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Neonazi Gerd Honsik beschimpfte Armin Wolf

Als “Heuchler”, “übelsten Rassisten” und “Scharlatan” bezeichnete Neonazi Gerd Honsik den ORF-Journalisten Armin Wolf. Der im Jahr 2011 vorzeitig aus der Haft entlassene Neonazi und Holocaustleugner Gerd Honsik (72) veröffentlichte am Ostersonntag auf seinem Online-Portal einen Beitrag unter dem Titel “Armin Wolf: Rassist und Scharlatan!”. Mehr als zehn Minuten lang wettert der wegen Wiederbetätigung verurteilte Neonazi gegen den ORF-Journalisten und ZIB-Anchorman Armin Wolf und gegen den ORF im Allgemeinen. Auch Report-Moderatorin Susanne Schnabl wird nicht verschont. (…) In der vergangenen Monaten war Gerd Honsik dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Wiederstandes (DÖW) wiederholt aufgefallen, wie das Nachrichtenmagazin profil kürzlich berichtete. Wöchentlich sendet der Holocaustleugner, der wegen Wiederbetätigung in Haft gesessen ist, in seinem “Wort zum Sonntag” Beiträge aus dem rechten Eck. Er soll außerdem in der rechtsextremen Kärntner Zeitschrift „Der Heimatbote“ ein antisemitisches Gedicht veröffentlicht haben. Auch auf seiner Facebookseite ist der 72-Jährige aktiv.

via nachrichten.at: Neonazi Gerd Honsik beschimpfte Armin Wolf

Der Linzer FPÖ-Rechtsaußen und seine exotischen “Freunde” Stadtrat Detlef Wimmer freut sich über 2000 Facebook-Fans. IT-Experte schließt Zukäufe nicht aus

Der Linzer FP-Stadtrat Detlef Wimmer hat kürzlich eine Jubelaussendung verschickt, in der er verlautbarte, dass seine Facebook-Fanpage schon mehr als 2000 “Likes” habe. Stolz erklärte er, damit bundesweit auf Platz 47 aller österreichischen Politiker zu liegen. Einen kleinen Seitenhieb auf seine Kollegen im Stadtsenat konnte er sich auch nicht verkneifen – deren Facebook-Präsenz sei eher überschaubar, betonte Wimmer: “Bürgermeister Klaus Luger hat 522 Zuspruchserklärungen. Auch die übrigen Stadtsenatsmitglieder liegen unter 1000 Likes oder haben gar keine eigene Politiker-Seite.” Sein Resümee: Social-Media-Präsenz sei eben kein Selbstläufer, sondern das Produkt konsequenter Arbeit. (…) Dem Datenforensiker fiel außerdem auf, dass unter den Wimmer-Fans rund 100 weitere Profile von Personen sind, von denen er zu wissen glaubt, dass sie den Stadtrat niemals “liken” würden. Misstrauisch macht ihn auch, dass Leute mit Namen wie Oka Luphkeisya aus Jimbaran (Bali), Karimullah Danish Afghan aus Doaba (Pakistan) oder Tarek Aouni Ovieiu Bosoanca aus Algerien Fans des Rechtsaußen-Politikers sein sollen. “Ich glaube, dass die Likes massiv gepusht wurden. Und der Verdacht drängt sich auf, dass Zukäufe stattfanden”, sagt Sailer. Auf die Weise könne Wimmer Beliebtheit, Akzeptanz und Wichtigkeit vortäuschen: “Doch das ist eine Form des sozialen Betrugs.”

via kurier: Der Linzer FPÖ-Rechtsaußen und seine exotischen “Freunde” Stadtrat Detlef Wimmer freut sich über 2000 Facebook-Fans. IT-Experte schließt Zukäufe nicht aus

Blood & Honour feiert in Frankreich Hitlers Geburtstag

Am Ostersamstag, den 19. April 2014, fand im französischen Dorf Oltingue – rund 15 Fahrminuten vom Euroairport Basel-Mulhouse entfernt – ein von Blood&Honour-Kreisen organisiertes Solidaritätskonzert für die «Nationale Bewegung» statt. Trotz Kenntnis des Events sowie hochkarätigen und einschlägig bekannten Rechtsrockbands, reagierten die französischen Behörden mit Desinteresse und Ignoranz. So konnten mehrere hundert Neonazis aus ganz Europa ungehindert den 125. Geburtstag Adolf Hitlers feiern.  Bereits seit rund vier Monaten kursierte ein Flyer im Internet, mit welchem ein grosses Konzert in Mitteleuropa angekündigt wurde. Ganz entgegen der sonstigen Zurückhaltung rechtsextremer Kreise wurde auch bald damit geprahlt, dass das Konzert nicht in Deutschland, dafür aber mit 100%iger Sicherheit stattfinden werde. Als allgemeine Richtungsangabe wurde Süddeutschland genannt, was bald auf die Grenzregion im Dreiländereck schliessen liess. Aufgrund des angekündigten Line-Ups des Anlasses musste mit einem der grössten Neonazi-Konzerte der jüngeren Vergangenheit gerechnet werden – mehrere hundert Neonazis aus Frankreich, Deutschland, Italien, der Schweiz und Tschechien folgten denn auch dem Aufruf.  Hochkarätige Bands aus der ganzen Welt  Headliner des Abends war die US-amerikanische Band «Blue Eyed Devils» (B.E.D.), obschon nur deren Sänger Drew Logan anreiste. Innerhalb der Szene geniessen B.E.D. einen legendären Ruf – unter anderem, weil sie als Mitbegründer des «White-Power-Hardcores», auch bekannt als «Hatecore» (H8core), gelten. Daneben wurden die Szenegrössen «Kraftschlag» (DE) und «Legion of Thor» (DE), die finnische Blood & Honour- Band (B&H-Band) «Sniper», «Devils Project» aus dem Raum Stuttgart (DE), «Tätervolk» (DE) und eine Überraschungsband angekündigt. Zusätzliche Informationen zu den aufgetretenen Bands finden sich im angehängten Band-Dossier.  Strafverfahren und andere Probleme  Als Hauptorganisator des Konzertes wurde schon früh Stephan Hinrichs, Mitglied der Band «Heiliger Krieg», von antifaschistischen Kreisen enttarnt. Das Konzert schien in Gefahr zu geraten, als im Zuge des §129a Verfahrens gegen die «Autonomen Nationalisten Göppingen» auch Stephan Hinrichs im März 2014 verhaftet wurde. Dank der äusserst guten Vernetzung der Szene und Hinrichs Kontakten nach Thüringen und in die Schweiz, konnten aber bald Nachfolger_innen für die Organisation des Konzerts gefunden werden: Marcus Russwurm aus der Region Hildesheim (DE) sowie die Sektion Zürich (CH) von B&H.

