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Rechtsextremer #Terror – Sehr viel mehr #Opfer als bisher bekannt

Nach dem #NSU -Schock hatte die #Bundesregierung das #BKA damit beauftragt, ungeklärte Verdachtsfälle auf einen rechtsextremen Hintergrund zu überprüfen. Es zeigt sich: Möglicherweise wurden hunderte Menschen Opfer rechter Gewalt, weit mehr als bisher offiziell angegeben. Die Zahlen wirken monströs: Rechte Täter haben seit der Wiedervereinigung möglicherweise 746 vollendete und versuchte Tötungsverbrechen begangen. Dabei starben 849 Menschen oder wurden lebensgefährlich verletzt. So lautet das vorläufige Ergebnis einer Prüfung, mit der das Bundesinnenministerium Ende 2011 dass Bundeskriminalamt beauftragt hatte – als Reaktion auf den NSU-Schock. Die „Arbeitsgruppe Fallanalyse“ nahm sich damals tausende Delikte vor. Die jetzt bekannt gewordenen Zahlen wurden aus 3300 Fällen destilliert. Auch wenn die Untersuchung weitergeht, zeichnet sich ab, dass die bisherigen Angaben der Polizei zu rechten Tötungsdelikten hinter der Realität zurückbleiben. Die Bundesregierung hatte zuletzt 63 Todesopfer rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung gemeldet. Nun halten Sicherheitsexperten mehrere hundert für denkbar. (…) Unter den 746 Fällen mit 849 Opfern, die das Innenministerium jetzt für die Zeit von 1990 bis 2011 vorläufig nennt, sind auch Tote, die der Tagesspiegel gemeinsam mit der „Zeit“ im Jahr 2010 genannt hatte. Die neuen Zahlen setzen sich zusammen aus vollendeten oder versuchten Tötungsdelikten, bei denen keine Tatverdächtigen bekannt sind, sowie aus Verbrechen mit verurteilten Tätern, Angeklagten oder Beschuldigten. Wie lückenhaft die bisher von der Regierung genannte Zahl von 63 Todesopfern rechter Gewalt ist, zeigt exemplarisch ein spektakulärer Fall aus NRW. Im Oktober 2003 erschoss in Overath ein Neonazi einen Anwalt, dessen Frau und die Tochter. Das Landgericht Köln verurteilte den Täter Ende 2004 zu lebenslanger Haft und bescheinigte ihm eine besondere Schwere der Schuld. Im Urteil wird das rechtsextreme Motiv detailliert beschrieben. Der Täter habe „im Sinne seiner nationalsozialistischen Ideologie“ den Anwalt als „Hochverräter“ getötet, heißt es. Doch das Verbrechen gilt bis heute als unpolitische Tat. Wird rechte Gewalt weniger stark verfolgt als linksextreme? Der RAF-Terror war für die Sicherheitsbehörden der alten Bundesrepublik lange die größte Herausforderung – obwohl auch militante Rechtsextremisten mörderische Anschläge verübten. Nach 1990 überraschte die Polizei gerade in Ostdeutschland die Wucht der rechten Straßengewalt. Und manche Polizisten, die sich besonders im Kampf gegen braune Kriminalität engagierten, wurden von Vorgesetzten zurückgepfiffen – in falscher Sorge um den Ruf des Landes, sollte das ganze Ausmaß rechter Gewalt klar werden. Die Polizei muss sich zudem fragen lassen, ob sie Gefahren richtig gewichtet hat. Linksextremisten haben seit 1990 laut Bundeskriminalamt drei Menschen getötet. Ein Bruchteil dessen, was Rechtsextremisten zu verantworten haben.

