National socialist group riots in Jyväskylä – dozens arrested

About 40 representatives of the national socialist Finnish Resistance Movement demonstrated in the central Finnish city of Jyväskylä on Saturday. Although the demonstration started out calm, brawling broke out as the protest proceeded, leading to thirty people being charged with rioting and assault. A public demonstration by the Finnish Resistance Movement (Kansallinen Vastarinta), which describes itself as national socialist, ended in fighting on Saturday. Local police say the extreme right group’s protest began peacefully and that approximately 40 people were in attendance. As the event proceeded, however, the protestors began to assault bystanders and aggressively prevent the police that were on hand from performing their duty. Some of the aggressors continued their violent behaviour within the premises of the nearby Sokos department store. The situation was quickly brought under control, say the police, and 30 people were apprehended. Several will be charged with violent rioting and assault. The Finnish Resistance Movement says it is part of the Nordic Resistance Movement led by the Swedish neo-Nazi Klas Lund. Three of the Finnish group’s members were involved in a 2013 scuffle at the Jyväskylä Library, when one person was stabbed.

via yle: National socialist group riots in Jyväskylä – dozens arrested

ifo-Chef Hans-Werner Sinn – “Yanis Varoufakis’ Grexit-Plan war clever”

Der Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, hat sich lobend über den vom früheren griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis enthüllten Geheimplan zur Rückkehr zur Drachme ausgesprochen. Der Plan des früheren griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis, mithilfe der Steuerkonten griechischer Bürger zu einer nationalen Währung zurückzukommen, war nicht dumm. Die Steuernummern für ein vom Staat betriebenes Kontosystem mit einer neuen Verrechnungswährung zu nutzen, war sogar clever. Auf den internen staatlichen Konten, auf die man schon bislang seine Steuern einzahlen musste, hätte der Staat die Gehälter der Staatsbediensteten, die Renten und Zahlungen an Firmen für Lieferungen an den Staat gutschreiben können, und die Bürger hätten diese Konten für die Bezahlung von Stromrechnungen, staatlichen Gebühren sowie auch für Überweisungen untereinander nutzen können. Für solche Überweisungen hatte man nach Bekunden von Varoufakis bereits eine Handy-App geschaffen. Das wäre ein paralleles Bankensystem mit einer eigenen Währung gewesen, die man zunächst durchaus Euros hätte nennen können, obwohl der Markt zwischen den virtuellen Euros auf den Staatskonten und den echten Euros rasch einen von eins verschiedenen Verrechnungskurs geschaffen hätte, ähnlich wie es lange Zeit in Zypern für die Umrechnung zwischen Euro-Bargeld und Euro-Kontengeld der Fall war, als der Kapitalverkehr beschränkt war.  Mit dem neuen System hätte Varoufakis die vorrübergehende Solvenz des Staates für einige Wochen herstellen können. In diesen Wochen wäre es entweder zu einem großzügigen Angebot der Staatengemeinschaft gekommen, das Griechenland nicht hätte ablehnen können, oder, was wahrscheinlicher ist, die griechische Regierung hätte die neue Verrechnungswährung zu einer echten neuen Währung im Sinne eines gesetzlichen Zahlungsmittels gemacht.

via wirtschaftswoche: ifo-Chef Hans-Werner Sinn”Yanis Varoufakis’ Grexit-Plan war clever”

Antisemitische Schmierereien an der East Side Gallery

Das Bild “Vaterland” an der Berliner East Side Gallery ist mit antisemitischen Parolen beschmiert worden. Das Mauerbild, das einen Davidstern vor dem Hintergrund der Deutschlandfahne zeigt, wurde provisorisch abgedeckt. Der Maler des Bildes, Günther Schaefer, wird die Parolen im Laufe des Samstags übermalen. Ein Teilstück der Berliner East Side Gallery ist mit großflächigen antisemitischen Schriftzügen beschmiert worden. Nach Angaben der Polizei vom Samstag entdeckten Zeugen am Freitagnachmittag an der Mühlenstraße in Berlin-Friedrichshain die Schmierereien auf dem Mauerbild “Vaterland”. Polizeibeamte hätten die Schriftzüge abgedeckt und die Künstlerinitiative über den Vorfall informiert. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

