Category Archives: Revisionismus

Das #Thinghaus in #Grevesmühlen – Ein Blick in den braunen Abgrund

Ein geselliger Familiennachmittag sollte es werden, ausgerechnet im Nazi-Treffpunkt Thinghaus. Wir sahen uns dort um. Ergebnis: Ein „Führer“, eine Holocaust-Leugnung und brauner Kuchen – uns ist der Appetit vergangen. Ein gut 2,50 Meter hoher Palisadenzaun aus massivem Holz macht das Gelände zu einer Festung, auf dem Holz-Wall liegt messerscharfer Stacheldraht. Auch ein Wachturm ist zu sehen und lässt eher an ein Straflager denken. Davor stehen mehrere breitschultrige Herren, vorzugsweise mit kahlem Kopf. Sie tragen weite, schwarze Hosen und schwarze Lederwesten. Mehrere Schilder warnen vor Hunden. Und über der Eingangstür hängt eine Videokamera. Am Eingang wehen mannshohe Fahnen mit dem NPD-Logo. Auf dem T-Shirt des einen Mannes prangt der Schriftzug „Nationaler Sozialist“. Die Anlehnung an die wohl dunkelste Epoche der Neuzeit fällt nicht nur auf, sie ist gewollt. Denn wir sind nicht irgendwo, und nicht irgendwer will uns Kaffee und Kuchen kredenzen. Das „Thinghaus“ in Grevesmühlen hatte zu einem „geselligen Familiennachmittag“ eingeladen. (…) Den Kuchen gäbe es drinnen, so heißt es. Als wir eintreten wollen, werden wir höflich aber bestimmt gestoppt. Wir würden geführt, heißt es. Als wir uns vorstellen, bleibt er seinen Namen schuldig. Er wird wohl wissen, warum. Denn sein Gesicht ist inzwischen in ganz Deutschland bekannt. Er ist seit Jahren einer der Einpeitscher der braunen Horden. Er ist zwölf Mal vorbestraft, auch wegen brutaler Angriffe auf Ausländer. Die NPD hatte damit aber offensichtlich kein Problem. Schließlich saß er für die Rechtsextremen im Kreistag und im Landesvorstand. Hausbesitzer war bis Anfang Februar in Haft In dem uns zugewiesenen „Führer“ erkennen wir Sven Krüger. Der 40-jährige Abrissunternehmer aus dem nahen Jamel ist sozusagen der Hausherr. Er hatte das 2000 Quadratmeter große Gelände 2009 gekauft. Sein Firmenlogo zierte ein Arbeiter, der mit einem Vorschlaghammer einen Davidstern, das Symbol des Staates Israel und des Judentums, durchschlug. Er scheint die freie Luft zu genießen. Schließlich saß Krüger bis Anfang Februar in Haft. Wegen „guter Führung“ wurde er auf Bewährung entlassen. Am Tag seiner Haftentlassung postete er „geläutert“ im Internet: „Wir werden siegen, irgendwann einmal. Und ich lebe nur für diesen einen Tag.“ (…) Auffällig viele kleine Kinder sind da. Sie laufen mit Zetteln durch den Raum und absolvieren wohl so eine Art Suchspiel. Als eines der Kinder nicht findet, was es finden soll, deutet ein Mann auf eben jenen Spruch an der Decke. Brav schreibt das Kind den Spruch ab und sucht weiter. An der Türseite bittet die „Gemeinschaft Deutscher Frauen“ um Spenden. Wofür bleibt offen, zumindest heute. Die Stimmung ist gruselig. Wir haben den Eindruck, dass jeder unsere Schritte beobachtet wird. Wo wir uns auch hinwenden, ständig verfolgen uns mehrere Augenpaare argwöhnisch. Man kennt sich hier. Und an dem „Tag der offenen Tür“ bleiben wir die einzigen Fremden. Intern bleibt damit auch eine Art Wandzeitung, aufgehängt gegenüber vom Büro des amtierenden NPD-Vorsitzenden Udo Pastörs. Deutlich prangt dort ein Plakat mit der Aufschrift „Mord“. Darunter ein Bild von Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess. Allerdings wird ihm hier nicht die Schuld am millionenfachen Morden der Nazis und der industriellen Vergasung jüdischer Menschen in den Konzentrationslagern vorgeworfen. Nein! Die lebenslange Haft, zu der ihn das internationale Militärgericht in Nürnberg 1946 verurteilt hatte, wird hier als Mord auf Raten bezeichnet.

via nordkurier: Das Thinghaus in Grevesmühlen – Ein Blick in den braunen Abgrund

Beunruhigende Parallelgesellschaft – «Königreich Deutschland»

Sie zahlen keine Steuern und drucken ihr eigenes Geld: die sogenannten Reichsbürger. Bisher haben die Behörden das Phänomen belächelt – doch manche sehen die nationalistisch angehauchten Esoteriker inzwischen als Gefahr. Der König von Wittenberg ist ein Fan klarer Worte. «Steuern sind nur dafür da, Sie zu steuern», sagt Peter Fitzek und blickt selbstbewusst in die Runde. Sein Hemd ist mit einer Krone bestickt, am Revers klemmt ein Mikrofon. Es ist Tag der offenen Tür im «Königreich Deutschland», und wie immer lässt Fitzek seine Rede filmen. Niemandem soll entgehen, was er zu bieten hat: kostenlose Gesundheitsvorsorge, sichere Rente, keine Steuern. Der einzige Haken: Das Königreich Deutschland gibt es nicht, es existiert nur in Fitzeks Kopf. (…) Gerät die verschworene Gemeinschaft jedoch in Konflikt mit dem echten Staat, wird es schnell ungemütlich. Im Oktober 2010 streitet sich Fitzek – damals noch kein König – mit einer Wittenberger Rathaus-Mitarbeiterin und verletzt sie dabei am Arm. Als ihn das Amtsgericht daraufhin wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt, kommt es erneut zum Eklat: Fitzeks Anhänger versuchen den Richter «festzunehmen», da dieser gar nicht das Recht habe, ein souveränes Staatsoberhaupt zu verurteilen. In einer Wittenberger Grundschule hat der Monarch Hausverbot, weil er dort zwei Lehrerinnen bedroht hat. Er habe den «unmoralischen Sexualkundeunterricht» der Pädagoginnen stoppen wollen, sagt Fitzek heute. Noch einmal werde er so etwas aber nicht tun, beteuerte er kürzlich in einem Interview mit dem Mitteldeutschen Rundfunk. Solche Dinge fielen in die Zuständigkeit der «Neuen Deutschen Garde», einer Truppe aus älteren Kampfsportlern, die sich als Polizei des neuen Staates versteht. (…) Reichsbürger glauben, die Bundesrepublik sei kein legitimer Staat, sondern lediglich eine Firma der Alliierten. Sie sprechen von der «BRD GmbH», die immer noch unter Kontrolle der Siegermächte stehe – eine absurde Vorstellung. Trotzdem boomt die Szene, der sogar einige Prominente angehören. Der Sänger Xavier Naidoo macht kein Hehl daraus, dass für ihn Deutschland «kein richtiges Land» ist. Besonders deutlich wird das bei einem Interview im ARD-Frühstücksfernsehen vor drei Jahren. Auf die Frage, ob er sich frei fühle, antwortet der Sänger: «Nein, wir sind nicht frei, wir sind immer noch ein besetztes Land.» Anfang Oktober 2014 tritt Naidoo bei einer Veranstaltung der Berliner Reichsbürger auf. Im Publikum: Verschwörungstheoretiker, Kapitalismus-Kritiker – und Rechtsextreme wie der Berliner NPD-Vorsitzende Sebastian Schmidtke. Inzwischen ist sogar Naidoos Heimatstadt Mannheim das Engagement ihres einstigen Vorzeigebürgers peinlich. Man werde die weitere Zusammenarbeit überprüfen, heisst es. Der Sänger, der sein Engagement bei den Reichsbürgern mit künstlerischer Freiheit rechtfertigt, kooperiert mit der Stadt seit längerem bei Werbeaktionen.

