Category Archives: Internet

Die Nazi-Hipster von Blockupy

Gestern brannte Frankfurt. Und Schuld daran waren „linke Krawallmacher” und Demonstranten, wie sich die Medien schnell einig waren. Tatsächlich gehört das Blockupy-Bündnis grundsätzlich zum linken Spektrum und genau wie zu anderen Terminen im bundesdeutschen und internationalen Kalender versammeln sich zu den entsprechenden Demonstrationen neben Menschen mit tatsächlichem Anliegen auch Krawalltouristen, die einfach nur irgendwas kaputt machen wollen. Aber Kritik am Kapitalismus kommt nicht nur von links. Die Proteste am Mittwoch hatten vermutlich auch rechstradikale Teilnehmer. Im Vorfeld hatte der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill schon davor gewarnt. Aber wer sind die Neonazis bei Blockupy und was unterscheidet ihren Antikapitalismus vom Rest der Blockupy-Bewegten? Eine Gruppe namens „Freies Netz Hessen” hatte seit Längerem dazu aufgerufen, an den Protesten teilzunehmen und twitterte dann Bilder und Kommentare von den Demos.

via vice: Die Nazi-Hipster von Blockupy

Gesinnungspolizei: Orbáns Parteijugend macht Jagd auf Andersdenkende

Fidelitas, die Jugendorganisation der ungarischen Regierungspartei FIDESZ, die wiederum Schwesterpartei der CDU in der EVP ist, hat am Mittwoch auf einer Pressekonferenz die Gründung einer “provokátorfigyelő” also einer Beobachtungsgruppe gegen Provokateure angekündigt. Diese soll “all jene linksextremen Provokateure”, die “Veranstaltungen anderer” stören, öffentlich bloßstellen, mit Namen, Adressen, Fotos. Die “ungarischen Menschen sollen wissen”, wer versucht, Unruhe zu stiften und “tausende Familien bei der Abhaltung friedlicher Versammlungen stört.”  erklärten die Fidelitas-Vorstände László Böröcz und Zsófia Koncz und fordern die “wachsamen Bürger” dazu auf, ihre Beobachtungen an die Fidelitas-Email-Adresse zu senden, Diskretion zugesichert, versteht sich. “Das sei Jedermanns Recht”. (…) Fidelitas hat für seine “Provokateur-Wacht” eine Facebook-Seite eingerichtet und dort bereits einige Personen mit Foto und privaten Daten aufgeführt, darunter Mitglieder der Jugendorganisation der linksliberalen Y-gen. Diese haben mittlerweile Anzeige wegen des Missbrauchs persönlicher Daten gegen Unbekannt erstattet, die Facebook-Seite wurde dann vorerst vom Netz genommen. Man hofft aber, dass die Firma ein Einsehen hat und die Seite wieder freischaltet, sonst fände man “andere Wege”. Mittlerweile hat sich eine Fake-Seite etabliert, https://www.facebook.com/groups/1012448542100842/  die mit “Selbstanzeigen”, Sarkasmus und Satire gegen das Jagdfieber der Fidesz-Sturmtruppler vorgeht.

via pesterlloyd:Gesinnungspolizei: Orbáns Parteijugend macht Jagd auf Andersdenkende

