Category Archives: holocaust

Spanish poet Lorca was ‘killed on official orders’ after the outbreak of Spanish civil war

It is the first time any kind of official documentation emerges on the poet killed one month after the Spanish civil war broke ou. Federico Garcia Lorca, the poet and playwright killed one month after the outbreak of Spain’s civil war in the summer of 1936, was executed after being arrested on the orders of the military authorities of Granada, a new document shows. The report, written in 1965 by the Granada police headquarters and revealed exclusively on Thursday by the Cadena Ser radio network, is the first time that any kind of official documentation has emerged regarding the killing. The paperwork from that summer has never been found. The exact circumstances of Lorca’s death and the whereabouts of his remains have remained an elusive mystery for historians, with most accounts until now stating that the poet was summarily executed alongside two bullfight banderilleros and a teacher. According to the text drafted during the Franco dictatorship, Lorca was killed alongside only one other person after “being taken out of the civil government building by forces dependent on the same, and driven in a car to […] Viznar”.

via telegraph: Spanish poet Lorca was ‘killed on official orders’ after the outbreak of Spanish civil war

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Garcialorca madrid lou“ von Lourdes CardenalEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Trotz Verbotsverfahren: Holocaust-Leugnerin sprach bei NPD-Veranstaltung

Haverbeck (r.) mit NPD-Funktionären Püschel und Thiel (l.) in Naumburg: Neujahrsempfang mit der Holocaust-Leugnerin
Der Antrag auf das Verbot der rechtsextremen NPD läuft – das hält Funktionäre in Sachsen-Anhalt nicht davon ab, die einschlägig bekannte Ursula Haverbeck zu einem Vortrag einzuladen. Sie hat jüngst verkündet, der Holocaust sei “die nachhaltigste Lüge der Geschichte”. Ursula Haverbeck versteht sich als “Stimme für Wahrheit und Gerechtigkeit”. In dieser Mission zieht die 86-Jährige aus dem nordrhein-westfälischen Vlotho durch Deutschland und erklärt 70 Jahre nach Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, dass es den Holocaust nicht gegeben habe. Das ist unerträglich, aber auch dank Vertretern der rechtsextremen NPD möglich – jener Partei, der derzeit ein Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht droht. Ende Januar dieses Jahres, Haverbeck hat in der Gaststätte “Burgblick” in Naumburg in Sachsen-Anhalt die Veranstaltung “Befreiung von Auschwitz” angekündigt. Die Behörden verbieten die Versammlung. Haverbeck wurde bereits mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt. Sie war Vorsitzende des “Collegium Humanum” und Vizevorsitzende des “Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten”. Beide Organisationen wurden 2008 als rechtsextremistisch verboten. Gegen Haverbeck wird derzeit wieder ermittelt, weil sie in einem Video auf ihrer Homepage verkündet: “Betrachten wir nun die Weltpolitik nach 1945, und so zeigt es sich, dass der Holocaust die größte und nachhaltigste Lüge der Geschichte ist.” Dass die Holocaust-Leugnerin Ende Januar in Naumburg doch sprechen kann, verdankt sie der NPD-Fraktion des Burgendlandkreises. Die setzt einen Neujahrsempfang der Partei an: gleicher Ort, gleiche Uhrzeit, Gast: Haverbeck. Vorneweg Fraktionschef Hans Püschel, der sich selbst als “Nazi” bezeichnet (Lesen Sie hier mehr über den Mann, der einst in der SPD war). Anwesend ist auch Steffen Thiel, Kreistagsabgeordneter und Landesvorstandsmitglied der NPD. Er hat über Wochen Demonstrationen gegen die künftige Asylbewerberunterkunft in Tröglitz organisiert, die Ostersamstag dann angezündet wurde (Lesen Sie hier mehr). Rund 30 Gäste sind gekommen, Polizei und Staatsschutz – und ein Team der ARD-Sendung “Panorama”. Es dokumentiert Haverbecks unsäglichen Auftritt bei der NPD. Einige wenige Auszüge: Bisher habe sie nie eine Antwort bekommen, behauptet Haverbeck, “obwohl ja überall auch davon gesprochen wird, dass sechs Millionen (Juden – Anm. d. Redaktion) umgebracht worden sind. Offenbar niemand, aber auch niemand mir darauf antworten kann wo. Und ich sage eine Untat, ein Verbrechen ohne einen Tatort, kann keine Tatsache sein.”

