Naziparolen vor laufender Kamera [feat. Emma Stabel, NPD]

Mitten auf dem Rathausplatz zeigen drei Riesaer den Hitlergruß. Was sie nicht wissen: Ein Fernsehteam filmt mit. Gleich mehrfach zeigt eine Gruppe am Rande des Riesaer Stadtfests den Hitlergruß und beschimpft einen gebürtigen Senegalesen. Die unschöne Szene verschafft Riesa traurige Bekanntheit, denn die Bilder sind kurz darauf im Fernsehen zu sehen. Diese Szenen haben Riesa traurige Bekanntheit eingebracht: Am Rand des Stadtfestes, etwas abseits des Trubels, steht eine Gruppe von etwa fünf Besuchern. Es fallen Rufe wie „Sieg Heil“ und „Jawoll mein Führer“, mehrfach wird der Hitlergruß gezeigt. Die Gesten gelten einem Mann mit dunkler Hautfarbe, der wenige Meter daneben mit einer Frau auf der Bank am Brunnen sitzt. Um ein Haar eskaliert die Situation vollends, als einer aus der Gruppe den gebürtigen Senegalesen beschuldigt, seine Freundin angegafft zu haben. Ein anderer geht dazwischen. „Lass den Bimbo“, sagt er und schiebt seinen Freund wieder zurück zur Gruppe. Was keiner der Riesaer in diesem Moment ahnt: Die Frau neben dem Senegalesen ist eine Reporterin des Fernsehsenders RBB – und eine versteckte Kamera hat die ganze Szene gefilmt. Wenige Tage später wird sie bundesweit ausgestrahlt werden.(…) Dass die Drei alkoholisiert und damit enthemmt waren, erkennen auch Gericht und Staatsanwaltschaft an. Außerdem hätten sie alle aus einer Art Gruppendynamik heraus gehandelt. Allerdings stellt auch Richterin Ingeborg Schäfer fest, dass die Gesinnung der Angeklagten ebenfalls eine Rolle gespielt haben wird: „Für solche Sachen reicht es nicht, besoffen zu sein.“ Eine rechte Einstellung, so die Richterin, werden die drei Angeklagten wohl schon haben. Zumindest einer von ihnen lässt das auch durchblicken, als er wettert, da könne er auch den Sender verklagen, der doch sonst so vieles verschweige, aber „gerade das da zeigt“. Nur ein Angeklagter ist vorbestraft Vorbestraft ist nur einer der Angeklagten. Sieben kleinere Delikte, von Beleidigung, Betrug und Schwarzfahren bis hin zu Körperverletzung, stehen im Bundeszentralregister. Weil das alles aber Jahre zurückliegt und er dazwischenging, als sein Kumpel auf den Senegalesen losgehen wollte, werden ihm diese Vorstrafen nicht zum Nachteil ausgelegt. Zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 10 Euro verurteilt die Richterin die Angeklagten. (…)  Der Film des RBB-Teams wird aber noch weitere Kreise ziehen – und das nicht nur, weil er nicht eben das beste Licht auf Riesa wirft. Auch die Justiz wird sich noch einmal mit dem Video befassen müssen. Eine weitere Riesaerin ist angeklagt, weil sie der Reporterin und ihrem dunkelhäutigen Begleiter in dem Video zuruft, „früher nannte man so etwas Rassenschande“.

via mopo24: Naziparolen vor laufender Kamera

siehe auch: Allein unter Weißen – NPD-Rassenschande? Das RBB-Politmagazin “kontraste” hat im Beitrag “Eine Reportagereise durch Sachsen – Allein unter Weißen” sächsische Zustände dokumentiert – den alltäglichen Dumpfsinn, Rassenhaß, Vorurteile und Neonazismus. Eine der Aussagen kommt von einer blonden Frau, die am Tisch vorbeiläuft und zu dem scheinbaren Paar sagt: “So was nannte man früher Rassenschande”. Bei der Frau handelt es sich, so Szenekenner (und Bildvergleiche) um Emma Stabel, die als NPD-Youtubegesicht auch sonstige braune Hetze verbreite; Hier zeigen Sachsen ihre ganze Abscheulichkeit. Ostdeutschland genießt aktuell nicht den besten Ruf. Orte wie Tröglitz, Heidenau und Freital sind zum Symbol für ein neues Zeitalter der Fremdenfeindlichkeit geworden. Doch sind die neuen Bundesländer wirklich rassistischer als die Alten? Nein, sagen die dortigen Ministerpräsidenten und verweisen darauf, dass auch im Westen Flüchtlingsunterkünfte brennen würden. (…) Die erste Station der Reise ist Riesa. In der 30.000-Einwohner Stadt schlendert der Afrikaner mit einer weißen Frau durch die Fußgängerzone. Als sie an einer Eisdiele Platz nehmen, passiert es: Im Vorbeigehen wirft ihnen eine junge Frau folgenden Satz zu: “Sowas nannte man früher Rassenschande”. Die Pöblerin ist jedoch keine Unbekannte im rechten Milieu: Es ist Emma Stabel, “Journalistin” beim NPD-eigenen Presseorgan “Deutsche Stimme”. Sie ist Moderatorin bei “DS-TV” und präsentiert sich dort und auf ihrer Facebook-Seite als nette junge Frau, der einzig und allein ihre Heimat im Herzen liegt. Mit jungen Gesichtern wie Stabel und dem neuen Parteivorsitzenden Frank Franz will die rechtsextreme Partei weg vom gewalttätigen Image. Die wahren, menschenverachtenden Einstellungen der “frischen Gesichter” bleiben trotzdem nicht im Verborgenem.

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