Category Archives: Internet
„Nazis arbeiten konspirativ“
Antifaschistisches Bündnis sieht aktive rechte Szene, die vor allem in Bieber agiert An mehreren Mauern und Wänden im Kreis Offenbach klebte das Plakat. Darauf stand: „Daniel S. – Deutsche werden ermordet, wo ist der Aufschrei?“. Im Internet bekannten sich Aktivisten auf einem rechten Netzwerk zur Plakatierung. Sie wollten damit an einen jungen Mann erinnern, der bei einem Streit vor einer Diskothek getötet wurde. Weil der Täter ausländische Wurzeln hat, benutzen Neonazis die Tat für ausländerfeindliche Hetze. Welche Personen die Plakate geklebt haben, können die zwei jungen Männer des antifaschistischen Bündnisses Offenbach nicht sagen. Die Plakate sind für sie aber der Beweis, dass es in der Stadt und im Landkreis eine Naziszene gibt. Ihren richtigen Namen wollen die zwei Vertreter im Gespräch sicherheitshalber nicht nennen. Was Berichte über Aktivitäten von Neonazis betrifft, sind sie auskunftsfreudiger. Erst kürzlich veranstalteten sie dazu einen Infoabend: Ihnen zufolge gibt es zwei Akteure, die in Stadt und Kreis agieren. Frank Marschner ist einer davon. Er ist als NPD-Kandidat für den Wahlkreis Offenbach zu Bundes- und Landtagswahlen angetreten. Bei der bundesweiten NPD-Tour im vergangenen Sommer war Marschner bei der Kundgebung in Offenbach dabei. „Dass die NPD hier eine separate Station eingelegt hat, zeigt, dass es Potenzial für rechtes Gedankengut gibt“, sagen die Vertreter des Bündnisses. Der zweite Akteur wohnt ebenfalls in Offenbach, ist im rechten Netzwerk Freies Netz (FN) Hessen aktiv und dort einer der führenden Köpfe, wie die jungen Männer berichten. Das FN Hessen hat vermehrt bei jungen Rechten Zulauf und dient der Vernetzung freier Kameradschaften und autonomer Nationalisten. Auf der Homepage gibt es einen Link in die Rhein-Main-Region – unter dem „Offenbach“ angeklickt werden kann.
via fr: „Nazis arbeiten konspirativ“
Hausdurchsuchung im „Königreich“
Am 26. April um neun Uhr morgens war es soweit: Die Polizei durchsuchte mit mehr als 100 Beamten mindestens zwölf Räumlichkeiten, die zum sogenannten „Königreich Deutschland“ gehören sollen. Zu den Objekten gehörte unter anderem der größte Teil des angeblichen „Staatsgebietes“, das sich auf einem neun Hektar großen ehemaligen Krankenhausgelände in Wittenberg befindet. Außerdem war das zur Infrastruktur gehörende esoterische Ladengeschäft „Engelswelten“ und die „Staatskanzlei“ des Pseudo-Staates ein Ziel der Ermittlungen. Die Einwohner und Unterstützer des Pseudo-Staates, die davon ausgehen, dass sie nicht den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland unterliegen, musste die Durchsuchung hilflos über sich ergehen lassen. Sie gehören zum Milieu der „Reichsbürger“, die dem Glauben anhängen, dass das „Deutsche Reich“ weiterhin existiert, aber handlungsunfähig sei. Die Bundesrepublik gilt ihnen nicht als Staat, sondern als Firma, die durch die Alliierten oder gar durch eine mysteriöse Verschwörung geleitet werden würde. In diesem Milieu konkurrieren zahlreiche „Reichskanzler“ und „Reichsregierungen“ um Einfluss. Viele verkaufen Nummernschilder, Führerscheine und Ausweise. Auslöser für die jüngsten Razzien war eine Anzeige der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Diese hatte dem Anführer und „obersten Souverän“ des Staates bereits im September 2010 „das unerlaubte Betreiben des Versicherungsgeschäfts untersagt“ und die „unverzügliche Abwicklung der unerlaubt betriebenen Geschäfte angeordnet“. Mit den Durchsuchungen solle nun festgestellt werden, ob der Beschuldigte trotzdem weiter tätig war, sagte Bafin-Sprecher Sven Gebauer.