via rbb: Antisemitische Schmierereien an der East Side Gallery

Mit Kirchenglocken und Trillerpfeifen gegen Rechte in Zossen

In Zossen und Damsdorf in Brandenburg hat es am Samstag Proteste gegen Rechts gegeben. Nach Angaben der Bürgerinitiative «Zossen zeigt Gesicht» kamen dort etwa 200 Menschen zusammen, die unter anderem mit Trillerpfeifen Lärm machten. Proteste gegen Rechts in Brandenburg: In Zossen (Teltow-Fläming) und Damsdorf (Potsdam-Mittelmark) haben Demonstranten ein Zeichen gegen Rechts gesetzt. Nach Angaben der Bürgerinitiative «Zossen zeigt Gesicht» kamen dort etwa 200 Menschen zusammen, die unter anderem mit Trillerpfeifen Lärm machten. Sie protestierten gegen die Kundgebung einer rechtsextremen Splitterpartei. Die Polizei nannte keine Teilnehmerzahlen. Die Versammlungen seien friedlich verlaufen. In der evangelischen Kirche fand eine Andacht statt, zum Ende läuteten die Glocken. Dadurch seien Redebeiträge der Rechten übertönt worden, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative, Jörg Wanke. Neben dem Protest sollte gezeigt werden, dass Flüchtlinge in Brandenburg willkommen seien.

via berliner zeitung: Mit Kirchenglocken und Trillerpfeifen gegen Rechte in Zossen

Hausbesuch bei Sinti-Familien – Mit Hornhaut auf der Seele

Sie sprechen Pfälzisch, Hessisch, Bayrisch oder auch Romanes. Die Familie Lagrenes lebt seit Jahrhunderten in Deutschland. Ganz einfach ist das nicht. Beim Gedanken an seinen Abiball beschleicht Daniel Braun ein mulmiges Gefühl. Seine Großmutter ist eingeladen. Was, wenn sie da von Auschwitz erzählt? „Auf dem Gymnasium habe ich gesagt: ’Ich bin Deutscher‘, was ja auch stimmt.“ Daniel ist einer von schätzungsweise 70.000 Sinti und Roma, die seit Generationen in Deutschland leben. Sie nennen es Zuhause, doch ihre Beziehung zum Land ist kompliziert. „Offiziell sind wir deutsche Staatsbürger. Nur würden wir uns nie als 100-prozentige Deutsche bezeichnen. Wir haben eine andere Mentalität, ein anderes kulturelles Erbe.“ Die deutschen Sinti und Roma sprechen Pfälzisch, Hessisch, Bayerisch oder Sächsisch und eben auch Romanes – die Sprache der Sinti und Roma. Daniel ist einundzwanzig Jahre alt, seine Worte wählt er mit Bedacht. Er nennt sich Sinto der „vierten Generation“ – eine Zeitrechnung, die mit dem Albtraum von Auschwitz beginnt. 500.000 europäische Sinti und Roma wurden deportiert und ermordet, ihre Verfolgung wurde nach dem Krieg ignoriert. Daniels Urgroßmutter trägt die tätowierte Nummer auf dem Arm, seine Oma wuchs mit dem Trauma ihrer Mutter auf. Es lässt sie bis heute nicht los. Daniel hingegen kämpft mit anderen Geistern: gegen das Klischee des „typischen Zigeuners“, der stiehlt, bettelt und betrügt, und gegen seine Angst, so abgestempelt zu werden. Dabei wissen viele Menschen nicht mal, was es bedeutet, Sinti zu sein. Familie ist Dreh- und Angelpunkt Für Daniel ist es „mehr ein Gefühl“, eine Identität, die vom Vater weitergegeben wurde. Ist der Vater Sinto, sind es die Kinder auch. Ihre Bräuche, Werte und Traditionen werden im Verwandtenkreis gelebt – die Familie ist Dreh- und Angelpunkt. „Wir besuchen unsere Großeltern oft zweimal die Woche. Manchmal ist es extrem“, meint Daniel. „Wenn man sich eine Woche nicht meldet, rufen sie an: ’Was ist los?‘ “ Großeltern ins Altersheim schicken – undenkbar. Sinti sind Teil einer Gemeinschaft mit ihren Regeln: Man hält sich an Speisevorschriften, traditionelle Frauen tragen keine Hosen, in Gegenwart Älterer spricht man nicht über Sex. Vor ihnen zu rauchen gilt als respektlos.

