Category Archives: Kameradschaft

„Marsch für das Leben“: Nationalismus in christlichem Gewand

Mit einem sogenannten „Marsch für das Leben“ wollen am Samstag Antifeminist*innen, christliche Fundamentalist*innen und Nationalist*innen durch Berlin ziehen. Unter dem Motto „Ja zum Leben – für ein Europa ohne Abtreibung und Euthanasie“ fordern sie ein europaweit komplettes Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen und Sterbehilfe. Organisiert wird der Marsch, der schon seit mehreren Jahren am letzten Septemberwochenende in Berlin stattfindet, vom „Bundesverband Lebensrecht e.V.“, einem Dachverband von derzeit 13 „Lebensschutz“–Gruppen. Unterstützung bekommen die selbsternannten „Lebensschützer“ dabei sowohl von hochrangigen Vertretern der Kirchen und der CDU, als auch aus dem Umfeld der Neuen Rechten und der AfD. (…) Die „Lebensschützer“-Szene tritt seit den späten 1960er Jahren öffentlich in Erscheinung, um einer zunehmenden sexuellen Freizügigkeit und feministischen Emanzipationsbestrebungen entgegenzuwirken. Sie fordern den Erhalt der „traditionellen Familie“ und vertreten ein patriarchales Weltbild, in dem Frauen zuallererst in ihrer Rolle als Mütter wahrgenommen werden. Alternative Lebensmodelle oder gleichgeschlechtliche Partnerschaften haben darin keinen Platz. Kernthema der „Lebensschützer“ ist dabei die Forderung nach einem gesetzlichen Verbot von Abtreibungen. Zunehmend gerät aber auch Sterbehilfe in den Fokus der Bewegung, die keinen Eingriff in „Gottes Plan“ dulden will. In der Vergangenheit erkämpfte gesellschaftliche Freiheiten, wie eine liberalere Sexualmoral, Geschlechter-Gerechtigkeit, die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften oder selbst den Zugang zu Verhütungsmitteln lehnen sie ab. Dahinter steht oft ein christlich fundamentalistisches Weltbild, das die Säkularisierung der Gesellschaft als die Quelle allen Übels ausmacht. (…) Mit Slogans wie „Deutschland treibt sich ab“ in Anschluss an Sarrazins rassistische Migrantenhetze oder „Ein Volk stirbt im Mutterleib“ zeigt dann auch so mancher christliche „Lebensschützer“ sein wahres Gesicht. Denn eine eindeutige Trennlinie zwischen christlich-konservativen „Lebensschützern“ und „Lebensschützern“ aus dem Umfeld der „Neuen Rechten“ gibt es keineswegs.  Martin Lohmann, der Vorsitzende des BvL, schrieb bereits für die rechte Wochenzeitschrift „Junge Freiheit“. Martina Kempf, die Vorsitzende des Freiburger Regionalverbandes der „Aktion Lebensrecht für Alle e.V.“ (ALfA) und Gründerin der Arbeitsgemeinschaft „Christen in der Alternative für Deutschland“ gab 2013 ein Interview für das extrem rechte Magazin „Zuerst!“ Aber auch in eigenen Publikationen der „Lebensschützer“ finden sich rechte Inhalte. So fallen in der Vereinszeitschrift von „Pro Conscientia e.V.“, einem weiteren Mitglied des BvL, Autor*innen wie die AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch durch Islamfeindlichkeit, aggressiven Antifeminismus und Hetze gegen Sexualaufklärung und Homosexualität auf.  Warnung vor dem „Babycaust“ Immer wieder machen „Lebensschützer“ zudem durch die Instrumentalisierung des Holocausts und die Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen auf sich aufmerksam. Zentrales Motiv ist dabei der Vergleich von Schwangerschaftsabbrüchen mit dem Holocaust. Slogans wie „Damals: Holocaust – Heute: Babycaust“ (Klaus Günter Annen) sind dabei kein Einzelfall und finden auch bei den „Christdemokraten für das Leben“, einer „Lebensschützer“- Gruppe innerhalb der CDU, Zuspruch. Der Regionalverband Stuttgart der ALfA instrumentalisierte sogar eine Stolperstein-Verlegung zum Gedenken an ein Mädchen, das im Rahmen des „Kindereuthanasie“-Programmes der Nationalsozialisten umgebracht wurde, um darauf hinzuweisen, dass im selben Haus heute Abtreibungen durchgeführt werden.

