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NPD-Vize war eng mit Terrorzelle vernetzt

Wie vernetzt waren die NPD und die Terrorzelle “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU)? Nach ARD-Recherchen waren die Kontakte enger als bisher bekannt. Demnach hat der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende und Thüringer Landeschef

Frank Schwerdt

Image via Wikipedia

über Jahre enge Kontakte zu mehreren mutmaßlichen Mitgliedern und Helfern der NSU. In einem Interview mit der ARD räumte Schwerdt ein, dass Uwe Mundlos, eines der mutmaßlichen NSU-Mitglieder, Ende der neunziger Jahre mindestens ein Mal als Fahrer für ihn tätig war. Auf einem der ARD vorliegenden Foto vom 17. Januar 1998 ist er außerdem mit der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe bei einer Demonstration in Erfurt zu sehen. Nur zehn Tage später tauchten Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt in den Untergrund ab. Schwerdt gilt demnach zudem als politischer Ziehvater von Ralf Wohlleben, der in Untersuchungshaft sitzt und das Trio mit einer Waffe versorgt haben soll. Zugleich räumte Schwerdt ein, etwa drei Wochen nach dem Abtauchen der Zwickauer Zelle mit André K. in Berlin einen mutmaßlichen Helfer empfangen zu haben.

via tagesschau: NPD-Vize war eng mit Terrorzelle vernetzt

siehe auch: NPD-Funktionär soll Kontakt zu NSU-Terroristen gehabt haben. NPD-Funktionär soll Kontakt zu NSU-Terroristen gehabt haben
Der Vize-Vorsitzende der NPD, Frank Schwerdt (links im Bild) soll den NSU-Terroristen Uwe Mundlos als Fahrer beschäftigt haben. Wie stark ist die NPD mit der rechten Terrorzelle “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) verbunden? Ein Medienbericht legt nun die Vermutung nahe, dass die Bande enger ist als bislang bekannt. Demnach arbeitete einer der mutmaßlichen NSU-Mörder als Fahrer für den Vize-Bundesvorsitzenden der NPD. Der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende Frank Schwerdt hat einem Medienbericht zufolge jahrelang Kontakte zu mehreren mutmaßlichen Mitgliedern und Helfern der Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund unterhalten. In einem am Montagabend in den ARD-“tagesthemen” ausgestrahlten Interview räumte Schwerdt ein, dass Uwe Mundlos, einer der mutmaßlichen NSU-Mörder, Ende der 90er-Jahre mindestens ein Mal als Fahrer für ihn tätig gewesen sei. Auf einem der ARD vorliegenden Foto vom 17. Januar 1998 ist der langjährige NPD-Bundesgeschäftsführer zudem mit der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe bei einer Demonstration in Erfurt zu sehen. Nur zehn Tage später tauchten Zschäpe und Mundlos ab.

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

Freund mordender Nazis lebte in Regensburg

Tino Brandt aus Thüringen ist ein unbelehrbarer Faschist. Auch in der Oberpfalz versuchte er, braune Propaganda zu verbreiten. (…) Die Legasthenie, die massiven Probleme mit der Rechtschreibung sind direkt ein menschlicher Zug an diesem Tino Brandt. Alles andere, was man von ihm weiß, ist, dass er sein ganzes bisheriges Leben damit verbracht hat, für den Nationalsozialismus zu werben und gegen alles zu hetzen, was nicht in dieses mörderische Schema passt. Nach seinem Gastspiel in Bayern avanciert er zum Anführer des „Thüringer Heimatschutzes“. Völlig unbehindert von staatlichen Verfolgungsbehörden baut Tino Brandt eine Nazitruppe auf – maßgeblich mit von der Partie: Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe. Dem Zwickauer Mördertrio werden zwischen 2000 und 2007 zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge mit dutzenden Verletzten zugerechnet.

via mittelbayerische: Freund mordender Nazis lebte in Regensburg

siehe auch: Bereits in 90-er Jahren wurde gegen Tino Brandt ermittelt. Bereits während seiner Lehrausbildung in Regensburg wurde Tino Brandt vom Verfassungsschutz überwacht. Ein Informationsaustausch mit den Thüringer Kollegen wurde bestätigt. Der Thüringer Neonazi Tino Brandt wurde schon frühzeitig vom bayrischen Verfassungsschutz überwacht. Dies geht aus einer Anfrage hervor, die die Grünen-Landtagsabgeordnete Maria Scharfenberg an das Innenministerium stellte.

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

Ab in den Süden – zum Terror-Drill?

Wo lernten die Nazi-Terroristen ihr Handwerk? Wer suchte ihre Opfer aus? Wer hat endlich Antworten? Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hat einen Brief vom Chef der Landstag-Linksfraktion bekommen. In ihrer Regierungserklärung und auch bei diversen persönlichen Unterredungen, so lobt Bodo Ramelow, habe Lieberknecht versprochen, die Aufklärung der grausamen Verbrechen des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) mit Nachdruck und ohne Ansehen der Person voranzutreiben. Doch dieses Bestreben könnte scheitern, fürchtet der von Geheimdienstschnüffelei selbst betroffene Oppositionsführer. Aufklärung fordernde Politiker in Bund und Ländern werden »föderal« gegeneinander ausgespielt. Nicht nur gegenüber dem Abgeordneten Bodo Ramelow beklagten sich Thüringer Polizisten, die mit den Untersuchungen zu der sogenannten Zwickauer Zelle betraut sind, dass ihnen Leute aus den »Diensten« auf »den Füßen herumstehen«. Klar, dass der Landes- wie der Bundesverfassungsschutz ein gesteigertes Interesse haben, als erste zu wissen, was die Kriminalisten über Verwicklungen des Inlandgeheimdienstes in die rechtsextremistische Terrorzelle ermitteln. Dass der Militärische Abschirmdienst (MAD) in Erfahrung bringen möchte, ob die Terroristen über Sprengstoff aus Bundeswehr-Depots verfügen und wer sich als Reservist »fit« hält, macht auch noch Sinn. Was aber interessiert den Bundesnachrichtendienst (BND)?