via spon: Trotz Verbotsverfahren: Holocaust-Leugnerin sprach bei NPD-Veranstaltung

Horst-Wessel-Lied in der Schule: Ermittlungen eingestellt

Der Vorwurf war schwerwiegend: Eine Berliner Musiklehrerin sollte, so hieß es vor einer Woche, von Schülern verlangt haben, eine verbotene Nazi-Hymne zu singen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte. Jetzt kann die Frau aufatmen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht mehr gegen die Berliner Musiklehrerin, die im Unterricht das Horst-Wessel-Lied thematisiert hatte. Es liege kein strafbares Verhalten vor, sagte Martin Steltner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, am Dienstag rbb online. Die Frau habe nicht gegen § 86a StGB, also das “Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen” verstoßen. Zum einen habe die Staatsanwaltschaft nicht nachweisen können, dass das Lied im Unterricht gesungen wurde, sagte Steltner. Und selbst wenn wäre es ohnehin nicht, wie im Gesetz beschrieben, in der Öffentlichkeit geschehen. Darüber hinaus gebe es auch einen Passus, der es zu Lehrzwecken erlaube, verbotene Propagandamittel zugänglich zu machen. (…) Die Musiklehrerin hatte sich auf den Rahmenlehrplan und eine darin vorgesehene pädagogische Auseinandersetzung mit neonazistischem Liedgut berufen. Das Lied sei in einem Vergleich mit Bertolt Brechts Gedicht “Der Kälbermarsch” thematisiert worden, teilte sie laut Senatsverwaltung für Bildung in einer Stellungnahme mit. Sie habe ihre Schüler das verbotene Horst-Wessel-Lied auch entgegen anderslautender Medienberichte nicht singen lassen, hieß es. Die Schüler hätten lediglich im Musikunterricht die Melodie des Liedes mitgesummt und mit den Füßen den Rhythmus nachempfunden. Bertolt Brechts “Der Kälbermarsch” gilt als Parodie auf das Horst-Wessel-Lied. Rückendeckung von Schulleiter und Elternschaft Schulleiter Jürgen Vinzelberg sagte am Montagabend dem rbb, die betroffenen Schüler hätten ihm versichert, dass das Thema “vernünftig” behandelt worden sei.

via rbb: Horst-Wessel-Lied in der Schule: Ermittlungen eingestellt

Erinnerung an Nazi-Opfer – Erstes gemeinsames Gedenken in Regensburg

Kleines Wunder in Regensburg: 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird in der Stadt erstmals gemeinsam der Opfer von Widerstand und Verfolgung gedacht. Davor gab es immer getrennte Veranstaltungen verschiedener Gruppen. Doch nicht alle können sich mit der neuen Einigkeit anfreunden. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) brachte das gemeinsame Gedenken der verschiedenen Gruppen auf den Weg. Rund 200 Bürger, Politiker und Anhänger verschiedener Gruppierungen vom Kolpingwerk bis zu Antifaschisten waren zum Start des Gedenkwegs am Donnerstagabend (23.04.15) zum Mahnmal in Stadtamhof gekommen. Dort befand sich im sogenannten Colosseum ein Außenlager des KZs Flossenbürg. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD), der das gemeinsame Gedenken an die Nazi-Opfer auf den Weg gebracht hatte, spannte in seiner Rede einen Bogen zur Gegenwart. Die Stadt zeige auch allen neuen nationalsozialistischen Strömungen die rote Karte, sagte er. Da könne die NPD so oft kommen, wie sie wolle. Nach Worten des KZ-Überlebenden Zbigniew Kołakowski und von Hans Simon-Pelanda, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg, zog der Gedenkmarsch mit dem Transparent “Im Gedenken an die Nazi-Opfer: Bleibt wachsam!” los.