via tageszeitung: Rechtsextremer Terror – Sehr viel mehr Opfer als bisher bekannt

siehe auch: Noch mehr Nazimorde. Bundeskriminalamt sieht bei Hunderten Schwerverbrechen mögliche rechtsextreme Täterschaft. Fälle werden neu aufgerollt. Neonazis haben in Deutschland mit hoher Wahrscheinlichkeit weit mehr Morde und andere schwere Gewalttaten begangen, als bisher offiziell zugegeben wurde. Das ist jetzt zumindest auch halbamtlich. Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Sicherheitsbehörden der Bundesländer halten in 746 Fällen von versuchten bzw. vollzogenen Tötungsdelikten, die in der Vergangenheit als »unpolitisch« eingestuft wurden, eine Neueinschätzung für angezeigt, weil Anhaltspunkte »für eine mögliche politische rechte Tatmotivation« vorliegen. Das berichtete am Mittwoch die Neue Osnabrücker Zeitung. Amtliche Ergebnisse sollen aber frühestens in einem halben Jahr vorliegen; Noch weit mehr Opfer von Neonazi-Gewalt? Bis zum Herbst 2011 hat es offiziell keinen Rechtsterrorismus in Deutschland gegeben. Zudem ging die Bundesregierung von weniger als 50 Todesopfern durch Neonazi-Gewalt seit 1990 aus. Nach dem Bekanntwerden des NSU-Terrors überprüfen Ermittler ungeklärte Tötungsdelikte. Das Ergebnis könnte eine neue Dimension der rechtsextremen Gewalt offenbaren. (…) Für das zweite Quartal 2014 kündigte der Sprecher laut “Neuer OZ” eine Überprüfung an, ob auch weitere ungeklärte Verbrechen noch einmal durchleuchtet werden. Dies könnten beispielsweise Banküberfälle oder aber Sprengstoffanschläge sein.

“Die #Unsterblichen ” – Maskierte #Neonazis ziehen durch #Weißenfels

Eine Gruppe von zehn bis 15 Personen zog am Donnerstagabend durch die Innenstadt von Weißenfels. Vier von ihnen wurden von der #Polizei vorübergehend festgenommen. Neonazi-Gruppen versuchen mit solchen Umzügen immer wieder, auf sich aufmerksam zu machen. Am Donnerstagabend zogen gegen 18.40 Uhr nach Polizeiangaben etwa zehn bis 15 maskierte Personen mit Fackeln durch die Weißenfelser Innenstadt. Die alarmierte Polizei konnte vier von ihnen vorübergehend festnehmen. Dabei handelt es sich um zwei junge Frauen im Alter von 18 Jahren und zwei Männer im Alter von 26 und 35 Jahren.

via mz web: “Die Unsterblichen” – Maskierte Neonazis ziehen durch Weißenfels

Schläger von Pömmelte macht weiter

Türkischer Imbissbesitzer im sächsischen Bernburg lebensgefährlich verletzt. Im September schlugen Nazis in Bernburg (Sachsen-Anhalt) einen türkischen Imbissbesitzer lebensgefährlich zusammen. Einer der Täter ist ein bekannter Wiederholungstäter. A. Erkut lebt seit 13 Jahren in Bernburg, hier betreibt er zusammen mit seinem Bruder ein Schnellrestaurant am Bahnhof des Ortes. Als er am 21. September gegen 21.30 Uhr seinen Laden abschließen will, attackiert ihn eine neunköpfige Gruppe Neonazis. Aufgrund der schweren Verletzungen lag A. Erkut mehrere Wochen auf der Intensivstation im künstlichen Koma. Die Polizei nahm neun Tatverdächtige fest, behielt jedoch nur drei von ihnen in Haft, obwohl Zeugen einen gemeinschaftlichen Angriff durch die gesamte Gruppe bestätigten. Viele der Nazis stammen aus dem nahe gelegenen Schönebeck, so auch Francesco L., der als zentrale Figur innerhalb der Schönebecker Kameradschaftsszene gilt. Augenzeugen bestätigten, den Nazischläger am Abend des Angriffs in der Angreifergruppe gesehen zu haben. Der heute 28-Jährige geriet vor einigen Jahren als Haupttäter im sogenannten »Pömmelte Prozess« bundesweit in die Schlagzeilen. Er und weitere Rechte quälten am 9. Januar 2006 im Schönebecker Nachbarort Pömmelte einen 12-jährigen schwarzen Deutschen. Über eine Stunde lang traten und schlugen sie den Jungen, bedrohten ihn mit einer Gaspistole, zwangen ihn auf Fragen mit »Jawohl, mein Führer« zu antworten und drückten eine glühende Zigarette auf seinem Augenlid aus. Die »Kameradschaft Schönebeck« und der JN-Landesverband distanzierten sich kurz nach dem rassistischen Gewaltexzess von den Tätern. Privatfotos aus dem Jahr 2012, die L. im T-Shirt der Kameradschaft zeigen, sprechen jedoch dafür, dass der »Schläger von Pömmelte« bis heute fester Bestandteil der örtlichen Szene ist. (…) Das brutale Ende des Besäufnisses musste A. Erkut mit lebensgefährlichen Verletzungen bezahlen, die wahrscheinlich bleibende Schäden hinterlassen werden. Nun sind auch dessen Familienmitglieder Ziel rassistischer Bedrohungen. Zwei Wochen nach dem Angriff in Bernburg wurde sein Neffe mit Softair-Waffen beschossen, als er sein Restaurant in Calbe schließen wollte. Seinem Vater sprengte man am selben Wochenende den Briefkasten. Eine Woche darauf sprühten Unbekannte Hakenkreuze und »Neger«-Parolen an die Garage seiner Schwägerin.

