Category Archives: holocaust

Nürnberg: Pegida sorgte für Empörung

Bereits zum vierten Mal haben am Donnerstagabend in Nürnberg Anhänger der islamkritischen Pegida demonstriert. Empfangen wurden die circa 50 Teilnehmer am Prinzregentenufer mit lautstarkem Protest von rund 500 Gegendemonstranten. Die Gegenkundgebungen hatten diesmal der DGB und DIDF, die Föderation demokratischer Arbeitervereine, organisiert. Erneut sperrte die Polizei die Straßen weiträumig ab und trennte mit einem größeren Aufgebot an Beamten die gegnerischen Parteien voneinander. Schon im Vorfeld hatte der neue Ort der Pegida-Kundgebung für Empörung gesorgt. Die Route führte nämlich über die Theodorstraße zum Keßlerplatz und zurück. Das Bündnis Nazistopp hält die Strecke für „skandalös“, weil die Demonstranten damit auch die Stolpersteine an der Theodorstraße passierten, die an Juden erinnern, die von den Nazis ermordet wurden. Außerdem stand dort ein Haus, in dem Juden bis zu ihrer Deportation leben mussten.

via nordbayern: Nürnberg: Pegida sorgte für Empörung

Ex-NPD-Chef Voigt droht Verlust der Immunität

Ex-NPD-Chef Voigt droht Verlust der Immunität. Voigt soll beim NPD-Neujahrsempfang den Holocaust geleugnet haben. Gegen den rechtsextremen deutschen Europaabgeordneten Udo Voigt liegen zwei Anträge auf Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität vor. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Büro von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz erfuhr, wirft die Staatsanwaltschaft Saarbrücken dem früheren NPD-Vorsitzenden Voigt vor, bei einem Neujahrsempfang der Partei im Januar dieses Jahres den Holocaust geleugnet zu haben. Hintergrund eines zweiten Antrags ist nach Angaben aus Brüssel ein von Voigt angestrengtes Revisionsverfahrens gegen ein Urteil des Landgerichts Berlin. Dieses hatte ihn im vergangenen Jahr wegen gemeinschaftlicher Beleidigung in Tateinheit mit Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Die Anklage bezog sich auf einen Terminplan der NPD zur Fußball-WM 2006. Er zeigte auf dem Titel einen Fußballer mit der Rückennummer des dunkelhäutigen Fußballspielers Patrick Owomoyela. Im Text dazu hieß es “Weiß – Nicht nur eine Trikot-Farbe! Für eine echte NATIONAL-Mannschaft!”.

via t-online: Ex-NPD-Chef Voigt droht Verlust der Immunität

siehe auch: Rechtem droht Strafrecht. Der einzige NPD-Europaabgeordnete Udo Voigt könnte seine parlamentarische Immunität verlieren. Es liegen zwei Anträge vor, den Schutz vor Strafverfolgung aufzuheben. Gegen den rechtsextremen deutschen Europaabgeordneten Udo Voigt liegen zwei Anträge auf Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität vor.
Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Büro von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz erfuhr, wirft die Staatsanwaltschaft Saarbrücken dem früheren NPD-Vorsitzenden Voigt vor, bei einem Neujahrsempfang der Partei im Januar dieses Jahres den Holocaust geleugnet zu haben. (…) Im nächsten Schritt wird sich nach Angaben des Sprechers von Parlamentspräsident Schulz (SPD) der zuständige Rechtsausschuss mit den zwei Anträgen auf Aufhebung der Immunität befassen. Die Ausschussmitglieder werden dann einen Berichterstatter benennen, Voigt anhören und eine Empfehlung für das Plenum aussprechen. Sollte das Parlament den Anträgen der deutschen Justizbehörden stattgeben, würde Voigt seinen Schutz vor Strafverfolgung verlieren. Den Abgeordnetensitz könnte er allerdings behalten; Ex-NPD-Chef Voigt droht Verlust der Immunität. Gegen den früheren NPD-Chef Udo Voigt liegen zwei Anträge zur Aufhebung der Immunität vor. Voigt ist der einzige Abgeordnete der rechtsextremen Partei im Europaparlament. Der 62-Jährige soll bei einer NPD-Veranstaltung den Holocaust geleugnet haben. Außerdem läuft ein Verfahren gegen ihn wegen einer rassistischen NPD-Kampagne, in der ein dunkelhäutiger Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beleidigt wird. Der Rechtsausschuss wird eine Empfehlung zu Voigt abgeben. Die Entscheidung, die Immunität des Abgeordneten aufzuheben, liegt dann beim Parlament.

