Category Archives: holocaust

Der Bürgermeister, der SS-Offizier war

Heinz Reinefarth war auf Sylt als Bürgermeister geschätzt. Doch 1944 hatte er als SS-Offizier die Niederschlagung des Warschauer Aufstandes befehligt. Westerlands langjähriger Bürgermeister Reinefarth war SS-Offizier und Kriegsverbrecher. Dieser Tatsache stellen sich die Sylter erst jetzt. Doch nicht alle wollten sich kritisch mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Das Rathaus von Westerland mit den Spitztürmen und dem gewaltigen Dachstuhl könnte man leicht für ein überdimensioniertes Bahnhofsgebäude halten. Auf Sylt jedoch macht man sich mit solch einem Vergleich keine Freunde. Denn die Insulaner sind sehr stolz auf den unter Denkmalschutz stehenden Bau aus dem Jahre 1897, der neben der Inselverwaltung auch einen großen Kursaal, eine Spielbank und eine Galerie beherbergt. Ein Ort mit Geschichte sei dieses Haus, sagen die Sylter. Ein dunkler Teil dieser Geschichte aber wurde über Jahrzehnte auf der Insel verdrängt. Die Tatsache nämlich, dass Heinz Reinefarth, der hier von 1951 bis 1963 als Bürgermeister amtierte, ein NS-Kriegsverbrecher war. Reinefarth, SS-Nummer 56634, war als Generalmajor der Waffen-SS für die Niederschlagung des Warschauer Aufstandes im August 1944 verantwortlich. Der „Henker von Warschau“, wie er in Polen genannt wird, befehligte damals zwölf Polizeikompanien, die mehr als 10.000 Männer, Frauen und Kinder töteten. Manche Quellen sprechen sogar von etwa 50.000 Opfern. “Der Henker von Warschau” 1957 hatte ein Film der DDR-Dokumentaristen Annelie und Andrew Thorndike die braune Vergangenheit des Bürgermeisters von Westerland öffentlich gemacht. Als die westdeutsche Presse darüber berichtete, schwiegen die Inselbewohner trotzig. Auch in den folgenden Jahren gab es auf ähnliche Meldungen keinen Widerhall auf Sylt. 70 Jahre nach Beginn des Warschauer Aufstandes wird das Schweigen der Insel gebrochen. Am 1. August soll am Westerländer Rathaus eine Gedenktafel enthüllt werden, auf der öffentlich die Mitverantwortung des einstigen Bürgermeisters für die Kriegsverbrechen in Polen eingestanden wird. In Gang gebracht hat das späte Sylter Bekenntnis ein polnischer Hobbyhistoriker.

via : Der Bürgermeister, der SS-Offizier war

Ausstellung zu Warschauer Aufstand in Berlin zu sehen

70 Jahre nach dem Warschauer Aufstand gegen die Nazis zeigt die Berliner Gedenkstätte “Topographie des Terrors” ab Dienstag eine Ausstellung über die polnische Hauptstadt und den Widerstand. Die Exponate wurden extra vom polnischen Museum des Warschauer Aufstands für das Berliner Dokumentationszentrum erarbeitet. Die Berliner Gedenkstätte “Topografie des Terrors” zeigt von Dienstag an erstmals eine Ausstellung zum Warschauer Aufstand 1944. Nach Angaben der Veranstalter hat das polnische Museum des Warschauer Auftstands die Schau extra für das Berliner Dokumentationszentrum mit Fotografien und multimedialen Elementen zweisprachig erarbeitet.  Warschauer Aufstand dauerte 63 Tage Anlass für die Ausstellung ist der 70. Jahrestag des Warschauer Aufstandes gegen die Besatzung durch Nazi-Deutschland. Vom 1. August 1944 an kämpften die Widerständler 63 Tage gegen die deutschen Besatzungstruppen, bevor sie kapitulierten. Die deutschen Truppen begingen Massenmorde unter der Zivilbevölkerung. Die Stadt wurde anschließend fast vollständig zerstört. Der Aufstand dauerte 63 Tage, rund 200.000 Menschen starben. Die Rote Armee, die am Ostufer der Weichsel stand, griff nicht in die Kämpfe ein. Sie eroberte die polnische Hauptstadt erst im Januar 1945. Bei den Kämpfen kamen auf polnischer Seite vornehmlich Zivilisten ums Leben, außerdem starben etwa 17.000 deutsche Soldaten.

