Nach Beleidigung von Can Dündar – Leipziger #CDU -Abgeordnete #Kudla muss um Mandat fürchten – #hatespeech #völkisch #dünnschiss

Die CDU-Politikerin Bettina Kudla hat den in der Türkei verfolgten Journalisten Can Dündar als “Cansel Dünnschiss” beleidigt. Nicht nur Parteifreunde gehen auf die Barrikaden. Bettina Kudla gibt sich kämpferisch. “Ich freue mich schon auf die nächste Bundestagswahl, zu der ich antreten möchte. Leipzig I ist mein Wahlkreis!”, erklärte sie am Mittwoch. Es ist die Reaktion auf deutlichen Unmut in der eigenen Partei über die sächsische Bundestagsabgeordnete. Sie hatte mit einer Beleidigung des in der Türkei verfolgten Journalisten Can Dündar viele gegen sich aufgebracht. Am vergangenen Freitag hatte die gebürtige Münchnerin getwittert: “Cansel #Dünnschiss, pardon, Can #Dündar sagt, #Beitrittsverhandlungen mit #Türkei nicht abbrechen. Wissen wir selbst.” Laut einem Bericht der “Leipziger Volkszeitung” sind mit dem 26-jährigen Student Michael Weickert und dem 48-jährigen Erzieher Jens Lehmann gleich zwei Mitglieder des Leipziger Kreisverbandes bereit, Kudla das Direktmandat für die Bundestagswahl im Norden der Messestadt streitig zu machen, das sie 2013 noch mit deutlichem Abstand gegenüber den Bewerbern von Linkspartei und SPD gewonnen hatte. Die Entfremdung zwischen Partei und Kudla habe schon vor geraumer Zeit eingesetzt. (…) Im Januar vergangenen Jahres hatte Kudla die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung verteidigt, deren Themen “uns alle” beträfen. “Hinsichtlich der Dresdner Demonstrationen und deren Teilnehmer möchte ich hinzufügen, dass viele der Demonstranten sicherlich nicht radikal oder gar extremistisch sind. Die Dresdner Bevölkerung darf nicht verunglimpft werden. Richtig ist es hingegen, die Anliegen und Sorgen der Demonstranten ernst zu nehmen.” Und: “Wer die Ausbreitung des Islam in Deutschland und die Abkehr vieler Menschen von unserer christlich  geprägten europäischen Kultur beklagt, sollte sich demnach zur CDU hinwenden.” (…) Das ECPMF verurteilte die Äußerungen von Kudla ebenso wie der Deutsche Journalistenverband (DJV). Dessen Vorsitzender Frank Überall twitterte am Wochenende: “Peinlich und traurig. Ich hoffe auch, dass sich die Dame bei Journalist Dündar entschuldigt. Aber flott!” In einem offenen Brief an Kudla protestierten Überall und die sächsische DJV-Chefin Ine Dippmann gegen die “öffentliche Verunglimpfung von Can Dündar”, die in eklatanter Weise mangelnden Respekt vor der Person und der Arbeit des Kollegen offenbare. “Hasskommentare im Netz befördern die Spaltung unserer Gesellschaft; sind immer wieder auch die Vorstufe zu physischer Gewalt. Während die Bundesregierung versucht, diese Entwicklung zu bremsen, befeuern Sie sie mit Ihrem Tweet”, schrieben die DJV-Funktionäre. Dündar sei in einem aus rechtsstaatlicher Sicht mindestens umstrittenen Verfahren von einem türkischen Gericht für seine kritische Berichterstattung verurteilt worden. “Er hat nach unseren Maßstäben keine Straftat begangen, sondern bloß Tatsachen in der Zeitung ,Cumhurriyet’ korrekt wiedergegeben.”
Im Bundestag gab es Kritik an Kudla aus allen Fraktionen – auch die Union selbst ging auf Distanz.

via tagesspiegel: Nach Beleidigung von Can Dündar Leipziger CDU-Abgeordnete Kudla muss um Mandat fürchten

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