via nzz: Beunruhigende Parallelgesellschaft – «Königreich Deutschland»

Alte und junge Kameraden vereint

Der rechtslastige Traditionsverband der Ritterkreuzträger, die im Zweiten Weltkrieg ausgezeichnet wurden, ist trotz des Ablebens zahlreicher ehemaliger Soldaten in regionalen Untergliederungen aktiv. Ende Oktober finden das 60. OdR-Bundestreffen in Baden Wimpfen (Kreis Heilbronn) statt. Rund einhundert Träger des Ritterkreuzes sind noch am Leben. Dennoch finden sich in den Mitgliederlisten der „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ (OdR) zwischen 500 und 600 Namen. Der Verein mit Sitz in Wiesbaden nimmt auch junge Kameraden in seine Reihen auf, nur noch eine Minderheit gehört zur „Erlebnisgeneration“. 7318 Soldaten, darunter 438 Waffen-SS-Angehörige, hatten ab 1939 als besondere Auszeichnung das Ritterkreuz erhalten, über dessen Verleihung Adolf Hitler persönlich entschied. Die „Ordensgemeinschaft“ wurde 1954 zur „Pflege und Förderung der Tradition echten Soldatentums“ gegründet. Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde auch der SS-Mann Sören Kam (Jg. 1921), der auf der Liste der meistgesuchten NS-Verbrecher des Simon-Wiesenthal-Centers steht. In regionalen Sektionen treffen sich die Ritterkreuz-Freunde zu Stammtischen, so auch in Hannover. In der niedersächsischen Landeshauptstadt kommen regelmäßig Mitglieder und Sympathisanten der OdR zu einem Kaffeekränzchen zusammen. An einem Tisch in der hintersten Ecke eines Cafés in der Innenstadt saßen Anfang August gerade einmal eine Handvoll Teilnehmer, außerhalb der Urlaubszeit sollen es einige mehr sein. Sektionsleiter Hartmut Weeke aus Rinteln (Kreis Schaumburg) lädt zu den zweimonatlichen Treffen ein. Politisch sei er nicht aktiv, versichert Weeke (Jg. 1932). Über sein Geschichtsbild gibt er jedoch gerne Auskunft. Verbrechen der Wehrmacht seien ihm nicht bekannt, da müsste es sich um „Einzeltaten“ gehandelt haben. Und Verbrechen der Waffen-SS ließen sich teilweise „widerlegen“.

via bnr: Alte und junge Kameraden vereint

Die fünf beliebtesten Lügen der Nazi-Verteidiger

Von Auschwitz bis Zweiter Weltkrieg: Rechtsextremisten und ihre Sympathisanten versuchen immer wieder, nachgewiesene Tatsachen über das Dritte Reich und den Holocaust kleinzureden. Wahrscheinlich gibt es jede Woche irgendwo in Deutschland Vorträge wie den von Dirk Helms in Stockelsdorf (Schleswig-Holstein): Keine 20 Zuhörer verfolgten, wie er am vergangenen Donnerstagabend über “Mut zu Deutschland” sprach. Es handelte sich um eine Veranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) – und Helms griff ganz tief in das Repertoire der Geschichtsfälscher. Laut dem Bericht der “Lübecker Nachrichten” sagte er unter anderem, die Gaskammer im KZ Dachau sei erst nach der Befreiung von den Alliierten gebaut worden. Offenbar kein Einzelfall: Martin Sichert, den zeitweiligen Vorsitzenden des Nürnberger Kreisverbandes, will AfD-Chef Bernd Lucke aus der Partei ausschließen lassen – wegen der Äußerung, im Zweiten Weltkrieg hätten “die zwei größten Massenmörder gesiegt”. Beide Vorfälle zeigen voneinander unabhängig, dass Rechtsextremisten und ihre Sympathisanten weiterhin mit den Fakten der deutschen Zeitgeschichte hadern – und darauf setzen, beim Publikum auf Verständnis zu stoßen. Ein kleiner Überblick, was der deutschen Öffentlichkeit bevorstehen könnte.

via welt: Die fünf beliebtesten Lügen der Nazi-Verteidiger

#AfD -Vortrag: “Alliierte bauten die #Gaskammern von #Dachau “

Die Veranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) lockte keine 20 Gäste an. Zum Glück, könnte man wohl sagen, denn einige Äußerungen am Abend bewegten sich ganz, ganz nahe an der Leugnung des Holocaustes. Die Alternative für Deutschland (AfD) hat bei den jüngsten Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen beachtliche Erfolge gefeiert. Auch in Ostholstein steht die AfD gut da — bei den Europawahlen im Mai holten die Polit-Newcomer starke 7,8 Prozent. Die AfD-Vortragsveranstaltung „Deutsche Selbstwahrnehmung“ im Stockelsdorfer Herrenhaus war allerdings nur dünn besucht. Im ersten Stock sitzen insgesamt 17 Menschen — 15 Männer, zwei Frauen. Eine Zuhörerin mit Perlenarmband erzählt nicht ganz ohne Stolz, dass AfD-Gründer Bernd Lucke der Professor ihrer Tochter war. (…) Die Medien missbräuchten ihre Macht und verbreiten Unwahrheiten. Unterdrückung sei an der Tagesordnung und am „Schicksal“ der ehemaligen Tagesschau-Sprecherin Eva Herman, die wegen ihrer positiven Äußerungen über die Mutterrolle im Dritten Reich ihren Job verlor, zu sehen. Der Beginn des Zweiten Weltkrieges sei, entgegen der Forschungsmeinung, nicht von Hitler geplant gewesen. Die Alliierten hätten eine „erbarmungslose Propaganda“ verfolgt. Dann zitiert er Carl Schmitt, einen Juristen, der wegen seines Einsatzes für die Nationalsozialisten höchst umstritten ist. Seine Ausführungen gehen weiter: Im Konzentrationslager Dachau seien erst im Nachhinein von den Alliierten Gaskammern eingerichtet worden — um zu täuschen. Dann berichtet er von einem angeblichen KZ-Überlebenden, der Schülern eine ausgedachte Geschichte erzählt habe, jedoch nie ein KZ von innen gesehen habe

via ln-online: AfD-Vortrag: “Alliierte bauten die Gaskammern von Dachau”