via publikative: Hausdurchsuchung im „Königreich“
Rassistischer Geheimbund ist wieder aktiv
In Schwäbisch Hall gibt es einen neuen Ableger des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klan. Die Gruppe stehe unter Beobachtung, bestätigte das Landeskriminalamt (LKA) am Samstag dem SWR. Chef der Sektion sei ein 45 Jahre alter Mann und unter dem Pseudonym Didi White bekannt. Der Bund trete im Internet als Bestandteil der weltweiten Bewegung auf. “Es scheint eine kleine Sektion zu sein mit weniger als zehn Mitgliedern”, erklärte LKA-Präsident Dieter Schneider. Derzeit liegen jedoch keine konkreten Straftaten vor, sagte Schneider dem SWR.
via swr: Rassistischer Geheimbund ist wieder aktiv
siehe auch: LKA-Chef: Ku-Klux-Klan in Baden-Württemberg wieder aktiv. Wieder weiße Kutten mit Kapuzen im Südwesten? Eigentlich galt die Ku-Klux-Klan-Sektion in Schwäbisch Hall als aufgelöst. Doch das LKA ist einer neuen Gruppe auf der Spur – nicht die einzige rechtsextreme Verbindung nach Baden-Württemberg. (…) Seinen Angaben zufolge sind LKA-Experten inzwischen auf den 45-Jährigen Ku-Klux-Klan-Chef zugegangen. “Er steht zum Bund, geht offen damit um, weist aber rassistische und rechtsextremistische Motive zurück.” Die weiteren Mitglieder seien dem LKA nicht namentlich bekannt. “Wir sind aber dabei, sie zu identifizieren.” Da es im Zusammenhang mit dem Auffliegen der Aktivitäten der Polizisten im Geheimbund Hinweise gab, dass damals weitere Beamte mit dem Klan sympathisierten, werde die Ermittlungsgruppe auch diese nochmals vernehmen und diese Szene beleuchten; New KKK cell uncovered in Germany. Police say they have identified a new chapter of the white supremacist movement Ku Klux Klan in Baden-Wurttemberg, in southern Germany. Previously, two police members in the region were found to have belonged to a different KKK offshoot. “The group is small – with less than ten members,” said regional police chief Dieter Schneider. He stated it was led by a man who calls himself Didi White, but declined to say if any further steps against the group will be taken.
do you remember? 20.11.2012; linksunten: Schwäbisch Hall: Ehemaliges Mitglied berichtet von mehreren Aktionen in der Region. Der Ku-Klux-Klan war in Hall aktiver als bislang angenommen. Es habe mehrere Rituale gegeben – auch auf der Ruine Limpurg, bestätigt eine ehemaliges Klan-Mitglied. Er widerspricht Aussagen der Behörden. Teelichter brennen, ein etwa drei Meter hohes Kreuz, in mit Benzin getränkte Tücher gewickelt, leuchtet über der Grillstelle der Geyersburg. Von der Bundesstraße ist die Burg gut zu sehen – „aber nicht im Sommer, da hatten wir Ruhe“, sagt das ehemalige Klan-Mitglied Peter M. (Name von der Redaktion geändert), der sich jetzt bereit erklärt hat, mit dieser Zeitung über die Geschehnisse von damals zu sprechen. Von Oktober 2000 bis Ende 2003 war Hall Sitz der „European White Knights of the Ku Klux Klan“. (…) Im Oktober wurden dieser Zeitung Dokumente zugespielt. Sie belegen, dass der Europa-Chef eines neuen Ablegers („United Northern and Southern Knights of the KKK“) in einem Haller Teilort lebt. Name: „Didi White“. Dimension Wie groß der Haller Ableger ist, bleibt unklar. Innenminister Reinhold Gall sprach von einer „One-Man-Show“. Aus der linken Szene wird aber von regelmäßigen Treffen in Hall mit mehreren Fahrzeugen berichtet.