Offiziell hat der Auslandsgeheimdienst bislang nichts zu tun mit Neonazi-Terroristen, die in Deutschland Banken überfallen und zehn Menschen ermordet haben sollen. Wofür es übrigens bislang keinen gerichtsfesten Beweis gibt. Die Ceska-Pistole, die bei den in Eisenach angeblich durch eigene Hand zu Tode gekommenen Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gefunden wurde, kann nur als Indiz gewertet werden. Sie ist bei acht Morden benutzt worden. Von wem? Die Untersuchungsgefangene Beate Zschäpe, Dritte im Terror-Bund, schweigt. Eine Bekenner-DVD, gleichfalls nur Indiz, verweist auf die beiden Toten. Doch an den Tatorten gibt es keine Spuren, die diese These stützen. Verschwommen ist das Motiv der Morde. Das Bundeskriminalamt (BKA) verweist auf rassistischen Wahn und Ausländerfeindlichkeit. Das klingt wahrscheinlich, erklärt aber nicht den gewaltigen Aufwand, den die mutmaßlichen Mörder jedes Mal betrieben haben. Sie fuhren für die Hinrichtungen Hunderte Kilometer, scheuten kaum Kosten, überließen nichts dem Zufall. So verhalten sich für gewöhnlich Auftragskiller, die für das Organisierte Verbrechen arbeiten oder die Drecksarbeit von Geheimdiensten erledigen. Wie man unter anderem aus Erinnerungen des Top-Terroristen Carlos weiß, ist das ein einträglicher Job. Die Aufklärung solcher Netzwerke ist nicht nur eine Nummer zu groß für Thüringer Verfassungsschützer oder Ermittler des Erfurter Landeskriminalamtes. (…) Nachdem der Generalbundesanwalt die Ermittlungen – sehr zu Recht – an sich gezogen hat, obliegt ihm die Deutungshoheit. Nur er und das BKA können Spekulationen beenden. Durch Fakten. Dazu gehört eine schlüssige Antwort auf die Frage, wie und wo sich die Täter die für derartige »Morde im Nahbereich« notwendige Kaltblütigkeit antrainiert haben. Der BND könnte einen Beitrag zur Aufklärung leisten. In Südafrika lebt ein Dr. Claus Nordbruch. Er ist Jahrgang 1961, stammt aus Deutschland, war Leutnant bei der Bundeswehr, wanderte 1986 aus und ist nach seinem Selbstverständnis »Referent, freier Journalist und vor allem Autor von Fach- und Sachbüchern«. Nordbruch unterstützt die rassistische Vereinigung »Hilfskomitee Südliches Afrika«, ist ein Waffenfanatiker, kann Fallschirm springen und tauchen. Ab und an hält er Vorträge in Deutschland, erhält einen Preis vom rechten Rand und lädt »Freie Kameraden« in seine neue Heimat ein – zu Feldarbeit und militärischem Drill. Es gibt ein Foto, das zeigt ihn 2001 mit Tino Brandt, dem Verfassungsschutzspitzel, der den Thüringer Heimatschutz (THS) aufgebaut hat, in Rudolstadt. Zwei Jahre zuvor waren Andreas Kapke, ein THS-Hauptakteur und sein Kumpan Mario Brehme in ein Flugzeug gestiegen. In Sofia war ein Treff mit den international gesuchten Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt geplant. Gemeinsam wollte man mit Bulgarian Airlines nach Kapstadt fliegen.

via nd: Ab in den Süden – zum Terror-Drill?

siehe auch: Geheimdienst dementiert Vorwürfe zu Fahndungspannen. Der Thüringer Verfassungsschutz will von Banküberfällen des rechtsextremen Terror-Trios nichts gewusst haben. In der Erfurter Staatskanzlei wird sich am Dienstag mit diesem Fall genauer auseinandergesetzt. Die Erklärung ist kurz und eindeutig. „Das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz hatte vor November 2011 zu keinem Zeitpunkt Kenntnis von den Banküberfällen der Zwickauer Terrorzelle.“ Damit reagierte das Landesamt auf Berichte, wonach es informiert gewesen sei, dass das rechtsextreme Terrortrio auch Banküberfälle begangen hat

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Verfassungsschutz war detailliert über Zwickauer Zelle informiert

Deutsch: Logo des deutschen "Bundesamtes ...Hinweise auf Verstecke, Berichte von geplanten bewaffneten Überfällen: Verfassungsschützer wussten bis 2001 genau über die Aktivitäten der untergetauchten Neonazis Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt Bescheid. Das geht aus einem Geheimbericht hervor, der dem SPIEGEL vorliegt. Der Verfassungsschutz war wesentlich besser über die Aktivitäten von Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund informiert als bislang bekannt. So hatten die Beamten schon im Frühjahr 1999 verlässliche Hinweise, dass sich das Trio in Chemnitz versteckt hielt. Sie wussten auch, dass es bewaffnete Überfälle plante. Das räumt das Bundesamt für Verfassungsschutz in einem amtlich geheimgehaltenen Untersuchungsbericht ein, der dem SPIEGEL vorliegt. (…) Dem Geheimbericht zufolge war der Verfassungsschutz den Neonazis mehrmals auf der Spur, versäumte es aber zuzugreifen. Bei den Ermittlern “verdichteten sich spätestens seit Mitte März 1999 die Informationen, dass sich die Gesuchten im Raum Chemnitz aufhalten sollen”, heißt es in dem Untersuchungsbericht. Die im Frühjahr 2000 gestartete “Operation Terzett” der Verfassungsschützer aus Thüringen und Sachsen führte die Fahnder sogar bis zu einer Wohnung in der Bernhardstraße in Chemnitz, in der zwei mutmaßliche Unterstützer wohnten und die Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe besuchten. Bericht belastet früheren NPD-Politiker Ralf Wohlleben Aus dem Untersuchungsbericht geht auch hervor, dass die Verfassungsschützer schon früh Hinweise darauf hatten, dass das Trio im Untergrund kriminell aktiv war. Dabei belastet der Bericht den derzeit in Untersuchungshaft sitzenden Rechtsextremisten Ralf Wohlleben schwer.

via spon: Verfassungsschutz war detailliert über Zwickauer Zelle informiert

siehe auch: Anwalt erreicht offenbar Hafterleichterung für Zschäpe. Der Verteidiger der mutmaßlichen Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe hat offenbar Hafterleichterungen für ihre Mandantin durchsetzen können. Laut einem Bericht des MDR soll in Tschäpes Zelle künftig das Licht nicht mehr dauernd brennen; Die Fahnder griffen nicht zu. Ein Untersuchungsbericht zeigt, dass die Sicherheitsbehörden den Terroristen des “Nationalsozialistischen Untergrunds” früh auf den Fersen waren. Die Sicherheitsbehörden haben bei den Ermittlungen gegen das Neonazi-Trio offenbar stärker versagt als bislang bekannt. Laut Spiegel war der Thüringer Verfassungsschutz (VS) bis 2001 gut über Machenschaften und Pläne von Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe informiert, sorgte aber nicht dafür, dass sie festgenommen wurden. (…) Im Frühjahr 2000 führte laut Spiegel die “Operation Terzett” des VS aus Thüringen und Sachsen zu einem Haus in der Chemnitzer Bernhardstraße, in dem zwei mutmaßliche Unterstützer wohnten. Auch an anderen Orten sollen die Untergetauchten um die Jahrtausendwende laut Bericht gesichtet worden sein – ohne dass Ermittler zugriffen. Von den kriminellen Machenschaften des Trios soll der VS auch früh gewusst haben. Mit Geld aus Banküberfällen organisierte es das Leben im Untergrund und plante seine Morde. Im April 2001 soll der Neonazi und V-Mann Tino Brandt dem VS berichtetet haben, dass der NPD-Funktionär Ralf Wohlleben Geldspenden aus der Szene für die drei ablehnte, weil sie “schon so viele Sachen/Aktionen gemacht hätten”. Zu der Zeit hatte das Trio mit seiner Mordserie schon begonnen. Insgesamt fielen ihm zehn Menschen zum Opfer; Bei Neonazi-Fahndung völlig versagt. Deutsche Verfassungsschützer wussten angeblich bis 2001 ganz genau über die Aktivitäten des Zwickauer Terror-Trios Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt Bescheid. Dies geht aus einem Geheimbericht hervor.

