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Spuren des NSU in Mecklenburg-Vorpommern

Seit zwei Jahren fließen in den Verfassungsschutzbericht auch Erkenntnisse zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ein. Am Rande der Vorstellung des aktuellen Berichts für 2013 am Dienstag wurden auch Erkenntnisse zu den Verbindungen des NSU nach Mecklenburg-Vorpommern bekannt. Neue Spuren zum NSU führen nach Krakow am See. Durch Zufall fand die Polizei bei einer Razzia im April 2014 eine CD mit der Aufschrift “NSU/NSDAP” – hergestellt vom V-Mann Corelli. (…) Nach Informationen von NDR 1 Radio MV und dem Nordmagazin entdeckten die Beamten dort rein zufällig eine CD mit der Aufschrift NSU/ NSDAP. Auf dem Cover der CD ist unter der Wolfsangel – dem verbotenen Zeichen der Hitler Jugend – eine Waffe vom Typ “Ceska” zu sehen. Mit einer solchen Pistole soll die Zwickauer Terrorzelle um Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos getötet haben, unter anderem auch den 25-jährigen Mehmet Turgut aus Rostock. Vieles deutet daraufhin, dass die CD schon 2003 – zu Zeiten als der NSU schon aktiv war – hergestellt wurde. Maßgeblich daran beteiligt gewesen sein soll Thomas R. aus Sachsen-Anhalt, der unter dem Decknamen Corelli V-Mann des Bundesverfassungsschutzes gewesen sein soll. Bereits enttarnt, sagte er im vergangenen Jahr im Münchner NSU-Prozess aus. Anfang April starb der 39-Jährige dann jedoch unter merkwürdigen Umständen. Eigentlich wollte das Bundesamt für Verfassungsschutz ihn zu der NSU/NSDAP-CD befragen, doch dazu kam es nicht mehr. Im Internet diskutieren inzwischen Neonazis, ob Corelli den Namen “Nationalsozialistischer Untergrund” sogar geprägt hat. Auch in Mecklenburg-Vorpommern dürfte Corelli kein Unbekannter gewesen sein. Nach NDR Recherchen war er im inzwischen verbotenen Thiazi-Forum sehr aktiv, das er auch finanziell unterstützte.

via ndr: Spuren des NSU in Mecklenburg-Vorpommern

Dossier / Beiträge zu Rechts-Anwältin (RA) Nicole Schneiders: http://goo.gl/cbPp0


Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism:
Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS)
Dossier: Kategorie NSUhttp://bit.ly/ths-nsu

Rechtsextremer V-Mann “Primus” – “Mann ohne Hals”

In Zwickau, der Stadt, in der sich der NSU versteckte, lebte ein umtriebiger rechtsextremer Skinhead. Zudem arbeitete er für den Verfassungsschutz. Was wusste V-Mann “Primus” von den Taten der NSU? (…) Eigentlich passt sie auch nicht zu einem heute 42 Jahre alten Mann, der in einer Band sang, die “Westsachsen-Gesocks” hieß. Ein Mann, der Glatze und einen Kampfhund hatte und sich mit dickem, weißem Bauch und Pumpgun fotografieren ließ. Als “Mann ohne Hals” hat ihn ein anderer Neonazi bezeichnet. Lange Zeit lebte diese unangenehme Gestalt in Zwickau, wo zuletzt auch Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt wohnten. Er war sehr gut vernetzt in der rechten Szene. Und auf einem seiner alten Computer entdeckten Ermittler eine interessante Musikdatei: die Paulchen-Panther-Melodie. Er hing wie eine Spinne im rechten Netz “Manole” war der Spitzname des Mannes in der rechten Szene. “Primus” hieß er beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Unter diesem Decknamen hat er ein Jahrzehnt lang, bis mindestens 2002, als Informant gearbeitet. Er kannte viele Leute aus dem Umfeld des NSU; 2008 zog er in die Schweiz. Im Oktober 2010 wurde seine Akte beim BfV geschreddert. Zweimal ist er später von Ermittlern zum NSU vernommen worden, und seltsamerweise wurde er dabei nicht nach der Melodie befragt. (…) Er hatte Verbindungen zum Neonazi-Netzwerk “Blood & Honour”, das die drei untergetauchten Neonazis aus Jena auffing. Er kannte erstaunlich viele der mutmaßlichen Helfer des NSU. Thomas S., der mit Zschäpe ein Techtelmechtel gehabt haben soll, kannte er von Konzerten und dem Vertrieb rechtsradikaler Musik. Thomas S. soll das Trio zunächst in Chemnitz untergebracht haben. Hat Primus davon nichts mitbekommen, wie er behauptet? Vor Gericht, im Münchner NSU-Prozess, spielte vor Kurzem eine Zeugenvernehmung von Thomas S. eine Rolle. Er war gefragt worden, ob auch Manole das Trio kannte? Vielleicht sei mal die Telefonnummer weitergegeben worden, gab S. zu Protokoll. Er überreichte den Ermittlern alte Fotos. Auf einem Bild ist eine Frau in Bomberjacke zu sehen, die aus Blood & Honour-Kreisen stammt, daneben ein Skin-Mädchen, das zu Manoles Umfeld gehört habe; daneben Uwe Mundlos. Am Bildrand sind noch die Haare und die Nase einer Frau zu erkennen. Thomas S. meinte, das sei Beate Zschäpe gewesen. Manole kannte auch Jan W. und Hendrik L., die sich im Umfeld des Trios bewegten. Jan W. sollte angeblich mal eine Waffe für die Terroristen besorgen (was er bestreitet). Manole hat mit ihm noch 2012 über Facebook kommuniziert. Und der frühere V-Mann kennt auch die Familie E. aus Zwickau. André E. ist einer der Angeklagten im NSU-Prozess. Er ist der Mann, der sich auf den Bauch “Die Jew Die” tätowieren ließ – “Stirb Jude, stirb”. Manole sagte den Ermittlern, er habe André E. in den Neunzigerjahren im Erzgebirge bei Partys kennengelernt. Es sei viel getrunken worden: “1000-Dosen-Partys”. Susann E., die Ehefrau, ist eine der Beschuldigten im NSU-Verfahren. Sie hielt offenbar ganz engen Kontakt zu Beate Zschäpe. Im Wohnzimmer der Familie E. fanden die Ermittler eine Art Schrein zum Gedenken an die toten Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt: eine Zeichnung mit den Gesichtern dieser beiden Mörder.