Erste funktionierende Waffe aus dem 3D-Drucker veröffentlicht
Team aus den USA ist es gelungen Handfeuerwaffe aus sechzehn Plastik-Teilen zu fertigen. Vor acht Monaten kündigte Cody Wilson, ein 25-jähriger Jus-Student aus Texas und Gründer der Non-Profit-Orginisation „Defense Distributed” an, dass er mithilfe eines 3D-Druckers eine Waffe erstellen will. Aus seiner Ankündigung wurde nun Realität. Dem Tech-Journalisten Andy Greenberg von Forbes präsentierte Wilson die Handfeuerwaffe, die er „The Liberator” (der Befreier) nennt. So besteht diese aus insgesamt sechzehn ABS-Kunststoff-Teilen, die aus einem Dimension-SST-Drucker entstammen. Einzige sichtbare Ausnahme ist der Schlagbolzen, für den ein Nagel anstatt Plastik verwendet wurde. Um mit den Waffen-Normen der USA nicht in Konflikt zu geraten, wurden außerdem kleine Stahlteile in den „Liberator” platziert, um von Metalldetektoren erkannt zu werden. Die Waffe ist so konzipiert, dass sie handelsübliche Handwaffen-Munition abfeuern kann. Bevor der Plan der Waffe auf defcad.org, der Homepage der Organisation von Wilson, hochgeladen wird, muss sich die Schusswaffe noch einigen Tests unterziehen. Sind diese erfolgreich, dann werden die Pläne jederzeit online abrufbar sein.
via derstandard.at: Erste funktionierende Waffe aus dem 3D-Drucker veröffentlicht
Unsicherer Informantenschutz – Der Staat kann zugreifen
Der Datenschutzbeauftragte Peter Schaar mahnt, dass Journalisten aufpassen sollten: Online gespeicherte Namen und Texte unterliegen nicht dem Quellenschutz. Journalistische Recherchen sind in sogenannten Cloud-Lösungen wie Google Drive, Dropbox oder auch Apples iCloud nicht nur der Gefahr von Hackern ausgesetzt, sondern auch staatlichen Ermittlern – und das auch aus Deutschland. „Der Quellenschutz, wie er bei uns in der Strafprozessordnung vorgesehen ist, umfasst nur diejenigen Materialien, die sich in Gewahrsam des Journalisten oder der Redaktion befinden“, sagte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar der taz. „Wenn die Daten ausgelagert sind auf die Cloud ins Internet, dann ist dieser Schutz nicht gegeben. Das heißt, die Daten dürften gegebenenfalls auch von Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmt werden.“ Schaar sagte, dieser rechtliche Spielraum für die Ermittlungsbehörden habe ihn selbst überrascht. Er habe davon erfahren, als er sich für die Diskussion „Wer schützt die (Presse-)Freiheit im Internet?“ kundig gemacht habe, zu der am Donnerstagabend unter anderem Reporter ohne Grenzen in Berlin eingeladen hatten. „Inwieweit die Dienste die Daten dann auch herausgeben, ist noch eine andere Frage“, sagte Schaar im Anschluss an diese Debatte. „Aber nach deutschem Recht jedenfalls wären sie dazu verpflichtet.“ Journalisten genießen in Deutschland das Privileg, ihre Quellen und brisante Rechercheunterlagen in aller Regel nicht preisgeben zu müssen. Kommt es dennoch zu Durchsuchungen von Redaktionsräumen oder Wohnungen der Journalisten, so ist dies nach wie vor eher selten und führt stets zu einem Aufschrei. Hier allerdings geht es um Material, das in Aktenschränken aufbewahrt wird und auf den Computern und Handys der Medienhäuser oder Journalisten liegt – nicht aber um ausgelagerte Dienste.
