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NPD-Chef Apfel legt Ämter nieder

Der Chef der NPD, Holger Apfel, tritt zurück. Grund soll eine schwere Erkrankung sein. Apfels Vorgänger, Udo Voigt, erklärte, er wäre bereit, erneut das Amt zu übernehmen.  “Holger Apfel ist heute Vormittag krankheitsbedingt von seinem Amt als Parteivorsitzender und Vorsitzender der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag zurückgetreten. Das Parteipräsidium wird am kommenden Sonntag in einer Sondersitzung über notwendige Schritte beraten.” Diese Mitteilung hat die NPD am Vormittag veröffentlicht. Zuvor lagen entsprechende Informationen bereits dem NDR und Spiegel Online vor. Der NPD-Abgeordnete Jürgen Gansel sagte der SZ, es gehe “in Richtung Burn-out”. Allerdings ist aus gut informierten Kreisen zu vernehmen, dass es auch einen anderen Grund geben könnte.

via publikative: NPD-Chef Apfel legt Ämter nieder

anm dokmz: Der Relevanz entsprechend verzichten wir hier auf weitere Artikel über den braunen Apfel – das wesentliche ist gesagt.

Die NPD vor dem Superwahljahr 2014

Die NPD steht vor einem wichtigen Wahljahr. Doch gegen den Parteivorsitzenden Holger Apfel laufen immer mehr Führungskader Sturm. Nun soll auch noch der Grafiker der Parteizeitung ausgestiegen sein. Angeblich hat er die Druckvorlagen der Parteizeitung gleich mitgenommen. Große Hoffnungen liegen für die NPD im Superwahljahr 2014. Die Europawahl, drei Landtagswahlen und mehrere kommunale Urnengänge machen das kommende Jahr wieder mal zu einem „Schicksalsjahr“ für die Partei und wohl vor allem ihren Vorsitzenden Holger Apfel. Doch trotz aller Versuche, endlich Ruhe in die eigenen Reihen zu bringen, scheint Apfel die Partei von den Führungsposten aus zu zerfallen.  Anlass war zunächst die Ankündigung der Kandidatur des bayerischen Landesvorsitzenden und stellvertretenden Bundesvorsitzenden Karl Richter zum Spitzenplatz für die Europawahl. In einer internen Mail, die die Öffentlichkeit erreichte, übte Richter massiv Kritik an den Führungszirkeln der Partei: Vor allem an der „Clique Marx – Apfel – Pastörs“, wie es in seiner internen Mail heißt. Gemeint waren Peter Marx, Udo Pastörs und Holger Apfel. Richter warf den drei Führungspersonen ein „irrationales Kesseltreiben“ gegen ihn vor und deutete außerdem an, dass ihm demnächst der Posten des Chefredakteurs bei der NPD-Parteizeitung entzogen werden sollte. Seine Aussage war klar: Die Partei werde von oben Schritt für Schritt zerstört. Neben Richter hat sich nun auch der ehemalige Parteivorsitzende Udo Voigt wieder zu Wort gemeldet. (…) Wer nun für die NPD als Spitzenmann in den Europawahlkampf zieht, ist bisher ungeklärt. Doch obwohl erst im Januar ein Parteitag über den NPD-Spitzenkandidaten zur Europawahl entscheiden soll, wirbt die NPD bereits jetzt offiziell mit dem Konterfei von Pastörs und dem Slogan „Europa wählt rechts“. Wie dies in der Parteibasis ankommt, bleibt abzuwarten und wird sich beim Parteitag im Januar zeigen. Als ob all das nicht schon genug wäre, scheint der NPD nun auch noch der Grafiker ihrer Parteizeitung abhandengekommen zu sein. So heißt es in einer persönlichen Erklärung von Uwe Meenen, der als Voigt-Unterstützer gilt, „daß der Grafiker Jochim S., mit dem Holger Apfel bislang vertrauensvoll zusammengearbeitet hat, in ein Aussteigerprogramm des BRD-Systems gewechselt ist“. Und dabei gingen wohl auch die Grafiken und Druckvorlagen verloren, so Meenen weiter.

