Category Archives: Kameradschaft

Als Beate Zschäpe noch redete

Eine Puppe mit einem Judenstern hing 1996 von einer Autobahnbrücke. An die Details erinnert sich die ermittelnde Polizistin im NSU-Prozess nicht mehr. Bei der damaligen Vernehmung zeigte sich Beate Zschäpe im Gegensatz zu heute aber sehr auskunftsfreudig. Beate Zschäpe wirkt heute nervös, sie lutscht eine Pastille und schaut etwas angestrengt zu der Zeugin. Die ist eine Polizistin aus Thüringen, die in den neunziger Jahren gegen Zschäpe und andere aus der rechten Szene ermittelte. Dieser Kreis habe damals seine Gesinnung “gelebt” und deutlich zum Ausdruck gebracht.(…) Die Polizistin hatte mehrmals mit Zschäpe zu tun, im NSU-Prozess geht es nun speziell um eine Vernehmung im Juni 1996. Eine Sonderkommission ermittelte gegen mehrere Beschuldigte, unter anderem Zschäpe, wegen einer Puppe, die von einer Autobahnbrücke hing und an der ein Judenstern angebracht war. Besonders verdächtig war Uwe Böhnhardt, dessen Fingerabdrücke an einem Karton identifiziert wurden, der am Tatort lag. (…) Interessanterweise war sie damals in mancher Hinsicht ziemlich redselig. So ließ sie sich erstaunlich ausführlich über André K. aus, einen Kameraden aus der Szene in Jena, den sie den “Dicken” nannte. Der würde sich gern aufspielen und prahlen. Gegen den Willen von Zschäpes Verteidigern liest Richter Manfred Götzl auch eine Passage aus der alten Vernehmung vor, in der es um die Gesinnung geht: “Zu meiner Gesinnung möchte ich sagen, dass diese zwar rechtsgerichtet ist, ich deswegen aber keine Straftaten begehe.”

via sz: Als Beate Zschäpe noch redete

Wegen Massakers an Zivilisten im Irak – Frühere #Blackwater-Söldner schuldig gesprochen

Vier ehemalige Mitarbeiter der US-Sicherheitsfirma #Blackwater sind wegen eines Massakers an irakischen Zivilisten 2007 schuldig gesprochen worden. Ein Datum für die Verkündung des Strafmaßes steht noch nicht fest. Die Blackwater-Angestellten hatten mindestens 14 Zivilisten getötet – darunter auch Frauen und Kinder. Ehemalige Blackwater-Mitarbeiter für schuldig befunden. Vier frühere Mitarbeiter der privaten US-Sicherheitsfirma Blackwater sind im Prozess um die Tötung von mindestens 14 irakischen Zivilisten schuldig gesprochen worden. Die Geschworenen an einem Bundesgericht in Washington verkündeten am Mittwoch einen Schuldspruch wegen Mordes, drei weitere Angeklagte wurden wegen Totschlags im Affekt schuldig befunden. Ein Datum für die Verkündung des Strafmaßes stand zunächst nicht fest. Die Angeklagten hatten auf unschuldig plädiert. Die Blackwater-Mitarbeiter hatten laut der Anklage im September 2007 in Bagdad willkürlich in die Menge gefeuert. Einer US-Untersuchung zufolge wurden dabei 14 Zivilisten getötet, irakische Ermittlungen gehen von 17 Todesopfern aus. Das offenbar unprovozierte Blutbad im Zentrum der irakischen Hauptstadt sorgte für große Empörung und kostete Blackwater seine Aufträge im Irak. Die private Sicherheitsfirma war vor allem mit dem Schutz von US-Botschaftsmitarbeitern beauftragt. Nach dem Massaker benannte sich Blackwater zunächst in Xe um, seit 2011 heißt das Unternehmen Academi.

via sz: Wegen Massakers an Zivilisten im Irak – Frühere Blackwater-Söldner schuldig gesprochen

