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Das #Thinghaus in #Grevesmühlen – Ein Blick in den braunen Abgrund

Ein geselliger Familiennachmittag sollte es werden, ausgerechnet im Nazi-Treffpunkt Thinghaus. Wir sahen uns dort um. Ergebnis: Ein „Führer“, eine Holocaust-Leugnung und brauner Kuchen – uns ist der Appetit vergangen. Ein gut 2,50 Meter hoher Palisadenzaun aus massivem Holz macht das Gelände zu einer Festung, auf dem Holz-Wall liegt messerscharfer Stacheldraht. Auch ein Wachturm ist zu sehen und lässt eher an ein Straflager denken. Davor stehen mehrere breitschultrige Herren, vorzugsweise mit kahlem Kopf. Sie tragen weite, schwarze Hosen und schwarze Lederwesten. Mehrere Schilder warnen vor Hunden. Und über der Eingangstür hängt eine Videokamera. Am Eingang wehen mannshohe Fahnen mit dem NPD-Logo. Auf dem T-Shirt des einen Mannes prangt der Schriftzug „Nationaler Sozialist“. Die Anlehnung an die wohl dunkelste Epoche der Neuzeit fällt nicht nur auf, sie ist gewollt. Denn wir sind nicht irgendwo, und nicht irgendwer will uns Kaffee und Kuchen kredenzen. Das „Thinghaus“ in Grevesmühlen hatte zu einem „geselligen Familiennachmittag“ eingeladen. (…) Den Kuchen gäbe es drinnen, so heißt es. Als wir eintreten wollen, werden wir höflich aber bestimmt gestoppt. Wir würden geführt, heißt es. Als wir uns vorstellen, bleibt er seinen Namen schuldig. Er wird wohl wissen, warum. Denn sein Gesicht ist inzwischen in ganz Deutschland bekannt. Er ist seit Jahren einer der Einpeitscher der braunen Horden. Er ist zwölf Mal vorbestraft, auch wegen brutaler Angriffe auf Ausländer. Die NPD hatte damit aber offensichtlich kein Problem. Schließlich saß er für die Rechtsextremen im Kreistag und im Landesvorstand. Hausbesitzer war bis Anfang Februar in Haft In dem uns zugewiesenen „Führer“ erkennen wir Sven Krüger. Der 40-jährige Abrissunternehmer aus dem nahen Jamel ist sozusagen der Hausherr. Er hatte das 2000 Quadratmeter große Gelände 2009 gekauft. Sein Firmenlogo zierte ein Arbeiter, der mit einem Vorschlaghammer einen Davidstern, das Symbol des Staates Israel und des Judentums, durchschlug. Er scheint die freie Luft zu genießen. Schließlich saß Krüger bis Anfang Februar in Haft. Wegen „guter Führung“ wurde er auf Bewährung entlassen. Am Tag seiner Haftentlassung postete er „geläutert“ im Internet: „Wir werden siegen, irgendwann einmal. Und ich lebe nur für diesen einen Tag.“ (…) Auffällig viele kleine Kinder sind da. Sie laufen mit Zetteln durch den Raum und absolvieren wohl so eine Art Suchspiel. Als eines der Kinder nicht findet, was es finden soll, deutet ein Mann auf eben jenen Spruch an der Decke. Brav schreibt das Kind den Spruch ab und sucht weiter. An der Türseite bittet die „Gemeinschaft Deutscher Frauen“ um Spenden. Wofür bleibt offen, zumindest heute. Die Stimmung ist gruselig. Wir haben den Eindruck, dass jeder unsere Schritte beobachtet wird. Wo wir uns auch hinwenden, ständig verfolgen uns mehrere Augenpaare argwöhnisch. Man kennt sich hier. Und an dem „Tag der offenen Tür“ bleiben wir die einzigen Fremden. Intern bleibt damit auch eine Art Wandzeitung, aufgehängt gegenüber vom Büro des amtierenden NPD-Vorsitzenden Udo Pastörs. Deutlich prangt dort ein Plakat mit der Aufschrift „Mord“. Darunter ein Bild von Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess. Allerdings wird ihm hier nicht die Schuld am millionenfachen Morden der Nazis und der industriellen Vergasung jüdischer Menschen in den Konzentrationslagern vorgeworfen. Nein! Die lebenslange Haft, zu der ihn das internationale Militärgericht in Nürnberg 1946 verurteilt hatte, wird hier als Mord auf Raten bezeichnet.