Anklage gegen Neonazi Befangenheitsantrag Ittners abgelehnt

Der Prozess gegen den Neonazi Gerhard Ittner in Nürnberg kann weitergehen. Das Landgericht Nürnberg-Fürth lehnte einen Befangenheitsantrag des Zirndorfers gegen die Richter ab. Er befand das Gericht zuvor als nicht zuständig.Ittner erklärte zum Prozessauftakt, er sei Bürger des “Deutschen Reiches” und könne deswegen nicht von einem “Gericht der BRD” angeklagt werden. Der Prozess wurde deswegen unterbrochen. Gründe für eine Befangenheit der Richter lägen aber nicht vor, entschied das Gericht am Mittwoch (25.03.15). Schreiben aus der Abschiebehaft Die Anklage gegen den überregional in Erscheinung getretenen Neonazi lautet auf Volksverhetzung. Während seiner sieben Jahre dauernden Flucht vor der Polizei in Portugal soll Ittner teils unter dem Pseudonym “Richard Wilhelm von Neutitschein” Schreiben mit rechtsradikalem Inhalt verfasst und den Holocaust geleugnet haben. Zudem soll er sogar noch aus der Abschiebehaft in Portugal die Möglichkeit gefunden haben, seine Hassschreiben über Helfer an verschiedene Adressaten zu schicken.

via br: Anklage gegen Neonazi Befangenheitsantrag Ittners abgelehnt

siehe auch: “Wirre Thesen”: Neonazi Ittner nervt den Staatsanwalt. Angeklagter hält Richterin für befangen und beschwert sich über Haftbedingungen. Der Prozess gegen den Zirndorfer Neonazi Gerhard Ittner hat nur schleppend begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Volksverhetzung und Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole in fast 20 Fällen vor – doch bis zur Verlesung der Anklage kam es erst gar nicht. Bereits vor Beginn der Verhandlung ging der Zirndorfer Neonazi in die Offensive. Während die Fotografen noch im Saal waren, behauptete er, ein “Opfer der Meinungsverfolgung” zu sein, das ein “Terror-Urteil” zu erwarten habe. An ein faires Verfahren glaubt Ittner deshalb nicht. Er stellte einen Befangenheitsantrag gegen die vorsitzende Richterin, den er mit kurios anmutenden Begründungen unterfütterte. Sein Verhältnis zu seinen drei Pflichtverteidigern sei zerrüttet, erklärte er. Einer der Anwälte war gar nicht zur Verhandlung erschienen. Stattdessen formulierte Ittner die Begründung für seinen Antrag mündlich – und zwar lautstark, ausufernd, dabei wiederholte er sich oft; Zirndorfer Neonazi inszeniert sich vor Gericht als Opfer. In Nürnberg hat am Dienstag der Prozess wegen Volksverhetzung gegen den Zirndorfer Neonazi Gerhard Ittner begonnen. Noch ehe die Sitzung eröffnet wird, stellt der 56-jährige Angeklagte einen Befangenheitsantrag gegen die vorsitzende Richterin. (…) Zu diesem Zeitpunkt ist die Anklageschrift noch gar nicht verlesen. In der Regel bereitet der Verteidiger einen solchen Antrag vor Beginn der Hauptverhandlung vor. Doch Ittners Verhältnis zu seinen drei Pflichtverteidigern ist zerrüttet, erklärt er. Einer der Anwälte ist der Verhandlung fern geblieben. Stattdessen trägt Ittner die Begründung für den Antrag mündlich vor: lautstark, ausufernd und mit vielen Wiederholungen. Zunächst sei seine Staatsbürgerschaft in den Verfahrensunterlagen mit “deutsch” falsch benannt worden: “Ich bin Bürger des Deutschen Reiches.” Und als solcher, so Ittner, habe er mit der Bundesrepublik überhaupt nichts zu tun. Diese habe ihn aufgrund von “Meinungsäußerungen”, die er im Ausland getätigt haben soll, “gekidnappt”. Im Jahr 2005 war Ittner wegen Volksverhetzung zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Allerdings hatte er sich kurz vor der Urteilsverkündung nach Portugal abgesetzt. Anschließend wurde er mit internationalem Haftbefehl gesucht und 2012 nach Deutschland ausgeliefert. (…) Die Texte, die unter dem Pseudonym “Richard Wilhelm von Neutitschein” geschrieben wurden, spielen unter anderem den Holocaust stark herunter.Bekennende Neonazis werden darin von Ittner zudem als “Dissidenten” bezeichnet. Ihre Äußerungen zum Holocaust seien “Meinungsäußerungen”, die das “BRD-Regime” unterdrücke. Außerdem stützt der 56-Jährige seinen Antrag darauf, dass er sich in der U-Haft nicht adäquat auf den Prozess habe vorbereiten können: “Ich hatte nur einen kleinen Tisch, keinen Computer und kein Internet.”; Ab heute: Neonazi Gerhard Ittner erneut vor Gericht. Bereits vor Wochen hat die Staatsanwaltschaft gegen den Neonazi Gerhard Ittner ein weiteres Mal Anklage erhoben. Sie wirft ihm Volksverhetzung und Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole in fast 20 Fällen vor. Am heutigen Dienstag beginnt der Prozess. Die Anklage listet neun Vorwürfe der Volksverhetzung auf, von denen sechs gleichzeitig als Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole gewertet werden. Dazu kommen neun zusätzliche Vorwürfe der Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole sowie der Vorwurf des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Richard Christ – „Wir sind die Moorsoldaten…“

