Category Archives: holocaust

Jüdischer Friedhof in Gröbzig – Anlage erneut geschändet

Der jüdische Friedhof in Gröbzig wurde erneut geschändet. Vermutlich in der Nacht zu Sonntag hebelten die Täter die Friedhofstür auf und hinterließen antisemitische Schmierereien sowie Zeichen verfassungswidriger Organisationen. Marion Mendez, die Leiterin des Museum-Synagoge Gröbzig, ist entsetzt. Innerhalb nicht mal eines Jahres ist es auf dem jüdischen Friedhof erneut zu einer Schändung gekommen. Die Nachricht erreichte die Museumsleiterin im Urlaub und macht sie fassungslos. Vermutlich in der Nacht zum Sonntag muss es passiert sein. „Noch dazu am Sabbat“, einem Ruhetag, den das Judentum am siebenten Wochentag begeht. Mendez spricht von antisemitischen Schmierereien und davon, dass die Täter offenbar sehr gewaltbereit waren. Denn die Tür zum Friedhof wurde aus den Angeln gehoben. Hakenkreuze sollen im Eingangsbereich entdeckt worden sein. Sie habe die Jüdische Gemeinde Sachsen-Anhalt bereits informiert, sagt die Leiterin des Museums.

via mz-web: Jüdischer Friedhof in Gröbzig – Anlage erneut geschändet

Protest in Ferguson und St. Louis: US-Polizei nimmt 90-jährige Holocaustüberlebende fest

Hedy Epstein demonstrierte für Gerechtigkeit, nach den tödlichen Schüssen auf Michael Brown aus Ferguson wollte sie ein Zeichen setzen. Dann wurde die 90-jährige Holocaustüberlebende von der Polizei in Kabelbindern abgeführt. “Die Nationalgarde muss weg, die Nationalgarde muss weg.” Mit lauten Rufen und Plakaten marschierte eine Gruppe Protestierender am Montagnachmittag (Ortszeit) in die Innenstadt von St. Louis. Ihr Ziel war das Büro des Gouverneurs von Missouri, Jay Nixon. Er hatte die Nationalgarde in die nahegelegene Kleinstadt Ferguson beordert, wo sie die Unruhen nach dem Tod des schwarzen Teenagers Michael Brown befrieden soll. Die Demonstrierenden forderten Gerechtigkeit für Brown, so berichtet es der Fernsehsender KMOV. Mittendrin befand sich auch eine bekannte Aktivistin. Hedy Epstein, 90 Jahre alt, geboren in Freiburg in Deutschland, überlebte als Kind den Holocaust. Seit Jahrzehnten engagiert sie sich in den USA für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit. Zuletzt hatte sie sich vor allem für Palästina eingesetzt. Bei der Demonstration in St. Louis hielt die 90-Jährige nun eine Rede gegen Polizeigewalt. Im Verlauf der Kundgebung hätten Epstein und acht weitere Mitstreiter sich vor dem Eingang des Bürogebäudes an den Armen untergehakt, berichtet das Wochenmagazin “The Nation” online. Schließlich sei die Menschenkette von der Polizei aufgelöst worden. Videoaufnahmen zeigen, wie mehrere Beamte die alte Frau abführen – die Arme wurden Epstein und ihren Mitstreitern mit Kabelbindern auf den Rücken gebunden. Die Begründung: Sie hätten sich geweigert, die Blockade aufzulösen. Ihnen wird Missachtung des Aufrufs zur Auflösung einer Menge vorgeworfen. Alle neun Demonstranten befinden sich mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

via spon: Protest in Ferguson und St. Louis: US-Polizei nimmt 90-jährige Holocaustüberlebende fest