via nordkurier: Das Thinghaus in Grevesmühlen – Ein Blick in den braunen Abgrund

#Kriminalgeschichte des #Christentums – Auf der #Rattenlinie

Lichtstrahl für Kriegsverbrecher: Papst Franziskus hat Papst Paul VI. selig gesprochen. Papst Paul VI. und seine Verbündeten: Hier ernennt er einen seinen späteren Nachfolger zum Kardinal und zwar den Herrn Joseph Ratzinger. Seit Jorge Mario Bergoglio, auch Papst Franziskus genannt, im Büßerhemd den Katholizismus regiert, verheisst er verschiedene Reformen, um die nach Zehntausenden zählenden Kirchenaustritte zu stoppen. Medial hat er jedenfalls Erfolg. Seine jüngste Synode wurde als »Lichtstrahl« auf dem Weg zu einer »moderneren und offeneren Kirche« gepriesen. Was von dieser Propaganda zu halten ist, zeigte sich, als Franziskus am Ende dieser Synode, die den katholischen Spezialthemen Sex, Ehe und Familie gewidmet war, Paul VI. (1963–1978) seligsprach. Denn damit stellte sich Franziskus in die Tradition des Bündnisses der Kurie mit dem Faschismus, die Pius XI. unter Mussolini begründet hatte und das von allen folgenden Päpsten nicht in Frage gestellt wurde. Einzige Ausnahme ist Johannes XXIII. (1958–1963), bzw. Angelo Giuseppe Roncalli, der als päpstlicher Gesandter im Zweiten Weltkrieg unzählige Juden vor dem Holocaust retten konnte. Als Paul VI. noch der Kardinal Giovanni Battista Montini war, organisierte er 1945 die Flucht von Nazikriegsverbrechern aus Europa über die sogenannte Rattenlinie nach Argentinien. Ein diplomatischer Dunkelmann wie aus dem vatikanischen Lehrbuch: Den Palastverschwörern, die 1943 nach der Landung alliierter Truppen auf Sizilien Mussolini stürzten, sagte Montini die Unterstützung des Vatikans zu – unter der Bedingung, dass die »innere Ordnung« beibehalten werde. Das hieß im Klartext, »sich von Mussolini und den Deutschfreundlichen zu befreien, das System aber zu erhalten«, wie die US-Zeitschrift Life später schrieb. Zu den durch Montini nach Kriegsende ihrer gerechten Strafe entzogenen Faschisten gehörten unter anderem Martin Borman, Adolf Eichmann, Josef Mengele, Franz Sprangl (Kommandant der Vernichtungslager von Sobibor und Treblinka) und die Führungspitze der kroatischen Ustascha um Ante Pavelic. Mindestens 300 der Ausgeschleusten waren in Europa bereits als Kriegsverbrecher angeklagt oder schon abgeurteilt, wie der argentinische Historiker Uki Goni in seinem Buch »Odessa« (Berlin/Hamburg 2006) recherchiert hat.

via jw: Kriminalgeschichte des Christentums – Auf der Rattenlinie

Die #Universität unter dem #Kruckenkreuz

Noch immer sind die Folgen des Austrofaschismus für die Wissenschaft kaum erforscht. Sie könnten viel fataler gewesen sein als bisher angenommen Am Morgen des 22. Juni 1936 herrscht im Hauptgebäude der Uni Wien geschäftiges Treiben. Der Philosophieprofessor Moritz Schlick ist auf dem Weg in den Hörsaal 41, wo er seine Vorlesung halten will. Auf der Stiege stellt ihn ein Mann, den er fürchtet: Hans Nelböck hat bei ihm fünf Jahre zuvor dissertiert – und ihm bereits zweimal mit Mord gedroht. “So Hund, du verfluchter, jetzt hast du es!”, schreit Nelböck und feuert viermal auf seinen Doktorvater. Eine der Kugeln aus der Pistole durchdringt das Herz des Opfers, Schlick stirbt noch vor dem Eintreffen ärztlicher Hilfe. Am Tatort ist heute eine Tafel in den Boden eingelassen, die an das Attentat erinnert: “Moritz Schlick, Protagonist des Wiener Kreises, wurde am 22. Juni 1936 an dieser Stelle ermordet. Ein durch Rassismus und Intoleranz vergiftetes geistiges Klima hat zu dieser Tat beigetragen.” Bei Prüfung der Faktenlage bleibt freilich umstritten, wie groß dieser Beitrag tatsächlich war: Beim Täter war bereits zuvor eine schizoide Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden. Die Vergiftung des geistigen Klimas zeigte sich eher an den Reaktionen auf die Tat. So schrieb ein “Prof. Dr. Austriacus” in einem katholischen Wochenblatt, dass im Fall Schlick “der unheilvolle geistige Einfluss des Judentums an den Tag” gekommen sei. Der Text, der vom Unidozenten Johannes Sauter stammte, endete mit der Forderung, dass “auf die philosophischen Lehrstühle der Wiener Universität im christlich-deutschen Österreich christliche Philosophen” gehören – in Verkennung der Tatsache, dass Schlick selbst Protestant war. (…) Der austrofaschistische Unterrichtsminister habe vor Kollegen des Cartellverbands gefordert: “Jede frei werdende Lehrkanzel muss, wenn der entsprechende Mann vorhanden ist, mit einem Hochschullehrer von vaterlandstreuer und womöglich auch noch besonders christlicher Gesinnung besetzt werden.” Eine gewisse Anzahl Unbelehrbarer müsse “einfach ausgeschaltet werden”. Dazu zählten vor allem, aber nicht nur Unilehrer, die mit dem Nationalsozialismus sympathisierten: Allein an der Universität Wien wurden mehr als ein Dutzend von ihnen pensioniert oder verloren die Lehrberechtigung. “Linke Professoren hingegen waren an der Universität Wien 1933/34 kaum mehr vorhanden”, sagt Erker. “Die waren von der bis Ende 1932 bestehenden Allianz von antisemitischen Christlichsozialen und Deutschnationalen, die bis dahin die Uni dominierten, weggemobbt worden. Linke, Liberale, Juden und Frauen hatten damals längst keine Chancen mehr auf eine Karriere.”

