Category Archives: holocaust

Braunau: Farbattacke und Nazi-Aufkleber vor Demo und Hitlers Geburtstag

Unbekannte attackierten den Mahnstein vor Hitlers Geburtshaus in Braunau mit einen “Farbbeutel”. “Der angerichtete Schaden ist zum Glück nicht groß, der blaue Fleck konnte beseitigt werden”, sagt Bürgermeister Johannes Waidbacher (VP). MitarbeiterInnen de Stadtamt sei es gelungen die Farbe zu entfernen, nachdem PolizistInnen die Spuren gesichert und kriminaltechnisch ausgewertet hatten. Die Attacke erfolgte wenige Tage vor der alljährlichen Demonstration “Schöner Leben ohne Nazis!” in Braunau. “Bereits am Dienstag wurden am Busbahnhof neben der Hauptschule einschlägige Aufkleber mit Parolen wie „NS-Zone“ oder „Deutschland Multikulti – wir bleiben braun!“ entdeckt. Sie waren mit dem Schriftzug „Nationale Sozialisten Deutschland“, dem Logo der bayrischen Neonazi-Kameradschaft „Freies Netz Süd“ markiert”, berichtet der Kurier.

via stoppt die rechten: Braunau: Farbattacke und Nazi-Aufkleber vor Demo und Hitlers Geburtstag

siehe auch: Farbattacke und braune Pickerl vor Demo und Hitlers Geburtstag Mahnmal vor dem Geburtshaus wurde geschändet. Der Verfassungsschutz ermittelt. Die Inschrift „Für Frieden, Freiheit und Demokratie – nie wieder Faschismus – Millionen Tote warnen“ am Mahnstein vor Hitlers Geburtshaus in Braunau dürfte Ewiggestrigen ein Dorn im Auge sein. Wie am Montag bekannt wurde, haben Unbekannte in der Nacht zum Mittwoch das Denkmal mit einer „Farbbombe“ geschändet. „Der angerichtete Schaden ist zum Glück nicht groß, der blaue Fleck konnte beseitigt werden“, sagt Bürgermeister Johannes Waidbacher (VP). Nachdem Polizisten die Spuren gesichert und kriminaltechnisch ausgewertet hatten, sei es Mitarbeitern des Stadtamts gelungen, die Farbe zu entfernen.

On April 19, 1943, the Jews of the Warsaw Ghetto took up arms to fight for their dignity and freedom. We draw inspiration from their courage and from all who find the inner certitude to resist hatred and bigotry.

The Warsaw Ghetto Uprising (Yiddish: אױפֿשטאַנד אין װאַרשעװער געטאָ; Polish: powstanie w getcie warszawskim; German: Aufstand im Warschauer Ghetto) was the 1943 act of Jewish resistance that arose within the Warsaw Ghetto in German-occupied Poland during World War II, and which opposed Nazi Germany’s final effort to transport the remaining Ghetto population to Treblinka extermination camp. The most significant portion of the rebellion took place from 19 April, and ended when the poorly armed and supplied resistance was crushed by the Germans, who officially finished their operation to liquidate the Ghetto on 16 May. (wikipedia)

Erinnerung an Befreiung des KZ Buchenwald

In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar haben am Freitag rund 200 Teilnehmer einer Gedenkstunde an die Befreiung des damaligen Konzentrationslagers vor 69 Jahren erinnert. Sie nahmen an einem Rundgang des Gedenkens teil und legten Blumen unter anderem am Krematorium nieder. Unter den Teilnehmern waren ehemalige Häftlinge des NS-Konzentrationslagers. Die aus Ungarn stammende Holocaust-Überlebende Éva Pusztai mahnte, die Geschichte des Holocaust nicht zu verfälschen. Sie kritisierte auch Tendenzen in ihrem Heimatland, den eigenen Anteil an den Holocaust-Verbrechen zu verschweigen. “Doch es gibt eine geschichtliche Wahrheit. Und wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, dass sie nicht unterdrückt und nicht vergessen wird”, sagte sie. Pusztai hat die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald überlebt.

