Author Archives: meierz

Messer-Attacke vor Asylheim!

Am Mittwoch kam es vor dem Asylbewerberheim in Brand-Erbisdorf bei Freiberg zu einem schweren Zwischenfall. Zunächst wurden vor dem Heim Feuerwerkskörper gezündet. Im darauf folgenden Wortgefecht mit den anwesenden Asylbewerbern zog ein später ermittelter Deutscher (49) ein Messer und stach in Richtung eines libyschen Asylbewerbers (29). Dabei rief er: „Ich stech dich ab.“ Der Asylbewerber konnte die Messerattacken abwehren, zog sich dabei allerdings Schnittverletzungen am Finger zu. Der Täter konnte noch in unmittelbarer Nähe gestellt werden.

via mopo24: Messer-Attacke vor Asylheim!

Russia: Ultra-nationalist jailed for journalist and lawyer murders says Kremlin ordered hit

Yevgenia Khasis covers her face at a Moscow court hearing. She claims the Kremlin was behind a series of political assassinations carried out by an ultranationalist group(Getty Images). A Russian nationalist convicted for her role in the murders of a Russian human rights lawyer and opposition journalist claims the Kremlin ordered the hits. In 2011, two members of the Military Organization of Russian Nationalists, BORN, Yevgenia Khasis and Nikita Tikhonov were sentenced to 18 years and life imprisonment respectively after being found guilty of the murder of human rights lawyer Stanislav Markelov and Anastasia Baburova, a journalist with opposition newspaper Novaya Gazeta, in Moscow in 2009. In 2014, Tikhonov was sentenced to an extra 18 years in jail after being found guilty of a role in the murder of judge Eduard Chuvashov in 2010. Khasis and Tikhonov But Khasis alleges the ultra-nationalist group had close ties with the Kremlin’s “Grey Cardinal”, feared political fixer Vyascheslav Surkov, who ordered the hits. The two are now key witnesses in the trial of group ideologue Ilya Goryachev, who was extradited from Serbia to face charges of complicity in the group’s murders. Khasis alleges Goryachev has close ties to the Kremlin and its former deputy prime minister Surkov, who is now Russia’s aide for relations with the breakaway republics of South Ossetia and Abkhazia. She alleges Goryachev took orders from administration member Leonid  Simunin. “When Khasis and Goryachev were questioned together, she claimed outright — and I have this on record — that Surkov, [another man named] Karpov and Simunin ordered the murders, and that Goryachev allegedly told her that in person,” Goryachev’s lawyer Mark Feigin told The Moscow Times. In court, Khasis previously alleged Goryachev carried out the murders in order to blackmail the Kremlin and fund ultra-nationalist operations. But according to Feigin, Khasis alleges that Surkov is behind the hits. (…) They colluded with former KGB agent Alexei Korshunov and other members of BORN in the murder of Chuvashov in 2010, who had convicted a number of far-right activists for hate crime offences. Korshunov was killed in an accidental grenade explosion in 2011. Also in 2010, Isayev and Baklagin killed taxi driver Soso Khachikyan, after hearing on sensationalist news channel LifeNews that he had attacked the manager of a phone shop, resulting in her miscarrying. It later emerged the report was mistaken and the woman had not miscarried. At previous trials, members of the group have been convicted for a string of other high-profile murders.

via ibtimes: Russia: Ultra-nationalist jailed for journalist and lawyer murders says Kremlin ordered hit

Farin Urlaub über Rechte in Pegida und in Tröglitz: “Habe jegliche Geduld mit diesen Arschgeigen verloren”

“… dann schäme ich mich dafür, Deutscher zu sein”: In einem Interview mit “Frizz – Das Magazin für Halle” findet Farin Urlaub deutliche Worte für Anhänger rechter Bewegungen. “Ich habe jegliche Geduld mit diesen Arschgeigen verloren; wenn ich erleben muss, dass hierzulande hilfesuchenden Menschen der notdürftige Wohnraum angezündet wird, weil ‘die uns ja etwas wegnehmen wollen’, dann schäme ich mich dafür, Deutscher zu sein.” In einem Gespräch mit der Zeitschrift “Frizz – Das Halle Magazin” findet Farin Urlaub sehr deutliche Worte für Nationalisten und Rechte in Deutschland. Das Magazin hat einen Auszug des Interviews mit dem Ärzte-Sänger, das in ihrer kommenden Ausgabe erscheinen soll, auf ihre Facebook-Seite gestellt.