Richard Christ hat bis zu seiner Verfolgung und seinem Tod in Koblenz gelebt. Geboren wird er am 24. März 1898 als Sohn des Schneiders Peter Josef Christ und dessen Ehefrau Maria Magdalena, geb. Bemb. Nach seiner Schulausbildung wird er Buchhändler. Er heiratet seine zwei Jahre ältere, ebenfalls in Koblenz geborene Frau Else, geb. Beyerlein. Die Eheleute sind politisch stark engagiert und dann Mitglied der Kommunistischen Partei (KPD). Richard Christ soll auch – was ihm aber nicht nachgewiesen werden kann – noch nach dessen Verbot Mitglied des Rotfrontkämpferbundes (RFB) gewesen sein. (…) 28. Februar 1933 Nach dem Reichstagsbrand am Abend des 27. Februar folgen in Preußen noch in der Nacht die sofortige Verhaftung vieler KPD-Abgeordneter und wichtiger Funktionäre, die Schließung der Parteibüros und das endgültige Verbot der KPD-Presse. Richard Christ ist einer von ca. 80 „Funktionären“ der KPD, die die Koblenzer Polizei festnimmt. Er kommt in „Schutzhaft“ in das Stadtgefängnis in der Karmeliterstraße. (…) Ende Juni 1933 Nach dem Verbot auch der SPD verschärft sich die Situation für die „Schutzhäftlinge“. Sie kommen zu Vernehmungen und Misshandlungen in die SS-Kaserne. Ein Mitgefangener berichtet später über die Begrüßung („Da ist ja der intellektuelle Vogel!“) und die Misshandlungen von Richard Christ durch einen SS-Mann: „Er schlug auf ihn stundenlang ein. Ich selbst war Augenzeuge dabei und kann beeiden, dass er Christ mit dem Gummiknüppel nicht nur auf die Brillengläser in der Absicht schlug, um ihm das Augenlicht auszulöschen, sondern auch fortgesetzt Nierenschläge versetzte (ebenfalls mit dem Gummiknüppel), wie es nur fachkundige Sadisten in den Konzentrationslagern und in den SS-Höhlen taten, die es auf das Leben der Gefangenen absahen.“ Mitte August 1933 Richard Christ wird mit ca. 40 anderen Koblenzer „Schutzhäftlingen“ in das Konzentrationslager Esterwegen, einem „Emslandlager“, verschleppt. Dort treffen sie wieder auf den Koblenzer SS-Mann, der sie mit den Worten begrüßt: „Das Herz im Leibe lacht mir, wenn ich euch sehe, ihr werdet die Heimat nie wieder sehen!“

via mahnmal koblenz: Richard Christ – „Wir sind die Moorsoldaten…“

Partisan grave swastika ‘offends Rome’

The daubing of a Nazi swastika cross symbol on the headstone of a boy partisan killed in combat at age 12, Ugo Forno, is an “outrage to our city,” the Democratic Party said Monday. PD chief whip Fabrizio Panecaldo said it is even more offensive that the swastika was daubed on the memorial to the heroic lad close to then 71st anniversary of the Ardeatine Caves massacre, the worst Nazi reprisal killings carried out in the capital during the Second World War.