Alte Kameraden – Hitlers Elite beim Kaffeekränzchen

In Hannover treffen sich Mitglieder der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger. An der Vernetzung zwischen Alt und Jung arbeitet ein Bremer Rechtsextremist. Alle zwei Monate kommt die örtliche Sektion der „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ (ODR) in einer Kaffeestube in der hannoverschen Innenstadt zusammen. Hartmut Weeke, der zu den Zusammenkünften einlädt, will auf Nachfrage eigentlich gar nichts mit den Ritterkreuzträgern zu tun haben. Er habe sich nur um die Witwen der verstorbenen Kameraden gekümmert, man treffe sich nun zum netten Plausch. Dass Weeke der Sektionsleiter der ODR ist, verrät er nicht. 7.318 Soldaten, darunter 438 Waffen-SS-Angehörige, hatten ab 1939 als besondere Auszeichnung das Ritterkreuz erhalten, über dessen Verleihung Adolf Hitler persönlich entschied. Die „Ordensgemeinschaft“ wurde 1954 zur „Pflege und Förderung der Tradition echten Soldatentums“ gegründet. (…) Gräueltaten der Waffen-SS? „Manchmal“, sagt Weeke, „kann man das widerlegen.“ Und: „Der Ami war nicht anders.“ Diese Ansichten finden sich auch im Mitteilungsblatt der ODR, in dem auch Bücher rechtsextremer Verlage angekündigt werden. In der aktuellen Ausgabe, in der einem SS-Hauptsturmführer gedacht wird, beschwert sich etwa ein Ritterkreuzträger, dass Deutschland den gefallenen Soldaten nicht ausreichend gedenkt. Für die „menschliche und politische Katastrophe des Krieges“ trügen die Deutschen „keinesfalls allein die Verantwortung“. „Deutsche Streitkräfte führten den Krieg mit den gleichen Methoden wie die anderen“. (…) Die Zusammenarbeit von jungen und alten Kameraden vorantreiben, das hat sich das Magazin Ein Fähnlein des Bremer Rechtsextremisten Henrik Ostendorf vorgenommen. Ostendorf war Geschäftsführer des NPD-Verlags, setzte sich für den NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke ein. Außerdem vertreibt er Soldatenbiografien, auch Schriften von SS-Mitgliedern.

via taz: Alte Kameraden – Hitlers Elite beim Kaffeekränzchen

Entschädigung für Jägerstätter-Töchter

Die drei Töchter des Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter sollen symbolisch je 5000 Euro erhalten. Mehr als 70 Jahre nach der Ermordung des oberösterreichischen Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter durch die NS-Militärjustiz erhalten die drei Töchter von Jägerstätter und seiner im März 2013 verstorbenen Witwe Franziska von der Republik eine symbolische Entschädigung. Den drei zwischen 1937 und 1940 geborenen Waisen wurden vom Nationalfonds je 5000 Euro zugesprochen. Dass der Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus an die Töchter des 2007 seliggesprochenen Wehrdienstverweigerers Jägerstätter den bescheidenen Betrag auszahlt, war lange Zeit umstritten. Wie vom Standard damals berichtet, wurde ein entsprechender Antrag, den die drei Töchter nach dem Tod ihrer Mutter gestellt hatten, vom Sozialministerium im Juli 2013 abgelehnt.