via rollingstone: Farin Urlaub über Rechte in Pegida und in Tröglitz: “Habe jegliche Geduld mit diesen Arschgeigen verloren”

MOPO-Kritik: So unangenehm war das Hamburger Frei.Wild-Konzert

Rund 10.500 Menschen sollen es sein, die am Donnerstag in der O2-World auf Frei.Wild warten. Im Innenraum ist noch reichlich Luft, die oberen Ränge sind nahezu leer geblieben. Als eine von wenigen Shows ist das Konzert in Hamburg nicht ausverkauft (…) Der ganze Saal skandiert lautstark und einstimmig “Frei.Wild! Frei.Wild!” Warum klingt es, wenn Silbermond-Fans ihre Idole herbeirufen wollen, nicht so erschreckend nach “Wollt ihr den totalen Krieg?” Der mit Abstand unangenehmste Moment des Abends. (…) Dann rotzt die Band den Rest des Abends ernsthaft uninspiriert Oden der Wehleidigkeit heraus. Vielleicht ist einfach der Sound nicht optimal? Aber jedes U2-Konzert hat klanglich mehr Biss. Und textlich? Machen wir’s kurz: Von all den geschickt unscharf  formulierten Bekenntnissen zum Nationalismus wurde genug geschrieben. Die sind vorhanden. Das Vokabular strotzt vor Begriffen, die man zu dunkelsten Zeiten unserer Geschichte auch häufiger gehört hat. Vor allem aber jammert die Band in fast jedem Stück: Niemand versteht sie, und wenn, dann falsch. Die Presse, die Gesellschaft, die Gutmenschen, der Mainstream. Keiner hat sie lieb. So viel unangenehmes Selbstmitleid!

via mopo: MOPO-Kritik: So unangenehm war das Hamburger Frei.Wild-Konzert

Mehr als 8.500 Unterstützer: „Frei.Wild“-Gegner machen gegen Auftritt in Hamburg mobil

Kommenden Donnerstag soll die Südtiroler Rock-Band „Frei.Wild“ in der Hamburger „O2-World“ auf der Bühne stehen. Kritiker der umstrittenen Gruppe versuchen den Auftritt durch eine Online-Petition zu verhindern – oder zumindest eine Debatte anzustoßen. Auch eine Mahnwache vor dem Konzertsaal ist geplant. Knapp 8.500 Menschen unterstützen mittlerweile eine Online-Petition, die von dem Hamburger Martin Nieswandt auf den Weg gebracht worden ist. Das Ziel: Den Auftritt von „Frei.Wild“ in der Hansestadt zu verhindern. Die Südtiroler, denen Kritiker nationalistische und völkische Texte vorwerfen, haben vor kurzem ihr neustes Werk „Opposition“ auf den Markt gebracht und befinden sich derzeit auf Konzerttour kreuz und quer durch die Republik. Proteste gehören dabei schon fast zu den normalen Begleiterscheinungen. Nieswandt ist sich sicher: „In der weltoffenen Stadt Hamburg darf rechtem Gedankengut keine Bühne geboten werden!“ „Eine Konzert-Absage ist zu optimistisch, vielmehr wünsche ich mir eine konstruktive Debatte mit der `O2-Arena´ über unternehmerische Verantwortung und eine Schärfung des Problembewusstseins,“ relativierte der „Frei.Wild“-Gegner in der Hamburger Morgenpost sein Vorhaben. Eine Diskussion hat er tatsächlich angestoßen – diese allerdings bewegt sich in eine gänzlich andere Richtung als beabsichtigt. Anfeindungen und Gewaltdrohungen Nieswandt berichtet, vor allem zu Beginn seiner Initiative sei er Anfeindungen, Beleidigungen und sogar Gewaltandrohungen ausgesetzt gewesen. Auf seiner Facebook-Seite hätten „Frei.Wild“-Anhänger, die sich offenbar zu Unrecht in die rechte Ecke gedrängt sahen, einen Shitstorm ausgelöst. Zwar könne die Band nichts für ihre Fans, problematisch sei aber, dass es durch diese bereits zu Gewalttaten gekommen sei.

via endstation rechts: Mehr als 8.500 Unterstützer: „Frei.Wild“-Gegner machen gegen Auftritt in Hamburg mobil