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Anwalt erreicht offenbar Hafterleichterung für Zschäpe

Der Verteidiger der mutmaßlichen Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe hat offenbar Hafterleichterungen für ihre Mandantin durchsetzen können. Laut einem Bericht des MDR soll in Tschäpes Zelle künftig das Licht nicht mehr dauernd brennen. (…) Bisher sei das Licht angeschaltet geblieben, da Zschäpe als selbstmordgefährdet gegolten habe. Diese Gefahr sehe er nicht, sagte Heer dem Sender. Zschäpe habe zuletzt mit der Dauerbeleuchtung “zu kämpfen” gehabt. Außerdem sei sie “massiv in ihrer Intimsphäre betroffen”, da sie sich nicht unbeobachtet habe waschen oder zur Toilette gehen können. “Kein faires und rechtstaatliches Verfahren” Zschäpe sitzt seit dem 13. November in Untersuchungshaft. Sie soll zusammen mit ihren Zwickauer Mitbewohnern Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos die Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund gegründet haben

via stern: Anwalt erreicht offenbar Hafterleichterung für Zschäpe

siehe auch: Musik des Hasses. Bereits 2010 tauchte die Mordserie des Zwickauer Terrortrios in Liedtexten auf, in Chemnitz wurde der „Dönerkiller“-Song produziert und ein verdächtiger Freund organisierte Treffen europäischer Neonazis wie das „Fest der Völker“: Das Umfeld von Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe war gut vernetzt mit Skinhead-Bands. Der damalige NPD-Chef Udo Voigt war da und auch Holger Apfel, der mittlerweile sein Nachfolger ist. Zum „Pressefest“ der NPD-Zeitung Deutsche Stimme kamen im August 2006 etwa 7000 Rechtsextremisten nach Dresden – wohl vor allem, weil die NPD szenebekannte Bands auftreten ließ; Anwalt erreicht Hafterleichterung für Beate Zschäpe. Teilerfolg für die Verteidigung: Die Haftbedingungen von Beate Zschäpe werden gelockert, das berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk. Das Licht in der Zelle der mutmaßlichen Terroristin müsse nicht mehr 24 Stunden am Tag brennen. Ihre Anwälte fordern weiterhin das Ende der Untersuchungshaft.

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Selbstmord der Rechtsterroristen Mundlos und Böhnhardt – Rätselhafte letzte Sekunden im Wohnmobil

Als sich die Polizisten dem Caravan der Zwickauer Terrorzelle näherten, soll der Neonazi Uwe Mundlos zuerst seinen Komplizen Uwe Böhnhardt und dann sich selbst erschossen haben. Doch nun prüfen die Ermittler eine andere Variante. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Mundlos seinen Komplizen versehentlich erschossen hat. Im Fall der Zwickauer Terrorzelle gab es schon einige Wendungen und auch Irrungen, aber zumindest das Ende schien bislang klar zu sein. Die Geschichte ging so: Am Mittag des 4. November näherten sich zwei Polizisten in Eisenach einem Wohnmobil, in dem sich Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt versteckt hielten. Dann fielen Schüsse. Erst soll Mundlos seinen Komplizen Böhnhardt, dann sich selbst erschossen haben. Nach Feststellungen der Sonderkommission “Trio” kann es so gewesen sein, aber vielleicht war es auch anders. Kriminaltechniker haben die Schusswinkel bestimmt, die Lage der Waffen und der Hülsen im Wohnmobil analysiert, um den Handlungsablauf in dem Caravan zu rekonstruieren. Jetzt wollen die Ermittler nicht mehr ausschließen, dass Böhnhardt versehentlich von Mundlos erschossen wurde und dass dieser nach seinem Fehlschuss das Wohnmobil angezündet und dann sich selbst erschossen hat. Anders als es in frühen amtlichen Papieren steht, wurde Böhnhardt nicht durch einen aufgesetzten Schuss in die Schläfe getötet, sondern durch einen Schuss aus kurzer Entfernung, einem “relativen Nahschuss”.

via sz: Selbstmord der Rechtsterroristen Mundlos und Böhnhardt – Rätselhafte letzte Sekunden im Wohnmobil

siehe auch: Die Doppelgängerin der Nazi-Terroristin packt aus. Beate Zschäpe benutzte die Identität von Mandy Struck, die deshalb ins Visier der Fahnder geriet. Jetzt berichtet sie erstmals – und weiß von einer folgenschweren Panne. Vier Tage, nachdem die beiden Rechtsextremisten Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos tot in einem gemieteten Wohnmobil aufgefunden worden waren, tauchte der Name zum ersten Mal in den Medien auf: „Mandy Struck“. Fast alle Zeitungen druckten den Namen, der von Beate Zschäpe, dem dritten Mitglied des Terrortrios, als Deckname im Untergrund benutzt worden war.

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Neonazi-Terror – Verdächtiger im Erzgebirge gefasst

Garagenkomplex in Johanngeorgenstadt mit der “Brigade Ost”: Bei dem festgenommenen Matthias D. soll es sich um einen der mutmaßlichen örtlichen Führer dieser Neonazi-Gruppe handeln. Ein weiterer mutmaßlicher Unterstützer der Zwickauer Terrorzelle ist in Sachsen festgenommen worden. Unterdessen geht die Diskussion über ein NPD-Verbot weiter. Doch das Verfahren könnte an der Zahl der V-Leuten scheitern: Nach einem Medienbericht sollen es 130 sein. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei in Sachsen hat am Sonntag den 36-jährigen Matthias D. wegen mutmaßlicher Unterstützung der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle festgenommen. Er soll für die Mitglieder des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe – nach deren Untertauchen zwei Wohnungen in Zwickau angemietet haben. Die Ermittler haben damit inzwischen vier mutmaßliche Unterstützer der Terrorgruppe gefasst. Matthias D. sei am frühen Sonntagmorgen an seinem Wohnhort im sächsischen Erzgebirgskreis festgenommen worden, teilte die Bundesanwaltschaft am Sonntag in Karlsruhe mit. Dem Vernehmen nach soll es sich bei dem Ort um Johanngeorgenstadt handeln. (…) Nach „Spiegel“-Informationen stufen die Ermittler im Fall der Zwickauer Zelle inzwischen sieben Personen als Beschuldigte ein. Festgenommen wurden neben Matthias D. bereits Holger G., Andre E. und der Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben. Sie alle sollen die Gruppe in der einen oder anderen Form unterstützt haben – sei es mit Wohnungen, um unentdeckt zu bleiben, oder sogar mit Waffen.

