Polnische und deutsche Antifaschisten vereinigt gegen Nazis

Deutsche, Polen und Flüchtlinge wehrten sich in Frankfurt (Oder) gegen rechten Aufmarsch. Luftschlangen, Seifenblasen, Faschingshütchen und Konfetti bekam Frankfurt (Oder) am Wochenende zu sehen, aber auch eine Gruselparty unter den Fahnen von Kaiserreich und Republik sowie denen der rechtsextremistischen Splitterpartei »Der III. Weg«. Der Samstagnachmittag begann in der Oderstadt mit einer antifaschistischen Straßenparade, an der zumeist junge Leute teilnahmen, darunter eine Trommlergruppe von Flüchtlingen. Mit dabei waren auch die Landtagsabgeordneten René Wilke und Andrea Johlige, Claudia Sprengel vom Parteivorstand und der Bundestagsabgeordnete Thomas Nord (alle LINKE). »Man sollte immer da sein, wenn in Frankfurt Nazis aufmarschieren und Antifaschisten dagegen halten. Ich sehe das als eine dauerhafte Verpflichtung«, sagte Thomas Nord dem »neuen deutschland«. Der Mitinitiator der Straßenparade, Markus Fett, verwies darauf, dass es bis Ende Juli mehr rassistische Angriffe in Frankfurt (Oder) gab, als im gesamten Vorjahr, wie der Verein Opferperspektive kürzlich in einem Brandbrief an Stadtverordnete und Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos) festgestellt habe. Der Verweis auf Integrationsbemühungen reiche als Reaktion nicht aus, meinte Fett. »Diese neuen Nazis sind unsere Mitschüler, Kollegen und Nachbarn«, betonte er. Für sie dürfe es nur die Alternative zwischen sozialer Ächtung oder Aufgabe ihrer menschenfeindlichen Ideologie geben. In der Slubicer Straße vereinte sich der bunte Zug mit weiteren mehr als 200 Demonstranten aus Frankfurt (Oder) und der polnischen Nachbarstadt Slubice für ein nazifreies Frankfurt (Oder). Dazu aufgerufen hatten mit dem Bündnis »Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)« auch die Stadtoberhäupter von Frankfurt (Oder) und Slubice, deren Stadtverordnetenvorsteher und die Vertreter der Europa-Universität Viadrina und des Collegiums Polonicum. »Das Problem sind nicht die Flüchtlinge«, sagt Bündnissprecher Jan Augustyniak: »Das Problem sind die Kriege. Und wer wäre ein schlimmerer Kriegstreiber in der Geschichte als Faschisten und Ultranationalisten.« Der Frankfurter Oberbürgermeister Martin Wilke nannte die Zusammenarbeit in Europa alternativlos. Frankfurt (Oder) habe gemeinsam mit Slubice die richtigen Zeichen dafür gesetzt. Die beiden Städte ließen sich nicht von den Rechtsextremisten missbrauchen. Roman Sieminski, stellvertretender Bürgermeister von Slubice, verwies auf die gemeinsame Vision von Europa, damit sich die Geschichte nicht wiederhole. Der Bundestagsabgeordnete Nord erinnerte daran, dass im Zweiten Weltkrieg 17 Prozent des polnischen Volkes durch die deutschen Aggressoren ausgerottet wurden.

via nd: Polnische und deutsche Antifaschisten vereinigt gegen Nazis

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