Freital: Der Marsch aufs Heim

Ohne Anmeldung versammelten sich am Freitagabend ca. 130 Menschen in Freital bei Dresden, um gegen Flüchtlinge in ihrer Stadt zu demonstrieren. Dabei versuchten sie wie in der Vorwoche, direkt zum Asylsuchendenheim zu gelangen. Als die Asylgegner die Polizei bemerken, verstreuen sie sich. Über Treppen und kleine Gassen versuchen sie, die Beamten zu umgehen und zum ehemaligen Hotel Leonardo zu gelangen. Dort sind momentan etwa 30 Asylsuchende untergebracht. Etwa 20 der Asylgegner, die sich an diesem Abend versammelt haben, schaffen es auf das Grundstück. Dort stehen sie zunächst ratlos herum, bis schließlich die Polizei mit 45 Beamten dafür sorgen kann, dass es an diesem Abend friedlich bleibt. Ein Drittel der Demonstranten sind dunkel gekleidete junge Männer, viele von ihnen sind vermummt. Diese Szenen waren absehbar. Vor einer Woche hatten sich in Freital 1500 Menschen unter dem Motto „Nein zum Hotelheim“ versammelt, als die Lage eskalierte: Während die Spitze des Aufmarsches weiter lief, versuchten die meisten der Beteiligten, teils gewaltsam und unter Einsatz von Feuerwerkskörpern, Polizeiketten zu durchbrechen, um zum Heim zu gelangen. Als das Organisationsteam von „Nein zum Hotelheim“ davon erfährt, dass ihre Anhänger sich ohne Anmeldung wieder versammmeln wollen, distanziert es sich eilig. Die Gruppe war in Bedrängnis geraten, da ihre Ordner die Hooligans nicht stoppen konnten. Nach der Demo in der Vorwoche wurde verkündet, es müsse interne Klärungsgespräche geben. Später hieß es, das Team habe nun gewechselt – der Beitrag wurde mittlerweile wieder gelöscht. Ein ursprünglich geplanter zweiter angemeldeter Marsch war zuvor abgesagt worden. Stattdessen wollten viele Teilnehmer zu einer Informationsveranstaltung gehen, die der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig anberaumt hatte. Unbekannte hatten ihm und dem Veranstaltungsort, dem Restaurant „Goldener Löwe“, gedroht, sodass er die Veranstaltung ebenfalls absagte. Die Freitaler Anti-Asyl-Seite „Frigida“ sieht den unangemeldeten Marsch in der Absage von Brähmigs Veranstaltung begründet: Man habe sich persönlich davon überzeugen wollen, dass die Veranstaltung nicht stattfindet. Den „Abendspaziergang“ habe man dann spontan bestritten. Mehrere Freitaler hatten bei Facebook zum Treffen neben dem „Goldenen Löwen“ aufgerufen. Ein Mann, der sich als Administrator von „Frigida“ ausgibt, hält nichts von „Spaziergängen“ nach Pegida-Vorbild. In Deutschland müsse wieder marschiert werden, kommentiert er bei Facebook. Er gibt sich durch eindeutige Bilder und Sprüche als Neonazi zu erkennen und posiert mit Schusswaffen.

via störungsmelder: Freital: Der Marsch aufs Heim

Schwachbrüstiger „Olgida“-Auftritt

Bei dem Oldenburger Pegida-Ableger fanden sich am Samstag neben Rechtspopulisten auch Hooligans sowie eine rockerähnliche Straßengang ein. Hauptredner der ersten Pegida-Kundgebung im niedersächsischen Oldenburg war am Montag der Münchener Rechtspopulist Michael Stürzenberger. Wie ein  Laienprediger versuchte er die nur 60 „Olgida“- Anhänger vor dem Hauptbahnhof in Stimmung zu bringen. Beim gemeinsamen Motivationsspiel mit „Nein“- und „Lügenpresse“-Rufen war ihm seine junge Freundin behilflich. Sie fotografierte zudem eifrig und stellte Fotos der Gegendemonstranten ins Internet. Perfiderweise verglich der Agitator und Autor des islamfeindlichen Blogs „Politically Incorrect“ die  Pegida-Bewegung mit der NS-Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Beide Gruppen hätten sich dem Mainstream und einer „totalitären faschistischen Ideologie“ entgegengestellt. Der  Immobililienmakler Erich Seifert, Beiratskandidat (Kennwort: „Stubentiger65“) bei den kommenden Bremer Wahlen, musste lange auf seinen Auftritt warten. Den dicken Werder Bremen-Mantel hatte der ehemalige Landeskoordinator und Bundestagskandidat der AfD längst abgelegt, um mit seiner Rede loszulegen, doch Stürzenberger kam nicht zum Ende. Einen engen Draht schienen die beide nicht zu haben. Immerhin zählte der Hanseat auch mal zu Stürzenbergers Partei „Die Freiheit“.  Inzwischen steht der Mann aus dem Bremer Norden eher den Rechtspopulisten von „Bürger in Wut“ nahe. Seifert lästerte vor allem über Bernd Lucke und die AfD, der er bis 2014 angehört hatte. Bezeichnete sie als „Mogelpackung“. Die Gegner platt machen In Oldenburg war vor allem die Zusammensetzung der Kundgebungsteilnehmer interessant. Anmelder Christian Porthin aus Wildeshausen, war mal Kreisvorsitzender der AfD. HoGeSa-Sympathisant Markus Schweighöfer, der die Aktion „als vollen Erfolg“ beschrieb, war fast alleine aus Bremen angereist. Stärker vertreten  war die rockerähnliche Straßengang  „Fight Squad Portcity“  aus Wilhelmshaven, die sich laut „stopp-rechts.de“ auch gerne im Internet mit Baseballschlägern präsentiert.

via bnr: Schwachbrüstiger „Olgida“-Auftritt

Susan Sarandon Defends Gay Nephew After His Catholic Teacher Posts Anti-Gay Facebook Rant

