Geheime Gruppen auf Facebook – Wo Rechtsextreme ungestört zum Mord aufrufen

Auf Facebook begehen Rechtsextreme systematisch Straftaten in geheimen Gruppen. Unser Autor hat sich eingeschmuggelt und Unfassbares erlebt. Unser Blendle-Tipp.
In der Gruppe „Die Runde“ wird wieder aufgeregt debattiert. Monika G. aus dem hessischen Friedberg berichtet, ihre zehnjährige Tochter sei an der Eisdiele von „drei dunkelhäutigen Neubürgern“ angesprochen und um eine Geldspende gebeten worden. So langsam reiche es ihr, schreibt Monika G. Aber was tun? Christian W. aus der Steiermark hat eine Idee: „Jedes Mal, wenn so ein Drecksack die Fresse aufmacht, mit dem Baseballschläger draufhauen.“ Detlef M. ist der Ansicht, man solle die Flüchtlinge mit dem Auto überfahren, Arne M. schreibt: „Ich würde sie abknallen.“ Burkhard B. glaubt nicht, dass man sie zwangsläufig umbringen müsse. Seine Minimalforderung: „Schwänze ab, basta!“ Es ist eine typische Unterhaltung an einem typischen Montagabend in der geschlossenen Gruppe „Die Runde“.

via tagesspiegel: Geheime Gruppen auf Facebook – Wo Rechtsextreme ungestört zum Mord aufrufen

siehe auch: Hetze auf Facebook: Hassposter weichen in geschlossene Gruppen aus. Wegen stärkerer Strafverfolgung und schärferem Vorgehen von Facebook suchen Hassposter eine Lücke im System Immer mehr Facebook-User weichen in geschlossene Gruppen aus, um dort gewaltverherrlichende und rassistische, islamfeindliche oder antisemitische Äußerungen von sich zu geben. Man muss Mitglied dieser Gruppen sein, um die dort geposteten Inhalte sehen zu können. Um beizutreten, ist eine Anfrage nötig, die dann von den Administratoren akzeptiert oder abgelehnt werden kann. Dadurch wird es auch für Strafbehörden schwierig, Hetze im Netz zu verfolgen. Die Polizei kann erst nach Hinweisen “verdeckt” in der Gruppe ermitteln. Keine aktive Suche durch Facebook Auch Facebook selbst gibt gegenüber dem “Tagesspiegel” an, in den geschlossenen Gruppen nicht aktiv nach Hasspostings zu suchen. Vielmehr vertraue man – wie auch bei öffentlichen Postings – auf die Mitarbeit anderer User, die entsprechende Beiträge “melden”. Da sich in den geschlossenen Gruppen jedoch Gleichgesinnte treffen, sind Meldungen sehr selten. Der “Tagesspiegel” fand etwa Gruppen, in denen sich Mitglieder regelmäßig mit “Heil Hitler” begrüßen und offen ihre Gewaltfantasien ins Netz stellen. Der Hungertod afrikanischer Kinder findet Applaus, Kinder im syrischen Aleppo wird das “Verrecken” gewünscht, wie der Tagesspiegel zitiert: “Nur ein toter Moslem ist ein guter Moslem”. Aufgrund der enormen Größe derartiger Gruppen – manche haben über 10.000 Mitglieder – finden diese Aussagen vor einer Öffentlichkeit statt, wären also zumindest in dieser Hinsicht nach dem Tatbestand der “Verhetzung” verfolgbar.

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