via linksunten: Blood & Honour feiert in Frankreich Hitlers Geburtstag

Montagsdemos – Brauner Sumpf vereint?

LechtsStattRinks – Berlin am extrem rechten Rand gelandet – rechts-populäre Redner statt offene Bühne von unten – NPD und Stiefelnazis klatschen Beifall – Angriff auf Potsdamer Abkommen. Die Ostermontagsquerfront Bezüglich der Diskussion um die sogenannten „Montags-demonstrationen“ trennt sich immer mehr die Spreu vom Weizen. Warfen die InitiatorInnen früher noch ein schein-heiliges „Nicht rechts – nichts links“ in den Ring, so positionieren sie sich bei ihrer zentralen Kundgebung in Berlin am Ostermontag eindeutig am extrem rechten Rand der Gesellschaft. Neben Lars Mährholz und KenFM, über deren Wirken schon genügend berichtet wurde, sprechen Andreas Popp und Jürgen Elsässer. Zu Andreas Popps Aktivitäten berichteten wir in unserem Artikel rechte Friedensbewegung AfD PdV & Holocaust.  ATTAC geht in seiner Kritik an den rechten Kundgebungen schwer-punktmäßig auf den Bezug Popps auf den führenden Wirtschaftstheoretiker der NSDAP Gottfried Feder ein. Der ehemalige NPD Vorsitzende Holger Apfel lobte Jürgen Elsässer für dessen „Volksinitiative gegen das Finanzkapital“ und attestierte ihm „NPD-Positionen“ schreibt der „Störungsmelder“ der Zeit.  Zu Elsässers Magazin Compact schreibt die Süddeutsche in einem Artikel über seine „Familienkonferenz“:  „Doch nicht nur mit dem Thema Familie geht das Magazin fragwürdig um. Compact ist dafür bekannt, Verschwörungstheorien zu verbreiten – etwa, dass Al-Qaida-Chef Osama bin Laden eigentlich CIA-Agent war.“ Den musikalischen Höhepunkt der Veranstaltung bietet die Querfrontband „Die Bandbreite“. Dieses Jahr soll sie beim Pfingstfestival der MLPD Jugend „Rebell“ auftreten. 2009 war sie bei der 3. AZK in der Schweiz zu Gast, bei der auf späteren Veranstaltungen HolocaustleugnerInnen sowie Andreas Popp auftraten. Videos der Band finden sich auch auf Klagemauer.tv. Dieser Internetkanal soll laut der Infoseite Psiram.com Verbindungen zu dem einschlägig bekannten Schweizer Verschwörungstheoretiker und Prediger Ivo Sasek, dem Initiator der AZK, aufweisen schreibt Media.de in ihrem Artikel Wie der Ukraine-Konflikt Verschwörungstheorien anheizt. Der Artikel erschien Anfang März, also vor den sogenannten „Friedenskundgebungen“. Deren Grundstein scheint somit in der ideologischen Aufbereitung und Propagierung durch u.a. AZK naher Medien und Personen zu liegen. Im Schweizer Tagesanzeiger ist zur AZK und Sasek ein sehr guter Artikel erschienen.

via freitag: Montagsdemos – Brauner Sumpf vereint?

