POL-SN: Nachtrag zur Schlägerei auf dem Marienplatz: Fremdenfeindlicher Hintergrund – Polizei sucht Videoaufnahmen von Zeugen

Nachdem am Freitagabend, 30. September, circa 30 Personen auf eine knapp zehnköpfige Gruppe aus Zuwanderern auf dem Schweriner Marienplatz losgegangen sind, geht die Schweriner Kriminalpolizeiinspektion von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Mehrere der festgenommen männlichen Tatverdächtigen sind eindeutig der rechten Szene zuzuordnen. Das haben die ersten Ermittlungen ergeben. Gegen 22 Uhr wurde die Gruppe der Migranten durch die etwa 30 Personen im Innenstadtbereich angegriffen. Aufgrund des sofortigen Eingreifens von Polizeibeamten am Marienplatz, konnten beide Lager schnell getrennt werden. Ein Jugendlicher erlitt leichte Verletzungen. Die Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs dauern an.

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Misanthropic Division: A Neo-Nazi Movement from Ukraine and Russia

Misanthropic Division’s ideological premises include national socialism and anti-Sovietism, white racism and European traditionalism, homophobia, anti-Semitism, and sexism. The subtitle of their official webpage reads: “Revolt Against the Modern World”. Misanthropic Division Ukraine is a radical right group, a part of the international movement of the same name. Groups of this network also exist in Russia, Belarus, Germany, Spain, USA, and other countries, but the first chapter was formed in Ukraine. The activity of the group generally consists of blogging in popular social networks and publishing the magazine under the same name, but from time to time the group participates in real-life activities. “Our mission is justified by any means” (sic), they state. Total number of Misanthropic Division (MD) activists in Ukraine is unknown, but on the photos one can see up to twenty young people, often with their faces blurred or covered with pictures. According to their own reports, the full number is up to 50 persons. As of today, the whole MD movement is officially closed, but in reality it has simply been rebranded as Division Phoenix in 2016. One of the reasons for this renaming was the political persecution experienced by the Russian chapter of the movement; Russian government consistently closes all the MD webpages. (…) The Ukrainian branch also expresses sympathies to Ukrainian Insurgent Army (UPA) and solidarity with modern Russian radical right organizations and activists, including the ones who were convicted to imprisonment for hate crimes. Some activists are currently engaged in the Ukrainian-Russian military conflict, serving in Azov regiment and other units (Chernihiv battalion). The official number of military combatants is up to 50, according to their own reports. (…) The Misanthropic Division, as its members state themselves, is officially affiliated with Social Nationalist Assembly – the well-known Ukrainian far-right movement, which at first contributed to the creation of Right Sector during the Euromaidan, and later, after the beginning of the Russian military intervention, formed Azov volunteer battalion (now regiment). Lynnyk is officially a member of Azov, he contributes his own reports from the conflict zone to the MD page. The military combatant Dmytro N (sic) was reportedly killed on 26 August, 2014 near Novoazovsk, although the official Ukrainian registry does not list a person with such personal data. (…) On the other side, MD has some kind of continuity to Maksim “Tesak” Martsinkevich’s Restrukt, the notorious Russian neo-Nazi movement, which openly collaborated with the Kremlin in discrediting and physically intimidating Russian opposition activists. Martsinkevich himself extended his activity to Ukraine as well: in 2013, he tried to establish his homophobic violence projects in Ukraine. During Euromaidan he criticized it, since European integration, in his opinion, would lead to proliferation of “perversions” and “paedophilia”. Misanthropic Division in Ukraine includes some of his followers – for instance, one of the page admins is the well-known Russian nazi Roman “Zukhel” Zheleznov, who now lives in Ukraine. Here, he works as a media volunteer for Azov, also being one of the leaders of the Azov Civic Corps, a non-military movement supporting Azov regiment, indulging in street violence. He is directly involved in the disruption of the anti-fascist rally on 19 January 2016. Before emigrating to Ukraine, Zukhel was liable to two criminal cases – the shooting of a Russian underage anti-fascist from a traumatic gun, and the theft from a supermarket. Also, according to his own statement, he was BORN’s (Military Organization of Russian Nationalists, one of the most infamous Russian neo-Nazi gangs, which murdered eleven people) finger man and never felt sorry for any murders to which he was accessory.

via reft&light: Misanthropic Division: A Neo-Nazi Movement from Ukraine and Russia

