Chinesischer Tourist strandet in Dülmener Flüchtlingsheim

Eigentlich hatte sich der 31-Jährige auf eine unbeschwerte Europa-Reise gefreut. Doch dann wurde der Chinese am Flughafen in Stuttgart bestohlen und ging zur Polizei – dachte er. Am Ende unterschrieb er einen Asylantrag und landete in einem Flüchtlingsheim in Dülmen. Ganz genau aufklären lässt sich die wundersame Geschichte des Mannes aus dem fernen China wohl nicht mehr. Dass er letztlich das Flüchtlingsheim in Dülmen nach gut einer Woche verlassen konnte, verdankt er vor allem Christoph Schlütermann vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) im Kreis Coesfeld und dem Leiter des Flüchtlingsheimes, Klaudio Kolakovic. Irgendwann fiel ihnen der gut gekleidete Mann auf, er passte nicht so recht dorthin. Eine Verständigung mit ihm war aber kaum möglich, auch nicht mit Händen und Füßen. Schlütermann wandte sich zunächst an das örtliche China-Restaurant, das gab ihm den Tipp, es mal mit Mandarin zu versuchen. Schlütermann griff zu seinem Smartphone mit der Sprach-App. Die übersetzte Schlütermanns Fragen, ebenso die Antworten des Chinesen. Eine davon lautete: “Ich möchte im Ausland spazieren gehen.” So wurde schnell klar: Der Mann wollte kein Asyl, er wollte nach Italien und Frankreich. Asylantrag statt Diebstahlsanzeige unterschrieben Vor rund drei Wochen war dem Chinesen, der aus einer Provinz in Nordchina stammt, in Stuttgart kurz nach seiner Ankunft die Geldbörse geklaut worden. Er wollte den Diebstahl bei der Polizei anzeigen, geriet dann aber im rund 120 Kilometer entfernten Heidelberg in die Bürokratie der Flüchtlingsaufnahme. Wegen der fehlenden Sprachkenntnisse unterschrieb er statt einer Diebstahlsanzeige einen Asylantrag. Die Stadt Heidelberg teilte mit, dass es keine kommunale Anlaufstelle gewesen sein kann: “Er ist bei keiner städtischen Stelle vorstellig geworden”, teilte die Stadt am Montag (08.08.2016) mit. Odyssee über Karlsruhe und Heidelberg ins Münsterland Das Regierungspräsidium in Karlsruhe kann sich den Fall nur so erklären, dass der Mann in die Erstaufnahmestelle in Karlsruhe gekommen und von dort aus nach Heidelberg weitergeschickt worden sei.  (…)  In der Erstaufnahmeeinrichtung in Dortmund wurde ihm der Reisepass abgenommen und Fingerabdrücke genommen. “Sein Reisepass wurde eingezogen, dafür bekam er Flüchtlingsdokumente”. Die Maschinerie der Asyl-Bürokratie ließ sich nicht mehr stoppen. (…) Hinzu kamen weitere Hürden, die dem Chinesen zum Verhängnis wurden. So hatte er bei der Einreise zwar ein gültiges Visum vorgelegt, dieses wurde aber offenbar an falscher Stelle abgespeichert und ließ sich anfangs nicht wiederfinden. Das erschwerte den Versuch des DRK-Mitarbeiters Schlütermanns, die Identität und den Aufenthaltsstatus seines Gastes aus Fernost zweifelsfrei zu klären.

via wdr: Chinesischer Tourist strandet in Dülmener Flüchtlingsheim

siehe auch: Chinese tourist who lost wallet in Germany ends up in refugee shelter– Man diverted to home in Dülmen after mistakenly filling in asylum application instead of stolen goods report. A Chinese tourist who tried to report a stolen wallet during a visit to Germany unwittingly signed an application that got him stranded as a refugee for two weeks in the country’s burgeoning asylum bureaucracy. The 31-year-old, known as Mr L, spoke only Mandarin. German authorities discovered their mistake after turning in desperation to a local Chinese restaurant to interpret for them, a Red Cross official said on Monday. Christoph Schlütermann, an official with the German Red Cross, which runs the home, told DPA news on Monday that the man “set machinery in motion that he couldn’t get out of”. “He spent 12 days trapped in our bureaucratic jungle because we couldn’t communicate,” he said. “Germany is unfortunately an extremely bureaucratic country. Especially during the refugee crisis I’ve seen how much red tape we have.”

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