via taz: Unsicherer Informantenschutz – Der Staat kann zugreifen
Kein Haftbefehl gegen Homburger Neonazi
Die saarländischen Ermittlungsbehörden sehen in dem 23-jährigen Neonazi Christian B. aus Homburg, bei dem Waffen gefunden wurden, einen „totalen Einzelgänger“ ohne Kontakt zu NPD und rechter Szene. Das sagte Presse-Staatsanwalt Reinhardt gestern der SZ auf Anfrage. Ein Haftbefehl gegen den Mann, der noch bei seiner Mutter wohnt, ist nicht beantragt worden, da kein Haftgrund vorliege. Dazu zählen Flucht-, Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr. Der junge Neonazi hatte im Internet Videos veröffentlicht, auf denen er den Hitlergruß neben einer Hakenkreuzfahre zeigt und zu Gewalt aufruft. Sprengstoff sei die wichtigste Waffe, so der Neonazi. Die Saar-Polizei wurde nach eigenen Angaben in der letzten Woche von Polizeibehörden in anderen Bundesländern auf die Videos und das rechte Internetportal „TruTubeTV“ aufmerksam gemacht
via saarbrücker zeitung: Kein Haftbefehl gegen Homburger Neonazi
Bewährungsstrafe für NPD-Funktionär
Der oberbayerische NPD-Bezirksvorsitzende Matthias Polt aus Murnau ist vom Münchner Landgericht wegen Volksverhetzung zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Polt in Murnau einen Internet-Versandhandel betreibt, in dem er indizierte Rechtsrock-CDs verkauft hat, auf denen zu Gewalt aufgerufen und unter anderem auch die Morde der NSU verherrlicht werden.
Sorge über Hinwendung ins Konspirative
Der Mobilisierungsgrad der NPD in Schleswig-Holstein lässt nach – das Neonazi-Spektrum im hohen Norden legt zahlenmäßig zu. Die rechte Szene ist personell in Schleswig-Holstein im Beobachtungszeitraum 2012 um 50 Angehörige auf 1220 Mitglieder gewachsen. Das geht aus dem Verfassungsschutzbericht des Landes hervor. In diesem Zusammenhang wird vom Innenminister Andreas Breitner (SPD) zwar auf eine Schwächung der NPD hingewiesen, dennoch aber betont, dass die Partei „keineswegs so gut wie tot“ sei. Daher hält der schleswig-holsteinische Innenminister das angestrebte NPD-Verbotsverfahren auch weiterhin für unverzichtbar. Die NPD unter dem Landesvorsitzenden Ingo Stawitz (Uetersen) bringt es im nördlichsten Bundesland demnach noch auf knapp 200 Mitglieder – Tendenz abnehmend. (…) Zahlenmäßig zugenommen haben die neo-nationalsozialistischen Aktivisten (plus 40) auf 210 und die aus eher unstrukturierten, subkulturellen Kreisen (plus 40) auf 630. Der in der Vergangenheit zu beobachtende Pakt zwischen NPD und parteiungebundenen Aktivisten zeige unterdessen wegen geschwächter Führungsstrukturen partielle Zerfallserscheinungen, so die Bewertung im Verfassungsschutzbericht. Zugleich werde bei vielen ein Rückzug aus der Öffentlichkeit ins Verborgene, ins Geheime bis in die konspirative Anonymität gesucht. Darin sehen die Sicherheitsbehörden unkalkulierbare Unwägbarkeiten. Eine Hinwendung zu gefährlicheren Aktionsformen sei denkbar. Eine zunehmend klandestin verlaufende Rekrutierung und Kommunikation untereinander erfolgt insbesondere über soziale Netzwerke im Internet. Dabei wird neuerdings auch das russische Pendant zu Facebook, „vk.com“, genutzt. An landesbezogenen Internetseiten sind etwa 30 Homepages aufrufbar.