via mdr: Erinnerung an Befreiung des KZ Buchenwald

siehe auch: Gedenken an Selbstbefreiung und Befreiung. Mit Vorträgen, Podiumsgesprächen und Führungen auf dem ehemaligen Lagergelände ist am Wochenende in Thüringen der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar und Mittelbau-Dora nahe Nordhausen gedacht worden. Mehrere hundert Schüler und Studenten, Angehörige und andere Interessierte nutzten das Programmangebot, das die »Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora« und das »Internationale Komitee Mittelbau-Dora und Kommandos« unter der Schirmherrschaft des Thüringer Kultusministeriums organisiert hatten. Auch Holocaust-Überlebende besuchten die ehemaligen Lager. Einen Schwerpunkt bildete dieses Jahr die Rolle Ungarns bei der Ermordung der ungarischen Juden. Das KZ Buchenwald, 1937 auf dem Ettersberg bei Weimar errichtet, gehörte zu denen des faschistischen Lagersystems mit den zahlreichsten Opfern. Zu Tausenden wurden hier Juden, sowjetische Kriegsgefangene und politisch Verfolgte, Sinti und Roma, Homosexuelle, »Arbeitsscheue« und andere erschlagen und erschossen – oder sie starben an Hunger bzw. wegen der brutalen Arbeitsbedingungen im Lager. Vor knapp 70 Jahren, im August 1944, wurde auch Ernst Thälmann, bis zu seiner Verhaftung durch das Naziregime 1933 Vorsitzender der KPD, in Buchenwald ermordet.; Ehemalige Häftlinge erinnern an Widerstand im KZ. Vor 69 Jahren befreiten US-Streitkräfte das Konzentrationslager Buchenwald und seine Außenlager. Zeitzeugen haben am Wochenende in Weimar an die Opfer und tapferen Widerständler erinnert. Sie mahnen: Die Nazi-Ideologie ist noch nicht tot. Überlebende Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald haben am Sonntag bei einer Gedenkveranstaltung in Weimar an die Opfer des Nazi-Terrors und den Widerstand in dem Lager erinnert. Anlässlich des 69. Jahrestags der Befreiung von Buchenwald stellte der Zeitzeuge Bertrand Herz in seiner Rede die Verantwortung der nachfolgenden Generationen heraus. Das Bewusstsein für die Geschichte und das Gedenken dürfe nicht mit dem letzten Zeitzeugen enden, sagte der Präsident des Internationalen Komitees der Buchenwald-Überlebenden. Zusammen mit den anderen Rednern berichtete Herz von der großen Solidarität und der wichtigen Arbeit des geheimen Widerstands im Lager, der ihm und vielen anderen Deportierten damals das Leben gerettet habe. Floréal Barrier, Überlebender und Vorsitzender des Häftlingsbeirats KZ Buchenwald, mahnte an, die Erinnerung an die Gräuel des Nazi-Regimes wachzuhalten. «Die nazistische Ideologie ist noch lange nicht tot. In vielen Ländern wird sie unter dem trügerischen Schleier der politischen Respektabilität getarnt», warnte Barrier laut Redemanuskript. Rund 600 Menschen waren auf den ehemaligen Appellplatz in der heutigen Gedenkstätte gekommen, um den Reden und Erinnerungen der Überlebenden zuzuhören. Im Lager Buchenwald waren zwischen 1937 und 1945 mehr als 250 000 Menschen inhaftiert, 56 000 starben.

Bilder: Jahrestag der Befreiung der KZ´s Buchenwald und Mittelbau-Dora

North London Collegiate School Teacher Tells Jewish Pupil She’ll Send Her To Gas Chambers

The parents of a Jewish student at prestigious school in London have voiced their outrage after their daughter was told by a teacher she would be sent “to one of your gas chambers” for jumping the lunch queue. The anti-semitic comment came at the North London Collegiate School, one of Britain’s leading independent day schools for girls. According to reports, the 17-year-old’s father – who wished to remain anonymous – said the incident happened in January, when his daughter cut in front of the lunch queue at school and entered the dining room. He told the Mail on Sunday: “A teacher was passing by and she rushed up to my daughter and said, ‘Don’t do that or I’ll have to send you to the back of the queue or to one of your gas chambers.’” The female teacher has reportedly apologised to the student, but the school has refused to explain what disciplinary action has been taken.