Erneut Razzia gegen mutmaßliche Administratoren eines Neonazi-Forums

In rund sechs Wochen beginnt vor dem Landgericht Rostock der Prozess gegen vier mutmaßliche Hintermänner und -frauen des „Thiazi-Forums“. Der Vorwurf lautet auf Bildung einer kriminellen Vereinigung. Dessen ungeachtet gehen die Behörden deutschlandweit gegen weitere Forums-Aktivisten vor. Gestern führte das LKA Düsseldorf eine Razzia bei drei Verdächtigen durch. Ein 25-jähriger Kölner wurde festgenommen, gegen ihn lag ein Haftbefehl vor. Bis zu seiner Abschaltung im Sommer 2012 war das „Thiazi-Forum“ mit seinen gut 30.000 Benutzern das größte und bedeutendste deutschsprachige Internetforum der Neonazi-Szene. Die Ermittlungen der Behörden dauern an, erst im Juni diesen Jahres führten Beamte in zwölf Bundesländern umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen bei 35 Beschuldigten durch. Sie stehen im Verdacht, als Sponsoren und Geldgeber das kriminelle Forum unterstützt zu haben. Bereits in wenigen Wochen müssen sich dessen ungeachtet vier mutmaßliche „Macher“ vor dem Landgericht Rostock verantworten. Den Angeklagten, unter ihnen ein damals 30-jähiger Erzieher aus Barth (Mecklenburg-Vorpommern) und eine 29-jährige Hausfrau und Mutter aus Untereisesheim (Baden-Württemberg), wirft die Staatsanwaltschaft die Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Ermittlungen dauern an Gestern nun schlug das LKA Düsseldorf im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln zu. Intensive Ermittlungen führten die Spezialisten auf die Spur von drei Männern aus Köln, Wuppertal und Ostwestfalen, die als Administratoren ein Internetforum, mutmaßlich das „Thiazi“-Forum, betrieben haben sollen. Bei der Razzia wurde ein 25-jähriger Mann festgenommen. Gegen den Kölner lag ein Haftbefehl vor. Er wird dem zuständigen Haftrichter vorgeführt.

via endstation rechts: Erneut Razzia gegen mutmaßliche Administratoren eines Neonazi-Forums

#Hassprediger Xavier #Naidoo – Ein #Psychogramm in eigenen Worten

Es gab eine Zeit, da verstörte der deutsche Popsänger Xavier Naidoo sein Publikum bloß mit weichgerauchten Schmuse- und Erlösungsfantasien und verkaufte en passant ein paar Millionen Platten. Das dürfte den bekennenden Christen inzwischen leider nicht mehr komplett ausfüllen. In jüngerer Zeit häufen sich jedenfalls die fragwürdigen Naidoo-Aussagen über Politik im Allgemeinen und den amerikanischen Imperialismus im Besonderen sowie die Naidoo-Auftritte bei antisemitischen, neurechten oder sonstwie verfassungsfeindlichen Demonstrationen. In diesem Licht muten freilich auch einige ältere Songtexte und Interviewpassagen etwas verstörend an. Ein Psychogramm in eigenen Worten: (…) “Wo sind unsere Helfer, unsere starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?” (aus dem Song “Wo sind sie jetzt?”, 2012) “Mir ist Gott und danach der Mensch als seine Schöpfung heilig. Und bevor ich irgendwelchen Tieren oder Ausländern Gutes tue, agiere ich lieber für Mannheim.” (im Interview mit dem “Musikexpress”, Juni 1999) “Ich bin ein Rassist, aber ohne Ansehen der Hautfarbe.” (ebenda)