via br: Erinnerung an Nazi-Opfer – Erstes gemeinsames Gedenken in Regensburg

Göring-Tochter fordert Geld vom Freistaat zurück

Die Tochter von Hermann Göring, der Nummer zwei im nationalsozialistischen Regime, fordert vom Freistaat Bayern Geld zurück. In einer Petition bittet sie den Landtag um Entschädigung für das im Jahr 1948 enteignete Erbe von Hermann Göring. Mit ihrer Petition bleibt Edda Göring erfolglos. Der Rechtsausschuss des Landtags wischte ihre Petition beiseite. Die Frau wünscht Diskretion, das wird bereits zu Beginn der Sitzung klar. Punkt 13 – Entschädigung wegen Enteignung – werde auf Wunsch der Petentin nicht öffentlich verhandelt, sagt der Vorsitzende im Rechtsausschuss. Den Namen der Frau sagt er nicht. Sucht man ihn im Internet-Telefonbuch, taucht nur ein gutes Dutzend verschiedener Leute auf. Nicht viel für eine Millionenstadt wie München. Vielleicht weil es ein Name ist, der bis heute gewisse Assoziationen weckt. Ganz ohne Öffentlichkeit geht es dann aber doch nicht für Edda Göring, wenn sie Teile ihres Familienvermögens zurück bekommen möchte. Die Tochter von Hermann Göring, der Nummer zwei im nationalsozialistischen Regime, fordert vom Freistaat Bayern Geld zurück. In einer Petition bittet sie den Landtag “um Entschädigung für das im Jahr 1948 enteignete Erbe meines Vaters”. Göring, 76, verlangt nicht das gesamte Vermögen, das wäre wohl auch zu viel des Guten. Ihr Vater zählte zu den bekanntesten Kunsträubern der Menschheitsgeschichte, alleine seine Sammlung wäre heute wohl von unschätzbarem Wert. Edda Göring schwebt eine Art Unterhaltszahlung vor, ein Zuschuss für ihre Rente. Eine Summe ist nicht bekannt. (…) Warum Edda Göring ausgerechnet jetzt, 70 Jahre nach Kriegsende, den Wunsch auf Entschädigung äußert, vermag niemand zu sagen. In den Sechzigerjahren hatte sie einmal eine Auseinandersetzung um ein Bild von Lucas Cranach dem Älteren geführt. Damals ging es in einem Rechtsstreit gegen die Stadt Köln. Göring hatte zu ihrer Geburt nicht nur Hunderttausende Glückwunschtelegramme erhalten, sondern auch das Gemälde “Madonna mit dem Kinde”. Sie unterlag vor Gericht. Heute lebt sie völlig zurückgezogen in München – ihrem Vater offenbar stets verbunden. Dem schwedischen Fernsehen sagte sie einmal, welch schöne Kindheit sie dank der Liebe ihrer Eltern genossen habe: “Mein Vater war äußerst populär, auch im Ausland, er besaß einen dementsprechenden Hintergrund, große Persönlichkeit und eine natürliche Herzlichkeit.” Von Hitler habe er gedacht, dass er tatsächlich Gutes für Deutschland bedeute: “Das war ein verhängnisvoller Irrtum.”