via huffington post: North London Collegiate School Teacher Tells Jewish Pupil She’ll Send Her To Gas Chambers

Revision abgelehnt – Bischof Williamson muss zahlen

Seit er den Holocaust in einem Fernsehinterview geleugnet hat, steht der britische Bischof Williamson im rechten Abseits. Jetzt bestätigte das OLG Nürnberg die Geldstrafe, die schon das Amtsgericht Regensburg verhängt hatte. Der Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson hat versucht, sich gegen eine Geldstrafe zu wehren. Vergeblich. Denn das OLG Nürnberg hat seine Revision nun abgelehnt – der Bischof muss zahlen. Williamson ist vor Gericht kein Unbekannter. Der britische Holocaust-Leugner Richard Williamson hat vor Gericht in letzter Instanz verloren. Das Oberlandesgericht Nürnberg hat seine Revision verworfen, wie ein Gerichtssprecher am Freitag sagte. Damit sei das Urteil des Amtsgerichts Regensburg vom Januar 2013 rechtskräftig, das Williamson zur Zahlung von 1800 Euro verpflichtet hatte. Der ehemalige Bischof der erzkonservativen Piusbruderschaft hatte 2008 in einem nahe Regensburg geführten Fernsehinterview den NS-Massenmord an sechs Millionen Juden und die Existenz von Gaskammern abgestritten. Seit Jahren beschäftigt sich die deutsche Justiz mit dem Fall. Viermal wurde der heute 74-Jährige verurteilt, drei Mal legte er erfolgreich Rechtsmittel ein. Nun hat das OLG Nürnberg einen Schlussstrich gezogen. Trotzdem ist eine Ende noch nicht in Sicht: “Wir werden unserem Mandanten dringend empfehlen, Verfassungsbeschwerde einzulegen”, sagte Williamsons Anwalt Andreas Geipel in München. (…) Der Fall hatte auch deshalb für Schlagzeilen gesorgt, weil die katholische Kirche fast zeitgleich zur Veröffentlichung der Interviewaussagen die Exkommunikation von Williamson und weiteren Bischöfen der ultrakonservativen Bruderschaft aufgehoben hatte. Erst im Oktober 2012 schlossen die Piusbrüder ihren ehemaligen Bischof aus.

via sz: Revision abgelehnt – Bischof Williamson muss zahlen

Extrem rechte Verlegerin Margarete Walendy verurteilt

Am 27. März 2014 endete vor dem Bielefelder Landgericht der Berufungsprozess wegen Volksverhetzung gegen die Verlegerin Margarete Walendy mit einer Verurteilung zu einer Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro. Berufungsprozess nach Freispruch vor dem Amtsgericht Die 82-jährige war im Dezember 2012 angeklagt worden, als Verlegerin der Zeitschrift „Historische Tatsachen“ den Holocaust leugnende Texte verbreitet zu haben. Der damalige Prozess vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen zog sich bis zum 11. Juni 2013 und endete mit einem Freispruch. (nrwrex berichtete) In der Urteilsbegründung argumentierte die Amtsrichterin, dass für den Tatbestand der Verbreitung volksverhetzender Texte mindestens drei Personen die Zeitschrift erhalten müssten, in diesem Fall jedoch nur eine Person nachweislich das Machwerk erhalten habe – nämlich diejenige, die dann auch Anzeige erstattet hatte. Dass die Zeitschrift „Historische Tatsachen“, die 1974 von Udo Walendy gegründet wurde, nicht über knapp 40 Jahre bestehen würde, wenn sie keine LeserInnen hätte, fand keine Berücksichtigung. Die Staatsanwaltschaft ging daraufhin in Berufung und verwies darauf, dass bei Hausdurchsuchungen am 6. Juli 2011 in den Vlothoer und der Mönchengladbacher Wohnungen des Ehepaars Walendy insgesamt 92 Exemplare der „Historischen Tatsachen“ Nr. 101 sichergestellt worden seien. Darüber hinaus seien weitere 40 Exemplare mit volksverhetzendem Inhalt der in gesamte Bundesrepublik vertriebenen Zeitschrift im Jahre 2011 sichergestellt worden Holocaustleugnung Nach Ansicht des Landgerichts wurde in der Ausgabe 101 in dem Artikel „Did Six Million Really Die? The Truth At Last“ eines britischen Autors mit dem Pseudonym „Richard Harwood“, der Massenmord an den Jüdinnen und Juden in den NS- Vernichtungslagern Belzec und Treblinka verharmlost. Der Artikel war aber nicht unbedingt eine Ausnahme. Die „Historischen Tatsachen“ publizieren regelmäßig geschichtsrevisionistische Thesen und bestreiten die deutsche Kriegsschuld. Udo Walendy, der nicht nur Gründer der Zeitschrift und des sie herausgebenden „Verlags für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung“ war, wurde bereits 1997 wegen Volksverhetzung zu einer Haftstrafe von 14 Monaten verurteilt. Damals war er der Landesvorsitzende der nordrhein-westfälischen NPD. Nach dem Urteil übernahm seine Frau Margarete die Leitung des Verlags.