via derstandard: Entschädigung für Jägerstätter-Töchter

Ukrainische Klubs werden einverleibt

Kiew protestiert dagegen, dass Krim-Klubs im russischen Pokal antreten. Zu Recht. Aber war nicht Rapid Wien mal Deutscher Meister? Die Empörung ist groß und alles andere als unbegründet. Die drei Fußballklubs Tawrija Simferopol, PFK Sewastopol und Schemtschumschina Jalta liefen am Dienstag zu Spielen um den russischen Pokal auf. Es sind Vereine von der Krim, und die wurde illegal von Russland annektiert. Nun protestiert der ukrainische Fußballverband FFU. „Wir haben gesehen, wie ukrainische Klubs von der Krim widerrechtlich und willkürlich durch die Exekutive des russischen Verbandes einverleibt wurden“, schreibt FFU-Präsident Anatoli Konkow an die Fifa, von der er verlangt, sie möge bitte den russischen Verband bestrafen. „Wir warten auf Ihre prompte Antwort und die Klärung der ‘Krimfrage’. Die Zukunft des ukrainischen und des Weltfußballs liegt in Ihren Händen.“ Verzwickt ist vielleicht das ehrlichste, was sich als Kommentar zu den sportpolitischen Folgen der Krimkrise formulieren lässt. Nach der Annektion der Krim hatten die Klubs bei der Fifa um Erlaubnis gebeten, künftig in der russischen Premjer-Liga zu kicken. Daraufhin hatte die FFU sie ausgeschlossen. Nach Umbenennungen, Neugründungen und anderen Tricks sind alle drei Vereine nun unter dem Dach des russischen Fußballverbands gelandet, wo sie in Liga und Pokalwettbewerb mitkicken. Der bloße Umstand, dass Vereine des einen Landes in der Liga eines anderen spielen, ist alles andere als ungewöhnlich: Das nordirische Derry City spielt in der League of Ireland, der FC Vaduz in der Schweizer Liga, und der AC Monaco in der Ligue 1 in Frankreich. Sogar ein Beispiel ist bekannt, bei dem nach einer völkerrechtswidrigen Einverleibung eines Landes ein annektierter Klub Landesmeister wurde: Rapid Wien gilt bis zum heutigen Tag als Deutscher Fußballmeister 1941. Niemand, weder Fifa, noch Uefa, noch DFB haben jemals eine sporthistorische Korrektur vorgenommen, wonach der damalige Meistertitel als ungültig anzusehen ist.

via taz: Ukrainische Klubs werden einverleibt

Nazi-Sprache – Begriffe, die nicht “totzukriegen” sind

Auch Generationen nach Ende der NS-Zeit sind wir Geiseln der nationalsozialistischen Sprache. Ein neues Buch zeigt, welche Wörter die Nazis erfanden, um aus Propaganda grausame Realität zu machen. In Steven Spielbergs Film “Schindlers Liste” entspann sich in einer Sequenz ein kurzer linguistischer Dialog die Semantik betreffend: Schindlers Sekretär Itzak Stern gab zu Bedenken: “In den Weisungen aus Berlin ist immer häufiger von ‘Sonderbehandlung’ die Rede. Ich hoffe, das ist nicht, was sie meinen”. Schindler: “Vorzugsbehandlung, einverstanden? Müssen wir eine ganz neue Sprache erfinden?” Darauf Stern: “Ich glaube schon”.  (…) Biologistische Sprachmuster waren für die NS-Sprache immanent. Absoluter Tiefpunkt der sprachlichen Entwürdigung von Menschen waren auf Juden und slawische Volksgruppen gemünzte Begriffe wie “Parasiten”, “Untermensch”, auch “Minderrassige”. Fast gleichzeitig waren 1945/46 Viktor Klemperers “LTI. Die unbewältigte Sprache” in Ost- und Sternbergers/Storz’/Süskinds “Wörterbuch des Unmenschen” in Westdeutschland als fundamentale Sprachkritiken über die Sprache des Nationalsozialismus erschienen, beides sind Standardwerke. Es mussten fast 70 Jahre vergehen, bis sich Horst Dieter Schlossers NS-Sprachgeschichte als weiteres Standardwerk hinzugesellt hat. Eine scharfe sprachgeschichtliche Zäsur war die Inmachtsetzung Hitlers gewiss nicht. Lange vor der NS-Diktatur gab es bereits eine starke mentale Sprachdisposition, die von den Nationalsozialisten für ihre Zwecke nur ausgebeutet zu werden brauchte: Die propagandistische Stärke der NS-Idiomatik bestand in der semantischen Engführung der bereits vorhandenen Begrifflichkeiten.

via welt: Nazi-Sprache – Begriffe, die nicht “totzukriegen” sind

Wer war Klara aus Šentlipš/Sankt Philippen?

