Reich, mächtig, im Zentrum der Hauptstadt – die Lobby der superreichen Firmenerben

Angeblich geht es dem Lobbyverein Stiftung Familienunternehmen um Mittelstand und Arbeitsplätze, tatsächlich werden Steuergeschenke für Superreiche erkämpft. Auch zur AfD gibt es Verbindungen. Wer steckt wirklich hinter der Stiftung Familienunternehmen und ihrer Lobbyarbeit gegen eine gerechte Erbschaftssteuer? Wir klären auf. Wer könnte schon etwas gegen die mittelständischen Familienunternehmen haben, die für das wirtschaftliche Erfolgsrezept Deutschlands stehen? Wie gut sich das anhört, das wissen auch die Lobbyisten der Stiftung Familienunternehmen. Die Stiftung hat ihren Sitz in der teuersten Lage der Hauptstadt, am Pariser Platz direkt neben dem Brandenburger Tor. Von hier aus können die Lobbyisten den Bundestag fußläufig erreichen, um ihre Anliegen an die Politik heran zu tragen. Wer hält die Fäden in der Hand? Aber ist die Stiftung Familienunternehmen wirklich eine Vertreterin des Mittelstandes, wie sie immer behauptet? Die kritische Organisation LobbyControl trägt in ihrer Lobbypedia interessante Fakten zusammen: Im 35-köpfigen Kuratorium der Stiftung sitzen gerade einmal drei Unternehmer, die als Mittelstand gelten können. Die anderen sind Großunternehmen wie Henkel, Trumpf oder Theo Müller sowie Superreiche wie Johannes Kärcher (Alfred Kärcher GmbH) oder Edwin Kohl (Kohlpharma). Wirft man einen Blick auf die Liste der Mitglieder der Stiftung, findet man auch hier die ganz großen Konzerne: die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland), Aldi, Bosch und Bertelsmann. Außerdem die BMW-Erbenfamilie Quandt/Klatten, die Familie des Aldi-Gründers Albrecht oder die Familie Dr. Oetker. (…) m edlen Sitz am Pariser Platz, dem „Haus des Familienunternehmens“, lädt die Stiftung regelmäßig die einflussreichsten Politiker der Republik zum Gespräch. Merkel, Gabriel, Schäuble – sie alle waren schon da. Auch Bernd Lucke, ehemaliger Vorsitzender der AfD, hat schon dort gesprochen – zu den Nachteilen der EU. Doch die Verbindung der Stiftung Familienunternehmen mit der AfD geht tiefer. Denn niemand anderes als Matthias Lefarth ist heute Leiter der Repräsentanz der Stiftung am Pariser Platz. Er war zeitweise Landeschef der AfD Berlin. Der Steuerexperte und Eurokritiker wechselte im Juli 2014 zunächst als Leiter der Steuer- und Finanzpolitik zur Stiftung, weiß die Lobbypedia zu berichten. Nach eigener Aussage der AfD bleibt Matthias Lefarth der Partei auch nach seinem Wechsel verbunden. Er wird eng für den Landesverband und die Partei arbeiten, heißt es, passender Weise im Bereich der Steuer- und Finanzpolitik.

via campact: Reich, mächtig, im Zentrum der Hauptstadt – die Lobby der superreichen Firmenerben

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s