München-Amokläufer soll AfD-Fan gewesen sein – die Reaktion der Partei ist entlarvend

Manchmal bekommt man Antworten auf Fragen, die gar nicht gestellt wurden. Und dann sagen diese Antworten mehr über den Antwortenden aus, als es jedes noch so weit hergeholte Gerücht jemals zu leisten vermocht hätte. Daran muss man unwillkürlich denken, wenn man das jüngste Facebook-Posting des AfD-Landesverbandes Rheinland-Pfalz liest [archive is mmMLQ]. Es ist offenbar eine Antwort auf einen Bericht des “Spiegel”, der zur Zeit im Internet kursiert. (…) Im Grunde ist es reine Spekulation, ob der junge Mann ein „rechtes“ Tatmotiv hatte oder nicht. Die AfD Rheinland-Pfalz weiß das genauso wenig wie die mehr oder weniger informierte Öffentlichkeit. Aber darum geht es nicht. Es ist der letzte Satz des Postings, der so entlarvend ist: „Auch wir können uns unsere Fans nicht aussuchen…“ Das ist für sich genommen natürlich wahr. Niemand würde J.D. Salinger dafür verantwortlich machen, dass ein irrer „Fänger im Roggen“-Fan im Jahr 1980 den Musiker John Lennon erschossen hat. Der rhetorische Brandbeschleuniger Einen entscheidenden Unterschied gibt es jedoch: Seit ihrer Gründung gießt die AfD rhetorischen Brandbeschleuniger aus. Anfangs noch eher subtil, spätestens seit der Spaltung der Partei vor einem Jahr jedoch ziemlich offensichtlich und äußerst unversteckt. Und das geht weit über den – zugegebenermaßen – äußerst unklaren Fall des Münchner Amokschützen hinaus. Und deshalb lohnt es sich, das Thema losgelöst von den aktuellen Ereignissen zu betrachten. Da stärkt die AfD der Pegida-Bewegung den Rücken – will aber nicht Schuld sein, wenn Pegida-Anhänger auf ihren montäglichen Demos ihren Hinrichtungsfantasien gegen die Bundesregierung freien Lauf lassen. Führende AfD-Vertreter befürworten einen Schießbefehl gegen unbewaffnete Flüchtlinge – wollen aber am Ende nicht dafür verantwortlich sein, wenn bei rechten Extremisten die Gewaltbereitschaft steigt. Und Leute wie der thüringische AfD-Chef Björn Höcke schüren in aller Öffentlichkeit rassistische Ressentiments gegen Asylbewerber aus Afrika – aber man Ende möchte niemand etwas mit der tatsächlich eskalierenden Gewalt gegen Flüchtlingsheime zu tun haben. Von Anfang an nahm die AfD dabei in Kauf, mit den „falschen Fans“ gemeinsame Sache zu machen. Schon in ihrem stichpunktartigen Gründungsprogramm warb sie um Menschen mit „unkonventionellen“ Ansichten. Die Folge war, dass sich allerlei Verschwörungstheoretiker und Sektierer in der Partei breit machten. Leute etwa, die allen Ernstes die Existenz von Gaskammern in Dachau leugneten.

via huff: München-Amokläufer soll AfD-Fan gewesen sein – die Reaktion der Partei ist entlarvend

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