via rbb: Ausstellung zu Warschauer Aufstand in Berlin zu sehen

»Völkisches Europa«

Vor 70 Jahren: Ein Rückblick auf die Nazipropaganda am Standort Zagreb. Der Kontinent schlägt jetzt zurück. Kroatien steht unerschütterlich in der Abwehrfront Europas« – so schrie es im Juli 1944 von der Titelseite einer in Zagreb erscheinenden deutschspachigen Wochenzeitung. Mladen Lorkovic, Innenminister des den Nazis ergebenen Ustascha-Staates, erklärte darin, jetzt erst recht werde sich die »Waffenbrüderschaft« Kroatiens mit dem Reich Adolf Hitlers bewähren. Anlaß war die neue Front gegen Hitlerdeutschland in der Normandie: Die »Feinde Europas« hätten nun ihr »wahres Gesicht gezeigt«, »die Juden von Washington und London denjenigen aus Moskau die Hand gereicht«, um den »Untergang des arischen Menschentums« herbeizuführen. Neue Ordnung – Donau-Adria-Woche hieß dieses Wochenblatt, in dem die Spitzenkräfte des faschistisch regierten Kroatiens zu Wort kamen. Herausgeber war, mit Unterstützung des Berliner Auswärtigen Amtes, der deutsche Publizist Hermann Proebst, der zugleich die Deutsche Zeitung in Kroatien redigierte. Als Leitartikler legte er in der Neuen Ordnung für einige Jahre in besonders aggressiver Weise die Konzepte für ein »völkisches Europa« unter deutscher Oberherrschaft dar, wie sie insbesondere die intellektuelle Elite der SS in den Kriegsjahren entwickelt hatte: »Kampf gegen den Bolschewismus« und »rassische Reinigung« als oberste Ziele, dann »Ethnopluralismus« im »gesäuberten« europäischen Terrain in Gestalt faschistisch geformter »Protektorate« der deutschen Supermacht. Der militärische Konflikt mit Großbritannien und den USA sollte möglichst begrenzt gehalten werden. Die »Plutokratien« galten dem Europafaschismus als »raumfremde« Mächte, insofern als Gegner, aber doch auch als denkbare Bündnispartner für den »Kampf im Osten«. Diese Rechnung ging nicht auf, als im Sommer 1944 der Atlantikwall angegriffen wurde – das »Weltjudentum« sei, so hieß es, für diese Fehlentscheidung des Westens verantwortlich. Der damalige »Unabhängige Staat Kroatien« unter dem »Poglavnik« (Staatsführer) Ante Pavelic stellte in seiner Konstruktion einen Musterfall für die europäische Neuordnung in Europa im Sinne der SS-Elite und ihrer propagandistischen Gehilfen dar. Seine Entstehung war ermöglicht worden durch den hitlerdeutschen Angriff auf Jugoslawien 1941, abweichendes außenpolitisches Verhalten nicht zu befürchten. Freudig stellte das faschistische Kroatien der deutschen Wehrmacht und der Waffen-SS soldatisches Personal zur Verfügung. Die innergesellschaftliche Arbeit konnten die Nazis der Ustascha-Bewegung unter ihrem eigenen Führer überlassen, ideologische Linientreue brachte diese in reichlichem Maße mit. Und so übernahm der Pavelic-Staat durchaus eigenständig und höchst brutal die »völkische Flurbereinigung« auf seinem Terrain: die Verfolgung der »Judeo-Kommunisten«, die Vertreibung und Vernichtung von Serben, Juden und Roma, ergänzt durch Zwangs-»bekehrung« von Orthodoxen und Muslimen zum kroato-faschistischen Katholizismus. Der Historiker Alexander Korb hat jüngst diese politischen Verbrechen detailliert beschrieben (»Im Schatten des Weltkrieges. Massengewalt der Ustascha gegen Serben, Juden und Roma in Kroatien 1941 – 1945«, Hamburg 2013). Nichts von alledem geschah indes im verborgenen. Hermann Proebst hat im Februar 1942 das größte Vernichtungslager in Kroatien, das KZ Jasenovac, besichtigt und in seiner Wochenzeitung darüber berichtet: Ein »Sanatorium« sei dort nicht eingerichtet, aber auch »keine Folterkammer«. Auf rationelle Weise werde die Ausschaltung von Gegnern des Systems und »die produktive Verwendung von Unproduktiven« geleistet. Diese sprachlichen Vorgaben des deutschen Publizisten wurde damals in anderen Medien dankbar übernommen.

