Category Archives: holocaust

Miss Hitler 2014: Yes, there really is a neo-Nazi beauty contest in Russia

In one of the more disturbing corners of the internet, a group of neo-Nazi Russian and Ukrainian social media users is currently holding a beauty contest that has been dubbed ‘Miss Hitler’. The competition, officially titled ‘Miss Ostland’ – named after the territory occupied by the Nazis in eastern Europe – asks contestants to post a picture of themselves on the @hitler_public page of VKontakte, Russia’s Facebook equivalent. Rules of entry are apparently quite simple, as Vocativ reports: “1. Be a woman. 2. Be a Nazi. 3. Be a woman Nazi. 4. Be a woman who hates Jews. 5. Be a member of the “Adolf Hitler” VKontakte group. 6. Post a sexy Nazi pic. 7. Get other Nazis to like your pic. 8. Don’t insult other women’s pictures. Nazis are a lot of things, but they are apparently not catty on social media.” So far, the page appears to have received entries from 14 women and girls from a range of countries in eastern Europe and Russia. Contestants are also encouraged to write under their photo why they “love and revere the Third Reich of Adolf Hitler” – a regime that indiscriminately killed approximately six million people, many of whom were from eastern Europe and Russia. The page, which has more than 7,000 followers, uses photos of the leaders of the Nazi regime and appears to post a series of largely biased (obvs) historical trivia.

via independent: Miss Hitler 2014: Yes, there really is a neo-Nazi beauty contest in Russia

misshitler

screenshot vk

Rome Mayor Denounces ‘Vulgar’ Tribute to Nazi War Criminal Erich Priebke

The mayor of Rome condemned a public commemoration in the city for the late Nazi war criminal Erich Priebke. Ignazio Marino called Saturday’s event downtown a “vulgar provocation” that “wounds the entire civic community and represents a real slap in the face to the city of Rome, which played a fundamental role in the Italian Resistance.” Renzo Gattegna, the president of the Union of Italian Jewish Communities, thanked the mayor and called on all civic authorities to be vigilant against any similar episodes.

via forward: Rome Mayor Denounces ‘Vulgar’ Tribute to Nazi War Criminal Erich Priebke

#AfD -Vortrag: “Alliierte bauten die #Gaskammern von #Dachau “

Die Veranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) lockte keine 20 Gäste an. Zum Glück, könnte man wohl sagen, denn einige Äußerungen am Abend bewegten sich ganz, ganz nahe an der Leugnung des Holocaustes. Die Alternative für Deutschland (AfD) hat bei den jüngsten Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen beachtliche Erfolge gefeiert. Auch in Ostholstein steht die AfD gut da — bei den Europawahlen im Mai holten die Polit-Newcomer starke 7,8 Prozent. Die AfD-Vortragsveranstaltung „Deutsche Selbstwahrnehmung“ im Stockelsdorfer Herrenhaus war allerdings nur dünn besucht. Im ersten Stock sitzen insgesamt 17 Menschen — 15 Männer, zwei Frauen. Eine Zuhörerin mit Perlenarmband erzählt nicht ganz ohne Stolz, dass AfD-Gründer Bernd Lucke der Professor ihrer Tochter war. (…) Die Medien missbräuchten ihre Macht und verbreiten Unwahrheiten. Unterdrückung sei an der Tagesordnung und am „Schicksal“ der ehemaligen Tagesschau-Sprecherin Eva Herman, die wegen ihrer positiven Äußerungen über die Mutterrolle im Dritten Reich ihren Job verlor, zu sehen. Der Beginn des Zweiten Weltkrieges sei, entgegen der Forschungsmeinung, nicht von Hitler geplant gewesen. Die Alliierten hätten eine „erbarmungslose Propaganda“ verfolgt. Dann zitiert er Carl Schmitt, einen Juristen, der wegen seines Einsatzes für die Nationalsozialisten höchst umstritten ist. Seine Ausführungen gehen weiter: Im Konzentrationslager Dachau seien erst im Nachhinein von den Alliierten Gaskammern eingerichtet worden — um zu täuschen. Dann berichtet er von einem angeblichen KZ-Überlebenden, der Schülern eine ausgedachte Geschichte erzählt habe, jedoch nie ein KZ von innen gesehen habe

via ln-online: AfD-Vortrag: “Alliierte bauten die Gaskammern von Dachau”

Erneut Razzia gegen mutmaßliche Administratoren eines Neonazi-Forums

In rund sechs Wochen beginnt vor dem Landgericht Rostock der Prozess gegen vier mutmaßliche Hintermänner und -frauen des „Thiazi-Forums“. Der Vorwurf lautet auf Bildung einer kriminellen Vereinigung. Dessen ungeachtet gehen die Behörden deutschlandweit gegen weitere Forums-Aktivisten vor. Gestern führte das LKA Düsseldorf eine Razzia bei drei Verdächtigen durch. Ein 25-jähriger Kölner wurde festgenommen, gegen ihn lag ein Haftbefehl vor. Bis zu seiner Abschaltung im Sommer 2012 war das „Thiazi-Forum“ mit seinen gut 30.000 Benutzern das größte und bedeutendste deutschsprachige Internetforum der Neonazi-Szene. Die Ermittlungen der Behörden dauern an, erst im Juni diesen Jahres führten Beamte in zwölf Bundesländern umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen bei 35 Beschuldigten durch. Sie stehen im Verdacht, als Sponsoren und Geldgeber das kriminelle Forum unterstützt zu haben. Bereits in wenigen Wochen müssen sich dessen ungeachtet vier mutmaßliche „Macher“ vor dem Landgericht Rostock verantworten. Den Angeklagten, unter ihnen ein damals 30-jähiger Erzieher aus Barth (Mecklenburg-Vorpommern) und eine 29-jährige Hausfrau und Mutter aus Untereisesheim (Baden-Württemberg), wirft die Staatsanwaltschaft die Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Ermittlungen dauern an Gestern nun schlug das LKA Düsseldorf im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln zu. Intensive Ermittlungen führten die Spezialisten auf die Spur von drei Männern aus Köln, Wuppertal und Ostwestfalen, die als Administratoren ein Internetforum, mutmaßlich das „Thiazi“-Forum, betrieben haben sollen. Bei der Razzia wurde ein 25-jähriger Mann festgenommen. Gegen den Kölner lag ein Haftbefehl vor. Er wird dem zuständigen Haftrichter vorgeführt.