Hamburgs akademischer Pöbel

Gossensprache und Abendkleid – Krawallautor Akif Pirincci bedient in der stolzen Hansestadt Hamburg ein Milieu, das bereits auf “Richter Gnadenlos” gesetzt hatte. Pirinccis Lesung bei der Burschenschaft Germania war für das “verrohte Bürgertum” ein Pflichttermin. Akif Pirincci ist so etwas wie ein Thilo Sarrazin mit Migrationshintergrund auf Speed. Im Unterschied zu dem SPD-Mitglied und Ex-Finanzsenator, bemüht sich der Katzen-Krimi-Autor gar nicht erst seine rassistischen und menschenverachtenden Thesen in pseudowissenschaftlichem Stil zu verkaufen, sondern bedient sich gerne aus dem Lexikon der Fäkalsprache. Man könnte meinen, dass so etwas besonders gut im tumben Neonazi-Milieu oder bei testosteron-geladenen rechten Hooligans ankommt. Am vergangenen Samstag goutierte jedoch die akademische Möchtegern-Elite der Hamburger Burschenschaft Germania die Gossensprache von Herrn Pirincci. Außer den Bandträgern, welche sich so viel auf ihren Ehrbegriff einbilden, kamen auch andere Angehörige von schlagenden Verbindungen und eine stattliche Anzahl von Personen, welche der Soziologe Wilhelm Heitmeyer wohl dem „verrohtem Bürgertum“ Hamburgs zurechnen würde. Viele Herren in Anzug und Krawatte nebst Damen in Abendkleidern und Perlenkette, die sich für besonders hanseatisch dünken. Die schon wieder vergessen wollen, dass genau sie die Klientel waren, welche Roland Schill zum zweiten Bürgermeister wählte. Und die nun auf die rechtspopulistische AfD setzen und kamen, um einem neuen rechten Heilsbringer zu hören. Während einige Aktivitas der Germania schon reichlich Bier vor dem Vortrag intus hatten, hielt der Referent sich lieber an Wein, als er vor angeblich 150 Personen zur Lesung seines Buchs „Deutschland von Sinnen“ anhob. In dem Buch hetzt der Autor gegen die vermeintliche Bevorzugung von Frauen, Homosexuellen und Muslimen durch eine unterstellte allgegenwärtige „linksgrüne Gesinnungsdiktatur.“ Dass ein türkisch-stämmiger Autor einen „schleichenden Völkermord“ an den Deutschen, begangen von Muslimen, herbei halluziniert, das ist Balsam auf die gekränkte Burschenschafterseele. Die vor dem Haus stehenden Journalisten hatte Pirincci zuvor als „linksversifft“ eingeordnet und stolz erklärt, dass der Staatsschutz gegen ihn ermittelt hätte, weil er vom „Drecksislam“ sprach. Solche Worte hört man gerne im akademischen Pöbel, weil man wohl selbst so denkt, sich dieses jedoch höchstens unter Pseudonym in einschlägigen Blogs zu äußern traut. Einer der wenigen Personen in Hamburg, welche sich ebenfalls offen mit Verbalinjurien a lá Princci äußert, ist AfD-Kandidat Claus Döring, der sich für die vergangene Bezirkswahl im Mai 2014 für seine Partei aufstellen ließ. „Dreckshaufen EU“ und „Kameltreiberland“ sind so Döring´sche Worte, die Grünen vergleicht er mit der SA. Die Absicht seinem Pöbelidol zu lauschen kündigte er auf Facebook an und versicherte, er kenne „noch einige konservative AfDler, die sicherlich auch interessiert wären“.