siehe auch: Querfront-Wahnmache am Ostermontag in Berlin. Auch wenn die von den Veranstalter*innen prognostizierten 5.000 vermutlich übertrieben sind, ist zu befürchten, dass am kommenden Ostermontag um 18 Uhr auf dem Postdamer Platz in Berlin die bislang größte Kundgebung der vor einigen Wochen ins Leben gerufenen sog. neuen Montagsdemos “Für Frieden! Gegen die FED!” mit Tausenden Teilnehmer*innen stattfinden wird. Dass diese Montagsdemos so schnell Zulauf erhielten und von Woche zu Woche anwuchsen hat u.a. auch mit der rechten (Pseudo-)Anon-Facebook-Seite “Anonymous.Kollektiv” zu tun, die mit über 400.000 Likes zu den größeren deutschen Facebook-Seiten gehört und die diese “Mahnwachen” von Anfang an massiv beworben hat. Auch wenn viele der Kundgebungs-Teilnehmer*innen wohl kein klares rechtes Profil haben, sondern einem apolitisierten Mileu entstammen und nur den inhaltslosen Parolen auf den Leim gegangen sind, besteht aufgrund der Liste der am kommenden Montag auftretenden Redner*innen und Bands kaum ein Zweifel, dass die Veranstalter*innen aus einer verschwörungsideologischen/rechtsesoterischen und teilweise antisemitischen Querfront-Szene stammen. Laut Facebook-Seite von Initiator Lars Mährholz werden am Mo auftreten: Andreas Popp, Ken Jebsen, Jürgen Elsässer, Die Bandbreite, Kilez More, PHOTON, Lars Mährholz; [B] Rechter Auflauf bei völkischer Montags-Querfront. Eindeutige Nazis bei Berliner “Montags-Mahnwache” Am morgigen arbeitsfreien Montag zaubert die völkische Montags-Querfront rund um deren Initiator Lars Mährholz die Stars der verschwörungsideologischen und antisemitische Szene aus dem Osterei. Mit dabei Andreas Popp, Anhänger des NS-Ideologen Gottfried Feder, Jürgen Elsässers, Verteidiger des Holocaustleugners Mahmud Ahmadinedschad sowie – wie gehabt – Ken Jebsen und Lars Mährholz. Musikalisches gibt es – wie erwartbar – von den einschlägig bekannten Combos Die Bandbreite, Kilez More und dem Rapper Photon.  Nach der letzten so genannten “Mahnwache für den Frieden” am vergangenen Montag unter offener Beteiligung rechter “Freier Kräfte” mobilisierte das rechtsausgestiegene “Anymomous.Kollektiv” einen Facebook-Shitstorm gegen die “Systempresse”, die von Mährholz und seinen Kammeraden unterstützend kommentiert wurde. Medial ging dieser Angriff aus Sicht der Montags-Querfront voll nach hinten los. In geballter Form berichteten tagesschau.de, Die Zeit, Berliner Zeitung, Die Tageszeitung, Der Freitag und andere Medien negativ über die Hintergründe dieser neuen Bewegung. Tenor: Diese Versammlungen sind Zusammenkünfte aus dem neurechten Bereich, Redner sind verschwörungstheoretisch, antisemitisch und reichsbürgerlich unterwegs. Fast durchweg, mit einigen polemischen Ausnahmen, korrekte Beschreibungen über ein Phänomen, das bundesweit an mittlerweile über 25 Orten jeweils Montag um 18 Uhr stattfindet.  Die Demonstrierenden alle über einen Kamm zu scheren, wäre allein angesichts der Anzahl der Kundgebungen nicht glaubhaft und fahrlässig. Über die Qualität der “Mahnwachen” könnten Leute aus den Veranstaltungsorten kritische Augenzeugenberichte verfassen und Online stellen. Angesicht der veröffentlichten Redner- und Bandliste lässt sich für Berlin einschätzen: Wer da hingeht ist nicht für Frieden und auch nicht für eine kritische Betrachtung der Presse, geschweige denn einer Ablehnung rechter, antisemitischer oder verschwörungsideologischer Blogs, Video- oder Radioseiten.

Operation Heiliger Krieg

Die Bozner Staatsanwaltschaft und Digos ermitteln seit über zwei Jahren gegen ein antisemitisches Hetz-Netzwerk, das von Norwegen aus gesteuert wird. Nach der Verdunkelung zweier Internetseiten und Hausdurchsuchungen in Norwegen und Italien will Staatsanwalt Igor Secco jetzt gegen sieben Personen Anklage erheben. Es ist ein explosives Gemisch: Satanismus, Verschwörungstheorie, Neonazismus, Homophobie, Rassismus, Fundamental-Katholizismus und über allem ein aggressiver kaum zu überbietender Antisemitismus. Das sind die Zutaten, die seit fast zehn Jahren in Italien aus einem Netzwerk von Internetplattformen, Vereinen mit unverdächtigen Namen, DVDs und selbstgebastelten Zeitschriften tropfen. Mit klaren Verbindungen zur europäischen, gewaltbereiten Rechtsextremismus-Szene. Die Mitglieder rufen zum „heiligen Krieg gegen alle Feinde Gottes und der Kirche” und zur „Befreiung von der rassistisch-zionistischen Finanzlobby” auf. (…) Jetzt – ein Jahr später – sind Seccos Ermittlungen abgeschlossen und insgesamt sieben Personen wurde in den vergangenen Tagen der Bescheid über den Abschluss der Ermittlungen zugestellt. Anklagepunkte sind nach dem Mancino-Gesetz Anstiftung zum Rassenhass, Verteilung antisemitischer Hetzschriften und Diskriminierung der jüdischen Religion. „Der Staatsanwalt wird diese sieben Personen vor Gericht bringen“, sind sich die Ermittler sicher. Der Ideologe Kopf und Gründer der „Holywar“-Gruppe ist ein 65jähriger norwegischer Nazi: Alfred Olsen. Olsen ist der ideologische Kopf der Bewegung, die sich in Italien „Movimento di Resistenza Popolare – L´alternativa cristiana“ nennt. Selbst der Massenmörder und Attentäter Anders Behring Breivik scheint sich bei diesem gefährlichen norwegischen Nazi-Wirrkopf inspiriert zu haben. Alfred Olsen dürfte auch der Autor des Pamphlets sein, das man auf den Plattformen in Italien verbreitet hat. Es ist eine Art Manifest und Aufforderung zum Rassenhass und Antisemitismus Dort heißt es: „Handle heute – um deinen Kindern ein ordentliches Morgen zu ermöglichen. Warte nicht, schließ dich uns an, damit dein Land wirtschaftlich von der rassistisch-zionistischen Hochfinanz befreit wird. Nur der gemeinsame Kampfesgeist vereint mir dem persönliche Einsatz kann uns diesen Überlebenskampf gegen die neue totalitäre, satanistisch, rassistisch-zionistische Weltordnung gewinnen lassen.“ In diesem Manifest sind alle Grundelemente vereint, die auf der Internetseite immer wiederkehren. Leugnung des Holocaust, die Juden sind die eigentlichen Nazis, deshalb wird immer wieder der Davidstern gemeinsam mit dem Hakenkreuz abgebildet, Juden werden mit Satan und Satanismus gleichgesetzt.

