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Notorischer Holocaust-Leugner muss ins Gefängnis

Wieder einmal konnte der Szeneanwalt Wolfram Nahrath einen seiner Mandanten nicht vor einer Verurteilung bewahren. Arnold Höfs, pensionierter Steuerberater und bekannter Holocaust-Leugner, muss wegen Volksverhetzung für zehn Monate hinter Gitter. Das entschied gestern das Landgericht Hannover. Arnold Höfs sei ihm seit Jahren bekannt und unbelehrbar, erklärte Oberstaatsanwalt Jens Lehman laut Medienberichten im Laufe des Verfahrens vor dem Landgericht Hannover, das über den notorischen Holocaust-Leugner in zweiter Instanz zu entscheiden hatte. Dazu passte, dass er mit Wolfram Nahrath, den letzten Vorsitzenden der 1994 verbotenen Wiking-Jugend, einen bekannten Szeneanwalt als Rechtsbeistand engagiert hatte. Der Berliner Jurist vertritt häufiger Relativierer und Leugner des deutschen Massenmordes, meist mit wenig Erfolg .
In der Tat ist Höfs in der Angelegenheit kein Unbekannter und in der Szene gut vernetzt, die ihm aufgrund seiner Ausbildung gerne auch in finanziellen Fragen vertraute. Er war Schatzmeister des 2008 verbotenen Vereins „Bauernhilfe e.V.“, einer Teilorganisation innerhalb des ebenfalls verbotenen „Collegium Humanum“, einem Sammelbecken bekannter Holocaust-Leugner. Für die neue Sammlungsbewegung der Szene, der Europäischen Aktion (EA), stellte er laut NDR-Recherchen zeitweise ein Spendenkonto zur Verfügung. Mit dem EA-Gründer Bernhard Schaub nahm Höfs 2006 an Ahmadinedschads „Holocaust-Konferenz“ in Teheran teil. „Faktenspiegel“ nicht wissenschaftlich Auf die Anklagebank brachte den 69-Jährigen einer seiner „Faktenspiegel“, kleine Bücher, die er unter dem Pseudonym „Herbert Hoff“ veröffentlicht. Wegen dieser Veröffentlichungen wurde er laut Medienberichten schon einmal zu einer kurzen Freiheitsstrafe verurteilt. Welche Ansichten der Rentner in seinen Heftchen vertritt, kann einem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln entnommen werden.

via endstation rechts: Notorischer Holocaust-Leugner muss ins Gefängnis

Nach Homophobie-Eklat: Fußballerinnen boykottieren Italiens Pokal-Finale

Aus Protest gegen sexistische und homophobe Äußerungen des Präsidenten der Amateurliga, boykottieren Italiens Fußballerinnen das Pokal-Finale. Aus Protest gegen sexistische und homophobe Äußerungen des Präsidenten der italienischen Fußball-Amateurliga, Felice Belloli, boykottieren Italiens Fußballerinnen das Pokal-Finale zwischen den Klubs Brescia und Tavagnacco. Das am Samstag angesetzte Spiel werde als Zeichen gegen Belloli nicht ausgetragen, teilte die Spielergewerkschaft AIC am Dienstag mit. Der 65-jährige Belloli wird beschuldigt, sich bei einer Sitzung der Amateurliga am 5. März bei der Diskussion über die Finanzierung des Frauenfußballs herablassend geäußert zu haben. “Basta! Wir können nicht ständig darüber diskutieren, diesen paar Lesben Geld zu geben”, heißt es in dem Protokoll der Sitzung, das von der Website Soccerlife.it veröffentlicht wurde.

via handelsblatt: Nach Homophobie-Eklat: Fußballerinnen boykottieren Italiens Pokal-Finale

