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Rechtsradikaler bedroht Journalisten im Gerichtssaal

Im NSU-Prozess bedroht ein Rechtsradikaler einen Journalisten, der immer wieder über die rechte Szene in Chemnitz berichtet hatte. Der Rechtsradikale gehört offenbar zu einem Zeugen, der in Chemnitz einen Laden mit Kleidung und Musik für die rechte Szene betreibt. Das Gericht beschließt, künftig nur noch an zwei statt an drei Tagen zu verhandeln. Es will die Gesundheit von Beate Zschäpe schonen. Der Zeuge ist Geschäftsmann, alert, Hipster-Bart, Sakko. Ihm geht es, so macht er glauben, nur um sein Geschäft – er handelt mit Textilien und Musik. Mit speziellen Textilien und sehr spezieller Musik. Ein Szeneladen, für die standesgemäße Ausstattung der rechten Szene in Chemnitz. Hendrik Lasch war auch ein guter Freund von Uwe Mundlos, auch dann noch, als der bereits im Untergrund war. Er hat ihm sogar Aufträge gegeben. Aber nun vor Gericht, kann er sich nur noch an wenig erinnern. Vor allem zur Gesinnung seines Freundes fällt ihm nur sehr Allgemeines ein. (…) Im Lied “Döner Killer” heißt es ganz deutlich, dass der Täter aus dem Nichts kommt, kein Fingerabdruck, keine DNA. Und dass sich die Türken nirgendwo mehr sicher fühlen können. Aber der Zeuge hat ja angeblich nichts damit zu tun. Der Zeuge wird entlassen, es war ihm wenig zu entlocken. Doch da springt auf der Besuchertribüne, unter den Journalisten, plötzlich ein Mann auf, kurze Haare, sportlich angezogen. Er hat zwei Ringe am Finger, die schwarze Sonne, ein Zeichen der Neonazis, und den Thorshammer. Unterm Hemd ist er wild tätowiert. Ganz offensichtlich gehört er zum Zeugen. Im Vorbeigehen ruft der Mann dem Korrespondenten der Chemnitzer Freien Presse zu: “P-Straße Nummer x! Wie läuft’s?” Offensichtlich haben die Rechtsradikalen den Journalisten ausspioniert Es ist die Privatadresse des Journalisten, die nirgends verzeichnet ist. Nicht im Adressbuch, nicht im Telefonbuch. Weil der Mann immer wieder bedroht wird. Ganz offensichtlich haben ihn die Rechtsradikalen ausspioniert. Und bedrohen ihn nun mitten im Gerichtssaal. Der Journalist hatte mehrmals über den Szeneladen in Chemnitz geschrieben.

via sz: Rechtsradikaler bedroht Journalisten im Gerichtssaal

Keine Ermittlungen nach Selbstanzeigen von Legida-Gegnern – anonyme Drohungen im Netz

Gegen den Legida-Aufmarsch am 21. Januar riefen rund 2200 Unterzeichner der sogenannten „Leipziger Erklärung 2015“ zu friedlichen Blockaden auf. Die Betroffenen wurden bereits am Mittwoch informiert, am Donnerstag bestätigte es die Leipziger Staatsanwaltschaft offiziell: Nach den Selbstanzeigen wegen einer Legida-Protesterklärung im Januar werden keine Ermittlungen aufgenommen. Die bislang laufenden 17 Verfahren seien eingestellt worden, da es keine Anhaltspunkte für eine Straftat gebe, teilte ein Sprecher mit. Unabhängig davon bleiben die Bundestagsabgeordnete Monika Lazar (Grüne) und die sächsische Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (Linke) wegen eines Blockadeaufrufs weiter im Visier der Staatsanwaltschaft. Mehrere Leipziger Journalisten und Legida-Gegner haben unterdessen anonyme Drohungen im Internet erhalten. Die Liste der Selbstanzeigen aus Solidarität mit Lazar und Nagel war prominent: Unter anderem hatten sich der ehemalige Thomaskirchen-Pfarrer Christian Wolff, Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel sowie Politiker von SPD, Grünen und Linken bei der Staatsanwaltschaft gemeldet. Sie alle unterzeichneten im Januar zusammen mit rund 2200 Legida-Gegnern die sogenannte „Leipziger Erklärung 2015“. Darin wurde zu friedlichen Blockaden und Widersetzaktionen gegen den Legida-Aufmarsch am 21. Januar aufgerufen.

via lvz online: Keine Ermittlungen nach Selbstanzeigen von Legida-Gegnern – anonyme Drohungen im Netz