via publikative: Hamburgs akademischer Pöbel

Rechter Politiker Ljaschko: Der Mann, der die Ukraine aufhetzt

Oleh Ljaschko will Separatisten in der Ostukraine hinrichten und sein Land nuklear aufrüsten. Der Rechtspopulist kommt an: Vor den Parlamentswahlen liegt seine “Radikale Partei” auf Rang zwei. Wenn beim TV-Sender Inter die Scheinwerfer angehen, dröhnt dazu Wagners “Walküre” aus den Lautsprechern: Der “Schwarze Spiegel” geht auf Sendung, eine der beliebtesten Talkshows in der Ukraine. Das Studio ist martialisch eingerichtet: Die Zuschauer verfolgen das Spektakel in der düsteren Arena von einem Baugerüst aus – im Stehen. Jeden Freitagabend geht das so. Niemandem jubeln die Zuschauer in diesen Tagen lauter zu als Oleh Ljaschko. Er ist der Anführer der nationalistischen “Radikalen Partei”, 42 Jahre alt und Stammgast beim “Schwarzen Spiegel”. Mal tritt er schick im Maßanzug auf, mal in schwarzer Kampfmontur. Radikal sind seine Parolen immer. Er fordert die atomare Wiederbewaffnung der Ukraine. Kämpfer der Separatisten in der Ostukraine will er ohne Gerichtsurteil exekutieren lassen. Wenn die Ukrainer am Sonntag ein neues Parlament wählen, dürfte Ljaschko damit Erfolg haben. Denn seine rechten Parolen befördern ihn in den Umfragen auf den zweiten Platz, hinter dem “Block Poroschenko”. Meinungsforscher sehen Ljaschko bei bis zu zwölf Prozent. Bereits bei den Präsidentschaftswahlen im Mai wurde er überraschend Dritter, mit acht Prozent hinter dem Sieger Petro Poroschenko und der zweitplatzierten Julija Tymoschenko. (…) Die Eskalation im Osten kam für ihn gerade zur rechten Zeit. Als Putins Soldaten die Macht auf der Krim übernahmen, forderte Ljaschko, die dort stationierten ukrainischen Truppen sollten den Russen eine Schlacht liefern. Folge wäre ein sinnloses Blutbad gewesen, aber Ljaschkos rauer Ton kam bei vielen gut an. Bei ihm ist von Durchhalten die Rede und von Waffenlieferungen aus dem Westen: Er wünscht sich Luftabwehrsysteme der Nato, Präzisionsraketen und “ein paar Luftschläge von Amerikas Drohnen”. Man müsse dem Kreml in der Ostukraine “ein zweites Afghanistan” bereiten. So übertrieben all das klingt: Ljaschko ist mit dieser Rhetorik zu einem der gefährlichsten Gegner von Präsident Poroschenko geworden. Je stärker die Radikalen im Parlament werden, desto schwieriger dürfte dem Staatschef die Bildung einer breiten Koalition fallen. (…) Dabei gilt es in Kiew als offenes Geheimnis, dass der Scharfmacher selbst eng mit den mächtigen Superreichen verbandelt ist. Politische Beobachter sind überzeugt, dass bei der “Radikalen Partei” in Wahrheit der zwielichtige Gasmagnat Dmytro Firtasch die Strippen zieht. Gemeinsam mit Serhij Ljowotschkin, unter Ex-Präsident Wiktor Janukowytsch, Chef der Präsidentenadministration.

via spon: Rechter Politiker Ljaschko: Der Mann, der die Ukraine aufhetzt

Brauner Rahm – Migros-Tochter serviert Kafi Hitler!

Von Chur bis Baden wird Adolf Hitler zum Kaffee serviert. Kaffeerahmdeckeli einer Migros-Tochter zeigen den Kopf des Diktators. Für die Migros ist es eine «unverzeihliche Fehlleistung». Im Café Allegra in Chur machten Mustafa B. und sein Arbeitskollege gestern Morgen Pause. Doch besonders für den deutschen Kollegen war der Ausflug in die Beiz alles andere als erholsam. Es war sogar ein richtiger Aufreger. Denn zum Znüni gabs den Hitler! Das zum Getränk servierte Kaffeerähmli zeigte das Gesicht des Diktators. «Mein deutscher Arbeitskollege hat es sofort entdeckt», sagt B. «Er war entsetzt!» In Deutschland würde man so etwas niemals sehen, habe er gesagt. Auch Mustafa war erstaunt. «Das finde ich schon übel. Gerade als Ausländer.»  Nicht nur Hitler, sondern auch Mussolini Das Café in Chur war nicht das einzige, das Hitler zum Kaffee servierte. Laut «20 Minuten» gabs die gleichen Kaffeerahmdeckeli auch beim Snack Stop by Moser’s im Bahnhof Baden.  «Plötzlich sah ich das Gesicht Adolf Hitlers vor mir», wird ein Leserreporter zitiert. Vertrieben werden die Rähmli von der Migros-Tochter Elsa Mifroma. Gegenüber «20 Minuten» bestätigt die Migros, «dass nicht nur Deckeli mit Hitler, sondern auch mit Mussolini» ausgeliefert worden seien.

via blick.ch: Brauner Rahm – Migros-Tochter serviert Kafi Hitler!

siehe auch: Ein bisschen Adolf im Kaffee. Milchdöschen mit Hitler und Mussolini? Gibt’s. In der Schweiz. Zum Sammeln. Die Supermarktkette Migros hat sich entschuldigt. Es sei ein Versehen gewesen. Die Kondensmilchdöschen wurden an Gastronomie-Betriebe versandt. 1.200 Hitler-Exemplare seien im Umlauf.  Ein Porträt von Adolf Hitler auf Kondensmilchdöschen sorgt für Schlagzeilen in der Schweiz. Wie die Gratiszeitung 20minuten am Mittwoch berichtete, zeichnet für die brisante Gestaltung der „Kafferahm-Deckeli“ ein Tochterunternehmen der Supermarktkette Migros verantwortlich. Auch der italienische Diktator Benito Mussolini erscheint demnach auf den Deckeln. Migros entschuldigte sich auf seiner Website für die „unverzeihliche Fehlleistung“. Die Porträts seien Teil einer Sammeldeckel-Serie mit insgesamt 55 unterschiedlichen Motiven.

anm dokmz: Da bekommt “der kleine Braune” noch mal eine andere Bedeutung….