via sz: Göring-Tochter fordert Geld vom Freistaat zurück

Hitler, der Wohltäter: Besuch bei Auschwitz-Leugnern

Hans Püschel und Ursula Haverbeck bei der Veranstaltung “Auschwitz und die Meinungsfreiheit”. “Ich möchte wissen, wo die angeblich sechs Millionen Menschen umgebracht worden sind”, ruft der Mann seinen Kameraden zu. “Warum bin ich jahrzehntelang belogen worden?” Der Mann, der hier offenkundig den Holocaust in Frage stellt, ist Hans Püschel, Vorsitzender der NPD-Fraktion im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Er hat Gleichgesinnte in eine Kneipe in Naumburg an der Saale geladen, um über “Auschwitz und die Meinungsfreiheit” zu diskutieren – in einer Zeit, in der Überlebende und Angehörige der Opfer dem 70. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager gedenken. Ermittlungen gegen Haverbeck Mit im Saal auch weitere NPD-Politiker, darunter Landesvorstandsmitglied Steffen Thiel, der unlängst die Proteste gegen das Flüchtlingsheim in Tröglitz organisiert hatte. Gemeinsam mit der bekannten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck will Püschel neue Beweise dafür vorlegen, dass die Massenvernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten nicht stattgefunden habe. Vernichtungslager? Holocaust? Gaskammern? “Man kann doch nicht erwähnen, was es nicht gab”, sagt Ursula Haverbeck, mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt. Die 86-jährige Frau aus dem westfälischen Vlotho, einst Mitbegründerin des mittlerweile verbotenen geschichtsrevisionistischen Schulungszentrums “Collegium Humanum”, hat unlängst mit einem Internetvideo auf ihrer Homepage für Aufsehen gesorgt. Darin behauptet sie: “Der Holocaust ist die größte und nachhaltigste Lüge der Geschichte.” Als “umwerfenden Beweis” dafür feiert sie vor allem ein Buch, das sie vor einiger Zeit entdeckt habe: Die “Standort- und Kommandanturbefehle des Konzentrationslagers Auschwitz 1940-1945″, eine Quellensammlung des Münchner Instituts für Zeitgeschichte, in der die Befehle für die SS-Wachmannschaften zusammengetragen sind. Inzwischen wird deshalb gegen sie ermittelt. (…) Dass im Saal auch zwei Staatsschützer das Geschehen verfolgen, scheint weder Püschel noch Haverbeck sonderlich zu beeindrucken. Allerdings hat ihre Form der Beschäftigung mit dem Holocaust deshalb für sie ein Nachspiel: Sowohl gegen Püschel als auch gegen Haverbeck wurde Anzeige erstattet. Das Ermittlungsverfahren gegen Haverbeck wegen Volksverhetzung ist jedoch laut Staatsanwaltschaft Halle mittlerweile eingestellt, in Hinblick auf ein gleichartiges Verfahren mit schwerwiegenderen Vorwürfen gegen die 86-Jährige bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld. Es könne aber jederzeit wieder aufgenommen werden.

via ndr: Hitler, der Wohltäter: Besuch bei Auschwitz-Leugnern

https://www.facebook.com/panorama.de/videos/625306737607000/

Hungarian Holocaust survivors thank American rescuers

Hungarian Holocaust survivors rescued 70 years ago from a train taking them from one concentration camp to another on Sunday paid tribute to the American soldiers who helped liberate them. Julia Kadar, who organized a commemorative meeting in Budapest, was among those who spoke via Skype with Lt. Frank Towers, who was in Nashville, Tennessee. He had been the liaison officer of the 30th Infantry Division which liberated the train near the German village of Farsleben on April 13, 1945.
“We thank the heroic American soldiers for being able to live meaningful, useful lives — we are grateful for being able to grow old,” said Kadar, who was 6 at the time. About 2,500 Jewish prisoners, including 560 children, were being taken from the Bergen-Belsen camp in Germany to the Theresienstadt camp in Czechoslovakia when they were rescued. Colleen Bell, the U.S. Ambassador to Hungary, highlighted the “indelible imprints” made over the years by those who Towers helped to freedom.
“This is my reward,” Towers said. “They were nobody. They had nothing and they have risen up from the ashes and have become doctors and lawyers, engineers, all high-level professional people.” Laszlo Ungvari, 7 when he was freed and who helped Towers compile a list of the Hungarian survivors, bought a cup from an American military mess kit to Sunday’s remembrance, a memento found then by his grandfather in Hillersleben, the German town where those rescued from the train were initially taken.