via nrw rechtsaußen: Extrem rechte Verlegerin Margarete Walendy verurteilt

Is Vilnius Police Criminal Division Harassing Veteran Holocaust Researcher?

A bemused Vilnius film director finds a letter from the police department’s criminal investigations unit concerning his work in Holocaust Studies. Saulius Beržinis is founder and director of the Independent Holocaust Archive of Lithuania, housed in a bucolic setting on the outskirts of Vilnius. Defending History confirmed today that renowned documentary film maker and Holocaust researcher Saulius Beržinis, founding director of the Independent Holocaust Archive of Lithuania (IHAL), has been the latest recipient of a letter from police on account of his work documenting the alleged Nazi collaboration of various Lithuanian “1941 freedom fighters” who allegedly collaborated with the Nazi regime and in the murder of their civilian Jewish-citizen neighbors in the days, weeks and months following 22 June 1941. The letter demands he turn over a “list” of criminals which it was never his, nor the Archives’ intention, to produce or comment upon. Over the years, the Holocaust specialist has won the confidence of groups worldwide for his willingness to seek out and tell the unvarnished truth, among them the Wiesenthal Center’s Israel office. The March 19th letter to IHAL’s director, letterheaded “Vilnius District Senior Police Commission, Vilnius City First Police Commission, Police Criminal Division” is reproduced below (followed by translation into English).

via defendinghistory: Is Vilnius Police Criminal Division Harassing Veteran Holocaust Researcher?

Polish men party in concentration camp

Three men in their 30s sneak into Majdanek to drink, sleep on prisoners’ wooden bunks and take pictures for Facebook.   Three Polish men held a party at the Majdanek concentration and extermination camp last Saturday and posted the photos on Facebook.  The three men with shaved heads in their thirties snuck into the concentration camp by the city of Lublin in Poland, where the Nazis murdered some 200,000 people, including 80,000 Jews.  They took photos while drinking heavily beside the sleeping boards where the camp’s inmates used to sleep.  The three entered one of the huts, pulled out bottles of alcohol and soft drinks, and ate potato chips while resting on the bunks.  The photos show two of the men joyfully smoking while in the background loom the crowded booths in which the starving and exhausted prisoners were held before they were sent to the gas chambers and crematoria.  The men uploaded their photos to Facebook, but attentive Polish Internet users reported the pictures to the Israeli organization Mi’ma’amakim (from the depths), that turned to the Polish police asking to remove the photos.

via ynetnews: Polish men party in concentration camp

Ende des Spanischen Bürgerkrieges vor 75 Jahren – Der Kampf endet, der Terror dauert an