Laut „Spiegel“ wird auch Mandy S. aus Sachsen als Beschuldigte geführt.

via berliner morgenpost: Neonazi-Terror – Verdächtiger im Erzgebirge gefasst

siehe auch: Noch mehr Beschuldigte. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt einen weiteren Mann und eine weitere Frau, den „Nationalsozialistischen Untergrund“ unterstützt zu haben. Außerdem soll der frühere NPD-Kader Wohlleben bis kurz vor seiner Verhaftung mit der Terrorgruppe kommuniziert haben – die Ermittler tüfteln noch an seinen aufwändig verschlüsselten Computerdateien. Die Zahl der mutmaßlichen Helfer der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) steigt immer weiter; Matthias D. soll Wohnungen besorgt haben. Der Kreis der mutmaßlichen Unterstützer der Zwickauer Terrorzelle wird größer. Am Sonntagmorgen wurde ein weiterer mutmaßlicher Terrorhelfer im sächsische Erzgebirgskreis von einem Sondereinsatzkommando festgenommen. Der 36-jährige Matthias D. soll der dreiköpfigen Neonazi-Gruppe NSU zwei Wohnungen vermietet haben. Zudem gibt es eine weitere Beschuldigte. (…) Matthias D. war bereits vor einigen Wochen in Pressemeldungen als Hauptmieter der Wohnung in Zwickau genannt worden, die Zschäpe im November nach dem Tod der anderen beiden NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos anzündete. Jetzt wurde von der Bundesanwaltschaft ermittelt, dass Matthias D. nicht nur diese Wohnung anmietete. Vielmehr hatte er bereits im Jahr 2001 dem Trio eine andere Wohnung in Zwickau untervermietet. Zweite Beschuldigte soll Mandy S. sein Der “Spiegel” berichtete zudem über eine weitere Beschuldigte namens Mandy S. Sie soll die drei mutmaßlichen Terroristen nach deren Untertauchen im Februar 1998 für mehrere Monate in der Wohnung ihres damaligen Freundes Max B. in Chemnitz einquartiert haben; Polizei nimmt Unterstützer der Zwickauer Zelle fest. Der Zugriff erfolgte am frühen Sonntagmorgen. Die Polizei in Sachsen hat einen weiteren mutmaßlichen Unterstützer der Zwickauer Zelle festgenommen. Der Mann soll dem Neonazi-Trio Wohnungen besorgt haben. Im Zusammenhang mit der Zwickauer Terrorzelle hat es eine weitere Festnahme gegeben. Die Bundesanwaltschaft teilte am Sonntag mit, dass sie Matthias D. an seinem Wohnort im Erzgebirge festnehmen ließ. Es habe bereits seit dem 8. Dezember ein Haftbefehl gegen den 36-Jährigen vorgelegen. Zudem durchsuchten Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) drei Wohnungen im Landkreis Erzgebirge. Darunter die von D. und die einer weiteren möglichen Unterstützerin. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt D., die Terrorzelle NSU in zwei Fällen unterstützt zu haben. Er soll dem Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe zwei Wohnungen in Zwickau als dauerhafte Unterkunft überlassen haben. Eine Wohnung soll er im Mai 2001 angemietet haben, die andere im März 2008. Um keinen Verdacht zu erregen, soll er ab Juni 2003 mit Uwe Böhnhardt schriftliche Untermietverträge auf einen Aliasnamen des NSU-Mitglieds geschlossen haben. Er soll der Zwickauer Zelle dadurch geholfen haben, ein Leben im Untergrund zu führen und Terroranschläge verüben zu können; Weiterer Unterstützer der Neonazi-Zelle festgenommen. Wegen Beihilfe zu Neonazi-Morden haben die Behörden einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Ein Medienbericht nennt indes erstmals Zahlen zu V-Männern in der NPD. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei in Sachsen hat einen Mann wegen mutmaßlicher Unterstützung der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle festgenommen. Der 36-Jährige wurde an seinem Wohnort im Erzgebirge gefasst.

siehe auch: Bundesanwaltschaft: Festnahme eines weiteren mutmaßlichen Unterstützers der terroristischen Vereinigung “Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)”. Die Bundesanwaltschaft hat heute am frühen Morgen (11. Dezember 2011) aufgrund eines Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 8. Dezember 2011 den 36-jährigen deutschen Staatsangehörigen Matthias D.  an seinem Wohnort im Erzgebirgskreis (Sachsen) durch ein Sondereinsatzkommando des Landeskriminalamts Sachsen festnehmen lassen. Zudem durchsuchen Beamte des Bundeskriminalamts mit Unterstützung sächsischer Polizeikräfte in diesem Landkreis drei Wohnungen, darunter die des Beschuldigten und die einer weiteren möglichen Unterstützerin. Der Beschuldigte ist dringend verdächtig, in zwei Fällen die terroristische Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)“ unterstützt zu haben (§ 129a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 Nr. 2, Abs. 5, § 53 StGB). Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen bildeten die am 4. November 2011 verstorbenen Uwe B. und Uwe M. gemeinsam mit der Beschuldigten Beate Z. die terroristische Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)“ (vgl. Pressemitteilung Nr. 37/2011 vom 13. November 2011). Zweck der Vereinigung war es vor allem, aus einer fremden- und staatsfeindlichen Gesinnung heraus Mitbürger ausländischer Herkunft und Repräsentanten staatlicher Hoheitsgewalt zu töten. Durch die Taten wollte die sogenannte Zwickauer Zelle ein Klima der Angst und Verunsicherung in weiten Teilen der Bevölkerung schaffen. Die Gruppierung soll in den Jahren 2000 bis 2006 neun Morde an Mitbürgern türkischer und griechischer Herkunft (sogenannte Ceska-Morde) und den Mordanschlag auf zwei Polizisten in Heilbronn vom 25. April 2007 verübt haben. Zudem soll sie für die Sprengstoffanschläge vom 19. Januar 2001 und vom 9. Juni 2004 in Köln verantwortlich sein. Um den Finanzbedarf der Vereinigung zu decken, sollen ihre Mitglieder Banken überfallen haben.