via ap: Hungarian Holocaust survivors thank American rescuers

Prozess gegen Auschwitz-Schergen – Nebenkläger wollen späte Gerechtigkeit

In Lüneburg beginnt am Dienstag die Verhandlung gegen SS-Unterscharführer Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen. Dass die Zeit alle Wunden heilt, daran will Thomas Walther nicht glauben. Der Anwalt vertritt 31 von insgesamt 67 Nebenklägern in dem Prozess, der am Dienstag gegen den ehemaligen SS-Unterscharführer Oskar Gröning beginnt. Nach 70 Jahren werden sich dann vor dem Landgericht Lüneburg Täter und Opfer wieder begegnen. Für seine Mandanten, Holocaustüberlebende und Nachfahren der in Auschwitz Ermordeten, stehen mit der Verhandlung schwere Momente bevor, sagt Walther: „Nicht nur, weil Erinnerungen an verlorene Angehörige hochkommen werden.“ Der heute 93-jährige Gröning, im Vernichtungslager Auschwitz für das Gepäck der Verschleppten zuständig, muss sich wegen Beihilfe zum Mord an mindestens 300.000 Menschen verantworten. In der Anklage wirft die hannoversche Staatsanwaltschaft Gröning vor, vom 28. September 1942 bis zum 16. Oktober 1944 im KZ als Buchhalter Geld aus dem Gepäck der Deportierten an der Bahnrampe genommen und an die SS in Berlin weitergeleitet zu haben. (…) In der Anklageschrift begrenzt sich die Staatsanwaltschaft allerdings auf den Sommer 1944. Allein zwischen dem 16. Juni und dem 17. Juli 1944 trafen mindestens 137 Züge mit rund 425.000 Menschen aus Ungarn in Auschwitz-Birkenau ein. Gröning soll laut Staatsanwaltschaft ebenfalls gewusst haben: Wer nicht für die Zwangsarbeit ausgewählt wird, den erwartet in der Gaskammer der Tod. Der Staatsanwaltschaft zufolge sind allein bei der „Ungarn-Aktion“ mindestens 300.000 Menschen durch Gas ermordet. Gröning habe „dem NS-Regime wirtschaftliche Vorteile verschafft und das systematische Tötungsgeschehen unterstützt“. Der Angeklagte hat in der Vergangenheit wiederholt angegeben, an jener Rampe lediglich „Koffer bewacht“ zu haben. Im Verfahren will er sich nun erneut äußern, sagt sein Rechtsbeistand Hans Holtermann. Schon 1977 hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen Gröning ermittelt. 1985 stellte der Staatsanwalt aber das Verfahren „mangels Beweisen“ ein. Eine genauere Begründung wurde laut Anwalt Walther zwar in Aussicht gestellt, bis heute läge sie jedoch nicht vor. Dass die weisungsgebundene Staatsanwaltschaft den Vorgang dann aber auf sich beruhen ließ, wertet der Nebenklägervertreter als mangelndes Interesse an der Strafverfolgung seitens der zuständigen Behörden und Ministerien. Dabei handele es sich um ein Verhalten, das die Betroffenen weit mehr als bloß verletzt.

via taz: Prozess gegen Auschwitz-Schergen – Nebenkläger wollen späte Gerechtigkeit

siehe auch: Oskar Gröning. Known for SS guard at Auschwitz concentration camp, denunciation of Holocaust denial. Oskar Gröning (born c. 1921) is a German former SS-Rottenführer who was stationed at Auschwitz concentration camp. His responsibilities allegedly included counting and sorting the money stolen from exterminated prisoners, and guarding other prisoner belongings in the camp before they were plundered. While at the camp, he witnessed the entire killing process. After being transferred from Auschwitz to an active unit in 1944, Gröning was captured by the British on 10 June 1945 when his unit surrendered. After being temporarily held in a former concentration camp he was transferred to England in 1946, working as a forced labourer. He returned to Germany to lead a relatively normal life, preferring not to discuss his association with Auschwitz. However, he decided to make it public after learning about Holocaust denial, and has since openly criticised those who deny the events that he witnessed, and the ideology to which he once subscribed. On 16th December 2014, Hanover state prosecutors ruled that Gröning, aged 93, was fit to stand trial. His trial is to open in April 2015, two months after the 70th anniversary of the liberation of the death camp