“Straff geführtes, deutsches Projekt” (GAMMA)
Analyse: Die Identitären agieren jugend- und basisbewegt, wollen sich aber nun institutionalisieren. Längst haben sie eine informelle Führung – die wiederum eine enge Liaison mit führenden Aktivisten der Neuen Rechten um Götz Kubitschek eingegangen ist. Gemeinsam wollen sie einen rassistischen Kampf gegen “Multikulti” und das “Feindbild Islam” führen. Seit Oktober 2012 gibt es eine Identitäre Bewegung in Deutschland (IBD). Sie stellt sich selbst als moderne Graswurzelbewegung dar, hat nach Eigenangaben mehr als 50 lokale Gruppen, darunter sächsische Ableger in Dresden, Chemnitz und Aue-Schwarzenberg. Alles nur ein Internet-Hype? Der sächsische Verfassungsschutz, der die Identitären bislang nicht beobachtet, war sich im Dezember sicher, dass diese Gruppen “lediglich einen virtuellen Charakter” hätten. Das Urteil ist falsch. Just zu diesem Zeitpunkt hatte die IBD gerade ihr erstes überregionales Treffen absolviert. Ein bundesweites “Leitungstreffen” folgte am 24. März in Bad Homburg. Über diese Sitzung weiß der Identitäre Infobrief – ein internes Zirkular der IBD – zu berichten, dass gleich drei “namhafte Vertreter des neurechten publizistischen Spektrums” teilgenommen und den Identitären eine umfassende Unterstützung zugesagt haben. Identitäre planen “Deutschlandtreffen” Das kommt nicht überraschend. In Götz Kubitscheks neurechter ZeitschriftSezession wird die Entwicklung der Identitären fortlaufend kommentiert, eben ist ein Sonderheft erschienen. Der aus Chemnitz stammende Felix Menzel, Chefredakteur der gleichgesinnten Zeitschrift Blaue Narzisse, nimmt den Ball auf und wird am 1. Juli ein “identitäres Zentrum” in Dresden eröffnen (GAMMA berichtete).
via haj funke: “Straff geführtes, deutsches Projekt” (GAMMA)
Staatsanwaltschaft klagt NPD-Mann an
Der Bremerhavener NPD-Stadtverordnete Horst Görmann muss sich ab Montag vor dem Amtsgericht wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt dem 59-Jährigen unter anderem zur Last, im Bürgerschafts-Wahlkampf 2011 ein ausländerfeindliches Spiel auf der NPD-Internetseite platziert zu haben. Auch ein dort veröffentlichter offener Brief mit rassistischem Gedankengut soll aus seiner Feder stammen. (…) Nach Recherchen der NORDSEE-ZEITUNG sind neben Görmann auch der damalige Wahlkampfleiter Jens Pühse sowie der bei der Landtagswahl gescheiterte Spitzenkandidat Matthias Faust angeklagt. Görmann wirft die Staatsanwaltschaft Volksverhetzung in zwei Fällen sowie die Verbreitung jugendgefährdender Medien vor. Er soll nicht nur für die Veröffentlichung des Onlinespiels „Faust räumt auf“ verantwortlich sein, in dem Mitspieler in Gestalt des Spitzenkandidaten Faust „Rückkehr-Tickets“ an Ausländer verteilen sollten. Auch ausländerfeindliche Texte soll er im Internet verbreitet haben, darunter ein offener Brief von 2007 mit der Überschrift „Brief an Eva Hermann“. In diesem bezeichnet er das Zusammenleben von Deutschen und Ausländern als „verbrecherisches und widerwärtiges Treiben“, das „artfremd“ sei. (…) Görmann, Jahrgang 1953, werden Kontakte in die Neonazi-Szene nachgesagt. Unter anderem zu Christian Worch, einem der führenden Neonazis in Deutschland. Als der Bremerhavener in seiner Funktion als NPD-Landesvorsitzender wegen schwacher Basisarbeit parteiintern in die Kritik geriet, soll sich nach Medienberichten Worch zu Wort gemeldet und Görmann gegen Kritiker verteidigt haben.