via profil.at: Hassprediger Xavier Naidoo: Ein Psychogramm in eigenen Worten

siehe auch: Ohne “Läuterung” ist keine Verbindung zum “Sohn Mannheims” mehr denkbar. Auch Antisemitismus ist Xavier Naidoo nicht fremd. Nach unseren Recherchen ist Xavier Naidoo kein “Sorgenkind” mehr, sondern ein “gefallener Sohn”. Er hat den Rahmen der “künstlerischen Provokation” verlassen und agiert politisch auf unerträgliche Weise. Er stellt sich als “Systemkritiker” dar, nutzt aber “die Systeme” egoistisch und geschäftlich bislang außerordentlich erfolgreich. Er entwickelt sich immer mehr zum geistigen Brandstifter und Mannheim ist gut beraten, sich von ihm zu trennen. Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz steht mit ihm im Kontakt – zeigte sich aber fassungslos. “Wie die Jungs von der Keinherzbank, die mit unserer Kohle zocken / Ihr wart sehr, sehr böse, steht bepisst in euren Socken / Baron Totschild gibt den Ton an, und er scheißt auf euch Gockel / Der Schmock ist’n Fuchs und ihr seid nur Trottel” “Baron Totschild” steht klar für “Baron Rothschild”, einen jüdischen Bankier. “Schmock” ist ein aus dem jüdischen entlehntes Schimpfwort. Beide Begriffe sind klar Nazi-Jargon. Die Zeilen stammen aus dem 2009 veröffentlichen Lied “Raus aus dem Reichstag”. Ein Text mit von übelsten Beleidigungen gegen die Finanz- und Firmenwelt, gegen Politiker und gegen das politische System. Garniert mit Gewaltphantasien: “Ich reize euch auf’s Blut, nein, ich trinke euer Blut / Denn als Vampiranha mache ich mich echt gut / Und ihr wünscht mir den Tod wie euch das tägliche Brot / Doch unsere Fehde hat erst begonnen und ich bring euch in Not” Xavier Naidoo ist 43 Jahre alt und schreibt Texte wie ein verwirrter Teenager auf Drogen. (…) Xavier Naidoo wurde als Junge sexuell missbraucht. Er wuchs als “Schwarzer” in einer weißen Welt auf. Er lernte Kickboxen, “um sich wehren zu können”. Er war Türsteher vor einer Techno-Disco. Es heißt, er habe Drogengeschäfte gemacht. Er wurde wegen Fahrens ohne Führerschein und Drogenbesitz als Straftäter verurteilt. Er ist geschäftlich als Musiker sehr erfolgreich – auch, wenn man ihn als “Erweckungs-Säusler mit einem gläubig-treuen Millionenpublikum” (Spiegel online) bezeichnet und sein “Werk” als Kindermusik. Er ist ein Star. Und vielleicht bekommt ihm dieser “Weg” überhaupt nicht. Er nimmt für sich das Recht heraus, antisemitisch sein zu dürfen. Zur Gewalt aufzurufen. Alles und jeden ohne nähere Begründung in Frage zu stellen. Jeden zu beleidigen, wie es ihm gefällt – denn das hält er für “Kunst”. Er ist ein Egomane vor dem Herrn. Einer, dessen Reich keine Grenzen kennt. Und narzisstisch genug, sich als Liebesgott zu inszenieren, der alles gut macht. Er ist gegen Rechts, aber wenn er rechts ist, dann ist es die Wahrheit und hat nichts mit Rechts zu tun – auch, wenn er sich beim Rüdiger und beim Thomas bedankt, obwohl er eigentlich nicht weiß, “wo er gerade aufgetreten ist”. Der Masterplan könnte Armageddon sein Xavier Naidoo plant nach eigener Darstellung alles, hat die Medien im Griff, denen er gleichzeitig vorwirft, dass sie lügen. Er wittert staatliche Komplotte und nutzt den Rechtsstaat zu seinem Vorteil. Er hält Deutschland für nicht frei und besetzt und hat doch gerade hier Karriere gemacht. Er glaubt anscheinend, dass Mannheim ihm viel zu verdanken habe und denkt dabei nicht an alle anderen Institutionen, Geschäfte und Menschen, die genauso Mannheim sind; Oh, wie bös ist das System. Reichsbürger, Montagsdemonstranten, NPD und jetzt auch Xavier Naidoo: Was heute Systemkritik heißt, ist oft kaum mehr als eine organisierte Denkverweigerung. In den achtziger Jahren konnte man mit wohl temperierter Systemkritik noch staatszersetzende Ängste schüren. Spätestens seit der Finanzkrise ist radikale Systemkritik indes im Mainstream angekommen. Aber was heute bisweilen unter diesem Namen läuft, offenbart sich oft nur als die Fortsetzung des Wahnsinns mit anderen Mitteln. Das hat beispielsweise Xavier Naidoo gerade gezeigt. (…) Aber so eine “Systemkritik”, die dunklen Geheimmächten nachspürt, hat natürlich zwei unschlagbare Vorteile. Zum einen schrumpft die Welt mit einem Schlag auf die Größe einer Nussschale. Zum anderen funktioniert solch eine solipsistische Realitätsverweigerung ja in ihrer Logik immer als eine Art ideologische Selbsterhaltung. Wie alle Verschwörungstheorien lässt sie sich nämlich nicht widerlegen. Steht beispielsweise in der Zeitung, dass die Twin Towers nicht von der CIA gesprengt wurden, so muss ja erst recht das Gegenteil wahr sein. Denn die “Systempresse”, die sieht man natürlich kritisch

siehe auch: Bilderstrecke: Die besten Zitate von Xavier Naidoo im Überblick. Es gibt einen Menschenschlag, der an Einhörner denkt, wenn er Pferdegetrappel hört. Als regelrechter Bilderbuch-Crank geht Xavier Naidoo einen Schritt weiter: Er glaubt wohl so fest an Einhörner, dass er sich nicht mehr von der Existenz von Pferden überzeugen lässt. In unserer Bilderstrecke haben wir die unterhaltsamsten Entgleisungen des bekanntesten Soulsängers Deutschlands gesammelt.


News zu/über Xavier Naidoo im Blog: http://goo.gl/kHlvlS

Wir empfehlen auch: http://www.rheinneckarblog.de/?s=naidoo

Belgien: Innenminister hat Verständnis für Nazi-Kollaborateure

Jan Jambon traf Jean-Marie Le Pen und nahm an Treffen flämischer Kameradschaftsverbände teil. Wenige Tage nach der Vereidigung durch König Philipp II. hat Belgiens neue Regierung unter dem liberalen Premierminister Charles Michel ihren ersten Skandal. Sie besteht aus Liberalen beider Landesteile sowie den Christdemokraten und der Separatistenpartei der Flämischen Allianz (N-VA) im nördlichen Flandern. Der von der N-VA gestellte Innenminister Jan Jambon wurde von seiner radikalen Vergangenheit eingeholt: Auf Fotos aus dem Jahr 2001 ist er bei einem Vortrag des rechtsextremen Jean-Marie Le Pen, damals Chef des französischen Front National, zu sehen. Und er nahm an Treffen flämischer Kameradschaftsverbände (Sint-Maartensfonds) teil, die wegen Kollaboration mit den Nationalsozialisten isoliert sind. Jambon verteidigte seine Kontakte. Er habe mit keinem Satz die Kollaboration verteidigt, sagte er Libre Belgique, sie sei “ein Irrtum gewesen”.

via derstandard: Belgien: Innenminister hat Verständnis für Nazi-Kollaborateure

siehe auch: Nazi Row Hits Belgium as Deputy PM Jan Jambon Insists Collaborators ‘Had their Reasons’. Government-shy Belgium has only just got its new elected parliament and already a row about the Nazis has broken out. Five months after elections triggered tortuous four-way coalition negotiations, it has taken only days for the spectre of Flemish collaboration with Adolf Hitler’s war machine to rear its ugly head. The new deputy prime minister of the perpetually divided country has been forced to deny endorsing the actions of Flemish – aka Belgian Dutch – collaborators, who helped Nazi Germany during World War II. Jan Jambon was confronted over why he had been at a nationalist rally attended by Nazi collaborators, back in 2001. Another politician who was also at the event was forced to resign at the time. Responding to press criticism this week, Jambon risked reigniting the painful subject by insisting collaborators “had their reasons.”