Eine brutal geführte Auseinandersetzung, die Zahl ihrer Opfer war enorm: Am 1. April 1939 endet der Spanische Bürgerkrieg mit dem Sieg der Nationalisten. Das Datum markiert zugleich den Beginn der Franco-Diktatur. In der setzt sich die Verfolgung des “inneren Feindes” unvermindert fort. “Am heutigen Tag haben die nationalen Truppen ihre letzten militärischen Ziele erreicht. Die rote Armee ist entwaffnet und besiegt. Der Krieg ist beendet.” Am 1. April 1939 unterzeichnete General Francisco Franco den letzten Heeresbericht des Spanischen Bürgerkrieges. Damit endeten die fast drei Jahre währenden Kämpfe zwischen dem republikanischen Lager und den Putschisten um Franco. Es war ein grausam geführter Krieg und die Zahl seiner Opfer war immens. Etwa eine halbe Million Menschen wurden in dem Konflikt getötet – und zwar nicht nur in direkten Kampfhandlungen zwischen Soldaten, sondern auch bei Luftangriffen auf Zivilisten, politischen “Säuberungen” und in Folge von Kriegsgerichtsurteilen. Zahllose Menschen wurden verwundet. Zu Kriegsende sind zudem etwa eine halbe Million Spanier ins Ausland geflohen – aus Furcht vor Repressalien der siegreichen Faschisten. 200 000 von ihnen sollten dauerhaft im Exil bleiben. (…) Entscheidend für den Verlauf des Krieges wurde daher das Engagement der späteren Achsenmächte Deutschland und Italiens. Die unterstützten das nationalistische Lager massiv mit Truppen und Kriegsgerät. Wie wirksam und zugleich brutal der Einsatz der deutschen Legion Condor in Spanien war, zeigte sich beim völkerrechtswidrigen Angriff auf Guernica: Gemeinsam mit italienischen Verbänden legte die deutsche Luftwaffe die baskische Stadt am 26. April 1937 in Schutt und Asche. (…) Der 1. April 1939 markiert das Ende des Spanischen Bürgerkrieges und zugleich den Beginn der Franco-Diktatur. Sie sollte erst Jahrzehnte später enden, mit dem Tode Francos im Jahr 1975. Wie sehr die Bürgerkriegsgeschichte auch noch diesen Zeitraum bestimmte, wie sehr die Spaltung in die “Zwei Spanien” nicht nur weiterwirkte, sondern noch zementiert wurde, ist erst in jüngerer Zeit wirklich deutlich geworden.

via sz: Ende des Spanischen Bürgerkrieges vor 75 Jahren – Der Kampf endet, der Terror dauert an

Teufelspakt für die Ukraine

Schon in den Weltkriegen setzte sich Deutschland für die Unabhängigkeit des Landes ein. Das macht Russland misstrauisch. Man muss kein “Russlandversteher” sein, wie er so gerne karikiert wird (siehe ZEIT Nr. 13/14), und schon gar keine Sympathie für Putins gewaltsame Inbesitznahme der Krim hegen, um sich über die deutsche Empörung zu wundern. Die Krim war nie integraler Bestandteil der Ukraine, sie ist ihr erst 1954 in einer selbstherrlichen Geste von Nikita Chruschtschow zugeschlagen worden, und er konnte dies umso leichter tun, als die Ukraine wie auch die übrigen Teilrepubliken der Sowjetunion eher den Charakter von Verwaltungseinheiten hatten, die mit einer nationalen Identität mehr oder weniger künstlich ausgestattet worden waren. (…) Im Falle der Ukraine hat das Missverständnis allerdings einen Vorlauf von gut hundert Jahren und enthält ein politisches Gift, vor dessen Freisetzung sich die Deutschen fürchten sollten. Die ersten Helden einer ukrainischen Unabhängigkeit, die noch heute von Angehörigen der Orangenen Revolution verehrt werden, waren nämlich Helden von deutschen Gnaden. Daran zu erinnern ist keine historische Feintuerei; es begründet vielmehr das russische Misstrauen, auch in der heutigen Unabhängigkeit der Ukraine eine westliche Machination zu sehen. Stepan Bandera, dem 2008 ein monumentales Denkmal in Ternopil errichtet wurde, war ein Kollaborateur der Wehrmacht, der zur Vorbereitung des deutschen Einmarschs die Loslösung der Ukraine von der Sowjetunion betreiben sollte. Dass er später die Unabhängigkeit seiner Heimat auch gegen die Deutschen durchsetzen wollte und dafür bis 1944 im KZ Sachsenhausen inhaftiert wurde, steht auf einem anderen Blatt. Aber zuvor hatte seine Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) gut siebentausend Zivilisten, vor allem Juden und Kommunisten, umgebracht. Auf einen Terror ganz anderer Größenordnung konnte sein Vorläufer Simon Petljura zurückblicken, als er 1924 ins Pariser Exil ging. Während der anderthalb Jahre, die er Ende des Ersten Weltkriegs Regierungschef einer unabhängigen Ukraine war, wurden gut fünfzigtausend Juden erschlagen, wie Alexander Solschenizyn geschätzt hat. Die Petljura-Milizen wussten, dass sie die Gesetze, die ihr Chef zum Schutz der Juden erlassen hatte, ignorieren konnten. Es ist nicht sicher, ob es sich um bodenständigen Antisemitismus handelte; in der Zeit, in der die Ukraine noch der Roten Armee trotzte, wurden die Juden vor allem als Bolschewisten gesehen und gehasst. Trotzdem verblüfft die Selbstverständlichkeit, mit der in Kiew 2009 eine Straße nach ihm benannt wurde und Denkmäler dort wie in seiner Heimatstadt Poltawa an ihn erinnern.