Actress Susan Sarandon stood up in support of her gay nephew, Scott Lyons, who wrote an open letter addressing his former teacher after she published a homophobic rant on her Facebook page. NCRM reports: Patricia Jannuzzi, who teaches theology was put off by a comment Dan Savage made after Republican presidential hopeful Ben Carson pronounced homosexuality has to be a choice because prisons turn men gay. Dan offered to let Dr. Carson “suck my dick” to see if it would turn him gay. Ms. Jannuzzi responded to Mr. Savage’s forgivably crass reply to Dr. Carson’s willful ignorance with a hyperbolic anti-gay screed, charging the “gay agenda” means to lead western civilization to a “slow extinction.” The post has since been taken down, but Real Housewives of New Jersey star Greg Bennet, another unimpressed former student of Ms. Jannuzzi, shared a screenshot on Twitter. “See this agenda…one minute they argue that hey (sic) are born this way and it is not a choice to get 14th amendment rights equal,” Jannuzzi wrote. “… Once they in the 14th amendment they will argue everyone should be able to choose being they (sic) gay or lesbian lifestyle … in other words they want to reengineer western civ into a slow extinction.”

via thedailygrind: Susan Sarandon Defends Gay Nephew After His Catholic Teacher Posts Anti-Gay Facebook Rant

Massive Drohungen gegen Linke-Politikerin Petra Pau

Die Linke-Politikerin Petra Pau hat mehr Schutz für die Privatsphäre von Politikern gefordert. Hintergrund sind massive Einschüchterungsversuche, die sie derzeit in sozialen Netzwerken und auch ganz real erlebt. Pau berichtete der “Bild am Sonntag”, dass sie in den vergangenen Monaten mehrere Morddrohungen erhalten habe, weil sie sich in ihrem Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf für die Unterbringung von Flüchtlingen einsetzt. Die Urheber stammten aus dem Umfeld der “Bürgerbewegung Marzahn”, die montags regelmäßig gegen die Flüchtlingspolitik demonstriert und in der auch die NPD aktiv ist. So wurde in einem Facebook-Eintrag gedroht, man werde sie an einem Baum aufhängen. Später wurde ihre Privatadresse gepostet. Und plötzlich standen 100 Asylgegner vor ihrem Haus Anfang März hatten dann die Montagsdemonstranten ihre Strecke geändert, waren am Wohnhaus der Bundestagsvizepräsidentin stehen geblieben und hatten rassistische Parolen skandiert. Laut Polizieidienststelle war die Demonstration durch die Versammlungsfreiheit gedeckt. Es hätten keine Hinweise auf Unfriedlichkeiten vorgelegen, hieß es. Außerdem seien die Proteste gegen die Flüchtlingsunterkunft und nicht gegen einzelne Politiker gerichtet gewesen. Pau, die zu Hause war, beschrieb die Situation als gespenstisch. Am folgenden Tag erhielt sie folgende Nachricht über Twitter: “Geht es Ihnen jetzt besser oder sollen wir nächste Woche nochmal bei Ihnen vorbei?” (…) Dabei zeigen die persönlichen Anfeindungen gegen Politiker und Presse seit Längerem eine neue Dimension. In Nordrhein-Westfalen erhielten mehrere Journalisten Anfang Februar per Twitter oder Facebook Todesanzeigen mit ihren Namen. Unterzeichnet waren diese mit “Nationaler Widerstand”, einer rechtsextremen Vereinigung aus Dortmund, die 2012 verboten worden war. NRW-Innenminister Ralf Jäger sprach von Nazi-Methoden, mit denen gezielt Journalisten eingeschüchtert werden sollten. Die Journalisten selbst stellten Strafanzeige, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Aus Leipzig berichteten Journalisten, dass sie bei einer Legida-Demonstration im Januar von vermummten Hooligans regelrecht gejagt worden seien.

via mdr: Massive Drohungen gegen Linke-Politikerin Petra Pau

siehe auch: Schutz für Politiker: “An der Wohnungstür ist Schluss”. Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau setzt sich für Flüchtlinge ein. Kürzlich zogen ausländerfeindliche Demonstranten vor ihrem Wohnsitz auf. “Es war gespenstisch”, sagt sie – und fordert besseren Schutz für Politiker. Ihr Engagement für Flüchtlinge hat Petra Pau zur Zielscheibe von Ausländerfeinden gemacht. Im Internet wird die Linken-Politikerin von Rechtsextremen bedroht. Kürzlich gab es nun Pau zufolge sogar eine Demo vor ihrer Privatwohnung. “Es war gespenstisch”, beschreibt Pau in der “Bild am Sonntag” den Aufmarsch einer sogenannten Bürgerbewegung vor ihrem Haus. Sie sei zum Zeitpunkt der Demo selbst zu Hause gewesen.

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CSD 2011 – Petra Pau“ von Fraktion DIE LINKE. im BundestagFlickr: CSD 2011. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons.