via derstandard:Die Universität unter dem Kruckenkreuz

The ordinary faces of evil: Mugshots of female Nazi concentration camp guards

Though their actions were monstrous, they are not monsters. There are no horns, no sharp teeth, no demonic eyes, no number of the Beast. They are just ordinary women. Mothers, sisters, grandmothers, aunts, widows, spinsters. Ordinary women, ordinary human beings. In the photographs they look shameful, guilty, scared, brazen, stupid, cunning, disappointed, desperate, confused. These women were Nazi guards at the Belsen-Bergen concentration camp during the Second World War, and were all tried and found guilty of carrying out horrendous crimes against their fellow human beings—mothers, fathers, sisters, brothers, daughters, sons. Interesting how “evil” looks just like you and me.

via dangerousminds: The ordinary faces of evil: Mugshots of female Nazi concentration camp guards

Legionäre des Faschismus

Im spanischen Bürgerkrieg (1936–1939) kämpften Soldaten aus ganz Europa. Die Österreicher aufseiten Francos wurden lange Zeit gerne vergessen (…) Wie er schlossen sich viele Österreicher dem Kampf der spanischen Nationalisten an: Ihre Zahl dürfte in die Tausende gegangen sein. Nach 1945 wollte man von diesen Legionären des Faschismus aber nichts mehr wissen. Es dominierte die Erinnerung an jene Kämpfer, die sich als Freiwillige auf die Seite der Republik geschlagen hatten. Die heroischen Schicksale roter Spanienkämpfer füllen mittlerweile ganze Bücherregale.
Erst heute, 75 Jahre nach dem Ende des spanischen Bürgerkrieges, ist mehr über jene bekannt, die für Franco zur Waffe griffen. Der junge Historiker Jakob Matscheko hat in einer Diplomarbeit die erste Untersuchung zu diesem Thema vorgelegt. In Spanien standen sich die Sieger und Verlierer des österreichischen Bürgerkrieges von 1934 erneut gegenüber. Der spanische Bürgerkrieg war zu einem Kampf der Systeme hochstilisiert worden, an dem ganz Europa Anteil nahm. Ein Haufen recht unorganisierter Abenteurer zog für die linke Volksfront-Regierung in den Krieg, während sich Franco auf die Hilfe regulärer Verbände aus Deutschland und Italien verlassen konnte. Doch es gab auch eine militärisch weniger bedeutende Zahl an Freiwilligen, die sich ihm anschlossen. Vorwiegend Engländer, Iren, Franzosen und Weißrussen – und einige Österreicher. Im August 1938 dienten 1.248 Mann aus 37 Nationen in der spanischen Fremdenlegion, aber auch in anderen Truppenteilen kämpften Ausländer für die Nationalisten. Viele von ihnen waren katholisch und wütend darüber, mit welcher Kompromisslosigkeit die Republikaner gegen die Kirche, die Besitzrechte der Oligarchie und die sozialen Hierarchien vorgingen. Vor allem aber wollten sie den Kommunismus bekämpfen und seinen vermeintlichen Vormarsch in Europa stoppen. (…) Die meisten Österreicher auf Seite der Nationalisten reisten erst später nach Spanien und kamen aus den Reihen der österreichischen Legion – jenes Kampfverbandes, der zeitweise aus bis zu 15.000 österreichischen Nationalsozialisten bestand, die nach dem fehlgeschlagenen Putsch von 1934 nach Deutschland geflohen waren. Zeitungsberichten zufolge kämpften bis zu 3.800 Mann von ihnen in Spanien. Aus den Reihen des Bundesheeres, das 1938 in der Wehrmacht aufging, dienten zumindest 108 Österreicher in der Legion Condor, jenem Verband deutscher Soldaten, der in Spanien mit Fliegern und Bodentruppen zum Einsatz kam. Darunter einige Offiziere, aber hauptsächlich Techniker und Servicekräfte, von denen die meisten erst 1938 nach Spanien gelangten. Doch es gab auch Soldaten, die an vorderster Front dienten – und direkt an Kriegsverbrechen beteiligt waren

via zeit: Legionäre des Faschismus

 