Völkisches vom #AfD -Abgeordneten Andreas #Kalbitz

Der AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Kal­bitz hat eine bewegte poli­ti­sche Ver­gan­gen­heit im Feld zwi­schen hart rechts­kon­ser­va­ti­ven und extrem rech­ten Orga­ni­sa­tio­nen. Schon Anfang der 1990er sprach sich Kal­bitz für eine Radi­ka­li­sie­rung nach Rechts in den Uni­ons­par­teien aus. Von dort führte ihn sein poli­ti­sches Wir­ken an etli­che extrem rechte Orga­ni­sa­tio­nen und Zeit­schrif­ten heran. Als Autor schrieb Kal­bitz selbst im ein­schlä­gi­gen Duk­tus. Kal­bitz, Jahr­gang 1972, lebt in Königs Wus­ter­hau­sen und zog nach den Wah­len im Sep­tem­ber für die „Alter­na­tive für Deutsch­land“ in den Pots­da­mer Land­tag ein. Die Zeit­schrift „Der Rechte Rand“ berich­tete in einer Aus­gabe aus dem Jahr 1995, dass Kal­bitz im „Witi­ko­bund“ wir­ken würde. Der 1950 gegrün­dete, extrem rechte, völ­ki­sche und revan­chis­ti­sche Witi­ko­bund ist nach sei­nem Selbst­ver­ständ­nis eine „natio­nale Sude­ten­deut­sche Gesin­nungs­ge­mein­schaft“ und gehört zum äußers­ten rech­ten Rand im Milieu der Ver­trie­be­nen­ver­bände. (…) 2001 gra­tu­lierte Kal­bitz im Witikobund-eigenen Rund­schrei­ben „Witi­ko­brief“ dem extrem rech­ten „Freund­schafts– und Hilfs­werk — Ost“ (FHwO) zum zehn­jäh­ri­gen Jubi­läum. Kal­bitz lobte den Ein­satz des FHwO, weil es posi­tiv im „oft­mals aus­sichts­los schei­nen­den Kampf gegen den kul­tu­rel­len und volk­li­chen Tod auf jahr­tau­sen­de­al­tem deut­schen Kul­tur­bo­den“ wir­ken würde. Das FHwO ist unter ande­rem mit der Neo­na­zi­par­tei NPD eng ver­quickt. (…) Zwi­schen­zeit­lich trat Kal­bitz als Autor für die Zeit­schrift „Fritz“ in Erschei­nung — dem Ver­eins­blatt der extrem rech­ten „Jun­gen Lands­mann­schaft Ost­deutsch­land“ (JLO, bis 2006: „Junge Lands­mann­schaft Ost­preu­ßen“). Die JLO war jah­re­lang für Anmel­dung und Orga­ni­sa­tion der „Trau­er­mär­sche“ in Dres­den ver­ant­wort­lich. Diese Demons­tra­tio­nen waren zeit­weise die euro­pa­weit größ­ten und bedeu­tends­ten Ver­samm­lun­gen von Alt– und Neo­na­zis (…) Der gebür­tige Münch­ner Kal­bitz ist zudem „Alter Herr“ bei der in sei­ner Hei­mat­stadt ansäs­si­gen „Pen­na­len Bur­schen­schaft Saxonia-Czernowitz“, einer schla­gen­den Schü­ler­ver­bin­dung. Die Saxonia-Czernowitz hält ihre Tref­fen im Haus der Bur­schen­schaft „Danu­bia“ ab. Die Danu­bia ist bekannt für das Abhal­ten von extrem rechte Ver­an­stal­tun­gen in ihrem Anwe­sen — unter ande­rem spra­chen dort Holo­caust­leug­ner wie Horst Mah­ler und Wil­helm Stäglich. In Kal­bitz’ Münch­ner Zeit fällt auch sein zeit­wei­li­ges Enga­ge­ment in CSU und in der „Jun­gen Union“ (JU) — er war unter ande­rem CSU-Parteitagsdelegierter und im Bezirks­ver­bands­aus­schuß der JU Mün­chen. Kal­bitz trat ent­schie­den für eine Radi­ka­li­sie­rung sei­ner dama­li­gen Par­tei nach Rechts ein. So schrieb er 1992 in einem Debat­ten­bei­trag für die neu­rechte Wochen­zei­tung „Junge Frei­heit“ ein Plä­do­yer „für einen rech­ten Auf­bruch in der CDU/CSU“: „Non­kon­for­mis­ti­sche Rechte“ müss­ten „Alt­las­ten“ in der Union „erträn­ken“ — oder aber „den ver­kom­me­nen Gefechts­stand der Union „auf­ge­ben“ und sich dann einer „unver­brauch­ten poli­ti­schen Kraft“ zuwen­den.

via inforiot: Völkisches vom AfD-Abgeordneten Andreas Kalbitz

Xavier Naidoo, der Prophet des rechten Glaubens

Seit er vor Deutschnationalen auftrat, gilt Xavier Naidoo als gefallener Engel. Dabei verbreitet er seine wirren Weltverschwörungs-Thesen schon länger. Einführung in die Ideologie eines Idols. Am Tag der Deutschen Einheit war er durch Berlin geradelt. Vor dem Reichstag hatte er gehalten für eine spontane Rede an die Reichsbürger, eine bizarre Sekte, die den Staat nicht anerkennt, solange sich das Land nicht von der Fremdherrschaft Amerikas befreit und Grenzen zieht wie 1937. Xavier Naidoo sprach von der Weltverschwörung am 11. September 2001. Unter dem himmelblauen Hemd trug er ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift “Freiheit für Deutschland”. Er reichte das Mikrofon an eine Führungskraft der NPD weiter und fuhr zum Kanzleramt, zur Mahnwache der rechten Montagsdemonstranten. Auch hier stieg er auf die Bühne und berief sich unter kernigem Gelächter auf die Meinungsfreiheit. “Lasst uns miteinander Ordnung schaffen”, rief er und sang “Was wir alleine nicht schaffen”. Als die Videos von seinen Auftritten bei YouTube auftauchten, war Xavier Naidoo nicht mehr der größte deutsche Soulsänger, sondern der Irrläufer vom Dienst. Er schwieg vier Tage lang. Dann ließ er seine Grußbotschaft verbreiten: Bereits Jesus habe sich jedem Menschen zugewandt. “Ich möchte ebenfalls auf alle Menschen zugehen, egal, wo sie sind, egal, wo sie herkommen. Ich möchte von Liebe, Frieden, Gerechtigkeit und meiner Überzeugung sprechen. Es ist für mich an der Zeit, Stellung zu beziehen. Wir sind an einem kritischen Punkt in Europa angekommen.” Der Messias von Mannheim. (.,..) Beim Songschreiben führe ihm Gott die Feder, im Gesang leite der Herr die Stimme. Die Musik sei seine Waffe im gerechten Krieg. Amerika! Amerika habe die Welt verseucht durch seine gottlose Kultur und werde nun dafür betraft mit Umweltkatastrophen, Unwettern und bald auch mit dem Untergang. Er habe Lieder wie “Atlantis ist Amerika” verfasst, die Zeit sei aber noch nicht reif dafür, sie zu Gehör zu bringen. Ich erinnerte ihn an die Quellen seiner Kunst, an Soul und Hip-Hop aus Amerika. Er strahlte und sagte, schon deshalb wisse er, wovon er rede. Er sei mit den amerikanischen Besatzern aufgewachsen in der Garnisonsstadt Mannheim; er lebe, als Flüchtlingskind aus Afrika, in Gottes eigenem Land: in Deutschland!