via salto.bz: Operation Heiliger Krieg

Anschlag auf Reitschule: Verdächtiger Rechtsextremer soll nicht bestraft werden

Sieben Jahre nach einem missglückten Brandanschlag auf ein antifaschistisches Fest soll das Verfahren gegen einen Rechtsextremen eingestellt werden. «Das versüsst einem den Sonntagmorgen.» Diesen Satz schrieb ein damals 18 Jahre alter Mann aus dem Seeland am Morgen des 5. August 2007 ins Internetforum des rechtsextremen Netzwerks Blood and Honour. Worüber er sich freute: Am Abend zuvor war vor der Grossen Halle der Reitschule in einem Rucksack ein Brandsatz hochgegangen. Im Rahmen des 2. Antifaschistischen Festivals spielte gerade die Anarchopunk-Band Oi Polloi aus Edinburgh vor 1500 Leuten, als einem Besucher neben dem Mischpult ein tarnfarbener, nach Benzin riechender Rucksack auffiel. Ein Sicherheitsverantwortlicher trug diesen durch einen Seitenausgang auf die Schützenmattstrasse – wo er kurz darauf in die Luft ging. Ein Zeitzünder hatte drei mit Benzin gefüllte Plastikflaschen zum Bersten gebracht. Vier bis fünf Meter seien die Flammen in die Höhe geschossen, schrieben die Veranstalter später und vermuteten «militante Neonazistrukturen» als Urheber. Die Organisatoren reichten Strafanzeige gegen unbekannt ein. Das brachte erst einmal wenig: Im März 2008 sistierte das Untersuchungsrichteramt Bern-Mittelland das Verfahren, weil es keine Ermittlungsansätze mehr sah, um die Täter zu finden. (…) Die in der Wohnung des Verdächtigen sichergestellten Materialien zum Bau von Sprengsätzen seien ähnlich oder identisch mit jenen, die in der Reitschule zum Einsatz kamen. Bei ihm sei eine grosse Sammlung an Anleitungen zur Bombenherstellung gefunden worden. Aus den Fingerabdrücken des Verdächtigen am Reitschule-Brandsatz könne geschlossen werden, dass er am Sprengsatz und an der Zeitzündung hantiert habe. Und vor dem Vorfall in der Reitschule habe er im Internet nach Komplizen für einen Anschlag auf linke Veranstaltungen gesucht.

via derbund.ch: Anschlag auf Reitschule: Verdächtiger Rechtsextremer soll nicht bestraft werden

siehe auch: Bombe in der Berner Reithalle: Indizien belasten Seeländer Neonazi. Vor sieben Jahren ging bei der Berner Reitschule ein Sprengsatz hoch, nur durch Glück gab es kein Blutbad. Akten zeigen: Es gibt einen «dringend Tatverdächtigen», aber die Bundesanwaltschaft will das Verfahren gegen den Neonazi einstellen. Es ist Samstag, der 4. August 2007, spätabends. An einem antifaschistischen Festival in der Grossen Halle des Berner Kulturzentrums Reitschule spielt eine Punkrockband vor etwa 1500 BesucherInnen. Ein Besucher entdeckt beim Mischpult, zehn Meter von der Bühne entfernt, einen nach Benzin riechenden herrenlosen Rucksack. Ein herbeigerufener Sicherheitszuständiger bringt den Rucksack durch einen Notausgang ins Freie, schaut hinein, sieht Flaschen und Kabel, die zu einem grauen Gegenstand führen. Der Mann realisiert, dass er einen Sprengsatz vor sich haben könnte, und bringt sich und andere in Sicherheit.

SPLC Report: Nearly 100 Murdered by Stormfront Users

Almost 100 people were murdered over the last five years by registered users of Stormfront, the largest racist Web forum in the world, according to a report released today by the Southern Poverty Law Center. The forum in effect acts to nurture budding killers and give them moral support, the report says.

via splcenter: SPLC Report: Nearly 100 Murdered by Stormfront Users

siehe auch: White Homicide Worldwide. A typical murderer drawn to the racist forum Stormfront.org is a frustrated, unemployed, white adult male living with his mother or an estranged spouse or girlfriend. She is the sole provider in the household. Forensic psychologists call him a “wound collector.” Instead of building his resume, seeking employment or further education, he projects his grievances on society and searches the Internet for an excuse or an explanation unrelated to his behavior or the choices he has made in life. His escalation follows a predictable trajectory. From right-wing antigovernment websites and conspiracy hatcheries, he migrates to militant hate sites that blame society’s ills on ethnicity and shifting demographics. He soon learns his race is endangered — a target of “white genocide.” After reading and lurking for a while, he needs to talk to someone about it, signing up as a registered user on a racist forum where he commiserates in an echo chamber of angry fellow failures where Jews, gays, minorities and multiculturalism are blamed for everything. Assured of the supremacy of his race and frustrated by the inferiority of his achievements, he binges online for hours every day, self-medicating, slowly sipping a cocktail of rage. He gradually gains acceptance in this online birthing den of self-described “lone wolves,” but he gets no relief, no practical remedies, no suggestions to improve his circumstances. He just gets angrier.  And then he gets a gun.

#Attac warnt vor rechten #Montagsdemonstrationen – Neurechte Bewegung orientiert sich an NSDAP-Forderungen