Die fünf beliebtesten Lügen der Nazi-Verteidiger

Von Auschwitz bis Zweiter Weltkrieg: Rechtsextremisten und ihre Sympathisanten versuchen immer wieder, nachgewiesene Tatsachen über das Dritte Reich und den Holocaust kleinzureden. Wahrscheinlich gibt es jede Woche irgendwo in Deutschland Vorträge wie den von Dirk Helms in Stockelsdorf (Schleswig-Holstein): Keine 20 Zuhörer verfolgten, wie er am vergangenen Donnerstagabend über “Mut zu Deutschland” sprach. Es handelte sich um eine Veranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) – und Helms griff ganz tief in das Repertoire der Geschichtsfälscher. Laut dem Bericht der “Lübecker Nachrichten” sagte er unter anderem, die Gaskammer im KZ Dachau sei erst nach der Befreiung von den Alliierten gebaut worden. Offenbar kein Einzelfall: Martin Sichert, den zeitweiligen Vorsitzenden des Nürnberger Kreisverbandes, will AfD-Chef Bernd Lucke aus der Partei ausschließen lassen – wegen der Äußerung, im Zweiten Weltkrieg hätten “die zwei größten Massenmörder gesiegt”. Beide Vorfälle zeigen voneinander unabhängig, dass Rechtsextremisten und ihre Sympathisanten weiterhin mit den Fakten der deutschen Zeitgeschichte hadern – und darauf setzen, beim Publikum auf Verständnis zu stoßen. Ein kleiner Überblick, was der deutschen Öffentlichkeit bevorstehen könnte.

via welt: Die fünf beliebtesten Lügen der Nazi-Verteidiger

U.S. paid expelled Nazis millions in Social Security, investigation finds

Payments made to SS guards and war criminals, underwritten by American taxpayers, flowed through a legal loophole that gave the Justice Department leverage to persuade suspects to leave the U.S. Dozens of suspected Nazi war criminals and SS guards collected millions of dollars in U.S. Social Security benefits after being forced out of the United States, an Associated Press investigation has found. The payments, underwritten by American taxpayers, flowed through a legal loophole that gave the U.S. Justice Department leverage to persuade Nazi suspects to leave the U.S. If they agreed to go, or simply fled before deportation, they could keep their Social Security, according to interviews and internal U.S. government records. Among those receiving benefits were armed SS troops who guarded the network of Nazi concentration and death camps; a rocket scientist who used slave laborers to advance his research in the Third Reich; and a Nazi collaborator who engineered the arrest and execution of thousands of Jews in Poland. There are at least four living beneficiaries. They include Martin Hartmann, a former SS guard at the Sachsenhausen camp in Germany, and Jakob Denzinger, who patrolled the grounds at the Auschwitz camp complex in Poland.

via haaretz: U.S. paid expelled Nazis millions in Social Security, investigation finds

Miss Hitler 2014: Yes, there really is a neo-Nazi beauty contest in Russia

In one of the more disturbing corners of the internet, a group of neo-Nazi Russian and Ukrainian social media users is currently holding a beauty contest that has been dubbed ‘Miss Hitler’. The competition, officially titled ‘Miss Ostland’ – named after the territory occupied by the Nazis in eastern Europe – asks contestants to post a picture of themselves on the @hitler_public page of VKontakte, Russia’s Facebook equivalent. Rules of entry are apparently quite simple, as Vocativ reports: “1. Be a woman. 2. Be a Nazi. 3. Be a woman Nazi. 4. Be a woman who hates Jews. 5. Be a member of the “Adolf Hitler” VKontakte group. 6. Post a sexy Nazi pic. 7. Get other Nazis to like your pic. 8. Don’t insult other women’s pictures. Nazis are a lot of things, but they are apparently not catty on social media.” So far, the page appears to have received entries from 14 women and girls from a range of countries in eastern Europe and Russia. Contestants are also encouraged to write under their photo why they “love and revere the Third Reich of Adolf Hitler” – a regime that indiscriminately killed approximately six million people, many of whom were from eastern Europe and Russia. The page, which has more than 7,000 followers, uses photos of the leaders of the Nazi regime and appears to post a series of largely biased (obvs) historical trivia.

via independent: Miss Hitler 2014: Yes, there really is a neo-Nazi beauty contest in Russia

misshitler

screenshot vk

Rome Mayor Denounces ‘Vulgar’ Tribute to Nazi War Criminal Erich Priebke

The mayor of Rome condemned a public commemoration in the city for the late Nazi war criminal Erich Priebke. Ignazio Marino called Saturday’s event downtown a “vulgar provocation” that “wounds the entire civic community and represents a real slap in the face to the city of Rome, which played a fundamental role in the Italian Resistance.” Renzo Gattegna, the president of the Union of Italian Jewish Communities, thanked the mayor and called on all civic authorities to be vigilant against any similar episodes.

via forward: Rome Mayor Denounces ‘Vulgar’ Tribute to Nazi War Criminal Erich Priebke