via ngn: „Marsch für das Leben“: Nationalismus in christlichem Gewand

Linkspartei: Ukraines Nationalwappen ist ein “Nazi-Symbol”

Die Debatte um den Krieg in der Ostukraine wird in Deutschland nach wie vor sehr emotional geführt. An steilen Thesen mangelt es dabei nie. Die Linksfraktion im Bundestag hat nun in einer Pressemitteilung das ukrainische Nationalwappen, den Dreizack, als „Nazi-Symbol“ bezeichnet. Hintergrund: Derzeit hält die Nato in der Westukraine ein militärisches Manöver ab. Daran nehmen auch drei Bundeswehrsoldaten teil. „Das NATO-Manöver hat sich den Namen ‚Schneller Dreizack‘ gegeben. Der Dreizack war und ist ein Symbol des militanten Flügels der Stepan-Bandera-Organisation“, schrieb der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Gehrcke in einer Pressemitteilung der Linksfraktion. „Diese Organisation war Teil der Nazi-Armee in der Ukraine und ist besonders durch die aggressive Vernichtungspolitik gegen Jüdinnen und Juden in der Westukraine bekannt geworden.“ (…) Das Problem mit dem Dreizack sei die historische Bedeutung des Symbols während der Nazi-Herrschaft, sagte am Donnerstag ein Mitarbeiter von Wolfgang Gehrcke der Huffington Post. Dass der Dreizack Staatswappen der Ukraine geworden sei, könne man als Kompromiss an den nationalistischen Westen des Landes verstehen.

via huff: Linkspartei: Ukraines Nationalwappen ist ein “Nazi-Symbol”

Greece: Member of Neo-Nazi Party Guilty of Inciting Racism

Member of Golden Dawn party found guilty of inciting racist violence after saying that migrants are “sub humans”. A court in Athens, Greece, on Tuesday found a member of the neo-Nazi Golden Dawn party guilty of inciting racist violence, the To Vima Greek newspaper reported. The man, Alexandros Plomaritis, was given a three-year suspended sentence, according to the report. Plomaritis was accused of making racist comments in a documentary by director Konstantinos Georgousis, where he referred to migrants as “sub humans” and “taints”. Clips from the documentary had been broadcast by Channel 4 in the UK. The candidate for the neo-Nazi party told the courts that his comments were made during an exaggerated, private conversation at a café and claimed to have thought that he was talking to a student competing an assignment rather than a professional director, according to To Vima. Golden Dawn has become notorious for its blatant anti-Semitic and xenophobic rhetoric, openly displaying copies of “Mein Kampf,” as well as other works on Greek racial superiority at party headquarters.

via israelnationalnews: Greece: Member of Neo-Nazi Party Guilty of Inciting Racism

Konspiratives Nazi-Konzert in Berlin geplant

Mehrfach hat die Polizei in der Haupstadt schon Konzerte der Rechtsrocker von “Kategorie C” verhindert. Diesen Samstag will die Bremer Band es erneut versuchen. Der Ort wird bis zuletzt geheim gehalten. “Ab 16 Uhr ist ein Infotelefon geschaltet, wo ihr alle  Informationen zum Ort der Veranstaltung erfahrt”, heißt es in dem Einladungsschreiben, das in internen Nazi-Foren kursiert. Als Anlass für das Konzert wird das 5-Jährige Bestehen der “Legion Germania” genannt. Ein Zusammenschluss rechtsextremer Hooligans von LOK Leipzig und BFC Dynamo Berlin. 25 Euro kostet der Eintritt. Mehrere Hundert Neonazis und Hooligans werden erwartet. Das Gewaltpotenzial der „Kategorie C“-Fans ist hoch. Bei einem Konzert in Rostock musste die Polizei mit einem Großaufgebot anrücken, um einen Auftritt der Gruppe, die sich selbst als „unpolitische Hooliganband“ bezeichnet, zu verhindern. Dabei kam es zu Ausschreitungen. Die 450 angereisten Neonazis griffen die Polizisten an, ein Beamter wurde verletzt. Es folgten Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Körperverletzung.