Seit einigen Wochen finden in immer mehr Städten so genannte Montagsdemonstrationen statt, oft auch unter dem Namen “Friedensbewegung 2014″. Jutta Ditfurth und das Weblog Spiegelfechter haben bereits darauf aufmerksam gemacht, dass diese Veranstaltungen von rechten Ideologen organisiert und maßgeblich bestimmt werden. Am Ostermontag, dem traditionellen Aktionstag der Friedensbewegung, ist damit zu rechnen, dass wieder viele derartige Veranstaltungen abgehalten werden. Möglich ist ebenfalls, dass die Rechten versuchen werden, Kundgebungen der Friedensbewegung zu infiltrieren. Diese neue Aktionsform der Rechten orientiert sich offensichtlich an einer Veranstaltung, die seit mehreren Wochen montags in Berlin stattfindet. Für Ostermontag ist dort Andreas Popp als Redner angekündigt. Andreas Popp gehört zur sogenannten Wissensmanufaktur, mit der er seit langem für einen “Plan B” wirbt, mit dem Untertitel “Revolution des Systems für eine tatsächliche Neuordnung”. Popp und sein Mitautor Albrecht beziehen sich dort positiv auf die antisemitische Hetzschrift “Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft” von Gottfried Feder, den sie als “großen Wirtschaftstheoretiker” würdigen. Feder war bis 1933 einer der führenden Wirtschaftstheoretiker der NSDAP. Mit seinen Thesen zur Zinsknechtschaft und seiner antisemitischen Hetze hatte er großen Anteil an den Wahlerfolgen der NSDAP. In “Mein Kampf” streicht Hitler mehrmals die hohe Bedeutung heraus, die die Thesen Feders für ihn hatten. Wer das “Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft” mit dem “Plan B” der Wissensmanufaktur vergleicht, der wird schnell zahlreiche Ähnlichkeiten finden. Tatsächlich macht der Plan B den Eindruck, als sei er eine aktualisierte und um einige Lehren Silvio Gesells erweiterte Fassung des Manifests von Feder. Feder diagnostiziert für seine Zeit eine Herrschaft des Finanzkapitals, der er den Namen “Mammonismus” gibt, die im Plan B ihre Entsprechung in der “Danistakratie” findet. In beiden Papieren ist eine zentrale Forderung die Abschaffung des Zinses und die Vergemeinschaftung des Geldsystems. Nach Umsetzung dieser Forderung ließen sich angeblich alle direkten und indirekten Steuern sparen. Beide Papiere beruhen auf der Annahme, man könne Kapital in “gutes schaffendes Industriekapital” und “schlechtes raffendes Finanzkapital” einteilen. Während ersteres nach einiger Zeit eine Sättigung erfahre und aufhöre zu wachsen, wachse letzteres exponentiell weiter. Diese von Feder gemachte Unterteilung in gutes Industriekapital und schlechtes Finanzkapital lässt sich empirisch nicht belegen. Ursache des Wachstumszwangs im herrschenden Wirtschaftssystem ist nicht der Zins, sondern der Profit, dem alle Kapitalarten gleichermaßen unterworfen sind. Auch wenn die Forderung nach Abschaffung des Zinses nach 1933 in der NSDAP keine große Rolle mehr spielte, hatten die  Irrlehren Feders eine große Bedeutung für die Propaganda der Nazis, lieferten sie doch nicht nur eine verschwörungstheoretische Begründung ihres Antisemitismus, sondern dienten auch dazu, einen angeblichen Interessensgegensatz zwischen “Volksgemeinschaft” und  ausländischem, angelsächsischen Finanzkapital zu konstruieren.

via attac: Attac warnt vor rechten Montagsdemonstrationen – Neurechte Bewegung orientiert sich an NSDAP-Forderungen

Malmö Nazi attack victim on the mend

The 25-year-old man, whose stabbing by neo-Nazis sparked mass demonstrations across Sweden, has made a strong recovery in hospital and took to social media to thank supporters for campaigning against fascism. Showan Shattak, a well-known fan of Malmö football club, was stabbed in his native city on March 8th after attending a demonstration in support of International Women’s Day. (…) News of the attack sparked revulsion across Sweden, in particular in Shattak’s hometown of Malmö. A week after he was left fighting for his life more than 10,000 locals demonstrated against fascism, while similar rallies were held across the country. “Don’t know what I would have done without all the help and sympathy that I and my family have received recently. The road is punctuated by massive solidarity greetings from friends, comrades, football fans and particularly MFF family.The heat in your action and anti-fascism gives me strength,” he wrote on Facebook.  Shattak was left in a coma after being set upon by a group of neo-Nazis in the popular Möllevångstorget area of the city. Swedish police arrested three men, with ties to The Party of the Swedes, in connection with the incident in a case that also involved Interpol.

via thelocal.se: Malmö Nazi attack victim on the mend

Toter Zeuge: V-Mann “Corelli” sollte zu Nazi-CD befragt werden

V-Mann “Corelli” galt als wichtiger Zeuge bei den Ermittlungen gegen den “Nationalsozialistischen Untergrund”. Anfang April wollten Sicherheitsbeamte den Mann befragen – doch er war tot. Eine kurz zuvor aufgetauchte Daten-CD wirft nun neue Fragen auf. Kurz vor dem Tod des ehemaligen V-Manns Thomas R. alias “Corelli” ist dem Verfassungsschutz nach Informationen des SPIEGEL ein Datenträger zugespielt worden, der eine Verbindung des Spitzels zu dem “Nationalsozialistischen Untergrund” (NSU) belegen könnte. (…) Auf der CD mit der Aufschrift “NSU/NSDAP” befinden sich nach Angaben aus Ermittlerkreisen rund 15.000 Texte und Bilder mit rassistischem und antisemitischem Inhalt, das meiste davon mit Bezug zur NS-Zeit. Einige Dateien lassen sich offenbar dem Urheber “Corelli” zuordnen.