Rassisten legen heimlich Gedenkstein am Kirchweyher Bahnhof ab

Der Tod des Daniel S. der in einem Streit unter Jugendlichen vor zwei Jahren am Bahnhof in Kirchweyhe ums Leben kam, wird auch weiterhin von Rassisten der Gruppe „Wir sind Daniel“ zur Hetze gegen Migrant_innen instrumentalisiert. Die Gruppe „Wir sind Daniel“, die in den beiden Jahren zuvor versuchte in Verbindung mit einer Horde einschlägiger Neonazis die Gedenkfeier der Gemeinde zu stören, missbrauchte am gestrigen Dienstag erneut die Tragödie. Die Versuche der Neonazis und Rassisten in den Jahren zuvor, die Gemeinde bei ihrer Gedenkfeier zu stören, wurden im letzten Jahr durch entschlossene Antifaschist_innen blockiert und die Absichten der Rassisten öffentlich bekannt gemacht. Das Eingreifen von Antifaschist_innen vor Ort war erneut notwendig geworden, da Neonazis schon im Jahr zuvor versuchten während der Gedenkfeier der Gemeinde sich unterzumischen und mit ihrer rassistisch motivierten „Anteilnahme“ und einem grotesken „Gedenkstein“ zu stören. Dieser Gedenkstein vermittelt durch seine Aufschrift, dass der ermittelte Täter der den Tod von Daniel S. verantworten muss, dies aufgrund seiner nicht-deutschen Herkunft begangen haben soll. Der Täter wird von den Neonazis wegen seines Namens als „Türke“ bezeichnet. Bewusst unberücksichtigt lassen die Rassisten die Tatsache, dass der Täter deutscher Staatsbürger ist, der zudem in dieser Region aufwuchs. Rassistische Zuschreibungen wie genetisch veranlagte Gewalttätigkeit oder kulturell anerzogener Hass gegen „Deutsche“ dienen den Rassisten unbeirrt als Erklärungsmuster für die Tragöde. Auf der FB Seite „Wir sind Daniel“ rühmen die Betreiber der Seite nun ihre gestrige Aktion als „gute Sache“. Weiter geben sie vor nicht selbst der Personenkreis zu sein der den provisorisch aufgestellten Gedenkstein dort für ein paar Fotos auf dem Bahnhofsplatz abstellte. Angeblich seien dies „Unbekannte“ gewesen. Das ist natürlich inszenierter Schwachsinn. Das rechte Spektrum das für die Onlineseiten verantwortlich ist, ließ auch den „Gedenkstein“ anfertigten und fürs Foto aufstellten.

via end of road: Rassisten legen heimlich Gedenkstein am Kirchweyher Bahnhof ab

Durchsuchung wegen Hitler-Bildern auf Facebook

Weil er Nazi-Bilder auf Facebook gestellt haben soll, wurde die Wohnung eines Kreuzbergers durchsucht. Die Ermittler waren seit Herbst auf seiner Spur. Jetzt haben sie Handys von ihm beschlagnahmt. Nach monatelanger Vorbereitung haben die Ermittler zugeschlagen: Am Mittwochmorgen durchsuchten Polizeibeamte die Wohnung eines Kreuzbergers, dem vorgeworfen wird, auf Facebook mehrere verherrlichende Abbildungen von Adolf Hitler öffentlich zugänglich gemacht zu haben. Bei der Durchsuchung wurden mehrere Handys beschlagnahmt, die jetzt ausgewertet werden. Schon seit Herbst 2014 läuft ein Ermittlungsverfahren gegen den 39-Jährigen.

via tagesspiegel: Durchsuchung wegen Hitler-Bildern auf Facebook

Geldstrafe wegen Missbrauch eines Jugendlichen: Sexkontakt über Portal von Neonazi

Das Landgericht Gera verhängt eine Geldstrafe gegen einen 44-Jährigen, der einen 17-Jährigen über eine Plattform des Ex-NPD-Funktionärs Tino Brandt für Sexdienste bestellt hatte. Das Landgericht Gera verhängt eine Geldstrafe gegen einen Mann, der einen 17-Jährigen über eine Plattform des Ex-NPD-Funktionärs Tino Brandt für Sexdienste bestellt hatte. Das Landgericht Gera verhängt eine Geldstrafe gegen einen Mann, der einen 17-Jährigen über eine Plattform des Ex-NPD-Funktionärs Tino Brandt für Sexdienste bestellt hatte. Gera. Ein 44 Jahre alter Thüringer muss eine Geldstrafe von 110″Tagessätzen zu 40 Euro Euro wegen des sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen zahlen. Die zweite Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Diedrich sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte nicht sicher ausschließen konnte, dass der Sexualpartner, den er bezahlte, noch minderjährig war. Der Mann hatte beim Prozess die Treffen mit dem Jugendlichen eingeräumt. Über ein Internetportal des Ex-NPD-Funktionärs Tino Brandt war er in Kontakt mit ihm gekommen und bot 300 Euro für eine gemeinsame Nacht in Masserberg, worauf der junge Mann einging. In der Folge verabredete sich der Angeklagte zwei Mal über den Internet-Nachrichtendienst Whatsapp mit dem Jugendlichen.