via jw: »Völkisches Europa«

Mahnmal geschändet – Justiz erhebt Anklage gegen Nazis

Beharrlichkeit und kriminaltechnische Fleißarbeit haben sich ausgezahlt. Schon bald werden die mutmaßlichen Schänder des jüdischen Mahnmals in Bad Berleburg und des jüdischen Friedhofs in Siegen vor Gericht stehen. Die Staatsanwaltschaft im hessischen Limburg hat knapp neun Monate nach der Tat gegen zwei junge, erwachsene Männer Anklage vor dem Schöffengericht Dillenburg erhoben. (…) Herrchen wirft den beiden Tatverdächtigen vor, in der Nacht zum 9. November 2013, dem geschichtsträchtigen 75. Jahrestag der Reichspogromnacht, an sieben Stellen in Siegen-Wittgenstein und dem benachbarten Lahn-Dill-Kreis Transparente mit der Aufschrift „Die ewige Lüge lebt weiter“ aufgehängt zu haben. Damit haben die Täter den Völkermord der Nazis an der jüdischen Bevölkerung geleugnet und eine politische Straftat begangen. (…) Neben dem Spruchband hing an einem Zaun auch das frisch abgezogene Fell eines Wildschweins. Der Kopf des Tieres war am Davidstern des Denkmals befestigt worden. Diesem Wildschwein kommt eine Schlüsselrolle bei den erfolgreichen Ermittlungen zu: „Wir konnten dessen Herkunft anhand der Abschussmarke vom jüdischen Ehrenmal bis in das Jagdrevier zurück verfolgen, in dem es geschossen wurde“, erläutert Herrchen.

via der westen: Mahnmal geschändet – Justiz erhebt Anklage gegen Nazis

Nach „Thiazi“-Vergangenheit: Kita feuert Erzieherin

Erst eine Antifa-Recherche brachte den Stein ins Rollen. Nicola Brandstetter soll im Thiazi-Forum, dem ehemals größten deutschen Neonazi-Portal, als Moderatorin aktiv gewesen sein. Nach der Veröffentlichung verlor sie ihren Posten als CDU-Kommunalpolitikern, als Erzieherin durfte sie dennoch weiter tätig war. Jetzt trennte sich auch die Kita von ihr. Menschenfeindliches Gedankengut hätte dort nichts verloren. Nicola Brandstetter ist nicht länger als Erzieherin der christlichen Kita „Hasenbande“ in Brück (Landkreis Potsdam-Mittelmark) tätig. Am Montag teilte der Trägerverein „Elterninitiative Christliche Kita Brück e. V.“ in einer Pressemitteilung mit, dass „Frau Brandstetter per sofort und bis zum Ausscheiden aus der Kita von allen Diensten freizustellen.“ Dies sei nach Prüfung aller rechtlichen Belange entschieden worden. (…) Die ehemalige Moderatorin des Thiazi-Forums hatte sich gegenüber der „MAZ Online“ von rechtsradikalem und nationalsozialistischem Gedankengut distanziert. Laut Aussage der gebürtigen Österreicherin gehöre dies „einer Vergangenheit an, die ich hinter mir gelassen habe.“ Die ehemalige Erzieherin war zudem Beisitzerin der CDU Treuenbrietzen und kandidierte zur Kreistagswahl – ohne Erfolg. Als ihre Vergangenheit nun publik wurde, trat die 34-Jährige von ihrem Posten als Beisitzerin zurück. Hausdurchsuchung bei ehemaliger Erzieherin Im Rahmen der Ermittlungen gegen Thiazi kam es bei Brandstetter dem RBB zufolge auch zu einer Wohnungsdurchsuchung.

