Duisburg-Neumühl – Ein Stadtteil in rassistischer „Sorge“

Eine bedrohliche, rassistische Stimmung gegen Geflüchtete erzeugte die Versammlung der NPD NRW am Samstag, 27. August 2016 in Duisburg-Neumühl. Der Anlass für die Demonstration war eine Vergewaltigung durch einen Bewohner der Landesasylunterkunft in Duisburg-Neumühl. Sowohl „RP Online“, als auch „Der Westen“ beriefen sich dabei auf Aussagen der Polizei und Staatsanwaltschaft Duisburg. Nach Angaben des Opfers ereignete sich die Straftat in einem naheliegenden und leerstehendem Gebäude in der Nähe der Landesasylunterkunft. Hier sah die NPD NRW offenbar eine günstige Gelegenheit um sowohl rassistische, als auch neonazistische Inhalte in die Bevölkerung im Duisburger Stadtteil Neumühl zu tragen. Am 21. August informierte die Polizei Duisburg die Öffentlichkeit über „eine Vergewaltigung einer Minderjährigen in einem leerstehenden Gebäude in Duisburg-Neumühl“. Gegenüber „Der Westen“ bestätigte sie zu dem, dass der mutmaßliche Täter in der naheliegenden Landesasylunterkunft lebte. Rund einen Tag später meldete sich dann der ehemalige Polizist und extrem rechte Rocker Tim Kellner zu diesem Fall zu Wort und schilderte dabei einen möglichen Ablauf der Tat in einem Facebook Beitrag. Tim Kellner ist zu dem einer der Anführer der Rockergruppe „Brothers MC“, hetzt regelmäßig auf seiner Seite gegen Geflüchtete und sah hier wohl als erster Akteur der Extremen Rechten eine günstige Gelegenheit, um rassistische Agitation zu betreiben. Bis Mittwoch, 24. August 2016, wurde sein Beitrag über 2.400 mal bei Facebook geteilt. Auf den Fall wurde auch der nordrhein-westfälische Landesverband der NPD aufmerksam und kündigte am Mittwoch gegen 19.30 Uhr eine Demonstration durch Neumühl an. Ein Großteil der geteilten Beiträge war rassistisch motiviert, daran erkannte die NPD und der Landesvorsitzende Claus Cremer offenbar das Potenzial für eine Versammlung mitten in Neumühl. Schon vor einigen Jahren hatten sich Anwohner_innen des Stadtteils einen Ruf innerhalb Duisburgs erarbeitet, wie die Gruppe „Crème Critique“ auf ihrem Blog berichtet. Auf der Seite der „Initiative gegen Duisburger Zustände“ sind zu dem detaillierte Schilderungen von rassistischen Bürger_innen-Versammlungen und Demonstrationen zu finden. Zu dem erlangte die extrem rechte Splitterpartei „Pro NRW“, bei den letzten Duisburger Kommunalwahlen, in Neumühl fast zehn Prozent der Stimmen und war somit drittstärkste Kraft dort.

via sechel.it: Duisburg-Neumühl – Ein Stadtteil in rassistischer „Sorge“

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