#AfD -Vortrag: “Alliierte bauten die #Gaskammern von #Dachau “

Die Veranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) lockte keine 20 Gäste an. Zum Glück, könnte man wohl sagen, denn einige Äußerungen am Abend bewegten sich ganz, ganz nahe an der Leugnung des Holocaustes. Die Alternative für Deutschland (AfD) hat bei den jüngsten Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen beachtliche Erfolge gefeiert. Auch in Ostholstein steht die AfD gut da — bei den Europawahlen im Mai holten die Polit-Newcomer starke 7,8 Prozent. Die AfD-Vortragsveranstaltung „Deutsche Selbstwahrnehmung“ im Stockelsdorfer Herrenhaus war allerdings nur dünn besucht. Im ersten Stock sitzen insgesamt 17 Menschen — 15 Männer, zwei Frauen. Eine Zuhörerin mit Perlenarmband erzählt nicht ganz ohne Stolz, dass AfD-Gründer Bernd Lucke der Professor ihrer Tochter war. (…) Die Medien missbräuchten ihre Macht und verbreiten Unwahrheiten. Unterdrückung sei an der Tagesordnung und am „Schicksal“ der ehemaligen Tagesschau-Sprecherin Eva Herman, die wegen ihrer positiven Äußerungen über die Mutterrolle im Dritten Reich ihren Job verlor, zu sehen. Der Beginn des Zweiten Weltkrieges sei, entgegen der Forschungsmeinung, nicht von Hitler geplant gewesen. Die Alliierten hätten eine „erbarmungslose Propaganda“ verfolgt. Dann zitiert er Carl Schmitt, einen Juristen, der wegen seines Einsatzes für die Nationalsozialisten höchst umstritten ist. Seine Ausführungen gehen weiter: Im Konzentrationslager Dachau seien erst im Nachhinein von den Alliierten Gaskammern eingerichtet worden — um zu täuschen. Dann berichtet er von einem angeblichen KZ-Überlebenden, der Schülern eine ausgedachte Geschichte erzählt habe, jedoch nie ein KZ von innen gesehen habe

via ln-online: AfD-Vortrag: “Alliierte bauten die Gaskammern von Dachau”

Erneut Razzia gegen mutmaßliche Administratoren eines Neonazi-Forums

In rund sechs Wochen beginnt vor dem Landgericht Rostock der Prozess gegen vier mutmaßliche Hintermänner und -frauen des „Thiazi-Forums“. Der Vorwurf lautet auf Bildung einer kriminellen Vereinigung. Dessen ungeachtet gehen die Behörden deutschlandweit gegen weitere Forums-Aktivisten vor. Gestern führte das LKA Düsseldorf eine Razzia bei drei Verdächtigen durch. Ein 25-jähriger Kölner wurde festgenommen, gegen ihn lag ein Haftbefehl vor. Bis zu seiner Abschaltung im Sommer 2012 war das „Thiazi-Forum“ mit seinen gut 30.000 Benutzern das größte und bedeutendste deutschsprachige Internetforum der Neonazi-Szene. Die Ermittlungen der Behörden dauern an, erst im Juni diesen Jahres führten Beamte in zwölf Bundesländern umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen bei 35 Beschuldigten durch. Sie stehen im Verdacht, als Sponsoren und Geldgeber das kriminelle Forum unterstützt zu haben. Bereits in wenigen Wochen müssen sich dessen ungeachtet vier mutmaßliche „Macher“ vor dem Landgericht Rostock verantworten. Den Angeklagten, unter ihnen ein damals 30-jähiger Erzieher aus Barth (Mecklenburg-Vorpommern) und eine 29-jährige Hausfrau und Mutter aus Untereisesheim (Baden-Württemberg), wirft die Staatsanwaltschaft die Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Ermittlungen dauern an Gestern nun schlug das LKA Düsseldorf im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln zu. Intensive Ermittlungen führten die Spezialisten auf die Spur von drei Männern aus Köln, Wuppertal und Ostwestfalen, die als Administratoren ein Internetforum, mutmaßlich das „Thiazi“-Forum, betrieben haben sollen. Bei der Razzia wurde ein 25-jähriger Mann festgenommen. Gegen den Kölner lag ein Haftbefehl vor. Er wird dem zuständigen Haftrichter vorgeführt.

via endstation rechts: Erneut Razzia gegen mutmaßliche Administratoren eines Neonazi-Forums

Belgien: Innenminister hat Verständnis für Nazi-Kollaborateure

Jan Jambon traf Jean-Marie Le Pen und nahm an Treffen flämischer Kameradschaftsverbände teil. Wenige Tage nach der Vereidigung durch König Philipp II. hat Belgiens neue Regierung unter dem liberalen Premierminister Charles Michel ihren ersten Skandal. Sie besteht aus Liberalen beider Landesteile sowie den Christdemokraten und der Separatistenpartei der Flämischen Allianz (N-VA) im nördlichen Flandern. Der von der N-VA gestellte Innenminister Jan Jambon wurde von seiner radikalen Vergangenheit eingeholt: Auf Fotos aus dem Jahr 2001 ist er bei einem Vortrag des rechtsextremen Jean-Marie Le Pen, damals Chef des französischen Front National, zu sehen. Und er nahm an Treffen flämischer Kameradschaftsverbände (Sint-Maartensfonds) teil, die wegen Kollaboration mit den Nationalsozialisten isoliert sind. Jambon verteidigte seine Kontakte. Er habe mit keinem Satz die Kollaboration verteidigt, sagte er Libre Belgique, sie sei “ein Irrtum gewesen”.

