Category Archives: Revisionismus

Das vergessene KZ von Ebensee

In der Markgemeinde Ebensee im oberösterreichischen Salzkammergut leben viele Familien auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. Als vor einigen Jahren eine Gedenkfeier an der KZ-Gedenkstätte von Naziparolen grölenden Jugendlichen attackiert wurde, bekam die Kleinstadt das Image eines »Nazidorfes«. Die Dorfgemeinschaft wehrt sich dagegen, doch die wenigsten sind bereit, sich mit der Geschichte dieses Ortes auseinanderzusetzen. Das ist leider so bei uns«, sagt der junge Mann Anfang 20, der hier im Stollen die Besucher betreut. Ein rotes Hakenkreuz, verwischt, aber noch gut zu erkennen, prangt an der Wand im Inneren des Gedenkstollens in Ebensee. Daneben ist der Schriftzug »Heil« zu erkennen. Der Rest ist unleserlich. Ebensee ist ein Dorf mit 8 000 Einwohnern in Oberösterreich, im nördlichen Alpenvorland. (…) November 1943. Die Nationalsozialisten wüten in Europa. Auch durch Österreich zieht sich die Blutspur des deutschen eliminatorischen Expansionismus. Die Nazis schmieden einen irrsinnigen Plan. Abgeschirmt von den Bomben der Alliierten, wollen sie den Bau ihrer »Wunderwaffe«, der V4-Rakete, vorantreiben. Zu diesem Zweck setzen sie Zwangsarbeiter ein, die ein kilometerlanges, weitverzweigtes Stollensystem in die Berge treiben sollen. Dort soll die Arbeit weitergehen, die zuvor in der Raketenversuchsanstalt Peenemünde begonnen wurde. Codename: »Zement«. Eigens dafür wurde zwei Kilometer außerhalb der Ortschaft das Vernichtungslager Ebensee errichtet – eines von mehr als 40 Nebenlagern des KZ Mauthausen. Bis zur Befreiung durch die 3. US-Panzerarmee am 6. Mai 1945 hatten mehr als 8 700 Menschen hier den Tod gefunden. Das sind mehr Menschen, als Ebensee heute Einwohner hat. Das KZ galt als eines der grausamsten Lager in Österreich. In den letzten Wochen der NS-Herrschaft war es infolge eintreffender »Evakuierungstransporte« aus anderen Konzentrationslagern völlig überfüllt und wurde zum berüchtigten Hungerlager. Heute dient einer der Stollen als Gedenk- und Dokumentationsort. Er ist Teil der KZ-Gedenkstätte Ebensee, die mit dem Zeitgeschichte-Museum verbunden ist. Das Hakenkreuz an der Wand des Gedenk­stollens scheint den Ruf zu bestätigen, der der Marktgemeinde Ebensee seit einiger Zeit anlastet. Genauer: seit dem 9. Mai 2009. An diesem Tag wurden die an der Gedenkfeier zur Befreiung des KZ Teilnehmenden, unter ihnen zahlreiche Überlebende, von einer Gruppe vermummter, Naziparolen grölender Jugendlicher angegriffen und mit Luftgewehren beschossen. Damals schaffte es das kleine Ebensee sogar in die internationalen Medien, seitdem hadert man hier mit dem Image eines Dorfes, in dem rechte Jugendliche ihr Unwesen treiben, ein­gebettet in eine Dorfgemeinschaft, die sich weigert, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.