Gay rights campaigner slapped by UKIP councillor then abused on Twitter

David Braniff-Herbert was slapped in the face by the UKIP councillor. A gay rights campaigner who said he was “slapped across the face” by a UKIP councillor has since received homophobic abuse on Twitter. David Braniff-Herbert, a campaign organiser for Hope Not Hate, says he was “slapped across the face” by Tom Andrews, a UKIP councillor, in Great Yarmouth on Saturday. In a video posted online, Andrews is seen telling Braniff-Herbert to “fuck off”, and when the campaigner asks him to leave, he takes a swing at him. He says: “You’re getting me angry now.” Andrews, in the video, denies having assaulted Braniff-Herbert, before saying he doesn’t “give a shit”. He was since arrested and has accepted a caution for minor assault. However, the 30-year-old victim has since been targeted by “threatening” and “violent” abuse on Twitter. Messages on Twitter included: “I wish you had AIDS”, and Braniff-Herbert said he was considering taking police action. Speaking to PinkNews, Braniff-Herbert said: “I’m receiving an overwhelming amount of homophobic abuse at the moment, and I think these comments typify what UKIP supporters really think about the LGBT community.

via pinknews: Gay rights campaigner slapped by UKIP councillor then abused on Twitter

Neonazis in Baden-Württemberg – Ein Hakenkreuz für den linken Oberarm

Hakenkreuz-Tätowierungen für den Nachwuchs, Waffen für den Neonazi-Trupp „Standarte Württemberg“: Ein 26-jähriger Ilsfelder versorgt Rechtsextremisten mutmaßlich mit beidem. In der Szene gilt Ulrich S. als Mann fürs Grobe – und das nicht von ungefähr. Auf Fotos liegt Kai Ulrich S. auf dem Plateau eines Steinbruches, trägt eine tarnfarbene Armee-Hose und hellbraune Stiefel. Die rechte Zeigefinger krümmt sich um den Abzug eines Scharfschützengewehrs. Die Polizei kennt den Mann am Zielfernrohr als gewaltbereiten Naziskinhead. Legt der nicht gerade in Steinbrüchen an, schwingt Uli S. gerne die Tätowiernadel. Am vergangenen Montag berichtete „Matze“ im NSU-Untersuchungsausschuss den Politikern, S. habe ihm ein Hakenkreuz in den linken Oberarm gestochen. 70 Euro habe er dem Neonazi dafür gegeben, plauderte Mathias K.. Der hat zusammen mit dem 2013 auf dem Cannstatter Wasen verbrannten Florian Heilig die „Neoschutzstaffel“ NSS gebildet. Offenbar eine Fantasieorganisation, in den Köpfen zweier Rechtsextreme, die sich vor allem in der Heilbronner Harmonie zum Saufen trafen und vor Hakenkreuzfahnen posierten. Dabei tauchte die ominöse NSS im Januar 2012 als „Spur 5086“ in genau jenen Akten auf, die Ermittler zum Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter angelegt hatten. Der Ausschuss-Vorsitzende Wolfgang Drexler (SPD) vermutet ein „Hirngespinst“. Das sind die Verbindungen der rechten Heilbronner Jugendclique zu Kai Ulrich S. nicht. Bereits im Februar berichteten die Stuttgarter Nachrichten, dass S. Mitglied der „Aktionsgruppe Heilbronn“ war. Das geht aus Ermittlungsunterlagen hervor. Zu der Neonazi-Truppe gehörten auch Bekannte Florian Heiligs. Dieses Netzwerke könnte durchaus brisant sein: S. war einer der Beschuldigten im Ermittlungsverfahren gegen die „Standarte Württemberg“. Auch die war alles andere als ein Hirngespinst: Im Juli 2011 durchsuchten Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) 21 Wohnungen und Gartengrundstücke in sechs Landkreisen Baden-Württembergs. Sie fanden eine Pistole, über einhundert Schuss Munition und manipulierte Luftgewehre. 18 Beschuldigten warf die Stuttgarter Staatsanwaltschaft vor, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben. „Nach den bisherigen Ermittlungen soll es das Ziel der Organisation gewesen sein, Ausländer aus Deutschland zu vertreiben. Auch, so schrieben es die Ermittler am 28. Juli 2011 in ihrer täglichen Lagemeldung an das Bundeskriminalamt, „mit Waffengewalt“. Ähnliche Formulierungen finden sich in Dokumenten, die andere Polizisten dreieinhalb Monate später im Schutt und der Ruine eines Mehrfamilienhauses in Sachsen fanden: im mutmaßlichen Unterschlupf des rechtsterroristischen „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU). (…) In dem LKA-Papier zur „Standarte Württemberg“ ist von einem Hinweisgeber die Rede. Der berichtet, die Gruppe habe seit Ende 2010 über ein „Kalaschnikow“-Schnellfeuergewehr und Handgranaten verfügt. Aus Akten geht zudem hervor: der Ilsfelder Uli S. soll für die „Standarte“ Waffen beschafft haben. (…) In der Szene gilt Ulrich S. als Mann fürs Grobe. Schon als 18-Jähriger warf er 2007 einen brennenden Molotow-Cocktail auf zwei Türken in Abstatt bei Heilbronn. Solche Aktionen bringen Ansehen und Respekt in militanten rechten Kreisen. Außerdem hat sich der Neonazi selbst Bilder mit Tinte in die Haut stechen lassen: Ulrich S. trägt eine Tätowierung mit dem Wappen der SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“.