via otz: Geldstrafe wegen Missbrauch eines Jugendlichen: Sexkontakt über Portal von Neonazi

Gefälschtes Fahndungsplakat in sozialen Netzwerken – Rechtsextremisten nehmen L-IZ-Lokaljournalisten ins Visier

Wer über Jahre hinweg zum Thema Rechtsextremismus recherchiert, muss sich aus der Szene allerlei Drohungen und Beleidigungen aus einer Szenerie gefallen lassen, welche selbst oft genug vor Gericht landet. Gelegentlich kommt es auch zu körperlichen Übergriffen, man mag diejenigen nicht, welche kriminelles Handeln beobachten. In Leipzig versuchen Neonazis seit Mittwoch, 11. März mittels eines fingierten Fahndungsaufrufs auch Menschen außerhalb des eigenen rechtsextremen Milieus zu Straftaten gegen einen Mitarbeiter der L-IZ.de anzustacheln. Unser Journalist Martin Schöler beobachtet neben anderen Themen seit 2010 für die L-IZ.de unter anderem die regionale Neonazi-Szene. Wiederholt bekam der Reporter bereits Drohungen von einschlägig bekannten Leipziger Neonazis, einen handfesten Überfall durch zwei Vermummte erlebte er ebenfalls bereits. Die Polizei ermittelt bis heute in diesem Fall. Bei mehreren Aufmärschen gingen zudem Kameraden auf ihn und weitere Kollegen unserer Zeitung los, weil diese das taten, wozu Journalisten da sind: das Zeitgeschehen zu dokumentieren. Zuletzt am Montag, als ein weiterer Kollege der L-IZ aus der “Legida”-Demonstration heraus von zwei Herren am Arbeiten gehindert werden sollte. Auch wenn dann Straftaten aus diesem und anderen kriminellen Milieus vor Gericht enden, berichtet die L-IZ. Meist sind dies dann Momente, wo radikalisierte Nazis von einschlägigen Anwälten beraten werden und zu reumütigen Angeklagten mutieren. Wenig glaubhaft dann, wenn sie anschließend unvermindert weiter im Netz hetzen, zu Gewalt gegen anderen Menschen aufrufen oder gar weitere Straftaten folgen lassen. Kein schönes Gefühl für die ertappten Straftäter vor Gericht, manchmal soll dann natürlich ein Schuldiger für die eigenen Taten her. Der berichtende Journalist kann so ins Visier von Kriminellen geraten. Am Mittwoch tauchte nun in verschiedenen sozialen Netzwerken ein fingierter Fahndungsaufruf auf, welcher seither seine Kreise in Teilen der Leipziger Fußballszene und rechten Verbindungen zieht. Dieser zeigt ein Portraitfoto unseres Journalisten, darunter steht sein Name. “Gesucht wegen sexueller Belästigung von Kindern”, ist über dem Foto zu lesen. “Hinweise bitte an das Polizeipräsidium Leipzig”. (…) Zahlreiche Nutzer verbreiteten auch den Aufruf gegen unseren Kollegen trotz der offensichtlichen Unstimmigkeiten. Unter ihnen befindet sich etwa der regional bekannte Kampfsportler Benjamin B., über dessen Verstrickungen ins rechte Milieu die L-IZ.de in der Vergangenheit berichtet hatte. Auf dem Facebook-Profil eines Szene-Versands, dessen Domain über die Webadresse einer rechtsextremen Fangruppe registriert worden ist, wurde ganz unverblümt “um Mithilfe bei der Selbstjustiz” gebeten. Der Shop spricht mit seinem Sortiment primär erlebnisorientierte Stadiongänger an. Die Zielgruppe entstammt nicht nur der rechten Szene. Durch die subtile Verbindung des Steckbriefs mit dem hoch sensiblen Thema Kindesmissbrauch, das in der Öffentlichkeit regelmäßig für breite Entrüstung sorgt, erhoffen sich die Urheber offensichtlich, potenzielle Gewalttäter außerhalb des eigenen Klientels zu erreichen

via l-iz: Gefälschtes Fahndungsplakat in sozialen Netzwerken – Rechtsextremisten nehmen L-IZ-Lokaljournalisten ins Visier

