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Zeuge belastet Tino Brandt

Das Bundeskriminalamt geht neuen Hinweisen zu den NSU-Verbindungen des Neonazis und Ex-V-Manns Tino Brandt nach. Das meldet der Sender MDR Thüringen. Nach Informationen des MDR hat ein Zeuge beim Bundeskriminalamt ausgesagt, Brandt habe ihm erzählt, dem Trio ein Wohnmobil besorgt zu haben. Außerdem sollen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe mindestens ein weiteres Wohnmobil irgendwo in Deutschland als alternatives Fluchtfahrzeug abgestellt haben. An welchen Orten, so der Sender, konnte er allerdings nicht sagen. Der Zeuge soll außerdem zu Protokoll gegeben haben, Brandt habe gesagt, dass er bis zum Schluss Kontakte zum Trio gehabt habe. Die Bundesanwaltschaft bestätigte laut MDR, dass sie diesen Hinweisen nachgehe. Die Informationen stammen aus dem aktuellen Verfahren der Staatsanwaltschaft Gera gegen Brandt wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch und Zuhälterei, so der Sender

via np coburg: Zeuge belastet Tino Brandt

Rechtsextremer #Terror – Sehr viel mehr #Opfer als bisher bekannt

Nach dem #NSU -Schock hatte die #Bundesregierung das #BKA damit beauftragt, ungeklärte Verdachtsfälle auf einen rechtsextremen Hintergrund zu überprüfen. Es zeigt sich: Möglicherweise wurden hunderte Menschen Opfer rechter Gewalt, weit mehr als bisher offiziell angegeben. Die Zahlen wirken monströs: Rechte Täter haben seit der Wiedervereinigung möglicherweise 746 vollendete und versuchte Tötungsverbrechen begangen. Dabei starben 849 Menschen oder wurden lebensgefährlich verletzt. So lautet das vorläufige Ergebnis einer Prüfung, mit der das Bundesinnenministerium Ende 2011 dass Bundeskriminalamt beauftragt hatte – als Reaktion auf den NSU-Schock. Die „Arbeitsgruppe Fallanalyse“ nahm sich damals tausende Delikte vor. Die jetzt bekannt gewordenen Zahlen wurden aus 3300 Fällen destilliert. Auch wenn die Untersuchung weitergeht, zeichnet sich ab, dass die bisherigen Angaben der Polizei zu rechten Tötungsdelikten hinter der Realität zurückbleiben. Die Bundesregierung hatte zuletzt 63 Todesopfer rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung gemeldet. Nun halten Sicherheitsexperten mehrere hundert für denkbar. (…) Unter den 746 Fällen mit 849 Opfern, die das Innenministerium jetzt für die Zeit von 1990 bis 2011 vorläufig nennt, sind auch Tote, die der Tagesspiegel gemeinsam mit der „Zeit“ im Jahr 2010 genannt hatte. Die neuen Zahlen setzen sich zusammen aus vollendeten oder versuchten Tötungsdelikten, bei denen keine Tatverdächtigen bekannt sind, sowie aus Verbrechen mit verurteilten Tätern, Angeklagten oder Beschuldigten. Wie lückenhaft die bisher von der Regierung genannte Zahl von 63 Todesopfern rechter Gewalt ist, zeigt exemplarisch ein spektakulärer Fall aus NRW. Im Oktober 2003 erschoss in Overath ein Neonazi einen Anwalt, dessen Frau und die Tochter. Das Landgericht Köln verurteilte den Täter Ende 2004 zu lebenslanger Haft und bescheinigte ihm eine besondere Schwere der Schuld. Im Urteil wird das rechtsextreme Motiv detailliert beschrieben. Der Täter habe „im Sinne seiner nationalsozialistischen Ideologie“ den Anwalt als „Hochverräter“ getötet, heißt es. Doch das Verbrechen gilt bis heute als unpolitische Tat. Wird rechte Gewalt weniger stark verfolgt als linksextreme? Der RAF-Terror war für die Sicherheitsbehörden der alten Bundesrepublik lange die größte Herausforderung – obwohl auch militante Rechtsextremisten mörderische Anschläge verübten. Nach 1990 überraschte die Polizei gerade in Ostdeutschland die Wucht der rechten Straßengewalt. Und manche Polizisten, die sich besonders im Kampf gegen braune Kriminalität engagierten, wurden von Vorgesetzten zurückgepfiffen – in falscher Sorge um den Ruf des Landes, sollte das ganze Ausmaß rechter Gewalt klar werden. Die Polizei muss sich zudem fragen lassen, ob sie Gefahren richtig gewichtet hat. Linksextremisten haben seit 1990 laut Bundeskriminalamt drei Menschen getötet. Ein Bruchteil dessen, was Rechtsextremisten zu verantworten haben.

