Blog Archives

14.5.Jürgen Elsässer & AfD-Veranstaltung

Die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) organisiert am 14. Mai im Restaurant „Schönholzer Heide“ (Heinrich-Mann-Str. 31) in Pankow-Niederschönhausen eine Veranstaltung mit Jürgen Elsässer, dem Herausgeber des neurechten Magazins COMPACT. Die Diskussion soll sich um die Frage “Wie wird Deutschland wieder souverän?” drehen. Hier kommtzusammen was zusammengehört: Neurechte Partei trifft auf neurechte Verschwörungs-Szene und einen ihrer ideologischen Köpfe. Jürgen Elsässer strickt seit über zehn Jahren aktiv an einer Vernetzung des rechten Millieus. Hierbei zielt er nicht auf den klassischen Stiefel-Nazi ab, sondern vor allem auf Autor*innen, Publikationen und Vertreter*innen rechts-konservativer und verschwörungstheoretischer Kreise. Die Konferenzen, die sein COMPACT- Magazin verantaltet, sindTeil jener Vernetzungsversuche. Auf einer Konferenz in Leipzig sprachen im vergangenen Jahr unter anderem Redner*innen wie Thilo Sarrazin und Elena Misulina, die Präsidentin des Familienausschusses der russischen Duma. Thema der Konferenz war die Agitation gegen die Homoehe und Homosexualität im Allgemeinen. Misulina war federführend an dem Gesetz gegen „Homo-Propaganda” in Russland beteiligt. Das Gesetz stellt die Aufklärung über Homo- und Transsexualität gegenüber Jugendlichen unter Strafe und untersagt beispielsweise das Küssen nicht-heterosexueller Paare im öffentlichen Raum. Laut Elena Misulina seien „Homosexuelle auch Menschen… (die) …auf einen extremistischen Gehalt durch die Behörden geprüft werden” sollten. Neuerdings hat Elsässer in der Unterstützung der Berliner „Montagsdemos“ ein weiteres Beschäftigungsfeld gefunden. Diese als Friedensdemonstrationen beworbenen Events ziehen mittlerweile ein breites Spektrum an (Neu-)Rechten an – neben der AfD und den Reichsbürgern auch die NPD – sowie rechte Esoteriker*innen und Verschwörungstheoretiker*innen. Die geplante Veranstaltung am 14. Mai ist zudem bereits die zweite Zusammenarbeit zwischen Elsässer und der AfD. Bereits am 24. April fand im “Alten Krug” (Dahlem) ein Diskussionsabend zum gleichen Thema statt – ohne nennenswerten Protest. Auch der Veranstaltungsort für Elsässers aktuell bevorstehenden Vortrag ist nicht zufällig gewählt. Vielmehr scheint die AfD ein gerngesehener Gast im Restaurant “Schönholzer Heide” zu sein, der die Räumlichkeiten bereits des Öfteren für Veranstaltungen genutzt hat. So fand beispielsweise in besagtem Lokal am 18. September 2013 bereits eine Wahlkampfveranstaltung der Partei statt.