via jungle: Das vergessene KZ von Ebensee

Sinti und Roma in der Gedenkstätte beleidigt

Drei mutmaßliche Rechtsextremisten müssen sich seit Montag wegen Störung der Totenruhe vor dem Amtsgericht Oranienburg verantworten. Den drei Angeklagten wird vorgeworfen, am 5. Juni vergangenen Jahres im Neuen Museum in der Gedenkstätte Sachsenhausen fremdenfeindliche Mitteilungsblätter der NPD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern verteilt zu haben. Angeklagt sind die 32-jährige Anja D. aus Flatow, der 26-jährige Pierre S. aus Wittstock und gleichaltrige Patrick S. aus Leegebruch. In dem NPD-Pamphlet werden Sinti und Roma Asylbetrug und Sozialmissbrauch vorgeworfen und beide Volksgruppen als “Zigeuner” tituliert. Zumindest die Angeklagte Anja D. soll bei der Verteilaktion ein T-Shirt mit der Aufschrift “Nationaler Widerstand” getragen haben. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin wertet die Aktion als Störung der Totenruhe, weil im Konzentrationslager Sachsenhausen zwischen 1936 und 1945 auch tausende Sinti und Roma von den Nazis eingepfercht wurden

via moz: Sinti und Roma in der Gedenkstätte beleidigt

Ein Dorf in Angst vor Rockern und Neonazis

Die Menschen in der 740-Einwohner Gemeinde Güntersen (Landkreis Göttingen) sind mit den Nerven am Ende: In der beschaulichen, von Feldern umgebenen Gemeinde im südlichen Zipfel Niedersachsens haben sich schon häufiger in diesem Jahr mehr als 100 führende Mitglieder der “Hells Angels” aus ganz Deutschland getroffen – zuletzt Anfang des Monats. Und jetzt drängen auch noch Neonazis in den Ort: Die Partei Die Rechte hat für Februar eine Demonstration angemeldet. (…) Dass im Februar auch noch Die Rechte in Güntersen demonstrieren will, sorgt zusätzlich für Unruhe. Die Partei plant eine Kundgebung zum Gedenken an Horst Wessel und will am Ehrenmal auf dem Friedhof in Güntersen einen Kranz niederlegen. Der Landkreis Göttingen prüft, ob die Kundgebung verboten werden kann.

via ndr: Ein Dorf in Angst vor Rockern und Neonazis

Das Mädchen, das die Nazis verkraulte

Judith Deutsch verzichtete auf ein Antreten bei den Olympischen Spielen 1936, sie wurde gesperrt und erst sehr spät rehabilitiert. Hochachtungsvoll, Judith Deutsch”. So endet der Brief, den Österreichs beste Schwimmerin am 26. Juni 1936 dem “Verband der Österreichischen Schwimmvereine” zukommen ließ. Es war der erste Tag, an dem sie einem Training fernblieb, sie bat, dies “freundlich zu entschuldigen”, denn: “Ich kann als Jüdin an den Olympischen Spielen in Berlin nicht teilnehmen, weil mir das mein Gewissen verbietet. Ich erkläre, dass dies mein eigener, freier, unabänderlicher Entschluss ist.” Ihr sei, schrieb Judith Deutsch, “bewusst, dass ich auf die höchste sportliche Auszeichnung, nämlich in der österreichischen Mannschaft bei den Spielen starten zu dürfen, verzichte”. Und sie bat den Verband, sie “keinem Gewissenszwang auszusetzen”. 17 Jahre alt war Deutsch, als sie den Brief verfasste, und doch schon eine der bekanntesten Sportlerinnen des Landes. Kurz zuvor hatte sie das Goldene Ehrenzeichen erhalten, nachdem sie bereits 1935 als Sportlerin des Jahres ausgezeichnet worden war. Der Verzicht der Kraulerin auf die Nazi-Spiele war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Verzicht auf Medaillen. Das ÖOC hatte etliche jüdische Sportlerinnen und Sportler für Berlin nominiert, neben Deutsch sagten auch ihre Schwimmkolleginnen Lucie Goldner und Ruth Langer sowie der Ringer Fincsus und die Leichtathleten Gottlieb und Neumann ab. Das IOC und auch das ÖOC hatten jüdischen Sportlern und Sportlerinnen zuvor ausdrücklich das Recht auf den Olympiaverzicht eingeräumt, die Reaktion des österreichischen Schwimmverbands schlug freilich in die Gegenrichtung aus. Deutsch, Goldner und Langer wurden auf Lebenszeit gesperrt, sämtliche Titel wurden ihnen aberkannt. Die Sperren wurden erst nach internationaler Aufregung auf zwei Jahre reduziert. Deutsch sollte später festhalten: “Mir erschien es als unmöglich, in Schwimmbädern zu schwimmen, in denen das Schild ,Hunden und Juden der Eintritt verboten’ nur für die Zeit der Olympiade abgenommen wurde.” (…) Erst 1995 wurde Judith Deutsch vom Schwimmverband rehabilitiert. Eine Einladung schlug sie aus, da sie nicht mehr nach Österreich zurückkehren wollte.

