Die AfD und ihre liebe Not mit dem Personal

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus holten fünf AfD-Kandidaten ein Direktmandat, darunter Kay Nerstheimer im Wahlkreis Lichtenberg 1. Für den als gemäßigt auftretenden AfD-Landesverband ist das ein Problem: Nerstheimer hat eine rechte Vergangenheit – seine heutige Haltung dazu ist unklar. Wer den Namen Kay Nerstheimer in Internetsuchmaschinen eingibt, findet wenig Persönliches. Überwiegend Presseartikel der vergangenen Monate über die Vergangenheit des AfD-Politikers: Berichte über Nerstheimers Mitgliedschaft in der von Experten als rechtsextremistisch eingestuften Gruppe “German Defence League” (GDL).  Die AfD bestätigt bestätigt gegenüber dem Deutschlandfunk: Nerstheimer habe bis 2012 der GDL angehört. Doch da die Beobachtung durch den Bremer Verfassungsschutz erst später begonnen habe, betont Ronald Gläser, Sprecher des Berliner Landesverbandes der Partei, sei ein Parteiausschlussverfahren nicht gerechtfertigt. “Wo ist der Schaden, der angerichtet wurde?”, fragt Gläser – kündigt aber im nächsten Satz an, man werde in den “kommenden 48 Stunden” über Nerstheimer beraten. 2014 taucht die Germand Defence League, deren Symbol eine abgewandelte Form der auch von “Pegida” eingesetzten Wirmer-Flagge ist, im Bericht des Bremer Verfassungsschutzes auf. In dem Papier heißt es, die Bekräftigung der GDL, “sich bei Angriffen von politischen Gegnern körperlich zur Wehr zu setzen, steht im Widerspruch zur betonten rechtsstaatlichen Ausrichtung und dem ausschließlich beim Staat liegenden Gewaltmonopol”. (…) Und Nerstheimer selbst? Es gibt ein Facebook-Profil unter seinem Namen. Ob er dieses tatsächlich verantwortet, ist allerdings unklar. Es besteht jedenfalls seit 2012 und dort findet sich ein “Gefällt mir” im selben Jahr für GDL – und im islamfeindlichen Blog blu-News ein Eintrag unter Nerstheimers Namen, in dem der Autor erklärt, man befinde sich seit 9/11 im Krieg und die GDL werde als Miliz aufgebaut, um allen “islamkritischen Parteien zur Seite zu stehen”. Auch andere – zumeist geteilte – Inhalte Nerstheimers geben Aufschluss über die Einstellungen des 1964 geborenen Neupolitikers, der dem “Tagesspiegel” zufolge bislang als Sicherheitskraft arbeitete: Wie das Video, das den ehemaligen Generalmajor der Bundeswehr Gerd Schultze-Rhondorf bei einer Rede zeigt, in der dieser über die mutmaßlich wahren Ursachen des Zweiten Weltkrieges spricht. Oder ein Video des “Bündnis deutscher Patrioten”; eine Gruppe, die auf Facebook gegen Flüchtlinge hetzt und Rechtsnationales postet. Partei-Ausschlussverfahren Gegen einen weiteren, bereits im Vorfeld der Berliner Wahlen umstrittenen Lichtenfelder Bezirkskandidaten hat die AfD ein Ausschlussverfahren begonnen: Heribert Eisenhardt stand als Redner bei “Bärgida”-Demonstrationen auf der Bühne und soll laut RBB an rechten Demonstrationen unter anderem in Marzahn teilgenommen haben

via deutschlandfunk: Die AfD und ihre liebe Not mit dem Personal

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