via welt: Xavier Naidoo, der Prophet des rechten Glaubens

siehe auch: Kritik an Xavier Naidoo: “Als Vorbild nicht mehr akzeptabel”. Er möchte auf alle Menschen zugehen, auch auf NPD-Anhänger, sagt Xavier Naidoo über seine umstrittenen Auftritte am 3. Oktober. Politiker seiner Heimatstadt Mannheim gehen nun auf Distanz zum Popsänger und Werbeträger der Stadt. Vielen Menschen, die an den sogenannten Montagsdemos in Berlin und anderen deutschen Städten teilnehmen, dürfte es lediglich darum gehen, sich mit anderen Unzufriedenen auszutauschen, andere Meinungen als die der Mainstream-Medien und -Politik zu hören. Leider tummeln sich auf Veranstaltungen wie diesen aber auch Staatsfeinde, Antisemiten, Verschwörungstheoretiker, Links- und Rechtsextreme. So wie die “Reichsbürger”, die sich als staatenlos bezeichnen und die Rechtmäßigkeit der Bundesrepublik anzweifeln

und ein “Fundstück” mit einem zitierten Interview von 1999: Xavier Naidoo im Interview: „Ich bin ein Rassist, aber ohne Ansehen der Hautfarbe“. Die Verschwörungstheorien geistern ihm schon länger im Kopf herum: Lest hier ein Interview mit Xavier Naidoo, das bereits im Jahr 1999 geführt wurde und damals im Musikexpress erschienen ist. Wenn man dieser Tage behauptete, Xavier Naidoo wäre nun endgültig von allen guten Geistern verlassen worden – der Typ würde wohl erst recht das Gegenteil beschwören. Naidoo, dank Charthits wie „Sie sieht mich nicht“, „Dieser Weg“ und „Nicht von dieser Welt“ bis heute einer der kommerziell erfolgreichsten deutschsprachigen Popmusiker, irrlichtert gegenwärtig „Vom Popstar zum Populisten“, wie etwa Georg Diez bei Spiegel Online schrieb. (…) Amerika ist Babylon? “Nicht nur Amerika. Auch Frankfurt ist Babylon, London und Tokio. Babylon ist überall. Aber Amerika und Tokio sind ganz oben auf der Abschußliste.” (…) Auch ich bin nicht allwissend. Ich bin zum Beispiel kein großer Mathematiker, der all die Zahlen, die in der Bibel stehen, genau zusammenführen kann. Aber mich wundert es nicht, daß man herausgefunden hat daß das ganze Buch zahlenmäßig codiert ist. Alles, was ich daraus lesen kann, bestätigt mich in meinem Wissen, daß es kurz vor knapp ist.” Was genau droht uns? “Ich denke, daß uns viele Sachen wegbrechen werden: Das Geld, Inflation, Börsencrash. Amerika wird eine Naturkatastrophe nach der anderen bekommen. Da nützt ihnen auch ihr unglaublicher Reichtum nichts.”
Bist du sicher, daß pünktlich zum Millenium die Apokalypse kommt? “Kein Christ darf jemals das Datum der Apokalypse, des Jüngsten Tages, ansetzen. Man hat aber entdeckt, daß das Armageddon 1992 begann. Davon bin auch ich überzeugt. Denn das war das Jahr, in dem ich erstmals in der Bibel las.”

Geschichtsrevisionistische Weiterbildung

Der rechtsextreme „Freundeskreis Ulrich von Hutten“ mit Sitz im bayerischen Starnberg ruft zur „38. Gästewoche“ an einem unbekannten Ort auf. Zusammen mit der „Notgemeinschaft für Volkstum und Kultur“ lädt der „Freundeskreis Ulrich von Hutten“ zur Tagung vom 23. bis 26. Oktober. Der Leitsatz der Veranstaltung lautet: „Die geopolitische Strategien von USA, Russland, China im Machtkampf um Deutschland und Europa“. Den Tagungsort bekommen nur angemeldete Gäste mitgeteilt. Im vergangenen Jahr fand das Treffen im niedersächsischen Lüneburg statt. Als Referenten werden für Ende Oktober mehr und minder bekannte Persönlichkeiten aus der rechtsextremen und geschichtsrevisionistischen Szene angekündigt: Richard Melisch („Die Diktatur der Menschenrechte“), Norbert Dietrich („Finnland und der zweite Weltkrieg“), Wolfram Nahrath („Die globale Zivilgesellschaft als Waffe gegen die Welt der Völker“), Sigurd Engelmann („China im Kampf um die Lebensquellen für Mensch und Wirtschaft“), Lisbeth Grolitsch („Bewahrung und Bewährung – Jugend im Erlebnis von Erziehung und Bildung zum Volksganzen“), Ulli Vader („Die deutsche Panzerwaffe des 2. Weltkriegs“), Gerd Zikeli („Sichtweise der Geopolitik nach Prof. Haushofer“), Gerd Surgke („Die Internationale ist tot – es lebe die Idee der Volksgemeinschaft“).

via bnr: Geschichtsrevisionistische Weiterbildung

Helmut Kohl bezeichnete Waldheim als “anständigen Mann”

Deutscher Altkanzler: “Ich muss mich den Ausführungen dieser Waldheim-Gegner nicht fügen”. Das umstrittene Buch “Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle” enthält nicht nur scharfe Kritik des deutschen Altkanzlers Helmut Kohl an politischen Weggefährten, sondern auch anerkennende Worte für Ex-Bundespräsident Kurt Waldheim. Er sehe in Waldheim einen “anständigen Mann, der viel zu feige war, um unanständig zu sein”, sagte Kohl. Waldheim sei ein klassisches Opfer der Medien gewesen, führte der langjährige deutsche Kanzler (1982-98) im Gespräch mit seinem verhinderten Ghostwriter Heribert Schwan aus. In der Affäre um die Wehrmachtsvergangenheit des früheren UNO-Generalsekretärs habe auch der Jüdische Weltkongress eine “besonders üble Rolle gespielt”, kritisierte Kohl. (…) So habe er Waldheim geraten, im ORF auf einen “mindestens einstündigen Bericht zur besten Sendezeit” zu drängen. “Und dann erzählst du, wo dein Elternhaus war, und dass es noch andere zehntausend Österreicher gab, die deutsche Offiziere waren. Und du warst einer von ihnen. Du hattest zwar mit diesen Dingen direkt nichts zu tun gehabt, hast aber natürlich gewusst, dass das der barbarischste Kriegsschauplatz im Westen war. Es ist Schreckliches in Jugoslawien passiert, aber auch Schreckliches an deutschen Soldaten. Und sage, es tut dir leid!” Diese Sätze hätten nach Kohls Ansicht Wirkung gezeigt.