via ansa.it: Partisan grave swastika ‘offends Rome’

Hidden in the depths of the Argentine jungle, secret Nazi bolthole for fleeing war criminals

Site found in Teyu Cuare provincial park, in Misiones, northern Argentina. Group of stone structures still hold piles of German coins from late 1930s. ‘Made in Germany’ crockery, and Nazi insignia is scrawled across the walls. A secret Nazi bolthole for fleeing war criminals has been found in a remote jungle area of Argentina. The group of stone structures still hold piles of German coins from the late 1930s, porcelain bearing the ‘Made in Germany’ stamp, and Nazi insignia is scrawled across the walls. Daniel Schavelzon, from the University of Buenos Aires, led a team which spent months exploring the site in the Teyu Cuare provincial park, in the Misiones region of northern Argentina. South America has had a long and unusual relationship with the Nazis who escaped there in droves after the Second World War. Nazis fled to Argentina, Paraguay, Brazil, Uruguay, Chile and Bolivia. Argentina was earmarked as a prime haven for the Third Reich’s elite – such as Auschwitz medic Dr Josef Mengele and Holocaust organiser Adolf Eichmann – to get to when Nazism collapsed in 1945 (…) ‘Apparently, halfway through the Second World War, the Nazis had a secret project of building shelters for top leaders in the event of defeat  inaccessible sites, in the middle of deserts, in the mountains, on a cliff or in the middle of the jungle like this,’ said archaeologist Mr Schavelzon. The researchers believe, however, that, the Nazis never ended up using the hideout.  By the time they landed, with Europe in ruins, they had smuggled out enough gold and money to live comfortable lives under the radar in cities or on ranches out on the sprawling pampas.

via dailymail: Hidden in the depths of the Argentine jungle, secret Nazi bolthole for fleeing war criminals

siehe auch: Nazi-Versteck bei Ausgrabungen in Argentinien entdeckt. Argentinische Archäologen haben im Urwald einen Baukomplex gefunden, der möglicherweise geflüchteten Nazis nach dem Zweiten Weltkrieg als Versteck dienen sollte. In den drei Gebäuden in der nordostargentinischen Provinz Misiones seien deutsche Münzen aus den Jahren 1938 bis 1941 und Meißner Porzellan gefunden worden, sagte Daniel Schávelzon, Leiter des Archäologen-Teams der Universität Buenos Aires, der Zeitung “Clarín”. Die Forscher vermuten, dass der Bau dazu gedacht war, Nazis als Zuflucht zu dienen. (…) Der Fund im heutigen Naturpark Teyú Cuaré, 1.000 Kilometer nördlich von Buenos Aires, wurde den Angaben zufolge nie benutzt – möglicherweise, weil es in den Nachkriegsjahren für flüchtige Kriegsverbrecher relativ einfach gewesen sei, in Argentinien im normalen Stadtleben unterzutauchen, sagte Schávelzon; Ruins found in remote Argentinian jungle ‘may be secret Nazi hideout’. German coins and fragment of plate found in ruined buildings believed to be shelter for leaders in event of defeat, say University of Buenos Aires researchers. Archaeologists believe ruins found in a remote jungle region may be the remains of a hideout built by Nazis to flee to in the event of defeat in the second world war. Researchers are studying the remains of three buildings located in the Teyu Cuare park in northern Argentina near Paraguay, the Clarin newspaper reported. University of Buenos Aires researchers found five German coins minted between 1938 and 1941 and a fragment of porcelain plate bearing the inscription Made in Germany. “Apparently, halfway through the second world war, the Nazis had a secret project to build shelters for top leaders in the event of defeat – inaccessible sites in the middle of deserts, in the mountains, on a cliff or in the middle of the jungle like this,” the archaeologists’ team leader, Daniel Schavelzon, said.
In the end, though, the hideout was never needed. Thousands of Nazis, and Croatian and Italian fascists, arrived in Argentina with the blessing of president Juan Perón, who led the nation from 1946 to 1955 and again briefly in the 1970s, according to the Nazi-hunting Simon Wiesenthal Center in California.