Kärntner Slowenen und Sloweninnen als Opfer des NS-Regimes. Eine soeben herausgekommene, akribische Dokumentation zeigt nun: Die Zahl der Opfer war bei Weitem höher als bisher angenommen. Nach einem Forschungsaufenthalt beim Internationalen Suchdienst im hessischen Bad Arolsen war der Kärntner Historikerin Brigitte Entner klar: Die Zahl der Kärntner Sloweninnen und Slowenen, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung geworden sind, war weit höher als angenommen. Bisher ging man davon aus, dassungefähr 300 Personen im Zuge der Verfolgungsmaßnahmen und im aktiven Widerstand ihr Leben lassen mussten. Bei genauem Hinsehen stellte sich jedoch heraus, dass nur ein Bruchteil der Opfer bekannt ist und dass all jene Kärntner Sloweninnen und Slowenen, die nicht Teil der zögerlichenösterreichischen Erinnerungskultur oderdes slowenischen Gedenkens der zwangsweise Ausgesiedelten und des Kärntner Partisanenverbandes sind, in Vergessenheit gerieten. Wie kam es dazu, dass diese Menschen aus der kollektiven Erinnerung verschwanden, warum blieben sie unerwähnt und unbemerkt, wieso wurden sie in den Wirren des Erinnerns wie Treibgut an den Rand des Vergessens gespült? Die Wege des Verschwindens sind komplex. Sie haben zunächst mit der speziellen österreichischen Vergesslichkeit, mit derverschleppten politischen Aufarbeitung der Nazizeit zu tun. Sie haben mit bürokratischen und politischen Hürden zu tun, die es den Hinterbliebenen kaum erlaubten, ihre Toten als Opfer eines mörderischen Systems zu sehen. Viel zu lange wurden zum Beispiel Personen, die aufgrund kritischer Äußerungen in diverse KZs verbracht wurden, ebenso wie Deserteure und Kriegsdienstverweigerer nicht zu den Opfern gezählt. (…) In den Lebensläufen ist erkennbar, wie der Widerstand in Kärnten funktionierte und wie die Partisanenbekämpfung der Nazis im Terror gegen die slowenische Zivilbevölkerung gipfelte. Alles, was in friedlichen Zeiten unter Nachbarn, Freunden und Verwandten als selbstverständlich und als erstrebenswert galt, wie Gastfreundschaft, Hilfe in Not, Solidarität, Zusammenhalt, wurde von den Nazis als Hochverrat geahndet und bestraft. Hier wurden die Widerständigen mit dem Leid ihrer Familien bekämpft. Am Ende der Lebensläufe taucht allzu oft, wie das Amen im Gebet, der Name eines Konzentrationslagers als Endpunkt auf, auf den diese Menschen zusteuerten.

via diepresse.com: Wer war Klara aus Šentlipš/Sankt Philippen?

Sachbeschädigung auf Jüdischen Friedhof in Sondershausen

Der Polizei wurde ein Sachbeschädigung am Jüdischen Friedhof gemeldet. Dazu gibt es folgende Meldung der Landespolizeiinspektion Nordhausen, verbunden mit der Bitte um sachdienliche Hinweise (…) Die eingesetzten Polizeibeamten stellten fest, dass unbekannte Täter den Friedhofszaun auf etwa drei Meter Länge beschädigt und einen Grabstein umgestoßen haben. Eine unmittelbare Absuche des Waldgebietes und der angrenzenden Wohngebiete blieben erfolglos. Ein Fährtenhund wurde eingesetzt und am Tatort wurden Spuren gesichert.