via nd: Schläger von Pömmelte macht weiter

siehe auch: Täter von Pömmelte steht erneut vor Gericht (2011). Der Rädelsführer der schweren Misshandlung eines 12-Jährigen in Pömmelte im Januar 2006 steht nach einem rassistischem Angriff auf einen Imbissbetreiber in Schönebeck erneut vor Gericht. Er soll mit anderen Neonazis auf den Türken eingeschlagen haben. Der mutmaßliche Täter stand noch unter Bewährung; 2006: Urteil im Pömmelte-Prozeß Dreieinhalb Jahre Haft für den Haupttäter. 22.05.2006 ·  Knapp fünf Monate nach dem brutalen Angriff auf einen zwölf Jahre alten farbigen Jungen in Pömmelte hat das Amtsgericht in Schönebeck eine dreieinhalbjährige Freiheitsstrafe gegen den Haupttäter verhängt. (…) Der Sohn eines aus Äthiopien stammenden Vaters und einer Deutschen, der im Kinderheim eines Diakonievereins in Pömmelte lebte, war am 9. Januar in einem Bus von vier Jugendlichen beschimpft worden. Die Gruppe habe den Jungen verfolgt, als er aus dem Bus gestiegen sei. Er sei eine Stunde lang bespuckt, geschlagen und mit Springerstiefeln getreten worden. Zudem hätten die Täter ihn gezwungen, ihre Springerstiefel und Turnschuhe abzulecken und auf Fragen mit „Ja, mein Führer“ zu antworten. Der Haupttäter soll den Jungen mit einer Gaspistole bedroht und ihn gewürgt haben, ein anderer soll auf den Kopf des Jungen uriniert haben. Das Opfer sei als „Ausländervieh“, „Nigger“ und „Bimbo“ beschimpft worden. Der Junge hatte bei dem Überfall 34 Verletzungen erlitten, darunter ein Schädel-Hirn-Trauma und einen Nasenbeinbruch.

#Mobilisierung zum „Gedenkmarsch“

Zum fünften Mal in Folge wollen Neonazis am Tag vor dem Totensonntag im rheinland-pfälzischen #Remagen aufmarschieren. Der seit 2009 regelmäßig im November durchgeführte „Gedenkmarsch für die Toten in den alliierten Rheinwiesenlagern“ hatte sich in den ersten drei Jahren zu einem festen Termin im Kalender von Neonazis, auch über die Region hinaus, entwickelt. (bnr.de berichtete) Im vorigen Jahr erschienen allerdings nur noch knapp 160 Neonazis zu der Veranstaltung unter dem Motto „Eine Million Tote rufen zur Tat“. Wichtigster Grund: Acht Monate zuvor waren die führenden Vertreter des „Aktionsbüros Mittelrhein“ unter dem Verdacht, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben, in Untersuchungshaft genommen worden.

via bnr: Mobilisierung zum „Gedenkmarsch“

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