via störungsmelder: Konspiratives Nazi-Konzert in Berlin geplant

Neofaschisten in griechischen Schulen – Hakenkreuze auf der Schulbank

Traditionell ticken Griechenlands Jugendliche eher links, jetzt wächst die Sympathie mit den Neofaschisten. Lehrer sind besorgt. Der 16-jährige Kostis steht vor seiner Schule im Zentrum Athens. Raucherpause. Zwischen zwei Zügen zeigt der Jugendliche mit den wirren hellbraunen Haaren auf verschiedene Symbole an der Außenwand des kalkweißen Schulgebäudes aus den 60er Jahren. Hakenkreuze und das an das Hakenkreuz angelehnte Symbol der neofaschistischen Partei Chrysi Avgi sind dort zu sehen. Um sicherzugehen, dass das auch jeder kapiert, sind daneben die Worte Chrysi Avgi – Goldene Morgenröte – gekritzelt. Manche der Symbole sind durchgestrichen, daneben prangt das A der Linksautonomen. Chrysi Avgi, so heißt die neofaschistische Partei Griechenlands. Sie polemisiert gegen Einwanderer, Lesben und Schwule. Ihre Anhänger versammeln sich auch schon mal zu Fackelmärschen und singen die griechische Übersetzung des Horst-Wessel-Liedes. Abgeordnete schwadronieren von einer neuen Zivilisation, in der nur noch Menschen „rein griechischen Blutes“ das Wahlrecht haben. Bei den Parlamentswahlen im Juni vor zwei Jahren erhielt die Chrysi Avgi knapp 7 Prozent der Stimmen und sitzt seitdem mit 18 Abgeordneten im 300-köpfigen griechischen Parlament. Übergriffe auf andersdenkende Schüler Der sonst sehr gelassen wirkende Kostis wird immer aufgeregter, als er erzählt: „Seitdem die Chrysi Avgi im Parlament sitzt, ist Faschismus unter den Jugendlichen hier präsenter.“ Auch im Schulgebäude findet man Aufkleber der Partei auf den Stühlen oder in die Schultische eingeritzte Hakenkreuze und das Symbol der Chrysi Avgi. „Es ist deutlich spürbar, dass da ein Rechtsruck unter den Jugendlichen stattgefunden hat“, sagt Kostis. Er drückt die Zigarette aus und schnappt seinen Rucksack. In ein paar Minuten beginnt die nächste Unterrichtsstunde. Kostis dreht sich noch einmal um: „Es kommt bei uns auch häufiger vor, dass die Anhänger der Chrysi Avgi andere Mitschüler beleidigen und sogar angreifen, nur weil diese eine dunkle Hautfarbe haben oder nicht mit deren Meinung übereinstimmen.“