Bericht zum V-Mann “Corelli” – Das Versagen des Verfassungsschutzes

Im Auftrag des Parlamentarischen Kontrollgremiums hat Sonderermittler Montag einen Bericht über den V-Mann “Corelli” zusammengetragen. WDR, NDR und “SZ” konnten diesen bereits einsehen. Er bestätigt erneut, dass dem Verfassungsschutz frühe Hinweise auf das Terror-Netzwerk entgingen.(…) Thomas R. hatte als V-Mann “Corelli” Schlagzeilen gemacht, weil er dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) 18 Jahre lang als Top-Quelle in der rechtsextremen Szene gedient hatte und dabei der Terrorgruppe NSU nahe gekommen war. R., Spitzname “HJ Tommy”, war ein umtriebiger Rechtsextremist. Er informierte das BfV bis zu seiner Enttarnung 2012 über die Neonaziszene in Sachsen-Anhalt und Sachsen. Über seinen Musikvertrieb stand er in regem Kontakt mit der “Blood & Honour”-Bewegung und einem deutschen Ableger des “Ku Klux Klan”. Dabei beging “Corelli”, wie es im Sonderbericht heißt, auch immer Rechtsverstöße – nicht nur wegen des Zeigens von Bildern mit Hakenkreuzen im Internet. Bei einer Hausdurchsuchung wurde auch die Kampfschrift “Der Weg vorwärts” gefunden. Darin wird für eine zellenartige militante Organisation plädiert, die Anschläge auf Migranten ausüben soll. Spitzen-Quelle kaum ausgewertet “Corelli” sei vor allem “quantitativ” eine Spitzen-Quelle für das BfV gewesen, urteilt Sonderermittler Jerzy Montag und zeigt sich in seinem Bericht einigermaßen entsetzt darüber, dass angesichts der Masse an Informationen, die “Corelli” lieferte, nur wenig beim Bundesamt ausgewertet wurde.  Das Parlamentarische Kontrollgremium hatte den ehemaligen Grünen-Abgeordnete Montag im Oktober 2014 eingesetzt, nachdem im Archiv des Bundesamtes für Verfassungsschutz eine von Thomas R. dem Amt zur Verfügung gestellte CD aus dem Jahr 2005 mit der Aufschrift “NSU” gefunden worden war – ein früher Hinweis auf die rechtsterroristische Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), mit deren Mitglied Uwe Mundlos Thomas R. nachweislich zumindest vor dessen Untertauchen 1998 in Kontakt stand. Die CD war dem NSU-Untersuchungsausschuss vorenthalten worden.

via tagesschau: Bericht zum V-Mann “Corelli” Das Versagen des Verfassungsschutzes

„Zugführer alle nach Auschwitz“ – Wird jetzt gegen einen YouTuber ermittelt?

Wer sich in diesen Tagen so richtig Bestätigung abholen möchte, der regt sich über den Bahnstreik auf. Je länger der Showdown zwischen GDL und Bahn dauert, desto mehr Hobby-Demagogen fühlen sich berufen, gegen die Lokführer zu wettern. Weil die Springer-Presse das aber schon seit Wochen mit ziemlich hoher Feuerrate tut, muss man mittlerweile schon ganz schön laut schreien, wenn man noch gehört (und geliket) werden will. (…) JuliensBlog ist ein eigentlich kein Blog, sondern der Youtube-Kanal eines 26-Jährigen, der mit fast 1,25 Millionen Abonnenten zu den Top 20 der beliebtesten YouTubern Deutschlands gehört. Am Dienstag hat dieser YouTuber also beschlossen, seinen Senf zum GDL-Streik zu geben—und ist damit ziemlich übers Ziel hinausgeschossen. Der Großteil des fast fünfminütigen Videos besteht im Grunde aus Beleidigungen im Stil Jan Leyks. Immerhin macht Julien sich die Mühe, die Forderungen der GDL durchzugehen, um sie dann als Gejammer von „austauschbaren Nullnummern” oder „irrelevanten Spasten” in der „Hurensohnarmee” zu beschimpfen. Irgendwann scheint das aber nicht mehr zu reichen, also greift er zum letzten Register. Da heißt es dann: „Vergasen sollte man diese Mistviecher. Wisst ihr noch, wie die Juden mit Zügen nach Auschwitz transportiert wurden? Man sollte die Zugführer alle dahin bringen. Ich fahr’ auch den Zug, und zwar umsonst.”  Das Ganze natürlich unterlegt mit Bildern von Auschwitz, damit auch niemand diese Widerwärtigkeit verpasst. Hat auch keiner, und mehr als 34.000 Menschen haben dem Video jetzt schon Daumen hoch gegeben. „Der @JuliensBlog sagt das, was ich mich nicht traue auf Youtuber [sic] auszusprechen”, schreibt ein anderer YouTuber. „I like. Soo hart!” Mittlerweile sind aber auch die Erwachsenen auf das Video aufmerksam geworden, und so langsam wird es ungemütlich für JuliensBlog. Die ersten Anzeigen wurden bereits gestellt, Google will sich das Video noch mal anschauen, und die Münchner Polizei hat sich schon eingeschaltet, um zu prüfen, ob die Aussagen strafrechtlich relevant sind.