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Neuer Verdacht gegen Zwickauer Neonazi-Mörder

Mehr als ein Jahrzehnt mordeten die Mitglieder der rechtsextremistischen Zwickauer Terrorzelle unerkannt – jetzt kommen immer neue Einzelheiten über ihr Leben im Untergrund ans Licht. Ermittlungspannen werden aufgedeckt. Die Politik streitet darüber, wie Licht ins Dunkel kommen soll. Die Fahnder verfolgen weitere Spuren ins Saarland. Die Behörden prüfen, ob das Neonazi-Trio nicht nur mit dem Anschlag auf die Wehrmachtsausstellung 1999 in Saarbrücken zu tun haben könnte, sondern auch mit einer Serie von Brandstiftungen in Völklingen. Die Politik streitet weiter darüber, wie Ermittlungspannen im Umfeld der Bande aufgeklärt werden sollen. Medienberichten zufolge soll eine türkisch-islamische Gemeinde in Völklingen ein Exemplar der DVD mit Bildern von Taten der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) erhalten haben, die wohl das mutmaßliche Mitglied Beate Zschäpe verschickt hat. «Wir verfolgen viele Spuren – dazu gehört auch diese», sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft der dpa. Das Bundeskriminalamt ermittele. Die «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» hatte berichtet, die Angriffe auf Häuser von Einwanderern, bei denen zwischen 2006 und September 2011 20 Menschen verletzt wurden, könnten mit den Neonazis Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in Verbindung gebracht werden. Der Berliner «Tagesspiegel» berichtete jedoch, auf der DVD deute nichts auf eine Beteiligung an der Völklinger Brandserie. Sicherheitskreise gingen eher von den Taten «eines Feuerteufels oder eines rechtsextremen Einzeltäters aus der Region» aus. Diese ist nach früheren Berichten eine Hochburg von Rechtsextremisten. Es spreche wenig dafür, dass die Neonazis aus Jena oder Zwickau nach Völklingen gefahren seien, um Kinderwagen in Hausfluren anzuzünden, hieß es weiter. (…) Nach «Spiegel»-Informationen hat der inzwischen inhaftierte Holger G. der Zwickauer Zelle bei der Beschaffung von Waffen geholfen. 2001 oder 2002 soll er vom ebenfalls verhafteten Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben eine Schusswaffe erhalten haben, mit dem Auftrag, diese zu Mundlos nach Zwickau zu bringen. Diese NPD-Verbindung gilt als Ansatz für ein Verbot der rechtsextremen Partei.

via zeit.de: Neuer Verdacht gegen Zwickauer Neonazi-Mörder

siehe auch: Nazi-Trio sollte zum Aussteigen bewegt werden. Mit milderen Strafen wollte der Verfassungsschutz das mörderische Nazi-Trio zum Ausstieg überreden. Doch der Plan scheiterte. Offenbar waren die drei in mehr Attentate verstrickt als bisher angenommen. Der Thüringer Verfassungsschutz wollte das Jenaer Neonazi-Trio 1999 mit einem Ausstiegsangebot aus dem Untergrund holen, behauptet der damalige Anwalt von Uwe Böhnhardt, Gerd Thaut. Doch die Staatsanwaltschaft habe sich geweigert, den drei ein Jahr zuvor untergetauchten Bombenbauern im Gegenzug eine mildere Strafe zu versprechen, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe waren 1998 untergetaucht, nachdem ihre vier selbstgebauten Rohrbomben entdeckt worden waren. Thaut berichtete, ein Verfassungsschutz-Mitarbeiter habe im März 1999 seine Kanzlei aufgesucht und – angeblich im Auftrag von Behörden-Chef Helmut Roewer – vorgeschlagen, die Drei nicht wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung zu belangen, sondern nur wegen Sprengstoffbesitzes; Neuer Verdacht gegen Zwickauer Neonazi-Mörder. Mehr als ein Jahrzehnt mordeten die Mitglieder der rechtsextremistischen Zwickauer Terrorzelle unerkannt – jetzt kommen immer neue Einzelheiten über ihr Leben im Untergrund ans Licht. Ermittlungspannen werden aufgedeckt. Die Politik streitet darüber, wie Licht ins Dunkel kommen soll; Spuren ins Saarland. Die Ermittler prüfen, ob unaufgeklärte Anschläge im Saarland mit der NSU im Zusammenhang stehen. Dort wurden immer wieder Häuser von Migranten angezündet. Zehn Brandstiftungen und ein Sprengstoffanschlag im Saarland sind möglicherweise vom “Nationalsozialistischen Untergrund” (NSU) verübt worden. In den letzten fünf Jahren brannten in der 40.000-Einwohner-Stadt Völklingen immer wieder Wohnhäuser, in denen überwiegend türkischstämmige Migranten, aber auch Araber und Afrikaner lebten. 20 Menschen wurden dabei verletzt. Im März 1999 hatte es außerdem einen Bombenanschlag auf die Wehrmachtausstellung in Saarbrücken gegeben. Die Taten sind bis heute nicht aufgeklärt. Das Bundeskriminalamt prüft, ob die NSU dafür verantwortlich ist. Anlass sind Indizien, über die mehrere Zeitungen übereinstimmend berichteten: Die türkisch-islamische Gemeinde in Völklingen hatte ein Exemplar der Bekenner-DVD erhalten, die von der mutmaßlichen Terroristin Beate Zschäpe verschickt wurde. Sie wurde nach Angaben eines Vertreters der Gemeinde in der “Tagesschau” allerdings nicht per Post verschickt und enthält keine konkreten Hinweise auf die Taten im Saarland. Die Brandanschläge fanden an Tagen statt, die für Neonazis eine besondere Bedeutung haben, etwa Hitlers Geburtstag.

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

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Mordanschläge und Banküberfälle durch eine rechtsterroristische Tätergruppierung in Deutschland

Die Bundesanwaltschaft und das Bundeskriminalamt bitten um Mithilfe bei der weiteren Aufklärung einer Serie von Schwerverbrechen. Sie begann im Jahr 2000 mit einem Mordanschlag in Nürnberg und setzte sich bis zum Jahr 2006 mit Morden an insgesamt acht türkischen/türkischstämmigen Geschäftsinhabern und einem griechischen Geschäftsinhaber in Deutschland fort. Im Januar 2001 und im Juni 2004 fanden in Köln Sprengstoffanschläge auf ein Lebensmittelgeschäft bzw. vor einem Friseursalon statt, bei denen über 20 Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Im April 2007 wurde in Heilbronn eine 22-jährige Polizistin erschossen und ihr Kollege lebensgefährlich verletzt. Daneben kam es im gesamten Zeitraum, zuletzt am 04.11.11 in Eisenach, zu einer Reihe von bewaffneten Banküberfällen im Bundesgebiet. Nach den derzeitigen Erkenntnissen ist für die Taten eine rechtsterroristisch ausgerichtete Gruppierung verantwortlich. Bei den bislang bekannten Mitgliedern der Gruppe handelt es sich um den 38-jährigen Uwe Mundlos und den 34-jährigen Uwe Böhnhardt, die sich am 04.11.2011 in Eisenach nach einem Banküberfall in einem Wohnmobil selbst töteten, sowie die 36-jährige Beate Zschäpe, die sich am 08.11.2011 den Polizeibehörden stellte und u. a. wegen Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung in Untersuchungshaft genommen wurde.

