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Verfassungsschutz hatte über V-Mann Kontakt zu Zwickauer Zelle

Ein V-Mann lieferte dem Thüringer Verfassungsschutz in den neunziger Jahren nach Informationen des SPIEGEL Details über den Neonazi Uwe Böhnhardt. Der Mann stand mit Böhnhardt in direktem Kontakt. Wenig später warb die Zwickauer Terrorzelle offenbar um Mitstreiter. Der Verfassungsschutz hatte über einen V-Mann direkten Kontakt zu einem der untergetauchten thüringischen Neonazi-Terroristen. Im März 1999, mehr als ein Jahr nach seinem Verschwinden, meldete sich Uwe Böhnhardt bei dem rechtsextremen Aktivisten Tino Brandt, den das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz damals unter dem Decknamen “Otto” als Quelle führte. In einem Telefonat am 8. März 1999 gegen 18 Uhr bat Böhnhardt den V-Mann um Hilfe. Außerdem beschwerte sich der untergetauchte Rechtsextremist über die Unzuverlässigkeit anderer Helfer. So sei der Jenaer Neonazi André K. ein “Kameradenschwein”, schimpfte Böhnhardt, weil von dem Geld, das für das Trio gesammelt worden sei, nur ein Bruchteil angekommen sei. In dem Gespräch bot Tino Brandt den Neonazis offenbar auch weitere Hilfe bei der Beschaffung von Pässen an. Laut einem geheimen Gesprächsprotokoll des V-Manns soll Böhnhardt allerdings geantwortet haben, die Gruppe verfüge bereits über Pässe. Brandt war führender Kopf der rechtsextremen Gruppe Thüringer Heimatschutz, der auch Uwe Mundlos, Beate Zschäpe und Böhnhardt angehörten. Er wurde 2001 als V-Mann enttarnt. Böhnhardt avisierte dem V-Mann nach Informationen des SPIEGEL zudem den Anruf des Szene-Rechtsanwalts Hans-Günter Eisenecker, damals Bundesvize der NPD, Landesvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern und NPD-Justitiar. Wenn Eisenecker das Codewort “19 Uhr” benutze, solle Brandt umgehend einen anderen Unterstützer, Ralf Wohlleben, benachrichtigen. Der Anwalt starb im Jahr 2003. Unklar ist, warum es den Verfassungsschützern damals nicht gelang, Böhnhardt dingfest zu machen. Offenbar hatten es die Geheimen versäumt, eine Telefonüberwachung bei ihrem V-Mann einzurichten. Der berichtete den Verfassungsschützern seinerzeit zwar von dem Gespräch, aber mit zeitlicher Verzögerung – Böhnhardt blieb verschwunden. Er erschoss sich am 4. November 2011 gemeinsam mit Uwe Mundlos in einem Wohnwagen, nachdem sie eine Bank überfallen hatten und ihnen Polizisten auf die Spur gekommen waren.

via spon: Verfassungsschutz hatte über V-Mann Kontakt zu Zwickauer Zelle

siehe auch: Deutsches Neonazi-Netzwerk Jeder kennt jeden. nach der Entlarvung der Zwickauer Terror-Zelle wird deutlich: Dort, wo das Trio mordete, gibt es gewaltbereite Neonazi-Gruppen. Deutschlandweit scheint die rechte Szene besser vernetzt zu sein als bisher vermutet. Vor allem Kameradschaften stehen im Verdacht, gezielt gewaltbereite Jugendliche aufzunehmen. So fanden auch verurteilte Straftäter immer wieder den Weg zurück in rechtsextreme Kreise. Erstaunlich sind die guten Verbindungen vieler Gruppen zur NPD; V-Mann soll 1999 mit Neonazi-Trio telefoniert haben. Ein früher als V-Mann für den Thüringischen Verfassungsschutz tätiger Rechtsextremist soll einem “Spiegel”-Bericht zufolge 1999 auch persönlich mit einem Mitglied des untergetauchten Zwickauer Neonazi-Trios telefoniert haben. Der Rechtsterrorist Uwe Böhnhardt habe den V-Mann Tino B. am 8. März 1999 um Hilfe gebeten, berichtete das Magazin unter Berufung auf ein geheimes Gesprächsprotokoll des V-Manns. Dieser habe dem Verfassungsschutz aber erst “mit zeitlicher Verzögerung” von dem Gespräch mit dem damals bereits gesuchten Böhnhardt berichtet. B. war früher unter dem Decknahmen “Otto” als Informant für den Verfassungsschutz tätig. Er soll nach Abtauchen des Neonazi-Trios von Böhnhardt und seinen Mittätern Uwe Mundlos und Beate Zschäpe Spendensammlungen in der Szene organisiert und mit rechtsextremen Gesinnungsfreunden aus Jena in Kontakt gestanden haben, die nach früheren Berichten wiederum direkten Zugang zu den Terroristen gehabt haben sollen; Ermittler organisierte Spenden für rechte Szene – V-Mann hatte Kontakt zu Neonazi-Terrorist. Ein früher als V-Mann für den Thüringischen Verfassungsschutz tätiger Rechtsextremist soll 1999 auch persönlich mit einem Mitglied des untergetauchten Zwickauer Neonazi-Trios telefoniert haben; “Spiegel”: Terrortrio kontaktierte NPD-Funktionäre. Das Neonazi-Terrortrio soll nach einem Bericht des “Spiegel” nach seinem Untertauchen mehrere NPD-Funktionäre als Kontaktleute genutzt haben. Im März 1999 habe sich der 1998 untergetauchte Uwe Böhnhardt telefonisch beim Kopf des “Thüringer Heimatschutz” und späteren NPD-Landesvize Tino Brandt gemeldet, berichtete das Magazin. Für 1999 wird er als NPD-Landespressesprecher genannt. Böhnhardt habe um Geld gebeten und sich über die Unzuverlässigkeit anderer Helfer beschwert. Außerdem habe Böhnhardt einen Anruf des Rechtsanwalts und damaligen NPD-Bundesvize Hans-Günter Eisenecker angekündigt, der als Justiziar für die Partei gearbeitet habe. Wenn Eisenecker das Codewort “19 Uhr” benutze, solle Brandt den Jenaer Neonazi Ralf Wohlleben kontaktieren.

