München: Amokschütze plante die Tat seit einem Jahr

Der 18-jährige David S., der in München neun Menschen erschoss, hatte die Tat ein Jahr lang vorbereitet. Laut Ermittlern soll er dazu ein eigenes Manifest geschrieben haben. Der Amokschütze von München hat seine Tat offenbar lange vorbereitet. Bereits seit einigen Jahren habe er sich mit dem Thema Amok befasst, sagte der Chef des Landeskriminalamtes, Robert Heimberger, bei einer Pressekonferenz in München. Seit vergangenem Sommer habe er die Tat geplant. Auf einem Computer in seinem Zimmer fanden die Ermittler demnach ein Manifest, in dem sich David. S. mit seinen Plänen befasst habe. Das Manifest des norwegischen Attentäters Anders Breivik habe man entgegen erster Verlautbarungen allerdings nicht auf dem Computer gefunden. Dennoch scheint klar, dass sich David S. stark an dem Attentat Breiviks und dem Amoklauf von Winnenden orientiert hat. In der baden-württembergischen Stadt hatte der 17-jährige Tim K. im Jahr 2009 15 Menschen umgebracht. David S. war laut Ermittlern im vergangenen Jahr sogar nach Winnenden gefahren, um sich dort an den Tatorten umzusehen. Entsprechende Fotos habe man auf seiner Digitalkamera gefunden.
David S. hatte am Freitag auf dem Gelände des Olympia-Einkaufszentrums in München neun Menschen erschossen. Die Tat geschah auf den Tag fünf Jahre nach dem Breivik-Attentat. (…) Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der Täter seine Opfer nicht gezielt ausgesucht hat. Zwar habe es im Jahr 2012 ein Verfahren gegeben, in dem es darum ging, dass David S. auf dem Schulweg von drei anderen Jugendlichen gehänselt worden sein soll. Von den damals Beschuldigten sei aber keiner unter den Opfern gewesen. David S. hatte nach Erkenntnissen der Ermittler am Freitag über ein gefälschtes Facebook-Profil andere Jugendliche eingeladen, in die McDonald’s-Filiale am Olympia-Einkaufszentrum zu kommen. Mit Mitteilungen über den Facebook-Messenger habe er dem Nachdruck verliehen. Ob diese Einladungen angenommen wurden, ist unklar. Zwischen den Kommentaren auf dem Facebook-Profil und den Opfern gibt es laut LKA keine Namensübereinstimmungen. Das Facebook-Profil mit Namen und Foto eines türkischstämmigen Mädchens, habe er bereits im Mai eingerichtet. Bei der Tat am vergangenen Freitag wurden nach Angaben des LKAs vor allem Menschen mit Migrationshintergrund umgebracht. Unter den neun Toten sind zwei Deutsche, zwei Menschen mit deutschtürkischer Nationalität, jeweils eine Person aus Ungarn, der Türkei und Griechenland. Ein Toter stamme aus dem Kosovo, ein weiteres Todesopfer sei staatenlos gewesen. LKA-Chef Heimberger trat jedoch Spekulationen entgegen, wonach es der Amokschütze gezielt auf Jugendliche mit Migrationshintergrund abgesehen habe. Er sei selbst in der Gegend aufgewachsen und kenne die McDonald’s-Filiale, sagte Heimberger. Naturgemäß bestehe die Klientel dort eher aus Migrantenkindern. Pistole aus dem Darknet Die Tatwaffe war nach Angaben der Ermittler eine reaktivierte Theaterwaffe. Die Waffe trug ein Prüfzeichen aus der Slowakei. Der 18-Jährige verschaffte sich die Glock 17 offenbar im Darknet. Darauf deuten Chatprotokolle hin.

via spon: München: Amokschütze plante die Tat seit einem Jahr

siehe auch: Amokläufer David S.: Einsam, krank und fest entschlossen. Der Münchner David S. hat neun Menschen erschossen. Was trieb den 18-jährigen Jungen zu seinem blutigen Amoklauf? Eine Spurensuche im Leben eines Einzelgängers. Am Freitag, den 22. Juli 2016, sterben auf dem Gelände des Olympia-Einkaufszentrums in München neun Menschen – hingerichtet vom 18-jährigen Deutsch-Iraner David S.. Wer war der Mann, der sich noch gleichen Abend selbst umbrachte? Zwei Tage nach der Bluttat sind noch immer viele Fragen offen. Doch aus dem, was man bisher weiß, ergibt sich das Bild eines einsamen jungen Menschen mit schweren psychischen Problemen, dessen Leben schon seit langem auf die schreckliche Tat zusteuerte. (…) David flüchtet sich mehr und mehr in die Welt der Computerspiele. Vor allem der Ego-Shooter Counter-Strike hat es ihm angetan. Laut einem Mitspieler meldet er sich in Chats unter Namen wie “Amokläufer” und “Hass” an. Dort lebt er offenbar auch seine Wut auf die Türken aus. Er habe “Türkei =ISIS” gepostet und die rechtspopulistische AFD verehrt, berichtet der Mitspieler. Im vergangenen Winter sei der Kontakt abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt ist David längst in psychiatrischer Behandlung. Im Sommer 2015 verbringt er laut Staatsanwaltschaft zwei Monate in einer stationären Einrichtung. Auch danach wird er ambulant weiterbehandelt, bekommt Psychopharmaka verordnet. David leidet offenbar nicht nur unter Depressionen, sondern auch unter einer sozialen Phobie, Begegnungen mit Fremden versetzen ihn in Angstzustände. Noch im Juni 2016 sucht er offenbar einen Arzt auf. Sein Motiv: Der klassische Amokläufer Ein genaues Motiv für den Amoklauf lässt sich kaum erkennen. Doch David S. war, auch wenn es zynisch klingt, wohl so etwas wie ein Amokläufer aus dem Lehrbuch. “Er passt von Persönlichkeit und Verhaltensweisen”, sagt Forscherin Britta Bannenberg von der Universität Gießen; Täterprofil des Amokläufers – Inszenierter Selbstmord. Der Täter von München war nach bisheriger Erkenntnis ein klassischer Amokläufer. Der Deutsch-Iraner bereitete sich lange auf die Tat vor; München: Amokschütze plante die Tat seit einem Jahr. Der 18-jährige David S., der in München neun Menschen erschoss, hatte die Tat ein Jahr lang vorbereitet. Laut Ermittlern soll er dazu ein eigenes Manifest geschrieben haben. Der Amokschütze von München hat seine Tat offenbar lange vorbereitet. Bereits seit einigen Jahren habe er sich mit dem Thema Amok befasst, sagte der Chef des Landeskriminalamtes, Robert Heimberger, bei einer Pressekonferenz in München. Seit vergangenem Sommer habe er die Tat geplant. Auf einem Computer in seinem Zimmer fanden die Ermittler demnach ein Manifest, in dem sich David. S. mit seinen Plänen befasst habe. Das Manifest des norwegischen Attentäters Anders Breivik habe man entgegen erster Verlautbarungen allerdings nicht auf dem Computer gefunden.

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