via StN: Neonazis in Baden-Württemberg – Ein Hakenkreuz für den linken Oberarm

AfD erntet Spott für Boykottaufruf gegen Rewe

AfD-Chef Lucke wird von Fans des 1. FC Köln angepöbelt. Daraufhin ruft ein Kreisverband der Partei zum Boykott von Rewe, dem Sponsor des Klubs, auf. Die Reaktionen sind verheerend, aber nicht für Rewe oder den Verein. „Boykott bis zur Entschuldigung“ prangt auf einem Facebook-Posting des Kreisverbands der Alternative für Deutschland (AfD) in Mecklenburg-Vorpommern. Die AfD-Aktivisten empören sich in dem dann folgenden Text darüber, dass AfD-Chef Bernd Lucke auf einer Bahnfahrt zwischen Berlin und Köln von zwei Anhängern des Fußballclubs 1. FC Köln angepöbelt wurde. Und weil sie das nicht hinnehmen wollen, soll der Hauptsponsor des Vereins – Rewe – dafür bluten – es sei denn, das Unternehmen entschuldigt sich für das Verhalten der rüden Fans. Rewe wollte den Boykottaufruf auf Anfrage des Handelsblatts nicht kommentieren. (…) Mit dem Boykott-Aufruf hat sich die AfD keinen Gefallen getan. Das Posting macht im Internet die große Runde und sorgt für Spott und Häme. Eine Silke Plagge freut sich bei Twitter schon, dass sie künftig bei REWE einkaufen kann ohne AfD-Leute zu treffen:

via handelsblatt: AfD erntet Spott für Boykottaufruf gegen Rewe

22. April 1915 – Erster deutscher Giftgas-Einsatz bei Ypern: Terrorwaffe im Ersten Weltkrieg

Ypern, Oktober 1914: Hunderte Familien verlassen die kleine Stadt im Westen von Belgien. Seit wenigen Monaten tobt der Erste Weltkrieg. Die Westfront rückt immer näher. Auch rund 60 Dörfer rund um Ypern werden geräumt. Nach heftigen Gefechten kommt die Front kurz vor Ypern zum Stehen. Schützengräben werden ausgehoben. “Die Briten und Franzosen auf der einen Seite und die Deutschen auf der anderen hatten ungefähr gleich viele Soldaten und die gleiche Ausrüstung”, sagt der belgische Historiker Franky Bostyn. “Das war ein großes Problem: Wie sollten sie so die Gefechtslinie der anderen durchbrechen?” In Deutschland arbeitet der Chemiker Fritz Haber an einer Antwort. Er will die feindlichen Soldaten mit Giftgas aus den Schützengräben treiben – obwohl der Einsatz chemischer Waffen völkerrechtlich verboten ist. Bis dahin war Gift als Waffe jedoch nicht besonders effektiv. Darum setzt Haber schließlich auf Chlorgas. Der Stoff schädigt die Atemorgane, führt schnell zum Erbrechen und bei genügend hoher Konzentration zum Tod durch Ersticken. Farbige Kreuze kennzeichnen Giftstoffe Am 22. April 1915 überwacht Haber in der Nähe von Ypern den ersten Einsatz seiner Erfindung. 6.000 Stahlflaschen mit Chlorgas stehen bereit. Sieben Mal ist der Gas-Angriff bereits aufgrund der Wetterverhältnisse verschoben worden. Gegen 18 Uhr stimmt die Windrichtung aus deutscher Sicht. Haber gibt den Befehl, die Flaschen zu öffnen. Der Gegner wir überrascht. “Damit hatten die Franzosen nicht gerechnet”, sagt Historiker Bostyn. “Obwohl sie es hätten wissen müssen, es gab Hinweise, aber der Geheimdienst hatte versagt.” Tausende Soldaten ersticken an diesem Tag an Chlor, viele werden schwer verletzt.