Vergewaltigungsdrohungen sind „Unmutsäußerungen“ laut Staatsanwaltschaft

Nach meinem Auftritt bei Puls4 (mit Udo Guggenbichler und Ursula Stenzel im Dream-Team) habe ich eine Vergewaltigungsdrohungen bekommen. Ich habe eine Anzeige eingebracht. Der Verfassungsschutz, der kontaktiert wurde, hat sich nie bei mir gemeldet oder sich das Mail genauer angeschaut. Obwohl es offensichtlich ist, dass das Mail aus dem rechtsextremen Lager kommt. Es scheint als wären Drohungen gegen Menschen nicht so wichtig wie Fensterscheiben.
Heute habe ich Post von Staatsanwalt Mag. Markus Göschl bekommen. Er sieht keine Drohung, sondern „emotional- und situationsbedingte Unmutsäußerungen“. Mit anderen Worten: Ich bin selbst schuld, wenn mir Leute sowas schreiben, was muss ich auch so emotional schlimme Situationen für Rechtsextreme herbeiführen. Das heißt, dass jeder Typ eine Frau mit Vergewaltigung bedrohen kann und dann auf Verständnis beim Staatsanwalt pochen darf, weil alles ja so emotional war.

via schmetterlingssammlung.net: Vergewaltigungsdrohungen sind „Unmutsäußerungen“ laut Staatsanwaltschaft

Cyber attack hits Madison, Wisconsin, after police shooting of teen

Cyber attackers are targeting city and county computer systems in Madison, Wisconsin, in retaliation for the shooting death of a 19-year-old unarmed black man by police in the Wisconsin capital, city officials said on Tuesday. The cyber attack was hitting the police department as well as other city and county websites with varying levels of intensity, blocking legitimate Internet traffic to and from the governmental agencies, officials said. Local, state and federal law enforcement agencies, including the FBI, were working to trace and apprehend the culprits, said Paul Kronberger, Madison’s chief information officer. “They’re preventing us from utilizing the Internet. That’s a huge thing,” Kronberger said. “There is not a lot we can do about it. The people who do this kind of attack are very skilled.” The attack, which began Monday afternoon, was thought to be initiated by Anonymous, an international network of activist computer hackers, in response to the fatal shooting of Tony Robinson by a white Madison police officer on Friday.

via reuters: Cyber attack hits Madison, Wisconsin, after police shooting of teen

Neonazis online – “Der Erfolg führt über Social Media”

Rechtsradikale Parteien und Organisationen, die in Zukunft Erfolg haben wollen, werden sich immer mehr auf Social Media konzentrieren. Das sagt der Politikwissenschaftler Phillip Karl, der an der Budapester Andrássy-Universität über rechtsradikale Netzaktivitäten forscht. In Ungarn sind extrem rechte Organisationen mit ihren Internetstrategien bereits höchst erfolgreich – insbesondere die Neonazi-Partei Jobbik, die bei den Parlamentswahlen 2014 mehr als 20 Prozent erreichte. Anlässlich einer Internationalen Konferenz über “Entgrenzten Rechtsextremismus” hat Thies Marsen mit Philipp Karl gesprochen, die die Bundeszentrale für Politische Bildung im Februar in München veranstaltet hat. Thies Marsen: Die Ideologie von Jobbik ist völkisch und rückwärtsgewandt. Die Partei hielt sich zeitweise eine sogenannte Ungarische Garde, die Ähnlichkeiten mit der SA der deutschen Nationalsozialisten aufweist. Jobbik fordert ein Großungarn und hetzt gegen Minderheiten wie die ungarischen Roma. Gleichzeitig scheinen sie was die Wahl ihrer Propagandamittel angeht, höchst modern zu agieren. Philip Karl: Also sie nutzen sowohl Youtube, als auch Facebook und Twitter. Um mal eine Zahl zu nennen: Jobbik hat auf Facebook knapp 300.000 Likes, mehr als SPD und CDU zusammen. Auf Youtube haben sie acht Millionen Klicks, was deutlich mehr ist als NPD, die bei etwa 700.000 liegt oder als der Front National, der drei bis vier Millionen hat. Also man sieht: Trotz des kleinen Landes, Ungarn hat nur rund zehn Millionen Einwohnern, nutzen die das sehr intensiv und durchaus effektiv. Woran liegt das? An den Inhalten? Ich denke es liegt natürlich an den Inhalten, zum anderen auch an der Art und Weise, wie Jobbik Social Media nutzt. Wenn sie beispielsweise etwas auf Twitter tweeten, haben sie dann oftmals eine Verlinkung zu Youtube oder Facebook. Gerade Twitter nutzen sie auch durchaus interaktiv, also relativ modern. Sie folgen dort auch anderen Parteien und Einzelpersonen. Und gerade auf Twitter und Facebook sieht man, dass es eine internationale Vernetzung gibt. Es gibt aus Italien, Frankreich, Deutschland, Polen und aus der Türkei einige, die Jobbik auf Twitter folgen, darunter auch Mitglieder von Parteien. Die Website von Jobbik ist eine der ganz, ganz wenigen Webseiten von rechtsradikalen Parteien in Europa insgesamt, aber auch von ungarischen Parteien, die es eben nicht nur in der Landessprache gibt, sondern auch auf englisch, zeitweise auch auf deutsch und russisch. Vor einem Jahr gab es ein Treffen in Ungarn mit spanischen und französischen Nationalisten, und dort hat Jobbik eine kleine Tagung samt Parlamentsführung organisiert für rechtsradikale Organisationen.

