Der ausgeladene Gast

Rainer Forster, Leiter der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, will den umstrittenen Schweizer Historiker Daniele Ganser nach Freising holen – nach einem Shitstorm in den sozialen Netzwerken macht er einen Rückzieher. Ebenso spontan, wie man die Veranstaltung zu “Kriegspropaganda und Medienkompetenz” im Kardinal-Döpfner-Haus anberaumt hat, ist sie wieder abgesagt worden. Eigentlich sollte der umstrittene Schweizer Historiker Daniele Ganser am letzten Maisonntag zu diesem Thema referieren. Auf den Domberg hatten ihn die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Freising und das Bildungswerk Kardinal-Döpfner-Haus eingeladen. Doch daraus wird nun nichts. Die Organisatoren reagieren auf Kritik in den sozialen Netzwerken und ziehen die Reißleine. Als eine der Ersten hatte die Moosburger Aktivistengruppe “Erdlinge” auf den Fall aufmerksam gemacht. Der Historiker Daniele Ganser gilt als Verschwörungstheoretiker. Seinem eigenen Verständnis nach ist er Friedensforscher: Der Schweizer hat sich auf das Aufspüren verdeckter Kriegsführung spezialisiert. An den Universitäten findet Ganser mit seinen Thesen, etwa zu 9/11 oder dem Konflikt in der Ukraine, kaum Gehör. Renommierte Wissenschaftler lehnen seine Herangehensweise ab. Rainer Forster, KAB-Leiter in Freising, hält die öffentliche Kritik an der Person Gansers dennoch für überzogen. Der Hauptorganisator findet auch nach dem Veranstaltungs-Aus nichts Verwerfliches an den Thesen Gansers. Kritisieren könne man ihn allenfalls für seine Auftritte bei zweifelhaften Medienportalen und Konferenzen – etwa bei “Russia Today” oder der “Anti-Zensur-Konferenz”, sagte er. Dazu passt auch ein Zusammentreffen mit dem Neonazi Karl-Heinz Hoffmann vor einiger Zeit. Ganser diskutierte mit ihm über das Oktoberfestattentat. Initiiert worden war das Treffen vom rechten Verschwörungsmagazin Compact.

via sz: Der ausgeladene Gast

George Zimmerman’s gun sells for $120,000 after gun group hosts private auction with just seven verified users

Zimmerman shot dead Trayvon Martin in 2012, acquitted of murder in 2013. 32-year-old has sold the gun he killed Martin with for a reported $120,000. Two online auctions were hijacked by people submitting fake bids. But it was sold in a private auction after site added verification process. Zimmerman also blasted the dead boy’s parents in a remorseless interview(…) A user called John Smith made a last minute bid of $138,900 after setting up a computer program to put in an offer with seconds to go. A man claiming to be Smith confirmed to the Orlando Sentinel that the bid was fake.  In a blog post, Zimmerman said the winning bidder would be notified immediately and that it was up to them if they wanted to be identified.  He said: ‘Fellow Patriots, First and foremost, I would like to thank and give the glory to God for a successful auction that has raised funds for several worthy causes.

via dailymail: George Zimmerman’s gun sells for $120,000 after gun group hosts private auction with just seven verified users