„Ansgar Aryan“-Model outet sich als NSU-Sympathisant

Vor dem Landgericht München müssen sich derzeit Beate Zschäpe und vier ihrer Mitverschwörer verantworten. Zwei weitere mutmaßliche NSU-Terroristen – Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos – entzogen sich einer rechtsstaatlichen Verhandlung durch Selbstmord. Ausgerechnet das BKA-Fahndungsfoto eines der beiden Mörder verwendet ein Thüringer Neonazi als Facebook-Profilbild. R. gilt als Weggefährte des bayerischen Neonazi-„Hipsters“ Patrick Schröder, für dessen Modelabel „Ansgar Aryan“ er als Model posiert. Ihm stoße besonders sauer auf, dass „sich die Partei [die NPD, Anm. der Red.] sofort von Ralf Wohlleben distanziert“ habe, obwohl der frühere thüringische NPD-Vize als unschuldig gelte. Die Untersuchungshaft des Spitzenkaders sei ohnehin ein „schlechtes Argument für die Öffentlichkeit“. Gleichzeitig dürften weitere Gewalttäter im Amt bleiben, obwohl diese Ermittlungen verschwiegen hätten. Mit diesem Facebook-Kommentar schaltete sich Marcus R. in die Facebook-Diskussion um die Zukunft von Patrick Wieschke ein. Gegen den (Noch)-Chef der NPD im Freistaat werden in diesen Tagen Rücktrittsforderungen der Basis laut. Einige seiner bisherigen Anhänger werfen dem 33-jährigen Neonazi, der u. a. wegen Anstiftung zu einer Sprengstoffexplosion vorbestraft ist, vor, die Wahlniederlage Mitte September mitverschuldet zu haben. Unmittelbar vor dem Urnengang hatte ein linkes Rechercheportal Ermittlungsakten über die dunkle Vergangenheit des einstigen NPD-Bundesvorstandsmitgliedes veröffentlicht. Doch nicht nur für Wohlleben zeigt R. Sympathien. Seit 10. Oktober verwendet der in Suhl lebende Neonazi auf Facebook als Profilbild ein Fahndungsfoto des BKA. Wie bei anderen Neonzis üblich, bedient er sich bei der Behörde ohne sich um die Rechte zu scheren oder die Quelle anzugeben. R.s` Wahl fiel nicht auf einen beliebigen Flüchtigen, sondern auf Uwe Böhnhardt. Als Mitglied der Mörderbande des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU) soll Böhnhardt zehn Menschen, neun davon mit Migrationshintergrund, erschossen sowie weitere Bombenanschläge und Banküberfälle verübt haben. Seiner Verantwortung entzog sich der Neonazi im November 2011 durch Selbstmord. Den NSU bezeichnet R. als „Komödienstadl“.

