Blog Archives

Klausprüche und Beschimpfungen – Sido kritisiert Rassismus gegen Sinti

Als Kind muss Sido miterleben, wie seine Mutter wegen ihrer Herkunft beleidigt wird. Auch er selbst kämpft gegen Vorurteile. Nun mahnt er deshalb an: Die Deutschen müssen Menschen aus anderen Kulturen mehr entgegenkommen. Der Rapper Sido fordert mehr Offenheit gegenüber Menschen aus anderen Kulturen. Er selbst und seine Familie sei wegen seiner Herkunft immer wieder angefeindet worden. So habe er als Kind miterlebt, wie seine Mutter beschimpft wurde, weil sie eine Sintiza ist. “Es war komplett offener Rassismus”, sagte Sido.

via ntv: Klausprüche und Beschimpfungen – Sido kritisiert Rassismus gegen Sinti

Die Identitären

Wie eine neue Gruppe rechte Ideen scheinbar unpolitisch verpackt.  Rechte Strategen sind ständig auf der Suche nach neuen Verpackungen für ihre immer gleiche Hetze. Eine solche neue Gruppe sind die »Identitären«, die seit einigen Monaten im Internet für Furore sorgen. Gemeinsames Zeichen der Gruppen ist der Buchstabe Lambda aus dem griechischen Alphabet. Mit diesem Buchstaben nutzen die Identitären ein Symbol aus einem Comic von Frank Miller (siehe S. 30) über den Kampf von 300 spartanischen Kriegern gegen eine übermächtige Streitmacht aus Persien. Diese 300, so will es der von ihnen verbreitete Mythos, haben einst den Sieg des Islams in Europa verhindert. Genau das sehen die Identitären heute als ihre selbst auferlegte Aufgabe an. (…) Die erste öffentliche Aktion in Deutschland war am 30. Oktober 2012 die Störung der Eröffnung der »Interkulturellen Woche« in Frankfurt. Enge Verbindungen halten Aktive der Identitären zur German Defence League, zur Partei Pro Deutschland, zur Konservativen Aktion und zum Internetportal »PI-News«. Einer ihrer strategischen Köpfe ist Götz Kubitschek. (siehe S. 24). Er ist seit vielen Jahren politisch aktiv. Im Jahr 2000 gründete er das »Institut für Staatspolitik«. In diesem Institut wird versucht, neurechte Ideologien, wie den Ethnopluralismus, hoffähig zu machen. Zum Umfeld des Instituts gehören die Internetzeitung  »Blaue Narzisse« und der Verlag Edition Antaios. In diesem Geflecht von neurechten Organisationen wird die Identitäre Bewegung gehegt und gepflegt. Götz Kubitschek reiste extra nach Frankreich, um sich mit den dortigen Anführern der Identitären auszutauschen. Die Idee des Ethnopluralismus entstand ebenfalls in den siebziger Jahren in Frankreich. Der Theoretiker der neuen Rechten, Alain de Benoist, vertrat die These, dass es keine biologische Höherwertigkeit von Rassen gibt, sondern sie sich durch ihre Kultur unterscheiden. Diese wird geprägt durch Umwelt und Vererbung. Mit diesem Ansatz hat die »Neue Rechte« versucht, sich vom nationalsozialistischen Denken abzugrenzen. Gemeint haben sie allerdings das Selbe, sie änderten lediglich die Verpackung. (…) Ein weiterer Ansatz, sich unpolitisch zu geben, zeigt sich bei der Sportvereinigung »Sektion Jahn«, die im Internet mit den Identitären verlinkt ist. Bei dieser »Sektion« sollen durch Sport- und Ernährungstips Freizeitsportler angesprochen werden. Im Untertitel wird das Ziel deutlich: »Zur Förderung und Erhaltung unserer traditionellen Sport- und Kulturgemeinschaften«

