„Operation Kaninchenjagd“ – Mobbing à la CDU

Vier Seiten Mobbing-Anweisungen von 2006 tauchen in einem hessischen CDU-Kreisverband auf. Christdemokraten behaupten, CDU-Generalsekretär Peter Tauber sei dafür verantwortlich. Es ist ein hässliches Schreiben, das dieser Tage in der CDU des hessischen Main-Kinzig-Kreises kursiert. Schon der Titel „Operation Kaninchenjagd“ lässt nichts Gutes ahnen. Was dann folgt, sind vier Seiten Anweisung zum Mobbing, gefolgt von Entwürfen für einen Beschluss des CDU-Kreisvorstands zum Rauswurf der Kreisgeschäftsführerin und für einen Aufhebungsvertrag mit ihr. „KEIN WORT zum Kündigungsschutz“, wird darin hervorgehoben. Das Schreiben stammt vermutlich aus dem Jahr 2006. Jetzt, zehn Jahre später, wird es in der Main-Kinzig-CDU in Umlauf gebracht, von innerparteilichen Gegnern des Abgeordneten Peter Tauber. Sie wissen, dass die Sache damit Brisanz bekommt. Denn Peter Tauber, 42 Jahre alt, geboren in Frankfurt, wohnhaft in Gelnhausen, ist seit 2013 Generalsekretär der CDU und damit ein enger Vertrauter von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das hässliche Papier trägt kein Datum und keine Unterschrift. Ist Peter Tauber für den Text mitverantwortlich, in dem die langjährige Partei-Mitarbeiterin durchgehend als „das Kaninchen“ bezeichnet wird? Es gibt Christdemokraten im Main-Kinzig-Kreis, die das behaupten. Tauber weist diesen Verdacht zurück. Es geht um viel. Schließlich wäre es untragbar für einen führenden Politiker, ein derartiges Arsenal von Mobbing-Waffen anzulegen und ihren Einsatz zu planen. So wird in dem Papier ein „Gespräch mit dem Kaninchen“ vorgeschlagen. Zur „Sitzordnung“ heißt es: „Scherbengericht plus einen, der ihr zugeordnet ist als Vertrauensperson. Der sollte ihr später raten, anzunehmen“ – also den Aufhebungsvertrag zu unterschreiben. Druck auf das “Kaninchen” ausüben Geplant wird, dass der Kreisvorstand (KV) der CDU diesen Vertrag beschließen soll. In dem Text wird erwogen, ob das vor oder nach dem Gespräch mit der betroffenen Frau geschehen soll. „Macht man die KV-Sitzung vorher, ist das Kaninchen gewarnt“, heißt es dazu. Andererseits könne man mit einem Beschluss im Rücken „Druck auf das Kaninchen ausüben“ und ihm „noch härter gegenübertreten“.(…) Anne Höhne-Weigl berichtet, Tauber habe sie „ganz so, wie es in dem Papier aufgeschrieben war,“ unter Druck gesetzt – „über Arbeitszuteilungen und zusätzliche Anweisungen“. Sie habe dem aber Stand gehalten. „Ich hatte ja ein Mandat. Die konnten mich überhaupt nicht rausdrängen.“
Im CDU-Kreisvorstand hatte Zeller offenbar keinen Versuch unternommen, Höhne-Weigl frühzeitig heraus zu drängen. Das berichtet Zellers Vorgänger Hubert Müller, der als Kreistags-Vorsitzender weiterhin dem Parteivorstand angehörte. Die Geschäftsführerin ging schließlich 2014, erst nach Taubers Ablösung, in den Ruhestand.

via fr: „Operation Kaninchenjagd“ – Mobbing à la CDU

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