Krieg im Donbass – Flüchtlinge berichten von Übergriffen ukrainischer Freiwilligenbataillone

Zivilisten beklagen Übergriffe der ukrainischen Freiwilligenbataillone, die von Kiew nicht in den Griff zu bekommen sind. Amnesty International dokumentierte zahlreiche Fälle – doch es geschieht nichts. Gut 30 Frauen und ein paar vereinzelte Männer haben sich vor Garage Nummer 6 im Innenhof des Hotels „Slowjansk“ angestellt. Die lokale Nichtregierungsorganisation „Slowjansker Wiedergeburt“ verteilt Essenspakete. Jeder bekommt fünf Kilo Graupen, Reis, Teigwaren und eine Fleischkonserve. Die Wartenden sind wenig gesprächig, die Blicke gesenkt, viele schämen sich, dass sie an diesem kalten Vormittag um Almosen anstehen müssen. (…) Nur die regulären Truppen der ukrainischen Armee hätten sich anständig verhalten, ja, sie hätten ihr sogar geholfen, noch ein paar Sachen aus dem Haus zu retten, erzählt Alla weiter. „Im Fernsehen heißt es immer, der ukrainische Staat schütze uns; was ich in Peski erlebt habe, ist indes genau das Gegenteil.“ Auch Allas jüngere Kollegin Lena berichtet Schreckliches. Die zweifache Mutter stammt aus der nahe Peski gelegenen Kleinstadt Awdijewka. „Die Separatisten räumten unsere Stadt im Sommer freiwillig, erst als sie weg waren, kamen die Ukrainer und schossen wie wild um sich“, behauptet Lena. In ihrem Wohnblock hätten die Regierungstruppen danach viele Wohnungen durchsucht. „Angeblich suchten sie Waffen, doch bei mir wurden einfach Kinderkleider mitgenommen“, sagt Lena. Ob die Übeltäter Soldaten von Freiwilligenbataillonen oder reguläre Soldaten waren, weiß sie nicht. Wer nicht aus den Rebellengebieten stammt, gilt nicht als Flüchtling (…) Im zwischen Fichten gelegenen Kurpark angelangt, erzählt ein betagtes Geschwisterpaar aus Peski ganz andere Horrorgeschichten. Elena und Maria sind die ganze Zeit im Dorf geblieben und waren der Herrschaft der Freiwilligenbataillone täglich ausgesetzt. „Nachbarn wurden aus dem Haus gejagt, einer von ihnen ist krankenhausreif geschlagen worden“, erzählt Maria. Welches Freiwilligenbataillon für welche Übeltat im Dorf verantwortlich ist, weiß sie indes nicht. „Sie hatten alle rot-schwarze Wappen an der Uniform“, sagt sie nur. In der Kiewer Zentrale von Amnesty International (ai) ist das Problem der Übergriffe gegen Zivilisten durch die Freiwilligenbataillone nicht unbekannt. Wegen Personalnot stamme der letzte Bericht dazu jedoch vom September 2014, sagt Pressesprecher Bogdan Owartschuk. Amnesty hatte damals das Treiben des Freiwilligenbataillons „Aidar“ dokumentiert. 35 Strafuntersuchungen seien daraufhin eröffnet worden, heißt es. „Doch Untersuchungen eröffnen bedeutet leider nicht, dass auch wirklich untersucht wird“, sagt Owartschuk resigniert. Das Verteidigungsministerium habe offensichtlich Probleme mit den Freiwilligen. Doch ein klarer politischer Wille, diese anzupacken, sei nicht erkennbar.

via tagesspiegel: Krieg im Donbass – Flüchtlinge berichten von Übergriffen ukrainischer Freiwilligenbataillone

Hetzkommentar im Internet – PCs und Handys beschlagnahmt

Unsere Kollegen des Polizeilichen Staatsschutzes haben heute Morgen gegen 6 Uhr gemeinsam unseren Spezialeinsatzkräften des Landeskriminalamtes Berlin die Wohnung eines 28-Jährigen im Falkenhagener Feld (Spandau) durchsucht. Der polizeilich bekannte Mann steht im Verdacht, in einem Internet-Kommentar öffentlich zu Brandanschlägen an Asylbewerberheimen aufgerufen zu haben. Unsere Ermittler beschlagnahmten bei der Durchsuchung fünf Computer und zwei Handys als Beweismittel. Unser Polizeilicher Staatsschutz ermittelt regelmäßig gegen Personen, die mit volksverhetzenden, beleidigenden oder bedrohenden Kommentaren im Internet agitieren. Verfassern derartiger Hetztiraden drohen empfindliche Strafen. In solchen Fällen werden durch unseren Staatsschutz regelmäßig Computer und Smartphones beschlagnahmt und seitens der Justiz Strafbefehle wegen Volksverhetzung und Öffentlicher Aufforderung zu Straftaten in sozialen Netzwerken erlassen. Die Geldstrafen bewegen sich dabei grundsätzlich im vierstelligen Bereich.