via die standard: Das Mädchen, das die Nazis verkraulte

siehe auch: JUDITH DEUTSCH. Country: Austria. Born: September 18, 1918, in Vienna, Austria. An Austrian swimming champion and freestyle record holder, from 1933 to 1935, Judith Deutsch was elected Outstanding Austrian Female Athlete of 1935 by the Austrian Sports Authority and selected to represent her country in the 1936 Olympic Games. But she refused to compete in the Berlin Olympics in protest, proclaiming,“ I refuse to enter a contest in a land which so shamefully persecutes my people.” Suspended from competition by Austrian authorities, she emigrated to Palestine and represented the Holy Land from then on.

Neonazi-Gegner geht ins Gefängnis

Ein Gegner des jährlichen Neonazi-Aufmarschs in Bad Nenndorf tritt am Montag eine zweimonatige Gefängnisstrafe an. Er hat beim Protest im vergangenen Jahr an einer Sitzblockade teilgenommen und soll Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet haben. Dafür wurde gegen das DKP-Mitglied ein Strafbefehl in Höhe von 1.200 Euro erlassen. Er sehe jedoch nicht ein, für demokratisches Verhalten zu bezahlen, ließ er über seine Partei mitteilen. Er habe die Verbreitung naziverherrlichender Inhalte verhindern wollen. “Gewalt und Widerstand gegen Polizeibeamte habe ich nicht ausgeübt”, heißt es in der Mitteilung.

via ndr: Neonazi-Gegner geht ins Gefängnis

Europäische Aktion: Anzeige wegen Holocaust-Bestreitung

Hans Berger, der „Landesleiter“ der neonazistischen Europäischen Aktion (EA) für Österreich , hat dem Online-Magazin „Vice“ ein Interview gegeben, das von diesem den schönen Titel erhielt „Wie wahnsinnig ist die Europäische Aktion?“. Wir haben vor wenigen Tagen darüber und über die jüngsten Aktivitäten der EA berichtet. Das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) hat jetzt Hans Berger wegen des Interviews angezeigt. Landesleiter bei der EA wird man nicht durch Wahlen – die EA hat mit demokratischen Strukturen nichts am Hut. Es muss also schon eine besondere Qualifikation sein, die Hans Berger zum österreichischen Landesleiter befähigt. Dem Magazin „Vice“ gab Hans Berger ein Interview, damit Antwort auf die Frage gefunden werden könne „Wie wahnsinnig ist die Europäische Aktion?“. Nach dem Interview konnte „Vice“ für sich die Frage beantworten: „Sehr wahnsinnig, wenn man mit einem ihrer Mitglieder spricht“. In dem Interview wärmt Berger etliche Nazi-Legenden auf, wie das DÖW feststellt, um sich dann in langatmigen Sentenzen über den Holocaust auszubreiten, den er – so wie Bernhard Schaub, der Gründer der EA – nicht leugnet, sondern bestreitet: „Leugnen kann man nur etwas, von dem man weiß, dass es grundsätzlich existiert. Schaub bestreitet den Holocaust, weil die erforderlichen Unterlagen und Nachweise, was das wirklich ist, nicht diskutiert werden dürfen“.