via wdr: 22. April 1915 – Erster deutscher Giftgas-Einsatz bei Ypern: Terrorwaffe im Ersten Weltkrieg

siehe auch: Als die Chemie Krieg führte. Vor hundert Jahren wurde zum ersten Mal im Krieg Giftgas eingesetzt. Die deutschen Truppen töteten beim belgischen Ypern tausend gegnerische Soldaten. Durchgeführt hat den Angriff der Chemiker und spätere Nobelpreisträger Fritz Haber. In drei Jahren, oder in vier, wird die deutsche und internationale Chemieindustrie einen ihrer ganz Großen zu feiern haben. Denn vor dann hundert Jahren, im Jahre 1919, hat Fritz Haber, damals Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physikalische Chemie und Elektrochemie in Berlin, rückwirkend den Chemie-Nobelpreis des Jahres 1918 für ein bis heute weltweit wichtiges chemisches Verfahren bekommen, die sogenannte Ammoniaksynthese im Haber-Bosch-Verfahren. Aus dem Stickstoff der Luft wird Ammoniak, der zur Herstellung von Kunstdünger nötig ist. In diesen Tagen jedoch erinnert die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCH) an ein ganz anderes Jubiläum, eine der finstersten Stunden der Chemie. Und auch da steht Fritz Haber im Mittelpunkt. Am 22. April 1915 setzte das deutsche Militär erstmals Giftgas gegen alliierte Truppen ein. 160 Tonnen Chlorgas wurden bei Ypern in Belgien aus 5700 Stahlflaschen in die gegnerischen Reihen geblasen. Das Gas, schwerer als Luft, sank in die Schützengräben. 1000 Menschen starben, mehr als 5000 wurden verletzt. Vorbereitet und durchgeführt hat den Angriff Fritz Haber. (…) Fritz Haber, der „Schlächter von Ypern“, der „Vater des Gaskriegs“ stand nach dem Krieg für kurze Zeit auf der Kriegsverbrecherliste der Alliierten. Dennoch verlieh das Nobelkomitee ihm den Preis, der, so wollte es der Stifter Alfred Nobel, Menschen ehren soll, die „der Menschheit den größten Dienst erwiesen“ haben; A History of the First World War in 100 Moments: An eye-witness account of the first gas attack. De Panne, 22 April 1915: Anthony R Hossack, of Canada’s Queen Victoria Rifles, was near the Ypres front line when the Germans unleashed a terrible new weapon: poison gas. This is his eyewitness account of the deadly effects of a monstrous military innovation

Irrtum der Kölner Beamten – Polizisten verprügeln Schwarzen: Warum werden sie nicht bestraft?

Eine Kölner Familie steht unter Schock, ihr Sohn ist traumatisiert. Der junge Mann wurde irrtümlich Opfer von Polizeigewalt. Doch für die erlittenen Schläge, Schmerzen und das zerstörte Handy gab es vom Polizeipräsidium keinen Cent Schadenersatz. Und auch keine Entschuldigung. Was war passiert? Der deutsche Student mit nigerianischen Wurzeln kam mittags aus der Wohnung seiner Mutter im Kölner Norden, und bemerkte, dass ihm ein Wagen mit vier stämmigen, teils glatzköpfigen Kerlen folgte, erzählt sein Vater. „Als ihn die Männer ans Auto riefen und dabei schnell aussteigen wollten, um ihn zu greifen, rannte er aus Angst davon. Das hätte wohl fast jeder getan.“ Was der Student nicht wusste: Die Männer waren Zivilbeamte – auf der Suche nach einem Straftäter. Und wer da plötzlich wegläuft, muss eingefangen werden. Das nennt man in der Branche „polizeilicher Jagdinstinkt“. Resultat: Der Student, der selber voller Panik „Hilfe, Polizei!“ rief, landete krankenhausreif geprügelt und gefesselt auf der Wache.

via express: Irrtum der Kölner Beamten – Polizisten verprügeln Schwarzen: Warum werden sie nicht bestraft?