via polizei berlin: Hetzkommentar im Internet – PCs und Handys beschlagnahmt

anm dokmz: Presseerklärungen der Polizei nehmen wir oft zur Kenntnis, veröffentlichen sie aber idR nicht. An dieser Stelle machen wir gerne eine Ausnahme…

Schmidt bestreitet Kontakt zu NSU-Trio

Die in Bisingen lebende NPD-Politikerin Edda Schmidt  sieht sich schwerwiegenden Vorwürfen ausgesetzt: Sie soll Kontakt zum sogenannten NSU-Trio gehabt haben. Das sagte ein Zeuge am Mittwoch beim Prozess in München. Möglicherweise muss Schmidt (66) im NSU-Prozess demnächst als Zeugin aussagen. (…) Im Zuge von Zeugenvernehmungen war Edda Schmidt  bereits im Frühjahr 2014 ins Visier der Ermittler geraten. Im April vorigen Jahres sei sie in der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe im Beisein zweier Beamter des Bundeskriminalamts von Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten vernommen worden, sagte Schmidt gestern. Diesem habe sie “glaubhaft” darlegen können, so Schmidt, dass sie Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe weder gekannt noch jemals getroffen habe. Dass ihr Name nun erneut auftauche, zumal im Prozess, verwundere sie. Noch überraschter   reagierte die 66-Jährige gestern auf den Antrag des Verteidigers des mitangeklagten Ralf Wohlleben, der sie  als Zeugin laden will: “Das darf doch wohl nicht wahr sein!” Möglicherweise muss die Bisingerin demnächst vor Gericht in München aussagen. Edda Schmidt, die gebürtig aus Österreich stammt, ist in der rechten Szene tief verwurzelt. Ihr Vater war in der Zeit des Nationalsozialismus Angehöriger der Waffen-SS, ihre Mutter eine Führerin im Bund deutscher Mädel. Während ihrer Studienzeit in Tübingen kam sie zur NPD, noch heute gehört sie dem Landesvorstand Baden-Württemberg an, ist zuständig für Kultur und Brauchtum. Zudem ist sie Landesvorsitzende des Rings Nationaler Frauen, dessen Bundesvorsitzende sie auch schon war. Mehrere Male war Edda Schmidt Direktkandidatin für die NPD im Wahlkreis Hechingen-Tübingen bei Bundestagswahlen, zuletzt 2013, und auch bei Landtagswahlen im Wahlkreis Hechingen.

via scharzwälder bote: Schmidt bestreitet Kontakt zu NSU-Trio

NSU-Prozess: Aussteiger entlastet Mitangeklagten Ralf Wohlleben

Ein Zeuge, der das spätere NSU-Trio vor seinem Abtauchen in Jena erlebte, hat den wegen Beihilfe Angeklagten Ralf Wohlleben entlastet. Den Mitangeklagten Holger G. belastet er mit seiner Aussage hingegen. Ein ehemaliger Rechtsextremist, der das spätere NSU-Trio Mitte der Neunzigerjahre in Jena kennenlernte, hat Beate Zschäpe am Mittwoch im NSU-Prozess als “bauernschlau” und “zickig” beschrieben. Er habe sie und ihre beiden mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt 1996 über seinen Bruder André K. kennengelernt, einen der Gründer der rechtsextremen “Kameradschaft Jena”. Als Trio seien sie drei damals für ihn nicht erkennbar gewesen. Sie hätten vielmehr zu einer festen Clique gehört, in der sich neben seinem Bruder auch der wegen Beihilfe angeklagte Ralf Wohlleben bewegte. Die Mitglieder der Clique seien eher gleichberechtigt aufgetreten, so der Zeuge. (…) Als Verbindungsmann zwischen der “Kameradschaft Jena” und Neonazi-Netzwerks “Blood and Honour”, in Chemnitz, deren Mitglieder das Trio versteckt haben sollen, nannte der Zeuge den als Helfer mitangeklagten Holger G.. Dieser hatte zugegeben, dem Trio Ausweispapiere beschafft zu haben.