via sz: Rechtsextremer V-Mann “Primus” – “Mann ohne Hals”

Dossier / Beiträge zu Rechts-Anwältin (RA) Nicole Schneiders: http://goo.gl/cbPp0


Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism:
Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS)
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#Verfassungsschutz hörte Verabredung zu #Ballstädt-Überfall mit

Der Thüringer Verfassungsschutz hat die telefonische Verabredung von Neonazis zum brutalen #Überfall von #Ballstädt abgehört. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN hat der Geheimdienst vor der Attacke in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 2014 mindestens ein entsprechendes Gespräch aufgezeichnet, jedoch nicht ausgewertet. Somit konnte die Polizei nicht vorab über den geplanten Überfall informiert werden. (…) Die abgehörten Hinweise auf den Überfall in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag wurden nach MDR-THÜRINGEN-Recherchen erst am Sonntag oder Montag danach ausgewertet. Damit wird auch klar, warum Thüringens Innenminister Jörg Geibert bereits kurz nach der Tat von einer Tatbeteiligung Rechtsextremer gesprochen hat: Nach Informationen von MDR THÜRINGEN wurde der CDU-Politiker über die ausgewerteten Gespräche informiert. (…) Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN wurde das Landeskriminalamt später über die Erkenntnisse des Verfassungsschutzes informiert. LKA und Polizei haben daraufhin mindestens ein Telefon bei einem der Tatverdächtigen beschlagnahmt, über das Gespräche zum Überfall geführt worden sein sollen. Das Landesamt für Verfassungsschutz hat bisher auf eine Anfrage von MDR THÜRINGEN zur Telefonüberwachung nicht reagiert.  Der Thüringer Verfassungsschutz hat die Ballstädter Neonazi-Gruppe, die bis Ende des Jahres auch in Crawinkel (Landkreis Gotha) agierte, seit Monaten im Blick. Unter anderem standen Mitglieder der sogenannten “Hausgemeinschaft Jonastal” mit der österreichischen Neonazikameradschaft “Objekt 21″ in Verbindung. Sicherheitsexperten stufen diese als einen der gewaltbereitesten europäischen rechtsextremistischen Organisationen sein.

via mdr: Verfassungsschutz hörte Verabredung zu Ballstädt-Überfall mit

weitere Meldungen zu Ballstädt

Ab 14 Uhr im MDR-Ticker: Aktuelle Stunde im Landtag zu Ballstädt. Der Thüringer Landtag befasst sich am Mittwoch auf Antrag der SPD-Fraktion zunächst mit dem Überfall von Rechtsextremen in Ballstädt. Verfolgen Sie die Debatte im Live-Ticker

Angebliches Nazi-Konzert sorgt für Wirbel

Bis zu 70 Rechtsextreme sollen im Oktober in Lunzenau gefeiert haben. Entsprechenden Hinweisen geht zumindest der Verfassungsschutz nach. Beweise gibt es bislang aber keine. Ein Konzert schlägt in Lunzenau hohe Wellen: Michael Regener, der bundesweit bekannte Sänger einer Neonazi-Band namens “Die Lunikoff Verschwörung”, soll in der Stadt aufgetreten sein. Zwischen 60 und 70 Rechtsextreme sind dem Vernehmen nach zu der Party gekommen. Das Landesamt für Verfassungsschutz räumt gegenüber der “Freien Presse” Anhaltspunkte ein, spricht aber von “noch unbestätigten” Informationen. Nachforschungen in Cossen Das birgt Sprengstoff: Michael Regener ist kein unbeschriebenes Blatt. Wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung wurde der 47-jährige Berliner 2005 verurteilt – er hatte vor Jahren die 2003 verbotene Rechtsrock-Band “Landser” gegründet. Drei Jahre saß er dafür im Gefängnis ein. Wohl ein Grund, warum das Landesamt für Verfassungsschutz die Sache ernst nimmt. Entsprechende Ermittlungen seien aufgenommen, erklärt eine Sprecherin.

via freiepresse: Angebliches Nazi-Konzert sorgt für Wirbel

anm dokmz: “noch unbestätigte Informationen” – ob das VS-Sprech für: “wir hams ma wieder nicht mitgekriegt” ist?

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