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Gewalt in Berlin – “Reichsbürger” prügelt Polizisten und fordert “Legitimation” – #schauhin

Zwei Polizisten konnten den aggressiven, aus der Nase blutenden Mann in Treptow nicht überwältigen. Das gelang erst mit Verstärkung. Gegen 2.15 Uhr kam es in der Nacht zu Sonnabend zu einer Schlägerei an einem Imbiss an der Baumschulenstraße Ecke Kiefholzstraße in Treptow. Ein Mann schlug immer wieder auf andere Personen ein. Zwei zum Tatort eilende Polizisten konnten den aggressiven Mann zunächst nicht überwältigen, er versuchte weiterhin, auf andere einzuschlagen. Erst als vier weitere Polizisten als Verstärkung hinzukamen, gelang es, ihn ruhigzustellen. Der Angreifer war auch der Polizei gegenüber aggressiv, fragte nach “Amtsausweisen” und forderte “Legitimieren Sie sich”. Dieses Verhalten gilt als typisch für selbsternannte “Reichsbürger”, die die Legitimation der Bundesrepublik Deutschland infrage stellen und sich als Bürger eines angeblich weiterbestehenden “Deutschen Reichs” sehen.

via morgenpost: Gewalt in Berlin – “Reichsbürger” prügelt Polizisten und fordert “Legitimation”

AfD-Fraktion von Meuthen beschäftigt Mitarbeiter mit rechtsextremer Vita

Bundesvorstand und Landesvorsitzende der AfD diskutierten am Sonntag die Gefahr einer Unterwanderung durch Rechtsextremisten. Ein Mann mit entsprechender Vita arbeitet ausgerechtet für die Fraktion des AfD-Chefs. Er bewarb sich auf eine Anzeige, ganz gewöhnlich. Doch gewöhnlich ist der politische Lebenslauf des AfD-Mitarbeiters der Fraktion “Alternative für Baden-Württemberg” im Stuttgarter Landtag nicht. Dietmar-Dominik Hennig blickt auf eine Vergangenheit in rechtsextremen Organisationen zurück. Heute arbeitet er für den Landtagsabgeordneten Anton Baron. stern-Recherchen zeigen, dass Hennig dem inzwischen aufgelösten Cannstatter Kreis angehörte, den das Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg als rechtsextrem einstufte. Außerdem war Hennig Regionalsprecher der rechtsextremen “Deutschland-Bewegung”. “Liberal und patriotisch gehören zusammen” Der stern rief Hennig Anfang der Woche im Landtag in Stuttgart an und fragte ihn, ob sein Engagement in rechtsextremen Organisationen vereinbar sei mit den Positionen der AfD. “Durchaus”, antwortete Hennig, “liberal und patriotisch gehören zusammen.” Mehr wollte der Fraktionsmitarbeiter nicht sagen.
Sein Chef, der Landtagsabgeordnete Anton Baron, sagte anschließend zum stern, es sei ihm neu, dass sich sein Mitarbeiter in der Deutschland-Bewegung und im Cannstatter Kreis engagiert habe. Während des Telefonats wies Hennig dann Anton Baron darauf hin, dass ja auch der Professor Mechtersheimer bei der Deutschland-Bewegung gewesen sei, ein Grüner. Offenbar wollte Hennig damit zum Ausdruck bringen, dass die Deutschland-Bewegung keine rechtsextreme Bewegung gewesen sei. Alfred Mechtersheimer saß zwar bis 1990 tatsächlich als Parteiloser für die linke Öko-Partei im Bundestag. Doch dieser Mann, den Hennig als Referenz nennt, gilt seit den 90er Jahren als Neonazi. Er tauchte mehrfach in den Berichten des Bayerischen Verfassungsschutzes auf. Zeitweise galt Mechtersheimer der Behörde als “einer der wichtigsten Protagonisten rechtsextremistischer Bestrebungen”.

via stern: AfD-Fraktion von Meuthen beschäftigt Mitarbeiter mit rechtsextremer Vita