via tageszeitung: Rechtsextremer Terror – Sehr viel mehr Opfer als bisher bekannt

siehe auch: Noch mehr Nazimorde. Bundeskriminalamt sieht bei Hunderten Schwerverbrechen mögliche rechtsextreme Täterschaft. Fälle werden neu aufgerollt. Neonazis haben in Deutschland mit hoher Wahrscheinlichkeit weit mehr Morde und andere schwere Gewalttaten begangen, als bisher offiziell zugegeben wurde. Das ist jetzt zumindest auch halbamtlich. Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Sicherheitsbehörden der Bundesländer halten in 746 Fällen von versuchten bzw. vollzogenen Tötungsdelikten, die in der Vergangenheit als »unpolitisch« eingestuft wurden, eine Neueinschätzung für angezeigt, weil Anhaltspunkte »für eine mögliche politische rechte Tatmotivation« vorliegen. Das berichtete am Mittwoch die Neue Osnabrücker Zeitung. Amtliche Ergebnisse sollen aber frühestens in einem halben Jahr vorliegen; Noch weit mehr Opfer von Neonazi-Gewalt? Bis zum Herbst 2011 hat es offiziell keinen Rechtsterrorismus in Deutschland gegeben. Zudem ging die Bundesregierung von weniger als 50 Todesopfern durch Neonazi-Gewalt seit 1990 aus. Nach dem Bekanntwerden des NSU-Terrors überprüfen Ermittler ungeklärte Tötungsdelikte. Das Ergebnis könnte eine neue Dimension der rechtsextremen Gewalt offenbaren. (…) Für das zweite Quartal 2014 kündigte der Sprecher laut “Neuer OZ” eine Überprüfung an, ob auch weitere ungeklärte Verbrechen noch einmal durchleuchtet werden. Dies könnten beispielsweise Banküberfälle oder aber Sprengstoffanschläge sein.

Selber Waffenlieferant – NSU liefert Revolver an Schlapphutbande

Treffen in der Bezirksstaatsanwaltschaft Koszalin in Polen: Der eine kommt direkt aus dem Gefängnis. Es ist der Logistikchef der Schlapphutbande, lange Jahre Deutschlands gefährlichste Bankräuber. Die anderen sind vom Bundeskriminalamt und der Bundesanwaltschaft. Sie ermitteln gegen den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), lange Jahre Deutschlands gefährlichstes Mörder-Trio. Was sie hören, stellt die Verbindung her zwischen NSU und Bankräubern. Beide sollen den selben Waffenlieferanten gehabt haben: NPD-Mann Ralf Wohlleben. Das behauptet Krzysztof Szafranski, Logistikchef der Schlapphüte. Der 42-Jährige sitzt in Wierzchowo, Westpommern (Polen), im Gefängnis, nachdem er wegen der Schießerei am 3. August 2005 in der Goetheallee vom Landgericht Göttingen zu zwölfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. Damals hatten er und ein Mittäter nach einem Bankraub in Wieda (Harz) auf der Flucht in Göttingen ein Auto geraubt und auf einen Mann aus Frankfurt geschossen, der lebensgefährlich am Kopf getroffen wurde. Im März haben die NSU-Ermittler in Polen den Inhaftierten aufgesucht. Das Protokoll dieser Vernehmung liegt dem Tageblatt vor. Es enthält Brisantes. So schildert Szafranski detailliert, wie er Anfang 2004 mit einem anderen Mitglied der Räuberbande in Jena eine Schusswaffe besorgte – einen spanischen Astra-Trommelrevolver, eingetauscht gegen ein Gerät, das an VW-Fahrzeugen die elektronische Wegfahrsperre überwindet. Szafranski werden Lichtbilder vorgelegt. Er tippt auf Nummer 29, das Foto von Ralf Wohlleben, der als Waffenlieferant des Mördertrios Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe in München als Mitangeklagter im NSU-Prozess sitzt. „Ich bin mir zu hundert Prozent sicher“, sagt Szafranksi und begründet, warum er so sicher ist. Mundlos und Böhnhardt kenne er aber nicht.

via göttinger tageblatt: Selber Waffenlieferant – NSU liefert Revolver an Schlapphutbande

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism:
Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS)
Dossier: Kategorie NSUhttp://bit.ly/ths-nsu

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