via vice: „Zugführer alle nach Auschwitz“ – Wird jetzt gegen einen YouTuber ermittelt?

siehe auch Leser_innen-Fundstücke: Juliens Blog und die vergaste GDL. Täglich beobachten Sie, liebe Leserinnen und Leser, Rechtsextremismus, Rassismus und andere gruppenbezogene Menschenfeindlichkeiten – im Internet und in der realen Welt. Wir werden zukünftig einige Fundstücke in unregelmäßiger Folge mit kurzen Kommentaren veröffentlichen. Heute: Juliens Blog und die vergaste GDL. YouTube hat seine ganz eigenen Stars, und einer davon ist ein junger Mann namens Julien Sewerin. Laut YoutubeWiki ist er 26 Jahre alt, Deutscher mit italienischen Wurzeln und hat über 1.225.000 Abonnenten (Stand: 20.04.2015). Damit gehört er zu den Top 20 der meistabonnierten YouTubern in Deutschland. Seine Fans hat er offenbar mit Analysen von Rap-Songs gewonnen, in einem sarkastisch-bitterbösen Stil, und diesen dann später auch auf Verrisse der Bibel oder der BILD-Zeitung angewandt. Provokationen und Massenbeleidigungen seien seine Hauptstilmittel, berichtet das Netzfeuilleton schon 2013. (…) Die Grenzen zwischen Satire, verletzender gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und sogar Volksverhetzung sind oft fließend. Ein trauriges Beispiel dafür ist Juliens aktuellstes Video (das auch ohne diesen Disclaimer daherkommt): “GDL – Bahnstreik”. Ein Aufregerthemer für viele, auch Julien regt sich auf, und es wird schnell klar, dass Niveau nicht sein Thema ist: Es hagelt – um die Gewerkschaft der Lokführer und Lokführer an sich zu verunglimpfen – sexistische und behindertenfeindliche Beschimpfungen mit Sekundentempo. Außerdem blamiert sich Julien mit einer völlig unreflektierten Sicht auf Streiks und Streikkultur an sich, die aber viele seiner Follower (laut entsprechender Kommentare unter dem Video) teilen oder sich gar zu eigen machen, weil ein solches “Vorbild” es ihnen auf YouTube erzählt. (…) Richtig “hübsch” wird es ab Minute 3:50: “Vergasen sollte man sie, diese Mistviecher. Wisst Ihr noch, wie die Juden in Zügen nach Auschwitz transportiert wurden? Man sollte die Zugführer alle dahinbringen! Ich fahr auch den Zug und zwar umsonst und werde nicht einmal streiken.” Bebildert mit dem Foto einer Gaskammer und Zügen voller Jüdinnen und Juden auf dem Weg in die Konzentrationslager im nationalsozialistischen Deutschland. Herabsetzung des tödlichen Antisemitismus der Nazis als “humoristisches” Stilmittel bei gleichzeitiger Todesdrohung pauschal gegen alle Lokführer. Mehr Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit lassen sich kaum in 4 Minuten YouTube unterbringen. Ganz “humoristisch”, natürlich. Und wie reagieren die größtenteils jugendlichen Zuschauer_innen auf diese 4 Minuten Hass? Die meisten, die in der Kommentarspalte eine Meinung hinterlassen, finden es gut, stimmen zu, versuchen, einen noch krasseren Kommentar mit noch mehr Beleidigungen pro Rechtschreibfehler zu hinterlassen.