Ermittlungen gegen mutmaßliche KZ-Wächterin

Eine 93-Jährige aus Hamburg soll 1945 einen Todesmarsch von Gefangenen des NS-Regimes als Aufseherin begleitet haben – das NDR Fernsehmagazin Panorama 3 hatte darüber berichtet. Nun hat die Staatsanwaltschaft Hamburg ein Ermittlungsverfahren gegen die Frau eingeleitet. Der Vorwurf lautet der Behörde zufolge entweder auf Mord oder auf Beihilfe zum Mord. Die 93-jährige Hilde M. soll auch im KZ Bergen-Belsen als Wächterin tätig gewesen sein.

via ndr: Ermittlungen gegen mutmaßliche KZ-Wächterin

Kühne + Nagel und die Aktion M

Das Speditionsunternehmen hat im Dritten Reich Habseligkeiten von Juden, die deportiert wurden 
oder geflohen sind, aus Frankreich und den Beneluxländern nach Deutschland transportiert. 1890 wurde die Spedition von August Kühne und Friedrich Nagel in Bremen gegründet. Daraus ist der Konzern Kühne + Nagel entstanden. Heute hat er seinen Hauptsitz in Schindellegi (SZ). Das Jubiläum des 125 Jahre alten Konzerns wirft jetzt auch ein Licht auf einen weniger rühmlichen Teil seiner Geschichte, wie ein jüngst ausgestrahlter Film des Bayerischen Rundfunks zeigt. Dem Beitrag des Politikmagazins «Kontrovers» zufolge profitierte Kühne + Nagel unter der Führung von Alfred Kühne, dem Vater des heutigen Haupteigentümers, Klaus-Michael Kühne, und seines Bruders Werner indirekt von Enteignungen der Nazis: Habseligkeiten von deportierten Juden aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg wurden von der Spedition nach Deutschland transportiert. Kühne + Nagel war damit an der sogenannten M-Aktion beteiligt, wie Dokumente zeigen. M steht für Möbel. Transport geplünderter Möbel 1942 begannen die Nazis unter diesem Decknamen die Plünderung jüdischer Wohnungen in Frankreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden. Etwa 70 000 Wohnungen deportierter und geflohener Juden waren betroffen. Mit den beschlagnahmten Möbeln sollten deutsche Behörden im Osten ausgestattet werden. Tatsächlich waren es besonders ausgebombte Familien in Deutschland, die von den Lieferungen profitierten.

via berliner zeitung: Kühne + Nagel und die Aktion M

Früherer SS-Mann sollte schon viel früher vor Gericht

Vor dem Landgericht Lüneburg findet vermutlich einer der letzten großen NS-Prozesse statt. Bericht: Staatsanwaltschaft Frankfurt lehnte Ermittlungen ab. Früherer SS-Mann Oskar Gröning will zu seiner Arbeit in Auschwitz aussagen. Anders als Ankläger in Hannover hat es die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main offenbar abgelehnt, die Ermittlungen gegen den früheren SS-Unterscharführer Oskar Gröning wieder aufzunehmen. Das berichtet der “Spiegel”. Der heute 93-jährige Gröning muss sich von Dienstag (21. April) an vor dem Landgericht Lüneburg in einem der vermutlich letzten großen NS-Kriegsverbrecher-Prozesse für seine Taten im Dienste der Nationalsozialisten verantworten. Die Staatsanwaltschaft Hannover wirft ihm vor, im Frühjahr 1944 in Auschwitz Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen geleistet zu haben. Nach verschiedenen Berichten will Gröning aussagen. Wie der “Spiegel” berichtet, wollten die Frankfurter Staatsanwälte im Januar 2013 nicht gegen den SS-Mann vorgehen, der heute in der Lüneburger Heide lebt. Er war im Vernichtungslager Auschwitz als Buchhalter eingesetzt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte bereits 1985 ein Ermittlungsverfahren gegen Gröning eingestellt. Zur Begründung hieß es damals, die “Kausalität seiner Tätigkeit” sei “für den Erfolg der Vernichtungsaktion” nicht gegeben gewesen. Gröning habe lediglich in der Lagerverwaltung gearbeitet, der Massenmord im Konzentrationslager könne ihm nicht zur Last gelegt werden. Die Staatsanwaltschaft Hannover hingegen argumentiert, Gröning habe in Auschwitz den reibungslosen Ablauf der Tötungsmaschinerie gewährleistet. Sie reichte deswegen im August 2014 Anklage ein und legte eine 85-seitige Klageschrift vor. Nach Angaben seines Anwaltes will sich Gröning vor Gericht zu den Vorwürfen äußern.