via endstation rechts: Nach „Thiazi“-Vergangenheit: Kita feuert Erzieherin

FPÖ lässt Grazer NS-Gedenktafeln abmontieren

Gedenktafeln, die an den Naziterror in Graz gemahnen, werden auf Anordnung des FP-Stadtrates abmontiert. Bürgermeister Siegfried Nagl akzeptiert die Entscheidung. Grüne, SP und KP protestieren  Zehn Tafeln sind es, die dem Grazer FPÖ-Chef Mario Eustacchio ein Dorn im Auge sind – und die er jetzt endlich entfernt wissen will. Es sind jene zehn Installationen, die seit 2010 an mehreren Plätzen in Graz an die Zeit des Naziterrors gemahnen. Mit Texten, Bilddokumenten und historischen Momentaufnahmen von jenen Plätzen, auf denen die Tafeln – sie sind etwas größer als die üblichen städtischen Werbe-Dreieckständer – aufgestellt sind. Das Land Steiermark hatte dieses Projekt “63 Jahre danach” 2008 beim deutschen, in Irland lebenden Konzeptkünstler Jochen Gerz in Auftrag gegeben, der sich seit Jahren künstlerisch dem Thema “Erinnerungskultur” – zuletzt auch bei den Wiener Festwochen – widmet. Ende Juli sollen die Mahntafeln abmontiert werden. Das Straßenamt, das Stadtrat Eustacchio untersteht, hat einen entsprechenden Abrissbescheid erlassen. Er handle “nur nach formalen Kriterien”, argumentiert Eustacchio. Es seien nur “temporäre Kunstwerke”, “die Möblierung des öffentlichen Stadtraumes mit zeitgenössischen Kunstobjekten stößt auch an ihre formalen Grenzen. Aus Behördensicht ist eine weitere Verlängerung nicht mehr möglich”

via derstandard: FPÖ lässt Grazer NS-Gedenktafeln abmontieren

Lawyer: Nazi war suspect dies as extradition OK’d

An 89-year-old Nazi war crimes suspect has died, the night before a judge ruled that he should be extradited to Germany to face trial, his lawyer said Wednesday. Johann Breyer died Tuesday night at a Philadelphia hospital, attorney Dennis Boyle said Wednesday, the same day that U.S. Magistrate Timothy Rice approved the extradition request. The ruling would still have been subject to a final U.S. government review. Breyer was hospitalized Saturday. His lawyer said his health had deteriorated but he didn’t know the cause of death.