via spon: NSU-Prozess: Aussteiger entlastet Mitangeklagten Ralf Wohlleben

siehe auch: Zeuge beschreibt Zschäpe als „bauernschlau“. Ein ehemaliger Rechtsextremist, der das spätere NSU-Trio Mitte der 1990er Jahre in Jena kennenlernte, hat Beate Zschäpe am Mittwoch im NSU-Prozess als „bauernschlau“ und „zickig“ beschrieben. Der Bruder von André K., einem der Gründer der rechtsextremen Kameradschaft Jena, sagte, er habe Zschäpe und ihre beiden mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt 1996 über André kennengelernt. Als Trio seien die drei damals für ihn nicht erkennbar gewesen. Sie hätten vielmehr zu einer festen Clique gehört, in der sich neben seinem Bruder auch der wegen Beihilfe angeklagte Ralf Wohlleben bewegte. Allerdings sei bekannt gewesen, dass Zschäpe mit Böhnhardt liiert gewesen und wohl auch eine Zeitlang mit Mundlos zusammen gewesen sei. Die Mitglieder der Clique seien eher gleichberechtigt aufgetreten, so der Zeuge.

Ermittlungen gegen “Dügida”-Chefin

Nach dem Montagsaufmarsch der islamfeindlichen Gruppierung liegen mehrere Strafanzeigen gegen die Anmelderin vor. Sie soll unter anderem einen Polizisten beleidigt haben. Zwei Gegendemonstranten wurden festgenommen. Gegen die “Dügida”-Anmelderin Melanie Dittmer laufen Ermittlungen wegen verschiedener Vorwürfe. Außerdem prüft die Staatsanwaltschaft, ob sie am Montag strafbare Parolen vor der Moschee an der Adersstraße skandiert hat. Derzeit werden die Beweise ausgewertet. Die Häufung an Straftaten aus den “Dügida”-Aufzügen könnte zu einem Verbot führen. Gegen Dittmer wird unter anderem wegen eines Verstoßes gegen das Urheberrecht ermittelt. Grund ist ein Video, das sie online gestellt hat. Als ein Staatsschutzbeamter höflich auf die Fragen eines “Dügida”-Gängers antwortete, hatte Dittmer mit dem Handy mitgefilmt. Auch, als der Polizist ihr deutlich sagte, dass sie das sein lassen soll. Minuten später war das Video im Internet zu sehen. Die Polizei wehrt sich mit einer Strafanzeige. Ein weiterer Polizist hat Dittmer wegen Beleidigung angezeigt. Ob sie sich bei ihrem Montagsaufmarsch noch mehr strafrechtlich relevante Ausfälle geleistet hat, werde derzeit geprüft, heißt es bei der Polizei.

via rp online: Ermittlungen gegen “Dügida”-Chefin

Pegida-Chef Bachmann droht Gefängnisstrafe

Pegida-Initiator Lutz Bachmann droht womöglich eine Gefängnisstrafe, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll. Bei einem Gerichtsprozess im März soll festgestellt werden, ob Bachmann tatsächlich ins Gefängnis kommt. Pegida-Anführer Lutz Bachmann droht womöglich eine Gefängnisstrafe. Wie die “Bild-Zeitung” berichtet, muss er sich am 18. März erneut vor dem Landgericht in Dresden verantworten, weil er den Unterhalt für seinen Sohn nicht bezahlt hat. Erst im April vergangenen Jahres hatte ihn ein Gericht zu 1600 Euro Geldstrafe verurteilt, weil er Unterhalt schuldig geblieben war. Laut „Bild“ hatte Bachmann dagegen Berufung eingelegt, das Urteilt ist somit noch nicht rechtskräftig. Bachmann war wegen Drogenhandels auf Bewährung Doch der eigentliche Grund für die drohende Gefängnisstrafe liegt bereits über zwei Jahre zurück. Bereits im Mai 2013 war der 42-Jährige wegen Unterhaltspflichtverletzung verurteilt worden. Laut „Bild“ musste das Gericht damals die Strafe mit einem Urteil wegen Drogenhandels im Jahr 2010 verrechnen.