Extremists plan ‘anti-Jewification’ rally in Golders Green

Far-right group New Dawn Party is thought to be planning a rally against the Jewish community in London. A post sent from a Twitter account in the name of the group read: “Oppose the ‘Shomrim’ demo. Golders Green. Saturday July 4th Details to follow.” A spokesperson for the Community Security Trust said it was aware of the proposed demonstration. The organisers were thought to be the same group of far-right nationalists who staged a small rally against the Charedi community in Stamford Hill earlier this year. Mark Gardner, director of communications said: “CST is fully aware of this explicitly antisemitic demonstration, and has discussed it in recent weeks with police and government. “It follows a similar demonstration in Stamford Hill that was quite pathetic and was largely ignored, but we are fully aware of the possible impact of such an event in Golders Green and are planning accordingly.” In February white supremacist Joshua Bonehill-Paine said he was planning a “Liberate Stamford Hill” demonstration. The area is home to Europe’s largest strictly Orthodox community.

via thejc: Extremists plan ‘anti-Jewification’ rally in Golders Green

NSU-Prozess: Neo-Nazi räumt ein, vor Gericht gelogen zu haben

Der Verdacht der Lüge besteht seit seinem ersten Auftritt vor Gericht im Februar. Gestern räumt der hessische Neonazi Bernd T. im NSU-Prozess ein, bei der Polizei 2012 gelogen, aber auch vor Gericht nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Er wollte Hafterleichterungen, erklärt der 40-Jährige einen Brief, den er Ende 2011 aus dem Gefängnis heraus an den hessischen Verfassungsschutz mit dem Angebot, Informationen zu liefern, geschrieben habe. Trat Bernd T. im Februar noch dreist, in Springerstiefeln und Bomberjacke, vor Gericht auf, so wirkt er gestern geradezu kleinlaut. Der Gründer des hessischen Neonazi-Vereins „Sturm 18“ sitzt seit Kurzem wieder in Untersuchungshaft und muss vorgeführt werden. In den Prozesspausen bewachen ihn zusätzlich zwei Polizisten am Zeugenplatz. Bei seiner zweiten Befragung im NSU-Prozess wird er von einem Anwalt vertreten, der selber Verbindungen zur NPD haben soll.
„Die Aussagen, die ich gemacht habe, bei der Polizei, sind gelogen“, beginnt der 40-Jährige. Die Personen, die auf der Anklagebank sitzen, kenne er nicht, genauso wie Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die ihm unbekannt seien. Das was er 2012 den Ermittlern erzählt habe, will der Zeuge aus Zeitungen oder dem Internet entnommen haben.

via ta: NSU-Prozess: Neo-Nazi räumt ein, vor Gericht gelogen zu haben

Weitere Meldungen im Blog über den Neonazi Bernd Tödter

»Sie tauchten stets aus dem Nichts auf«

Die »Randalierer« bei den EZB-Protesten in Frankfurt am Main waren möglicherweise bestellt. Ein Gespräch mit Annette Ludwig Sie kamen aus dem Nichts. Gut organisierte Randalierer setzten bei den »Blockupy«-Protesten Barrikaden und Chemikalien in Brand. Annette Ludwig ist aktiv im Kreisverband der Linken in Frankfurt am Main.  Blockupy-Aktivisten, die am 18. März die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main blockiert und die Randale in der Stadt beobachtet hatten, erinnern sich an ungewöhnliche Vorkommnisse, die gar nicht zum schwarzen linken Block passten. Was haben Sie dort erlebt? Aktivisten hatten sich an diesem Morgen an verschiedenen Orten getroffen, um nach der bei den G-8-Protesten in Heiligendamm erprobten Fünffingertaktik aus verschiedenen Richtungen zum Blockadeort zu kommen. Um sechs Uhr morgens hatte ich zunächst ein riesiges Aufgebot von Polizisten angetroffen, wenig später drang eine bunte Demonstration von etwa 250 Blockupy-Aktivisten mit Transparenten und Luftballons nahezu bis zum Zaun der EZB vor. Doch die Polizei trieb sie brutal zurück und entriss ihnen die Ballons. Als der Zug danach an der Kreuzung Sonnemannstraße/Ignatz-Bubis-Brücke/Obermainanlage ankam, erschienen plötzlich wie aus dem Nichts etwa 15 extrem durchtrainierte, schwarzgekleidete junge Männer. Innerhalb weniger Minuten zündeten sie Materialien von einer Baustelle, Holz, Müll etc. an, unter anderem ein Dixie-Klo. Durch das Verbrennen von Chemikalien gab es die Rauchwolke, die auf Bildern vor der EZB sichtbar wurde. Die etwa 250 Aktivisten, die sich an den Aktionskonsens der Gewaltfreiheit hielten, waren auf die Brücke weitergezogen, wo die Polizei sie mit Tränengas einnebelte. Die etwa 15 Randalierer hingegen zündelten in aller Seelenruhe weiter. Erst etwa vier Stunden später kam die Polizei, um zu löschen! Aktivisten meinen, diese Randalierer seien womöglich Provokateure der Polizei gewesen? Teilen Sie diese Meinung? Ja, mir ist folgendes auf der Kreuzung aufgefallen: Diese jungen Männer arbeiteten wie ein bestellter kommerzieller professioneller Bautrupp: Kein Chaos, jeder Griff saß wie eintrainiert – als seien sie nach einer Choreographie tätig. Sie waren topfit, hatten muskulöse Oberkörper. Keiner von ihnen hatte an der Kleidung einen roten Stern, ein Blockupy-Zeichen; niemand hatte zum Beispiel lange Haare. (…) Sie trugen keine Springerstiefel, sondern einheitlich schwarze Treckingschuhe, alle nagelneu! Rund 4.000 Gewalttäter seien durch die Stadt gezogen, behauptet die Polizei – Ihre Einschätzung? Seit Jahren habe ich Erfahrung mit der Organisierung politischer Proteste. Ich war an diesem Tag mit dem Fahrrad unterwegs: In der Tat waren circa 4.000 Protestierer in der Stadt unterwegs, aber nicht einmal 400 Gewaltbereite, eher halb soviel. Die agierten hochprofessionell, ohne dass die Polizei sie dabei störte. Ein solcher Block bewegte sich später mit Vorschlaghammern und Spitzhacken in Richtung Innenstadt und verhielt sich drohend gegenüber Journalisten, unter anderem von jW. Sie sagten nicht etwa »haut ab«, sondern drängten sie weg, indem sie ihren Block weiter ausdehnten und die Journalisten auf dem Bürgersteig gegen die Häuserwände drückten.