via yahoo: Lawyer: Nazi war suspect dies as extradition OK’d

siehe auch: Beitrag im Tagesspiegel über Johann Breyer (30.6.2014): Was tat Johann Breyer in Auschwitz?. In Deutschland könnte es noch einen NS-Prozess geben. Johann Breyer, früher Wachmann in Auschwitz, sitzt nun in den USA in Haft. Eine Rekonstruktion der Geschichte seines Lebens.  (…) Ermittler des Office of Special Investigations, einer auf das Aufspüren von NS-Verbrechern spezialisierten Abteilung im US-Justizministerium, finden heraus, dass Johann Breyer, der sich nun John nennt, bei der Einreise gelogen hat. Er wird zur Befragung gebeten und muss unter Eid aussagen. Wahrscheinlich geht er mit einem mulmigen Gefühl zum Gespräch. „Das sind schlimme Erinnerungen. Ich habe versucht, diese Dinge zu vergessen.“ Außerdem will er nicht, dass seine Kinder und Enkel denken, er sei ein Kriegsverbrecher. Er habe doch niemandem etwas getan. „Ich war genauso unschuldig wie die Menschen drinnen (im Lager).“ Nach diesem Satz erinnert ihn der US-Ermittler daran, dass Millionen Menschen ermordet wurden. Doch Breyer reagiert mit erschreckender Selbstgerechtigkeit – und redet nur von seinem Schicksal, dem langen Wachdienst und dem Hof, den er zurücklassen musste. Von Mitleid mit den Ermordeten oder gar von Reue kein Wort. „Ich war ein Opfer der Deutschen wie viele andere.“ Zwischen Mai und Oktober 1944 kamen 158 Züge in Auschwitz an, aus Ungarn, Berlin und Theresienstadt. Der Vorwurf der Staatsanwälte in Weiden: Beim Massenmord an den Juden, die in diesen Zügen waren, half auch Johann Breyer

Mosse-Erben fordern Raubkunst zurück

Zwei Objekte aus dem Ägyptischen Museum stehen unter Raubkunstverdacht. Die Erben fordern sie nun zurück. Die Liste ist lang und prominent. 411 Einzelobjekte hat die US-Anwaltskanzlei aus San Francisco aufgelistet, darunter u. a. 176 Gemälde (Liebermann, Corinth, Böcklin), 55 Plastiken und 32 Grafiken. Die Werke gehörten zur Sammlung des Verlegers Rudolf Mosse (1843-1920), bis die Nazis sie zerschlugen, galt sie als eine der bedeutendsten ihrer Zeit. Laut einem Bericht der “Berliner Zeitung” fordern die Anwälte der Mosse-Erben nun die Kunstwerke zurück, betroffenen sind Städtische Sammlungen in Köln, Karlsruhe und auch Berlin. Zwei Objekte der Mosse-Sammlung lagern heute im Ägyptischen Museum: Ein Opferbecken aus Kalkstein für Wasserspenden (31,5 cm lang, 20,5 cm breit) und ein Eingeweidekrug aus Alabaster (26 cm hoch). Die Objekte sind rund zweieinhalbtausend Jahre alt und seit 1970 im Besitz des Museums. Seit Juni führt sie die Raubkunst-Datenbank Lost Art auf, allerdings ohne Abbildungen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz verhandelt bereits mit den Nachfahren des Verlegers über die Rückgabe von NS-Raubkunst, man stehe mit den Anwälten der Familien bei ihrem Restitutionsverfahren in direktem Kontakt, so die Stiftung. Weitere Angaben wollte die Stiftung mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht machten. Auch dass die beiden äußerst wertvollen Objekte aus dem Ägyptischen Museum Gegenstand der Verhandlungen sind, wurde nicht bestätigt. Dass der Anspruch der Erben berechtigt, wird von Kunstrechtsexperten jedoch kaum bezweifelt. Bereits nach Kriegsende war die Enteignung der Mosse-Familie als Unrecht anerkannt worden.

