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Selbstmord der Rechtsterroristen Mundlos und Böhnhardt – Rätselhafte letzte Sekunden im Wohnmobil

Als sich die Polizisten dem Caravan der Zwickauer Terrorzelle näherten, soll der Neonazi Uwe Mundlos zuerst seinen Komplizen Uwe Böhnhardt und dann sich selbst erschossen haben. Doch nun prüfen die Ermittler eine andere Variante. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Mundlos seinen Komplizen versehentlich erschossen hat. Im Fall der Zwickauer Terrorzelle gab es schon einige Wendungen und auch Irrungen, aber zumindest das Ende schien bislang klar zu sein. Die Geschichte ging so: Am Mittag des 4. November näherten sich zwei Polizisten in Eisenach einem Wohnmobil, in dem sich Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt versteckt hielten. Dann fielen Schüsse. Erst soll Mundlos seinen Komplizen Böhnhardt, dann sich selbst erschossen haben. Nach Feststellungen der Sonderkommission “Trio” kann es so gewesen sein, aber vielleicht war es auch anders. Kriminaltechniker haben die Schusswinkel bestimmt, die Lage der Waffen und der Hülsen im Wohnmobil analysiert, um den Handlungsablauf in dem Caravan zu rekonstruieren. Jetzt wollen die Ermittler nicht mehr ausschließen, dass Böhnhardt versehentlich von Mundlos erschossen wurde und dass dieser nach seinem Fehlschuss das Wohnmobil angezündet und dann sich selbst erschossen hat. Anders als es in frühen amtlichen Papieren steht, wurde Böhnhardt nicht durch einen aufgesetzten Schuss in die Schläfe getötet, sondern durch einen Schuss aus kurzer Entfernung, einem “relativen Nahschuss”.

via sz: Selbstmord der Rechtsterroristen Mundlos und Böhnhardt – Rätselhafte letzte Sekunden im Wohnmobil

siehe auch: Die Doppelgängerin der Nazi-Terroristin packt aus. Beate Zschäpe benutzte die Identität von Mandy Struck, die deshalb ins Visier der Fahnder geriet. Jetzt berichtet sie erstmals – und weiß von einer folgenschweren Panne. Vier Tage, nachdem die beiden Rechtsextremisten Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos tot in einem gemieteten Wohnmobil aufgefunden worden waren, tauchte der Name zum ersten Mal in den Medien auf: „Mandy Struck“. Fast alle Zeitungen druckten den Namen, der von Beate Zschäpe, dem dritten Mitglied des Terrortrios, als Deckname im Untergrund benutzt worden war.

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

Verfassungsschutz hatte über V-Mann Kontakt zu Zwickauer Zelle

Ein V-Mann lieferte dem Thüringer Verfassungsschutz in den neunziger Jahren nach Informationen des SPIEGEL Details über den Neonazi Uwe Böhnhardt. Der Mann stand mit Böhnhardt in direktem Kontakt. Wenig später warb die Zwickauer Terrorzelle offenbar um Mitstreiter. Der Verfassungsschutz hatte über einen V-Mann direkten Kontakt zu einem der untergetauchten thüringischen Neonazi-Terroristen. Im März 1999, mehr als ein Jahr nach seinem Verschwinden, meldete sich Uwe Böhnhardt bei dem rechtsextremen Aktivisten Tino Brandt, den das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz damals unter dem Decknamen “Otto” als Quelle führte. In einem Telefonat am 8. März 1999 gegen 18 Uhr bat Böhnhardt den V-Mann um Hilfe. Außerdem beschwerte sich der untergetauchte Rechtsextremist über die Unzuverlässigkeit anderer Helfer. So sei der Jenaer Neonazi André K. ein “Kameradenschwein”, schimpfte Böhnhardt, weil von dem Geld, das für das Trio gesammelt worden sei, nur ein Bruchteil angekommen sei. In dem Gespräch bot Tino Brandt den Neonazis offenbar auch weitere Hilfe bei der Beschaffung von Pässen an. Laut einem geheimen Gesprächsprotokoll des V-Manns soll Böhnhardt allerdings geantwortet haben, die Gruppe verfüge bereits über Pässe. Brandt war führender Kopf der rechtsextremen Gruppe Thüringer Heimatschutz, der auch Uwe Mundlos, Beate Zschäpe und Böhnhardt angehörten. Er wurde 2001 als V-Mann enttarnt. Böhnhardt avisierte dem V-Mann nach Informationen des SPIEGEL zudem den Anruf des Szene-Rechtsanwalts Hans-Günter Eisenecker, damals Bundesvize der NPD, Landesvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern und NPD-Justitiar. Wenn Eisenecker das Codewort “19 Uhr” benutze, solle Brandt umgehend einen anderen Unterstützer, Ralf Wohlleben, benachrichtigen. Der Anwalt starb im Jahr 2003. Unklar ist, warum es den Verfassungsschützern damals nicht gelang, Böhnhardt dingfest zu machen. Offenbar hatten es die Geheimen versäumt, eine Telefonüberwachung bei ihrem V-Mann einzurichten. Der berichtete den Verfassungsschützern seinerzeit zwar von dem Gespräch, aber mit zeitlicher Verzögerung – Böhnhardt blieb verschwunden. Er erschoss sich am 4. November 2011 gemeinsam mit Uwe Mundlos in einem Wohnwagen, nachdem sie eine Bank überfallen hatten und ihnen Polizisten auf die Spur gekommen waren.