via taz: Neofaschisten in griechischen Schulen – Hakenkreuze auf der Schulbank

Berner Polizist kann sich nicht erinnern

Zwei Polizisten der Kapo Bern sagten am Dienstag im Neonazi-Prozess gegen die NSU in Deutschland aus. Einzelheiten zur Ermittlung der Tatwaffe konnten sie jedoch nicht liefern. Einer der Berner Polizisten hatte gegen einen mutmasslichen Mittelsmann bei der Beschaffung der Mordwaffe vom Typ «Ceska» ermittelt. Er sollte über eine Vernehmung dieses Mannes aus dem Jahr 2007 Auskunft geben, erinnerte sich aber nicht mehr an Einzelheiten. Ihm wurden am Dienstag daher immer wieder Passagen aus dem Vernehmungsprotokoll vorgelesen, woraufhin der Polizist sagte: «Wenn es da so steht, dann wird es so gewesen sein.» Der mutmassliche Mittelsmann habe nach eigenen Angaben von der «Ceska» nichts gewusst, sagte der Polizist. Dass sie mit einem auf seinen Namen lautenden Waffenerwerbsschein gekauft wurde, habe er sich nicht erklären können. Die «Ceska» war von den NSU-Terroristen bei neun ihrer zehn Morde verwendet worden. (…) In diesem Prozess sagen nun zwei Berner Polizisten aus. Es geht um einen Zeugen aus dem Berner Oberland, den sie vernommen hatten. Auf dessen Namen wurde der Waffenschein jener Pistole ausgestellt, die in der ausgebrannten Wohnung zum Vorschein gekommen war. Worauf die Befragung der Polizisten hinausläuft, will die Pressestelle des Münchner Gerichts nicht sagen: «Die Einvernahme der beiden Kantonspolizisten ist letztlich dem Unmittelbarkeitsgrundsatz geschuldet. Nach deutschem Prozessrecht zählen nur unmittelbare Beweise, zeugen sollen nicht aus Akten zitiert werden, sondern erneut direkt befragt werden», sagte eine Sprecherin gegenüber der Zeitung «Der Bund». Eine Spur des Bundeskriminalamtes hatte bereits 2004 nach Bern und einer hier ansässigen Waffenhandlung geführt. Die in der Brandruine gefundene Pistole war in der Tschechoslowakei hergestellt und an einen Berner Oberländer verkauft worden. Dann gelangte sie in die Hände von Waffenhändlern und ging schliesslich in einer ostdeutschen Nazi-Boutique über den Ladentisch. Im Auftrag von Ralf Wohlleben – Funktionär der rechtsextrem Partei NPD – wurde sie dort gekauft und an die NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos weitergegeben.

via 20min: Berner Polizist kann sich nicht erinnern

siehe auch:; Berner sagen im Neonazi-Prozess aus. Zwei Berner Kantonspolizisten sagen am Dienstag und Mittwoch am Münchner NSU-Prozess aus: 
Bei der spektakulären Mordserie wurden zehn Menschen getötet. In neun Fällen führt die Spur der Waffe nach Bern. Es war die Seriennummer 034 678 der Pistole, welche die Ermittler der Berner Kantonspolizei zu Anton G. führte. Auf seinen Namen war der Waffenschein der Ceska 83, einer für das Militär der Tschechoslowakei entwickelten Pistole, ausgestellt worden. Am 20. Januar 2012 schlugen die Polizisten zu und verhafteten den IV-Rentner zu Hause in einer Gemeinde im Berner Oberland. (…) Bereits 2004, als die Hälfte der Morde begangen waren, hatte eine erste Spur des Bundeskriminalamts zur Waffenhandlung Schläfli und Zbinden in Bern geführt. Diese verlor sich vorerst. Erst später konnte die Spur der Ceska 83 nachverfolgt werden. Die Waffe war Mitte der 1990er Jahre für 1250 Franken von einem Solothurner Generalimporteur angeboten worden. Das Berner Waffengeschäft verkaufte die Pistole 1996 an Anton G., der sie wiederum einem Töffkollegen, Hans M., übergab. Dieser hatte nach der Wende einige Jahre in Ostdeutschland gelebt. Mithilfe zweier Waffenlieferanten soll die Ceska vom Thunersee nach Jena gelangt sein, wo sie 1999 oder Anfang 2000 über den Ladentisch der Neonazi-Boutique Madley ging – und damit in die Hände von Carsten S. geriet. Dieser kaufte die Pistole im Auftrag von Ralf Wohlleben, Funktionär der rechtsextremen Partei NPD, und gab sie in Chemnitz weiter: an Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Weil G. und M. in München nicht vor Gericht erschienen, wurden sie von einem Schweizer Staatsanwalt in Thun vernommen. Mehrere deutsche Beamte nahmen an der Befragung teil. Laut Titz werden diese zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls vernommen. Laut einem Insider werden die Aussagen der Berner Polizisten dahingehend von Wichtigkeit sein, als sie von der Verteidigung des Angeklagten Wohlleben in Zweifel gezogen werden.