via focus: Pegida-Chef Bachmann droht Gefängnisstrafe

Nazi Hunter: Nuremberg-esque march no way to celebrate Estonian independence

The torchlight parade held by right-wing ultranationalists last week in the Estonian capital of Tallinn reminded the Russian journalists covering the event of similar spectacles in Nazi Germany, but this was more wishful thinking on their part than actual reality. They were out in full force this past Tuesday night, but unfortunately, they were the only foreign television journalists covering the event, with not a single representative of any European Union member country’s media in attendance. That is what is happening these days in Eastern Europe. The slightest hint of neo-fascism, racism, anti-Semitism or xenophobia in a post-Communist country will bring out a horde of Russian journalists eager to provide proof that the former republics of the Soviet Union are already on their way to a Nazi revival, or some equivalent, which would add a lot of grist to Mr. Putin’s propaganda machine, and ostensibly justify a unilateral re-annexation a la Crimea. The European Union, on the other hand, does not appear to be particularly perturbed by genuinely disturbing phenomena in the Baltic countries and elsewhere, which, of course, would in no way justify Russian aggression, but deserve to be handled seriously and promptly before they get out of hand.
Tuesday’s march, which was sponsored by the Sinine Aratus (Blue Awakening) youth movement, closely affiliated with the Estonian Conservative People’s Party (EKRE), was a good example of at least one of the major problems we increasingly encounter in post-Communist Eastern Europe, and especially in the Baltics. I am referring to the rise of ethnocentric sentiment, a euphemism for racism, anti-Semitism, and xenophobia. Thus the march was publicised under the slogan of ‘Estonia for Estonians,’ an explicit message of zero tolerance for Estonia’s minorities, among them families who have lived in the country for generations. The announcement also bore the symbols of the “sister” parties in Lithuania and in Latvia, whose platforms advocate the same ethnocentricity. (…) As past marches by Baltic ultranationalists have clearly demonstrated, one of their key goals is to rewrite the narrative of World War II and the Holocaust to hide the extensive lethal complicity of local Nazi collaborators and promote the canard of historical equivalency between Communist and Nazi crimes, often commonly referred to as the “double genocide theory.”

via ibt: Nazi Hunter: Nuremberg-esque march no way to celebrate Estonian independence

Mann wird in U-Bahn angegriffen und verletzt

Ein bisher unbekannter Täter hat einen Mann in einer U-Bahn in Neukölln fremdenfeindlich beleidigt und brutal geschlagen. Am Dienstagnachmittag hat ein Unbekannter einen Mann in einem U-Bahnzug in Neukölln attackiert und verletzt. Kurz vor 16 Uhr machte der Mann zunächst in Höhe des U-Bahnhofs Grenzallee eine Bemerkung zur Herkunft eines in der Bahn sitzenden 68-Jährigen. Nachdem dieser fragte, was die Äußerung solle, ging der Unbekannte auf ihn zu und trat auf ihn ein. Anschließend soll er ihm mit dem Griff einer Pistole auf den Kopf geschlagen haben. Das Opfer erlitt zwei Platzwunden.

via morgenpost: Mann wird in U-Bahn angegriffen und verletzt

Die Freiheitshelden von der Waffen-SS

Wenn im Baltikum und der Ukraine Nazi-Kollaborateure verehrt werden, mischt sich die Bundesregierung nicht ein
In einer Antwort an die Linkspolitikerin Sevim Dağdelen zeigte sich das Auswärtige Amt tolerant: Wenn Balten und Ukrainer ihre Nazi-Kollaborateure ehren wollen, sei das deren Sache. In den baltischen Staaten Lettland und Estland gelten sie vielen noch heute als Helden: die Mitglieder der SS-Divisionen, die zusammen mit der Wehrmacht gegen die Rote Armee kämpften. In Lettlands Hauptstadt Riga wird alljährlich am 16. März der »Helden« der Waffen-SS am »Tag der Legionäre« gedacht. Kritik von jüdischen Verbänden bügelte der lettische Staatspräsident Andris Berzins noch 2012 als »unfair« ab. Der ehemalige estnische Verteidigungsminister Mart Laar wollte 2012 einen Gesetzentwurf vorlegen, der Kämpfer für die »Wiederherstellung der Unabhängigkeit« ehren soll. Die Mitglieder der estnischen SS-Division waren da natürlich nicht ausgeschlossen.