via zeit: Teufelspakt für die Ukraine

Unbekannte Diebe stehlen Stolpersteine

Sie lagen nur wenige Stunden: Die Beeskower Stolpersteine sollten an das Ehepaar Rosa und Ludwig Warschauer erinnern. Sie waren 1943 nach Theresienstadt deportiert und ermordet worden. Am Freitagmorgen waren am Ort der Erinnerung nur noch Löcher. Unbekannte hatten die Steine ausgegraben. Wenige Stunden nach ihrer Verlegung sind in Beeskow (Oder-Spree) die so genannten Stolpersteine gestohlen worden, die an Opfer des Nazi-Regimes erinnern. Nach Angaben der Polizei haben unbekannte Diebe die in den Boden eingelassenen Messingplatten in der Nacht zum Freitag ausgegraben. Die Steine erinnern an das Ehepaar Rosa und Ludwig Warschauer. Sie waren 1943 nach Theresienstadt deportiert und 1944 im KZ Auschwitz ermordet worden.

via rbb: Unbekannte Diebe stehlen Stolpersteine

Tod in den Höhlen

Vor 70 Jahren griffen Partisanen in Rom eine nazistische Polizeikolonne an. Wehrmacht und SS nahmen grausam Rache Am 23. März 1944 ereigneten sich in der Via Rasella im Zentrum der von deutschen Faschisten besetzten Ewigen Stadt mehrere Explosionen. Dabei starben 33 Nazipolizisten, 45 wurden schwer verletzt. Auch zwei Italiener kamen ums Leben. Der Anschlag war eine der spektakulärsten Operationen des italienischen Widerstands gegen die deutsche Besatzung. Ausgeführt wurde er von einer Einheit der der Kommunistischen Partei nahestehenden Stadtpartisanen unter Leitung von Mario Fiorentini. Die fünf bis sechs Mann starken Gruppi d’Azione Patriottica (GAP, Gruppen für patriotische Aktionen) waren streng konspirativ organisiert. Sie führten bewaffnete Aktionen in Städten gegen die deutschen Eroberer und ihre italienischen Helfer durch. (…) Nicht nur die Anzahl der getöteten Nazipolizisten erregte Aufmerksamkeit. Der Anschlag fand an einem symbolträchtigen Ort statt. Die Sprengsätze detonierten im Zentrum Roms in der Nähe des Palazzo Barberini, der heute die bedeutenden Kunstsammlungen der Galleria Nazionale d’Arte Antica enthält, und unweit des Palazzo del Quirinale, einst Sommersitz der Päpste, seit der Einigung Italiens im 19. Jahrhundert Sitz der italienischen Könige, heute Amtssitz des Staatspräsidenten. Auch das Datum war bewußt gewählt. An jenem 23. März 1944 feierten die Mussolini-Faschisten und ihre deutschen Dienstherren mit großem Pomp den 25. Jahrestag der Gründung des Partito Nazionale Fascista (PNF, National-Faschistische Partei Italiens). Tod in den Adreatinischen Höhlen Die Besatzer durchsuchten die anliegenden Häuser und nahmen wahllos Verhaftungen vor. Reichspropagandaminister Joseph Goebbels notierte am 25. März in seinem Tagebuch, es seien »die umliegenden Bezirke abgesperrt und in den Kellern der Häuser italienische Saboteure gefunden (worden). Die sind sofort an Ort und Stelle an die Wand gestellt worden.