via bz berlin: Mosse-Erben fordern Raubkunst zurück

Hans Landauer: Letzter Spanienkämpfer aus Österreich ist tot

Bis ins hohe Alter erforschte Landauer die Biografien seiner Kameraden im Spanischen Bürgerkrieg Ein großer Chronist der österreichischen Beteiligung am Spanischen Bürgerkrieg ist tot. Hans Landauer starb am 19. Juli im Alter von 93 Jahren in seiner Heimatgemeinde Oberwaltersdorf. Er war der letzte noch lebende Spanienkämpfer aus Österreich. 1937 zog Landauer im Alter von 16 Jahren aus, um sich mit den Interbrigaden den aufständischen Truppen rund um General Francisco Franco entgegenzustellen. Als Pensionist widmete er sich seit 1983 im Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) seiner Spanienkämpfersammlung. Über 1.380 österreichische Freiwillige hat er Dossiers angelegt. Deren Kurzbiografien brachte er auch 2003 in Buchform heraus. Es war nicht die erste Publikation dieser Art, aber die umfassendste und kompetenteste. Landauer selbst war Melder in der MG-Kompanie des Österreicher-Bataillons 12. Februar der XI. Brigade. Der Name seiner Einheit erinnerte an die Februarkämpfe 1934. Sein Freiheitstraum endete in Paris, wo er im November 1940 verhaftet wurde. Nach einem Aufenhalt im Wiener Gefangenenhaus Rossauerlände landete er im Juni 1941 im KZ Dachau, wo er Dank der Solidarität seiner Mithäftlinge überlebte.

via derstandard.at: Hans Landauer: Letzter Spanienkämpfer aus Österreich ist tot

siehe auch: Hans Landauer (1921 – 2014). Der ehemalige Spanienkämpfer, Zeitzeuge und jahrzehntelange ehrenamtliche Mitarbeiter des DÖW Hans Landauer starb in der Nacht vom 19. auf den 20. Juli 2014 im Alter von 93 Jahren. Das DÖW, die Vereinigung österreichischer Freiwilliger in der Spanischen Republik 1936-1939 und die KZ-Gemeinschaft Dachau verlieren mit ihm einen unersetzlichen Weggefährten. Die Trauerfeier findet am Freitag, den 25. Juli 2014 um 15.00 Uhr auf dem Friedhof Oberwaltersdorf statt. Auf Wunsch des Verstorbenen ist von von Blumen- und Kranzspenden abzusehen. (…) Nach seiner Rückkehr nach Österreich war Hans Landauer im Polizeidienst tätig – zunächst in Österreich, später auf Zypern und im Libanon. Ab 1983 ehrenamtlicher Mitarbeiter des DÖW, baute er hier die in ihrer Art herausragende Spezialsammlung Spanien-Dokumentation auf, die vielfältigste Unterlagen (Kopien amtlicher Dokumente, Fotos, Briefe, Zeitungsartikel, autobiographische Texte) über die Beteiligung von ÖsterreicherInnen am Spanischen Bürgerkrieg enthält. Waren zu Beginn seiner Tätigkeit Dokumente über rund 50 ehemalige Spanienkämpfer in den allgemeinen Beständen des DÖW vorhanden, umfasst die Spanien-Dokumentation nunmehr Quellenmaterial über rund 1400 ÖsterreicherInnen im Spanischen Bürgerkrieg. Diese Sammlung wurde von Hans Landauer, solange es seine Gesundheit erlaubte, selbst betreut. Aktiv tätig war er auch für die Vereinigung österreichischer Freiwilliger in der Spanischen Republik 1933-1939, die er lange leitete, sowie für die KZ-Gemeinschaft Dachau.

Da kamen sie aus aller Welt
mit einem roten Stern am Hut.
Im Manzanares kühlten sie
Dem Franco das zu heiße Blut.
Das waren Tage der Brigade Elf
Und ihrer Freiheitsfahne.
“Brigada International!”
ist unser Ehrenname.

24 Uhr: Erschießung der Widerstandskämpfer um Stauffenberg

Als Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 vom Flughafen in Berlin-Rangsdorf startet, hat er eine Mission: Adolf Hitler mittels einer Bombe in seinem Führerhauptquartier “Wolfsschanze” zu töten. Doch der Tag läuft nicht nach Plan. Ein historischer Rückblick im Ticker-Format.