via derstandard: Helmut Kohl bezeichnete Waldheim als “anständigen Mann”

Zum Waldheim-Skandal siehe auch: Der Herrenreiter. Der Streit um Kurt Waldheim und seine NS-Vergangenheit erschütterte und isolierte in den achtziger Jahren Österreich. Jetzt ist der frühere Bundespräsident mit 88 Jahren gestorben. Die Einsicht fehlte ihm bis zum Ende. Er habe sich «nichts vorzuwerfen», sagte Kurt Waldheim wenige Monate vor seinem Tod in einem Interview mit dem ORF. (…) Der 1918 in Niederösterreich als Sohn eines Lehrers geborene Waldheim war kurz vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten (1986 bis 1992) ins Zwielicht geraten, weil er in seiner Biografie seine aktive Zeit als Verbindungsoffizier der Deutschen Wehrmacht in Jugoslawien und Griechenland – wie er selbst sagte – unterschlagen hatte. Äußerungen des Politikers wie «Ich kann mich nicht erinnern» oder «Ich habe nur meine Pflicht getan» heizten den Konflikt im Inland wie im Ausland nur weiter an. Berühmt ist das Zitat des damaligen SPÖ-Kanzlers Fred Sinowatz, der in Anspielung auf Waldheims Zugehörigkeit zu einer berittenen Einheit meinte: “Ich stelle fest, dass Kurt Waldheim nie bei der SA war, sondern nur sein Pferd.”

gutezitate.com/zitat/175876

 

Zeitgeschichte: Pflicht und Dunkel. Zum Tod des Altbundespräsidenten Kurt Waldheim. Ein echter Österreicher: Kurt Waldheim war kein Kriegsverbrecher, sondern ein Verdränger. Seine von ihm verdrängte und verschwiegene Rolle im Zweiten Weltkrieg wurde das tragische Lebensthema des verstorbenen Altbundespräsidenten Kurt Waldheim. Unfreiwillig rückte er ins Zentrum der österreichischen Vergangenheitsbewältigung – eingeleitet durch profil. Die Chronik einer Recherche. (…) Am folgenden Montag – es war der 3. März 1986, und bis zur Wahl waren es noch genau zwei Monate – erschien Czernins Artikel in profil. Titel: „Waldheim und die SA“. Tags darauf veröffentlichte die „New York Times“ eine wahrscheinlich auf dem von „Schuller“ an Eli Steinberg übergebenen Material basierende Story und illustrierte sie mit einem bemerkenswerten Foto: Es zeigte Waldheim in Wehrmachtsuniform an der Seite von SS-Gruppenführer Arthur Phleps im bosnischen Podgorica. Das Bild, so viel ließ sich später rekonstruieren, war von einem Innsbrucker Amateurhistoriker, einem Sozialdemokraten, bei einem Antiquitätenhändler entdeckt worden. Den Weg nach New York fand es wohl über „Schuller“ und Steinberg. Nun waren die Dämme gebrochen. Allwöchentlich förderte Czernin neue Details aus Waldheims verschwiegener Zeit im Balkankrieg zutage: seine Funktion in Löhrs Stab, die Verleihung der Zvonimir-Medaille, einer Auszeichnung des mit den Nazis kooperierenden Ustascha-Regimes in Kroatien, und seine 1942 erfolgte Zuteilung als Dolmetscher zur „Kampftruppe Westbosnien“ der Heeresgruppe E, die an Kriegsverbrechen beteiligt war. profil-Recherchen ergaben überdies, dass Waldheim just zur Zeit der schlimmsten Judendeportationen in Saloniki dort als Dolmetscher stationiert gewesen war. Er habe von den Deportationen weder etwas gewusst, noch habe er sie wahrgenommen, entgegnete das nun hochnervöse Waldheim-Lager. Eine wenig glaubhafte Behauptung: Adolf Eichmann hatte immerhin 50.000 Juden aus Saloniki deportieren lassen, ein Viertel der Bevölkerung. Fast vier Wochen lang gingen täglich Züge mit je 2000 Gefangenen in Richtung der Vernichtungslager Auschwitz und Treblinka. Konnte das dem jungen Offizier verborgen geblieben sein? Das Ende des österreichischen Opfer-Mythos. Die Wahl Kurt Waldheims zum österreichischen Bundespräsidenten 1986 erschütterte die Alpenrepublik. Zwar wurde der hochrangige Wiener Diplomat trotz seiner unklaren NS-Verstrickungen gewählt. Die Debatte aber brachte den Opfer-Mythos ins Wanken. “Ich habe, und das habe ich auch nie in Abrede gestellt, nach 38, als ich an der Konsularakademie studierte, ein paarmal, vielleicht drei-, viermal, an reitlichen Sportveranstaltungen teilgenommen.” (Kurt Waldheim) “Unsere erste Anklage ist, dass Waldheim ein Nazi war. Waldheim hat sich ständig widersprochen in seinen Bemühungen, die jeweils neuen Beweise über seine Vergangenheit zu widerlegen.” (Israel Singer, WJC) “Der SPÖ ist es völlig egal, ob Waldheim bei der SA war. Wir nehmen zur Kenntnis, dass nicht er bei der SA war, sondern nur sein Pferd bei der SA gewesen ist.” (Bundeskanzler Fred Sinowatz) “Im Jahr 40 war ich bei der deutschen Wehrmacht eingerückt als Soldat, wie Hunderttausende Österreicher auch, die ihre Pflicht erfüllt haben, das möchte ich hier feststellen.” (Kurt Waldheim) “Damit ist Herr Dr. Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten der Republik Österreich gewählt.” (Innenminister Karl Blecha)

wiki: Waldheim-Affäre. Die Waldheim-Affäre oder Waldheim-Debatte (auch: Affäre/Causa/Fall Waldheim) war eine internationale Debatte um die vermutete Beteiligung Kurt Waldheims an Kriegsverbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie begann 1986 im Wahlkampf des früheren UN-Generalsekretärs für das Bundespräsidentenamt Österreichs, dauerte bis zum Ende seiner Amtszeit 1992 und wirkte darüber hinaus fort. Waldheim hatte seine Tätigkeiten als Wehrmachtoffizier von 1942 bis 1944 in biografischen Angaben ausgelassen und bestritt nach deren Bekanntwerden jede Beteiligung an NS-Verbrechen und jede damalige Kenntnis davon. In- und ausländische Medien und der Jüdische Weltkongress (WJC) verbreiteten zutreffende und falsche Informationen dazu, die für gegensätzliche politische Ziele benutzt wurden: Waldheims Verteidiger kritisierten eine ausländische Einmischung und kampagnenartige Verurteilung eines durchschnittlichen Opportunisten, Waldheims Gegner sahen darin eine Abwehr berechtigter Vorwürfe. Einige Historiker haben antisemitische Reaktionsmuster im Affärenverlauf analysiert.