via br: Neonazis online “Der Erfolg führt über Social Media”

Pegida-Abspalter Oertel und Jahn werfen hin!

Dieses Ende kam mit Ansage. Die Pegida-Abspalter Kathrin Oertel (37) und Rene Jahn (49) werfen hin. Das verkündete Jahn Montagabend auf seiner Facebook-Seite. Die Beiden wollen für ihre im Januar gegründete Bewegung DDfE (Direkte Demokratie für Europa) nicht mehr in Dresden auf die Straße gehen. Als Gründe führt Jahn u.a. an, dass die Pegida-Spaltung provoziert worden sei, sie den falschen Menschen vertraut hätten. Die DDfE hielt ihre Kundgebungen zuletzt donnerstags ab. Anfangs kamen statt erwarteten 5000 nur 500 Zuhörer, letzte Woche fiel die Veranstaltung gleich gänzlich aus.

via bild: Pegida-Abspalter Oertel und Jahn werfen hin!

siehe auch: Der Anfang vom Ende?!? – Teil 2 Heute Abend haben Katrin Oertel und Rene Jahn eine Erklärung auf Facebook veröffentlicht, welche die Leser auf einen Zusammenschluß der “Bewegungen” vorbereiten soll (siehe Screenshot). Mit gewohnt schlechter Grammatik, vielen Großbuchstaben und dem üblichen eingeschränkten Geschichtsverständnis warnen die beiden vor einer “Weimarer Republik 2.0 in Deutschland”. Die beiden scheinen ihren Vorstoß nicht im kompletten Orga-Team abgesprochen zu haben, zumindest kommentiert Thomas T.: “Habe ich was verpasst !!!” Andere Kommentatoren machen sich Sorgen um unsere Freunde von der GABD – Gewerkschaft antifaschistischer Berufsdemonstranten: “Das wird mit der staatlich subventionierten Antifa nicht funktionieren. Dann wird nämlich der Geldhahn zugedreht für den Krawalltourismus.” Wir finden es auch spannend, wer kommentiert. So ist Rene Despang (NPD) genauso dabei wie Nancy Kanzok alias “Magda Freifrau von Apodi”. Nancy Kanzok gehört zum Führungszirkel der Neo-Nazi-Projekts “Apodiktische Wende 2014″ und wird daher auch vom Verfassungsschutz beobachtet.

Eklat beim rechtsextremen ‚Lesertreffen‘ ?

Dieses Wochenende fand in Zeulenroda (Ostthüringen) nach einer Unterbrechung im Jahr 2014 wieder ein „Lesertreffen“ der extrem rechten Zeitschrift „Zuerst!“ statt. Die angereisten Rechtsextremen und Neonazis hatten viel zu besprechen angesichts der breiten Themenpalette. Mit dabei unter den ReferentInnen: Alexander Dugin und Barbara Rosenkranz (FPÖ). Ja, und einen Eklat gab es auch noch. (…) Somit wäre eigentlich kostenmäßig sichergestellt , dass sich nur handverlesenes Publikum, sozusagen die Creme de la Creme der Rechtsextremen, zum „Lesertreffen“ versammelt, um den Vorträgen von Alexander Dugin, russischer Faschist und Kriegstreiber der „Eurasischen Bewegung“, James Bacque , kanadischer Geschichtsrevisionist und Barbara Rosenkranz, FPÖ-Abgeordnete zu „Europa fördern, EU zähmen, Euro stoppen!“ zu lauschen (die weiteren Referenten bzw. Themen findet man auf Blick nach Rechts). Ganz so lauschig dürfte es nicht gewesen sein, denn zum „Lesertreffen“(sic!) erschien auch eine Leserin: die 86-jährige Ursula Haverbeck, die Grande Dame der Neonazis, Holocaustleugner und Geschichtsrevisionisten. Angeblich war sie vom Verleger und Veranstalter Dietmar Munier selbst schriftlich eingeladen worden. Das berichtet jedenfalls „Die Rechte – Verden“ auf ihrem Facebook-Konto. „Die Rechte“, das ist eine Partei rechts von der NPD, die ihr zu lasch ist. Da muss noch eine Ergänzung her: eigentlich berichtet auch „Die Rechte – Verden“ nicht mehr über den Eklat, denn die Meldung wurde wieder gelöscht. Auch ein anderes Online-Neonazi-Blättchen hat die Meldung über den Eklat auf seine Homepage gestellt, um sie dann wieder zu löschen. Wozu aber gibt’s Google-Cache?