via endstationm rechts: „Ansgar Aryan“-Model outet sich als NSU-Sympathisant

Screenshot Facebook-Profil: https://archive.today/zwvJ1

Konflikt in der Ukraine – Krieg der Vorwürfe

In der Ukraine-Krise erheben Human Rights Watch und Amnesty International schwere Vorwürfe gegen beide Kriegsparteien. Menschenrechtsverletzungen, der Abschuss von MH17, ein womöglicher Einmarsch russischer Truppen: Für unabhängige Beobachter ist es schwer, Propaganda von Wahrheit zu unterscheiden. Der Krieg ist auch ein Krieg um die Deutungshoheit. Der undurchsichtige Konflikt in der Ukraine ist nicht nur ein Krieg mit vielen Toten, er ist auch ein Krieg um die Deutungshoheit, da unabhängige Informationen aus dem Osten des Landes nur spärlich zur Verfügung stehen. Organisationen wie HRW und AI sind für ihre Arbeit vor allem auf Zeugen – zum Beispiel Betroffene, Ärzte, Journalisten – angewiesen. AI schickte für seinen Bericht eine Delegation in die Ukraine, räumte aber ein, dass es nicht möglich sei, allen Berichten über illegale Tötungen nachzugehen. Oft sei der Zugang nur zu den Gebieten möglich, die eine Kriegspartei gerade der anderen abgenommen habe. HRW beruft sich in seinem Bericht neben Zeugen auf eine einwöchige Untersuchung von Einschlagstellen mutmaßlicher Streubomben in der Ostukraine. Ein Überblick. Wer hat Flug MH17 abgeschossen? Bestes Beispiel ist das Drama um den im Juli abgeschossenen Flug MH17 der Malaysia Airlines. Im Zwischenbericht der von den Niederlanden geleiteten Kommission ist Anfang September von zahllosen Objekten die Rede, die das Flugzeug durchsiebt hätten, typisch für eine Flugabwehrrakete. Die Ukraine und prorussische Rebellen werfen sich bis heute gegenseitig vor, für den Abschuss verantwortlich zu sein. Der Spiegel berichtete vor kurzem, der Bundesnachrichtendienst (BND) mache die Separatisten verantwortlich. Das Nachrichtenmagazin zitiert BND-Präsident Gerhard Schindler mit den Worten: “Es waren prorussische Separatisten.” Das gehe aus Fotos und Satellitenaufnahmen hervor. Das Beispiel MH17 zeigt auch, wie schwierig die unabhängige Berichterstattung und die Untersuchung von Vorfällen in der Ostukraine sind. Mitarbeiter der OSZE wurden nach dem Abschuss der Maschine wiederholt daran gehindert, zur Absturzstelle zu gelangen. (…) HRW erhebt in einem Bericht schwere Vorwürfe gegen die ukrainische Armee. Demnach soll sie in der Ostukraine Streubomben abgefeuert haben. Beim Kampf um Donezk setzte sie die international geächteten Waffen an mehr als einem Dutzend Stellen ein. Diese zerfallen vor dem Aufprall in viele kleine Teile und können damit ganze Gebiete in Minenfelder verwandeln, was für Zivilisten besonders gefährlich ist. Hundertprozentig festlegen will sich HRW allerdings nicht, da sich bei einigen Angriffen nicht eindeutig feststellen ließe, wer die Streumunition eingesetzt habe. Doch “die Beweise deuten bei mehreren Angriffen darauf hin, dass ukrainische Regierungstruppen verantwortlich waren” – vor allem beim Beschuss des Donezker Stadtzentrums. In der dicht besiedelten Stadt Donezk lebten zu Friedenszeiten etwa eine Million Menschen, mittlerweile sind viele von ihnen geflohen. Die New York Times (NYT) berichtet Ähnliches. Demnach seien am 2. und 5. Oktober bei derartigen Attacken sechs Menschen verwundet und ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes getötet worden. Die Zeitung beruft sich auf Augenzeugen. Außerdem weise die Untersuchung der Einschlagstellen darauf hin, dass die Streumunition aus der Richtung der von Regierungstruppen kontrollierten Gebiete gekommen sei. Zeugen berichteten, dass sie an den fraglichen Tagen Raketen aus dieser Richtung gesehen hätten. Die NYT will Angaben von HRW nicht bestätigen, wonach auch die prorussischen Rebellen Streubomben einsetzen. Ein Sprecher der ukrainischen Armee behauptete, dass die prorussischen Kräfte Zugang zu russischen Raketensystemen hätten, mit denen Streubomben abgefeuert werden könnten. Der Zeitung zufolge wies die ukrainische Armee die Vorwürfe zurück und stellte eine Untersuchung in Aussicht. “Wir verwenden diese Bomben überhaupt nicht, weil sie verboten sind”, sagte Wladislaw Selesnjow von der “Anti-Terror-Operation” in Kiew dem Internetportal Ukrainskaja Prawda zufolge.

via sz: Konflikt in der Ukraine – Krieg der Vorwürfe

#afd – Bernd #Lucke bekommt Putin-Fans und Neurechte nicht in den Griff

Sollte es noch irgendeinen Zweifel daran gegeben haben, dass Bernd Lucke unter einem enormen innerparteilichen Druck von rechts steht, so ist dieser spätestens seit dem Parteitag des bayerischen Landesverbands der Alternative für Deutschland (AfD) am vergangenen Sonntag in Ingolstadt ausgeräumt. Die dortige Rede des Parteisprechers war nichts anderes als eine glasklare Kampfansage an den immer stärker werdenden Rechtsaußen-Flügel der Partei, wenn auch nicht frei von den üblichen Weichzeichnern und weiterhin stramm auf Anti-Euro-Kurs und gnadenlos in der Flüchtlingspolitik. Genervt wirkte Lucke, belehrend klang seine Rede, genauso wie seine aus Talkshows hinlänglich bekannten Invektiven gegen die „Altparteien“. Nur griff er dieses Mal eben nicht jene an, sondern richtete sich an die eigene Partei. Und knüpfte damit in der Sache an seinen Anfang des Monats zirkulierten Brandbrief an die AfD-Mitglieder an, in dem er das Querulantentum und die ständigen Angriffe gegen ihn und seine Familie beklagte. Stein des Anstoßes vieler Parteimitglieder ist und bleibt Luckes Abstimmungsverhalten im Europaparlament, mit dem er Sanktionen gegen Russland im Ukraine-Konflikt für den Fall einer militärischen Intervention zustimmte. Mit dieser Haltung steht Lucke der kritikfreien und lemminghaften Putin-Anbiederung des brandenburgischen Fraktionschefs Alexander Gauland diametral entgegen. Und ist dadurch gewissermaßen zum Feindbild der „Neuen Rechten“ geworden, die in dem ehemaligen KGB-Agenten den Anführer der lang herbeigesehnten „konservativen Revolution“ sieht und die in der AfD immer einflussreicher wird.