via endstation rechts: Erneut Razzia gegen mutmaßliche Administratoren eines Neonazi-Forums

Belgien: Innenminister hat Verständnis für Nazi-Kollaborateure

Jan Jambon traf Jean-Marie Le Pen und nahm an Treffen flämischer Kameradschaftsverbände teil. Wenige Tage nach der Vereidigung durch König Philipp II. hat Belgiens neue Regierung unter dem liberalen Premierminister Charles Michel ihren ersten Skandal. Sie besteht aus Liberalen beider Landesteile sowie den Christdemokraten und der Separatistenpartei der Flämischen Allianz (N-VA) im nördlichen Flandern. Der von der N-VA gestellte Innenminister Jan Jambon wurde von seiner radikalen Vergangenheit eingeholt: Auf Fotos aus dem Jahr 2001 ist er bei einem Vortrag des rechtsextremen Jean-Marie Le Pen, damals Chef des französischen Front National, zu sehen. Und er nahm an Treffen flämischer Kameradschaftsverbände (Sint-Maartensfonds) teil, die wegen Kollaboration mit den Nationalsozialisten isoliert sind. Jambon verteidigte seine Kontakte. Er habe mit keinem Satz die Kollaboration verteidigt, sagte er Libre Belgique, sie sei “ein Irrtum gewesen”.

via derstandard: Belgien: Innenminister hat Verständnis für Nazi-Kollaborateure

siehe auch: Nazi Row Hits Belgium as Deputy PM Jan Jambon Insists Collaborators ‘Had their Reasons’. Government-shy Belgium has only just got its new elected parliament and already a row about the Nazis has broken out. Five months after elections triggered tortuous four-way coalition negotiations, it has taken only days for the spectre of Flemish collaboration with Adolf Hitler’s war machine to rear its ugly head. The new deputy prime minister of the perpetually divided country has been forced to deny endorsing the actions of Flemish – aka Belgian Dutch – collaborators, who helped Nazi Germany during World War II. Jan Jambon was confronted over why he had been at a nationalist rally attended by Nazi collaborators, back in 2001. Another politician who was also at the event was forced to resign at the time. Responding to press criticism this week, Jambon risked reigniting the painful subject by insisting collaborators “had their reasons.”

Helmut Kohl bezeichnete Waldheim als “anständigen Mann”

Deutscher Altkanzler: “Ich muss mich den Ausführungen dieser Waldheim-Gegner nicht fügen”. Das umstrittene Buch “Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle” enthält nicht nur scharfe Kritik des deutschen Altkanzlers Helmut Kohl an politischen Weggefährten, sondern auch anerkennende Worte für Ex-Bundespräsident Kurt Waldheim. Er sehe in Waldheim einen “anständigen Mann, der viel zu feige war, um unanständig zu sein”, sagte Kohl. Waldheim sei ein klassisches Opfer der Medien gewesen, führte der langjährige deutsche Kanzler (1982-98) im Gespräch mit seinem verhinderten Ghostwriter Heribert Schwan aus. In der Affäre um die Wehrmachtsvergangenheit des früheren UNO-Generalsekretärs habe auch der Jüdische Weltkongress eine “besonders üble Rolle gespielt”, kritisierte Kohl. (…) So habe er Waldheim geraten, im ORF auf einen “mindestens einstündigen Bericht zur besten Sendezeit” zu drängen. “Und dann erzählst du, wo dein Elternhaus war, und dass es noch andere zehntausend Österreicher gab, die deutsche Offiziere waren. Und du warst einer von ihnen. Du hattest zwar mit diesen Dingen direkt nichts zu tun gehabt, hast aber natürlich gewusst, dass das der barbarischste Kriegsschauplatz im Westen war. Es ist Schreckliches in Jugoslawien passiert, aber auch Schreckliches an deutschen Soldaten. Und sage, es tut dir leid!” Diese Sätze hätten nach Kohls Ansicht Wirkung gezeigt.

via derstandard: Helmut Kohl bezeichnete Waldheim als “anständigen Mann”