“Nicht alle Neonazis behandeln ihre Kinder schlecht”

Erziehungswissenschaftlerin Heike Radvan berät Kindergärten im Umgang mit rechtsextremen Eltern. In Deutschland werben Rechtsextreme bereits in Kindergärten für ihre Ideologie, einerseits als Eltern, andererseits auch als Pädagoginnen. Erziehungswissenschafterin Heike Radvan, Leiterin der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus bei der Amadeu-Antonio-Stiftung in Berlin, erklärt im Gespräch mit derStandard.at die Strategien der Rechten und zeigt auf, welche Gegenmaßnahmen helfen können. derStandard.at: Sie beraten Pädagogen und Pädagoginnen in der Frage, wie diese damit umgehen sollen, wenn sie Rechtsextremismus in Kindergärten und Schulen wahrnehmen. Ist das tatsächlich so ein großes Problem in Deutschland? Radvan: Wir arbeiten in einer speziellen Region in Mecklenburg-Vorpommern. Hier siedeln sich seit mehreren Jahren zunehmend rechtsextrem engagierte Familien an. Wir hatten vor sechs Jahren die ersten Anfragen von Pädagoginnen aus Kindertagesstätten, die mit dem Problem konfrontiert waren. Daraufhin haben wir Schulungen entwickelt. Mittlerweile gibt es auch ein größeres Beratungsangebot dafür in Berlin und darüber hinaus. derStandard.at: Gibt es dieses Problem vorrangig in den Regionen der ehemaligen DDR? Radvan: Es handelt sich nicht nur um ein ostdeutsches Phänomen, auch im Westen Deutschlands sind wir damit konfrontiert. Es hat damit zu tun, dass Rechtsextremismus kein bloßes Jugendphänomen ist, wie es lange wahrgenommen wurde. Die rechten Jugendlichen der 90er-Jahre sind erwachsen geworden und haben Kinder bekommen. In Westdeutschland gibt es zudem Familien, die sich bereits seit drei, vier Generationen nationalsozialistisch, völkisch, rechtsextrem orientieren. Mecklenburg haben viele dieser Familien strategisch besiedelt. Die Idee des Siedelns war bereits im Nationalsozialismus vorhanden. Darauf wird heute zurückgegriffen. (…) derStandard.at: Was raten Sie Pädagogen für den Umgang mit Kindern aus diesen Familien?
Radvan: Die Kinder können nichts dafür. Für sie ist die Kita oft der letzte Ort, wo sie einen demokratischen Alltag erleben können. Es ist Aufgabe der Pädagogen, diesen Kindern ein Fenster offen zu halten, sodass sie eines Tages aussteigen können aus der rechten Szene. Und es ist ihre Aufgabe, mit den Eltern zu arbeiten. Möglicherweise sind diese in Richtung Ausstieg zu erreichen. Grundsätzlich raten wir in solchen Fällen, Beratung hinzuzuziehen. derStandard.at: Wie kann dieses “offene Fenster” aussehen? Radvan: Wenn Kinder Vielfalt und einen demokratischen Alltag erleben, indem ihnen respektvoll begegnet wird, wenn sie sehen, dass Kinderrechte gelebt werden, kann das zu einer Orientierung führen, der zugrunde liegt, dass alle Menschen gleichwertig sind. Rechtsextreme Ideologie ist von Ungleichwertigkeit geprägt. So gehen Neonazis z.B. davon aus, dass jüdische Menschen weniger wert seien als nicht-jüdische. Diese Feindbilder und Abwertungen richten sich gegen Menschen verschiedenster Gruppenzugehörigkeiten. Kinder spüren Ungerechtigkeiten oft sehr unmittelbar. Wenn sie in der Kita den Unterschied zu der Ideologie zu Hause erleben, kann das perspektivisch eine Chance sein. derStandard.at: Was können Sie über den Erziehungsstil dieser völkischen Familien berichten?
Radvan: Das lässt sich nicht verallgemeinern. Auch Neonazis haben gelernt, dass es ihre Kinder nicht zu Führungspersönlichkeiten befähigt, wenn sie ihnen gegenüber gewalttätig sind. Nicht alle Neonazis behandeln ihre Kinder schlecht. Völkische Kaderfamilien haben das Ziel, ihre Kinder in diese Ideologie zu sozialisieren. Dazu schicken sie ihre Kinder in Lager. Härte, Ideologie, Dominanz und geschlechtsspezifische Erziehung werden dort vermittelt.
derStandard.at: Hilft es, mit den Neonazis in Dialog zu treten? Radvan: Unsere Erfahrungen zeigen: Wenn mehrere Personen kontinuierlich deutlich machen, dass rechtsextreme Äußerungen nicht okay sind, und Neonazis immer wieder in die Schranken gewiesen werden, wirkt das sehr stark. Neonazis kommen in die Minderheit, ziehen sich zurück werden defensiver und passiver. Deshalb ist es wichtig, dass sich demokratisch überzeugte Menschen zusammentun, Koalitionen bilden und sich beispielsweise klar gegen Rassismus positionieren. Neonazis sind keine netten Nachbarn, mitunter bedrohen sie ihr Umfeld. Deshalb ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