via tagesspiegel: 24 Uhr: Erschießung der Widerstandskämpfer um Stauffenberg

Nacht-und-Nebel-Aktion: Denkmal der deutschen Besatzung errichtet

Die ungarische Regierung wählte ausgerechnet den 70. Jahrestag des Attentats vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler, um in einer Nacht-und-Nebel-Aktion das Denkmal der deutschen Besatzung auf dem Budapester Freiheitsplatz fertigzustellen, gegen das seit 104 Tagen kontinuierlich protestiert wird. Etwa 200 Menschen protestierten am Sonntag. Das Denkmal von Bildhauer Péter Párkányi-Raab im neuen Fidesz-Monumentalstil (s.u.) zeigt den deutschen Reichsadler, der sich auf den Ungarn symbolisierenden Erzengel Gabriel stürzt. Im Vergleich zum Entwurf gibt es mehrere Neuerungen: Auf dem Tympanon befindet sich eine Aufschrift (“Denkmal der Opfer der deutschen Besatzung”); der Reichsadler trägt einen Ring mit der Aufschrift “1944″ am Fuss; der Engel hält einen Reichsapfel mit apostolischem Doppelkreuz und verweist somit auf das “tausendjährige christliche Ungarn”. Eben dieser “christliche” ungarische Staat hatte seine jüdische Bevölkerung seit 1920 zunehmend diskriminiert, entrechtet, enteignet, 1941 Tausende und 1944 Hunderttausende deportiert und an die Nazis ausgeliefert. Unter anderem dieses Denkmals wegen boykottieren die ungarischen jüdischen Gemeinden das Holocaust-Gedenkjahr der Regierung. In der Nacht zum Sonntag waren die beiden Bronzestatuen auf den großräumig abgesperrten Platz angeliefert und montiert worden, bewacht von einer Hundertschaft der Polizei.

via pusztaranger: Nacht-und-Nebel-Aktion: Denkmal der deutschen Besatzung errichtet

Botschafter der Erinnerung in Auschwitz: Bewegende Spurensuche zum Leben und Sterben der Sinti und Roma

Der Jugendring und die Botschafter der Erinnerung haben eine Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz gemacht. Schweigend geht Petra Rosenberg durch die Lagerstraße. Kopfschüttelnd, fassungslos. Vor den Resten von Baracke 23 in Birkenau bleibt sie stehen. Der Baracke ihres Vaters. Die dunkle Sonnenbrille – die sie trotz des regnerischen Himmels trägt – verdecken ihre Tränen. Wortlos drückt sie Tassilo, der zufällig neben ihr steht. Der junge Dortmunder ist einer von mehr als 40 „Botschaftern der Erinnerung“, die sie auf ihre erste Reise nach Auschwitz begleiten. Sprecherin des Verbandes deutscher Sinti und Roma erstmalig am Ort des Schreckens (…) Durch den „Zug der Erinnerung“, der das Schicksal der deportierten Juden während der NS-Zeit thematisiert hat, hat die Erinnerungsarbeit in Dortmund einen neuen Schub bekommen. 7000 Menschen sahen in Dortmund die Ausstellung, als der Zug für drei Tage in der Ruhr-Metropole Station machte. Mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fuhren dann noch mit zum Abschluss der Aktion, als der Zug nach Auschwitz kam. Daraus entstand zwei Jahre später das vom Jugendring initiierte Programm „BotschafterInnen der Erinnerung“ unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Über 200 Jugendliche haben daran bereits teilgenommen, sich mit den Schicksalen der Opfer der NS-Zeit beschäftigt, ihre Biographien erforscht und sich in verschiedenen Ländern – darunter Polen, Holland und Israel – auf Spurensuche gemacht. Der Schwerpunkt 2014/15 widmet sich dem Schicksal der Sinti und Roma. Auf ihrer Fahrt nach Polen spürten sie dem Leben und Sterben von Dortmundern nach, die die Nazis als „Zigeuner“ abstempelten, deportierten und größtenteils ermordeten.

via nordstadtblogger: Botschafter der Erinnerung in Auschwitz: Bewegende Spurensuche zum Leben und Sterben der Sinti und Roma