V-Mann-Affäre – Neonazi veröffentlicht interne Ermittlungsakten

Der fränkische Rechtsextremist Karl-Heinz Hoffmann ist offensichtlich in den Besitz brisanter Ermittlungsakten gelangt, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Er veröffentlichte einige Seiten davon aber im Internet – und hat jetzt massiven Ärger mit der Staatsanwaltschaft. Der Sprecher der Bamberger Staatsanwaltschaft bestätigt auf AZ-Anfrage, dass das Anwesen Hoffmanns in Ermreuth in Oberfranken im vergangenen Monat von seiner Behörde durchsucht wurde. Den Grund dafür will er mit Hinweis auf „die laufenden Ermittlungen“ nicht nennen. Wie brisant der Vorgang tatsächlich ist, erschließt sich aber aus dem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Bamberg vom 31. März, den Karl-Heinz Hoffmann ebenfalls ins Netz gestellt hat. Ziel der Fahnder waren demnach die Dokumente (Aktenzeichen 300 Js 12538/14), die Hoffmann veröffentlicht hatte – und die damit zusammenhängende Frage, wo er sie überhaupt her hatte. In den Akten geht es um sechs Beamte des Landeskriminalamtes Sie sind Teil von internen Ermittlungsakten der Nürnberger Staatsanwaltschaft gegen sechs Beamte des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA), die in die sogenannte V-Mann-Affäre verwickelt sind. Ein Teil der Affäre wird zur Zeit vom Landgericht in Würzburg aufgearbeitet. (…) Für die Staatsanwaltschaft Nürnberg reichten die Aussagen und Unterlagen des V-Manns aus, um gegen insgesamt sechs LKA-Beamte Ermittlungen einzuleiten. Sie werden beschuldigt, an kriminellen Machenschaften des V-Manns beteiligt gewesen zu sein und sie mit Falschaussagen und Aktenmanipulationen vertuscht zu haben. Das geht aus einem Zwischenbericht hervor, der von der Kripo Nürnberg für die Staatsanwaltschaft angefertigt wurde. Diesen internen Bericht, zumindest Teile davon, hat Karl-Heinz Hoffmann in die Hände bekommen. Obwohl alle wesentlichen Inhalte des Berichts längst bekannt und in vielen Medien veröffentlicht wurden, hielt er für nötig, einige Originalseiten im Internet zu veröffentlichen. Es sei seine „moralische Pflicht“, schwadroniert er, „Informationen über die Machenschaften krimineller Seilschaften im bayerischen Landeskriminalamt“ ins Netz zu stellen. Das Bayerische Landeskriminalamt zählt in Hoffmanns Gedankenwelt zu den herausstechenden Feindbildern, wie unzähligen Beiträgen von ihm auf seiner Internetseite zu entnehmen ist. Der Rechtsextremist macht das LKA dafür mitverantwortlich, dass er bis zum heutigen Tag mit dem Oktoberfest-Attentat (1980) in Verbindung gebracht wird, obwohl die Ermittlungen gegen ihn zwei Jahre nach dem schwersten Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik eingestellt worden seien.

via abendzeitung münchen: V-Mann-Affäre – Neonazi veröffentlicht interne Ermittlungsakten

Gay group to sue Facebook, Twitter and YouTube for ‘tackling photos of breasts but not hate speech’

Facebook, Twitter and YouTube are facing legal action as anti-racist and gay rights groups plan to sue over an alleged lack of control over hate-speech. The Jewish Students’ Union (UEJF), the anti-racist SOS Racism campaign and SOS Homophobie, have said they plan to take legal action against the social media sites for failing to tackle hate messages. The three organisations accuse Facebook, Twitter and YouTube of taking more action against nudity than they do about hate messages posted to their platforms. A study published on Sunday says the groups found 586 items which were “racist, anti-Semitic, negationist or homophobe or condoned terrorism or crimes against humanity” posted between 31 March and 10 May. Out of the nearly 600 hate messages, as deemed by the organisations, “only four percent were taken down from Twitter, seven percent from YouTube and 34 percent from Facebook”. “These platforms seem more shocked by bits of naked breasts, which are promptly censored, than by incitements to hatred towards people or groups of people,” said SOS Racisme president Dominique Sopo.

via pinknews: Gay group to sue Facebook, Twitter and YouTube for ‘tackling photos of breasts but not hate speech’

Bundesweite Reaktionen – Analverkehr-Workshop erregt AfD und FDP

Auch nach der Absage an der Uni Köln sorgt der “Workshop für Arschficker_Innen und die, die es vielleicht werden wollen” bundesweit für Wirbel. Politiker aus AfD und FDP haben sich zu dem sexualpädagogischen Seminar von Marco Kammholz zu Wort gemeldet.
Aus dem einstigen Tal der Ahnungslosen kam gar eine Pressemitteilung zu den Vorgängen im verlotterten Westen der Republik: “Analverkehrsseminar der Uni Köln für Muslime öffnen!”, fordert darin der stellvertretende Vorsitzende der AfD Sachsen, Thomas Hartung – und man weiß nach dem Lesen nicht wirklich, ob dies sein allererster Satire-Versuch war oder ob er das tatsächlich so meint. Das hat die FDP-Landtagsabgeordnete Susanne Schneider aus NRW schon viel besser hinbekommen. Die berühmt-berüchtigte Homogurken-Trägerin und Birgit-Kelle-Freundin schrieb auf ihrer Facebook-Seite: “Verbot von sexistischer Werbung nach ‪#‎BodyMaasIndex‬, ein Seminar für richtigen Analverkehr an der Exzellenz-Universität zu Köln? Dieses Land hat Sorgen! Vielleicht bin ich ja ‪#‎zublondfürdiesesLand‬!” (Immerhin hat Schneider den queer.de-Artikel gepostet und nicht die “Junge Freiheit”.) (… Unter der Überschrift “Anal-Seminar geht nach hinten los” (hihihi) berichtet heute schließlich auch der “Express” über den “irren Sex-Zoff” in Köln und zeigt auf, dass die Univerwaltung möglicherweise weiter ist als die Studierendenvertretung.