via BKA: Mordanschläge und Banküberfälle durch eine rechtsterroristische Tätergruppierung in Deutschland

siehe auch: Ermittler bitten Öffentlichkeit um Hilfe. BKA und Bundesanwaltschaft wollen erstmals öffentlich über die Ermittlungen gegen die Thüringer Terrorzelle informieren. Mit einem Fahndungsplakat wollen sie die Bürger offenbar um Unterstützung bitten. Zum ersten Mal seit Beginn ihrer Ermittlungen zur Thüringer Neonazi-Terrorzelle will die Bundesanwaltschaft die Öffentlichkeit umfassend über den Stand der Ermittlungen informieren. Generalbundesanwalt Harald Range und der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Zierke, haben zu einer Pressekonferenz in Karlsruhe eingeladen. Bei der Suche nach Helfern der Terrorgruppe wollen die Ermittler nach Informationen der „Tageszeitung“ die Öffentlichkeit um Unterstützung bitten. Heute werde ein Fahndungsplakat veröffentlicht, schreibt das Blatt.; Bundesweite Mordserie zum Nachteil von acht türkischen/türkischstämmigen und einem griechischen Opfer. Im Zeitraum von September 2000 bis April 2006 wurden in Nürnberg, München, Hamburg, Rostock, Dortmund und Kassel acht türkische/türkischstämmige und ein griechischer Kleingewerbetreibende/r erschossen, wobei in allen Fällen eine Pistole der Marke Ceska mit Schalldämpfer eingesetzt wurde; BKA will offizielles Fahndungsplakat veröffentlichen. Böhnhardt, Mundlos, Zschäpe: Die Gesichter des mutmaßlichen “Zwickauer Terror-Trios” geistern seit Wochen durch die Nachrichtenseiten. Nun will das BKA die Bevölkerung auch offiziell um Unterstützung bitten. Am Donnerstag soll ein Fahndungsplakat veröffentlicht werden; Fahndung mit schlechtem Gewissen. Mit immensem Aufwand versuchen Generalbundesanwalt und BKA Lücken in der Aufklärung des rechten Terrors zu schließen. Aus dem gewaltigen Fahndungsdruck spricht das schlechte Gewissen. Die Aufarbeitung kommt um Jahre zu spät und soll wiedergutmachen, was nicht wiedergutzumachen ist. Die Hilflosigkeit im Umgang mit der rechtsextremistischen Terrorzelle “Nationalsozialistischer Untergrund” hat einen roten Rahmen. “Das Bundeskriminalamt bittet um Ihre Mithilfe”, steht oben auf dem soeben präsentierten NSU-Fahndungsplakat, ebenfalls in Rot, darunter sind ein paar Fotos von Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe zu sehen. Das Wort “Fahndung” ist dort ebenfalls zu lesen, aber Mundlos ist tot, Böhnhardt ebenfalls, und Zschäpe sitzt im Gefängnis. Das BKA bittet um Hinweise, wer die drei – nur zum Beispiel – im vergangenen Jahrzehnt auf einem Campingplatz an der Ostsee gesehen hat, oder, wie sie auf einem Fahrrad die Straße hinunterradelten. Um die vielen Lücken in der Aufklärung der beispiellosen Mordserie zu schließen, auch, um weiterer Helfer habhaft zu werden.

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

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Ermittler bitten Öffentlichkeit um Hilfe

BKA und Bundesanwaltschaft wollen erstmals öffentlich über die Ermittlungen gegen die Thüringer Terrorzelle informieren. Mit einem Fahndungsplakat wollen sie die Bürger offenbar um Unterstützung bitten. Zum ersten Mal seit Beginn ihrer Ermittlungen zur Thüringer Neonazi-Terrorzelle will die Bundesanwaltschaft die Öffentlichkeit umfassend über den Stand der Ermittlungen informieren. Generalbundesanwalt Harald Range und der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Zierke, haben zu einer Pressekonferenz in Karlsruhe eingeladen. Bei der Suche nach Helfern der Terrorgruppe wollen die Ermittler nach Informationen der “Tageszeitung” die Öffentlichkeit um Unterstützung bitten. Heute werde ein Fahndungsplakat veröffentlicht, schreibt das Blatt. Die Bevölkerung werde damit zur Mithilfe bei den Ermittlungen aufrufen. Öffentlich solle gefragt werden, ob jemand in den vergangenen Jahren die mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe gesehen hat. Wichtig seien auch Hinweise auf Wohnmobile, die von den Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) nicht nur für ihre Taten, sondern auch für Urlaubsreisen benutzt worden sein sollen. (…) Derzeit sitzen drei mutmaßliche Helfer der Neonazi-Terrorzelle in Untersuchungshaft, außerdem die Hauptbeschuldigte Beate Zschäpe. Die zwei weiteren mutmaßlichen Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatten sich am 4. November das Leben genommen. Politik sieht gute Chancen für NPD-Verbot Die Politik sieht nach der Festnahme des Ex-NPD-Funktionärs Wohlleben als Terrorhelfer neue Chancen für ein Verbot der rechtsextremen NPD. Sollten Kontakte der NPD zur Neonazi-Zelle nachweisbar sein, könnte dies im Falle eines Verbotsverfahrens ein wichtiges Argument sein, hatte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Mittwoch gesagt. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte der “Passauer Neuen Presse”: “Wir müssen die NPD neu in den Blick nehmen und ein Verbot ernsthaft angehen.” Die Biografie der Täter zeige, dass die Trennung zwischen einer parlamentarisch aktiven NPD und einer gewaltbereiten Szene außerhalb von ihr künstlich gewesen sei. “Dort ist ein Netzwerk entstanden, in dem die Beteiligten mit verteilten Rollen spielen. Sie arbeiten aber gemeinschaftlich daran, die Grundlagen unserer freiheitlichen Gesellschaft zu zerstören”, sagte Steinmeier.

via stern.de: Ermittler bitten Öffentlichkeit um Hilfe

siehe auch: Waren Verfassungsschützer Zeuge beim Mord an Michèle Kiesewetter? Unterlagen des US-Militärgeheimdienstes legen den Verdacht nahe, dass Verfassungsschützer in der Nähe waren, als in Heilbronn eine Polizistin mutmaßlich von der Zwickauer Neonazi-Bande ermordet wurde. Verfassungsschützer waren möglicherweise in der Nähe des Tatortes, als vor vier Jahren in Heilbronn auf der Theresienwiese eine Polizistin erschossen und ihr Kollege schwer verletzt wurde. Der stern berichtet am Donnerstag in seiner neuesten Ausgabe aus einem geheimen Observationsbericht eines amerikanischen Geheimdienstes. Laut des Protokolls observierte am 25.April 2007 eine Spezialeinheit des US-Militärgeheimdienstes DIA, das „SIT Stuttgart“ (Special Investigation Team) zwei Personen, die in einer Bank in der Innenstadt von Heilbronn „2,3 Mil. EURO(S)“ einzahlten („DEPOSITED“). An der Observation sollen laut US-Bericht auch zwei Verfassungsschützer aus Baden-Württemberg oder Bayern („LfV BW OR BAVARIA“) beteiligt gewesen sein; Mit Plakaten auf der Spur der Rechtsterroristen. Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt (BKA) informieren zur Stunde in einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand der Ermittlungen gegen die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Generalbundesanwalt Harald Range sagte, die NSU habe in bisher nicht gekannter Brutalität und Kaltblütigkeit zehn Menschen ermordet. Er sprach von “ruchlosen Taten”. BKA-Präsident Jörg Ziercke stellte eine bundesweite Plakat-Aktion vor. Von der Veröffentlichung der Porträts der bisher bekannten NSU-Mitglieder Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos erhoffen sich die Behörden Hinweise aus der Bevölkerung auf die Aktivitäten der Terrorzelle in den vergangenen Jahren. Gesucht werden Zeugen, die die Verdächtigen auf Park- oder Campingplätzen gesehen haben oder Angaben über ihren Wohnort machen können. Außerdem möchte das BKA wissen, bei wem Fahrzeuge gemietet wurden und ob es weitere Hinweise auf Aufenthaltsorte und Kontaktpersonen gibt. (…) Das BKA hat eine kostenlose Hotline bei den Ermittlungen zur Mordserie eingerichtet: Unter 0800-0130 110 ist die Behörde erreichbar, ebenso wie über ihre Website bka.de. Hinweise nimmt auch jede andere Polizeidienstelle entgegen.