Festnahmen nach rechtsextremem Vorfall in Gedenkstätte Buchenwald

In der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar ist es am Freitag zu einem Vorfall mit einem vermutlich rechtsextremen Hintergrund gekommen. Wie die Polizei mitteilte, waren sieben Personen auf der Gedenkstätte unterwegs und riefen rechte Parolen. Einer von ihnen zeigte den Hitler-Gruß. Schließlich setzten sie sich in ein Auto und fuhren davon. Die Polizei konnte alle in der Nähe festnehmen.

via lvz online: Festnahmen nach rechtsextremem Vorfall in Gedenkstätte Buchenwald

On This Day: Spanish Civil War begins after the generals’ failed coup

JULY 18, 1936: The Spanish Civil War – one of Europe’s bitterest conflicts in which brothers were pitted against one another and 500,000 died – began on this day in 1936. The left-leaning government of the Republic armed its citizens 24 hours after Spain’s right-wing military leaders launched a coup in a bid to seize power in a single day. The rebels, who called themselves Nationalists, failed to take any major cities, except Seville on the south coast. But this allowed General Francisco Franco, who won the war and went on to rule Spain as a dictator for 36 years, to cross the Straits of Gibraltar from Morocco. Thousands joined him in a bid to wipe out the ‘Red’ Republic, which had existed since voters abolished the monarchy in 1931, and restore ‘Christian civilisation’. Meanwhile, supporters of the Republic believed they were fighting for the survival of democracy against fascist tyranny. Thousands of left-wing citizens, including trade unionists and teachers, took arms and the International Brigade of foreign volunteers, including 4,000 Britons, helped them. Yet, compared to Franco’s forces they were ill disciplined, badly equipped – and they struggled to hold the Nazi Germany-backed Nationalists back. By November, the Generalissimo’s troops were able to attack Madrid and so launched one of the longest sieges in history. Forces loyal to the Republic, which grew from liberal democracy into a revolutionary, anti-Catholic state backed by the Soviet Union, lost 100,000 lives in this initial battle.   But they held on to the capital, which saw streets everywhere decorated with banners bearing the slogan ‘No pasaran’ (they shall not pass).

via yahoo: On This Day: Spanish Civil War begins after the generals’ failed coup

CA winemaker behind neo-Nazi website flees to Canada to escape FBI

The California owner of an anti-Semitic website registered in the United States, but written in Hungary, fled to Canada after the Federal Bureau of Investigations issued a warrant for his arrest this week. Béla Varga, owner of the kuruc.info domain, is charged with having threatened the life of lawyers who subpoenaed him regarding the hate site. The name of the domain, “kuruc,” has nativist roots, referring to a patriotic nationalist Hungarian movement that opposed the foreign reign of the Hapsburg Dynasty. Its English-language “About Us” page describes it as “a patriotic Hungarian conservative, right-wing nationalist, fact-finding news site.” Varga allegedly worked at Claar Cellars, “a medium-size Premium winery in the Columbia Valley, as well as Chateau Soverain. According to Patch.com, “Varga said he came to the U.S. in 1988, picking Healdsburg as home because he wanted to establish himself as a winemaker.” However, the exact nature of his employment — as well the degree that qualified him to work at these wineries — has recently come into question. As for the domain he acknowledged owning, a Budapest organization that monitors European extremism characterized kuruc.info as “the most active hate group operating in Hungary,” adding that it regularly publishes information about Jewish people that “qualifies as hate speech and [glorifies] fascist ideas.” It regularly targets those it refers to as Zionists, Israelis, Gypsies, and criminal immigrant elements, and frequently complains about the “so-called Hungarian Holocaust Museum, which was involved in massive embezzlement of millions of Hungarian taxpayers’ dollars.” The site also publishes material in which the gas chambers used to murder thousands of Jews are claimed to be “air defense shelters.”

via rawstory: CA winemaker behind neo-Nazi website flees to Canada to escape FBI

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