Brennt ein Heim, ist die NPD nicht weit

Zwei Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in Berlin an einem Tag, in Buch (Pankow) und Adlershof (Treptow-Köpenick). Zwar ist das Tatmotiv jeweils unbekannt, aber die NPD hatte beide Heime im Visier. Die beste Ausbeute hat die NPD in der Glienicker Straße (Treptow-Köpenick) gemacht. “40 Unterschriften in vier Stunden”, berichtet der Berliner Landesvorsitzende Sebastian Schmidtke mit dem Hinweis, dass es “im Westen” nirgendwo so einfach wäre, Unterschriften für den Wahlantritt seiner Partei zu sammeln wie hier, in seinem eigenen Bezirk im Osten der Stadt. Das Gespräch mit dem rbb fand wenige Tage vor dem Umzug von 170 Flüchtlingen in eine umgewidmete Sporthalle in ebendieser Glienicker Straße statt. Sie mussten am Montagabend umziehen, weil die Containerunterkunft in Buch (Pankow), in der sie untergebracht waren, in der Nacht zu Montag gebrannt hatte: Sechs Bewohner wurden verletzt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, das Tatmotiv sei noch unbekannt. NPD organisiert flüchtlingsfeindlichen Bürgerprotest Jetzt also sind sie dort untergekommen, wo schon vor Monaten die organisierte NPD-Hetze gegen Flüchtlinge gefruchtet hat. Hier hatte die NPD, wie an einigen anderen Orten der Stadt, einen flüchtlingsfeindlichen Bürgerprotest organisiert. Mit gewissem Erfolg. Auch in Buch hatte die NPD schon früh gegen das dortige Containerheim für Flüchtlinge mobilisiert. Seither kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Rechtsextremisten im Umfeld dieser Unterkunft. Jetzt also hat es dort gebrannt. Warum? Das ist NPD-Funktionären wie Sebastian Schmidtke erst einmal egal. Für ihn ist eine Unterkunft, die wegen eines Brandanschlags unbewohnbar ist, in jedem Fall ein Erfolg. Das sagte er dem rbb im vergangenen Jahr, nachdem in Nauen im Havelland eine für Flüchtlinge hergerichtete Turnhalle nach einem gezielten Anschlag komplett abgebrannt war. “Für die Region vor Ort ist es erst einmal ein Erfolg. Für Brandenburg selber aber nicht, weil sie natürlich in anderen Heimen untergebracht werden. Für die Bürger vor Ort ist es erst mal gut und auch für die Bürgerinitiative vor Ort ist es gut.” Die erwähnte “Bürgerinitiative vor Ort” wurde in Nauen von Maik Schneider initiiert, Stadtverordneter und Parteifreund von Sebastian Schmidtke, der inzwischen von der Staatsanwaltschaft angeklagt wurde, für diesen Brandanschlag maßgeblich verantwortlich zu sein. Die Parallelen zum Anschlag in Buch mögen augenfällig sein, bewiesen sind sie nicht.

via rbb: Brennt ein Heim, ist die NPD nicht weit

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