Dossier / Beiträge zu Rechts-Anwältin (RA) Nicole Schneiders: http://goo.gl/cbPp0


Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism:
Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS)
Dossier: Kategorie NSUhttp://bit.ly/ths-nsu

“Flagge zeigen für Hehli” beim SV Waldhof-Spiel gegen Saarbrücken – NPD-Politisierung im Stadion

Beim vergangenen Waldhof-Spiel haben mehrere Männer “Flagge für Hehli” gezeigt – sie beklagten ein Stadionverbot für den neu gewählten NPD-Stadtrat. Droht eine Politisierung der Fan-Szene durch Rechtsextreme über das “gewohnte Maß” hinaus? Christian Hehl, genannt “Hehli”, ist für die NPD in den Stadtrat gewählt worden. Die rechtsradikale Partei feiert das, Hehli feiert sich selbst. Beim vergangenen Fußballspiel zeigten mehrere Männer Fahnen mit Sprüchen: “Hausverbot für Stadtrat” und “Gerechtigkeit für Hehli” und der postet die Bilder auf Facebook, kommentiert: 45 min Flagge zeigen für den “Stadtrat der Herzen” in Mannheim ! Ich bedanke mich für die Solidarität der Waldhoffans die zu mir stehen ! Es ist jedes mal eine Freude zu den besten Fans der Welt zu gehören ! Einmal Waldhof immer Waldhof ! Der SV Waldhof hat die Aktion bemerkt, aber die Sicherheitslage abgewogen: Wir hätten 60 Ordner für die Ecke gebraucht und dann entschieden, dass wir nicht eingreifen, weil da oben in Block 6 eine sehr spezielle Klientel sitzt. Mal abgesehen davon hätten die Transparente nicht ins Stadion gedurft. Wir werden unsere Kontrollen verstärken.

via rheinneckarblog: “Flagge zeigen für Hehli” beim SV Waldhof-Spiel gegen Saarbrücken – NPD-Politisierung im Stadion

Kritik an Rechtsruck: Netzpolitikerin tritt aus AfD aus

Vor einem Jahr hatte sie noch die netzpolitische Agenda der Alternative für Deutschland (AfD) geprägt, nun kehrt die Internetunternehmerin Michaela Merz der Partei enttäuscht den Rücken. Als Grund gibt sie den Rechtsruck in der Partei an. Die Internet-Unternehmerin Michaela Merz, die die netzpolitische Agenda der Alternative für Deutschland (AfD) prägte, tritt aus der Partei aus. In einem Blogbeitrag begründete Merz den Schritt damit, dass die Partei liberale Positionen ignoriere und zunehmend eine “identitäre Bewegung” werde, in der Ausländerfeindlichkeit und religiöse Intoleranz die bestimmenden Themen seien.

via heise: Kritik an Rechtsruck: Netzpolitikerin tritt aus AfD aus

Chilenischer Abgeordneter wegen Mordes an Pinochet-Gegnern angeklagt

Ex-Heeresoffizier soll drei unbewaffnete Mitglieder der linken MIR-Guerilla getötet haben. Ein Oppositionsabgeordneter ist in Chile wegen der Tötung von drei Regimegegnern der Pinochet-Diktatur angeklagt worden. Eine Richterin der südchilenischen Stadt Valdivia ordnete am Donnerstag die Verhaftung des rechten Abgeordneten Rosauro Martínez an. Er soll 1981 als damaliger Heeresoffizier drei unbewaffnete Mitglieder der linken MIR-Guerilla getötet haben.

via derstandard.at: Chilenischer Abgeordneter wegen Mordes an Pinochet-Gegnern angeklagt