via abendblatt: Früherer SS-Mann sollte schon viel früher vor Gericht

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Auschwitz last stop“ von SenioritayeaEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 pl über Wikimedia Commons.

Haverbeck mobilisiert zu NS-Verbrecherprozess

Die verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck aus Vlotho trommelt unter Gesinnungsgenossen, den am Dienstag beginnenden Prozess gegen den früheren SS-Unterscharführer Oskar Gröning in Lüneburg zu besuchen. Der 93-jährige Oskar Gröning ist angeklagt, als damaliger SS-Unterscharführer im Vernichtungslager Auschwitz in mindestens 300 000 Fällen Beihilfe zum Mord geleistet zu haben. Die 4. Große Strafkammer des Landgerichts Lüneburg hat für den am 21. April beginnenden NS-Verbrecherprozess, für den sich Journalisten aus der ganzen Welt angekündigt haben, vorerst 27 Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird es daher nicht vor Ende Juli geben. Mehr als 50 Überlebende und Angehörige von in Auschwitz Ermordeten sind als Nebenkläger Prozessbeteiligte. Die Verhandlungen finden in der Ritterakademie statt, da das eigentliche Gerichtsgebäude nicht über die in diesem Sonderfall nötigen räumlichen Gegebenheiten verfügt.

via bnr: Haverbeck mobilisiert zu NS-Verbrecherprozess

“Nachtwölfe”-Konvoi darf nicht durch Berlin fahren

Um den Tag des Sieges über Nazi-Deutschland zu feiern, will die russische Motorradgang “Nachtwölfe” am 9. Mai im Konvoi durch Berlin fahren. Doch dafür bekommt sie keine Genehmigung. Die russische Motorradgang Nachtwölfe wird keine Genehmigung bekommen, um am 9. Mai im Konvoi durch Berlin zum Treptower Park zu fahren. Das erfuhr die “Welt” aus ranghohen Sicherheitskreisen. Im Treptower Park befindet sich ein Sowjetisches Ehrenmal für im Zweiten Weltkrieg gefallene Soldaten der Roten Armee. Der Polizei zufolge liegt bislang kein Antrag der Vereinigung auf eine Sternfahrt durch die Hauptstadt vor. Selbst wenn dieser in den nächsten Tagen eingebracht werden sollte, würden die Organisatoren den negativen Bescheid binnen kürzester Zeit erhalten, heißt es. Die Nachtwölfe um ihren Anführer Alexander Saldostanow haben angekündigt, über Polen nach Deutschland touren zu wollen, um den Tag des Sieges über Nazi-Deutschland in Berlin zu feiern. (…) Eine spontan von den Nachtwölfen veranstaltete Tour durch Berlin würde der Polizei zufolge ein großes Aufgebot an Beamten auf den Plan rufen, welches sich den Bikern in den Weg stellen würde. “Diese Leute werden definitiv nicht als Konvoi durch Berlin fahren und Effekte haschen”, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person.

