Umstrittenes Kampfsportevent in Leipzig

Es soll ein großes Spektakel werden. Ein Kampf der Gladiatoren. Das „Imperium Fight Team“ wirbt schon seit Wochen im gesamten Leipziger Stadtgebiet mit Plakaten, auf denen eingeölte Männer oberkörperfrei in römischer Kampfmontur martialisch posieren. Am vergangenen Samstag fand schließlich das sogenannte Free Fight Event im Leipziger Kohlrabizirkus statt. Das eigentliche Spektakel spielte sich um das Großevent herum ab.
Die fünfte „Imperium Fighting Championship“ ist eine umstrittene Kampfsportveranstaltung. Schon lange werden den Organisatoren Verbindungen zur rechten Szene vorgeworfen. Zahlreiche Hintergrundartikel rechnen nicht nur den Organisator und Trainer Benjamin Brinsa der gewaltbereiten Neonazi-Szene zu, sondern auch die „Imperium“-Teammitglieder Timo F., Christopher H. und Marcus K. Belege dafür sind unter anderen Augenzeugenberichte, die die vier bei dem Neonazi-Angriff auf Connewitz im vergangenen Januar gesehen haben wollen, sowie Fotos, die die Teilnahme einzelner an rechten Demonstrationen belegen. Auch waren die drei Letztgenannten nach Informationen der LIZ unter den Festgenommenen bei besagtem Angriff auf den alternativen Leipziger Stadtteil.(…) Am Samstagabend ist die Stimmung bereits beidseitig aufgeheizt. Rund um den Kohlrabizirkus hat die Polizei ein Kontrollgebiet eingerichtet. Während den gesamten Nachmittag über Zuschauer aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen, liest man auffällig oft die Ziffern „18“ in den Autokennzeichen, ein in der rechten Szene beliebter Code, der für die Initialen Adolf Hitlers steht. Als die antifaschistische Gegendemonstration schließlich gegen 18:30 den Kohlrabizirkus erreicht, sind die meisten Zuschauer bereits im Gebäude. Einige Hunderte sammeln sich jedoch auf dem durch Zäune und Transparente abgesperrten Parkplatz des Kohlrabizirkus. Vom Dach hängt ein Banner: „Imperium Unbreakable“. Im Zuschauerraum der Halle befinden sich zu diesem Zeitpunkt nicht nur zahlreiche Rechtsextreme, sondern auch Mitglieder der Hells Angels-Rockergruppe. Bei den anwesenden Gästen lassen sich zahlreiche rechte Szenecodes finden. Ob „18“ oder einschlägige Klammottenmarken wie Thor Steinar, die Vermutung, dass dies nebst Kampfevent auch ein Treffen rechter Strukturen ist, liegt nahe. Immer wieder sieht man zudem Fanutensilien des bei rechten Hooligans beliebten Fussballvereins „Lok Leipzig“.

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Schießerei in Sachsen-Anhalt Wie gefährlich sind die „Reichsbürger“?

Lange Zeit wurden sie als Spinner belächelt. Doch nach dem Schusswechsel, den sich ein „Reichsbürger“ mit der Polizei lieferte, stellt sich die Frage: Welche Gefahr geht von einer Bewegung aus, die diesen Staat nicht anerkennt? Das Phänomen der „Reichsbürger“ oder „Germaniten“ ist nicht neu. Schon in den achtziger Jahren entstand in Deutschland eine Szene aus eher lose miteinander verbundenen Einzelpersonen und Gruppen, die vor allem die Vorstellung eint, das Deutsche Reich bestehe entweder in den Grenzen von 1871 oder 1937 fort. Was üblicherweise als Bundesrepublik Deutschland bezeichnet wird, sei, so glauben die „Reichsbürger“, nach wie vor von den Alliierten besetzt und verdiene bestenfalls den Titel „BRD GmbH“. Die Bundesrepublik sei illegitim, sie existiere juristisch gesehen überhaupt nicht, daher fühlen sich die „Reichsbürger“ auch nicht verpflichtet, Steuern oder Bußgeld an diesen Staat zu zahlen oder seine Gesetze zu befolgen. Sie haben eigene, zum Teil miteinander konkurrierende Regierungen eingesetzt und stellen – gegen Bezahlung – etwa Ausweise aus. Zuletzt suchten die „Reichsbürger“ allerdings nicht nur die verbale, sondern zum Teil auch die gewaltsame Auseinandersetzung. Ende 2012 etwa fesselten Mitglieder eines in Phantasieuniformen auftretenden „Deutschen Polizeihilfswerks“ (DPHW) in Sachsen einen Gerichtsvollzieher, den danach die echte Polizei befreien musste. Schlimmer ging es am Donnerstag aus: Bei einer Zwangsräumung des Hauses eines „Reichsbürgers“ in Sachsen-Anhalt, zu der auch Polizei und SEK angerückt waren, kam es zu einer Schießerei, bei der der 41 Jahre alte Mann, ein ehemaliger „Mister Germany“ der die Beamten zuvor bedroht hatte, schwer verletzt wurde. In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung und die Menge der „Reichsbürger“ zugenommen. Einem größeren Publikum wurde das Phänomen durch den Sänger Xavier Naidoo bekannt, der 2011 auf die Frage, ob Deutschland frei sei, sagte: „Nein, wir sind nicht frei. Wir sind immer noch ein besetztes Land, Deutschland hat keinen Friedensvertrag und dementsprechend ist Deutschland auch kein echtes Land und nicht frei.“ 2014 sprach er sogar bei einer Veranstaltung von Reichsbürgern, um nach dem darauf folgenden Aufruhr klarzustellen, dass er keineswegs rechtsradikal und auch kein „Reichsbürger“ sei.