via tagesspiegel: Bernd Lucke bekommt Putin-Fans und Neurechte nicht in den Griff

Ukip’s far-right Euro partner attacks ‘Holocaust industry’

Nigel Farage’s Europe of Freedom and Direct Democracy group has recruited an MEP from the Congress of the New Right, whose leader, Janusz Korwin-Mikke, uses racial slurs and questions the Holocaust. In a recent interview with the JC, Korwin-Mikke said that Jews’ efforts to win back property stolen during the Second World War often amounted to a “Holocaust industry”. Korwin-Mikke said: “If somebody tries to get property which doesn’t belong directly to him, he should not get it. We are against returning property that belonged to one Jew to another Jew. It is a Holocaust industry.” The 71-year-old MEP also claimed that the only Jews left in Poland were “Jewish communists”, adding: “Jews are very talented people, and therefore are our worst enemies, because they are talented communists. “This is why the Poles have a specific image of Jews. They don’t know the real Jews, only the Communists ones who stayed here.” His colourful character and provocative remarks about the European Parliament, the gay community, Jews and world leaders marked him out as the “bad boy” of Polish politics. But he surprised everybody. His party gained more than seven per cent of the vote in May’s European election, amounting to four seats. He claimed that he would have seen even more success had it not been for “the state, Catholics, communists, the media attacking me all the way”. While Korwin-Mikke claimed he was “against any restrictions on minorities”, he explained this by saying: “For us there are no minorities, there are only Polish citizens. We are against special rights for minorities. The same with Jews.” Korwin-Mikke has detailed his views on Jews in previous interviews published in the Polish media.

via thejc: Ukip’s far-right Euro partner attacks ‘Holocaust industry’

Hackerangriff aus Österreich – Tausende E-Mails der AfD erbeutet

Der Hackerangriff auf die Computersysteme der AfD galt offenbar nicht nur den Kundendaten des parteieigenen Goldhandels. Auch die E-Mails von Parteifunktionären mit brisanten Informationen interessierten die Datendiebe. Mit dem Diebstahl brüstet sich eine Hackertruppe aus Österreich. Aktivisten der österreichischen Hackergruppe „Anonymous Austria“ haben über Monate sensible Daten aus dem Computersystemen der AfD kopiert. Auf verschiedenen Internetseiten veröffentlichte die Gruppe in den vergangenen Tagen unter anderem die Namen von Hunderten Kunden des parteieigenen Goldhandelgeschäfts. Die Nachnamen, Adressen und Zahl der Einkäufe der Kunden wurden von der Hackergruppe in Listenform verbreitet. Darunter befinden sich nach Parteiangaben auch die Daten von Personen, die sich nur als Kunden des Goldhandelgeschäfts angemeldet, dort aber noch nicht eingekauft hatten. Darüber hinaus griff die Gruppe über Monate auch das E-Mail-System der Partei an und erbeutete sensible Nachrichten und Dateianhänge. Darunter befinden sich Anträge auf Parteiausschlussverfahren und Gerüchte über das Privatleben von Parteimitgliedern.

via faz: Hackerangriff aus Österreich – Tausende E-Mails der AfD erbeutet

falls mal was “verlorengeht” – aktuelle Accounts unter http://anonymous-austria.com/

siehe auch: Twitter sperrte @AnonAustria. Netz-Desperados veröffentlichten interne Infos der “Alternative für Deutschland”. Der Twitter-Account “@AnonAustria” der Netz-Desperados von Anonymous Austria ist nicht mehr. Offensichtlich hat Twitter bereits vor einigen Tagen den Account, der über tausende Follower zählte, gesperrt. Der Grund für diesen Schritt ist unklar. (…) Mittlerweile wird von Anonymous Austria ein neuen Hauptaccount auf Twitter eingerichtet.

