Der Sturmvogel

Das Sturmvogel-Treffen im Juni 2014 in der Lüneburger Heide erregte keine Aufmerksamkeit. Der Lehrer Frank Sch. und seine Ehefrau Irmhild Sch., eine Tochter der NPD-Ikone Edda Schmidt, hatten den Kameradschaftsnachwuchs nach Masendorf, nahe Uelzen, geladen. Mit Wimpeln und zum Teil in Uniformen zog die Horde von Kindern und Jugendlichen aus dem Dorf.  Das Ehepaar Sch. zählt zum Kreis von völkischen Aktivisten und Siedlern aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, die ihre Kinder zum „Sturmvogel —Deutscher Jugendbund“, schicken. Die Organisation wird vom Verfassungsschutz nicht überwacht. Der brandenburgische Inlandsgeheimdienst „beobachtet“ deren Entwicklung nach eigenem Bekunden allerdings „mit großer Aufmerksamkeit“, um zu prüfen, ob die Grenze zur „verfassungsfeindlichen Bestrebung“  überschritten wird. Angeführt wird der Bund zur Zeit von dem Pädagogikstudenten Michael Zeilinger und der Lehrerin Dietlind Brachat aus Bayern. Erster Bundesführer des Sturmvogel war der Antiquar Rudi Wittig aus der Nähe von Wismar. Als älterer Herr nahm er 2015 an einer Versammlung der elitär-neonazistischen Identären teil. Die meisten Angehöri­gen des „Sturmvogel“ stammen aus „Sippen“, deren ältere Mitglieder noch die soldatische Erziehung der 1994 verbotenen „Wiking Jugend“ (WJ) mitbekommen haben. Die WJ erzog den Nachwuchs offen militant und im Sinne des Nationalsozialismus, der „Sturmvogel“ wählte einen gemäßigteren Weg, doch die Organisation scheut den Kontakt zu Neonazis nicht. 1987, nach der Abspaltung von der „Wiking-Jugend“ hatte Wittig die Führung des Jugendbundes übernommen. Die „Sturmvögel“ bezeichneten sich in der Vergangenheit als „volkstreu eingestellte Deutsche“, die die Kameradschaft von Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis 18 Jahren fördern und Eltern bei der Erziehung zur Seite stehen wollten. Wie bei der „Wiking-Jugend“ sind Mädchen- und Jungenarbeit getrennt. Fahrten der Gruppen führen nach „Westpreußen“, „Südtirol“, dem Elsaß oder „Siebenbürgen“.

via aib: Der Sturmvogel

Rechtes Netzportal – Das braune Netzwerk – als Wikipedia getarnt

Unverhohlen verbreitet das Allbuch rassistische Stereotype – als wissenschaftliche Erkenntnisse verpackt. Diagramme und Grafiken aus dem Nazi-Bildungssystem vermitteln eine abstruse Rassenkunde. Als Wikipedia getarnte Webseite verbreitet ein Webportal rassistische Hetze. Ihre Artikel verunglimpfen Journalisten und verherrlichen Nazi-Ideologien. Auf den ersten Blick wirkt die Homepage wie Wikipedia: gleiche Aufmachung, ähnliche Funktionen. Wäre da statt der Wikipedia-Weltkugel nicht die schwarze Sonne: ein bekanntes Nazisymbol. Und: Die rund 74.000 deutsch- und etwa 15.000 englischsprachigen Einträge vermitteln kein Wissen, sondern rechte Ideologie.
Die Artikel bagatellisieren den Holocaust, verkaufen Rassenlehre als Wissenschaft und beschimpfen unliebsame Journalisten als „deutschlandfeindliche Linksextremisten“.
Auf B.Z.-Anfrage untersuchte die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) die Inhalte dieser Webseite. Auch MBR-Projektleiterin Bianca Klose wird dort beschimpft. „Auf diese Weise Journalisten, Gewerkschafter und Engagierte zu bedrohen und einzuschüchtern, ist eine bekannte rechtsextreme Strategie“, sagt sie. Für die in den Artikeln Denunzierten bliebe die Hetze zwar meist folgenlos. Es seien aber auch Fälle von Brandstiftung und körperlichen Übergriffen bekannt. Berliner Polizei nennt es „rechtes Informationsportal“ Die Inhalte des Allbuchs stammen überwiegend von der rechtsextremen deutschen Metapedia-Website. Diese war von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien schon vor Jahren auf den Index gesetzt worden. Dies soll nun auch für das Allbuch veranlasst werden. Die Polizei Berlin stuft das Allbuch ebenfalls als „rechtes Informationsportal“ ein. Hinweise auf strafbare Einträge würden jedoch nicht vorliegen. „Bei den bislang geprüften Seiten konnten keine strafrechtlich relevanten Anfeindungen festgestellt werden“, so ein Polizeisprecher. „Die in den Seiten des Portals veröffentlichen Informationen sind Einträge, die in der Vergangenheit von den Personen selbst öffentlich bereitgestellt oder aber in öffentlichen Publikationen verbreitet wurden.“