via nordsee-zeitung: Staatsanwaltschaft klagt NPD-Mann an
Polizei entdeckt Waffen bei Neonazi
Die Polizei hat jetzt bei einem Homburger Neonazi mehrere Waffen gefunden. Der 23-Jährige soll zudem seit etwa zwei Jahren im Internet rassistische und fremdenfeindliche Nazi-Parolen verbreiten, berichten Medien. Nicht scharfe Handgranaten, ein Gewehr, eine brennbare Substanz und mehrere Butterfly-Messer haben Polizisten am Dienstagnachmittag bei einem 23-Jährigen aus dem Saarpfalz-Kreis gefunden. Wie die Polizei mitteilte, habe die Durchsuchung der Wohnung des Mannes stattgefunden, weil von ihm im Internet Videos aufgetaucht seien, in denen er rechtsradikale Aussagen mache und zu Gewalttaten aufrufe. Deshalb hätten die Beamten seinen Computer beschlagnahmt. Trotz der vorliegenden schweren Verdachtsmomente wurde der Mann jedoch nach erkennungsdienstlicher Behandlung auf freien Fuß gesetzt, da er „bisher noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten“ sei, hieß es. (…) Der leicht beleidigte Unterton dieser Mitteilung rührt daher, dass Journalisten von spiegel-online herausgefunden haben, dass der 23-Jährige bereits seit zwei Jahren seine Hass-Botschaften im Internet verbreitet und sich dabei mit zunehmender Zeit radikalisiert habe. In einem Internet-Video unter dem Namen „Volksfunk“ rufe der bekennende Adolf-Hitler-Anhänger zu Terror auf oder schwadroniere minutenlang über den Bau von Splitterbomben. Gestern war eines der Videos noch im Internet abrufbar, der Mann zeigt anfangs den Hitler-Gruß und neben ihm ist die Hakenkreuzfahne eingeblendet.
via saarbrücker zeitung: Polizei entdeckt Waffen bei Neonazi
siehe auch: Video SR: Ermittlungen gegen Neonazi in Homburg
Polish far-right “flash mobs” scare liberal thinkers
Magdalena Sroda, a Polish feminist and academic, was about to deliver a lecture at Warsaw university on “Morality in public life,” when around 50 young men wearing balaclavas and plastic animal masks shoved their way into the building. Security guards pushed them from the auditorium and they moved to an adjacent hall, waving fists and shouting a chant from the soccer terraces that compares opponents with Poland’s widely despised former Soviet overlords: “Hit the red trash with a hammer, with a sickle!”. (…) The invasion by “flash mobs” of liberal lectures and conferences marks a new battleground in a years-long struggle between Poles seeking to embrace liberal, western European values and those who say phenomena like feminism and gay partnerships are a corruption of traditional Polish values. The masked gangs are loosely affiliated to far-right groups and have targeted, among others, the editor of a major newspaper, the first openly gay member of parliament and a student society planning to debate same sex couples. (…) The anti-racist Never Again Association said it documented a 30 percent rise in the number of racist or xenophobic incidents and crimes linked to the far-right last year. Analysts say economic slowdown plays a role. Youth unemployment is at a six year high of 29 percent as Poland’s economy, which defied the euro zone crisis for years, grinds almost to a halt. The far-right “flash mobs” have channeled unformed youthful aggression into disciplined operations with a political agenda. The main far-right organizations deny organizing them but there is a trail of connections – from links on each other’s Facebook pages to statements praising each other’s activities – that tie the groups indirectly to the new tactics. A group calling itself the Independent Academic Faction (NSA) has taken responsibility for the incident in Warsaw, saying it was staged to protest against the cancelling of a nationalist debate at the university.
via reuters: Polish far-right “flash mobs” scare liberal thinkers
Oberwart (Bgld): Facebook-Hetzer offline
Die Facebook-Gruppe „Oberwart Memes“ existierte seit Ende März und hatte laut „Burgenländische Volkszeitung“ (3.4.2013) schon nach einer Woche 1.500 Mitglieder. Als „News“ am 25.4. über einige der Bildunterschriften dort berichtete, war dann bald Schluss mit der rassistischen Seite. „Memes“ sind so etwas wie Internetwitze, zumeist mit Bildern. Der Begriff stammt ursprünglich vom Evolutionsbiologen Richard Dawkins, der das Mem – analog zum Gen, der kleinsten biologischen Informationseinheit – als kleinste kulturelle Informationseinheit definierte. Ähnlich wie Gene können sich Memes weiterentwickeln, mutieren oder aussterben. NS-Wiederbetätigung auf einem Facebook-Mem-Konto Bei den „Oberwart Memes“ handelte es sich demnach um eine rassistische Mutation, die mittlerweile offline bzw. abgestorben ist. Memes sind derzeit ein Renner in den sozialen Netzwerken – Ihr humoristischer Gehalt hält sich zumeist in Grenzen. Es existieren allerdings auch mutierte Memes-Gruppen, die sich vorwiegend über rassistischen und rechtsextremen Müll definieren. Memes leben von ihrer raschen und gedankenlosen Verbreitung : irgendjemand wird’s schon lustig finden. Das ist die Chance für offen rassistische und neonazistische Memes, sich viral zu verbreiten.
