Burschenschafter mit Naziheulboje

Wien: Die rechtsextreme Wiener Burschenschaft Olympia feierte ihr diesjähriges Sommerfest am 17.Juni mit einem Frank-Rennicke-Konzert. Der als „Barde und besessen“ angekündigte ex-WJ-Funktionär trat unter der Überschrift: „Lieder für Deutschland“ auf. Die Olympia Wien ist einschlägig bekannt. So wurde sie 1959 von den österreichischen Behörden wegen Südtirol-Terrorismus aufgelöst – bis heute wird von der Olympia dieser Terrorismus als em>“tatkräftige Unterstützung des dortigen Befreiungskampfes“ glorifiziert, eine Haltung, wie sie allerdings auch bei anderen Burschenschaften zu finden ist. Die Olympia zählt zu den Gründungsmitgliedern der „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ (BG), einer Sammlung extrem rechter und nationalistischer Verbindungen innerhalb ihres ohnehin nicht als progressiv geltenden Dachverbandes, der „Deutschen Burschenschaft“ (DB), bei ihr fanden in der Vergangenheit zahlreiche Veranstaltungen mit rechtsextremen Charakter statt, so mit dem „neurechten“ Ideologen Pierre Krebs oder eine gemeinsame Tagung von Synergies Européennes und der „Deutsch-Europäischen Studiengesellschaft“ (DESG) zu Ehren des faschistischen Ideologen Julius Evola. Wie andere Burschenschaften der BG zählt die Olympia Wien, die bisher mehrfach einschlägig und namentlich in Verfassungsschutzberichten erwähnt wurde, zu jenen rechtsextremen Korporationen, die in den neunziger Jahren Anlass für die Abspaltung „liberalerer“ Verbindungen von der DB waren.

Rudolf Kleinschmidt, Juni 2000

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