via bz berlin: Rechtes Netzportal – Das braune Netzwerk – als Wikipedia getarnt

Unglaublicher Verdacht – Mysteriöser Fall der verschwundenen Maria: Führt die Spur zum Geheimdienst? #REP

Mai 2013: Ein 13-jähriges Mädchen aus Freiburg brennt mit einem 40 Jahre älteren Mann durch. Seit drei Jahren sucht die verzweifelte Mutter des Mädchens vergebens nach ihrer Teenager-Tochter. Jetzt führt die Spur nach Spanien – und zum Verfassungsschutz. Denn dieser könnte bei der Flucht der beiden mitgeholfen haben. Die Geschichte nimmt ihren Anfang im Jahr 2012: Die damals zwölfjährige Maria H. aus Freiburg lernt in einem Chatroom einen Jungen mit dem Nickname “Karlchen” kennen. Die beiden verstehen sich blendend. Aus den Chats wird Liebe – von dieser ist in den gemeinsamen Chatprotokollen der beiden zumindest oft die Rede, berichtet die “Welt”. Bei der Liebe bleibt es auch, als “Karlchen” seiner Chatpartnerin eröffnet, dass es sich bei ihm um gar keinen 15-jährigen Jugendlichen handele – sondern um einen verheirateten, damals 52-jährigen Mann. Bernhard H., ein Elektriker aus Nordrhein-Westfalen, soll sich damals oft in Teenager-Chatrooms herumgetrieben und Kontakte zu vielen jungen Mädchen geknüpft haben. Freiwillige Flucht Der jungen Maria scheint H. aber verfallen zu sein. Schon bald kommt es zu persönlichen Treffen und wohl auch zu sexuellen Kontakten. So soll Maria einmal Angst gehabt haben, dass sie schwanger sei. Ob diese sexuellen Kontakte freiwilliger Natur waren, ist unklar: Den Ermittlern sollen Chat-Protokolle vorliegen, die zeigen, wie Maria sich darüber beschwerte, zum Geschlechtsverkehr genötigt worden zu sein. Dennoch weist alles darauf hin, dass Maria im Mai 2013 freiwillig mit dem 40 Jahre älteren Mann ging. Seitdem fehlt von den beiden jede Spur. Wie die “Welt” berichtet, hegen alte Weggefährten von H. nun einen ungeheuren Verdacht: Der deutsche Verfassungsschutz soll höchstpersönlich bei der Flucht des ungleichen Paares assistiert haben.

via focus: Unglaublicher Verdacht – Mysteriöser Fall der verschwundenen Maria: Führt die Spur zum Geheimdienst? #REP

Muslimin auf offener Straße in Paris erschossen: Verdacht auf Islamphobie

In der französischen Hauptstadt Paris ist eine muslimische Frau mit Kopftuch auf offener Straße erschossen worden. Wie die Zeitung Parisien unter Berufung auf Polizeiangaben berichtet, habe ein unbekannter Motorradfahrer im Pariser Vorort Patin eine muslimische Frau, als diese mit ihrem Auto die Candale- Straße passierte, getötet. Der Täter habe die Frau durch Schüsse in den Kopf getötet. Die Polizei schließt einen islamphobischen Hintergrund nicht aus.

