Aus für #Asylheim in #Rostock – Die Kinder von #Lichtenhagen

Nach der Entscheidung gegen eine Flüchtlingsunterkunft können sich die Schläger und Rassisten feiern. Das Signal: Gewalt ist doch eine Lösung. Es sind 24 Jahre vergangen, seit ein rassistischer Mob vor dem Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen das Plattenbauviertel im Nordwesten der Hansestadt bekannt machte. Mit einem tagelangen Pogrom, der zum Symbol für das hässliche Deutschland wurde. 24 Jahre, in denen die Randalierer von damals erwachsen und vielleicht ruhiger geworden sind. 24 Jahre, in denen die Stadt versucht hat, den Ruf einer No-Go-Area abzuschütteln. 24 Jahre, in denen es offenbar nicht gelungen ist, die örtliche Zivilgesellschaft soweit zu stärken, dass Menschen nichtdeutscher Herkunft sich dort sicher fühlen können. Der Rostocker Sozialsenator hat die weitere Unterbringung von Flüchtlingsfamilien im Stadtteil Groß Klein untersagt, nachdem er bereits eine Unterkunft für junge Asylbewerber hatte räumen lassen. Das Beruhigungsmantra von der weltoffenen Universitätsstadt ist damit Geschichte. Nur den sprichwörtlichen Steinwurf vom Sonnenblumenhaus entfernt, im Plattenbaugürtel zwischen Innenstadt und dem Tourismuszentrum Warnemünde, sehen sich die Behörden noch immer nicht in der Lage, Menschen vor rechtsradikalen Übergriffen zu schützen. Selbst die Landesregierung soll Druck ausgeübt haben, um die Unterbringung der Flüchtlinge zu verhindern. Man sorgt sich, dass es mitten im Landtagswahlkampf zu rassistischen Ausschreitungen kommen könnte.

via taz: Aus für Asylheim in Rostock – Die Kinder von Lichtenhagen

siehe auch: Rechte Gefahr: Warum Rostock eine Asylunterkunft stoppt. Aus Angst vor Übergriffen hat Rostock zum zweiten Mal in kurzer Zeit die Unterbringung von Flüchtlingen in einem Stadtteil verhindert. Ist die Gefahr so groß? Kapituliert der Staat? Die Fakten im Überblick.Wochenlang wurden sie in dem Rostocker Stadtteil Groß Klein rassistisch beschimpft und provoziert. Dennoch möchten die minderjährigen Syrer unbedingt in ihre Unterkunft zurück. Das sagt zumindest Annette Kob, die Vorsitzende von “Neue ohne Barrieren”, dem Träger der Flüchtlingsunterkunft. “Es ist ihr Zuhause.”
Vor zehn Tagen hatte die Stadt Rostock die sieben- bis 17-jährigen Flüchtlinge aus ihren Wohnungen in Groß Klein geholt und sie in anderen Stadtteilen untergebracht. Aus Sicherheitsgründen, sagte Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Am vergangenen Donnerstag dann der zweite Fall: Bockhahn stoppte eine geplante Einrichtung für Flüchtlingsfamilien, ebenfalls in Groß Klein. Die Begründung auch hier: die angebliche Gefährdung der Flüchtlinge durch rechte Übergriffe in der Plattenbausiedlung. Die Empörung in Rostock ist groß. “Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Stadt so schnell kapituliert hat”, sagt Wolfgang Richter von der GGP Rostock, dem Träger der Flüchtlingsunterkunft, die nicht eröffnet werden darf. Torsten Sohn, Grünen-Politiker und Mitglied der Initiative “Rostock nazifrei”, spricht von einem “Offenbarungseid”. Pöbeleien und rassistische Gewalttaten gegen Geflüchtete hätten somit Erfolg. Bockhahn mache aus Groß Klein eine “rechtsfreie Zone”. Was ist da passiert? Warum greift ein Politiker der Linkspartei zu so drastischen Maßnahmen, die den Eindruck zulassen, er knicke vor Ausländerfeinden ein? Und welche Rolle spielen Polizei und Landesregierung? Ein Überblick.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s