via stoppt die rechten: Europäische Aktion: Anzeige wegen Holocaust-Bestreitung

Greek island’s police chief photographed giving Nazi salute

The police chief of the Greek island of Hydra was photographed giving the Nazi salute while on a trip to Germany. The Ethnos Sunday newspaper published the picture of Lt. Yiorgos Kagkalos, which it reported was taken in 2011 during a visit to the Nuremberg Transport Museum. The publication yesterday (Sept. 7) follows persistent reports suggesting widespread support among the Greek police for the neo-Nazi Golden Dawn party. It also comes in a week when the Greek Parliament is working to pass a law that would outlaw Holocaust denial and hate speech. In the photo, Kagkalos is standing in front of a red locomotive emblazoned with the Nazi eagle and swastika. His arm is raised in the Nazi salute.

via jewishaz: Greek island’s police chief photographed giving Nazi salute

siehe auch: Hydra Island Police Chief Photographed Giving Nazi Salute. Yiorgos KagkalosThe police chief of Hydra island in Greece was photographed giving the Nazi salute while on a trip to Germany. Greek newspaper “Ethnos” published the picture of Lt. Yiorgos Kagkalos, which it reported was taken in 2011 during a visit to the Nuremberg Transport Museum. The publication follows persistent reports suggesting widespread support among the Greek Police for the neo-Nazi Golden Dawn party. It also comes in a week when the Greek Parliament is working to pass a law that would outlaw Holocaust denial and hate speech. In the photo, Kagkalos is standing in front of a red locomotive emblazoned with the Nazi eagle and swastika while his arm is raised in the Nazi salute. The newspaper reported that the photo was sent anonymously to the police, who investigated the incident but ultimately did not charge Kagkalos due to lack of evidence. Kagkalos has appealed to the administrative courts to block an order by police headquarters to remove him from his position, which he has held since 2011, the newspaper reported. In the past, Kagkalos’ name has been associated with right-wing extremism. In June 1999, he was temporarily suspended from his position after he admitted using his service pistol to fire a volley of shots at the graveside of former dictator Georgios Papadopoulos, head of the military coup d’état of April 21, 1967, and leader of the junta that ruled the country for the following seven years; Greek island police chief snapped giving Nazi salute. A photograph has emerged showing the police chief of a Greek island giving a fascist salute in front of a Nazi-era train in a German museum. In the image, published in Ethnos on Sunday, Lieutenant Yiorgos Kagkalos, chief of police on the island of Hydra, can be seen with an outstretched right arm. Behind him, on a red locomotive, is a large Reichsadler, a stylised eagle combined with the Nazi swastika used as a national emblem in Nazi Germany. (…) Under German law, giving the Nazi salute is a criminal offence, punishable with imprisonment of up to three years or a fine. In the past, Kagkalos’ name has been associated with rightwing extremism. In June 1999, he was temporarily suspended from his position after he admitted using his service pistol to fire a volley of shots at the graveside of former dictator Georgios Papadopoulos, head of the military coup d’état of 21 April 1967 and leader of the junta that ruled the country for the following seven years.

A Battle for Roma History in the Czech Republic

There can be no more appropriate metaphor for Europe’s collective amnesia about the plight of Roma during the Holocaust than the Czech government’s inability to remove a pig farm situated on the site of a former concentration camp for Roma. Visitors to the sleepy village of Lety in Southern Bohemia, upon seeing the industrial farm behind rusty barbed wire, often remark how sinister it looks. Between 1942–43, around 1,500 Roma were taken to Lety and, of those not deported, at least 300 were murdered, most of them children. The total number of victims is disputed, but we would have a much clearer picture if historians and archeologists were allowed access to this private land to investigate and preserve the honor of the fallen. On the ground of such a historically and emotionally significant site, we would expect nothing less elsewhere in Europe. Instead, at Lety, the foul-smelling pig farm continues its business, unperturbed by the ghosts that haunt it.  It would be slightly more understandable if the authorities had only been made aware of this uncomfortable truth recently, but whispers have circulated around the village for decades. In fact this is how, 20 years ago, Roma historian and activist Paul Polansky began his work there. Polansky discovered documents revealing that there was indeed a “Gypsy” concentration camp at the Lety site—established and run not by the Nazis but by the Czech Criminal Police. Polansky spent years documenting the stories of Czech Roma survivors of Lety. This research forced the Czech government to recognize Lety as a Holocaust site, albeit without removing the pig farm. Not only does the country need to reexamine its treatment of Roma people, both then and now, but also its role in WWII, which was a more active role than some narratives suggest. Most Roma in the Czech Republic were killed or deported. Many international and human rights institutions have pressured the Czech government to buy the pig farm, clean up the site, and convert it to a dignified memorial. The government claims that the owners are charging too much money to sell the site. Pleading poverty after pleading ignorance for so long is still unacceptable.