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

Mutmaßlicher Helfer des Neonazi-Terror-Trios festgenommen

Beschuldigter soll Bekenner-DVD hergestellt haben. Die Bundesanwaltschaft hat einen weiteren mutmaßlichen Unterstützer der rechtsterroristischen Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) festnehmen lassen. Bei dem Beschuldigten handelt es sich um den 32-jährigen Andre E. aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark, wie die Behörde mitteilte. Andre E. ist demnach dringend verdächtig, den Propagandafilm hergestellt zu haben, mit dem sich die NSU zu den Morden an neun Migranten und einer Polizistin in Heilbronn bekannt hat.

via nürnberger nachrichten: Mutmaßlicher Helfer des Neonazi-Terror-Trios festgenommen

siehe auch: Bundesanwaltschaft kennt Neonazi-Trio seit 13 Jahren. Das Zwickauer Neonazi-Trio ist den Behörden offenbar schon seit Ende der 90er-Jahre bekannt. Damals seien sie wegen Sprengstoffbesitzes aufgefallen, heißt es in einem Medienbericht. Und: Hinweise auf ihren Aufenthaltsort gibt es seit 2002 wieder. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat sich einem Medienbericht zufolge bereits im Jahr 1998 mit dem Zwickauer Neonazi-Trio befasst. Die Bundesanwaltschaft sei eingeschaltet worden, nachdem Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos mit Sprengstoff erwischt worden seien, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“; GSG 9 fasst weiteren Terror-Verdächtigen. Polizisten der Elitetruppe GSG 9 nehmen einen 32-Jährigen aus Brandenburg fest. Er hat offenbar mitgeholfen, die Filme der rechtsextremen Terror-Vereinigung NSU zu produzieren. Ein weiterer mutmaßlicher Neonazi-Terrorist ist am Donnerstag in Brandenburg festgenommen worden: Der 32 Jahre alte Andre E. wird beschuldigt, in zwei Fällen die terroristische Vereinigung “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) unterstützt zu haben. Beamte der Anti-Terror-Einheit GSG 9 fassten den 32-Jährigen am Morgen im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Laut Bundesanwaltschaft durchsuchen Beamte der Polizei und des Bundeskriminalamts seine Wohnung in Zwickau sowie drei weitere Wohnungen in Dresden und Jena. (…) Im Mai 2009 soll der Beschuldigte den NSU-Mitgliedern Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe außerdem ermöglicht haben, auf ihn und seine Ehefrau ausgestellte Ermäßigungskarten der Deutschen Bahn AG zu nutzen.

nb: bereits am 19.11. war André E. genannt; vgl. Verfassungsschutz führte drei V-Leute im Umfeld des Terror-Trios. Neue Erkenntnisse bei den Ermittlungen zur Zwickauer Terrorzelle: Nach SPIEGEL-Informationen hatte der Verfassungsschutz mindestens drei V-Leute in die Umgebung des Neonazi-Trios eingeschleust. Auch der Kreis der Unterstützer war offenbar größer als zunächst angenommen. (…) Bei der Erstellung des Films, mit dem sich die Terrorgruppierung „Nationalsozialistischer Untergrund“ zu insgesamt zehn Morden bekennt, hat möglicherweise der Zwickauer André E. geholfen. In der Wohnung des Neonazi-Trios fand sich ein Flugblatt seiner Firma Aemedig, die unter anderem Expertise in Videobearbeitung besitzen soll

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

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