Fischer, Lacina, Bronner und die “Affäre Borodajkewycz”

Vor 50 Jahren wollten Heinz Fischer, Ferdinand Lacina und Oscar Bronner nicht länger zusehen, wie Nachkriegs-Österreich seine Nazi-Vergangenheit verdrängt. Am Ende lag der schmächtige Mann mit den grauen Haaren in seinem Blut. Seinen Unterkiefer hatte ihm ein Neonazi mit einem Faustschlag zertrümmert. Als er mit dem Kopf auf das Straßenpflaster vor dem Hotel Sacher schlug, wurde Ernst Kirchweger so schwer verletzt, dass er drei Tage später starb. Er wurde 68 Jahre alt. Kirchweger wollte an diesem 31. März 1965 mit den Anhängern des umstrittenen Hochschulprofessors Taras Borodajkewycz diskutieren, die den Demonstrationszug durch die Wiener Innenstadt, in dem er mitging, mit antisemitischen Rufen verhöhnte. Als der Pensionist aus Favoriten auf einen von ihnen zuging, kostete ihn das sein Leben. Der 24-jährige Rechtsradikale Günther Kümel, der den Schlag geführt hatte, war Amateurboxer. (…) Der damals 19-jährige Welthandelsstudent Ferdinand Lacina hatte Wirtschaftsgeschichte bei Professor Taras Borodajkewycz inskribiert. Im Hörsaal der im 19. Wiener Bezirk angesiedelten Hochschule für Welthandel, der Vorgängerin der Wirtschaftsuniversität, traute Lacina, Funktionär bei den Sozialistischen Studenten, seinen Ohren nicht: Da zog der Professor über „die jüdische Suffragette und Massenaufpeitscherin Rosa Luxemburg“ her, nannte linke Politiker „Kaffeehausjuden“, ätzte über die jüdische Herkunft des österreichischen Verfassungsschöpfers Hans Kelsen („Er hieß ja eigentlich Kohn“) und bezeichnete den Tag der Hitler-Rede am Heldenplatz als einen der wichtigsten seines Lebens. Bei jeder dieser Äußerungen setzte im Hörsaal schallendes Gelächter oder Beifall ein. Kein Wunder: An der Hochschule für Welthandel lag der Anteil des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS) bei ÖH-Wahlen bei 28 Prozent. Der RFS, getragen von schlagenden Burschenschaftern, hatte sich seit jeher ungeniert rechtsradikal geriert. Sein erster Bundesvorsitzender war der bekannte Neonazi Norbert Burger. Lacina legte eine Mitschrift der Vorlesung an und brachte sie seinem Freund Heinz Fischer, damals 23, den er von den Sozialistischen Mittelschülern kannte. Das könne man doch nicht einfach hinnehmen, meinte Lacina. Das sah auch Fischer so. Er hatte gerade sein Jus-Studium abgeschlossen und als Sekretär im SPÖ-Parlamentsklub zu arbeiten begonnen. Nun verfasste er im SPÖ-Theorieorgan „Zukunft“ und in der „Arbeiter-Zeitung“ Artikel, in denen er das Treiben der RFS-Recken und die Vorgänge an der Hochschule für Welthandel anprangerte: „Dort wird die demokratische Gesinnung den Studenten unter anderen von Taras Borodajkewycz beigebracht, der unter Schuschnigg Katholikentage organisiert hat, aber 1938 sofort zum Naziregime überging – und der jetzt akademisches Vorbild sein soll.“ Borodajkewycz, Jahrgang 1902, war schon ab März 1934 illegaler Nazi gewesen, dennoch gab er sich als Super-Katholik und ließ sich vom Ständestaat mit einer Dozentenstelle belohnen. Die Nazis machten ihn dann zum Professor. Nach dem Krieg war er kurz als Lektor tätig, bald verschaffte ihm die ÖVP die Professur an der Hochschule. Nebenher geißelte er in rechtsradikalen Blättchen „das Geflunker von der österreichischen Nation“. Mit der Benennung von Straßen nach Widerstandskämpfern würden „Feigheit, Fahnenflucht und Verrat als die wahren Tugenden des österreichischen Mannes gepriesen“, schrieb er. Auch das störte niemanden. Siegessicher klagte Borodajkewycz Heinz Fischer. Die Anwälte beider Seiten waren prominent: Der Professor hatte Tassilo Broesigke engagiert, später FPÖ-Abgeordneter und Rechnungshofpräsident. Fischer wurde von Wilhelm Rosenzweig vertreten, Parteianwalt und Mitglied des Verfassungsgerichtshofs.