Ukrainischer Abgeordneter vor Parlament in Mülltonne geworfen

Ausschreitungen von Anhängern rechtsextremer Parteien. Am Rande der Sitzung des ukrainischen Parlaments in Kiew, bei der über das Assoziierungsabkommen mit der EU abgestimmt wurde, kam es vor dem Parlamentsgebäude zu gewalttätigen Ausschreitungen von Anhängern der rechtsextremen Parteien Swoboda und Rechter Sektor. Dabei wurden Barrikaden aus Autoreifen in Brand gesteckt. Der oppositionelle Abgeordnete Vitaly Zhuravsky wurde vom Mob angegriffen und in eine Abfalltonne geworfen.

via derstandard: Ukrainischer Abgeordneter vor Parlament in Mülltonne geworfen

Ukrainische, russische und ungarische Mafia verkaufen Zehntausende EU-Pässe aus Ungarn

In einer umfangreichen Recherche belegt das führende unabhängige Online-Newsportal Index.hu heute die seit langem anhängigen Gerüchte, wonach wohl “mehrere Zehntausend” ungarische Pässe nach dem “vereinfachten Staatsbürgerschaftsrecht” an Ukrainer, (ukrainische) Russen, Serben und andere Staatsangehörige vergeben wurden, ohne dass dafür die gesetzlich vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt waren (also: ung. Blut, ung. Sprachkenntnisse, nicht vorberstraft). Index deckt einen regelrechten Ring aus “ukrainischen und russischen Mafiabanden” sowie dienstbaren ungarischen Rechtsanwaltsbüros auf, von denen einige teils namhafte Klientel betreuen. Rund 3 Mio. Forint, also etwa 10.000 Euro kostet die Beschaffung des ungarischen Passes, der den meisten nur zur Weiterreise nach Deutschland, Großbritannien oder andere EU-Staaten dient, wie Interviews der Journalisten von index.hu ergaben. Das Phänomen häufte sich mit der Verschärfung der Ukraine-Krise massiv, vor allem als Kiew die allgemeine Einberufung bekannt gab. Die ungarische Regierung führte das Staatsbürgerschaftsprogramm als “historische Schuldigkeit gegenüber den Ungarn hinter den Grenzen” 2010 ein, bis Frühjahr 2014 wurden rund 580.000 Menschen auf diese Weise zu ungarischen Staatsbürgern, die meisten davon in Rumänien, gefolgt von Serbien, Ukraine, der Slowakei. Verbunden mit dem Pass ist das aktive Wahlrecht, ca. 20% machten davon Gebrauch, wovon wiederum 98% ihre Stimmen Fidesz gaben. Der ungarische Pass bedeutet auch das Recht auf eine kostenlose Gesundheitsversorgung in Ungarn, was bereits zu Spannungen mit der alteingesessenen Bevölkerung in den Grenzregionen zur Ukraine führte.

via pesterlloyd: Ukrainische, russische und ungarische Mafia verkaufen Zehntausende EU-Pässe aus Ungarn