via nd: Die Freiheitshelden von der Waffen-SS

Lichtenberg: Anmelder der rassistischen Aufmärsche geoutet

In der Nacht zum Mittwoch, dem 4. März 2015, wurde Jens Irgang, Lichtenberger NPD-Aktivist und Anmelder der rassistischen Aufmärsche in Hohenschönhausen und Falkenberg in seinem Wohnumfeld geoutet. Für den heutigen Abend hat er einen weiteren Aufmarsch in Hohenschönhausen angekündigt.  Jens Irgang ist das erste Mal in Berlin im Frühjahr 2013 in Erscheinung getreten. Seitdem hat er an einem Großteil der NPD-Kundgebungen in Berlin teilgenommen und oft auch Funktionen (Transparenthalten, Aufbau) übernommen. Im Winter 2014 trat er auf einem “Nein zum Heim”-Marsch in Berlin-Buch das erste Mal als Redner in Erscheinung. Kurz darauf fing er an, auch in Hohenschönhausen ähnliche Demonstrationen anzumelden.

via linksunten: Lichtenberg: Anmelder der rassistischen Aufmärsche geoutet

„Satansmörder“ als Neonazi-Netzwerker

Jahrelang konnte der Neonazi Hendrik Möbus, Szeneikone des „National Socialist Black Metal“ (NSBM) und bundesweit bekannt geworden als „Satansmörder von Sondershausen“, ungestört von Berlin aus seinen rechten Versand- und Labelaktivitäten nachgehen. Dabei baute er nicht nur ein internationales Netzwerk auf, sondern betätigte sich auch mehrfach als Konzertorganisator in unterschiedlichen europäischen Ländern. Antifaschist_innen wollen jetzt den Druck auf Möbus und sein Berliner Netzwerk erhöhen. Wie ein roter Faden zieht sich die Personalie Hendrik Möbus durch die Berichterstattung des Antifaschistischen Infoblatts: Den Auftakt bildet der medial vielbeachtete Mord im thüringischen Sondershausen an dem 15-jährigen Schüler Sandro Beyer im Jahr 1993. Er brachte Möbus den Beinamen „Satansmörder“ und  zusammen mit seinen Komplizen Sebastian Schauseil und Andreas Kirchner eine mehrjährige Haftstrafe ein. Zudem erlangte ihre gemeinsame Band „Absurd“ in der Black-Metal Szene Kultstatus. (Vgl. AIB 49) Es war die Zeit, in der sich der sogenannte NS Black-Metal als extrem rechter Flügel in der Szene vor allem in Skandinavien herausbildete und europaweit verbreitete. Vordenker war dabei Kristian „Varg“ Vikernes von der Band Burzum, nachdem er 1993 wegen Mordes an seinem ehemaligen Weggefährten und Brandstiftung inhaftiert wurde. Er verwies auf die „jüdischen Wurzeln“ des in der Szene verhassten Christentums, aus der bei einigen Anhängern eine Verehrung von SS, Drittem Reich und dem Holocaust resultierte. Möbus, der schon in seinem ersten Prozess vom NPD-Anwalt Peter Stöckicht vertreten wurde, sympathisierte ebenfalls mit diesen Ideen und formte während der Haftzeit sein neonazistisches Weltbild aus. Zudem produzierte er mit seinen Mittätern während der Inhaftierung heimlich weitere Aufnahmen von „Absurd“ (unter dem Tarnnamen „In Ketten“). Ein Foto vom Grab des Mordopfers diente als Titelbild der EP. Ungeachtet dessen kam Möbus nach fünf Jahren im September 1998 vorzeitig aus der Haft, versuchte seine Popularität zu vermarkten und stieg sofort ins rechte Musikbusiness ein. Gemeinsam mit seinem