via jw: »Sie tauchten stets aus dem Nichts auf«

Neonazi-Vorwürfe gegen Erzieher – Kündigung rechtens

Die Stadt Mannheim durfte einen Erzieher wegen Neonazi-Vorwürfen fristlos entlassen. Diese Entscheidung hat das Arbeitsgericht Mannheim am Vormittag verkündet. Die Stadt hatte den Hort-Erzieher im vergangenen Jahr wegen Neonazi-Vorwürfen fristlos entlassen. Er soll der rechten Szene angehören, bei NPD-Kundgebungen gewesen sein und trug bei der Arbeit Kleidung von rechtsradikalen Marken. Zudem gilt er als gewaltbereiter Hooligan

via morgenweb: Neonazi-Vorwürfe gegen Erzieher – Kündigung rechtens

Holocaust-Mahnmal in Berlin – Männer urinieren im Stelenfeld und rufen antisemitische Parolen

Zwei Männer haben am Dienstagmorgen im Denkmal für die ermordeten Juden Europas in der Cora-Berliner-Straße gegen Stelen uriniert und antisemitische Parolen gegrölt. Die insgesamt fünfköpfige Männergruppe war einem Mitarbeiter des polizeilichen Objektschutzes am Dienstagmorgen gegen 5 Uhr im Stelenfeld für die ermordeten Juden Europas aufgefallen. Zwei Männer aus der Gruppe urinierten gegen Stelen an der Cora-Berliner-Straße und riefen antisemitische Parolen.

via tagesspiegel: Holocaust-Mahnmal in Berlin – Männer urinieren im Stelenfeld und rufen antisemitische Parolen

Crystal Meth – Die Droge aus der Neonazi-Szene

Crystal Meth gilt unter den Drogen als Killer, denn es macht extrem schnell abhängig – auch wenn von ihm oft verharmlosend als “Partydroge” gesprochen wird. In Deutschland kommen die Dealer aus der Neonazi-Szene. Mike Baumgärtner hat die Mechanismen von Produktion und Beschaffung in einem Buch dokumentiert. (…) Das Nachbarland Tschechien gilt als Hauptproduzent in Europa, dort wird die Droge mit dem Wirkstoff Methamphetamin in großen Mengen produziert. Sie ist ziemlich simpel herzustellen und macht extrem schnell abhängig. Maik Baumgärtner, der gemeinsam mit Mario Born und Bastian Pauly die Crystal-Meth-Szene in dem Buch “Crystal Meth – Produzenten, Dealer, Ermittler” beleuchtet, sagt, in Deutschland seien keine Meth-Küchen entstanden, “weil der Zugang zu relativ hochwertigem Meth in Tschechien so einfach ist, dass hier gar kein Bedarf besteht, es selbst zu produzieren. Es kostet mich ein Zugticket an die tschechische Grenze und zwei Stunden später kann ich mir so viel kaufen, wie ich möchte.” Neonazis als Dealer Baumgärtner und seine Mit-Autoren beschreiben  die Verstrickung von Neonazis in die Crystal Meth-Szene: In Sachsen habe die Zahl der Dealer aus der Neonazi-Szene, die mit großen Mengen der Droge aufgegriffen worden seien, zugenommen.. Diese seien keine “Dorf-Nazis”, die keine Ahnung hätten, sondern Personen, “die sich in militanten, organisierten Strukturen bewegen … Dieses Saubermann-Image, das sich die Neonazi-Szene gerne anheftet, das trifft nicht zu.”