Zum Waldheim-Skandal siehe auch: Der Herrenreiter. Der Streit um Kurt Waldheim und seine NS-Vergangenheit erschütterte und isolierte in den achtziger Jahren Österreich. Jetzt ist der frühere Bundespräsident mit 88 Jahren gestorben. Die Einsicht fehlte ihm bis zum Ende. Er habe sich «nichts vorzuwerfen», sagte Kurt Waldheim wenige Monate vor seinem Tod in einem Interview mit dem ORF. (…) Der 1918 in Niederösterreich als Sohn eines Lehrers geborene Waldheim war kurz vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten (1986 bis 1992) ins Zwielicht geraten, weil er in seiner Biografie seine aktive Zeit als Verbindungsoffizier der Deutschen Wehrmacht in Jugoslawien und Griechenland – wie er selbst sagte – unterschlagen hatte. Äußerungen des Politikers wie «Ich kann mich nicht erinnern» oder «Ich habe nur meine Pflicht getan» heizten den Konflikt im Inland wie im Ausland nur weiter an. Berühmt ist das Zitat des damaligen SPÖ-Kanzlers Fred Sinowatz, der in Anspielung auf Waldheims Zugehörigkeit zu einer berittenen Einheit meinte: “Ich stelle fest, dass Kurt Waldheim nie bei der SA war, sondern nur sein Pferd.”

gutezitate.com/zitat/175876

 

Zeitgeschichte: Pflicht und Dunkel. Zum Tod des Altbundespräsidenten Kurt Waldheim. Ein echter Österreicher: Kurt Waldheim war kein Kriegsverbrecher, sondern ein Verdränger. Seine von ihm verdrängte und verschwiegene Rolle im Zweiten Weltkrieg wurde das tragische Lebensthema des verstorbenen Altbundespräsidenten Kurt Waldheim. Unfreiwillig rückte er ins Zentrum der österreichischen Vergangenheitsbewältigung – eingeleitet durch profil. Die Chronik einer Recherche. (…) Am folgenden Montag – es war der 3. März 1986, und bis zur Wahl waren es noch genau zwei Monate – erschien Czernins Artikel in profil. Titel: „Waldheim und die SA“. Tags darauf veröffentlichte die „New York Times“ eine wahrscheinlich auf dem von „Schuller“ an Eli Steinberg übergebenen Material basierende Story und illustrierte sie mit einem bemerkenswerten Foto: Es zeigte Waldheim in Wehrmachtsuniform an der Seite von SS-Gruppenführer Arthur Phleps im bosnischen Podgorica. Das Bild, so viel ließ sich später rekonstruieren, war von einem Innsbrucker Amateurhistoriker, einem Sozialdemokraten, bei einem Antiquitätenhändler entdeckt worden. Den Weg nach New York fand es wohl über „Schuller“ und Steinberg. Nun waren die Dämme gebrochen. Allwöchentlich förderte Czernin neue Details aus Waldheims verschwiegener Zeit im Balkankrieg zutage: seine Funktion in Löhrs Stab, die Verleihung der Zvonimir-Medaille, einer Auszeichnung des mit den Nazis kooperierenden Ustascha-Regimes in Kroatien, und seine 1942 erfolgte Zuteilung als Dolmetscher zur „Kampftruppe Westbosnien“ der Heeresgruppe E, die an Kriegsverbrechen beteiligt war. profil-Recherchen ergaben überdies, dass Waldheim just zur Zeit der schlimmsten Judendeportationen in Saloniki dort als Dolmetscher stationiert gewesen war. Er habe von den Deportationen weder etwas gewusst, noch habe er sie wahrgenommen, entgegnete das nun hochnervöse Waldheim-Lager. Eine wenig glaubhafte Behauptung: Adolf Eichmann hatte immerhin 50.000 Juden aus Saloniki deportieren lassen, ein Viertel der Bevölkerung. Fast vier Wochen lang gingen täglich Züge mit je 2000 Gefangenen in Richtung der Vernichtungslager Auschwitz und Treblinka. Konnte das dem jungen Offizier verborgen geblieben sein? Das Ende des österreichischen Opfer-Mythos. Die Wahl Kurt Waldheims zum österreichischen Bundespräsidenten 1986 erschütterte die Alpenrepublik. Zwar wurde der hochrangige Wiener Diplomat trotz seiner unklaren NS-Verstrickungen gewählt. Die Debatte aber brachte den Opfer-Mythos ins Wanken. “Ich habe, und das habe ich auch nie in Abrede gestellt, nach 38, als ich an der Konsularakademie studierte, ein paarmal, vielleicht drei-, viermal, an reitlichen Sportveranstaltungen teilgenommen.” (Kurt Waldheim) “Unsere erste Anklage ist, dass Waldheim ein Nazi war. Waldheim hat sich ständig widersprochen in seinen Bemühungen, die jeweils neuen Beweise über seine Vergangenheit zu widerlegen.” (Israel Singer, WJC) “Der SPÖ ist es völlig egal, ob Waldheim bei der SA war. Wir nehmen zur Kenntnis, dass nicht er bei der SA war, sondern nur sein Pferd bei der SA gewesen ist.” (Bundeskanzler Fred Sinowatz) “Im Jahr 40 war ich bei der deutschen Wehrmacht eingerückt als Soldat, wie Hunderttausende Österreicher auch, die ihre Pflicht erfüllt haben, das möchte ich hier feststellen.” (Kurt Waldheim) “Damit ist Herr Dr. Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten der Republik Österreich gewählt.” (Innenminister Karl Blecha)

wiki: Waldheim-Affäre. Die Waldheim-Affäre oder Waldheim-Debatte (auch: Affäre/Causa/Fall Waldheim) war eine internationale Debatte um die vermutete Beteiligung Kurt Waldheims an Kriegsverbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie begann 1986 im Wahlkampf des früheren UN-Generalsekretärs für das Bundespräsidentenamt Österreichs, dauerte bis zum Ende seiner Amtszeit 1992 und wirkte darüber hinaus fort. Waldheim hatte seine Tätigkeiten als Wehrmachtoffizier von 1942 bis 1944 in biografischen Angaben ausgelassen und bestritt nach deren Bekanntwerden jede Beteiligung an NS-Verbrechen und jede damalige Kenntnis davon. In- und ausländische Medien und der Jüdische Weltkongress (WJC) verbreiteten zutreffende und falsche Informationen dazu, die für gegensätzliche politische Ziele benutzt wurden: Waldheims Verteidiger kritisierten eine ausländische Einmischung und kampagnenartige Verurteilung eines durchschnittlichen Opportunisten, Waldheims Gegner sahen darin eine Abwehr berechtigter Vorwürfe. Einige Historiker haben antisemitische Reaktionsmuster im Affärenverlauf analysiert.