via spon: Toter Zeuge: V-Mann “Corelli” sollte zu Nazi-CD befragt werden

siehe auch: Tod eines V-Mannes. Der langjährige Rechtsextremist und Top-Spitzel Thomas R. ist plötzlich verstorben –  offen bleiben Fragen zu Kontakten zum NSU-Trio. Er galt als zuverlässig. Seine Informationen als zutreffend. Am Wochenende verdichteten sich die Hinweise, dass der langjährige Rechtsextremist und V-Mann Thomas R. tot sei. In der vergangen Woche soll das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestag über den Tod des Top-Spitzel unterreicht haben. Bereits im März sei R. in seiner Wohnung in der Nähe vom Schloss Holte-Stukenbrock an einer unerkannten Diabetes-Erkrankung verstorben. „Um die Jahre 2000 war er einer der führenden Kader in dem Spektrum der Freien Kameradschaften und dem ‚Blood & Honour’-Netzwerk“, sagt David Begrich vom Verein „Miteinander e.V“. Nicht ohne zu betonen, dass der V-Mann „viele Fragen zum NSU hätte wohl beantworten können“. Seit den 1990er Jahren war R, den die Freien Kameradschaften „HJ Tommy“ nannten und der Verfassungsschutz „Corelli“, in der Szene aktiv. Auf einem Rechtsrock-Konzert in Dresden lernte er 1995 das spätere NSU-Mitglied Uwe Mundlos kennen. Mundlos hätte eine Kameradschaft in Jena gegründet, teilte der V-Mann dem BfV mit. In der Szene war R., der lange in Halle an der Saale lebte, damals auch schon eine Größe, war bei der „Blood&Honour“-Sektion in Sachen-Anhalt aktiv. Das Bundeskriminalamt (BKA) schätzte den umtriebigen V-Mann in einem internen Bericht als „Namengeber und Initiator“ des „Nationalen Widerstands Halle/Saale“ ein; Tod von V-Mann “Corelli” wirft Fragen auf. Im NSU-Fall tauchen immer wieder neue Fragen auf. Wusste der V-Mann “Corelli” mehr, als er zugab? Der frühere Spitzel aus der rechten Szene ist überraschend gestorben. Statt der erhofften Antworten gibt es nun Spekulationen. (…) Im Zuge von Recherchen zum NSU war Corelli vor zwei Jahren enttarnt worden. Um ihn vor möglichen Racheakten zu schützen, half ihm der Geheimdienst, neu anzufangen. Doch Corelli blieb im Fokus von Medien und Ermittlern. Wie der Spiegel berichtet, wurde dem Hamburger Verfassungsschutz im Februar eine CD mit rechtsextremistischem Material zugespielt, das zum Teil Corelli zugeordnet werden könne. Die CD sei beschriftet gewesen mit dem Titel “NSU/NSDAP” – und angeblich spätestens im Jahr 2006 fertiggestellt worden. In einigen Texten sei von einem “Nationalsozialistischen Untergrund” die Rede. Unklar sei, ob damit die rechte Terrorgruppe NSU gemeint war, der zehn Morde angelastet werden. Im NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht war Corelli nicht als Zeuge vorgesehen, aber das BKA hat ihn zweimal zum NSU vernommen. Für eine erneute Befragung kamen die Ermittler zu spät. Corelli soll tot in einer Wohnung im Landkreis Paderborn gefunden worden. Zuvor hatte Thomas R. in Leipzig gewohnt. Wer die Leiche fand und wie die Ergebnisse der Obduktion ausgefallen sind, ist bisher nicht bekannt. Ein Beamter des Bundesamts bezeichnete Corelli im vergangenen Jahr als “Spitzenquelle”. Thomas R. bekam etwa zehn Jahre lang Geld für seine Informantentätigkeit. Er verriet Interna über die rechtsextreme Szene in Sachsen-Anhalt und in Sachsen, über die bundesweite Organisation “Blood & Honour” und einen deutschen Ableger des Ku Klux Klan. Thomas R. war gut vernetzt, viele braune Kameraden kannten ihn unter dem Spitznamen “HJ Tommy”. Als ihn das BKA voriges Jahr befragte, tischte Thomas R. den Beamten eine interessante Erklärung für den Spitznamen auf: “HJ” stehe nicht etwa für die Hitlerjugend, es bedeute lediglich “Hallescher Junge”. Er sei ja in Halle aufgewachsen. Auch bei anderen Antworten hatten die Ermittler Grund, an der Ehrlichkeit des ehemaligen V-Mannes zu zweifeln. Er behauptete, das Trio Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos ausschließlich aus den Medien zu kennen. Corellis früheres Postfach stand jedoch auf einer Kontaktliste von Mundlos, die 1998 bei einer Razzia sichergestellt wurde. (…) Die Frage, die nicht nur Ermittler umtreibt, lautet nun, ob Corelli vielleicht doch mehr wusste über den NSU, als er bisher zugegeben hat. Auffällig ist, dass er einst seinen Computerserver bereitstellte für das Neonazi-Magazin “Der Weiße Wolf”. In einer Ausgabe dieses Blättchens, für das zeitweise ein NPD-Politiker verantwortlich zeichnete, erschien im Jahr 2002 der Satz: “Vielen Dank an den NSU, es hat Früchte getragen ;-) Der Kampf geht weiter”. Corelli beschaffte damals auch dem Bundesamt ein Heft. Die rätselhaften Zeilen lösten damals offenbar keine Nachfragen aus. Der NSU war zu der Zeit noch unbekannt, später fand die Polizei in der niedergebrannten Wohnung der Terroristen in Zwickau eine Datei mit einem Brief. Ihn hatten die untergetauchten Neonazis offensichtlich an ausgewählte Neonazis-Blättchen verschickt und Geld beigelegt. Die Macher des “Weißen Wolfs” haben sich dann artig bedankt.

Leipziger „Bürgerinitiative“ lässt ihre Maske fallen

Seit Monaten setzt sich die vermeintliche Bürgerinitiative „Gohlis sagt Nein“ gegen den Bau einer Moschee im Leipziger Stadtteil Gohlis ein. Seit Mittwoch ist klar, was viele längst vermuteten: Hinter der Initiative stecken auch Funktionäre der NPD. Ihr Vorhaben, dem Bürgermeister am Mittwoch eine Petition gegen die Moschee zu überreichen, scheiterte. Seit Oktober 2013 setzt sich die vermeintliche Bürgerinitiative „Gohlis sagt Nein“ gegen den Bau einer Moschee in der Leipziger Georg-Schumann Straße für die Ahmadiyya-Gemeinde ein. Damals bestritt die Initiative jegliche Parteizugehörigkeit und veröffentlichte auf ihrer Facebook-Seite folgenden Kommentar: „Wir weisen nochmals darauf hin, daß wir keiner Partei angehören. Uns geht es in der ersten Linie um Gohlis und um die Interessen der dortigen Anwohner.“ Schon am 3. Februar wurde offensichtlich, dass es sich bei dieser Aussage um ein reines Lippenbekenntnis handelte. Damals beteiligte sich „Gohlis sagt Nein“ an einer Demonstration, die von „Leipzig steht auf“, ebenfalls einer vermeintlichen Bürgerinitiative hinter der lokale NPD-Funktionäre stecken, gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in einer ehemaligen Schule organisiert wurde. Anfang April veröffentlichte Alexander Kurth auf Facebook ein Wahlplakat, welches ihn als NPD-Kandidaten für den Leipziger Stadtrat zeigt. Auf diesem ist der Schriftzug „Unterstützt durch die Bürgerinitiative Gohlis sagt Nein“ zu sehen. (…) Via Facebook verbreitet „Gohlis sagt Nein“ nun eine Statusmeldung des NPD-Kreisverbandes Leipzig, in der es heißt: „Aus Sicherheitsgründen erfolgte die Übergabe durch Mitglieder des NPD-Kreisverbandes Leipzig.“ Die Bürgerinitiative hätte zuvor alle Parteien, die im Landtag vertreten sind, um Unterstützung gebeten. „Lediglich die NPD-Fraktion und die Fraktion der Linkspartei hielten es für nötig zu antwoten [sic!].“ Seit einigen Monaten würde die NPD der Bürgerinitiative nun „beratend zur Seite“ stehen.