Verjüngung an der VB-Spitze

Mit 93 Prozent wurde der 28-jährige Tom Van Grieken am Sonntag in Lint (Provinz Antwerpen) zum Nachfolger von Gerolf Annemans als Vorsitzender der extrem rechten Partei Vlaams Belang (VB; Flämische Interessen) gewählt. Grieken, fünfter Vorsitzender des flämischen Vlaams Belang, war der einzige Kandidat für den Posten des Parteichefs. Griekens politische Ziele sind die flämische Unabhängigkeit und eine restriktive Einwanderungspolitik. Der Kommunikationsmanager gehört dem Stadtrat in Mortsel (Provinz Antwerpen) an und ist einer der Anführer des Anfang April in Wien ins Leben gerufenen Bündnisses junger Rechtspopulisten unter dem Namen „Yeah“ – „Young European Alliance for Hope“ (Sitz: Brüssel). Zuvor war Grieken unter anderem Vorsitzender der Nationalistischen Studentenvereinigung (NSV!) und der VB-Jugendorganisation Vlaams Belang Jongeren. In seiner Zeit als NSV!-Vorsitzender störte er im Juni 2012 mit zwei VB-Freunden ein „Halal“-Grillfest an einer öffentlichen Schule, indem er dort gratis Bockwürstchen aus Schweinefleisch verteilte. Tom Van Grieken übernimmt den Vorsitz des VB nach zwei schweren Wahlschlappen in diesem Jahr. Bei der Parlamentswahl erzielte die extrem rechte Partei lediglich 3,7 Prozent und damit drei Sitze (2010: 7,7%, 12 Sitze). 5,9 Prozent der Wählerschaft stimmten bei der flämischen Parlamentswahl für den VB, der damit nur noch sechs Sitze erzielte (2009: 15,3 %, 21 Sitze). Nach den Wahlniederlagen war der bisherige VB-Vorsitzende Gerolf Annemans zurückgetreten. Von den einst rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Fraktion und Partei mussten 80 entlassen werden.

via bnr: Verjüngung an der VB-Spitze

Alte und junge Kameraden vereint

Der rechtslastige Traditionsverband der Ritterkreuzträger, die im Zweiten Weltkrieg ausgezeichnet wurden, ist trotz des Ablebens zahlreicher ehemaliger Soldaten in regionalen Untergliederungen aktiv. Ende Oktober finden das 60. OdR-Bundestreffen in Baden Wimpfen (Kreis Heilbronn) statt. Rund einhundert Träger des Ritterkreuzes sind noch am Leben. Dennoch finden sich in den Mitgliederlisten der „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ (OdR) zwischen 500 und 600 Namen. Der Verein mit Sitz in Wiesbaden nimmt auch junge Kameraden in seine Reihen auf, nur noch eine Minderheit gehört zur „Erlebnisgeneration“. 7318 Soldaten, darunter 438 Waffen-SS-Angehörige, hatten ab 1939 als besondere Auszeichnung das Ritterkreuz erhalten, über dessen Verleihung Adolf Hitler persönlich entschied. Die „Ordensgemeinschaft“ wurde 1954 zur „Pflege und Förderung der Tradition echten Soldatentums“ gegründet. Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde auch der SS-Mann Sören Kam (Jg. 1921), der auf der Liste der meistgesuchten NS-Verbrecher des Simon-Wiesenthal-Centers steht. In regionalen Sektionen treffen sich die Ritterkreuz-Freunde zu Stammtischen, so auch in Hannover. In der niedersächsischen Landeshauptstadt kommen regelmäßig Mitglieder und Sympathisanten der OdR zu einem Kaffeekränzchen zusammen. An einem Tisch in der hintersten Ecke eines Cafés in der Innenstadt saßen Anfang August gerade einmal eine Handvoll Teilnehmer, außerhalb der Urlaubszeit sollen es einige mehr sein. Sektionsleiter Hartmut Weeke aus Rinteln (Kreis Schaumburg) lädt zu den zweimonatlichen Treffen ein. Politisch sei er nicht aktiv, versichert Weeke (Jg. 1932). Über sein Geschichtsbild gibt er jedoch gerne Auskunft. Verbrechen der Wehrmacht seien ihm nicht bekannt, da müsste es sich um „Einzeltaten“ gehandelt haben. Und Verbrechen der Waffen-SS ließen sich teilweise „widerlegen“.