via queer: Bundesweite Reaktionen – Analverkehr-Workshop erregt AfD und FDP

Unverhohlene Drohung: NPD-nahe Seite stellt Fotos und Namen von Journalisten online

In Schwerin und Demmin gab es Anfang Mai gleich zwei Demonstrationen der NPD in Mecklenburg-Vorpommern. Am darauffolgenden Tag werden auf einer NPD-nahen Facebook-Seite Fotos der anwesenden Journalisten und deren Namen veröffentlicht. Nur kurz zuvor hatte Fraktionschef Udo Pastörs in seiner Rede von „Journallie-Schmierern“ und „Schweinejournalismus“ gesprochen. (…) Möglicherweise durch die bewusst vorgebrachten Diffamierungen des Fraktionsvorsitzenden motiviert, begann ein umtriebiger NPD-Sympathisant anschließend, gezielt anwesende Pressevertreter abzufotografieren. Bei dem Mann handelt es sich um den Pasewalker Norman Latzkow, der auch bereits auf Anti-Asyl-Demonstrationen als Redner aufgetreten ist. Mehrfach ging der 34-Jährige direkt auf verschiedene Medienverteter zu, um diese abzulichten, mindestens zwei weitere Personen schlossen sich ihm an. Latzkow bekennt sich mehrfach zur NPD und posiert im „Weltnetz“ auch gerne mal mit in Deutschland verbotenen Tätowierungen. „Klarer Bestandteil einer Einschüchterungsstrategie“ Am Tag darauf landeten dann auf einer rechtsextremen Facebook-Seite unberechtigterweise etliche Fotos der an dem Tag in Schwerin anwesenden Journalisten. Dort werden diese als „Linksfaschisten“ diffamiert, die Fotos der Demonstrations-Teilnehmer nicht verfremden würden. Es folgt ein langer Text über das „Recht am eigenen Bild“, dass der Autor offensichtlich falsch verstanden hat. Nur eine Woche später ging die NPD in Demmin erneut auf die Straße, Latzkow fotografierte erneut Pressevertreter ab – und wieder landeten Fotos mehrerer Pressevertreter auf der Seite. Diesmal ergänzt um Namen. Weitere Neonazis kommentieren genüsslich weitere Angaben zu den Personen.

via endstation rechts: Unverhohlene Drohung: NPD-nahe Seite stellt Fotos und Namen von Journalisten online