Rassistische Demo in Oberhausen: Willkommensinitiative widerspricht Polizei

Am Mittwoch, 28. September 2016 demonstrierten rund 70 Neonazis durch Alt-Oberhausen. Dem stellten sich rund 450 Menschen entgegen, die Band „Sondaschule“ organisierte spontan ein Konzert gegen die Versammlung des Pegida ähnlichen Ablegers „Bürger gegen Politikwahnsinn“. Die Polizei Oberhausen sprach im Nachgang von einem insgesamt friedlichen Demonstrationsverlauf. Einen Tag später, am 29. September, meldet sich die Willkommensinitiative „Willkommen in Oberhausen“ zu Wort und widerspricht den Darstellungen der Polizei vehement. Keine besonderen Zwischenfälle? Unmittelbar nach der Demonstration der rassistischen Initiative „Bürger gegen Politikwahnsinn“ sagte die Oberhausener Polizei in einer Pressemitteilung, dass die „Versammlungen friedlich und ohne große Zwischenfälle“ zum Ende gekommen seien. Weiter heißt es: „Vereinzelten Provokationen ist die Polizei mit konsequentem Einschreiten entgegen getreten. So erhielten fünf Teilnehmer bereits zu Beginn der Veranstaltungen einen Platzverweis und vier Personen Strafanzeigen wegen des Zeigens verbotener Kennzeichen bzw. Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.“
Dem gegenüber steht nun die Aussage der Willkommensinitiative „Willkommen in Oberhausen“. In einer ausführlichen Zusammenfassung schildert die Initiative, dass 40 – 50 Anhänger_innen aus dem HoGeSa Spektrum, teilweise alkoholisiert, im Vorfeld der angemeldeten Versammlung faktisch eine eigene Demonstration durch die Innenstadt durchführen konnten. Sie wirft der Polizei Oberhausen vor, entgegen der Ankündigung im Kooperationsgespräch, die rund 50 HoGeSa-Neonazis nicht auf dem direkten Wege zum Veranstaltungsort geführt zu haben und diese zunächst gar nicht begleitet zu haben. Dabei soll es zu „massiven Einschüchterungen gegenüber Passant_innen, insbesondere Migrant_innen, aber auch gegen Teilnehmer_innen der Demonstration des antifaschistischen Bündnis Oberhausen“ gekommen sein. Recherchen von „Sechel“ ergeben, dass Mario Leisering, Mitgründer von HoGeSa, nach der Demonstration mutmaßlich strafbare Handlungen gegenüber Geflüchteten ausgeübt hat. Auf eine Anfrage bei Twitter reagierte die Oberhausener Polizei bislang nicht.

via sechel.it: Rassistische Demo in Oberhausen: Willkommensinitiative widerspricht Polizei

2000 Waffen bei Neonazis beschlagnahmt

Die Zahl der Waffenfunde bei Rechtsextremen hat einen neuen Höchststand erreicht. Auch die von Neonazis begangenen Straftaten nehmen zu. Die Zahl der bei Rechtsextremen beschlagnahmten Waffen ist einem Medienbericht zufolge im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand gestiegen: Insgesamt beschlagnahmte die Polizei bei Neonazis 1947 verschiedene Waffen, weit mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Das berichtete das Magazin „Focus“ unter Berufung auf eine vertrauliche Analyse des Bundeskriminalamts. 2014 waren demnach 868 Waffen gefunden worden. Als die Statistik im Jahr 2008 erstmals erhoben wurde, waren es lediglich 348 Waffen gewesen. Als dramatisch beurteilten die Ermittler laut „Focus“ den Fund von 562 Spreng- und Brandvorrichtungen – auch das sind mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2014. Etliche der Brandsätze wurden demnach von Rechtsradikalen bei Angriffen auf Flüchtlingsheime benutzt – in 42 Fällen griffen sie direkt Menschen an.

