Leugnen des Holocaust

Lipstadt, Deborah E.: Leugnen des Holocaust. Rechtsextremismus mit Methode

Sowohl im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit Holocaust-Leugnern und “Revisionisten” im Internet wie auch für Informationen über die Entwicklung der Tendenzen, nationalsozialistische Gewaltverbrechen und den Völkermord zu relativieren und zu negieren, erscheint das Buch: Leugnen des Holocaust. Rechtsextremismus mit Methode von Deborah E. Lipstadt erscheint uns vernünftige Informationsquelle und Einstiegsmöglichkeit

Größtenteils aus amerikanischer Sicht geschrieben und daher insbesondere auch auf die dortigen Leugner eingehend, bietet das Buch einen Überblick über die Entwicklung des selbsternannten “Revisionismus” sowie seiner Phasen und den Argumentationsmustern, die sich seit Jahrzehnten gleichen. Und es wird aufgezeigt, daß die jeweiligen Protagonisten eingebunden sind in ein “Netz der Irrationalität” – und ihre Methoden gepägt sind von Unwissenschaftlichkeit.

Nahezu alle im Buch auftauchrenden Personen und Institutionen dieses Spektrums sind im Internet vertreten. Dieses Buch klärt über sie auf, egal, ob es sich um Bradley Smith, den angeblichen “Ingenieur” Fred Leuchter oder das Institute for Historical Review handelt.

Im Kapitel: “Die Wacht am Rhein” fallen Namen wie Hellumt Diwald, Ernst Nolte, es wird geschrieben über den Historikerstreit und die Kranzniederlegung auf dem Soldatenfriedhof in Bitburg. Es folgen Ausführungen, in denen mehrheitlich wieder jene Historiker auftauchen, die schon beim Historikerstreit gegen die Singularität des Nationalsozialismus eintraten: Hillgruber, Stürmer, Nolte – und die Ausarbeitung, daß die Realtivierung nationalsozialistischer Verbrechen dem Leugnen derselben zuspielt.

Ein empfehlenswertes Buch, dessen Inhalt erschreckend ist – wer gegen die Irrationalität und die Lügengebäude der Negationisten und “Revisionisten” agieren will, dem/der sei unter anderem dieses Buch angeraten! Unter anderem ein respektabler Anmerkungsteil sowie ein Rehister machen dieses kleine Buch zu einem sinnvollen Arbeitsbuch, das – um es mit Michael Brumlik zu sagen – “in die Hände aller, die sich – in der Schule oder außerhalb – mit Jugendlichen über deutsche Geschichte auseinandersetzen”, gehört.

Lipstadt, Deborah: Leugnen des Holocaust. Rechtsextremismus mit Methode; Reinbek (rororo Sachbuch) 1996; 414 Seiten; 19,90DM

Inhaltsverzeichnis

  • Das rechtskonservative Projekt. Zur Einführung
  • Holocaust-Leugnung und die begrenzte Kraft der Vernunft
  • Die Vorläufer: Geschichte, Verschwörung und Phantasie
  • Anfänge der Holocaust-Leugnung
  • Die ersten Regungen der Holocaust-Leugner in Amerika
  • Austin J. App: Ein Universum amoralischer Äquivalenzen
  • Holocaust-Leugnung: Rechtsextremismus mit Methode
  • Vorstoß in die Normalität: Der Fall Arthur R. Butz
  • Geschichtsumwandlungen: Das Institute for Historical Review
  • Die Gaskammer-Kontroverse
  • Auseinandersetzungen auf dem Campus
  • Die Wacht am Rhein
  • Anhang: Verkehrte Welten – Zyklon B, die Gaskammern und die Tagebücher der Anne Frank
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