via deutschlandradiokultur: Crystal Meth – Die Droge aus der Neonazi-Szene

Machtkampf eskaliert – AfD sperrt Lucke aus Mailsystem aus

Die Bundesgeschäftsstelle der AfD verweigert dem Vorsitzenden Bernd Lucke offenbar den Zugang zum Email-System der Partei. Er und seine Unterstützer haben trotzdem an die Mitglieder geschrieben. FAZ.NET dokumentiert den Brief im Wortlaut. Bernd Lucke bittet: „Schließen Sie sich unserer Initiative an.“ In der AfD-Führung wird mit immer härteren Bandagen gekämpft. Am Montag schloss die Bundesgeschäftsstelle den Bundesvorsitzenden Bernd Lucke nach dessen Angaben vom Mailingsystem der Partei aus. „Heute nachmittag hat die Bundesgeschäftsstelle auf Anweisung von Frauke Petry und Konrad Adam meinen Zugang zum Parteimanager gesperrt, um den Versand dieser Mail zu verhindern“, schreibt Lucke in einer Mail an die „Freunde der AfD“. Das widerspreche „einem gültigen Bundesvorstandsbeschluss“. Mit derselben Post verschickte Lucke ein Schreiben an die Mitglieder und Förderer, in dem Lucke und seine Unterstützer „große Sorgen um die Zukunft der AfD“ kundtun. Die Gruppe erklärt darin ihre Beweggründe für die Gründung der „Initiative Weckruf 2015“, über die FAZ.NET am Montag berichtet hatte. Um 22 Uhr am Montagabend will die Gruppe ihre Website www. weckruf2015.de freischalten.

via az: Machtkampf eskaliert – AfD sperrt Lucke aus Mailsystem aus

Rechtsextremer kocht bei Swiss Dinner 3-Gänger

Mit seinem Kalbsvoressen hat Hobbykoch Benu Lingg bei Swiss Dinner gepunktet und die Führung übernommen. Dass er ein bekannter Rechtsextremer ist, war in der TV-Show kein Thema.  «Benu hat früher gerne Fussball gespielt, und jetzt ist eben Kochen sein Hobby». So harmlos wurde der 30-jährige Heizungstechniker Benjamin Lingg aus Altbüron LU in der neusten Folge von Swiss Dinner vorgestellt. Zu sehen ist die Kochshow jeweils am Samstagabend auf mehreren Lokal-TV-Stationen. Auf dem Menüplan standen etwa geräucherte Forelle sowie Kalbsvoressen mit Knöpfli und Buttergemüse.
Kein Thema war in der Sendung, dass Lingg ein bekannter Rechtsextremer ist, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Als langjähriges Vorstandsmitglied der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) organisierte er Aufmärsche und war Vize-Chef der Sektion Willisau LU. Weiter soll er sich im Umfeld der militanten Helvetischen Jugend bewegt haben. Diese war 2004 massgeblich beteiligt an einem Angriff auf eine antirassistische Demo in Willisau – bei anschliessenden Hausdurchsuchungen beschlagnahmte die Polizei unter anderem auch Waffen. Ex-Bassist bei Rechtsrockband Doch damit nicht genug: Lingg spielte ebenfalls Bass in der Rechtsrockband Indiziert. Durch deren Konzerte knüpfte er regelmässig Kontakte zu anderen Rechtsextremen in ganz Europa.