via endstation rechts: Leipziger „Bürgerinitiative“ lässt ihre Maske fallen

Auseinandersetzung mit den neuen Rechten: Jürgen Elsässer / Ken Jebsen / Lars Mährholz

von Jutta Ditfurth. “Wir sind für Frieden und gegen die jüdische Weltverschwörung”. Zu meiner Auseinandersetzung mit den neuen Rechten um Jürgen Elsässer (Compact), Ken Jebsen (Ken FM, Citizen Ken usw.) und Lars Mährholz . Ende März begann ich eine Auseinandersetzung bei Facebook, die nun auch in andere Medien und vor allem in kritische Gruppen überschwappt. Mir war damals aufgefallen, dass mehr als 400 meiner knapp 5.000 Facebook-”Freunde” auch mit Antisemiten und Verschwörungstheoretikern “befreundet” waren oder diese “geliked” hatten. Zu ihnen gehören:  Jürgen Elsässer (Compact), Ken Jebsen (Ken FM, Citizen Ken usw.), Lars Mährholz, Anonymous usw. Ich habe daraufhin recherchiert, dass verschiedene Gruppen der neuen Rechten, vor allem Antisemiten und Homophobe, Völkische und Antifeministen, dabei sind, sich zu sammeln und in neuen gesellschaftlichen Bereichen neue AnhängerInnen zu rekrutieren. Ein wesentliches Mittel dazu sind die sog. “Friedensdemos” an Montagen. Der kleinste gemeinsame Nenner dieser z.T. höchst unterschiedlichen neurechten Organisationen und Medien (Verschwärungstheoretiker aller Art, Nazis, aber auch Anhänger der ‘AfD’ mobilisieren…)  ist, Motto: “Wir sind für Frieden und gegen die jüdische Weltverschwörung”. Ich habe mich dann für das Mittel der aufklärerischen Provokation entschieden und habe alle Facebook-”Freunde” “entfreundet”, die bei Facebook mit Neurechten liiert waren und habe dies auf meiner fb-Seite offen erklärt. Daraufhin brach eine heftige Debatte aus, die seither zu einer großen Auseinandersetzung im Netz geführt hat – mit zehntausenden von Beiträgen und einer Reichweite von mehreren Hundertausend. Ich erfahre einerseits wunderbare Unterstützung vieler fb-Mitglieder, sehe mich aber andererseits auch einem braunem ‘Shitstorm’ aus zehntausenden von Meldungen ausgesetzt, die alles enthalten von Morddrohungen über Vergewaltigungankündigungen bis hin zu Vorwürfen, die mich mal zur (verhassten) “Jüdin” erklären mal als “Hitlerkind” bezeichnen. Der Angriff: “88! Du Nutte” ist so typisch für die neuen “Friedensbewegten” wie das “Gewehr”, das man für mich “bereit” hält. ["88" ist Nazi-Code für "Heil Hitler"] Als Schriftstellerin kann ich für das Material fast dankbar sein… Sie können meine Beiträge seit dem 30. März 2014 nachlesen sowie die (um einen Teil des ‘Shitstorms’ gekürzten) Diskussionen: www.facebook.com/Jutta.Ditfurth

via jutta ditfurth: Auseinandersetzung mit den neuen Rechten: Jürgen Elsässer / Ken Jebsen / Lars Mährholz

Polit-Spam: Pro Köln muss 15.000 Euro zahlen

Pro Köln muss 15.000 Euro an die Gerichtskasse Köln zahlen. Die “Bürgerbewegung” hatte immer wieder Newsletter an Hunderte Mitarbeiter der Stadt Köln verschickt – auch noch nachdem die vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen dieses Vorgehen erstritten hatte. Im Herbst vergangenen Jahres versandte die Fraktion Pro Köln via E-Mail Newsletter an hunderte Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Pro Köln bestritt dieses Vorgehen, konnte das Gericht aber nicht überzeugen. Köln erwirkte eine  einstweilige Verfügung, die bestand hatte. Und gegen die hat Pro Köln verstoßen – es wurden wieder Mails verschickt. Und das wird nun teuer. Auf Anfrage der Ruhrbarone teilte die Stadt mit: Die Stadt Köln hat einen Ordnungsmittelantrag gestellt, auf den das Landgericht gegen die Bürgerbewegung wegen Verstoßes gegen unsere  Unterlassungsverfügung mit Beschluss vom 28.3.14 (Az. 18O 475/13) die Zahlung eines Ordnungsgeldes iHv 15.000 € festgesetzt hat.