Besuch bei NSU-Angeklagter – “Paulchen Panther” in Zschäpes Zelle

Die mutmaßliche NSU-Terroristin Zschäpe hat nach SWR-Recherchen im Gefängnis bemerkenswerten Besuch bekommen. Eine Mitgefangene durfte bei ihr übernachten. Das Besondere: Die Frau zeigt sich im Netz mit Bildern des “Rosaroten Panthers”. Es wirkt wie ein schlechter Scherz: Beate Zschäpe bittet in der Haft darum, mit einer Mitgefangenen sprechen zu dürfen – und das Gefängnis lässt eine Frau zu ihr, die in ihrem Umfeld mit dem Rosaroten Panther in Verbindung gebracht wird. Also genau der Comicfigur, die die mutmaßliche Terrorzelle NSU für ein widerliches Bekennervideo genutzt hat, in dem die Mordopfer verhöhnt werden. Doch genau das ist Anfang Mai 2014 nach Recherchen des SWR in der Justizvollzugsanstalt München Stadelheim passiert. Zschäpe hatte sich an das Personal gewandt und gesagt, sie brauche jemand zum Reden. An diesem Tag hatte sie schon vormittags vor Gericht über Unwohlsein geklagt und von einer schlechten Nachricht für sie gesprochen. Im Gefängnis bot man ihr einen Seelsorger an – doch Zschäpe wünschte eine bestimmte Mitgefangene zum Reden. (…) Der Besuch kam zu den Akten. Doch inzwischen ist die Frau nicht mehr in Haft. Sie erzählt dem SWR von der Zeit mit Beate Zschäpe – und präsentiert sich im Internet mit dem Spitznamen “Pinky” und Bildern des Rosaroten Panthers. Das sei aber schon vor der Haft ihr Markenzeichen gewesen, ein Straßenname, sagt sie. Zschäpe habe das lustig gefunden. Überhaupt sei die Angeklagte eine “liebe und nette Person, die wie eine Mutter für sie gewesen” sei.

via tagesschau:Besuch bei NSU-Angeklagter – “Paulchen Panther” in Zschäpes Zelle

Dossier / Beiträge zu Rechts-Anwältin (RA) Nicole Schneiders: http://goo.gl/cbPp0


Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism:
Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS)
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Schnellzug-Lok mit Hakenkreuz war Neonazi-Pilgerort

Das DB-Museum in Nürnberg hat eine Elektrolok, Baujahr 1939, ins Depot verbannt, weil sich immer wieder Neonazis vor dem Hakenkreuz an der Front des Zuges fotografieren ließen. Die weinrote Lok ist Baujahr 1939 und trägt den Reichsadler und das Hakenkreuz an ihrer Front. Es ist ein unscharfes Foto, das da im Netz kursiert. Darauf zu erkennen: ein Mann, der den rechten Arm zum Hitlergruß reckt. Hinter ihm ragt riesengroß die rote E-Lok E 19 12 auf, mit Reichsadler und Hakenkreuz. Veröffentlicht hat das Bild jüngst die griechische Tageszeitung Ethnos, die in dem Neonazi den Polizeichef der Insel Hydra, Giorgos Kagalos, erkannt haben will. (…) „Uns war einfach unwohl mit der Situation“, sagt Bahn-Pressesprecher Achim Stauß, „und wir sind entsetzt, dass man ausgerechnet das DB-Museum als Bühne für derartige Geschmacklosigkeiten ausgesucht hat.“ Die im Internet kursierenden Fotos seien unerfreulich. Allerdings habe man im Museum weder vom Auftritt des griechischen Polizisten noch von anderen Vorfällen mit Neonazis etwas mitbekommen. Nun prüft die Bahn, ob gegen den Mann, der auf dem Foto den verbotenen Hitlergruß zeigt, Anzeige erstattet werden kann. Deutsche Neonazis, die im selben Zeitraum im Haus ihr Unwesen trieben, hätten leider nicht ausfindig gemacht werden können, heißt es.

via nordbayern.de: Schnellzug-Lok mit Hakenkreuz war Neonazi-Pilgerort

Blaupause aus Schweden für NSU-Terror?

