Beleidigung eines türkischen Journalisten #Kudla #CDU: Warum diese wirren Tweets?

Die CDU-Politikerin Bettina Kudla greift mit herben Worten den von Ankara verfolgten türkischen Journalisten Dündar an. Nicht das erste Mal, dass sie mit ihren erdoganfreundlichen Einlassungen auffällt. Ein Tweet ist im Eifer des Gefechts schnell geschrieben, manchmal fällt einem erst hinterher auf, was für einen Unsinn man verzapft hat. Aber wer dachte, die sächsische Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla würde sich erklären oder sich gar entschuldigen, der wird am Montag eines Besseren belehrt. Was war passiert? Am vergangenen Freitag hatte die CDU-Politikerin auf ihremAccount den regierungskritischen türkischen Journalisten Can Dündar als “Cansel Dünnschiss” bezeichnet – und damit einen Shitstorm ausgelöst. Dündar saß wegen seiner Enthüllungen über Waffenlieferungen der türkischen Regierung an Extremisten in Syrien im Gefängnis und musste seine Heimat inzwischen verlassen. Er ist ein Opfer des autoritären Regimes des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. (Lesen Sie hier eine Rezension zu Dündars gerade erschienenem Buch.) Am Montag teilte das Wahlkreisbüro Kudlas in Leipzig auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE mit, dass die Abgeordnete keinen Anlass sehe, sich in der Angelegenheit zu äußern oder etwas zu erklären. Auf die Frage, was ihr Problem mit Can Dündar sei, hieß es, Kudla verweise ausdrücklich noch einmal auf ihre Tweets vom Sonntag. Da nämlich hatte die CDU-Frau gegen den türkischen Journalisten noch einmal nachgelegt. Zwar nutzte sie nun seinen richtigen Namen, kritisierte aber, wie Dündar am vergangenen Donnerstag im ZDF Heute-Journal über die deutsche Türkeipolitik sprach. Kein deutscher Volksvertreter komme zu Wort, so Kudla und endete ihren zweiteiligen Tweet mit der Feststellung: “Etwas läuft schief in unserem Land Deutschland”. (…) Eine harte Beleidigung und keine Reue – im Netz wird bereits der Rücktritt Kudlas gefordert, der Deutsche Journalisten Verband fordert eine Entschuldigung. Aus der Unionsfraktion im Bundestag kommt eher vorsichtige Kritik. Offenbar fürchtet man dort, Kudla, die in den eigenen Reihen als Außenseiterin gilt, aufzuwerten. (…) Auch im Streit um ein Erdogan-Video des NDR-Satiremagazins extra drei hatte sich Kudla im Frühjahr Ankara freundlich geäußert. “Mit Satire über ausländische Politiker ist es wie mit dem Bikini im Ausland. Häufig Beleidigung der kulturellen Gepflogenheiten”, twitterte sie. In einem anderen Post schrieb sie damals: Fehlender Respekt vor Politikern sei ihres Erachtens “Ursache von überzeichneter Satire”. “Das ist nicht lustig, sondern beleidigend und schädlich”. Respekt für politische verfolgte Journalisten wie Can Dündar hält Kudla dagegen offenbar nicht für wichtig.

via spon: Beleidigung eines türkischen Journalisten #Kudla #CDU: Warum diese wirren Tweets?

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