via derstandard: Belgien: Innenminister hat Verständnis für Nazi-Kollaborateure

siehe auch: Nazi Row Hits Belgium as Deputy PM Jan Jambon Insists Collaborators ‘Had their Reasons’. Government-shy Belgium has only just got its new elected parliament and already a row about the Nazis has broken out. Five months after elections triggered tortuous four-way coalition negotiations, it has taken only days for the spectre of Flemish collaboration with Adolf Hitler’s war machine to rear its ugly head. The new deputy prime minister of the perpetually divided country has been forced to deny endorsing the actions of Flemish – aka Belgian Dutch – collaborators, who helped Nazi Germany during World War II. Jan Jambon was confronted over why he had been at a nationalist rally attended by Nazi collaborators, back in 2001. Another politician who was also at the event was forced to resign at the time. Responding to press criticism this week, Jambon risked reigniting the painful subject by insisting collaborators “had their reasons.”

Helmut Kohl bezeichnete Waldheim als “anständigen Mann”

Deutscher Altkanzler: “Ich muss mich den Ausführungen dieser Waldheim-Gegner nicht fügen”. Das umstrittene Buch “Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle” enthält nicht nur scharfe Kritik des deutschen Altkanzlers Helmut Kohl an politischen Weggefährten, sondern auch anerkennende Worte für Ex-Bundespräsident Kurt Waldheim. Er sehe in Waldheim einen “anständigen Mann, der viel zu feige war, um unanständig zu sein”, sagte Kohl. Waldheim sei ein klassisches Opfer der Medien gewesen, führte der langjährige deutsche Kanzler (1982-98) im Gespräch mit seinem verhinderten Ghostwriter Heribert Schwan aus. In der Affäre um die Wehrmachtsvergangenheit des früheren UNO-Generalsekretärs habe auch der Jüdische Weltkongress eine “besonders üble Rolle gespielt”, kritisierte Kohl. (…) So habe er Waldheim geraten, im ORF auf einen “mindestens einstündigen Bericht zur besten Sendezeit” zu drängen. “Und dann erzählst du, wo dein Elternhaus war, und dass es noch andere zehntausend Österreicher gab, die deutsche Offiziere waren. Und du warst einer von ihnen. Du hattest zwar mit diesen Dingen direkt nichts zu tun gehabt, hast aber natürlich gewusst, dass das der barbarischste Kriegsschauplatz im Westen war. Es ist Schreckliches in Jugoslawien passiert, aber auch Schreckliches an deutschen Soldaten. Und sage, es tut dir leid!” Diese Sätze hätten nach Kohls Ansicht Wirkung gezeigt.

via derstandard: Helmut Kohl bezeichnete Waldheim als “anständigen Mann”

Zum Waldheim-Skandal siehe auch: Der Herrenreiter. Der Streit um Kurt Waldheim und seine NS-Vergangenheit erschütterte und isolierte in den achtziger Jahren Österreich. Jetzt ist der frühere Bundespräsident mit 88 Jahren gestorben. Die Einsicht fehlte ihm bis zum Ende. Er habe sich «nichts vorzuwerfen», sagte Kurt Waldheim wenige Monate vor seinem Tod in einem Interview mit dem ORF. (…) Der 1918 in Niederösterreich als Sohn eines Lehrers geborene Waldheim war kurz vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten (1986 bis 1992) ins Zwielicht geraten, weil er in seiner Biografie seine aktive Zeit als Verbindungsoffizier der Deutschen Wehrmacht in Jugoslawien und Griechenland – wie er selbst sagte – unterschlagen hatte. Äußerungen des Politikers wie «Ich kann mich nicht erinnern» oder «Ich habe nur meine Pflicht getan» heizten den Konflikt im Inland wie im Ausland nur weiter an. Berühmt ist das Zitat des damaligen SPÖ-Kanzlers Fred Sinowatz, der in Anspielung auf Waldheims Zugehörigkeit zu einer berittenen Einheit meinte: “Ich stelle fest, dass Kurt Waldheim nie bei der SA war, sondern nur sein Pferd.”

gutezitate.com/zitat/175876

 