via taz: 2000 Waffen bei Neonazis beschlagnahmt

„Das ist eine völlig neue Qualität des Skandals“

Offenbar ließ ein Referatsleiter des BfV gezielt Akten vernichten, um unangenehme Fragen zum NSU zu vermeiden. Die Untersuchungsakten belegten die vorsätzliche Vernichtung der V-Mann-Akten, sagte die Obfrau der Grünen im Ausschuss. Laut eines Mitarbeiters war den Beteiligten klar: Das Schreddern der Akte sei ein spezieller Vorgang gewesen. Am Morgen des 9. November 2011 herrschte in der Abteilung zwei des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) „ein absolutes Durcheinander“. Die Mitarbeiter dort sollen unter anderem rechtsradikale Terrorbestrebungen aufklären und abwehren. Der „Welt“ liegen die Aussagen von drei Zeugen vor, die an diesem Tag im Einsatz waren und die die Situation gegenüber dem Bundeskriminalamt (BKA) beschrieben haben. Führende Angestellte der Abteilung seien „kopflos und konfus“ gewesen. Für die Hektik im BfV war Beate Zschäpe verantwortlich. Sie hatte sich am Tag zuvor auf einer Polizeistation in Jena gestellt. Gemeinsam mit ihren Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos war sie 1998 aus ihrer Heimatstadt Jena geflohen. Das Trio wurde damals verdächtigt, Rohrbomben gebastelt zu haben. 13 Jahre waren die drei auf der Flucht. Nachdem Mundlos und Böhnhardt am 4. November 2011 erschossen in einem ausgebrannten Wohnmobil gefunden wurden, irrte Zschäpe durch Deutschland, um dann am 8. November 2011 gegen 13 Uhr in Jena mit einem Anwalt in einer Polizeiwache aufzutauchen. Order zur oberflächlichen Aktenrecherche Zwei Stunden später wurde ein Referatsleiter im Bundesamt für Verfassungsschutz aktiv. Der Mann mit dem Decknamen Lothar Lingen suchte ab 15.14 Uhr in der Datenbank des Verfassungsschutzes nach Informationen über sogenannte V-Männer, also Informanten, die aus Thüringen über die rechtsradikale Szene berichtet hatten. Am nächsten Morgen – nach anderslautenden Aussagen sogar schon am 8. November selbst – löste Lingen dann den Aufruhr im Bundesamt aus. Er lief „vollkommen aufgebracht“ über den Flur, wie es ein Zeuge beschreibt, und erteilte jedem seiner Mitarbeiter, der greifbar war, einen Auftrag: Die Thüringer V-Mann-Akten sollten so schnell wie möglich durchgesehen werden. Die Beamten des BfV sollten ausschließlich nach den Namen Mundlos, Zschäpe und Böhnhardt suchen. (…) Zu diesem Zeitpunkt wussten die Sicherheitsbehörden bereits, dass bei Mundlos und Böhnhardt eine DVD gefunden wurde, auf der sich ein Nationalsozialistischer Untergrund zu zehn Morden bekannt hatte. Die Behörden wussten auch, dass die beiden mehrere Helfer hatten und unter Aliasnamen operiert hatten. Trotzdem ordnete Lingen nicht an, die Akten aufzubewahren und in Ruhe durchzuarbeiten. Im Gegenteil.Er setzte eine Mitarbeiterin aus dem Archiv in den nächsten Stunden massiv unter Druck. Sie solle die Akten der Thüringer V-Männer umgehend schreddern lassen. Man könne sich „nicht des Eindrucks erwehren“, so ein Mitarbeiter des BfV später, dass es Lingen ausschließlich darum ging, die Akten „so schnell wie möglich“ vernichten zu lassen. Warum nur hat er das getan? Das interessierte im Oktober 2014 auch die Bundesanwaltschaft. Wie seine Kollegen wurde Lothar Lingen von BKA-Beamten als Zeuge vernommen. Lingen wurde sogar nach Karlsruhe zur Bundesanwaltschaft zitiert. Lingens Aussage im Beisein eines Bundesanwaltes war bislang nicht bekannt. Sie wirft ein neues, ein grelles Licht auf die NSU-Affäre und das Verhalten von Mitarbeitern des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Unangenehme Fragen sollten gar nicht erst aufkommen Lingen sagte laut Protokoll: „Mir war bereits am 10./11. November 2011 völlig klar, dass sich die Öffentlichkeit sehr für die Quellenlage des BfV in Thüringen interessieren wird. Die bloße Bezifferung der seinerzeit in Thüringen vom BfV geführten Quellen mit acht, neun oder zehn Fällen hätte zu der – ja nun auch heute noch intensiv gestellten – Frage geführt, aus welchem Grunde die Verfassungsschutzbehörden über die terroristischen Aktivitäten der drei eigentlich nicht informiert worden sind. Die nackten Zahlen sprachen ja dafür, dass wir wussten, was da läuft, was aber nicht der Fall war. Und da habe ich mir gedacht, wenn der quantitative Aspekt, also die Anzahl unserer Quellen im Bereich des THS (Thüringer Heimatschutz) und in Thüringen, nicht bekannt wird, dass dann die Frage, warum das BfV von nichts gewusst hat, vielleicht gar nicht auftaucht.

via welt: „Das ist eine völlig neue Qualität des Skandals“