via trt net: Muslimin auf offener Straße in Paris erschossen: Verdacht auf Islamphobie

Anti-Semitic Bullies Force London Jewish Schoolboy to Remove Skullcap

A Jewish boy walking home from school on Wednesday evening was forced to remove his skullcap by a gang of bullies. According to the UK’s Evening Standard, an 11-year-old boy was surrounded in the Hackney neighborhood of the British capital by a group of unfamiliar older children, who threatened to beat him up if he did not take off his kippah (skullcap). The boy was not injured in the incident, but the report said he was “badly shaken.” “He lives near where the incident took place and had his rucksack over his shoulders as he was walking home from school,” a spokesman for north London’s Shomrim neighborhood watch group was quoted as saying. “The child said he tried to run away but the youths blocked his way.” Antisemitic hate incidents in the UK jumped in the first half of 2016, with the Jewish community being targeted on an average of  three times per day.

via unitedwithisrael: Anti-Semitic Bullies Force London Jewish Schoolboy to Remove Skullcap

NS-Aufmarsch durch Stralsund

Zum ersten Aufmarsch der rechten Szene Mecklenburg-Vorpommerns nach dem gescheiterten Wiedereinzug der NPD in den Schweriner Landtag kamen lediglich 130 Teilnehmer nach Stralsund. Begleitet wurde dieser durch einen breiten Protest von bis zu 200 Gegendemonstranten. Unter dem Motto „Freiheit erkämpfen“ riefen die Nationalen Sozialisten Stralsund (NS Stralsund) zu einer Demonstration am 24.09.2016 in Stralsund auf. Ab 13:30 Uhr versammelten sich die ca. 130 Teilnehmer des Aufmarsches auf einen Parkplatz am Rande des Bahnhofes. Nach dem Verlesen der Auflagen, wie etwa das Begrenzen der Länge der Fahnenstöcke auf 2 Meter oder das Uniformierungsverbot, durch den NPD-Mann Norman Runge startete der rechte Aufmarsch durch Stralsund. Norman Runge, Landtagskandidat der NPD zur Wahl 2016 und redaktionell Verantwortlicher der Internetpräsenz der NPD Mecklenburg-Vorpommern, heizte Anfangs die Demonstration mit kleineren Reden ein. Ein Aufmarsch mit Pannen Nach etwa einem Viertel der Strecke versagte der Lautsprecherwagen, sodass die Demonstration pausieren musste, um zu klären wie es weiter gehen sollte. Nachdem eine bewusstlose Teilnehmerin der NS-Stralsund-Demonstration durch Rettungssantitäter behandelt und abtransportiert wurde, hielt die Demonstration ihre Kundgebung frühzeitig in einen Villenviertel ab. Insgesamt wurden hier drei Reden von der Landesvorsitzenden der NPD-Unterorganisation „Ring Nationaler Frauen“ Antje Mentzel, Norman Runge sowie eines jungen Redners aus der Warener Region gehalten.

via astwestmecklenburg; NS-Aufmarsch durch Stralsund

Versuchter Totschlag – Zwei Dessauer nach Gleisattacke angeklagt – #schauhin

Nach dem Gewaltangriff auf einen 34-jährigen Pakistaner am Bahnhof in Zerbst hat die Dessau-Roßlauer Staatsanwaltschaft gegen zwei Dessauer Anklage wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung erhoben. Die Männer im Alter von 20 und 23 Jahren sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Beide sind wegen zahlreicher Delikte bereits polizeibekannt. Vom Zug erfasst und schwer verletzt Sie sollen am 30. Juni den 34-jährigen Pakistani zunächst fremdenfeindlich beleidigt, zusammengeschlagen und anschließend allein auf den Gleisen zurückgelassen haben.  Der Mann hatte sich vor einem herannahenden Zug retten können, wurde jedoch vom Puffer des Triebfahrzeugs erfasst.

via mz web: Versuchter Totschlag Zwei Dessauer nach Gleisattacke angeklagt