via stopptdierechten: Oberwart (Bgld): Facebook-Hetzer offline
#eil – #Razzia im Saarland: #Polizei findet #Waffen bei #Hitler-Fan
Ein junger #Rechtsradikaler stellt Anleitungen zum #Bombenbau und Adressen politischer Gegner ins #Internet – jetzt hat die saarländische Polizei den Mann identifiziert. In seiner Wohnung fanden sie eine #Handgranate, mehrere #Butterflymesser und ein #Gewehr. Die saarländische Polizei hat die Wohnung eines rechtsextremen Internet-Propagandisten durchsucht. Er ruft im Internet unter dem Namen “Volksfunk” zum Terror auf. Die Polizisten beschlagnahmten am Dienstag neben einem Computer eine nicht scharfe Handgranate, eine brennbare Substanz und mehrere Butterflymesser. Die Echtheit eines Gewehrs wird derzeit überprüft. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE handelt es sich bei dem Mann um den 23-jährigen Christian B. aus Homburg. Seit zwei Jahren veröffentlicht der junge Mann als bekennender Adolf-Hitler-Anhänger auf verschiedenen Internet-Plattformen selbstgedrehte antisemitische Videos. (…) In den vergangenen Wochen äußerte sich der junge Mann zunehmend radikaler. Vor wenigen Tagen rief er in einem Video zu Terroranschlägen auf: “Die Geschichte hat uns eins gelehrt, dass man mit dem gesprochenen Wort keine Veränderung herbeiführen wird. Diese kann man nur durch den bewaffneten Kampf herbeirufen.” Minutenlang schwadroniert der Rechtsradikale in einem anderen Film über den Bau von Splitterbomben aus Sprengstoff oder Schwarzpulver. (…) Der Verdächtige ist nach Polizeiangaben nicht vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt nun gegen den Mann, weil er Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet hat. Er sei wieder auf freien Fuß gesetzt worden, so der Sprecher.
via spon: Razzia im Saarland: Polizei findet Waffen bei Hitler-Fan
Deutsch, deutscher, Germania
Das Haus in der Sierichstraße im wohlhabenden Stadtteil Winterhude gehört zu den besten Adressen in Hamburg. Es ist der Sitz der Burschenschaft “Germania zu Hamburg”. Doch hinter den noblen Mauern wird nicht nur gefochten und Bier getrunken, es werden offenbar auch Pläne geschmiedet, die manchen an die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte erinnern. Begrifflichkeiten sind klar rassistisch Die Homepage der Hamburger Burschenschaft Germania Detailansicht des Bildes Auf der Homepage der Hamburger Burschenschaft Germania bezeichnen sich die Burschenschaftler als “aufrichtige Klardenker”. Belege dafür finden sich in einem internen Dokument, das NDR Info vorliegt. Es wurde verfasst für eine Tagung im Hause der Germanen, trägt deren Symbole und stammt aus der Feder von deren Sprecher. Die Botschaft klingt auf den ersten Blick unspektakulär – doch bei genauerem Hinsehen erschließt sich der politische Gehalt. So fordert die Germania in diesem Papier einen “volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff”. Ein Begriff, der den renommierten Hamburger Politologen Professor Dr. Wolfgang Gessenharter schaudern lässt: “Das bedeutet: Man will keine Leute haben, die nicht Deutsche sind. Diese Leute meinen offenbar, dass es sich wieder um eine Art Arier-Ausweis handeln soll, oder sonst irgendetwas, damit man eine ganz sichere Position hat, um alle Verunreinigungen deutschen Volkstums zu verhindern. Und das erinnert wiederum absolut an den Nationalsozialismus.”
via ndr: Deutsch, deutscher, Germania