via faz; Schießerei in Sachsen-Anhalt Wie gefährlich sind die „Reichsbürger“?

Nach Zwangsräumung in Reuden Polizeischutz für Gerichtsvollzieher

Nach der eskalierten Zwangsräumung in Reuden bei Zeitz stehen der Gerichtsvollzieher und seine Familie unter Polizeischutz. Das teilte die Polizei Halle MDR SACHSEN-ANHALT mit. Demnach hat es ernstzunehmende Drohungen gegen die Familie des Gerichtsvollziehers gegeben. Des Weiteren wurde ein Haftbefehl gegen einen Anhänger des Hausbesitzers erlassen. Klaus Wiechmann von der Staatsanwaltschaft Halle sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass der Mann bereits in Untersuchungshaft sitze. Ihm werde gefährliche Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Er soll Steine geworfen und einen Polizisten gebissen haben. Grundschuld nicht bezahlt Die Zwangsräumung am vergangenen Donnerstag hatte sich gegen einen Grundstücksbesitzer gerichtet, der seine Grundschuld nicht bezahlt hat. Adrian U. ist Anhänger der sogenannten “Reichsbürger”. Sein Grundstück bezeichnet er als “Staat Ur”, in dem ausschließlich die eigenen Gesetze gelten. (…) Die Staatsanwaltschaft Halle will unterdessen prüfen, ob der Gebrauch der Schusswaffe durch Polizisten geboten und verhältnismäßig war. Außerdem soll geklärt werden, wer zuerst geschossen hat und woher der Grundstücksbesitzer Waffe und Munition hatte.

via mdr: Nach Zwangsräumung in Reuden Polizeischutz für Gerichtsvollzieher

“Berserker Berlin” eröffnet rechtsoffene Bar und Merch Store in Neukölln

Stefan Schröder, der Sänger der rechstoffenen Band “Berserker Berlin”, die  in der Szene des Grauzonen “Deutschrock” bestens bekannt ist, eröffnet am 2. September 2016 eine “Szenebar” in der Silbersteinstraße in Berlin Neukölln. Im “Schröder’s” bzw. Rock n Schröder’s sollen neben Speisen ebenfalls Kleidung und andere Werbeartikel der Grauzonen Rockbands wie z.B. Unantastbar, Goitzsche Front und Freiwild vertrieben werden  Bei der Eröffnung des Lokals tritt neben Berserker auch der “Künstler” Timm Rock auf. Bei dem Mann, der mit bürgerlichem Namen Timo Hoffman heisst, handelt es sich um den Gründer des GOND Festivals. Diese jährliche Veranstaltung bietet die grösste Versammlung von rechtsoffenen/grauzonen Bands aus ganz Deutschland und zieht tausende Besucher der alten Onkelz-Generation an. So sollen im Lokal ebenfalls GOND Tickets verkauft werden. Die Band Berserker Berlin ist in der Vergangenheit schon öfter mit fragwürdigen Aktionen und Liedtexten aufgefallen. Aufgrund von gewaltverherrlichenden Texten, die zur Lynchjustiz an Kinderschändern aufrufen (“Das Schwein”), wurde ein geplantes Konzert der Band vom LKA Berlin verboten.

via indymedia: “Berserker Berlin” eröffnet rechtsoffene Bar und Merch Store in Neukölln