via opensocietyfoundation: A Battle for Roma History in the Czech Republic

Slovak priest: Jews are to blame for Holocaust

He warns that the Roma are headed in the same direction. Slovak Catholic priest Emil Floriš said the Jews themselves are to blame for the Holocaust and the same can happen to Romanies, the Czech daily Právo writes.  “A part of the speech by Floriš, who spoke at a mass in Čadca, north central Slovakia, that was devoted to Jews and the Holocaust offends and humiliates the memory of the victims,” Lucia Kollárová, spokeswoman for the Headquarters of the Jewish Religious Communities in Slovakia, told the Slovak news agency SITA, Právo writes. Kollárová said a part of Floriš’s speech included untruths and anti-Semitic cliches, relativizing the suffering of the Jewish population during World War Two, also on the territory of present-day Slovakia.

via praguepost: Slovak priest: Jews are to blame for Holocaust

Stolperstein in Duisburg gestohlen – Staatsschutz ermittelt

Stolperstein in Duisburg gestohlen – Staatsschutz ermittelt. In Duisburg haben Unbekannte einen Stolperstein gestohlen, der an die Opfer des Nazi-Terrors erinnert. Der Stein neben der Hubbrücke in Alt-Walsum war zum Gedenken an den Niederländer Jaring Woudstra ins Pflaster gesetzt worden. Die Polizei sucht Zeugen, die die Tat möglicherweise beobachtet haben. Unbekannte haben einen Stolperstein, der in der Nachbarschaft der Walsumer Hubbrücke in den Boden eingelassen war, gestohlen. Jetzt ermittelt der Staatsschutz und die Polizei Duisburg sucht Zeugen, die Hinweise auf die Täter geben können.

via derwesten: Stolperstein in Duisburg gestohlen – Staatsschutz ermittelt

Eklat nach Sachsen-Wah;l Zu rechts! AfD stoppt den eigenen Alterspräsidenten

Die neugewählte AfD-Fraktion in Sachsen verzichtet auf das Amt des Alterspräsidenten im sächsischen Landtag. Was der Partei erst jetzt aufgefallen war: Der Senior aus den eigenen Reihen kandidierte einst für eine Vereinigung, die zurück zu den Grenzen von 1937 will. Die Fraktion habe auf einer Sitzung am Mittwoch entschieden, dass der Abgeordnete Detlev Spangenberg nicht das Amt des Alterspräsidenten annehmen werde, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der AfD, Uwe Wurlitzer, der Zeitung “taz” vom Donnerstag. Das Amt wäre automatisch an den 70-jährigen Spangenberg als den ältesten Abgeordneten im Landtag gegangen. Sein Mandat darf er demnach aber behalten. Zuvor hatte bereits MDR 1 Radio Sachsen berichtet, dass der 70-Jährige wegen seiner rechtsgerichteten Vergangenheit auf das Amt verzichte. Spangenberg habe seine bisherige politische Arbeit verschwiegen, sagte der Geschäftsführer Wurlitzer dem Sender. “Wir sind ziemlich angefressen” Der Abgeordnete Spangenberg aus Radebeul kandidierte nach Angaben der “taz” im Jahr 2008 für die rechte Wählervereinigung “Arbeit, Familie, Vaterland”. Diese warb mit dem Slogan “Sachsenmut stoppt Moslemflut” und forderte in ihrem Programm die “Brechung der Parteienherrschaft”. Spangenberg war dem Bericht zufolge außerdem Vorsitzender des “Bündnis Freiheit und Demokratie”. Das Bündnis habe auf seiner Internetseite – die diese Woche vom Netz genommen worden sei – die “Wiederherstellung der völkerrechtlichen Grenzen von 1937″ gefordert.

