Unruhe wegen AfD-Personalie – Mohr-Flügel verliert Einfluss

Alte Flügelkämpfe und Streitigkeiten im Stadtverband Aachen der „Alternative für Deutschland“ (AfD) sind offenbar neu ausgebrochen und sorgen für Umstrukturierungen. Zudem hat der bisher deutlich rechtsaußen stehende Verband für erhebliche Unruhe in einer kirchlichen Jugendeinrichtung gesorgt. Auslöser war die Wahl von Jan-Peter Trogrlic Ende August zum neuen Sprecher der AfD in Aachen. Trogrlic (teilweise kursieren auch andere Schreibweisen) war fast zehn Jahre lang Mitarbeiter der kirchlichen, multikulturellen und wegen ihrer wertvollen Integrationsarbeit prämierten Jugendeinrichtung „Offene Tür Josefshaus“ im stark durch Migranten geprägten Ostviertel. Bei dem OT-nahen, renommierten Theaterprojekt „ChaOSTheater“ wirkte er als Bühnenbauer mit. Die oft antirassistischen und antifaschistischen Stücke und andere OT-Projekte wurden teils mit Bundesmitteln gefördert, etwa vom „Lokalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus“. Nach zwei Tagen voller Irritationen und Empörung in Kirchen-, Partei- und Initiativenkreisen hat Trogrlic am vergangenen Donnerstag seine Honorartätigkeit bei der OT aufgeben müssen, ansonsten hätte die zuständige Pfarre ihn wohl Anfang kommender Woche vor die Tür gesetzt. In der Vergangenheit hatte sich die AfD in Aachen deutlich früher rechtsaußen positioniert, als etwa der Bundesverband (Rechtsruck der AfD: DIG-Streit um extrem rechte “Israelfreunde”; Die Partei des gesunden Menschenverstandes – und die AfD Aachen). So sagte OT-Leiter Richard Okon nach Bekanntwerden von Trogrlics neuer Funktion der Lokalpresse, dass die fremdenfeindlichen Aussagen von Vertretern der AfD schwer vereinbar seien mit dem, wofür die OT stehe. Daher dürfte auch die weitere Beschäftigung des neu gewählten lokalen AfD-Chefs problematisch gewesen sein. Dessen Mitgliedschaft in der AfD und dessen Teilnahme an AfD-Flyeraktionen war der OT und der Pfarre zwar schon länger bekannt, während der Arbeit soll er sich indes gemäßigt haben. Für Irritationen sorgte der „Fall Trogrlic“ auch in den Reihen der Sozialdemokratie, immerhin war OT-Leiter Okon bei der letzten Kommunalwahl für die SPD in den Städteregionstag gewählt worden und ist Beisitzer im Vorstand der SPD Aachen Ost. Rassistische Hetze via Internet Unbekannt war offenbar das, was die Lokalpresse als „eine andere Seite [des] Charakters“ des neuen AfD-Chefs in Aachen umschreibt. Trogrlic (62) war in der Vergangenheit aufgefallen als „Forentroll“. Ein solches Treiben gab er gegenüber den „Aachener Nachrichten“ zu, die am Freitag berichteten, er sei verschiedenen „Zeitungsredaktionen [auch des eigenen Verlagshauses] als aggressiver Kommentator bekannt, der vor allem die Anonymität des Internets genutzt hat, um gegen Ausländer und Journalisten zu pöbeln. Gerne postete er dann auch Erbrochenes oder Kothaufen, um seine üblen Tiraden gegen Andersdenkende bildlich zu unterstreichen. Er hetzte gegen ‚Jungneger‘, nannte unbegleitete Flüchtlinge ‚Lumpen‘ und beschimpfte Redakteure als ‚Arschlöcher‘ und ‚Büttel‘ der ‚Lügenpisse‘.“

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