Crowd trouble, racism mar Red Star win

Serbia’s top division match between champions Red Star Belgrade and Novi Pazar was marred by serious crowd trouble and racism as officials were forced to suspend play for 20 minutes during the on Sunday. Trouble erupted in the second half when home Novi Pazar fans pelted the Red Star bench with fireworks and seats they had ripped from the stands after Red Star striker Predrag Sikimic injured the home side’s keeper Mladen Zivkovic. With the home fans also hurling racist abuse at Red Star’s Gabonese midfielder Guelor Kanga, riot police moved in to secure the visitors’ dugout during the delay as referee Milan Ilic led the players into the tunnel. Sikimic was sent off for his reckless kick to Zivkovic’s head and the 27-year-old keeper was rushed to hospital with a fractured cheekbone.

via eurosport: Crowd trouble, racism mar Red Star win

Romapogrom in Izmail

Im Dorf Loshchynivka im Raion Izmail der Oblast Odessa ist es gestern Abend zu einem Pogrom gekommen. Etwa 300 Einwohner des Dorfes hatten die Häuser der ortsansässigen Roma gestürmt und verwüstet. Den Unruhen war die Verhaftung eines jungen Rom vorausgegangen, dem von der Polizei die Vergewaltigung und Tötung eines achtjährigen Mädchens aus dem Ort vorgeworfen wird. Die örtliche Polizei war mit der an die Verhaftung anschließenden Situation heillos überfordert, sodass Ermittler und Sondereinheiten aus Izmail angefordert wurden. Laut Medienberichten wurde bei dem Pogrom niemand verletzt, da die Roma ihre Häuser noch vor dem Überfall verlassen hatten. Das Mädchen, dass am Abend zuvor von ihren Eltern als vermisst gemeldet wurde, war am Samstag in einem verlassenen Gebäude unweit der Romasiedlung leblos aufgefunden worden. Ersten Berichten der Polizei zufolge war ihr Körper mit zahlreichen Schnittwunden und Hämatomen übersäht. Von einem Sexualdelikt könne mit höchster Wahrscheinlichkeit ausgegangen werden. Wie und ob der verhaftete Mann mit dem Verbrechen in Verbindung steht, ist derzeit noch völlig unklar.Die Dorfbewohner fordern die Roma auf, den Ort zu verlassen Die Roma waren erst vor wenigen Jahren in den Ort gezogen und sind seither Anfeindungen ausgeliefert gewesen. Immer wieder wurden sie des Diebstahls, Betrugs sowie der Erpressung und Körperverletzung beschuldigt. Nun hat sich der Hass offen Bahn gebrochen. Doch mit der Verwüstung ihrer Häuser ist es für die Roma von Loshchynivka noch nicht vorbei, denn heute Mittag wurde auf einer eiligst einberufenen Sondersitzung des Ortsrates das weitere Schicksal der Menschen beschlossen. Die Roma seien aufgefordert ihre Häuser bis morgen 9 Uhr zu verlassen.
Nur zögerlich beginnt in der Ukraine so etwas, was man als Vorboten eines gesellschaftlichen Aufschreis bezeichnen könnte. Vor allem das im Raum stehende Sexualdelikt scheint vielen als Begründung für das unmenschliche Vorgehen der Dorfbewohner zu sein. Dass der junge Mann lediglich verdächtigt wird, jedoch noch nicht überführt und schon gar nicht verurteilt ist, interessiert in dieser aufgeheizten Stimmung niemanden, wie der Fakt, dass Sexualdelikte in der Ukraine mehrheitlich von Ukrainern, und nicht von Angehörigen ethnischer Minderheiten begangen werden.

via thebavaroukrain: Romapogrom in Izmail

Homophober Professor scheitert mit Klage gegen Regenbogenfahnen

Zwölf Monate nach Einreichung der Klage steht fest: Zum CSD Siegen darf die Kreisverwaltung auch weiterhin Regenbogenfahnen hissen . und Jürgen Berllers ist um 2.000 Euro ärmer. Auf Anraten des Gerichts zog der pensionierte Siegener Politikprofessor Jürgen Bellers seine Klage gegen die CSD-Beflaggung des Landkreises zurück. Auch 2017 wird am Kreishaus in Siegen zum CSD die Regenbogenfahne wehen. Der pensionierte Politikprofessor Jürgen Bellers hat in der vergangenen Woche seine Klage vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg gegen das Symbol für Akzeptanz und Vielfalt zurückgezogen. Die Richter hatten ihm zuvor signalisiert, dass er mit seiner Initiative keinen Erfolg haben würde. Der Wissenschaftler, der jahrelang an der Universität Siegen Internationale Politik lehrte, hatte in seiner Klage gegen Landrat Andreas Müller (SPD) argumentiert, dass die bunten Fahnen gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz des Grundgesetzes verstießen (queer.de berichtete). Darin heißt es unter anderem, dass niemand wegen seiner politischen Anschauungen benachteiligt werden dürfe.

via queer: Homophober Professor scheitert mit Klage gegen Regenbogenfahnen