via nnz online: Sachbeschädigung auf Jüdischen Friedhof in Sondershausen

Unbelehrbar: Tochter von Nazi-Bestie Himmler wird 85

Gudrun B., die Tochter von Heinrich Himmler, feiert am Freitag ihren 85. Geburtstag. Mit der Presse spricht sie nicht – schlechte Erfahrungen. Sehr viel gesprächiger ist sie im Kreis des SS-Veteranenvereins, in dem sie sich engagiert. Reichsführer-SS, Chef von Gestapo und Polizei, KZ-Kontrolleur, Hauptverantwortlicher für den Holocaust, Herr über Leben und Tod: Nur der „Führer“ war im Dritten Reich noch mächtiger – und genauso grausam und gnadenlos wie Heinrich Himmler. Eine, die das noch immer ganz anders sieht und ihn glühend verehrt, ist seine in München lebende Tochter Gudrun. Am Freitag wird sie 85 Jahre alt und sieht keinen Grund, ihre Meinung zu ändern. Im Süden der Stadt, in Fürstenried, lebt Gudrun B. seit vielen Jahren mit einem Mann an ihrer Seite, der bei der NPD im Landesvorstand saß und publizistisch braunes Gedankengut verbreitet. Das ist ganz in ihrem Sinn. „Meine Ehre ist Treue“, den Wahlspruch, der schon für ihren Vater und die SS das Credo war, hält sie mit unbeugsamer Beharrlichkeit am Leben. (…) Sehr viel gesprächiger ist Gudrun B. im Kreis des SS-Veteranenvereins „Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte“, der jahrzehntelang als „gemeinnützig“ anerkannt war. Selbst grausamste NS-Täter werden von ihr und ihren Gesinnungsgenossen zu Opfern stilisiert, denen man helfen muss. Die Tochter Heinrich Himmlers ist das prominenteste Mitglied des Vereins, ihr hören alle andächtig zu. Auf bloßes Reden ist ihre Aktivität allerdings nicht beschränkt. (…) „Püppi“, wie sie von ihrem Vater genannt wurde und „Nazi-Prinzessin“ von der Bevölkerung, begleitete Himmler mehrfach bei offiziellen Anlässen. Auch beim Besuch im KZ Dachau war sie dabei und notierte voller Begeisterung: „Heute haben wir das Konzentrationslager in Dachau besucht. Wir schauten uns so viel an, wie wir konnten. Wir sahen die Gartenarbeiten. Wir sahen die Birnbäume. Wir sahen all die Bilder, die Häftlinge gemalt hatten. Wunderbar.“

via tz: Unbelehrbar: Tochter von Nazi-Bestie Himmler wird 85

Nicht vom Himmel gefallen

Gerhard Feldbauers Einführung in den antifaschistischen Widerstand Italiens ist eine im besten Sinne politische Publikation. Mit Gerhard Feldbauers neuem Buch »Die Resistenza. Italien im Zweiten Weltkrieg« legt die Basiswissen-Reihe des PapyRossa-Verlags nach Peter Raus »Der Spanienkrieg 1936-39« nun ein weiteres Einführungsbuch zu einer dezidiert unter antifaschistischen Vorzeichen stehenden militärischen Auseinandersetzung im 20. Jahrhundert vor. Anders als der Spanische Bürgerkrieg war der als Resistenza bezeichnete Kampf gegen die deutschen und italienischen Faschisten für die demokratischen Kräfte erfolgreich. Während die wenigen überhaupt im deutschen Buchhandel erhältlichen Werke zum Thema ihren Blick meist auf die Endphase des Weltkriegs richten, zeigt der Historiker Feldbauer die Ursachen und Triebkräfte der Errichtung der faschistischen Diktatur in Italien nach 1922 und stellt die unterschiedlichen Trägergruppen des Widerstands vor, wobei er der Darstellung der Bündniskonzeption des Marxisten Antonio Gramsci ein besonderes Augenmerk widmet. Dabei wird deutlich, daß die Resistenza 1943 während der Besetzung Norditaliens durch die Armeen Hitler-Deutschlands und der Installierung der als »Sozialrepublik« bemäntelten faschistischen Marionettenregierung nicht plötzlich vom Himmel fiel. Sie war das Ergebnis eines Jahrzehnte währenden antifaschistischen Widerstands, in dem die Kommunistische Partei Italiens eine tragende Rolle einnahm. Als Hauptakteur bildet sie daher den Dreh- und Angelpunkt der Darstellung.