Gesetze aus der NS-Zeit, die bis heute gelten – Wo Adolf noch regiert

Vom Ehegatten-Splitting über die Stellplatzpflicht bis zur Mord-Definition stammen viele noch heute gültige Gesetze aus der NS-Zeit. Das hat nicht nur symbolische Bedeutung sondern auch konkrete Konsequenzen. 68 Jahre nach Hitlers Tod und dem Ende des „Dritten Reiches“ sind noch immer zahlreiche Gesetze und Verordnungen in Kraft, die vom „Führer“ und dessen Reichsregierung erlassen wurden. Auch in den aktuell gültigen Ländergesetzen sind diverse NS-Relikte zu finden – insbesondere in Norddeutschland, dem Besatzungsgebiet der Briten und US-Amerikaner. „Die Franzosen und Sowjets haben in ihren Zonen strenger durchgegriffen“, sagt der Bremer Völkerrechtler Gerhard Stuby. Wer in Hamburg Lotto spielt oder in Bremens Kleingärten seine Hecke kurz hält, tut dies nach den Regeln des NS-Staates. Das „Gesetz über den Grunderwerb für die Kanalisierung der Mittelweser“ – ein rotes Tuch für niedersächsische Umweltschützer – stammt von 1936. Und wer sich etwa in Schleswig-Holstein über Sonderrechte der Jäger ärgert, für die Teile des Tierschutzgesetzes nicht gelten, verdankt das den NS-Jagdbestimmungen. Auch schwerere juristische Kaliber wurden aus dem NS-Staat übernommen. So der „Tätertypus“-orientierte Mord-Paragraf oder auch das Ehegatten-Splitting – das die geringfügige berufliche Tätigkeit von Ehefrauen steuerlich belohnt. Trotz der „Unrechtsbereinigungs-Gesetze“ von 2002 und 2009, die endlich die „Volksschädlingsverordnung“ und die Deserteurs-Verurteilungen aufhoben, sind nach Auskunft des Bundesjustizministeriums noch 29 NS-Gesetze auf Bundesebene unmittelbar gültig. (…) Die von den Nazis eingeführte Kilometer-Pauschale wollen viele nicht missen. Dem seit 1939 gültigen Heilpraktikergesetz sieht man nicht an, dass es ursprünglich auch den Ausschluss jüdischer Ärzte bezweckte. Wie aber steht es mit offen diskriminierenden Regelungen gegen andere Bevölkerungsgruppen, wie dem 1935 verordneten Meisterzwang im Handwerk? Wann wird das Hamburger Gesetz über Wohnwagen aufgehoben, das deren Aufstellung genehmigungspflichtig macht? Es wurde vom Senat zwar erst 1952 verkündet – tradiert jedoch Rechtssetzungen der Vorgängerregierung, deren Stoßrichtung gegen das „Fahrende Volk“, also Sinti und Roma, leicht erkennbar ist. Auch Wagenplatz-Leute müssen sich heute mit diesen restriktiven Vorschriften herumschlagen.

via taz: Gesetze aus der NS-Zeit, die bis heute gelten – Wo Adolf noch regiert

Zweiter #Weltkrieg – #Hitlers rumänische #Ehrenhäftlinge

Sie waren Brüder im Geiste – doch die jahrelange Freundschaft zwischen der #SS und der “Eisernen Garde” endete jäh: 1942 brachte deren Führer Hitler derart in Rage, dass er die rumänischen Faschisten ins Konzentrationslager steckte. Adolf Hitler war außer sich vor Wut, als er kurz vor Weihnachten 1942 von Horia Simas Flucht erfuhr. Der Rumäne, Anführer der faschistischen “Eisernen Garde”, hatte sich heimlich aus einer Villa in Berkenbrück nahe Frankfurt an der Oder davongemacht. Hitler unterstellte dem Reichsführer-SS Heinrich Himmler daraufhin ein Komplott. Eines Tages werde er die “Schwarze Pest” – gemeint war die SS – “mit Feuer und Schwefel” ausrotten, schrie er ihn an. Die 1930 in Rumänien gegründete Garde, auch Legion genannt, betonte stets ihre Treue zum nationalsozialistischen Deutschland und pflegte freundschaftliche Beziehungen zu SS und NSDAP. Und trotzdem schickte Hitler nach seinem Wutausbruch rund 300 in Deutschland internierte rumänische Gardisten und ihre Führer in Konzentrationslager. (…) Als Simas Verschwinden bekannt wurde, kamen zwölf Legionsführer, die mit ihm in Berkenbrück einquartiert waren, umgehend am 23. Dezember in das KZ Buchenwald. Im Januar 1943 ordnete Hitler an, dass alle Gardisten unter scharfe Bewachung gestellt werden sollten. Sima, zwischenzeitlich von Italien an Deutschland überstellt, wurde mit seinem Adjutanten in den Einzelzellenbau im Konzentrationslager Sachsenhausen eingewiesen. Seine Berkenbrücker Kameraden wurden von Buchenwald ins KZ Dachau gebracht. Die rund 300 Legionäre, die in Rostock für die Rüstungsindustrie arbeiteten, überführte Hitlers Regime ins Sonderlager Buchenwald-Fichtenhain. Dort behandelte man alle Legionäre als “Ehrenhäftlinge”. Sie wurden hinter Stacheldraht streng überwacht, wohnten aber getrennt von den KZ-Häftlingen und mussten keine Sträflingskleidung tragen.

