Soziale Netzwerke – Rechtsextreme in Sachsen vereinnahmen Tierschutz

Gesundes, tier- und umweltfreundliches Verhalten: Für immer mehr Menschen ist das im Alltag wichtig. Die Forderung nach artgerechter Tierhaltung und eine vegetarische Ernährungsweise liegen im Trend. Ein Trend, der sich längst aus dem linken Spektrum gelöst hat. So weit, dass auch immer mehr Rechtsextreme das Thema für sich beanspruchen. (…) Nach Recherchen von MDR AKTUELL beobachtet der Verfassungsschutz in Sachsen seit 2013 verstärkt, wie das Thema Tierschutz von Rechtsextremen aufgenommen wird. Pressesprecher Martin Döring sagt, dass vor allem die Sozialen Medien eine wichtige Rolle spielen: “Rechtsextremisten agierten hierbei offen, unter anderem auf Facebook-Profilen der Jungen Nationaldemokraten. So wurden immer wieder Beiträge zum Thema Tierschutz eingestellt, die die Finanzierung von Tiergehegen und Tierheimen, Proteste gegen die Wildtierhaltung beim Zirkus oder die Unterstützung von Anti-Giftköder-Aktionen unterstützen.” Einschlägiges, rechtes Gedankengut vermischt sich hier mit einem gesellschaftlichen Trend. Oft bleibt es nicht beim bloßen Sammeln von Spenden. Der Tierschutz wird ideologisiert. In rechten Versand-Shops finden sich zum Beispiel Tierrechts-Buttons, auf denen Slogans wie “Döner ist scheiße” und “Schächten ist Tierquälerei” stehen. Expertin: Argumentation erinnert an Drittes Reich Der Student Tom tourt dieses Jahr zusammen mit anderen Tierschützern aus seinem Heimatort Döbeln durch Deutschland. In einer Vortragsreihe sensibilisieren sie dafür, wie vielschichtig die Argumentation der Rechten sein kann. Tom erklärt das am Beispiel von rechtem Engagement gegen das Schächten: “Wenn man im Hinterkopf hat, dass der ach so nette Germane auch nett mit Tieren umgeht. Da sind angeblich JüdInnen die böse Gegenfolie. Feind der Tiere sozusagen, weil sie ‘grausam’ mit ihnen umgehen. Auf der anderen Seite, stehen die Deutschen, weil sie ‘so gut mit den Tieren umgehen’. Da müssen sie ja quasi deren Feindbild sein.” Die Sozialwissenschaftlerin Mieke Roscher forscht an der Uni Kassel zum historischen Tierrecht. Sie sagt, die Art der Argumentation sei seit dem Dritten Reich dieselbe: Bestimmte Gruppen sollten durch die Höherstellung von Tieren ausgegrenzt werden.

via mdr: Soziale Netzwerke – Rechtsextreme in Sachsen vereinnahmen Tierschutz

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