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Mutmaßlicher Helfer des Neonazi-Terror-Trios festgenommen

Beschuldigter soll Bekenner-DVD hergestellt haben. Die Bundesanwaltschaft hat einen weiteren mutmaßlichen Unterstützer der rechtsterroristischen Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) festnehmen lassen. Bei dem Beschuldigten handelt es sich um den 32-jährigen Andre E. aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark, wie die Behörde mitteilte. Andre E. ist demnach dringend verdächtig, den Propagandafilm hergestellt zu haben, mit dem sich die NSU zu den Morden an neun Migranten und einer Polizistin in Heilbronn bekannt hat.

via nürnberger nachrichten: Mutmaßlicher Helfer des Neonazi-Terror-Trios festgenommen

siehe auch: Bundesanwaltschaft kennt Neonazi-Trio seit 13 Jahren. Das Zwickauer Neonazi-Trio ist den Behörden offenbar schon seit Ende der 90er-Jahre bekannt. Damals seien sie wegen Sprengstoffbesitzes aufgefallen, heißt es in einem Medienbericht. Und: Hinweise auf ihren Aufenthaltsort gibt es seit 2002 wieder. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat sich einem Medienbericht zufolge bereits im Jahr 1998 mit dem Zwickauer Neonazi-Trio befasst. Die Bundesanwaltschaft sei eingeschaltet worden, nachdem Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos mit Sprengstoff erwischt worden seien, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“; GSG 9 fasst weiteren Terror-Verdächtigen. Polizisten der Elitetruppe GSG 9 nehmen einen 32-Jährigen aus Brandenburg fest. Er hat offenbar mitgeholfen, die Filme der rechtsextremen Terror-Vereinigung NSU zu produzieren. Ein weiterer mutmaßlicher Neonazi-Terrorist ist am Donnerstag in Brandenburg festgenommen worden: Der 32 Jahre alte Andre E. wird beschuldigt, in zwei Fällen die terroristische Vereinigung “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) unterstützt zu haben. Beamte der Anti-Terror-Einheit GSG 9 fassten den 32-Jährigen am Morgen im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Laut Bundesanwaltschaft durchsuchen Beamte der Polizei und des Bundeskriminalamts seine Wohnung in Zwickau sowie drei weitere Wohnungen in Dresden und Jena. (…) Im Mai 2009 soll der Beschuldigte den NSU-Mitgliedern Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe außerdem ermöglicht haben, auf ihn und seine Ehefrau ausgestellte Ermäßigungskarten der Deutschen Bahn AG zu nutzen.

nb: bereits am 19.11. war André E. genannt; vgl. Verfassungsschutz führte drei V-Leute im Umfeld des Terror-Trios. Neue Erkenntnisse bei den Ermittlungen zur Zwickauer Terrorzelle: Nach SPIEGEL-Informationen hatte der Verfassungsschutz mindestens drei V-Leute in die Umgebung des Neonazi-Trios eingeschleust. Auch der Kreis der Unterstützer war offenbar größer als zunächst angenommen. (…) Bei der Erstellung des Films, mit dem sich die Terrorgruppierung „Nationalsozialistischer Untergrund“ zu insgesamt zehn Morden bekennt, hat möglicherweise der Zwickauer André E. geholfen. In der Wohnung des Neonazi-Trios fand sich ein Flugblatt seiner Firma Aemedig, die unter anderem Expertise in Videobearbeitung besitzen soll

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Neue Ergebnisse und eine überraschende Wende

BfV headquarters in Berlin

Image via Wikipedia - BfV Berlin

Bei den Ermittlungen zur Neonazi-Mordserie haben die Behörden rund ein Dutzend Verdächtige und Beschuldigte im Visier. Dies sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich nach einer Innenausschusssitzung. Nach Angaben aus der SPD sprach Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm auf der Sitzung von einer “Niederlage der Sicherheitsbehörden”. Der Innenausschussvorsitzende Wolfgang Bosbach sprach nach der Sitzung von schweren Ermittlungsfehlern. “In einem einzigen Tatkomplex eine solche Fülle von Fehleinschätzungen (…) ist mir (…) noch nicht begegnet”, so der CDU-Politiker. In Anspielung auf den Fund von Rohrbomben bei dem Trio 1998 in Jena sagte Bosbach: “In dem Moment, wo man Waffen und Bomben findet, müssen die Betroffenen und Verdächtigen zumindest vorläufig festgenommen werden.” Damals entkamen sie. Innenminister Friedrich will Verfassungsschutz zentralisieren. Nach den Ermittlungspannen will Friedrich den Verfassungsschutz auf Bundesebene stärken. Er kündigte auch die Schaffung einer eigenen Abteilung Rechtsextremismus beim Verfassungsschutz so schnell wie möglich an. Das Bundesamt müsse auch im Kampf gegen rechtsextremen Terror “klar die Federführung” erhalten, forderte er. Bosbach verlangte, Verfassungsschutzämter kleinerer Länder zusammenzulegen. Bosbach begrüßte die geplante Zentralisierung des Verfassungsschutzes und die geplante Verbunddatei Rechtsextremismus. (…) Innenausschussmitglied Wieland zufolge gab die Bundesanwaltschaft vor dem Bundestagsinnenausschuss die Zahl der derzeit in Zusammenhang mit der Terrorzelle Beschuldigten mit Fünf an. Das SPD-Mitglied im Innenausschuss, Michael Hartmann, sagte nach der Sitzung, nach derzeitigen Erkenntnissen habe es sich bei der Zelle nicht um eine isolierte Gruppe gehandelt. Vielmehr habe die Gruppe Unterstützer gehabt.