via spon: Zweiter Weltkrieg – Hitlers rumänische Ehrenhäftlinge

Gedenkstein für Holocaust-Opfer geschändet

“Stein der Erinnerung” in Wien-Josefstadt wurde mit Lack bespritzt. In Wien-Josefstadt ist ein Mahnmal für Holocaustopfer geschändet worden. Die sogenannten “Steine der Erinnerung” sind kleine Gedenksteine, die in den Boden eingelassen sind und an Wiener und Wienerinnen erinnern, die im Nationalsozialismus vertrieben und ermordet wurden. Einer dieser Steine wurde nun mit schwarzem Lack bespritzt. Gedenkstein-Mitinitiatorin Irmtraut Karlsson spricht gegenüber derStandard.at von einer “antisemitischen rechtsextremen Szene in der Josefstadt”. Es sei nicht das erste Mal, dass Steine bewusst herausgerissen wurden, “aber sie werden immer dreister”. Die erste Schändung sei im Jahr 2010 passiert, die letzte vor einem Jahr, jetzt erneut – “es wird intensiver”, so Karlsson.

via derstandard: Gedenkstein für Holocaust-Opfer geschändet

#Lettland – #SS-Scherge wird Musical-Star

Der Lette Herberts #Cukurs war an der Ermordung Zehntausender #Juden beteiligt. Nun geht er auf Tournee – als Figur in einem Musical. Eine moralische Instanz des Landes schlägt Alarm. Wenn sich in der lettischen Hafenstadt Liepaja am kommenden Samstag der Vorhang öffnet, wird Herbert Cukurs (sprich: Zukurs) wieder ein Star sein: Ein schneidiger Kerl in schicker Fliegeruniform, der sich in den 30er Jahren aus den Resten abgestürzter Flugzeuge einen eigenen Doppeldecker zimmerte – und damit bis nach Tokio, Palästina und Tobago flog. Der Inselstaat vor der Küste Südamerikas zählte einst für wenige Jahre zum Herzogtum Kurland, das auch das spätere lettische Staatsgebiet umfasste. Cukurs wurde mit den Langstreckenflügen zum Liebling des lettischen Diktators Karlis Ulmanis. Und zum Volkshelden, der die Covers lettischer Magazine prägte. Nun kehrt der Flieger als Musical-Star unter dem an James Bond erinnernden Titel „Cukurs, Herbert Cukurs“, auf die Bühne zurück. Und es wäre wahrlich die Geschichte eines Helden, der mit seiner Improvisationskunst und seinem Wagemut die besten Seiten Lettlands repräsentieren könnte, wäre Cukurs beim Einmarsch der Deutschen im Jahr 1941 ums Leben gekommen. Ist er aber nicht. Massenmord, Hinrichtungen, Vergewaltigungen und Folter Als die Nazis das Land besetzten, heuerte er bei der „Sicherungsgruppe Arjas“ an, einem Sonderkommando lettischer Kollaborateure, das im Auftrag der deutschen Besatzer schätzungsweise 45.000 Menschen ermordete, darunter vor allem Juden. Cukurs, der zum Fahrer und Adjutanten des lettischen Kommandeurs und SS-Offiziers Victors Arajs aufstieg, galt nach dem Krieg als „Henker von Riga“ . Das Simon Wiesenthal Center macht ihn verantwortlich für Massenmord, Hinrichtungen, Vergewaltigungen und Folter Hunderter Juden. Manche dieser Vorwürfe sind bis heute unbewiesen. Verbrieft aber ist, dass Cukurs am 30. November und 8. Dezember 1941 im Rigaer Ghetto für den Einsatz lettischer Polizisten verantwortlich war, bei dem er selbst wahllos auf Frauen, Greise und Kinder schoss. An diesen Tagen wurden rund 25.000 Juden von SS-Truppen und lettischen Hilfskräften in das nahe Riga gelegene Wäldchen Rumbula getrieben und dort ermordet.