via antifa: Die Identitären

Privatisierung von Sicherheitsfirmen – Nicht ordentlich behütet

In Frankfurt behandelt die Bahnhofssecurity einen Mann rassistisch. Der Rückzug der Polizei zugunsten des Sicherheitsdienstes ist ein Irrweg.  Auf dem Frankfurter Hauptbahnhof wird ein afrikanisch-stämmiger Jugendlicher von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes der Deutschen Bahn mit dem Schlagstock attackiert, weil er ohne Fahrschein unterwegs gewesen sein soll. So jedenfalls hat es der Grünen-Politiker Daniel Mack am Dienstag öffentlich gemacht. Und da von einem Dementi der Sicherheitsfirma bislang nichts bekannt ist, darf der Vorfall als wahr unterstellt werden. Schon für sich allein genommen ist bei einem solchen Vorgehen gegen einen mutmaßlichen Schwarzfahrer der Ausdruck „drastisch“ ein Euphemismus. Dass jedoch auch Mack, der ebenfalls dunkelhäutig ist, als er den Vorfall mit seinem Mobiltelefon dokumentieren wollte, von einer Mitarbeiterin des Sicherheitsdiensts als „Nigger“ beschimpft wird, der abhauen solle, macht die ganze Angelegenheit zusätzlich pikant – auch für die Security-Leute. Denn Daniel Mack ist in einer privilegierten Position: Als Politiker hat er die Macht der Öffentlichkeit. Die hatte der attackierte 18-Jährige nicht. Wie viele ähnliche Vorfälle mag es also deutschlandweit geben, von denen man schlichtweg nichts erfährt? Im vorliegenden Fall darf von einem rassistischen Hintergrund ausgegangen werden. An dem Frankfurter Vorfall war eine Gruppe von fünf Security-Leuten beteiligt, über die Wortwahl der Kollegin hat sich keiner beschwert. Allen Beschäftigten von privaten Sicherheitsunternehmen nun pauschal fremdenfeindliche Einstellungen unterzuschieben wäre natürlich ebenso falsch wie fatal. Dennoch liegt das Problem sehr tief. Es beginnt bei den überall zu findenden Einsparungen bei der Polizei, die politisch gern als Reform verkauft werden. So war beispielsweise die Bahnpolizei früher einmal Teil des Bundesgrenzschutzes (BGS). Im Zuge der Umwidmung des BGS zu einer Bundespolizei wurde sie aufgelöst. (…) Neben die kurzzeitige und somit schlechte Ausbildung, die miese Bezahlung und den starken Arbeitsdruck tritt seit einiger Zeit jedoch ein tatsächliches, flächendeckendes Problem mit der Fremdenfeindlichkeit. So klagte beispielsweise schon Anfang dieses Jahres das brandenburgische Innenministerium darüber, dass jeder zehnte der dortigen 1.150 aktiven Neonazis in privaten Sicherheitsfirmen arbeiten würde. „Es ist ein besorgniserregendes Phänomen“, ließ sich der Pressesprecher zitieren. In ähnlicher Form besteht das Problem fragwürdiger Personalauswahl quer durch alle Bundesländer.

via taz: Privatisierung von Sicherheitsfirmen – Nicht ordentlich behütet

Prügel für gesellschaftliches Engagement

Während die breite Öffentlichkeit die Ultrakultur meist mit Pyrotechnik und Gewalt verbindet, engagieren sich jugendliche Ultras seit Jahren auch gegen Rassismus und Homophobie – zum Unwillen von Gruppen, die nach rechts offen sind. Die schlagen immer brutaler zurück, wie jüngst in Duisburg.  “Gemeinsam für einen Fußball ohne Rassismus, Diskriminierung und Gewalt!” Dies fordert der DFB in Broschüren, Veranstaltungen und Reden. Doch jugendliche Fußballfans, die diese Forderung in ihrem Alltag lautstark und offensiv umsetzen, leben zunehmend gefährlich. Und werden anschließend auch noch oft allein gelassen. Aachen: Entmutigt zurückgezogen Im Schatten der pauschalisierten Gewaltdebatte der letzten Jahre hat sich in den Fankurven eine Entwicklung vollzogen, die von der Öffentlichkeit erst jetzt registriert wird: antirassistisch orientierte jugendliche Ultras werden von rechtsoffenen Gruppen bedroht – bis hin zur massiven Gewaltanwendung. (…) Ähnliche Vorfälle gab es auch in Essen, Leipzig, Dresden, Rostock und Dortmund. “In zehn bis neunzehn deutschen Stadien findet seit ein paar Jahren etwas statt, was man eine rechts dominierte Ausdifferenzierung nennen kann“, sagt Gerd Dembowski, Sozialwissenschaftler von der Universität Hannover, Aus den gemeinsamen Ursprüngen würde ein Teil der Ultras zunehmend zivilcouragiert aktiv werden, zum Beispiel gegen Homophobie. Ein anderer Teil halte dagegen an alten Vorstellungen von Männlichkeit und Autorität fest und verbünde sich dabei teilweise mit alten Hooligans, die ihrerseits Morgenluft wittern würden. Hilflose Vereine Die Vereine reagieren meist hilflos auf diese Gemengelage, die in jeder Stadt andere Nuancen hat. In Duisburg äußerte sich die Vereinsführung zwar allgemein gegen Gewalt, scheut sich aber davor, Ross und Reiter zu nennen. “Die Zivilgesellschaft darf Jugendliche, die sich gegen Rassismus und Homophobie engagieren, nicht allein lassen, sondern muss sie gegen rechte Angriffe schützen“, sagt Thomas Hafke vom Bremer Fanprojekt.

via zdf: Prügel für gesellschaftliches Engagement

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 772 other followers