Identitäre Bewegung – Wie sich die rechte Szene an Österreichs Unis neu aufstellt

Die rechtsextreme Identitäre Bewegung tritt in Österreich vor allem an den Hochschulen auf. In jungen, politisch engagierten Studenten finden die österreichischen “Identitären” offenbar besonders leicht Anhänger. Die Unis versuchen mittlerweile verstärkt, sich gegen die Rechtsextremen zu wehren. Wenn sich die Mitglieder der rechen “Identitären Bewegung Deutschland” in Zukunft zu Störaktionen treffen wie nun am Wochenende in Berlin, als einzelne Aktivisten das Brandenburger Tor besetzt hatten, wird das Bundesamt für Verfassungsschutz wohl ein Auge auf sie haben. Mitte August kündigte die Behörde an, dass die Gruppierung von nun an bundesweit beobachtet werde. Zuvor stand sie nur in einzelnen Bundesländern unter Beobachtung. Vorbild der deutschen “Identitären” ist ihr Pendant in Österreich. Dort ist die Bewegung schon seit einigen Jahren aktiv – und tritt vor allem an den Hochschulen des Landes in Erscheinung. Im April stürmte eine Gruppe der “Identitären Bewegung Österreich” (IBÖ) die Aufführung von Elfriede Jelineks Stück “Die Schutzbefohlenen” an der Universität Wien. Die Nobelpreisträgerin kritisiert darin die restriktive österreichische Flüchtlingspolitik – für die “Identitären” ein Dorn im Auge; sie verteilten Flugblätter mit der Aufschrift “Multikulti tötet”. Ähnliche Szenen spielten sich auch an der Uni Klagenfurt ab, wo eine Vorlesung zum Thema Flucht und Asyl gestürmt wurde. Die österreichischen Hochschulen wehren sich nun verstärkt dagegen, dass die Vertreter der neuen Rechten die Bildungseinrichtungen für ihre Zwecke benutzen. Studentenvertreter haben bereits angekündigt, nach den Übergriffen der vergangenen Wochen verstärkt über die “Identitären” informieren zu wollen. Und nach dem Vorfall in einem seiner Hörsäle sagte der Klagenfurter Universitätsrektor Oliver Vitouch, man werde sich auf keinen Fall einschüchtern lassen – nun heiße es “Wehret den Anfängen”. Die österreichischen “Identitären” gelten gemeinhin als Vorbild für das Aufkommen der deutschen Szene. Ihr politisches Ziel, so schreibt die IBÖ auf ihrer Internetseite, ist der “Erhalt der ethnokulturellen Identität” des Landes. Man kennt sich, dies- und jenseits der Grenze: Deutsche “Identitäre” seien im Juni zu ihren rechtsextremen Kollegen nach Wien gereist, heißt es beim bayerischen Verfassungsschutz, Österreicher traten bei deutschen “Pegida”-Kundgebungen auf. In jungen, politisch engagierten Studenten finden die österreichischen “Identitären” offenbar besonders leicht Anhänger. Für Studenten, die ein gewisses Bedürfnis nach Aktionismus samt theoretischem Überbau hätten, seien die “Identitären” eine Anlaufstelle, sagt der Politikwissenschaftler Bernhard Weidinger vom Wiener Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Die Stiftung wird vom Bund und der Stadt Wien finanziert und bezeichnet die IBÖ als “rechtsextreme Jugendorganisation mit vielfältigen faschistischen Anklängen”.

via sz: Identitäre Bewegung – Wie sich die rechte Szene an Österreichs Unis neu aufstellt

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s