Bremer Rechtspopulist ist Rocker

Lautstark setzt sich Fritjof Balz gegen „schwerkriminelle Jugendliche“ mit ausländischen Wurzeln ein – gegenüber einer schwerkriminellen Rockergang zeigt der Bremer Lokalpolitiker allerdings wenig Distanz. Gemeinsam mit „Hells Angels“ baut er einen neuen Treffpunkt auf. Die Bedrohung der öffentlichen Sicherheit liegt Fritjof Balz, selbstständiger Unternehmer und Mitbegründer der fremdenfeindlichen Bürgerinitiative „Rekumer Straße 12 – nicht mit uns“ am Herzen. Law and Order scheinen sein Thema. Manche nennen ihn aber auch einen Hetzer. Bekannt sind Balz  Facebook-Hasstiiraden vom „Dritten Reich light“ oder einer angeblichen „Edelrasse der Juden“, die uns regiere. Als Kandidat für die rechte Partei „Bürger in Wut“ bei der Bürgerschaftswahl 2015 trug der Liebhaber amerikanischer Luxusschlitten noch weißes Hemd und Sakko. Inzwischen sind Schulterumfang und Bizeps merklich gewachsen und Balz trägt jetzt offen „81“-Shirts oder einen rot-weißen Schlüsselanhänger mit der Botschaft „Fight for your right“ der „Hells Angels“. Gemeinsam mit Mitgliedern der kriminellen Rockergang, die sich zum Teil als  Repräsentanten des als aufgelöst geltenden Charter „Westside“ zu erkennen geben, werkelt der Glatzkopf an einem neuen Clubhaus in der Hansestadt. Zwischen Bahnlinie und Schrebergärten hat die ehemalige Gaststätte „Bastian“ in Walle ein neues Schild bekommen: „Parzelle 1 – West“ steht jetzt da. Das Außengelände wurde mit weißer Plane verhängt. „Nichtbeschäftigten ist der Zugang strengstens verboten“ heißt es an der gläsernen Eingangstür. Vor dem kleinen Gebäude stehen abends schwere Maschinen, aber auch der Wagen von Balz. Am letzten Wochenende reisten weitere Rocker im Daimler mit Hamburger Kennzeichen an, sie trugen Yakuza-Klamotten, ein anderer wies sich als „Hells Angel Poland“ aus. Längst ist bekannt, dass das mächtige norddeutsche Charter „Westside“ seine Auflösung nur initiiert haben könnte. Offen tritt auch der ehemalige Präsident  wieder mit dem „Westside“-Schriftzug im Internet  auf. Rocker als Ordner bei Pegida-Ablegern Parallel dazu zeigen die norddeutschen Rockergangs starke politische Bezüge auf. Mitglieder posten Hasskomentare gegen Flüchtlinge oder spielen sich als Beschützer deutscher Frauen auf.  Neonazis und rechte Hooligans wechseln die Lager, tragen jetzt die Farben rot-weiß oder posten die „81“, den Code der „Hells Angels“.  „Die sind tatsächlich hochpolitisch“, bestätigt ein Hamburger Szenekenner, die Politik bilde oft die Schnittmenge zu den Unterstützergangs. Rechte Demonstrationen und Kundgebungen zeigten, dass auch auf der Straße Rocker mitmischten. Einer der engsten Mitstreiter von Pegida-Gründer Lutz Bachmann gilt als Sympathisant des „MC Red Devils“. Bei Pegida-Ablegern wie in Wilhelmshaven oder Braunschweig traten Rocker als Ordner  auf.

via bnr: Bremer Rechtspopulist ist Rocker

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