via focus: Eklat nach Sachsen-Wah;l Zu rechts! AfD stoppt den eigenen Alterspräsidenten

Hungary: Jewish Nobel laureate not “Hungarian enough” for the ultra-right

Imre Kertész, a Hungarian author with Jewish roots who is a Nobel laureate, will receive the Order of St. Stephen, Hungary’s highest state honor, today. The Fascist party “Movement for a Better Hungary” (Jobbik), is opposed to his receiving it and has written an open letter on the subject to Hungarian President János Áder.  The decoration is being much discussed in the Hungarian press; to illustrate the situation in Hungary, we can quote, for example, the web portal Index.hu, which has published a commentary calling Kertész a “clown of the Holocaust”. Kertész will receive the medal together with the inventor of the famous Rubik’s Cube, Ernö Rubik. Kertész not “Hungarian enough” for Jobbik In its open letter, Jobbik criticizes the decision to award Hungary’s highest honor to Kertész, as the author has allegedly “questioned Hungarian-ness in the past.” In an interview for the newspaper Die Welt, Kertész said anti-Semites and right-wing radicals have a big say in Hungary and are incapable of acknowledging Hungary’s share of the blame for the transport of Jewish people to the concentration camps during the Holocaust. This comment, of course, was not a “questioning of Hungarian-ness”, but an allusion to the rising influence of Fascists there, precisely those from the Jobbik party. Kertész is also being criticized by some intellectuals for accepting the honor, albeit from a different position than Jobbik’s. Should the Nobel laureate accept the state honor, then according to Hungarian author Rudolf Ungváry he will be “absolving” the conservative right-wing government of Hungarian Prime Minister Viktor Orbán. According to Index.hu, accepting the award will mean Kertész is just Orbán’s underling, as it would be taken as implying approval of the Hungarian Government’s move this year to begin construction of a controversial memorial in the center of Budapest on the 70th anniversary of the occupation of Hungary by Germany, an idea that critics of Orbán interpret as an effort to push the responsibility of Hungary’s wartime leaders for the deportations of the Jews into the background.

via romea.cz: Hungary: Jewish Nobel laureate not “Hungarian enough” for the ultra-right

Jüdischer Friedhof in Gröbzig – Anlage erneut geschändet

Der jüdische Friedhof in Gröbzig wurde erneut geschändet. Vermutlich in der Nacht zu Sonntag hebelten die Täter die Friedhofstür auf und hinterließen antisemitische Schmierereien sowie Zeichen verfassungswidriger Organisationen. Marion Mendez, die Leiterin des Museum-Synagoge Gröbzig, ist entsetzt. Innerhalb nicht mal eines Jahres ist es auf dem jüdischen Friedhof erneut zu einer Schändung gekommen. Die Nachricht erreichte die Museumsleiterin im Urlaub und macht sie fassungslos. Vermutlich in der Nacht zum Sonntag muss es passiert sein. „Noch dazu am Sabbat“, einem Ruhetag, den das Judentum am siebenten Wochentag begeht. Mendez spricht von antisemitischen Schmierereien und davon, dass die Täter offenbar sehr gewaltbereit waren. Denn die Tür zum Friedhof wurde aus den Angeln gehoben. Hakenkreuze sollen im Eingangsbereich entdeckt worden sein. Sie habe die Jüdische Gemeinde Sachsen-Anhalt bereits informiert, sagt die Leiterin des Museums.