via 20minch: Rechtsextremer kocht bei Swiss Dinner 3-Gänger

siehe auch: Rechtsextreme Idylle bei «Swiss Dinner». Spätzli an brauner Sauce kochte der Rechtsextreme Benjamin Lingg gestern bei «Swiss Dinner». Der Pnos-Vorstand, Rocker und HJ-Mitglied macht im TV auf Vorzeige-Bünzli. (…) Wie die «SonntagsZeitung» heute berichtet, ist «Benu» langjähriges Pnos-Mitglied. Bis zum Jahr 2011 war er Vize-Chef der Sektion Willisau. Er bewegte sich im Umfeld der militanten Helvetischen Jugend, die sich mit ihrem Kürzel HJ an die Hitlerjugend der Nazis anlehnte. Die rechtsextreme Kameradschaft war 2004 federführend bei einem organisierten Angriff auf eine antirassistische Kundgebung in Willisau. Zudem war Lingg früher Bassist der Band «Indiziert» und spielte im In- und Ausland an rechtsextremen Anlässen vor johlenden Glatzköpfen. Das letzte Mal in den Schlagzeilen war der «Swiss Dinner»-Kandidat im Sommer 2013, als er für eine 1.-August-Feier der Pnos eine Waldhütte in Huttwil BE reservierte.

Das Schnittmuster rechtsextremen Terrors

Ein Mord in Berlin, eine neue Terrorgruppe und das Oktoberfestattentat: Drei Taten lassen auf Vorbilder und Nachahmer des Nationalsozialistischen Untergrunds schließen. Der Täter spricht kein Wort, als er die Waffe zieht. Mehrere Schüsse hallen eine halbe Stunde nach Mitternacht am 5. April 2012 durch die Rudower Straße im Berliner Bezirk Neukölln. Sie gelten einer Gruppe von fünf jungen Männern – Kumpels, die durch die Nacht ziehen. Burak, Alex, Jamal, Seltunc und Ömer. Rettungskräfte kommen an einen blutigen Tatort. Alex A. und Jamal A. sind schwer verletzt, Notoperationen retten ihr Leben. Der 22 Jahre alte Burak Bektaş ist tot. Sein Mörder ist unbekannt, er läuft bis heute frei herum. Die Geschichte klingt, als wäre sie schon einmal erzählt worden: ein Mord mit Pistole, das Opfer mit Migrationshintergrund, kein erkennbares Motiv. So liefen die Taten ab, die dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) zugeschrieben werden. Die Gruppe aus Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt ist laut Anklage im NSU-Prozess für den Tod von neun türkisch- und griechischstämmigen Männern verantwortlich, zudem für den Mord an einer deutschen Polizistin. Ist die Tat von Neukölln eine Nachahmung der NSU-Morde? Anhaltspunkte dafür sieht Mehmet Daimagüler, der Anwalt der Familie Bektaş und zugleich Nebenklagevertreter im Münchner NSU-Verfahren. “Ich sage nicht, dass der Täter ein Neonazi sein muss. Aber ich schließe auch keine Nachahmertat aus”, sagt Daimagüler. In Neukölln gab es nicht einmal einen Wortwechsel – und auch kein Bekennerschreiben. Ein Video, in dem die Terrorzelle NSU sich mit den Gewalttaten brüstete, hatte auch Beate Zschäpe erst verschickt, als ihre beiden Komplizen im November 2011 Selbstmord begangen hatten.
Die rechtsextreme NSU-Gruppe hatte es von Anfang an darauf angelegt, Nachahmer anzustiften. Dafür spricht etwa ein Brief, den die drei nach ihrer Flucht in den Untergrund Ende der neunziger Jahre an Unterstützer geschickt hatten. In Neonazi-Kreisen bekunden noch heute viele ihre Unterstützung für die Angeklagten, bei einer Demonstration forderten sie gar die Freilassung des in Untersuchungshaft sitzenden Ralf Wohlleben. Er ist dringend verdächtig, eine der Tatwaffen des Trios beschafft zu haben. War es also nur eine Frage der Zeit, bis fanatische Rechte die Taten als Vorbild nehmen, um mit der Waffe einen Umsturz in Deutschland zu forcieren? Ein Beweis dafür steht noch aus, die Möglichkeit besteht aber sicherlich. Über 700 Taten aus 22 Jahren ließ das Bundesinnenministerium nach Bekanntwerden des NSU auf einen rechtsextremen Hintergrund prüfen. Daimagüler fordert, dass der Fall Bektaş mit diesen Taten verglichen wird. “Das wurde bisher nur so 08/15 untersucht”, sagt der Anwalt.

