Kirchlicher Mitarbeiter und Forentroll

Der neue Sprecher der AfD-Aachen hat sich als Kommentarautor in rechten Blogs hervorgetan – gegen einen früheren Sprecher klagt der Aachener Verband wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten. Ende August wurde Jan-Peter Trogrlic (teilweise kursieren auch andere Schreibweisen) zum neuen Sprecher der AfD in Aachen gewählt. Trogrlic war fast zehn Jahre Mitarbeiter der kirchlichen, multikulturellen und wegen ihrer wertvollen Integrationsarbeit prämierten Jugendeinrichtung „Offene Tür Josefshaus“. Bei einem OT-nahen, renommierten Theaterprojekt wirkte er als Bühnenbauer mit. Die oft antirassistischen und antifaschistischen Stücke und andere OT-Projekte wurden teils mit Bundesmitteln von Antirassismus- und Demokratie-Projekten gefördert. Nach zwei Tagen voller Irritationen in Kirchen-, Partei- und Initiativenkreisen musste Trogrlic am vergangenen Donnerstag seine Honorartätigkeit bei der OT aufgeben, ansonsten hätte die zuständige Pfarre ihn wohl Anfang dieser Woche vor die Tür gesetzt. Trogrlic (62) ist nach bnr.de-Recherchen in den letzten Jahren aufgefallen als Kommentarautor und „Spürnase“ in rechten Blogs und als Forentroll, wobei unter einem ihm zugeschriebenen Nutzerkonto die Lokalzeitung unter anderem als „Printen-Prawda“, „Scheiß-Blatt“ und „Dreckspresse in Aachen“ angegangen wurde. In einem Kommentar unter „PI-News/Politically Incorrect“ hieß es unter dem Nutzerkonto zudem, der „Staatsschutz“ sei „hinter mir her, da ich einen Provinzpolitiker unserer Stadt als Volksverräter, Arschloch, Kretin und Pisser bezeichnete.“ Aus zahlreichen bnr.de vorliegenden Screenshots und Textkopien geht hervor, dass unter besagtem Nutzerkonto auch biografische und persönliche Angaben gepostet wurden, die sich mit Trogrlic’ Lebenslauf, unzähligen Trollaktivitäten und seiner Arbeit decken, unter anderem beklagte sich der User etwa, dass er „unter linken Arschgeigen“ arbeite. Unter besagtem Nutzerkonto rühmte sich der Kommentarschreiber im November 2014 ebenso, er habe Journalisten und Redaktionen – etwa bei „Der Spiegel“ und „Focus“ – nach dem Löschen seiner Kommentare „mit ‚Fäkalien‘ verbal übergossen“, was zur Folge gehabt habe, dass die jeweiligen Accounts gesperrt worden seien. Pöbeleien gegen Ausländer und Journalisten Ein solches Treiben gab Trogrlic gegenüber den „Aachener Nachrichten“ teilweise zu, die am vergangenen Freitag berichteten, er sei verschiedenen „Zeitungsredaktionen [auch des eigenen Verlagshauses] als aggressiver Kommentator bekannt, der vor allem die Anonymität des Internets genutzt hat, um gegen Ausländer und Journalisten zu pöbeln. […] Er hetzte gegen ‚Jungneger‘, nannte unbegleitete Flüchtlinge ‚Lumpen‘ und beschimpfte Redakteure als ‚Arschlöcher‘ und ‚Büttel‘ der ‚Lügenpisse‘.“

via bnr: Kirchlicher Mitarbeiter und Forentroll

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