via mz-web: Jüdischer Friedhof in Gröbzig – Anlage erneut geschändet

Xavier Naidoo sagt, dass Deutschland “gar kein richtiges Land” ist

Auf der Montagsdemo in Mannheim hat Sänger Xavier Naidoo verschwörungstheoretischen Unsinn von sich gegeben. “Hat Deutschland ‘ne Verfassung?”, fragte er, “ist Deutschland noch besetzt?” Und: “Tut der (die) NSA gar nichts Verbotenes, sondern darf er (sie) das sogar, weil die Deutschen ihm (ihr) das per Gesetz erlauben, weil wir eigentlich gar kein richtiges Land sind und immer noch besetzt?”

via huff: Xavier Naidoo sagt, dass Deutschland “gar kein richtiges Land” ist

siehe auch: Wirres Deutschland – Xavier Naidoo und die Montagsdemos haben sich endlich gefunden. Manchmal fügen sich die Teile des Puzzles einfach zusammen. Da gibt es diese Person, bei der man ob ihrer furchtbaren Musik schon immer eine Ahnung hatte, dass da irgendwas nicht stimmen kann. Und dann sind da diese montäglichen Veranstaltungen, wo sich Deppen treffen, um sich die Welt mit ihren Verschwörungstheorien zu einem James-Bond-Film spannend zu reden. Und irgendwann (nämlich letzten Montag in Mannheim) kommt dann alles zusammen. Xavier Naidoo tritt bei der Montagsmahnwache auf. Endlich könnte man nun sagen, es ist zusammengekommen, was zusammen gehört. Kartoffel-R’n’B mit der Kartoffelverschwörung. Man möchte den Bildschirm anschreien, wenn man dieses Video anschaut. Nur kann man sich nicht entscheiden, warum. Ist es die Musik? Oder sind es die Behauptungen von Xavier? Nein, Xavier, Deutschland ist kein besetztes Land und obwohl über dem Zwei-plus-Vier-Vertrag nicht in Buntstift „Friedensvertrag“ drüber steht, damit auch du es raffst, so ist er doch essentiell genau das: der Friedensvertrag, der die Nachkriegszeit in Deutschland beendet hat. Natürlich ist das nicht das erste Mal, dass Naidoo mit seiner Reichsbürgerideologie auffällt.

Unbekannte schänden Denkmal für Opfer des Faschismus in Waren

In Waren an der Müritz haben unbekannte Neonazis den Todestag von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß genutzt, um das Denkmal für die Opfer des Faschismus zu schänden. Außerdem wurden in der Stadt mehrere schwarze Holzkreuze sowie zwei Transparente mit entsprechenden Botschaften angebracht. Die Polizei hat Ermittlungen wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen. „R. Hess“, „R. Hess 17.08.1987“ und „unvergessen“. Mit diesen Slogans waren fünf schwarze Holzkreuze versehen, die Unbekannte nachts in Waren an der Müritz aufgestellt hatten. Wahrscheinlich wollten die Täter mit ihrer Aktion an Rudolf Heß, den „Stellvertreter des Führers“ erinnern, der sich 1987 im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis das Leben genommen hatte. (…) Mit dem Schriftzug „R. Hess“ schändeten vermutlich die gleichen Täter das örtliche Denkmal für die Opfer des Faschismus. Die beiden „S“ hatten die Schmierfinke als Runen geschrieben und damit direkten Bezug auf die „Schutzstaffel“ (SS) genommen, die 1945 als verbrecherische Organisation verboten worden war. Außerdem stellen Polizeibeamte zwei Transparente sicher, auf welche die Schriftzüge „BRD = Volkstod“ und „Rudolf Hess Es war Mord“ [sic!] gepinselt worden waren.

via endstation rechts: Unbekannte schänden Denkmal für Opfer des Faschismus in Waren

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