via welt: “Nachtwölfe”-Konvoi darf nicht durch Berlin fahren

»Ich bereue nicht einen Schuss«

Chaim Miller über sein Leben als Nazi-Jäger, Rache an SS-Männern und Schuldgefühle. Herr Miller, können Sie sich noch an den ersten NS-Verbrecher erinnern, den Sie aufgespürt und getötet haben? Hören Sie, ich bin zwar 93 Jahre alt, aber so etwas vergisst man nicht. Meinen ersten SS-Mann habe ich direkt nach Kriegsende 1945 in Italien ermordet. Es war ein Nazi aus meiner Heimatstadt Wien, der während der Schoa besonders schlimm gewütet hatte. Damals war ich Soldat bei der Jüdischen Brigade in der britischen Armee. Als ich ihn entführt und im Wald mit seinen Taten konfrontiert hatte, gab er sofort alles zu. Es schien für ihn eine Erleichterung gewesen zu sein, endlich mit jemandem darüber zu sprechen, was er getan hatte. Wie ging es dann weiter? Ich verkündete ihm sein Urteil. Er schaufelte eine Grube aus und kniete sich brav hin – pflichtbewusst bis in den Tod. Noch bevor er den Knall hören konnte, war er tot. Hatte die britische Armee Kenntnis von den Standgerichten, die Sie abhielten? Nein, das war die Idee von meinen Kameraden und mir. Das waren alles Juden, die Nazis hatten viele unserer Familienmitglieder ermordet. Meine Mutter zum Beispiel wurde nach Riga deportiert und in einem Wald erschossen. Es heißt immer, Rache sei genauso schlimm wie das erlittene Unrecht. Das ist Quatsch. Mir hat sie geholfen. Hatten Sie trotzdem manchmal Schuldgefühle? Nie! Ich bereue nicht einen Schuss. Ich bin nicht stolz darauf, was ich getan habe, aber ich hätte noch mehr hochrangige Nazis umbringen sollen. Diese Männer haben unfassbare Schuld auf sich geladen. Und unsere Informationen über die Nazis waren durch Berichte von jugoslawischen Partisanen und KZ-Überlebenden zweifelsfrei richtig. Bis auf einen SS-Mann haben alle ihre Taten gestanden. Den haben wir dann auch gleich laufen lassen. Ich habe getan, was ich hatte tun müssen. Das bin ich meinen jüdischen Brüdern und Schwestern schuldig gewesen, die von den Nazis ausgelöscht wurden.

via jüdische allgemeine: »Ich bereue nicht einen Schuss«

Germany’s Nazi hunters are heading to Ecuador

Former Gestapo chief Heinrich Muller may have fled to Ecuador, according to author Francisco Nuñez del Arco, who wrote “Ecuador and Nazi Germany.” Two investigators from the German government’s official Nazi-hunting agency are heading to Ecuador. The pair are due to investigate allegations made by local author Francisco Nuñez del Arco that the South American nation may have been the hiding place of up to 10 important war criminals and several hundred more of lower rank. In an email, the Ecuadorean embassy in Berlin confirmed to GlobalPost that prosecutor Kurt Schrimm and police detective Uwe Steinz would soon visit Quito, with the Ecuadorean government’s blessing, although no date has yet been set. From Germany’s Central Office for the Investigation of National Socialist Crimes, the pair will be focusing on government archives and public registries in an attempt to track down surviving suspects, if there are any, but also to get at the historical truth of how Nazi war criminals found refuge in the South American nation. The news is significant because, although it’s long been known that many Nazis fled to South America following the defeat of the Third Reich, attention has focused on other countries, especially Argentina, Brazil, Chile and Paraguay. Until now, Ecuador has largely flown under the radar. Yet Nuñez del Arco has been on a one-man mission to correct that. He spent five years researching his book “Ecuador and Nazi Germany.” Its claims include: Walter Rauff, inventor of the mobile gas chamber, hid in Quito from 1948 to 1958. Documents suggest Gestapo chief Heinrich Muller may also have fled to Ecuador. Hitler secretly awarded Ecuador’s foreign minister Julio Tobar Donoso the Order of the German Eagle. Germany gave Ecuador a $34 million loan of money seized from Jews. “Germany was a country that was always culturally very respected and influential in Ecuador,” Nuñez del Arco said. “It held great prestige here, while there was a strong resentment of the US and the UK, perhaps because of a kind of Hispanic-Catholic nationalism.”

via globalpost: Germany’s Nazi hunters are heading to Ecuador

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