via tagesschau: Neue Ergebnisse und eine überraschende Wende

siehe auch: Zwickauer Terrorgruppe – Das Rätsel von Eisenach. Der Tod der beiden NSU-Terroristen Böhnhardt und Mundlos gibt Rätsel auf. Die beiden sollen sich erschossen haben, nur hörten Anwohner keine Schüsse. Das LKA suchte am Wochenende nochmals nach Spuren. Mehr als zwei Wochen nach dem Tod von Uwe Mundlos (38) und Uwe Böhnhardt (34), die sich in einem Wohnmobil in Eisenach erschossen haben sollen, geben die Umstände ihres Todes den Ermittlern offenbar weiterhin Rätsel auf; Die Schuld der Behörden. Die Sicherheitsbehörden haben im Fall der Zwickauer Terrorzelle versagt. Das musste der Chef des Verfassungsschutzes, Heinz Fromm, jetzt vor Parlamentariern eingestehen. Bei der Aufklärung der Verbrechensserie gibt es eine erneute Wende: Der Mord an der Polizistin in Heilbronn war offenbar keine Zufallstat. (…) Als der Ausschussvorsitzende Wolfgang Bosbach (CDU) vor die Presse trat, sprach er von einer “erheblichen Krise des Vertrauens in den Verfassungsschutz”. Man hätte die Mordserie wahrscheinlich verhindern können, so sein resigniertes Fazit. “In einem einzigen Tatkomplex eine solche Fülle von Fehleinschätzungen, das ist mir noch nicht begegnet”. Bei einem “konsequentem Vorgehen” der Sicherheitsbehörden wäre es vielleicht nicht zu den Morden gekommen, sagte Bosbach. Stattdessen seien “unbedingt notwendige Handlungen” unterlassen worden. Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm räumte vor den Parlamentariern eine “Niederlage der Sicherheitsbehörden” ein.

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NSU-Trio zu Besuch bei „Kameraden“

Die mordenden Zwickauer Neonazis Uwe Mundlos, Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt sollen im Jahr 2009 ein Neonazi-Treffen im Rheinland besucht haben. Das Trio firmierte als „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) und soll für Morde an Migranten und an einer Polizistin sowie für einen Sprengstoffanschlag in der stark von Migranten bewohnten Keupstraße in Köln verantwortlich sein. Offenbar hielten die Neonazis aus ihrem „Untergrund“ heraus dennoch zeitweise Kontakt in die rechtsextreme Szene. Aus Teilnehmerkreisen des Neonazi-Treffens erfuhren bnr.de und das TV-Magazin „Westpol“ des WDR, dass das Trio im November 2009 die Jahresabschlussfeier der „Kameradschaft Köln“ beziehungsweise der „Freien Kräfte Köln“ besucht haben soll. Das konspirativ vorbereitet braune Treffen von Kadern und Mitgliedern der rechten Szene im Rheinland fand am 6. November 2009 im Saal einer Gaststätte in Erftstadt-Gymnich statt. Rund 100 „Kameraden“ sollen daran teilgenommen haben, darunter zeitweise auch Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe. Als Redner fungierten an dem Abend einem Bericht der Veranstalter zufolge Axel Reitz, der SS-Veteran Lothar Eiding (Herzogenrath), der ehemalige Kader der heute verbotenen FAP, Ralph Tegethoff, das Mitglied der „Nieuw-Solidaristisch Alternatief“ (N-SA), Edouard „Eddy“ Hermy aus Flandern, Ingo Haller aus Niederzier, Sascha Krolzig aus Hamm und Sven Skoda.

via bnr: NSU-Trio zu Besuch bei „Kameraden“

siehe auch: Reaktion auf Neonazi-Morde: Kameradschaften im Visier. Bericht: Mehr Befugnisse für Verfassungsschützer. Die Zwickauer Neonazi-Zelle hat sich offenbar auf ein größeres Helfer-Netzwerk stützen können als bislang bekannt. Der Thüringer Verfassungsschutz geht nach Informationen des „Spiegel“ und des „Focus“ mittlerweile von etwa 20 Unterstützern aus, die dem Trio im Untergrund halfen. Als Reaktion auf die Neonazi-Morde nimmt der Verfassungsschutz einem Bericht zufolge rechtsextreme Kameradschaften ins Visier.

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Namhafte Politiker und engagierte Privatpersonen im Visier der Rechtsterroristen

Polizei

Image by Libertinus via Flickr

10.000 Personen standen offenbar im Visier der mutmaßlichen Rechtsterroristen des “Nationalsozialistischen Untergrunds”. Immer mehr der auf einem USB-Stick gefundenen Namen werden bekannt. Unter ihnen: Rainer Brüderle, Kurt Beck und Maria Böhmer. Aber auch Personen, die sich privat gegen Rechts engagieren, sind dabei. Schon am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Uhl (CSU) und Jerzy Montag (Grüne) auf dem USB-Stick gelistet sind, den die Ermittler in der abgebrannten Wohnung in Zwickau fanden. Neben den Namen enthält die Liste in vielen Fällen auch private Adresse und Telefonnummer. Unklar ist, zu welchem Zweck die Neonazis die Daten sammelten. Mehrere Innenpolitiker wehren sich gegen die medial verbreitete Bezeichnung “Todesliste”, es gebe bislang keinerlei Hinweise darauf, dass die Datensätze mit konkreten Attentatsplänen in Verbindung ständen. Stattdessen sei es wahrscheinlicher, dass es sich bei den Daten um eine allgemeine Sammlung politischer Gegner handelt. (…) Außerdem habe die mutmaßliche Terrorgruppe auch Namen und Daten von Personen gesammelt, die sich in Kirche, Vereinen oder an der SPD-Basis gegen Rechtextremismus engagieren. Auch türkische und jüdische Einrichtungen seien gelistet

via störungsmelder: Namhafte Politiker und engagierte Privatpersonen im Visier der Rechtsterroristen

siehe auch: 400 Polizeibeamte ermitteln – BKA-Chef Ziercke weist Vorwürfe zurück. Bundesweit Erschütterung über immer neue Erkenntnisse um die Zwickauer Zelle und die braune Mordserie. Nach der Enttarnung der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ermitteln rund 400 Polizeibeamte aus Bund und Ländern im Fall. Bundesweit Erschütterung über immer neue Erkenntnisse um die Zwickauer Zelle und die braune Mordserie. Nach der Enttarnung der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ermitteln rund 400 Polizeibeamte aus Bund und Ländern im Fall. Dies sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, dem „Focus“ laut Vorabmeldung vom Sonnabend. Den Vorwurf eines Total-Versagens der Sicherheitsbehörden wies Ziercke zurück; Verfassungsschutz führte drei V-Leute im Umfeld des Terror-Trios. Neue Erkenntnisse bei den Ermittlungen zur Zwickauer Terrorzelle: Nach SPIEGEL-Informationen hatte der Verfassungsschutz mindestens drei V-Leute in die Umgebung des Neonazi-Trios eingeschleust. Auch der Kreis der Unterstützer war offenbar größer als zunächst angenommen. Der Thüringer Verfassungsschutz hat nach SPIEGEL-Informationen Ende der neunziger Jahre mindestens drei V-Leute im Umfeld der Neonazis Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe geführt. Neben dem Kopf des Thüringer Heimatschutzes, Tino B., Deckname Otto, gehörte zu den Informanten des Geheimdienstes auch der Chef der Thüringer Sektion der Organisation Blood & Honour.

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