via faz: Lettland SS-Scherge wird Musical-Star

Stellungnahme zu NS-Bürgermeister Herrmann – Ein manipulatives Machwerk

Der Holocaust-Überlebende Ernst Grube ist über die aktuelle Stellungnahme zu NS-Bürgermeister Hans Herrmann entsetzt. Tatsächlich gehen dessen Verfasser Werner Chrobak und Bernhard Löffler mit den Fakten sehr selektiv um. Allzu Belastendes wird einfach weggelassen oder beschönigt. „Wie kann man als ernstzunehmender Historiker so einen Larifari zusammenschreiben?“, fragt der Holocaust-Überlebende Ernst Grube. Der 82jährige ist Landesvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung bayerische Gedenkstätten. Über die kürzlich veröffentlichte Stellungnahme zu dem Regensburger NS-Bürgermeister Hans Herrmann, die Stadtheimatpfleger Werner Chrobak und Professor Bernhard Löffler verfasst haben, ist Grube entsetzt. (…) In Regensburg war Hans Herrmann als zweiter Bürgermeister unter anderem verantwortlich für die Arisierungen, für die Enteignung jüdischer Unternehmer und von über 20 Wohnhäusern. In der Stellungnahme wird dieser Umstand mit keiner Silbe erwähnt. Das Wort Arisierung kommt darin nicht einmal vor. Groß forschen hätten Chrobak und Löffler nicht müssen, um diesen Umstand herauszufinden. Im Standardwerk zur Regensburger NS-Geschichte, „Stadt unterm Hakenkreuz“ von Helmut Halter, wird die Rolle Hans Herrmanns akribisch aufgearbeitet. Tatsächlich geben Chrobak und Löffler dieses Buch zwar als eine der Quellen an, die sie für ihre Stellungnahme herangezogen haben. Allerdings wird Halter in der Stellungnahme nicht ein einziges Mal zitiert – im Gegensatz etwa zu Erzbischof Michael Buchberger, der für Löffler und Chrobak eine Art Oberhistoriker und über jeden Zweifel erhaben zu sein scheint. Entscheidende und von Halter akribisch aufgearbeitete Fakten, insbesondere solche, die das Bild Hans Herrmanns negativ beeinflussen könnten, fallen immer wieder unter den Tisch, während positiven Eigenschaften oder (scheinbar) Entlastendem weit mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. (…) Insgesamt fallen Chrobak und Löffler hinter die Anforderungen des Kultusministeriums zurück. Dessen Stellungnahme vom Juli 2013 hatte die neuerliche Debatte um Hans Herrmann als Regensburger Schulpaten überhaupt erst ausgelöst. Kultusminister Ludwig Spaenle hatte dabei insbesondere angeregt, zu prüfen, ob und inwiefern sich Herrmann in der Nachkriegszeit zu seiner Rolle im NS-Regime geäußert oder diese kritisch reflektiert habe. Diese Fragestellung wird in der Stellungnahme nicht einmal aufgeworfen. Herrmanns Einsatz für den NSDAP-Gruppenleiter wird verschwiegen Tatsächlich ist keinerlei Äußerung Herrmanns dazu dokumentiert, schon gar keine Distanzierung. Im Gegenteil: Im Nachhinein gab er mehrfach den Entlastungszeugen für Kumpels aus früheren NS-Tagen. Dem Nazi-Oberbürgermeister Otto Schottenheim verschaffte Hans Herrmann gegen den Widerstand des Regensburger Stadtrats seine Pension. Und für NSDAP-Kreisgruppenleiter Wolfgang Weigert organisierte Herrmann schließlich Gelder aus seinem Verfügungsfonds als CSU-Oberbürgermeister. Bezeichnenderweise wird auch dieser Umstand in der Stellungnahme verschwiegen. Herrmanns Verhalten wird mit Blick auf Weigert beschönigend dargestellt.

via regensburg digital: Stellungnahme zu NS-Bürgermeister Herrmann – Ein manipulatives Machwerk

Internationale braune Verbindungen

Die dänische Neonazi-Partei „Danskernes Parti“ (DP, Partei der Dänen), Motto: „Familie, Volk, Vaterland“ hat am Wochenende ihren Jahreskongress veranstaltet. Zugegen war auch NPD-Vorstandsmitglied Jens Pühse. Gründer und Vorsitzender der im Juli 2011 ins Leben gerufenen „Danskernes Parti“ ist Daniel Carlsen (Jg. 1990). Der Neonazi war einer der Gastredner beim „Europakongress“ der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten am 22. März 2014 im thüringischen Kirchheim. Als Führungsmitglied gehörte er bis 2011 der Neonazi-Truppe „Danmarks Nationalsocialistiske Bavaegelse“ (Dänische Nationalsozialistische Bewegung, DNSB) an. Der Holocaust-Leugner Carlsen lieferte im Jahr 2009 überregionale Schlagzeilen. Damals wurde öffentlich bekannt, dass er zur Leibgarde von Dänemarks Königin Margrethe II. gehört. Gastredner beim Jahreskongress der „Danskernes Parti“ war der NPD-Bundesgeschäftsführer Jens Pühse, der auch als Auslandsbeauftragter seiner Partei fungiert. Pühse (Jg. 1972) will sich Eigenbekunden zufolge bereits im Alter von 15 Jahren in Bremen den Jungen Nationaldemokraten (JN) angeschlossen haben. Ab 1990 war Pühse Mitglied der 1992 wegen Wesensverwandtschaft mit der NSDAP verbotenen Neonazi-Truppe „Nationalistische Front“ (NF). 1993 gründete er den rechtsextremen Musikvertrieb „Blitzversand“ (später: „Pühses Liste“). 1998 wurde „Pühses Liste“ dem Deutsche Stimme-Verlag (DS) der NPD angeschlossen. Zugegen beim DP-Jahreskongress am Wochenende war auch George Dimitroulias, Funktionär der griechischen Neonazi-Partei „Chrysi Avgi“