via spon: Verfassungsschutz hatte über V-Mann Kontakt zu Zwickauer Zelle

siehe auch: Deutsches Neonazi-Netzwerk Jeder kennt jeden. nach der Entlarvung der Zwickauer Terror-Zelle wird deutlich: Dort, wo das Trio mordete, gibt es gewaltbereite Neonazi-Gruppen. Deutschlandweit scheint die rechte Szene besser vernetzt zu sein als bisher vermutet. Vor allem Kameradschaften stehen im Verdacht, gezielt gewaltbereite Jugendliche aufzunehmen. So fanden auch verurteilte Straftäter immer wieder den Weg zurück in rechtsextreme Kreise. Erstaunlich sind die guten Verbindungen vieler Gruppen zur NPD; V-Mann soll 1999 mit Neonazi-Trio telefoniert haben. Ein früher als V-Mann für den Thüringischen Verfassungsschutz tätiger Rechtsextremist soll einem “Spiegel”-Bericht zufolge 1999 auch persönlich mit einem Mitglied des untergetauchten Zwickauer Neonazi-Trios telefoniert haben. Der Rechtsterrorist Uwe Böhnhardt habe den V-Mann Tino B. am 8. März 1999 um Hilfe gebeten, berichtete das Magazin unter Berufung auf ein geheimes Gesprächsprotokoll des V-Manns. Dieser habe dem Verfassungsschutz aber erst “mit zeitlicher Verzögerung” von dem Gespräch mit dem damals bereits gesuchten Böhnhardt berichtet. B. war früher unter dem Decknahmen “Otto” als Informant für den Verfassungsschutz tätig. Er soll nach Abtauchen des Neonazi-Trios von Böhnhardt und seinen Mittätern Uwe Mundlos und Beate Zschäpe Spendensammlungen in der Szene organisiert und mit rechtsextremen Gesinnungsfreunden aus Jena in Kontakt gestanden haben, die nach früheren Berichten wiederum direkten Zugang zu den Terroristen gehabt haben sollen; Ermittler organisierte Spenden für rechte Szene – V-Mann hatte Kontakt zu Neonazi-Terrorist. Ein früher als V-Mann für den Thüringischen Verfassungsschutz tätiger Rechtsextremist soll 1999 auch persönlich mit einem Mitglied des untergetauchten Zwickauer Neonazi-Trios telefoniert haben; “Spiegel”: Terrortrio kontaktierte NPD-Funktionäre. Das Neonazi-Terrortrio soll nach einem Bericht des “Spiegel” nach seinem Untertauchen mehrere NPD-Funktionäre als Kontaktleute genutzt haben. Im März 1999 habe sich der 1998 untergetauchte Uwe Böhnhardt telefonisch beim Kopf des “Thüringer Heimatschutz” und späteren NPD-Landesvize Tino Brandt gemeldet, berichtete das Magazin. Für 1999 wird er als NPD-Landespressesprecher genannt. Böhnhardt habe um Geld gebeten und sich über die Unzuverlässigkeit anderer Helfer beschwert. Außerdem habe Böhnhardt einen Anruf des Rechtsanwalts und damaligen NPD-Bundesvize Hans-Günter Eisenecker angekündigt, der als Justiziar für die Partei gearbeitet habe. Wenn Eisenecker das Codewort “19 Uhr” benutze, solle Brandt den Jenaer Neonazi Ralf Wohlleben kontaktieren.

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

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