via derstandard: “Nicht alle Neonazis behandeln ihre Kinder schlecht”

Frau antisemitisch beleidigt und bespuckt

Bei einem Streit in einem Treppenhaus eines Wohnhauses in Neukölln wurde eine Frau von ihrer Nachbarin antisemitisch beleidigt und bespuckt. Die 32-jährige Mieterin eines Mehrfamilienhauses in der Silbersteinstraße zeigte gestern gegen 14 Uhr auf dem Polizeiabschnitt 55 an, dass sie bereits am 10. April 2015, als sie gegen 15 Uhr ihre 65-jährige Nachbarin im Treppenhaus traf, von dieser angepöbelt worden sei. Nach einem lautstarken Wortwechsel sei sie von der Seniorin antisemitisch beleidigt und im Gesicht bespuckt worden

via berlin.de: Frau antisemitisch beleidigt und bespuckt

Erneuter Flopp für Nügida

Die neonazistische Gruppierung „Nügida“ (“Nürnberg gegen die Islamisierung des Abendlandes”) marschierte am Sonntag zum dritten Mal in Nürnberg. Lediglich 27 Personen schlossen sich dem Aufruf an. Ein Teilnehmer zeigte sich dabei mit Hakenkreuz-Symbolen. „Nügida“ meldete zunächst für den 20. April, den Geburtstag Adolf Hitlers, einen Aufmarsch in der Nürnberger Innenstadt an. Auf Bitten der Stadt Nürnberg wurde der Aufzug um einen Tag verschoben. Die Behörden zogen offenbar ein Verbot in Betracht: “Wir prüfen gerade eine zeitliche Beschränkung der Demonstration, damit sie nicht an diesem Tag stattfinden kann”, erklärte Robert Pollack, Vizechef beim Ordnungsamt. Am Treffpunkt unweit des Nürnberger Hauptbahnhofes versammelten sich am Sonntag lediglich 27 Personen. Darunter befanden sich die Nürnberger JN-Aktivisten Christian M. und Alex P.  Mit Deutschlandfahnen und einem “Nügida”-Transparent zogen die Neonazis von der Gleißbühlstraße bis zur Franz-Josef Strauß-Brücke, wo sie ihre Zwischenkundgebung abhielten. Sie spielten Rechtsrock-Lieder ab, darunter Titel wie “Antifa auf’s Maul” u. ä. Wie auch bei den ersten beiden “Nügida”-Aufmärschen fungierten die bekannten Nürnberger Neonazis Rainer Biller und Dan Eising als Organisatoren. Als Redner traten die  bayerischen Neonaziaktivisten Phillip Hasselbach (“Die Rechte”, München), Roland Wuttke(aktiv u. a. für “Die Rechte”, “III.Weg”, “Volk in Bewegung”, Mering) und Heidrich Klenhardt (NPD, Postbauer-Heng) auf. Klenhardt propagierte in einer wirren Rede: “Wir haben keine Bundesregierung, Frau Merkel ist die Geschäftsführerin einer neuen Nichtregierungsorganisation”.

via störungsmelder: Erneuter Flopp für Nügida

Was wusste der Kreml von der Neonazi-Mordserie?