via zeit: Das Schnittmuster rechtsextremen Terrors

Saarbrücken – Wirbel um Urkunde für Rechtsextremen

Wie es dazu kam, dass ein „Sagesa“-Aktivist in der Staatskanzlei für Verdienste um Kriegsgräber geehrt wurde. Für Verdienste beim Sammeln von Spenden für die Pflege von Kriegsgräbern ist ein führender Rechtsextremer in der Staatskanzlei geehrt worden. (…) Mit einem Empfang hatte Staatskanzlei-Chef Jürgen Lennartz (CDU) vor einer Woche den Helfern der Herbstsammlung des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge gedankt. Mehr als 142 000 Euro waren 2014 zusammengekommen, eine stolze Summe. Lennartz verteilte als Dank Urkunden an die emsigsten Helfer, seine Rede trug den Titel „Der innere Frieden als Herausforderung in einer multi-ethnischen Gesellschaft“. Auf einen der Geehrten passte dieser Titel allerdings ganz und gar nicht. Otfried Best, Redner bei den fremdenfeindlichen Protesten der Gruppe „Saarländer gegen Salafisten“ (Sagesa), bekam ebenfalls eine Urkunde. Den letzten „Abendspaziergang“ der Sagesa in Püttlingen verpasste er deshalb. Dafür wurde der Völklinger drei Tage später zum Sprecher gewählt, als die Segasa-Leute einen offiziellen Verein gründeten. So steht es zumindest auf deren Internetseite. Best, ein engagierter Rechtsextremer, hatte für die NPD mehrere Jahre im Völklinger Stadtrat gesessen. 2005 sorgte er bei einer gemeinsamen Sitzung der Stadträte von Völklingen und Forbach für einen Eklat, als er die sächsische NPD-Fraktion in ihrer Aussage unterstützte, die Bombardements der Alliierten auf Deutschland seien ein „Bomben-Holocaust“ gewesen. Inzwischen hat sich Best der ebenfalls ganz weit rechts stehenden „Freien Bürger Union“ angeschlossen. In einem Flugblatt aus dem Völklinger Stadtratswahlkampf 2014 beklagte sich Best über eine angebliche „muselmanische Zwangsintegration aller Deutschen“ und den „Kulturmord an deutschen Traditionen“. Wie kommt ausgerechnet so jemand zu einer Ehrung in der Staatskanzlei? Die Liste der zu Ehrenden hatte der Volksbund zusammengestellt, sein Landeschef hat auch die Urkunden unterschrieben. VDK-Landesgeschäftsführer Carsten Baus sagte, es seien unter anderem Reservistenkameradschaften eingeladen worden, die sich bei der Herbstsammlung besonders engagiert hätten. Und Best habe für die Reservistenkameradschaft (RK) Differten, die ein gutes Sammelergebnis erzielt habe, an der Ehrung teilgenommen. Auf die RK laute auch die Urkunde, nicht auf Best als Einzelperson.

via saarbrücker zeitung: Saarbrücken – Wirbel um Urkunde für Rechtsextremen

Rechtsextreme bedrohen Hamburger Konfirmanden-Gruppe

Es sollte ein spannender Ausflug in die Nähe von Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern werden – am Ende wurde eine Gruppe von Hamburger Jugendlichen von Rechtsextremen belästigt, beschimpft und bedroht. Eine Hamburger Konfirmanden-Gruppe wurde bei ihrem Ausflug nach Krakow am See (Mecklenburg-Vorpommern) von mehreren rechtsextremen Männern belästigt und bedroht. Die Kinder und Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren waren an Himmelfahrt für Rallye unterwegs – am Deliener See trafen sie zufällig auf mehrere junge Männer. Diese riefen ausländerfeindliche Parolen, beschimpften und bedrohten ein 16-jähriges Mädchen sowie einen 14-jährigen Jungen mit dunkelhäutigem Aussehen. Weil sich die Konfirmanden nicht anders zu helfen wussten, verständigten sie per Handy den Begleiter der Gruppe, der ihnen sofort zu Hilfe eilte und sie mit seinem Auto zurück in die Unterkunft brachte.

via welt: Rechtsextreme bedrohen Hamburger Konfirmanden-Gruppe

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