Der Millionendeal am rechten Rand

Die radikal rechte “Münchner Burschenschaft Danubia” zieht vom Stadtteil Bogenhausen nach Schwabing um. Im Hintergrund steht ein Immobiliengeschäft, bei dem es um viele Millionen Euro geht.Die letzte Kneipe München-Bogenhausen, 23. April 2016: Im strömenden Regen fuhren die Taxis vor die alte Villa der “Burschenschaft Danubia” in der Möhlstraße. Das miese Wetter dürfte zur Stimmung der einigen Dutzend Ankommenden gepasst haben: an diesem Abend trafen sich die “Danuben” und ihre Sympathisanten zum letzten Mal zu einer burschenschaftlichen “Kneipe” “auf dem Haus”. Bekannte Köpfe der deutschen Rechten waren vor Ort: z. B. der Stuttgarter Bauunternehmer Hans-Ulrich Kopp, seit langem der Sprecher des Alte-Herren-Verbands bei der “Danubia”. Auch Vertreter anderer Münchner Burschenschaften trafen ein. Ein Haus mit Tradition Die radikal rechte “Burschenschaft Danubia” residierte seit 1958 in der Möhlstraße 21. Gebaut wurde die Villa 1901 für das Ehepaar Julius und Luise Kaufmann. Am 1. Februar 1938 raubten ihnen die Nationalsozialisten ihr Haus (“Arisierung”). Als der Familie Kaufmann 1940 die Deportation drohte, wählten Eltern und Sohn den Suizid. Ihre Leichen wurden irgendwo verscharrt, wo genau, ist bis heute nicht bekannt. Die nun verkaufte Villa in der Möhlstraße. Nach dem Einzug der rechten Burschenschaft 1958 war die Bogenhausener Villa jahrzehntelang von hoher Bedeutung für die extreme Rechte in München und weit darüberhinaus. Hier gründeten die “Republikaner” 1989 ihren “republikanischen Hochschulverband” (RHV). Im Keller des Hauses kroch im Januar 2001 der Neonazi Christoph Sch. unter, nachdem er im Schlachthofviertel gerade Artemios T. aus rassistischen Gründen fast totgeschlagen hatte. Als die Wirte des Münchner Löwenbräu-Kellers im Juli 2004 dem extrem rechten “Institut für Staatspolitik” (IfS) kurzfristig die Raumnutzung für dessen “1. Münchner Kolleg” verweigerten, stellte die “Danubia” ihre Villa für die Referate von Martin Hohmann, Götz Kubitschek u. a. zur Verfügung. Ganz offiziell im Haus wohnte zeitweise der in den Kreisen des “Freien Netz Süd” aktive Neonazi Pierre P., der bei der “Danubia” den Posten des “Schriftwarts” innehatte. (…) Seit Jahren schrumpfte allerdings die studentische “Aktivitas” der Danubia. Schließlich kamen noch die Streitereien in der “Deutschen Burschenschaft” (DB) hinzu, die einige der “Alten Herren” vergrätzten. Nicht zuletzt das Verhalten der extrem rechten Bünde wie der Danubia hatte ja die Widersprüche im Dachverband noch verschärft. Die Abwärtsentwicklung der völkischen “Buxen” nahm jedenfalls stetig an Fahrt auf.
Diese Schwäche sah man der “Danubia” buchstäblich an: Das seit Jahrzehnten schon recht marode gewesene Gebäude verfiel zusehends. Die Mitglieder des burschenschaftlichen “Lebensbunds” konnten oder wollten offenbar notwendige Reparaturen nicht mehr finanzieren. Dass die “Danubia” Teile des Hauses schließlich sogar extern vermietete, hat ihr am Ende auch nicht mehr geholfen. Das Millionengeschäft Irgendwann scheint man bei der “Burschenschaft Danubia” dann auf die Idee eines Hausverkaufs gekommen zu sein. Nach den Käuferinnen und Käufern suchte man eher hinter den Kulissen, vor allem unter anderen studentischen Korporationen (…) Gleichzeitig zum Verkaufsangebot hatten sich die Verantwortlichen offensichtlich auf die Suche nach einer repräsentativen Ersatzimmobilie für die Aktivitas begeben. Anfang 2016 tauchten Gerüchte in Schwabing auf: Anwohner_innen und Lokalpolitiker_innen berichteten, dass eine rechte Gruppe im Stadtteil wohl eine Art “Studentenwohnheim” eröffnen wolle. Ein ziemlich eindeutiger Hinweis: Der Münchner Mietwohnungsmarkt ist leergefegt, da sind günstige Zimmer wichtige Argumente beim burschenschaftlichen “Keilen” nach männlichem Nachwuchs.
Die neue Villa der ‘Danubia’ in der Potsdamerstraße. Für die zukünftig erhoffte studentische “Aktivitas” wollte die rechte Danubia offensichtlich nicht kleckern, sondern klotzen. Vor wenigen Tagen hat die “Danubia” nun ein durchaus repräsentatives Objekt gekauft: eine Villa nebst Nebengebäuden in der Schwabinger Potsdamer Straße. Die Burschenschafter sind bisher allerdings noch nicht dort eingezogen, das Haus ist noch bewohnt.

via a.i.d.a: Der Millionendeal am rechten Rand