Drei Mitglieder einer nationalistischen Terrorgruppe sind in Russland zu Haftstrafen verurteilt worden. Der mutmaßliche Ideologe der Gruppe soll Kontakte zum Kreml gehabt haben. Vorbild war die IRA. Zu seinem ersten Mord kam Michail Wolkow mit einer braunen Beatles-Perücke und geschminkt, um später nicht erkannt zu werden. Auf sein Opfer, einen damals 27 Jahre alten Anführer der Antifa in Moskau, wartete er am frühen Morgen vor dessen Haus. Ihn begleitete ein anderer Nationalist, Nikita Tichonow. Für Wolkow musste es eine Art Bluttaufe sein. Fjodor Filatow kam gegen acht Uhr morgens heraus, mit einem Motorradhelm in der Hand. Tichonow schlug ihn mit einem Schlagring auf den Kopf. Wolkow stach mehr als 20 Mal mit dem Messer auf Filatow ein. (…) So begann die Mordgeschichte einer der schlimmsten Neonazi-Gruppen in Russland. Sie nannte sich BORN, diese Abkürzung stand übersetzt für “Kampforganisation von russischen Nationalisten”. Im Dezember 2008 töteten sie einen Arbeitsmigranten aus Zentralasien und ließen seinen abgeschnittenen Kopf vor dem Eingang einer Moskauer Bezirksverwaltung liegen. Später tötete die Gruppe unter anderem zwei weitere Antifa-Anführer und einen Moskauer Richter, der einen Prozess gegen Nationalisten geführt hatte. Nikita Tichonow erschoss den Anwalt Stanislaw Markelow und Anastassia Baburowa, eine Journalistin der “Nowaja Gaseta. Für diesen Mord wurde er bereits zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Insgesamt waren Mitglieder der Terrorgruppe BORN an neun Morden und zwei versuchten Morden beteiligt. Am Dienstag wurden in Moskau drei weitere Mitglieder zu Haftstrafen verurteilt. Michail Wolkow bekam 24 Jahre, Wjatscheslaw Issajew und Maxim Baklagin lebenslang. Nikita Tichonow und seine Freundin Jewgenija Chasis, die wegen des Mordes an Markelow und Baburowa verurteilt waren, sprachen während des Prozesses als Zeugen. Am Anfang von BORN standen zwei Geschichtsstudenten, Tichonow und sein Kamerad Ilja Gorjatschew, der mutmaßliche Ideologe der Gruppe. Tichonow, ein Fußballfan, hatte 2006 bereits seinen ersten Mord an einem Antifa-Aktivisten begangen. Gorjatschew interessierte sich mehr für Politik. Zusammen begannen sie, die nationalistische Zeitschrift “Russki Obras” herauszugeben.

via welt: Was wusste der Kreml von der Neonazi-Mordserie?

Don’t Let Them Drown

Tell David Cameron to make saving lives the priority at EU crisis talks on Thursday. People are dying trying to escape war, persecution and poverty by making perilous journeys across the Mediterranean and Aegean Seas. More than 1,000 have drowned in the last week alone. How many more must die before leaders act? In the last six days, more than 1,000 women, men and children have drowned as their overcrowded boats have sunk in the Mediterranean and Aegean Seas. ‘The equivalent of five passenger planes full of people have drowned last week alone, and this is only the start of the summer. If they had been holiday makers, instead of migrants, imagine the response.’ Kate Allen, Amnesty UK Director This is just the start. In previous years, the warmer weather has marked the start of ‘boat season’ – when thousands of desperate people embark on the treacherous journey to Europe. Even before the tragic events last weekend, 50 times as many people died since the beginning of 2015, compared to the same period last year. And even more people are expected to attempt this dangerous trip this summer, particularly as the violence persists in Libya, to where many Syrians escaping the conflict have fled. Women, men and children leave their homes, risking death, exploitation and starvation along the way, to board over-crowded, unseaworthy and often crewless boats, having paid all they have or can borrow to people smugglers.
Many die. Many lose or become separated from their loved ones. Hasan Yousef Wahid told us his family’s story of the impossible choices and terrible dangers they faced trying to reach a safe haven from the war in Syria. His daughters disappeared in the second of two shipwrecks near Lampedusa, Italy, in October 2013. ‘We are hanging on to the hope that we will find our children. All we want is to find our daughters, either dead or alive.’ Hasan Yousef Wahid, a survivor of the Lampedusa shipwreck

via ai: Don’t Let Them Drown

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