Hetzender Reporter

Ägyptischer Journalist der Deutschen Welle ruft zu Gewalt gegen Aktivistin auf und wird daraufhin entlassen »Gibt es eine Frau in diesem Land oder einen anständigen Mann, der uns den Gefallen tun würde, Mahinur zu entführen, ihr mindestens einen Viertelliter Säure zu trinken zu geben und den Rest in ihr Gesicht zu kippen?« Mit diesem heftigen Kommentar auf seiner privaten Facebook-Seite sorgte der ägyptische Reporter Nagi Abbas vergangene Woche für Unruhe bei der Deutschen Welle (DW). Abbas attackiert in dem inzwischen gelöschten Post die linke Anwältin und Aktivistin der trotzkistischen Gruppe »Revolutionäre Sozialisten«, Mahinur Al-Masri. Zwar ruderte Abbas zügig zurück und erklärte, alles, was er auf seinem privaten Profil schreibe, gebe seine Meinung wieder und habe nichts mit seiner Arbeit als Journalist zu tun. Seinen Job rettete er damit jedoch nicht, der Sender reagierte prompt und erklärte in einer Stellungnahme am Freitag, man habe die Zusammenarbeit mit einem freien Mitarbeiter der Redaktion für das arabischsprachige Programm beendet. Abbas, der in der Erklärung nicht namentlich genannt wird, habe »unmissverständlich zu einer strafbaren Handlung gegen Al-Masri aufgerufen«. Er weise sich auf seiner Internetpräsenz als Mitarbeiter der DW aus. Der Sender habe den Vorgang unverzüglich und zugleich sorgfältig geprüft und mit dem Mitarbeiter gesprochen, der dabei die Authentizität des Eintrags bestätigte, heißt es in der Mitteilung weiter. Die DW toleriere »solch ein Verhalten in keinem Fall und unter keinen Umständen«. Der Sender habe daher nicht nur die Zusammenarbeit beendet, sondern prüfe »darüber hinausgehende, juristische Schritte«. Zuvor hatte es unter Kritikern des Regimes in Kairo einen Aufschrei der Entrüstung über den Kommentar gegeben. Die bekannte libanesische Journalistin Lilian Dawoud, die nach jahrelanger Arbeit für ägyptische Medien vor wenigen Wochen in Kairo verhaftet und nach Beirut abgeschoben wurde, kritisierte nicht nur Abbas’ Attacke auf Al-Masri, sondern auch die DW. Wie könne die arabische Redaktion diesen Journalisten zum Thema Menschenrechtsverletzungen arbeiten lassen, erklärte die Exmoderatorin des ägyptischen Senders ONTV in einem Kommentar auf Twitter.

via jw: Hetzender Reporter

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