via publikative: Polit-Spam: Pro Köln muss 15.000 Euro zahlen

Facebook-Spam: Russland-Freunde aus der rechten Ecke

Viele deutsche Medien werden mit einer Flut konzertierter Facebook-Kommentare konfrontiert. Gefordert werden eine russlandfreundliche Haltung und Berichte über Demonstrationen rechter Verschwörungstheoretiker. Ein paar Dutzend, vielleicht auch ein paar hundert Facebook-Nutzer sind seit Dienstag dabei, die Kommentarspalten vieler deutscher Medien mit Spam zu füllen. In kopierten und immer wieder eingefügten, vorgefertigten Beiträgen wird behauptet, Medien wie der Deutschlandfunk, die ARD, die “Wirtschaftswoche” oder auch SPIEGEL ONLINE hätten “Blut an den Händen”, und zwar wegen ihrer Berichterstattung über den Konflikt in der Ukraine – die sei zu russlandkritisch. Außerdem wird den Medienhäusern vorgeworfen, “Montagsdemonstrationen” zu ignorieren, an denen jede Woche “mehrere tausend” teilnähmen. Angeblich stammen die Aufrufe aus dem Umfeld des Aktivistenkollektivs Anonymous. Daran aber gibt es berechtigte Zweifel. (…) Die Neuauflage der “Montagsdemonstrationen” war ursprünglich eine Aktion von Gegnern der Hartz-Reformen für den Arbeitsmarkt. Mittlerweile aber ist der Begriff offenbar mancherorts von einer seltsamen Mischung aus Esoterikern und rechten Verschwörungstheoretikern vereinnahmt worden. Deren Demonstrationen finden parallel zu denen der Hartz-IV-Kritiker statt. “Faschistoide Sprüche” Bei den Demonstrationen in Berlin tritt beispielsweise der ehemalige Radiomoderator Moustafa Kashefi alias Ken Jebsen auf, den sein Arbeitgeber, der RBB, einst entließ, nachdem er durch antisemitische Äußerungen aufgefallen war. Verteilt wird bei den Demonstrationen die neu-rechte Publikation “Compact”, die ihrer Selbstbeschreibung zufolge den “Totalitarismus der neuen Weltordnung” attackiert, gegen Schwulenrechte, Einwanderer und, aktuell, “Nato-Marionetten” wettert. Wladimir Putin gilt “Compact” als rechtschaffener, zu Unrecht kritisierter Anführer, vielleicht wegen seiner Haltung zum Thema Homosexualität oder weil auch er gern die USA kritisiert. (…) Ein Problem mit der Aktion haben auch Anonymous-Aktivisten. Sie distanzieren sich an mehreren Orten im Netz unmissverständlich von der Seite und ihrer politischen Ausrichtung. Sowohl Anonymous-Aktivisten als auch das Magazin “Vice” berichten, ein gewisser Mario Rönsch sei der Administrator der Facebook-Seite. “Die Seite ‘Anonymous.Kollektiv’ bzw. ‘Anonymous’ von Mario Rönsch hat nichts mit Anonymous zu tun”, heißt es bei den Aktivisten. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE bestritt Rönsch jedoch, die Seite zu kennen. Er gab auch an, er könne mit dem Begriff Administrator einer Facebook-Seite nichts anfangen, was zumindest überraschend ist: Er ist der Geschäftsführer eines Unternehmens, bei dem man für Geld Facebook-Likes und -Fans einkaufen kann, wie der SPIEGEL 2012 berichtete.

via spon: Facebook-Spam: Russland-Freunde aus der rechten Ecke

Rechtsrock-Event in Neuauflage

Für den 28. Juni ist wieder eine so genannte „Skinhead-Party“ an bisher unbekanntem Ort angekündigt – in den Jahren zuvor hat das braune Spektakel in Nienhagen in Sachsen-Anhalt stattgefunden. Skinhead-Party ist das Schlüsselwort für ein sich erneut ankündigendes Rechtsrock-Großereignis. Ähnlich wie im Vorjahr (bnr.de berichtete) startete Anfang April wieder die international angelegte Werbung für eine geplante dritte Auflage des Musikevents gleichen Namens am 28. Juni. Es wird kein genauer Ort dafür genannt, doch in den beiden Jahren zuvor fand die Veranstaltung jeweils im sachsen-anhaltinischen Nienhagen, dem Ortsteil von Schwanebeck im Vorharz, statt. Im Vorjahr sahen sich 380 Einheimische knapp 1500 rechtsgesinnten Besuchern, die aus ganz Europa anreisten, und mehreren Hundertschaften Polizei gegenüber. Ein weiteres Jahr zurück waren gar 1700 Besucher zu dem Meeting gepilgert, das von Oliver Malina organisiert wurde. Dieser versuchte gar nicht erst zu verschleiern, dass ein Organisationskreis namens „Honour & Pride“ für das Spektakel verantwortlich ist. Die angeheuerten Security-Mitarbeiter trugen jedenfalls alle T-Shirts mit just dem Namenszug, das nicht zufällig an die Bewegung „Blood&Honour“, die in Deutschland 2000 verboten wurde, erinnert. Oliver Malina ist Behörden und Verwaltungen als Rechtsrock-Strippenzieher bekannt. Im vergangenen Jahr gelang es ihm, das Tagesprogramm mit Festival-Charakter verwaltungsrechtlich in zweiter Instanz durchzusetzen. Auf einem Privatgelände neben der Gaststätte „Alte Hopfendarre“ dauerte der braune Spuk, abgesperrt von einem das Areal umgebenden Bretterzaun, dann mehrere Stunden lang an. (…) In diesem Jahr stehen sieben Namen auf der Auftrittsliste: „Pitbullfarm“ (Schweden), „Gesta Bellica“ (Italien), „Kommando Skin“ sowie „Faustrecht“ aus Baden-Württemberg (waren schon 2013 beziehungsweise 2012 in Nienhagen dabei), „Kraft durch Froide“ (Berlin), „Sturmtrupp“ (Bayern) sowie I.C.1., ein britisch-deutsches Bandprojekt des „Razors Edge“-Sängers mit der baden württembergischen Band „Carpe Diem“.

via bnr: Rechtsrock-Event in Neuauflage

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