via jw: Nicht vom Himmel gefallen

Tory adviser played host to world’s most notorious Holocaust denier

A special adviser to a Conservative cabinet minister played host to David Irving — the world’s most notorious Holocaust denier — at an event while a student in 2007. As chair of the Oxford Union, Luke Tryl, now an aide to the new education secretary Nicky Morgan, reaped a whirlwind of controversy after he invited Irving to a debate alongside then BNP leader Nick Griffin. ‘Historian’ Irving, whose Holocaust revisionism and denial has been comprehensively dismissed by academics, was invited on grounds of free speech — despite the credibility that the prestigious union and its links with the city’s university threatened to lend his views. In a 2000 legal case in which a judge ultimately branded Irving “a racist, an anti-Semite and an active Holocaust denier”, the court heard: “Irving has fallen so far short of the standards of scholarship customary amongst historians that he does not deserve to be called a historian at all.”

via politicalscrapbook: Tory adviser played host to world’s most notorious Holocaust denier

Toskana-Massaker 1944 : Wird Hamburger NS-Täter zur Rechenschaft gezogen?

Gibt es Jahrzehnte nach dem brutalen Mord der Nazis an mehreren Hundert Zivilisten im Bergdorf Sant’Anna di Stazzema doch noch Gerechtigkeit? Eine Entscheidung des OLG Karlsruhe gibt den Überlebenden Hoffnung. 70 Jahre nach einem NS-Massaker in der Toskana könnte ein in Hamburg lebender Beschuldigter doch noch zur Rechenschaft gezogen werden. Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe entschied laut einer Mitteilung vom Dienstag, dass gegen einen damaligen Kompanieführer Anklage erhoben werden kann und damit Entscheidungen anderer Instanzen aufgehoben werden. Bei dem Verbrechen in dem Bergdorf Sant’Anna di Stazzema im August 1944 hatte die Waffen-SS 560 Menschen erschossen oder mit Handgranaten umgebracht. „Das ist ein Riesenerfolg“, sagte die Rechtsanwältin Gabriele Heinecke in Stuttgart zu der Entscheidung. Sie vertritt den Vorsitzenden der Organisation der Angehörigen und Überlebenden des Verbrechens, Enrico Pieri. Sie hoffe, dass jetzt unverzüglich Anklage gegen den 93-Jährigen erhoben werde. Er habe jahrelang unbehelligt in Hamburg gelebt, obwohl er in Italien bereits zu lebenslanger Haft wegen vielfachen Mordes verurteilt worden sei. Auslieferungshaftbefehle der Italiener seien erfolglos geblieben. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ist nun für den Fall zuständig. Die Karlsruher Richter wischten mit ihrem Beschluss frühere Bescheide der Staatsanwaltschaft Stuttgart und der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart vom Tisch. Die Staatsanwaltschaft hatte 2012 die Ermittlungen eingestellt, weil den damals noch 17 in Deutschland lebenden Beschuldigten keine Morde hätten nachgewiesen werden können. Die Überlebenden erhoben Beschwerde dagegen, die aber von der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart 2013 verworfen wurde. Dagegen hatten die Angehörigen-Anwältin und ihr Mandant, der das Massaker im Versteck überlebt, aber seine ganze Familie verloren hatte, eine Erzwingung der Anklage beim OLG beantragt. Der Kompaniechef ist einer von fünf Beschuldigten, die der Antrag ursprünglich betroffen hatte. Diesem gab das OLG nur im Fall des Befehlshabers Recht: Es bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass der Offizier wegen Mordes oder zumindest wegen Beihilfe dazu verurteilt werde. Dabei stützen sich die Richter des 3. Strafsenats nach eigenen Angaben auf Aussagen von Zeugen sowie historische Gutachten.

via shz: Toskana-Massaker 1944 : Wird Hamburger NS-Täter zur Rechenschaft gezogen?