via bnr: Internationale braune Verbindungen

Hessen- Rechtsterroristische Bestrebungen

Teil 1: Der Technische Dienst – Teil 2: Manfred Roeder – Teil 3: Die Radikalisierung der extremen Rechten in den 1970ern – Teil 4: Die Hepp-Kexel-Gruppe. Teil 1: Ein Technischer Dienst als Partisanentruppe gegen den Kommunismus Bereits in den ersten Jahren der jungen Bundesrepublik agierte in Hessen mit dem „Technischem Dienst“ (TD) eine terroristische Organisation, die von alten NS-Offizieren durchsetzt war. Der 1950 in Frankfurt gegründete TD war eine klandestine Unterorganisation des antikommunistischen „Bundes deutscher Jugend“ (BDJ). Während sich der BDJ (nach Eigenaussagen 17.000 Mitglieder) nach außen in die Tradition der bündischen Jugend stellte, bereiteten sich die etwa 130 Mitglieder des TD auf einen Partisanenkampf vor. Diesen sollten die zahlreich im TD vertretenen ehemaligen Offiziere der „Luftwaffe des Heeres“ und der „Waffen-SS“ im Falle einer sozialistischen Regierungsübernahme oder eines Einmarsches sowjetischer Armeen in die BRD starten. Geleitet wurde der TD von Paul Lüth, einem ehemaligen Mitglied der „Waffen-SS“. Der Auftrag zum Aufbau des TD stammte jedoch vom US-amerikanischen CIA. Dieser versorgte den TD mit Geld (bis zu 50.000 Mark monatlich), Waffen und Bomben zur Durchführung von Brückensprengungen und Sabotageakten. Auch zahlreiche namhafte Firmen, wie Bosch, Salamander, Reemtsma, Coca-Cola und Sarotti sollen laut Geheimdienstangaben zu den Geldgebern gehört haben. Gleiches gilt für das Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen.
Bekannt wurden die Vorhaben des TD, als sich 1952 der ehemalige SS-Hauptsturmführer, Hans Otto, der Frankfurter Polizei als Mitglied des TD offenbarte. Im Zuge der darauf folgenden Hausdurchsuchungen fand die Polizei neben einem Großbestand an Waffen auch Mordlisten. Die Mehrzahl der darauf zu findenden Personen waren führende KPD- und SPD-Mitglieder. So der damalige SPD-Parteichef Erich Ollenhauer und der hessische Innenminister Heinrich Zinnkann. (…) Als Ausdruck der frühen Radikalisierung der wohl zentralen Figuren des NSU haben Medien immer wieder auf die Teilnahme von Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt, Ralf Wohlleben und André Kapke am Prozess gegen Manfred Roeder, 1996 in Erfurt, verwiesen. Roeder, damals wegen eines Farbanschlags auf die so genannte Wehrmachtsausstellung angeklagt, kann aufgrund seiner nunmehr über 40 Jahre währenden Aktivitäten in der Neonaziszene als eine der namhaftesten Personen der militanten Neonaziszene bezeichnet werden. Für viele militante Neonazis erweist sich Roeder, aufgrund seiner Erfahrung und seiner umfangreichen Kontakte zur militanten Szene (z.B. zur Wehrsportgruppe Hoffmann) im In- und Ausland, bis heute als eine wichtige Anlaufstation. (…) Diverse Waffenfunde im Rhein-Main-Gebiet zeugten davon, dass es die hessischen Militanten auch zu diesem Zeitpunkt nicht nur bei Wehrsportübungen belassen wollten. So fand die Polizei im Dezember 1978, wiederum in Hanau, bei einer Gruppierung namens Kommando 88 neben Waffen auch eine Liste mit 500 Namen möglicher Mordopfer. Weitere Waffenfunde im Rhein-Main-Gebiet folgen ein Jahr später. Am 24. Dezember 1980 tötete das Frankfurter VSBD-Mitglied Frank Schubert schließlich zwei Schweizer Grenzsoldaten, als diese ihn beim Versuch des Schmuggels von Waffen verhaften wollten. Im Anschluss an die Tat erschoss sich der 23-jährige selbst. Schubert, der in der Folge von Busse als Held der Bewegung gefeiert wurde, stand im Verdacht, mit Walther Kexel im gleichen Jahr an Banküberfällen in den südhessischen Städten Zwingenberg und Bensheim beteiligt gewesen zu sein (…) Trotz rechtsterroristischer Taten und einem überaus professionellen Agieren der Hepp-Kexel-Gruppe, haben auch die Umtriebe dieser Gruppe keinen Eingang in die bundesdeutschen Geschichtsschreibung gefunden. Auch in den bundesdeutschen Behörden, die damit betraut sind, Terrorismus zu bekämpfen, scheint dieses Wissen um die Geschichte des Rechtsterrorismus nicht vorhanden zu sein. So wurde im Zusammenhang mit der Aufdeckung desNSU immer wieder behauptet, man habe sich nicht vorstellen können, dass die neonazistische Szene zum Aufbau solcher Strukturen fähig sei. Die Verdrängung der zahlreichen rechtsterroristischen Aktivitäten, insbesondere der 1970er/1980er Jahre, dürfte – neben dem institutionellem Rassismus – eine zentrale Erklärung für die fehlgeleiteten Ermittlungen der Behörden in Sachen NSU liegen. Die Betrachtung der Geschichte des Umgangs mit Rechtsterrorismus und militantem Neonazismus zeigt, dass nicht nur damals wie heute der Wille fehlte, an dieses Wissen in warnender Absicht zu erinnern, sondern auch, dass das Problem – selbst wenn es offensichtlich ist – nicht ernst genommen wird bzw. Taten fehlinterpretiert werden.