Bruder Ronald Möbus hatte er schon 1994 das Label „Darker than Black“ (DTB) samt Versand gegründet, das sich schnell zum wichtigsten NSBM-Vertrieb im bundesdeutschen Raum entwickeln sollte. Unterstützt wurden sie dabei auch vom Gründer der sächsischen Hammerskins und Verfassungsschutzspitzel Mirko Hesse, der DTB kurzzeitig aufkaufte und zum Sublabel seines Unternehmens „Hate Records“ machte. Parallel dazu schien die skandinavische Szene weiterhin ein Vorbild für Möbus geblieben zu sein. Direkt nach der Haftentlassung gründete er den Verein „Deutsche Heidnische Front“, einen Ableger der auf Vikernes zurückgehenden völkischen Organisation „Allgermanische Heidnische Front“. (Vgl. AIB 49) In diese Zeit fällt auch die Entstehung des bis heute aktiven internationalen NSBM-Netzwerks „Pagan Front“. Es wurde 1998 von Möbus, Rone Rehal (USA), Witek Slusarz (Polen), Illia Babin (Russland) und anderen Neonazis gegründet, um „den NSBM zu einem Teil der White-Power-Szene zu machen“. Bis heute ist diese internationale Vernetzung diverser Bands, Labels und Fanzines für die Organisation von rechten Festivals und Konzerten relevant. (…) Mehrfach fanden im kleinen tschechischen Grenzort Zatec sowie im italienischen Mailand, in Kooperation mit den örtlichen Hammerskins, NSBM-Konzerte sowie eine Veranstaltungsreihe in Finnland statt. Das letzte Konzert war Anfang November das mittlerweile dritte alljährliche „Hot Shower Fest“ in Mailand mit Szenegrößen wie Goatpenis (Brasilien), Goatmoon (Finnland), Frangar (Italien) und anderen. Zurückgreifen können die beiden für ihre Events auf Verbindungen, die sie über ihr DTB-Label – mit diversen internationalen NSBM-Bands unter Vertrag und einer Dependance in Brasilien – haben, sowie durch Netzwerke wie der Pagan Front. Auch auf lokaler Ebene blieben beide nicht untätig, Möbus und sein Kumpane Christian Sch. sind auch mit der regionalen Berliner Neonaziszene vernetzt. Dabei unterstützten sie in der Vergangenheit Neonazi-Gruppen wie die Berliner NPD oder das militante Netzwerk “Nationaler Widerstand Berlin” (NW-Berlin) durch die Herstellung von Textilien in ihrer Siebdruckwerkstatt. Auch für den mittlerweile geschlossenen Szeneladen „Hexogen“ des Berliner NPD-Chefs Sebastian Schmidtke in Schöneweide hatten sie Kleidung bedruckt. Schmidtke, Möbus und Christian Sch. verbindet nicht nur eine geschäftliche, sondern auch eine freundschaftliche Beziehung, die sich unter anderem in gemeinsamen Konzertbesuchen zeigt. Ähnlich verhält es sich mit der Berliner “Ring Nationaler Frauen” (RNF) -Vorsitzenden Maria Fank, die ebenfalls mit beiden befreundet ist. Im Rahmen der Tonträgerproduktion arbeiteten Möbus und Christian Sch. mehrfach mit dem Friedrichshainer Nikolas B. zusammen, der im Ortsteil Lichtenberg das sogenannte „Abgrund Tonstudio“ betreibt und hier mehrere Bands des DTB-Labels betreute. Darunter die vergleichsweise neue Band unter dem DTB-Label „Satanachist“, ein deutsch-griechisches NSBM-Projekt um den Χρυσή Αυγή / Chrysi Avgi-Aktivisten Nick Giohalas („Jarl von Hagall“).