via taz: Hausbesuch bei Sinti-Familien – Mit Hornhaut auf der Seele

Trier stellt sich quer gegen Rechts: Gegendemonstranten blockieren Römerbrücke – NPD dreht um

Mehrere Hundert Menschen haben sich gegen 17 Uhr in Trier-West zu einer Gegendemonstration gegen eine NPD-Kundgebung versammelt. Bis zu 400 Menschen blockierten gegen 20 Uhr die Römerbrücke, um den Rechtsradikalen den Weg in die Innenstadt zu versperren. Bisher verlief die Kundgebung weitgehend friedlich, die Polizei ist mit einem Großaufgebot vertreten. (…) 21 Uhr: Die NPD-Demonstranten sind in Trier-West zurück, ihre Zahl hat sich etwa halbiert, die Demonstration löst sich langsam auf. Auch die Zahl der Gegendemonstranten ist auf etwa 80 gesunken. Auch die Sitzblockade an der Römerbrücke hat sich friedlich aufgelöst. Nach vier Stunden steuern damit offenbar beide Kundgebungen auf ein friedliches Ende zu. 20.30 Uhr: Die Blockade der Römerbrücke hat gewirkt: Die Rechtsradikalen drehen in der Aachener Straße um. Ob es nun nach Trier-West zurück oder über die Kaiser-Wilhelm-Brücke in die Innenstadt gehen soll, ist noch unklar. 20 Uhr: Am Kopf der Römerbrücke haben sich seit etwa einer Stunde bis zu 400 Gegendemonstranten versammelt. Sie blockieren den Zugang zur Brücke und damit den Weg über die Mosel in die Innenstadt. Der NPD-Block ist noch rund 400 Meter von der Brücke entfernt in der Aachener Straße. (…) 19 Uhr: Die Lage beruhigt sich wieder etwas, die Gruppe von NPD-Anhängern bewegt sich jetzt aus den engen Straßen in Trier-West durch die Hornstraße. Die mittlerweile etwa 45 Rechtsextremisten, die teilweise auch Kinder mitgebracht haben, gehen vorweg, etwa 200 Meter dahinter dürfen die Gegendemonstranten folgen. Als es zu ausländerfeindlichen Parolen im NPD-Block kommt, warnt die Polizei per Megaphon vor weiteren Verstößen gegen die Auflagen der Demonstration. 18.40 Uhr: Die Route der NPD ändert sich etwas, die Gegendemonstranten begleiten den Zug lautstark. Vereinzelt werden Wasserbomben auf die Rechtsextremen geworfen. Die Polizei hält beide Gruppen mit einem massiven Aufgebot auseinander.

via volksfreund: Trier stellt sich quer gegen Rechts: Gegendemonstranten blockieren Römerbrücke – NPD dreht um

Cottbus-Fans attackieren Koran-Verteiler – 43 Festnahmen

Dutzende Cottbus-Fans haben vor der Drittliga-Partie in Bremen am Samstag randaliert und einen Koran-Verteilstand angegriffen. Schon auf dem Bahnhof sei es nach der Ankunft der etwa 100 teils stark alkoholisierten Fans zu Provokationen und Beschimpfungen gekommen, teilte die Polizei mit. In der Bahnhofsstraße dann wurden die zwei Betreiber des Koran-Standes mit ausländerfeindlichen und rechtsradikalen Beschimpfungen überzogen.

via kreiszeitung: Cottbus-Fans attackieren Koran-Verteiler – 43 Festnahmen