« Der Reichsbevollmächtigte in Italien, Rudolf Rahn, telegraphierte nach Berlin, vom Stadtkommandanten von Rom, Generalleutnant Kurt Mälzer, werden »schärfste Sühnemaßnahmen eingeleitet«. Ursprünglich wollte Mälzer das ganze Stadtviertel in Schutt und Asche legen. Der Plan wurde verworfen. Statt dessen verständigten sich der Stadtkommandant und der für das Gebiet Rom zuständige Oberbefehlshaber der 14. Armee, Eberhard von Mackensen, sowie der für ganz Italien verantwortliche Oberbefehlshaber Südwest, Albert Kesselring, darauf, eine kühl durchdachte Aktion durchzuführen. Es sollte Rache geübt werden, die zugleich vorbeugend wirken könne. Man wollte lähmendes Entsetzen erzeugen. Die Italiener sollten derart eingeschüchtert werden, daß weiterer Widerstand unterbliebe. Für jeden toten deutschen Polizisten sollten demnach zehn Italiener ermordet werden. Rahn betonte in dem Telegramm vom 24. März nach Berlin, daß »meist Kommunisten« hingerichtet werden sollen. In seinem Tagebuch kommentierte Goebbels die Entscheidung im Hinblick auf Abschreckung: »Ich glaube, daß den Italienern (…) dann sehr bald die Lust zum Durchführen von Attentaten vergehen wird.«

via jw: Tod in den Höhlen

“Judenschweine bekämpfen”: Aufruf oder Nacherzählung?

Aufgrund von Hinweisen unserer Zuschauer haben wir uns das in unserem Film (bei Minute 4:40) gezeigte Zitat von Oleh Tjahnibok von 2004 erneut mit mehreren ukrainischen Muttersprachlern angeschaut. Strittig war, ob Tjahnibok 2004 ukrainische Freiheitskämpfer dazu aufrief, “Judenschweine zu bekämpfen” (wie in unserer Übersetzung), oder ob er bloß nacherzählte, was vor 60 Jahren geschah. Das Ergebnis: Auch wenn das Zitat im Kontext klar als Aufruf gemeint ist, verkennt unsere Übersetzung doch das rhetorische Geschick von Tjahnibok und ist an der Stelle falsch. Dies hat uns dazu veranlasst, eine neue Version der Übersetzung online zu stellen und die Übersetzung im Film zu verändern. Die neue Übersetzung wird im Sprechertext wie folgt eingeleitet: “…2004 rief er (Tjahnibok) zum Freiheitskampf auf nach dem Vorbild der Bandera-Kämpfer”. Daraufhin folgt das neu übersetzte Zitat: “Sie hängten sich Gewehre um den Hals und gingen in die Wälder. Sie kämpften gegen Russen und Deutschen, gegen Judenschweine und sonstiges Gesindel, welches uns den ukrainischen Staat wegnehmen wollte! Man muss endlich die Ukraine den Ukrainern geben!” (…) Aus dem Kontext ist darum nach unserer Sicht folgerichtig, dass er die Bandera-Kämpfer und deren Taten als Vorbilder für alle heutigen ukrainischen Patrioten preist. Zur Einordnung sei noch gesagt: Im weiteren Verlauf spricht Tjahnibok auch von einer “moskowitisch-jüdischen Mafia”, die die Ukraine regiere. Diese Äußerung zog damala auch ein Strafverfahren nach sich. Dieses Verfahren blieb aber ohne Folgen. Und auf eine Entschuldigung für die unstrittig gebrauchte Formulierung, “Judenschweine und sonstiges Gesindel zu bekämpfen”, wartet die jüdische Gemeinde bis heute

via panorama: “Judenschweine bekämpfen”: Aufruf oder Nacherzählung?