Zeitgeschichte: Pflicht und Dunkel. Zum Tod des Altbundespräsidenten Kurt Waldheim. Ein echter Österreicher: Kurt Waldheim war kein Kriegsverbrecher, sondern ein Verdränger. Seine von ihm verdrängte und verschwiegene Rolle im Zweiten Weltkrieg wurde das tragische Lebensthema des verstorbenen Altbundespräsidenten Kurt Waldheim. Unfreiwillig rückte er ins Zentrum der österreichischen Vergangenheitsbewältigung – eingeleitet durch profil. Die Chronik einer Recherche. (…) Am folgenden Montag – es war der 3. März 1986, und bis zur Wahl waren es noch genau zwei Monate – erschien Czernins Artikel in profil. Titel: „Waldheim und die SA“. Tags darauf veröffentlichte die „New York Times“ eine wahrscheinlich auf dem von „Schuller“ an Eli Steinberg übergebenen Material basierende Story und illustrierte sie mit einem bemerkenswerten Foto: Es zeigte Waldheim in Wehrmachtsuniform an der Seite von SS-Gruppenführer Arthur Phleps im bosnischen Podgorica. Das Bild, so viel ließ sich später rekonstruieren, war von einem Innsbrucker Amateurhistoriker, einem Sozialdemokraten, bei einem Antiquitätenhändler entdeckt worden. Den Weg nach New York fand es wohl über „Schuller“ und Steinberg. Nun waren die Dämme gebrochen. Allwöchentlich förderte Czernin neue Details aus Waldheims verschwiegener Zeit im Balkankrieg zutage: seine Funktion in Löhrs Stab, die Verleihung der Zvonimir-Medaille, einer Auszeichnung des mit den Nazis kooperierenden Ustascha-Regimes in Kroatien, und seine 1942 erfolgte Zuteilung als Dolmetscher zur „Kampftruppe Westbosnien“ der Heeresgruppe E, die an Kriegsverbrechen beteiligt war. profil-Recherchen ergaben überdies, dass Waldheim just zur Zeit der schlimmsten Judendeportationen in Saloniki dort als Dolmetscher stationiert gewesen war. Er habe von den Deportationen weder etwas gewusst, noch habe er sie wahrgenommen, entgegnete das nun hochnervöse Waldheim-Lager. Eine wenig glaubhafte Behauptung: Adolf Eichmann hatte immerhin 50.000 Juden aus Saloniki deportieren lassen, ein Viertel der Bevölkerung. Fast vier Wochen lang gingen täglich Züge mit je 2000 Gefangenen in Richtung der Vernichtungslager Auschwitz und Treblinka. Konnte das dem jungen Offizier verborgen geblieben sein? Das Ende des österreichischen Opfer-Mythos. Die Wahl Kurt Waldheims zum österreichischen Bundespräsidenten 1986 erschütterte die Alpenrepublik. Zwar wurde der hochrangige Wiener Diplomat trotz seiner unklaren NS-Verstrickungen gewählt. Die Debatte aber brachte den Opfer-Mythos ins Wanken. “Ich habe, und das habe ich auch nie in Abrede gestellt, nach 38, als ich an der Konsularakademie studierte, ein paarmal, vielleicht drei-, viermal, an reitlichen Sportveranstaltungen teilgenommen.” (Kurt Waldheim) “Unsere erste Anklage ist, dass Waldheim ein Nazi war. Waldheim hat sich ständig widersprochen in seinen Bemühungen, die jeweils neuen Beweise über seine Vergangenheit zu widerlegen.” (Israel Singer, WJC) “Der SPÖ ist es völlig egal, ob Waldheim bei der SA war. Wir nehmen zur Kenntnis, dass nicht er bei der SA war, sondern nur sein Pferd bei der SA gewesen ist.” (Bundeskanzler Fred Sinowatz) “Im Jahr 40 war ich bei der deutschen Wehrmacht eingerückt als Soldat, wie Hunderttausende Österreicher auch, die ihre Pflicht erfüllt haben, das möchte ich hier feststellen.” (Kurt Waldheim) “Damit ist Herr Dr. Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten der Republik Österreich gewählt.” (Innenminister Karl Blecha)

wiki: Waldheim-Affäre. Die Waldheim-Affäre oder Waldheim-Debatte (auch: Affäre/Causa/Fall Waldheim) war eine internationale Debatte um die vermutete Beteiligung Kurt Waldheims an Kriegsverbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie begann 1986 im Wahlkampf des früheren UN-Generalsekretärs für das Bundespräsidentenamt Österreichs, dauerte bis zum Ende seiner Amtszeit 1992 und wirkte darüber hinaus fort. Waldheim hatte seine Tätigkeiten als Wehrmachtoffizier von 1942 bis 1944 in biografischen Angaben ausgelassen und bestritt nach deren Bekanntwerden jede Beteiligung an NS-Verbrechen und jede damalige Kenntnis davon. In- und ausländische Medien und der Jüdische Weltkongress (WJC) verbreiteten zutreffende und falsche Informationen dazu, die für gegensätzliche politische Ziele benutzt wurden: Waldheims Verteidiger kritisierten eine ausländische Einmischung und kampagnenartige Verurteilung eines durchschnittlichen Opportunisten, Waldheims Gegner sahen darin eine Abwehr berechtigter Vorwürfe. Einige Historiker haben antisemitische Reaktionsmuster im Affärenverlauf analysiert.