via bnr: Alte und junge Kameraden vereint

Kirgisistan – Homo-Hasser verhindern Boyband-Konzert

Die Jungs von Kazaky sind Homo-Hassern zu schwul – und sollen deshalb nach dem Willen von Nationalisten nicht mehr im Land auftreten dürfen Homophobie in der kirgisischen Hauptstadt: Mehrere hundert Mitglieder einer Jugendgruppe beschuldigen die Band Kazaky, Homo-“Propaganda” zu betreiben, und verhindern deren Auftritt. 300 meist junge Menschen haben vor dem Nachtclub “Guns’n’Roses” in Bischkek für “traditionelle Werte” demonstriert und dabei das Konzert der vierköpfigen ukrainischen Boyband Kazaky verhindert. Sie beschuldigten die Band-Mitglieder, für einen homosexuellen “Lebensstil” zu werben. Zwar ist keiner der vier Musiker schwul, allerdings wird ihr Auftritt mit nacktem Oberkörper und in Stöckelschuhen als entsprechende “Werbung” gewertet. Außerdem hatte sich ein ehemaliges Band-Mitglied als schwul geoutet. Die Homo-Gegner blockierten den Eingang zum Nachtclub, wodurch die Band nicht in das Gebäude kommen konnte. Der Organisator des Konzerts erklärte, man habe keine andere Möglichkeit gehabt, als die Veranstaltung abzusagen. Er beschuldigte die Polizei, nichts gegen die Homo-Hasser unternommen zu haben. Gleichzeitig lobte er die Band, dass sie mit ihrem diplomatischen Verhalten die Lage nicht noch verschlimmert habe. Die Protestaktion wurde von der nationalistisichen Gruppe Kalys organisiert, die bereits wiederholt gegen Homosexuelle mobil gemacht hatte. So hatte sie Anfang des Jahres vor der amerikanischen Botschaft in Bischkek protestiert und die US-Regierung beschuldigt, den Kirgisen Homosexualität aufzwingen zu wollen – etwa durch die Unterstützung der Zivilgesellschaft. Kalys warf auch Schwulen vor, ständig über Polizeibrutalität “zu nörgeln”.

via queer: Kirgisistan – Homo-Hasser verhindern Boyband-Konzert

‘Unmasked': Merseysider jailed for anti-semitic tweet to Luciana Berger shows a ‘dark side’

Ms Berger said the social media attack had left her ‘deeply shocked’ and was ‘grossly offensive’. The court heard Garron Helm, 21, is “deeply remorseful” for sending the abusive tweet to MP Luciana Berger. This photo appeared within the last month on his Twitter account A Merseyside man jailed for posting an anti-Semitic tweet to MP Luciana Berger used social media to spread pro-Nazi and anti-Jewish messages. Twenty-one-year-old Garron Helm’s Twitter account is filled with white supremacist messages which include “anti-racist is code for anti-white”. Helm was today jailed for four weeks over an anti-Semitic tweet to Liverpool Wavertree MP Luciana Berger from his home on Thomson Road in Litherland which showed a Holocaust-era star on the MP’s head with the hashtag ‘Hitler was right’. When police searched Helm’s home, they found Nazi memorabilia including a flag bearing the SS symbol and flags from British neo-Nazi group National Action. From his Twitter account, with just 221 followers, Helm links to an “Aryan Nation” site and the National Action website. The far-right group promotes a “free, white Britain” and tells those who visit the site to “stand up and be counted – Show the World that You’re a Man.” Helm is pictured around Liverpool wearing a black balaclava and draping neo-Nazi symbols around city landmarks.

via liverpoolecho: ‘Unmasked': Merseysider jailed for anti-semitic tweet to Luciana Berger shows a ‘dark side’

Das Braune Haus in Jena ist Geschichte!

Heute haben Neonazis wohl die letzten Überbleibsel aus dem “Braunen Haus” in der Jenaischen Str. 25 in Jena geräumt. Damit scheint es so, als wäre das ehemalig überregional agierende NPD-Schulungszentrum, Treffpunkt und Rückzugsraum für Neonazis und ihre Kameradschaften nun final geschlossen und von den Neonazis selber aufgegeben. Bereits seit dem 26.August 2009 war das Gebäude bauaufsichtlich gesperrt und nur noch für Reparatur oder Renovierungsmaßnahmen zugänglich. Auch die umliegenden Anwohner meldeten, dass es nur noch selten zu Veranstaltungen oder Treffen im Garten käme. Den letzten medialen Wirbel machte das “Braune Haus” im Juni 2012, als es wegen Verdacht der Vorbereitung von “staatsgefährdenden Gewalttaten” von der Polizei durchsucht wurde. Überraschend war diese Entwicklung jedoch nicht, bereits im Februar 2011 ersteigerten zwei Neonazis das Gebäude Burg 19 in Kahla. Seitdem verlagern sich die Aktivitäten des Freien Netzes, aber auch von Kampagnen wie “Solidarität mit Wolle” immer mehr in die thüringische Provinz.

via jg-stadtmitte: Das Braune Haus in Jena ist Geschichte!

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