Verdacht: Ermittlungen dümpeln vor sich hin. Zahlreiche Fragen zum deutschen und europäischen Neonazi-Terrorismus sind weiter ohne Antwort. Dabei ist es fast drei Jahre her, dass sich der Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) zu erkennen gab. Nach einem Banküberfall am 4. November 2011 in Eisenach haben sich Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos angeblich selbst gerichtet: Einige Tage später stellte sich die mutmaßliche Mittäterin Beate Zschäpe. Gemeinsam mit vier Helfern des NSU ist sie seit fast eineinhalb Jahren angeklagt im Münchner NSU-Prozess. Der fördert kaum etwas über die zehn Morde, diverse Banküberfälle und Bombenanschläge zutage, was nicht durch parlamentarische Untersuchungsausschüsse dokumentiert ist. Eine nahezu offene Flanke bei den NSU-Ermittlungen sind die weitreichenden internationalen Kontakte des deutschen Neonazi-Terror-Netzwerkes. Viele Spuren führen nach Skandinavien, manche enden bei dem deutsch-schwedischen Staatsbürger John W. A. Ausonius. Man nennt ihn den »Laserman«, weil das Gewehr, mit dem er zwischen August 1991 bis Januar 1992 in Stockholm und Uppsala zehn rassistische Mordanschläge verübte, mit einer Laserzieleinrichtung versehen war. Eines seiner Opfer starb, die anderen wurden zum Teil schwer verletzt. Ausonius finanzierte seinen Lebensunterhalt durch Bankraub. Bei den Überfällen benutze er Fahrräder und mietete Fahrzeuge. Der Mann war nachweislich mehrfach in Deutschland gewesen. Er soll dabei mit einem deutschen Reisepass auf den Namen Manfred Tilo Ulbrich gereist sein. Der wurde am 17. Februar 1992 in Dresden ausgestellt. Das jedenfalls kann man inzwischen sogar schon in Büchern nachlesen. In damaligen Veröffentlichungen der Blood&Honour-Bewegung wurde Ausonius als Vorbild hingestellt. Und so liegt eine Schlussfolgerung des Bundesamt für Verfassungsschutz aus dem Januar 2012 nahe: »Es besteht die Möglichkeit, dass die Jenaer Rechtsextremisten durch die im Jahr 2000 veröffentlichte Publikation ›Field Manual‹ Kenntnis von den durch Ausonius verübten Anschlägen auf Ausländer erhalten haben und dessen Vorgehensweise als ›Blaupause‹ für die Taten des ›Trios‹ diente.«

via nd: Blaupause aus Schweden für NSU-Terror?

Dossier / Beiträge zu Rechts-Anwältin (RA) Nicole Schneiders: http://goo.gl/cbPp0


Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism:
Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS)
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Wien: Treffen polnischer Rechtsextremer in Kirche?

In den nächsten Wochen finden eine ganze Reihe rechtsextremer und neonazistischer Treffen statt. Wir beginnen in chronologischer Reihenfolge mit einem Treffen rechtsextremer Polen, das am 20. September 2014 in einer Wiener katholischen Pfarre(!!) stattfinden soll. Kirchliche Stellen haben auf ein Schreiben des Dokumentationsarchivs bisher nicht reagiert. Der „Kongress der Patrioten“, der am 20. September 2014 in der Pfarre St. Severin im 18. Wiener Gemeindebezirk abgehalten werden soll, wird von „WIN – Wiedeńska Inicjatywa Narodowa”, einer Gruppe rechter Polen in Wien, veranstaltet. Die Gruppe hat bereits am 7. September einen Marsch zum Gedenken an Jan III. Sobieski veranstaltet, der im September 1683 vor Wien das Entsatzheer gegen die osmanischen Truppen führte und diese in der Schlacht am Kahlenberg schlug. Der politische Marsch 2014 führte vom Kahlenberg zum Türkenschanzpark. Für den “patriotischen Kongress“ am 20. September in der Pfarre St. Severin sind Referenten aus der rechtsextremen politischen Szene Polens angekündigt. Zwei der Referenten sind Vertreter von Ruch Narodowy (Nationale Bewegung), einer rechtsextremen Sammelbewegung, die eng mit der neofaschistischen Partei Jobbik in Ungarn kooperiert. Beim dritten Referent en handelt es sich um Paul Warot, der Ende Juni 2014 als Mitarbeiter von IPN (Institut des Nationalen Gedenkens) gefeuert worden ist. Das rechtsextreme Treffen am 20. September ist vermutlich zur Mobilisierung für den Unabhängigkeitsmarsch am 11. November gedacht. An diesem Tag marschieren seit einigen Jahren Polens Rechtsextreme, unterstützt von Jobbik (!), in Warschau auf.

via stopptdierechten.at: Wien: Treffen polnischer Rechtsextremer in Kirche?

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