via indymedia: 14.5.Jürgen Elsässer & AfD-Veranstaltung

AfD-Mitglieder geben das Parteibuch zurück

Vor einem Jahr waren sie so hoffnungsvoll: zwei Aussteiger aus der Partei Alternative für Deutschland. Nun sind sie gemeinsam mit dem halben Kreisverband Altenburg aus der Partei ausgetreten. Sie werfen der AfD in Thüringen vor, sektenähnlich, diktatorisch und autoritär zu sein. Der Weg zu den AfD-Aussteigern führt durch ein Autohaus. Sieghardt Rydzewski, bis vor zwei Wochen einer der bekanntesten Köpfe der Partei in Thüringen, verkauft drei Tage in der Woche LKWs. Hier in Ost-Thüringen war er zwölf Jahre lang Landrat, die Hälfte der Zeit für die SPD, die andere parteilos. Rydzewski ist ein massiger Typ mit fast kahl geschorenem Kopf. Einer, der nicht zu unnötigen Kompromissen neigt. Wenn dem Reporter der Computer zu laut brummt, dann drückt Rydzewski einfach den Aus-Knopf. Stille. “Die Partei ist in sich zerrissen. Die Partei ist kurz davor, auseinanderzufliegen und alles andere als in Thüringen eine Alternative.” “Die Fragen waren richtig, die die AfD gestellt hat. Die Partei ist für mich die falsche Antwort.” Neben Rydzewski sitzt Lutz Eichler. Kleiner, schmaler, ein Psychologe. Die beiden sind Nachbarn. Vor zwei Wochen sind sie gemeinsam mit dem halben Kreisverband Greiz-Altenburg aus der AfD ausgetreten. Die Partei sei sektenähnlich, diktatorisch, autoritär, schimpfen sie. Und warnen die Wähler ausdrücklich davor, die AfD zu wählen.  (…) Seit Monaten rumort es in der Thüringer AfD. Auf Parteitagen geht es – freundlich gesagt – “lebendig” zu, die Kreisverbände misstrauen sich gegenseitig, Brandbriefe gehen hin und her. Die zweite Landessprecherin wirft entnervt das Handtuch. Und dann gibt es da einen Mann, der die Partei in Thüringen endgültig spaltet: der Landessprecher der AfD, Matthias Wohlfarth. Ein frommer Mann, der das Abendland in Gefahr sieht: “Von wegen Frieden durch den Euro – das Gegenteil ist der Fall! Wir gehen auf bürgerkriegsähnliche Zustände zu! Wir sehen die fehlgelenkte Integrations- und Einwanderungspolitik. Die Früchte: Parallelgesellschaften mit Paralleljustizen, mit Blut, was da fließt, was wir schon gar nicht mehr veröffentlichen in Zeitungen – die Fakten würden uns zu sehr erschrecken.” In einem Interview mit dem Deutschlandradio zeigte Wohlfarth Verständnis für Gewalt gegen Ausländer. Er hielt eine ausländerskeptische Haltung in Deutschland für “biologisch normal”, den Islam für das Problem und das Christentum für die Lösung.

via mdr: AfD-Mitglieder geben das Parteibuch zurück

„Ohne Originale handlungsunfähig“ – Hessens #AfD mit buchhalterischen Problemen

Die AfD will auf einem #Landesparteitag neuen Schwung für den #Europawahlkampf holen. Journalisten müssen aber vor verschlossenen Türen warten. Parteichef #Lucke spricht über das Coming-out von Hitzlsperger, nicht aber über Personalprobleme. Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat ihren Landesparteitag am Samstag in Gießen in Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten. Während einer Aussprache über die Querelen der vergangenen Monate wurden alle Medienvertreter auf Vorschlag von AfD-Sprecher Bernd Lucke von der Veranstaltung ausgeschlossen. „Ich möchte nur Mitglieder schützen, die es nicht gewöhnt sind, vor Kameras zu sprechen“, sagte Lucke zur Begründung. Während der nichtöffentlichen Sitzung, deren Wortlaut dieser Zeitung vorliegt, wurde das Vorgehen des Bundesvorstandes gegen den früheren Landesschatzmeister Peter Ziemann von einzelnen Mitgliedern scharf kritisiert. Ziemann hatte sich nach Meinung von Lucke „verfassungswidrig“ geäußert und war seines Amtes enthoben worden. Ein Mitglied bezeichnete das Vorgehen gegen Ziemann als „Hetzjagd“. Man wolle Ziemann nicht an Worten, sondern an Taten messen. Ein anderer sagte, man dürfe Parteifreunde nicht als „Rechtsextreme“ brandmarken, dies sei die „Argumentation des Feindes“. In der nichtöffentlichen Aussprache zur Amtsenthebung des früheren Landessprechers Volker Bartz, der zugegeben hatte, unrechtmäßig einen Doktortitel zu führen, wurden buchhalterische Probleme der Partei bekannt. So hatte Bartz der Staatsanwaltschaft offenbar am 14. Dezember einen Ordner mit sämtlichen Abrechnungsunterlagen des Landesverbandes übergeben – mit der Bitte um „Überprüfung“ von Unterschlagungsvorwürfen. Die Erstellung eines Rechenschaftsberichts sei ohne die Originale unmöglich, man sei „handlungsunfähig“, so ein Mitglied. Zum neuen Landesschatzmeister wurde am Samstag Arnd Frohne gewählt, zur Nachfolgerin von Bartz bestimmten die Mitglieder Joana Cotar.

via faz: „Ohne Originale handlungsunfähig“ – Hessens AfD mit buchhalterischen Problemen

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 777 other followers