NPD-„Trauermarsch“ ohne Außenwirkung

Zu einem Fackelmarsch mobilisierte die NPD am gestrigen Abend nach Stralsund – einseitig sollte der deutschen Opfer gedacht werden. Am Ende wurde es eine Demonstration, die nur den harten Kern der Szene ansprach, eine Außenwirkung blieb aus. Zudem hatten die Neonazis mit etlichen Blockaden zu kämpfen. Die Polizei hatte sichtlich Mühe, die Lage in den Griff zu bekommen. Bereits im Vorfeld deutete sich an, dass im Vergleich zu zurückliegenden Aufmärschen die gestrige NPD-Truppe zahlenmäßig kaum mithalten würde. 120 erwartete Teilnehmer hatte Dirk Arendt, Versammlungsleiter und einziges NPD-Bürgerschaftsmitglied der Hansestadt Stralsund, angemeldet. Letztendlich konnte die rechtsextreme Partei am Sonnabend nur knapp über 100 Anhänger zur Teilnahme bewegen. Eine Zahl, die weit hinter vergleichbaren Aufmärschen wie beispielsweise in Demmin zurückblieb. Auch ein Großteil der Parteiprominenz ließ sich am Abend nicht in der Hansestadt blicken. NPD-Fraktionschef Udo Pastörs nahm an dem „Trauermarsch“ genausowenig teil wie seine Landtagskollegen Michael Andrejewski oder David Petereit. Weitere Szenekader fehlten ebenfalls. Lediglich der Landesvorsitzende Stefan Köster, sein Vize Michael Gielnik und Tino Müller fanden sich am frühen Abend auf der Ostseite des Bahnhofs ein. (…) Die Polizei, die mit 500 Beamten im Einsatz war und in der Pressemitteilung 600-700 Gegendemonstranten erwähnt, sprach von „weitestgehend friedlichen“ Demonstrationen. Kritik am Einsatz der Polizei kam von der SPD-Bundestagsabgeordneten Sonja Steffen. Sie zeigt Unverständnis über das „Einkesseln der friedlichen Gegendemonstranten“. Zudem seien diese „ohne Not grob in den `Kessel´ geschubst und zusammengedrängt“ worden. Auch Jürgen Suhr, Fraktionsvorsitzender der Grünen, kritisierte das Vorgehen der Polizei vor Ort. „Wer gegen friedlich demonstrierende Bürgerinnen und Bürger in dieser Art und Weise vorgeht, der trägt Verantwortung dafür, dass Menschen zu Hause bleiben aus Angst vor polizeilichen Repressalien“, so Suhr.

via endstation rechts: NPD-„Trauermarsch“ ohne Außenwirkung

Gedenkstein für Holocaust-Opfer geschändet

“Stein der Erinnerung” in Wien-Josefstadt wurde mit Lack bespritzt. In Wien-Josefstadt ist ein Mahnmal für Holocaustopfer geschändet worden. Die sogenannten “Steine der Erinnerung” sind kleine Gedenksteine, die in den Boden eingelassen sind und an Wiener und Wienerinnen erinnern, die im Nationalsozialismus vertrieben und ermordet wurden. Einer dieser Steine wurde nun mit schwarzem Lack bespritzt. Gedenkstein-Mitinitiatorin Irmtraut Karlsson spricht gegenüber derStandard.at von einer “antisemitischen rechtsextremen Szene in der Josefstadt”. Es sei nicht das erste Mal, dass Steine bewusst herausgerissen wurden, “aber sie werden immer dreister”. Die erste Schändung sei im Jahr 2010 passiert, die letzte vor einem Jahr, jetzt erneut – “es wird intensiver”, so Karlsson.

via derstandard: Gedenkstein für Holocaust-Opfer geschändet

#Lettland – #SS-Scherge wird Musical-Star

Der Lette Herberts #Cukurs war an der Ermordung Zehntausender #Juden beteiligt. Nun geht er auf Tournee – als Figur in einem Musical. Eine moralische Instanz des Landes schlägt Alarm. Wenn sich in der lettischen Hafenstadt Liepaja am kommenden Samstag der Vorhang öffnet, wird Herbert Cukurs (sprich: Zukurs) wieder ein Star sein: Ein schneidiger Kerl in schicker Fliegeruniform, der sich in den 30er Jahren aus den Resten abgestürzter Flugzeuge einen eigenen Doppeldecker zimmerte – und damit bis nach Tokio, Palästina und Tobago flog. Der Inselstaat vor der Küste Südamerikas zählte einst für wenige Jahre zum Herzogtum Kurland, das auch das spätere lettische Staatsgebiet umfasste. Cukurs wurde mit den Langstreckenflügen zum Liebling des lettischen Diktators Karlis Ulmanis. Und zum Volkshelden, der die Covers lettischer Magazine prägte. Nun kehrt der Flieger als Musical-Star unter dem an James Bond erinnernden Titel „Cukurs, Herbert Cukurs“, auf die Bühne zurück. Und es wäre wahrlich die Geschichte eines Helden, der mit seiner Improvisationskunst und seinem Wagemut die besten Seiten Lettlands repräsentieren könnte, wäre Cukurs beim Einmarsch der Deutschen im Jahr 1941 ums Leben gekommen. Ist er aber nicht. Massenmord, Hinrichtungen, Vergewaltigungen und Folter Als die Nazis das Land besetzten, heuerte er bei der „Sicherungsgruppe Arjas“ an, einem Sonderkommando lettischer Kollaborateure, das im Auftrag der deutschen Besatzer schätzungsweise 45.000 Menschen ermordete, darunter vor allem Juden. Cukurs, der zum Fahrer und Adjutanten des lettischen Kommandeurs und SS-Offiziers Victors Arajs aufstieg, galt nach dem Krieg als „Henker von Riga“ . Das Simon Wiesenthal Center macht ihn verantwortlich für Massenmord, Hinrichtungen, Vergewaltigungen und Folter Hunderter Juden. Manche dieser Vorwürfe sind bis heute unbewiesen. Verbrieft aber ist, dass Cukurs am 30. November und 8. Dezember 1941 im Rigaer Ghetto für den Einsatz lettischer Polizisten verantwortlich war, bei dem er selbst wahllos auf Frauen, Greise und Kinder schoss. An diesen Tagen wurden rund 25.000 Juden von SS-Truppen und lettischen Hilfskräften in das nahe Riga gelegene Wäldchen Rumbula getrieben und dort ermordet.

via faz: Lettland SS-Scherge wird Musical-Star

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