via hajo funke: Hessen|Rechtsterroristische Bestrebungen

Czech Roma Under the Swastika

Only a tenth of Roma survived extermination during the Nazi protectorate. Some even thanks to ‘white people.’   Seventy years ago Czech and Slovak Roma embarked on a grim path to nearly complete annihilation. In the spring and summer of 1943, 4,500 Roma were shipped off to the so-called Gypsy camp in Auschwitz: one-third were from camps in Lety and Hodonin, in the south and southwest of the country, and two-thirds were taken from their homes. The fates of local Roma remain one of the least investigated chapters of the war, and one part of this story is completely unknown – that some Roma survived the Nazi attempt at extermination thanks to the help of “white people.”  THE TRAIN THAT LEFT  Even after decades 87-year-old Emilie Machalkova’s voice shakes and tears fill her eyes when she recalls those scenes. The spring sun was not yet very warm when one Monday afternoon she stood, a 16-year-old girl, at the railway station in Nesovice, a village 40 kilometers (25 miles) east of Brno. She, her parents, two brothers, grandmother, and 3-year-old cousin were waiting for a train to take them to the stables of the protectorate police in Masna Street in Brno, where they had been told to report. Nearly all their neighbors accompanied them to the station, Machalkova recalls: all her childhood friends and family friends came. Someone brought a traditional Czech pork dish, others bread. “All of us were crying a lot because we thought that we wouldn’t come back.” (…) Special laws against Gypsies started to spread across Europe as early as the Middle Ages (the first Czech one was promulgated in 1549). In the first third of the 20th century the “fight against the Gypsy tide,” as it was commonly called, was a firm part of the law of many states. “When Nazis came to power in Germany in 1933, they inherited a number of already existing anti-Gypsy laws,” historians Donald Kenrick and Grattan Puxon write in their 1995 book Gypsies under the Swastika.  In 1927 the parliament of Czechoslovakia passed the “law on roaming Gypsies,” requiring them to register and be fingerprinted and prohibiting them from entering certain areas. “This statutory regulation was among the most restrictive in Europe and in the 1930s it was given as a model at international criminal conferences,” historian Petr Lhotka says. Later, Czechoslovak officials would cite the law when returning Austrian and German Roma who fled to Czechoslovakia back to those countries. Furthermore, the decision to establish disciplinary labor camps for men who did not have “a proper way of life,” into which later entire Roma families would be herded, was made even before the German occupation in March 1939. Although this measure did not lead to the mass murder of Roma, it did prepare the ground for it. Later, first in Germany and then in other countries, the Nazis broadened and toughened the existing laws. Along with Jews, in 1935 Roma were included in the Nuremberg Racial Laws, which later established so-called preventive detention, into which anyone considered “anti-social” or “whose conduct, even if not criminal, … makes clear a lack of desire to conform to society” could be put indefinitely. People were sent from preventive detention for an indefinite time to concentration camps.

via tol.org: Czech Roma Under the Swastika

“Volksgemeinschaft”: Die Nazis fragten, wer nicht dazugehört

Der Begriff der „Volksgemeinschaft“ entstand bereits 1914, mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Seine brutale Wirkung aber entfaltete er im Nationalsozialismus. „Volksgemeinschaft“ ist kein genuiner nationalsozialistischer Begriff. Seine erste Hochkonjunktur verdankte er dem Ersten Weltkrieg. Der Satz Wilhelms II. vom August 1914, dass er von nun an keine Parteien, sondern nur noch Deutsche kenne, erzielte weite Resonanz, weil er für den Wunsch vieler Deutscher nach Gleichheit und Inklusion stand. Gerade Juden und Sozialdemokraten hofften, dass sie aufgrund ihrer patriotischen Haltung endlich von der Mehrheit der Gesellschaft als gleichwertig akzeptiert werden würden. Doch obwohl sich bald die Risse in der Kriegsgesellschaft zeigten, blieb die „Volksgemeinschaft“ eine mächtige Formel, die immer wieder an den Mythos der Einigkeit des Volkes im Sommer 1914 anknüpfen konnte. So wurde die Volksgemeinschaft in Deutschland schon vor 1933, wie der Historiker Hans-Ulrich Thamer hervorhebt, zur „beherrschenden politischen Deutungsformel“. Die liberalen Parteien betonten, dass sich die Gemeinschaft „über die Klassen“ hinweg bilde. Für die Sozialdemokraten hatte sich die Arbeiterklasse mittlerweile zum Volk der Schaffenden ausgeweitet, die einer kleinen und ungerechtfertigt mächtigen Minderheit von Monopolkapitalisten und Großgrundbesitzern gegenüberstanden. Und selbst diese Minorität könnte, wenn sie einer wirklichen Arbeit nachginge, Teil einer sozialistischen Volksgemeinschaft werden. In den Reden Friedrich Eberts als Reichspräsident hatte die „Volksgemeinschaft“ als Inklusion aller Schaffenden ihren festen Platz. “Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist” Dagegen begriff die politische Rechte, insbesondere die Nationalsozialisten, bei aller Inklusionsrhetorik die „Volksgemeinschaft“ vor allem in ihrer exkludierenden Dimension. Nicht so sehr die Frage, wer zur „Volksgemeinschaft“ gehörte, stand obenan als vielmehr, wer nicht zu ihr gehören durfte. Gemeint waren jene bereits sprachlich ausgegrenzten sogenannten „Gemeinschaftsfremden“, allen voran die Juden. Der Antisemitismus spielte dabei die entscheidende Rolle. „Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksichtnahme auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein.“ So hieß es klar und deutlich im Parteiprogramm der NSDAP aus dem Jahre 1920.

via tagesspiegel: “Volksgemeinschaft”: Die Nazis fragten, wer nicht dazugehört

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