Die NPD will 50.000 Euro von Anti-Rassismus-Künstler

Mit 66 Wolfsskulpturen, die bis Dienstag auf dem Washingtonplatz standen, will der Storkower Künstler Rainer Opolka zum Nachdenken über rechte Gewalt anregen, bei der NPD kommt das nicht gut an. Weil er mit seinen Skulpturen ein Mahnmal gegen Rassismus setzt, fordern zwei Berliner NPD-Funktionäre 50.000 Euro von Künstler Rainer Opolka. Bedrohlich strecken sie ihre Pranken aus, wie Spieße ragen ihre Zähne aus den Mäulern. Manche Wölfe tragen Waffen. „Homo homini lupus“ – dass der Mensch dem Menschen ein Wolf ist, erkannte schon der Römer Plautus. Zur Schau stellte es kaum jemand deutlicher, als Rainer Opolka. Mit 66 martialischen Skulpturen zieht der 61-jährige Künstler durch Deutschland. Auf Mission, vor rechter Gewalt und Rassismus zu warnen. Ihre letzte Station war Berlin. Bis Dienstag standen Opolkas Figuren auf dem Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof. „95 Prozent der Menschen reagieren positiv darauf“, sagt der Storkower. Missfallen aus den rechten Reihen Kurz vor Ende der Ausstellung trifft Opalka das Missfallen der restlichen fünf Prozent umso stärker. Sie stammen aus den rechten Reihen. Einen offenen Brief „an den Linksextremisten“ verschickt die Berliner NPD, ächtet darin sein „plumpes Eintreten für menschenverachtenden Anarchokapitalismus“. Der Landesvorsitzende Sebastian Schmidtke schreibt: „Wir sind der Überzeugung, daß es an der Zeit ist, Ihr Kunstprojekt zu demokratisieren. Deswegen bitten wir Sie um Ihre Einwilligung, daß wir ihre Skulpturen mit blauen Müllsächen verhüllen, um ein Zeichen für Demokratie und Toleranz zu setzen“ (Fehler originaltreu übernommen).  „Mit wölfischen Grüßen“, verabschiedet Schmidtke sich. Stefan Lux setzt noch einen oben drauf. 50.000 Euro will der Landesgeschäftsführer von dem Künstler – eröffnet ihm „die einmalige Gelegenheit“, sein künstlerisches Irren mit einer Parteispende wieder gut zu machen. „Sie garantieren mit Ihrer Spende die totale Plakatierung Berlins.“ Für die nächste Wahlkampagne, versteht sich. Mit Plakat-Kampagnen kennen Rainer Opolka und sein Zwillingsbruder Harald sich aus. Als im Wahlkampf 2014 über Nacht 50 Anti-Nazi-Plakate der SPD verschwanden, kauften sie 500 neue und hängten sie auf. Auf das von ihnen aus der Insolvenz gerettete Schloss Hubertushöhe bei Storkow verweigerten sie NPD-Funktionären den Zutritt. Ende 2014 verlieh das Berliner Holocaust-Mahnmal den Brüdern einen Ehrenpreis. Wer zu Hitlers Geburtstag Parteitag feiert, kriegt einen Tritt Der aktuelle NPD-Vorstoß beeindruckt Opolka wenig. „Leute, die zum Hitlergeburtstag Parteitage feiern, erhalten von mir keine 50.000 Euro, sondern einen Tritt“, kommentiert er den Brief. „Ich lasse mich von solchen Leuten nicht abschrecken. Wie sagte Voltaire? Das Leben ist viel zu kurz, um vor erbärmlichen Schurken zu kriechen.“ Im Gespräch mit B.Z. sagt er, dass eine Million Menschen seine Wölfe sehen sollen. Bisher stellte er in Potsdam, Dresden und Berlin aus, 250.000 Menschen kamen.

cia bz berlin: Die NPD will 50.000 Euro von Anti-Rassismus-Künstler

One thought on “Die NPD will 50.000 Euro von Anti-Rassismus-Künstler

  1. Josef Zehethofer says:

    Ein Tritt in die Kehrseite das ist die korrekte Antwort auf das Ansinnen der NPD!!

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