siehe auch: Nazi-Massaker von Sant Anna Justiz muss weiter ermitteln. Fast siebzig Jahre nach dem Nazi-Massaker von Sant Anna 1944 gibt es eine überraschende Wende bei dessen Aufarbeitung. Die von der Staatsanwaltschaft Stuttgart im Herbst 2012 eingestellten Ermittlungen müssen nun doch wieder aufgenommen werden – nämlich im Fall des damals verantwortlichen Kompanieführers. Dies hat das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe entschieden und damit einem Klageerzwingungsantrag eines Überlebenden von Sant Anna Recht gegeben. Da der beschuldigte Ex-Offizier heute in Hamburg, also außerhalb des OLG-Bezirks lebt, konnten die Richter keine Anklage erzwingen. Sie verpflichteten die Stuttgarter Ermittler aber, das Verfahren an die dortige Staatsanwaltschaft abzugeben. Mit der Entscheidung stellte sich der 3. Strafsenat gegen die Staatsanwaltschaft und die Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart, die auch von Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) unterstützt worden waren. Anders als von ihnen angenommen bestehe sehr wohl ein hinreichender Tatverdacht. Eine Verurteilung wegen Mordes oder zumindest Beihilfe dazu sei wahrscheinlich, „sodass genügender Anlass zur Anklageerhebung besteht“. „Keine vernünftigen Zweifel“ an Verantwortung Unter Berufung auf Zeugen und historischen Gutachten konstatiert das Gericht, dass der heute 93-jährige Beschuldigte damals Führer einer SS-Panzergrenadierkompanie gewesen sei. Als solcher sei er hinreichend verdächtig, für die Ermordung Hunderter Zivilisten strafrechtlich verantwortlich zu sein. Für den Senat bestanden insbesondere „keine vernünftigen Zweifel“, dass die Befehle – die dem kommandierenden Offizier bekannt waren – „nicht auf die Partisanenbekämpfung beschränkt, sondern von vornherein auf die Vernichtung der Zivilbevölkerung . . . gerichtet waren“. Damit widerspricht das OLG einem zentralen Argument, mit dem der frühere Oberstaatsanwalt Bernhard Häußler nach zehn Jahren die Einstellung der Ermittlungen begründet hatte.

Memorial in Sant’Anna di Stazzema (cropped)

