Blood and Honour” forum for discussions on white power, skinheads and music groups that are planned for an Anzac Day concert in Perth. Links to the Blood & Honour Forum, one of the most highly visited Nationalist forums on the internet, also offer a mobile phone number for people to contact for more information. Blood & Honour took its name from the motto of the Hitler Youth, Blut und Ehre, and a song of the same name by the white power band Skrewdriver.
via dailytelegraph: Racism rears its ugly head in Midland
siehe auch: BLOOD & HONOUR. Britain’s Far-Right Militants (PDF, 62 pages)
Massenprotest gegen den Akademikerball
Protestveranstaltungen rund um Ball in der Wiener Hofburg – FPÖ kritisiert Polizei – Neun Festnahmen und vier Leichtverletzte – mit Video. Wien – Etwas mehr als 3.000 Menschen haben Freitagabend gegen den Akademikerball der FPÖ-Wien demonstriert. Mehrere Demonstrationszüge waren von unterschiedlichen Punkten in der Stadt in Richtung Innenstadt gezogen und hatten versucht, die Ballbesucher am Zugang zu behindern. Mehrere Hundert Polizisten sicherten die Wege dorthin. Im Laufe des Abends gab es bei Zwischenfällen abseits der Demonstrationen neun Festnahmen, vier Personen erlitten leichte Verletzungen. Rund 1.200 Demonstranten hatten sich in der Nähe des Wiener Westbahnhofs in Richtung Hofburg bewegt, von der Universität Wien kamen 1.300. Am Heldenplatz hatte zudem das Bündnis “Jetzt Zeichen setzen” eine Veranstaltung mit Lesungen abgehalten, bei der sich laut Polizei rund 400 Personen eingefunden hatten. Bei den Demonstrationszügen wurden Parolen wie “Nazis raus” gerufen. Nach den Demonstrationen gab es noch spontane Sitzblockaden in der Wiener Innenstadt, um Zugänge und Zufahrten zum Akademikerball zu behindern. (…) Vereinzelte Zwischenfälle gab es abseits der Demorouten. Farbbeutel und Pfefferspray wurden gegen Ballbesucher und Beamte eingesetzt. Die Polizei sprach in einer ersten Aussendung von zwei verletzten Polizisten und zwei verletzten Ballgästen. Nicht nur Ballbesucher, auch Demonstranten wurden im Zuge der Protestkundgebung verletzt.
via derstandard: Massenprotest gegen den Akademikerball