via stopptdierechten: Eklat beim rechtsextremen ‚Lesertreffen‘ ?

siehe auch: Linke: Bis zu 400 Rechtsextreme treffen sich in Zeulenroda. Nach Erkenntnissen der Linke-Fraktion des Landtages findet an diesem Wochenende im Bio-Seehotel Zeulenroda (Landkreis Greiz) das „Lesertreffen“ der rechtsextremen Zeitschrift „Zuerst!“ statt. Konspirativ sei die Veranstaltung seit Wochen für den Raum Sachsen-Anhalt/Thüringen beworben worden, berichtet auch der SPD-nahe Informationsdienst „Blick nach rechts“. Die Tagung werde in einem „erstklassigen Tagungshotel“ stattfinden. Den genauen Ort hätten Interessenten erst nach einer verbindlichen Anmeldung erfahren; Russischer Nationalist und “Vordenker” Alexander Dugin Stargast bei rechtsextremen Treffen. Rechtsextreme Eurasien-Anhänger treffen sich in einem Bio-Hotel in Zeulenroda. Die extreme Rechte in Deutschland sucht Verbündete schon seit längerem über Ländergrenzen hinweg. Besonders viel gelegen ist der Szene an der deutsch-russischen Freundschaft. Einer der Vordenker dieses Bündnisses war am Wochenende zu Besuch in Deutschland: Alexander Dugin, ein ehemaliger Politikprofessor der Moskauer Lomonossow-Universität und Mitbegründer der Nationalbolschewistischen Partei und später Gründer der Eurasischen Partei.
Einmal im Jahr lädt die rechtsextreme Monatszeitschrift “Zuerst!”, die sich den Beinamen “Deutsches Nachrichtenmagazin” gegeben hat, zu einem großen Lesertreffen ein. Ein Wochenende lang gibt es Vorträge von rechtsintellektuellen Rednern. Das Lesertreffen findet dabei regelmäßig unter strenger Geheimhaltung statt, um Gegenproteste möglichst zu verhindern – man möchte ungestört tagen. Auf dem Programm des Lesertreffens, das 99 Euro zuzüglich Verpflegung und Unterkunft kostet, stehen unter anderem Vorträge von Oberst a.D. Klaus Ulrich Hammel zum Thema “Schicksalsjahr 1945: Der Untergang Ostpreußens”, des Geschichtsrevisionisten Walter Post über die “Ursachen des ersten Weltkriegs” und der österreichischen FPÖ-Nationalratsabgeordneten Barbara Rosenkranz, die fordert “Europa fördern, EU zähmen, Euro stoppen!” Ein ursprünglich geplanter Vortrag des rechtspopulistischen Autors Akif Pirincci (“Deutschland von Sinnen”), der über die angebliche Dominanz von Minderheiten wie Homosexuellen sprechen wollte, fand hingegen nicht statt – er sagte seine Teilnahme bereits im Vorfeld ab und begründete dies mit schweren Bedenken, sich “wirklich in die Gästeliste dieser absonderlichen Veranstaltung” einzureihen. (…) Die passenden Räumlichkeiten für diese rechtsextreme deutsch-russische Partnerschaft stellt das Bio-Seehotel im thüringischen Zeulenroda zur Verfügung. Das Hotel gehört dem Unternehmer Hans Bauerfeind, der fünf Jahre lang für die CDU im Stadtrat von Zeulenroda aktiv war und 2009 zum Ehrenbürger der Kleinstadt ernannt wurde. Das Hotel scheint es nicht problematisch zu finden, eine Veranstaltung von Rechtsextremisten zu beherbergen. In einer Presseerklärung teilt es mit, man stelle allen Gästen unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung seine Räume zur Verfügung. Man bedauere jedoch, dass die Tagung “solche Reaktionen” hervorrufe.

Artikel zur Tagung / zum für rechts offenen Bio-Hotel https://dokmz.wordpress.com/?s=bio-seehotel

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