Holocaust denier on French National Front party’s ticket

France’s far-right National Front party placed a Holocaust denier on its list of candidates for the municipal elections in Paris. The candidate, Pierre Panet, wrote in 2012 that he “shares the analysis of Roger Garaudy,” a convicted Holocaust denier. The L’Express daily reported on his candidacy Wednesday. The same year, he told the AFP news agency: “I haven’t changed. I always credit Robert Faurisson, but I refrain from elaborating these theses because it is forbidden by law.” Faurisson was also convicted of denying the Holocaust. He claimed the gas chambers never existed. Panet is running for election on the National Front’s ticket for the 12th arrondissement in eastern Paris. Municipal elections are scheduled to be held on March 23 and March 30.

via jta: Holocaust denier on French National Front party’s ticket

Verherrlichung der Waffen-SS – 1.500 Teilnehmer beim “Tag der Legionäre” in #Riga #waffenss

Wie schon am 16.März in den Jahren zuvor zogen heute 1.500 Angehörige der Lettischen Waffen-SS und Sympathisanten in einem Marsch durch Riga, um der lettischen Waffen-SS-Legion zu gedenken. Nach Angaben der Polizei gab es keine Zwischenfälle – nach Augenzeugenberichten wurde jedoch die angemeldete Gegendemonstration von Polizeikräften eingekesselt und wurde versucht, Demonstrierende abzudrängen.
Schon im Vorfeld waren antifaschistische Proteste behindert worden(dokmz berichtet). Auch TeilnehmerInnen der deutsche Delegation wurden bei der Anreise behindert.

(rk)

NT: Mehr als 240 Bilder sind bei delfi.lv gepostet

siehe auch: Protest gegen Naziprovokation in Riga. Antifaschistische Aktion in Riga. Heute Vormittag haben Antifaschisten aus mehreren europäischen Ländern auf dem Freiheitsplatz in Riga gegen einen geplanten Ausmarsch von SS-Veteranen und ihrer jungen Anhänger protestiert. Am Nationaldenkmal auf dem Freiheitsplatz legten die Antifaschisten, unter ihnen der Präsident der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR), Vilmos Hanti, der Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums, Efraim Zuroff, Vertreter der Organisation »World Without Nazism« und Vertreter von Mitgliedsverbänden der FIR aus verschiedenen Ländern gemeinsam mit lettischen SS-Gegnern Gebinde zu Ehren der Widerstandskämpfer und der Befreier Lettlands vom Faschismus nieder, bevor die SS-Veteranen ihren Aufmarsch starteten.  Die Polizei hielt die Antifaschisten auf dem Platz fest, als die Nazis vorbeizogen. Das erwies sich als unfreiwillige Unterstützung der Protestaktion, denn so wurden die gut 1000 Alt- und Neofaschisten mit den Transparenten der Antifaschisten, die diese in Lettisch und Englisch vorbereitet hatten, und den Fahnen der VVN-BdA, der FIR und anderer beteiligter Organisationen konfrontiert. »Dieser gemeinsame Protest gegen SS-Verherrlichung und Geschichtsfälschung ist ein wichtiges Signal europäischer Erinnerungskultur«, kommentierte Vilmos Hanti. Am Vortag war es zu massiven Behinderungen der Antifaschisten durch die lettischen Behörden gekommen. So wurde eine Gruppe, die mit dem Bus aus Deutschland nach Riga reiste, am Samstag an der Grenze stundenlangen verschärften Kontrollen ausgesetzt, weil unter den Mitfahrern angeblich »gewalttätige Demonstranten« vermutet wurden. Nachdem sich dieser Vorwurf in Luft aufgelöst hatte, konnte der Bus zwar die Grenze passieren, wurde jedoch knapp 40 Kilometer vor Riga erneut von Sicherheitskräften gestoppt und stundenlang an der Weiterfahrt gehindert. Konkrete Vorwürfe gab es nicht, wie die FIR mitteilte.

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