Minister Balog: Es gab keine Deportationen von Roma aus Ungarn

Staatliche Geschichtsfälschung auf neuen Höhen: Ausgerechnet anlässlich des Roma-Holocaust-Gedenktages erklärte der für die Romaintegration zuständige Minister Zoltán Balog, aus Ungarn habe es keine Deportationen von Roma in die Vernichtungslager der Nazis gegeben. Kritiker sehen den Straftatsbestand der partiellen Holocaustleugnung erfüllt.  Ein guter Zeitpunkt für den Vorsitzenden des Zentralrats der Sinti und Roma in Deutschland Romani Rose, seinen ungarischen Verdienstorden zurückzugeben.. Als „Porajmos“ (dt. „das Verschlingen“) wird in Romanes der Genozid an den Sinti und Roma während der Zeit des Nationalsozialismus bezeichnet. Am 2. August 1944 wurden fast 3000 Sinti und Roma im KZ Auschwitz-Birkenau von den Nazis ermordet, darunter viele aus Ungarn.  Jedes Jahr am 2. August wird in Ungarn an die Opfer des Porajmos erinnert, auch von staatlicher Seite. Minister für Humanressourcen Zoltán Balog (Fidesz), der auch für die Romaintegration zuständig ist, erklärte anlässlich des Gedenktags im staatlichen Kossuth Radio, aus Ungarn habe es keine Deportationen von Roma in die Vernichtungslager der Nazis gegeben, und eine übertriebene Opfermentalität erzeuge Schizophrenie wie im Fall der jüdischen Holocaustüberlebenden und ihren Nachkommen. Die größte Tragödie für die Roma, so Balog, sei weniger der Holocaust, sondern dass sie ein “Volk ohne Geschichte” seien.  Im Kontext der Mordserie an Roma 2008/09, deren letzter Mord ausgerechnet am 2.August 2009 verübt wurde, sagte Balog “ironisch”,  “die Mörder besaßen offenbar einen Sinn für Stil, ihren Haß auf diese Volksgruppe auf diese Weise zu zeigen.”  Blog Vastagbőr erinnert in diesem Zusammenhang an geltendes Recht: “Wer vor großer Öffentlichkeit die Würde der Opfer des Holocaust verletzt, indem er die Tatsache des Holocaust leugnet, anzweifelt oder verharmlost, begeht eine Straftat und ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu belangen.” Das Roma-Pressezentrum (auf der schwarzen NGO-Liste der ungarischen Regierung), reagierte mit Zitaten aus Berichten von Holocaust-Überlebenden, die im Herbst 1944 von ungarischen Gendarmen zuerst in Komárom interniert und dann nach Auschwitz und andere Vernichtungslager deportiert wurden. Sie stammen aus dem vom Roma Pressezentrum 2000 herausgegebenen Band “Porrajmos”, auf Romanes, Ungarisch und Englisch (s.u.). Iván Andrassew weist in der Népszava darauf hin, dass der ungarische Staat keine Mittel für zivile Gedenkveranstaltungen des Roma-Holocaust bewilligt hatte, und das Denkmal der Deutschen Besatzung keine Aufschrift auf Romanes bekam.

via pusztaranger: Minister Balog: Es gab keine Deportationen von Roma aus Ungarn

Romanian watchdog outraged by ad for lampshade made of human skin

A Romanian watchdog on anti-Semitism complained to police about the sale online of an item advertised as a lampshade made of the skin of a Holocaust victim. The lampshade was advertised online by an unidentified individual from Targu Jiu, located 145 miles northwest of Bucharest, who priced the lapshade at $26,800, the Antena 1 news channel reported on Saturday. The Center for Monitoring and Combating Antisemitism in Romania, or MCA Romania, wrote a letter to the county’s police and to Romanian Police Chief Viorel Salvador Caragea to prevent “this despicable trade,” which MCA Romania said is “outrageous and macabre.”

via jta: Romanian watchdog outraged by ad for lampshade made of human skin

Anne Frank arrested 70 years ago today: Read her last diary extract

Anne Frank, the young Jewish diarist celebrated for her courage and resilience while confined to a secret annex during the Second World War, was arrested 70 years ago today. On 4 August 1944 the Frank family, along with the other four people hiding in the annex on Prinsengracht in Amsterdam, were arrested following an anonymous tip given to police. The story of Anne Frank, her years of hiding and eventual capture by the Nazis is one of the best known of WWII. The Frank family departed Germany in 1933 and travelled to Holland to escape the growing anti-Semitism experienced by the Jewish community following Hitler’s election. After Anne’s sister Margot received a call-up letter for work in Germany from their home in occupied Holland, the Frank family were hidden in the secret annex behind Otto’s office in 1942, by his office manager Miep Gies. Anne Frank writing in her diary Anne Frank writing in her diary Anne’s diary, which was addressed to “Kitty”, covers a period of two years, from June 1942, until the days before the family’s capture, and describes the lives of herself and her family in the weeks before they went into hiding, and then of their lives alongside fellow refugees Hermann, Auguste and Peter Van Pels, and Fritz Pfeffer in the annex. It documents her relationship with her family, and her experience of self-discovery as a young teenager while living in hiding. On the morning of 4 August, an anonymous tip was given to the security police, known as Sicherheitsdienst, and SS-Oberscharfuhrer Karl Silbernba, who arrived at the house on Prinsengracht aided by Dutch police in order to seize the Jews in hiding.

via independent: Anne Frank arrested 70 years ago today: Read her last diary extract

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 776 other followers