Gesetze aus der NS-Zeit, die bis heute gelten – Wo Adolf noch regiert

Vom Ehegatten-Splitting über die Stellplatzpflicht bis zur Mord-Definition stammen viele noch heute gültige Gesetze aus der NS-Zeit. Das hat nicht nur symbolische Bedeutung sondern auch konkrete Konsequenzen. 68 Jahre nach Hitlers Tod und dem Ende des „Dritten Reiches“ sind noch immer zahlreiche Gesetze und Verordnungen in Kraft, die vom „Führer“ und dessen Reichsregierung erlassen wurden. Auch in den aktuell gültigen Ländergesetzen sind diverse NS-Relikte zu finden – insbesondere in Norddeutschland, dem Besatzungsgebiet der Briten und US-Amerikaner. „Die Franzosen und Sowjets haben in ihren Zonen strenger durchgegriffen“, sagt der Bremer Völkerrechtler Gerhard Stuby. Wer in Hamburg Lotto spielt oder in Bremens Kleingärten seine Hecke kurz hält, tut dies nach den Regeln des NS-Staates. Das „Gesetz über den Grunderwerb für die Kanalisierung der Mittelweser“ – ein rotes Tuch für niedersächsische Umweltschützer – stammt von 1936. Und wer sich etwa in Schleswig-Holstein über Sonderrechte der Jäger ärgert, für die Teile des Tierschutzgesetzes nicht gelten, verdankt das den NS-Jagdbestimmungen. Auch schwerere juristische Kaliber wurden aus dem NS-Staat übernommen. So der „Tätertypus“-orientierte Mord-Paragraf oder auch das Ehegatten-Splitting – das die geringfügige berufliche Tätigkeit von Ehefrauen steuerlich belohnt. Trotz der „Unrechtsbereinigungs-Gesetze“ von 2002 und 2009, die endlich die „Volksschädlingsverordnung“ und die Deserteurs-Verurteilungen aufhoben, sind nach Auskunft des Bundesjustizministeriums noch 29 NS-Gesetze auf Bundesebene unmittelbar gültig. (…) Die von den Nazis eingeführte Kilometer-Pauschale wollen viele nicht missen. Dem seit 1939 gültigen Heilpraktikergesetz sieht man nicht an, dass es ursprünglich auch den Ausschluss jüdischer Ärzte bezweckte. Wie aber steht es mit offen diskriminierenden Regelungen gegen andere Bevölkerungsgruppen, wie dem 1935 verordneten Meisterzwang im Handwerk? Wann wird das Hamburger Gesetz über Wohnwagen aufgehoben, das deren Aufstellung genehmigungspflichtig macht? Es wurde vom Senat zwar erst 1952 verkündet – tradiert jedoch Rechtssetzungen der Vorgängerregierung, deren Stoßrichtung gegen das „Fahrende Volk“, also Sinti und Roma, leicht erkennbar ist. Auch Wagenplatz-Leute müssen sich heute mit diesen restriktiven Vorschriften herumschlagen.

via taz: Gesetze aus der NS-Zeit, die bis heute gelten – Wo Adolf noch regiert

Zweiter #Weltkrieg – #Hitlers rumänische #Ehrenhäftlinge

Sie waren Brüder im Geiste – doch die jahrelange Freundschaft zwischen der #SS und der “Eisernen Garde” endete jäh: 1942 brachte deren Führer Hitler derart in Rage, dass er die rumänischen Faschisten ins Konzentrationslager steckte. Adolf Hitler war außer sich vor Wut, als er kurz vor Weihnachten 1942 von Horia Simas Flucht erfuhr. Der Rumäne, Anführer der faschistischen “Eisernen Garde”, hatte sich heimlich aus einer Villa in Berkenbrück nahe Frankfurt an der Oder davongemacht. Hitler unterstellte dem Reichsführer-SS Heinrich Himmler daraufhin ein Komplott. Eines Tages werde er die “Schwarze Pest” – gemeint war die SS – “mit Feuer und Schwefel” ausrotten, schrie er ihn an. Die 1930 in Rumänien gegründete Garde, auch Legion genannt, betonte stets ihre Treue zum nationalsozialistischen Deutschland und pflegte freundschaftliche Beziehungen zu SS und NSDAP. Und trotzdem schickte Hitler nach seinem Wutausbruch rund 300 in Deutschland internierte rumänische Gardisten und ihre Führer in Konzentrationslager. (…) Als Simas Verschwinden bekannt wurde, kamen zwölf Legionsführer, die mit ihm in Berkenbrück einquartiert waren, umgehend am 23. Dezember in das KZ Buchenwald. Im Januar 1943 ordnete Hitler an, dass alle Gardisten unter scharfe Bewachung gestellt werden sollten. Sima, zwischenzeitlich von Italien an Deutschland überstellt, wurde mit seinem Adjutanten in den Einzelzellenbau im Konzentrationslager Sachsenhausen eingewiesen. Seine Berkenbrücker Kameraden wurden von Buchenwald ins KZ Dachau gebracht. Die rund 300 Legionäre, die in Rostock für die Rüstungsindustrie arbeiteten, überführte Hitlers Regime ins Sonderlager Buchenwald-Fichtenhain. Dort behandelte man alle Legionäre als “Ehrenhäftlinge”. Sie wurden hinter Stacheldraht streng überwacht, wohnten aber getrennt von den KZ-Häftlingen und mussten keine Sträflingskleidung tragen.

via spon: Zweiter Weltkrieg – Hitlers rumänische Ehrenhäftlinge

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