via berlin rechtsaußen: „Satansmörder“ als Neonazi-Netzwerker

Der Freund des Terroristen

Im NSU-Verfahren muss am Donnerstag ein einflussreicher sächsischer Neonazi erscheinen. Er verfügt bis heute über Kontakte ins Helferlager. Obwohl Zeuge für Zeuge aus dem Chemnitzer Neonazi-Milieu im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht in München mit Erinnerungslücken und Ablehnung aufwarten, ist deutlich geworden, dass die braunen Helferseilschaften von einst den Kontakt untereinander bis heute halten.  Längst als das Jenaer Trio 1998 in Sachsen untertauchte, galt Chemnitz als „Mekka“ der rechten Musikszene. Internationale braune Szene-Stars spielten auf konspirativen Konzerten. Es ging nicht nur um viel Geld, sondern auch um Militanz, Waffen und Untergrund. Die meisten Neonazis, die Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe in der Illegalität halfen, gehörten zu „Blood&Honour“, der Chemnitzer Kameradschaftsszene oder mutmaßlich zum dortigen „Heimatschutz“. Bereits einige Jahre zuvor hatte vor allem Mundlos unter den führenden Chemnitzer Köpfen seine politischen Masterminds gefunden. Routiniert sagen die damaligen Fluchthelfer heute nur das Nötigste aus. Für Donnerstag ist der 39-jährige Hendrik Lasch in den Zeugenstand geladen. Der smarte Bartträger mit Brille gilt als einer der einflussreichsten rechtsextremen Drahtzieher in Sachsen. Lasch stand nicht nur „Hammerskins“ und „Blood&Honour“ nahe, sondern auch der regionalen Rocker-Szene. Seit mindestens 1994 war er persönlich mit dem NSU-Terroristen Uwe Mundlos aus Jena befreundet. Gemeinsam mit Kameraden fuhren die beiden bereits 1994 zu einem Konzert nach Niederbayern. Lasch und Mundlos galten ebenso wie die Chemnitzer Neonazis Jan W. und Thomas Starke als „Macher“. Mundlos lebte im Untergrund seine zynische, menschenverachtende Kreativität weiter aus und die Chemnitzer hatten ihren Nutzen davon. Gemeinsam bastelte das abgetauchte Trio im Hinterzimmer das „Pogromly“-Spiel mit den Konzentrationslagern oder Mundlos zeichnete Comics wie die „Skinsons“, eine Mischung aus einem Skinhead und einem Mitglied der gelbhäutigen TV-Comicfamilie. Die erste Ausgabe des Chemnitzer „Blood&Honour“-Fanzines „White Supremacy“ im Jahr 1998 zierte ein keulenschwingender „Skinson“. Hendrik Lasch, der seinen Freund etwa 1999 im nahen Unterschlupf in Chemnitz besuchte, fertigte von den Mundlos-Zeichnungen 200 T-Shirts an. Der Kaufpreis betrug 20 DM pro Stück. Die „Skinsons“ seien eine „Veralberung“ gewesen, gab Lasch 2012 gegenüber den NSU-Ermittlern zu Protokoll. Im aktuellen Sortiment seines „Backstreet Noise“-Ladengeschäfts ziert erneut ein Skinson-ähnlicher Polizist Verkaufsware. Daneben steht die Parole: „Selbstjustiz – Der Staat ist die einzige kriminelle Organisation“. „Döner Killer“-Song bei PC Records Während das abgetauchte Jenaer Trio Waffen, Unterkunft und Papiere von den Kameraden erhielt und in Chemnitz die ersten Geldüberfälle verübte, gründete Hendrik Lasch seine legalen Szene-Läden. Die endlosen Wohnblöcke rund um das Fritz-Heckert-Gebiet beherbergten damals zahlreiche rechte Wohngemeinschaften, zwischendrin thronen noch heute die beiden von Hendrik Lasch gegründeten Geschäfte: „PC Records“ und „Backstreet Noise“. Beide Firmen liegen noch Wand an Wand in der Salvador-Allende-Straße, obwohl Lasch das Musikgeschäft offiziell 2004 an seinen damaligen Angestellten Yves Rahmel abgab. 2010 veröffentlichte ausgerechnet dieses Label den „Döner-Killer“-Song der niedersächsischen Rechtsrock-Band „Gigi & und die braunen Stadtmusikanten“ über die Ceska-Mordserie.

via bnr: Der Freund des Terroristen

Wandsbeker SPD-Mann legt Mandat nach Nazi-Verdacht nieder

Der Bezirkspolitiker Ingo Voigt gibt zu, für NPD-Organe geschrieben zu haben – er habe es aber getan, weil seine Familie bedroht wurde. Der Wandsbeker SPD-Abgeordnete Ingo Voigt steht unter Nazi-Verdacht. Der mit der Kommunalwahl im vergangenen Jahr in die Bezirksversammlung Wandsbek gewählte Poppenbütteler Rechtsanwalt soll in der NPD-Parteizeitung “Deutsche Stimme” publiziert und einen lobenden Nachruf auf den 2009 verstorbenen NPD-Funktionär Jürgen Rieger verfasst haben, in dem er sich “in Hochachtung vor dem Menschen und Anwalt Rieger” verneigte. Die Wandsbeker SPD-Fraktion hat Voigt um Stellungnahme gebeten. Noch am Dienstagabend legte Voigt sein Mandat als Abgeordneter nieder. “Die Zitate sind schon merkwürdig und werfen Fragen auf”, sagte der Wandsbeker SPD-Fraktionsgeschäftsführer Marc Buttler. “Aber wir warten die Stellungnahme ab und überlegen dann, was zu tun ist.” Buttler hatte noch bis 2014 eine gemeinsame Kanzlei mit Voigt. Der linksalternative Online-Blog “publikative.org” hatte zuerst über die Beiträge Voigts für die Neonazis berichtet und den Fall aufgedeckt. Dabei handelt es sich um eine Zusammenfassung eines Urteils für die NPD-Zeitung sowie einen zweieinhalbseitigen Nachruf im Gedenkband “Rieger – ein Anwalt für Deutschland”, der dem Abendblatt vorliegt. Darin lobt Voigt diverse Neonazis und schreibt, dass es ihm “eine Ehre” gewesen sei, die Abwicklung der Geschäfte von Rieger zu übernehmen.

via abendblatt: Wandsbeker SPD-Mann legt Mandat nach Nazi-Verdacht nieder

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