via publikative:  Die NPD vor dem Superwahljahr 2014

Musik des Hasses

Bereits 2010 tauchte die Mordserie des Zwickauer Terrortrios in Liedtexten auf, in Chemnitz wurde der “Dönerkiller”-Song produziert und ein verdächtiger Freund organisierte Treffen europäischer Neonazis wie das “Fest der Völker”: Das Umfeld von Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe war gut vernetzt mit Skinhead-Bands. Der damalige NPD-Chef Udo Voigt war da und auch Holger Apfel, der mittlerweile sein Nachfolger ist. Zum “Pressefest” der NPD-Zeitung Deutsche Stimme kamen im August 2006 etwa 7000 Rechtsextremisten nach Dresden – wohl vor allem, weil die NPD szenebekannte Bands auftreten ließ. Als Gigi & die Stadtmusikanten spielten, sollen “schön viele ihre Ärmchen gehoben” haben – zum verbotenen Hitlergruß. So notierten es Verfassungsschützer aus Berichten begeisterter Besucher. Hunderte brüllten antisemitische Parolen wie “Eine U-Bahn bis nach Auschwitz”. Gigi, bürgerlich Daniel Giese aus Meppen, fiel später mit einem anderen Lied auf. (…) Gigis Musikanten sollten 2006 auch auf dem “Fest der Völker” in Jena spielen. Diese Treffs europäischer Neonazis organisierte der NPD-Funktionär Ralf Wohlleben mit Hilfe von André K., beide alte Freunde von Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe. Wohlleben sitzt unter dem Verdacht, das Trio unterstützt zu haben, in Untersuchungshaft. Auf seinen Festivals spielten Bands, die “Blood & Honour” (B&H) zuzurechnen waren. Zu diesem Netzwerk neonazistischer Skinhead-Bands zählte auch Gieses Band Stahlgewitter, ehe B&H im Jahr 2000 verboten wurde. (…) Auf Hammerskin-Konzerten sang auch Gigi. Seine CD “Adolf Hitler lebt” mit dem zynischen “Dönerkiller”-Song hat das Rechtsrock-Label PC Records in Chemnitz produziert, das Verfassungsschützer als “im wahrsten Sinne tonangebend” in der Hammerskin-Szene ansehen und dessen Betreiber Yves R. auf Wohllebens Neonazi-Festivals geworben hat. In die Chemnitzer Szene führt eine direkte Spur des untergetauchten Trios (…) Thomas G. aus Altenburg gilt neben Maik Scheffler, dem Landesvize der Sachsen-NPD, als führender Kopf der regionalen Hammerskins. Der vorbestrafte Neonazi ist gut bekannt mit Wohlleben und André K. Er hat auch gute Kontakte nach Zwickau, wo die Terrorzelle lebte. Einen Kern der dortigen Neonaziszene bildete die Band Eternal Bleeding aus Altenburg. Auch sie zählt zum Hammerskin-Netzwerk. Eine ihrer CDs wurde von der Ludwigshafener Firma Gjallarhorn Klangschmiede produziert. Deren Chef Malte R. gilt als oberster Hammerskin-Mann in der “Westmark” und ist mit den Kameraden im Osten gut vernetzt. Auf Fotos posiert er im Hammerskin-Shirt gemeinsam mit Thomas G. In einem von linken Aktivisten gehackten Internetforum des neonazistischen Aktionsbüros Rhein-Neckar chattete er auch mit Leuten aus dem Jenaer Umfeld des untergetauchten Trios. André K. war auf diesen Seiten dabei, aber auch Nicole S., die einst unter dem Vorsitzenden Wohlleben im Jenaer NPD-Kreisvorstand saß und den Verhafteten nun als Rechtsanwältin vertritt

via sz: Musik des Hasses

siehe auch: Selbstmord der Rechtsterroristen Mundlos und Böhnhardt – Rätselhafte letzte Sekunden im Wohnmobil. Als sich die Polizisten dem Caravan der Zwickauer Terrorzelle näherten, soll der Neonazi Uwe Mundlos zuerst seinen Komplizen Uwe Böhnhardt und dann sich selbst erschossen haben. Doch nun prüfen die Ermittler eine andere Variante. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Mundlos seinen Komplizen versehentlich erschossen hat; Rechte Juristin gekündigt. Die Recherche der Kontext:Wochenzeitung über Juristen am rechten Rand hat zu heftigen Reaktionen geführt. Ein badischer CDU-Mann trennte sich von rechten Szeneanwälten. Seine Kollegin mit NPD-Vergangenheit durfte zunächst bleiben. Donnerstag Abend wurde auch der Juristin mit der braunen Vergangenheit gekündigt.

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

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