via stoppt die rechten: Fischer, Lacina, Bronner und die “Affäre Borodajkewycz”

siehe auch: Der Fall Borodajkewycz. Unter den zahlreichen Professoren, die ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit zum Trotz auch nach 1945 an Österreichs Universitäten lehrten, sorgte in den 60er Jahren einer für besondere Aufregung: Taras Borodajkewycz, Professor an der Hochschule für Welthandel (Wirtschaftsuniversität). Taras Borodajkewycz wurde am 1. Oktober 1902 in der Ukraine geboren. Er wuchs streng katholisch in Baden bei Wien auf. Nach seinem Abitur begab er sich an die Wiener Universität um Theologie zu studieren. Nach zwei Jahren allerdings brach Borodajkewycz das Studium ab und widmete sich der Philosophie. Doch auch dieses Studium beendete er nicht. Seinen Abschluss machte Borodajkewycz 1932 in Geschichte und wurde kurz darauf Assistent des deutschtümelnden Historikers Heinrich Ritter von Srbik, “Alter Herr” der Wiener Burschenschaft Gothia. (…) Zahlreiche Äußerungen Borodajkewycz’ brachten Politiker und Journalisten bereits in den Fünfzigern und Sechzigern in Aufruhr. In Artikeln konnte man durchaus seine neonazistische Haltung erkennen, wie zum Beispiel 1956 in der Zeitschrift Die Aktion: “Zu den unerfreulichsten Überresten des an Gesinnungs- und Würdelosigkeit reichen Jahres 1945 gehört das Geflunker von der ‘österreichischen’ Nation. Es entstammt derselben moralischen und geistigen Haltung, die die Besatzungsmächte als Befreier feierte und die dauernde Erinnerung an ihr für unser Land so segensreiches Erscheinen in der Umbenennung von Straßen und Plätzen festhalten wollte, der Haltung, die den bisherigen Ehrenkodex der Menschheit umstülpte und Feigheit, Fahnenflucht und Verrat als die wahren Tugenden des österreichischen Mannes pries. Diese Sumpfblüten einer Zeit, der der Boden unter den Füßen entzogen war, gehören glücklicherweise der Vergangenheit an.”3 Dokumentiert ist auch eine Vorlesung über die Entstehung der Weimarer Republik, die Borodajkewycz Anfang Februar 1961 hielt. Dabei schien es ihm notwendig vom “jüdischen” Hugo Preuß zu sprechen. Als “jüdische Massenaufpeitscherin” bezeichnete Borodajkewycz Rosa Luxemburg, die von Leuten umgebracht wurde, die er “herrliches deutsches Freikorps” nannte. Auch von der “jüdischen SPD” sprach Borodajkewycz gerne. “Eine ganze Vorlesung widmete Borodajkewycz auch der brennenden Frage, ob Adolf Hitler ‘Vierteljude’ gewesen sei oder nicht, wie überhaupt die ‘Persönlichkeit’ des ‘Führers’ eine noch immer nicht abgeschwächte Anziehungskraft auf ihn ausübt. Auch über die ‘Juden in der NSDAP’ hat er etwas zu sagen: ‘Heydrichs Großmutter war Jüdin – und das war in der SS bekannt -, obwohl er persönlich ein ausgezeichnet aussehender, blonder, intelligenter und sympathischer Mensch war.'”4

Treffen europäischer Rechtsextremisten: NPD-Politiker Voigt wirbt für Putins Politik

Beim “Russischen Konservativen Forum” in Sankt Petersburg haben Rechtsextremisten aus mehreren europäischen Ländern Unterstützung für Präsident Putin demonstriert. Mit dabei: der frühere Vorsitzende der NPD, Udo Voigt. Der NPD-Politiker Udo Voigt hat sich bei einer Veranstaltung in St. Petersburg für Präsident Wladimir Putin stark gemacht. Beim “Russischen Konservativen Forum” sprach sich der frühere Vorsitzende der NPD gegen die Sanktionen aus, mit denen Russland belegt wurde. Voigt nahm zusammen mit etwa 200 europäischen Rechtsextremisten an dem Treffen teil. Ziel der Veranstaltung war es, Unterstützung für Russland zu zeigen und Widerstand gegen die Russland-Politik der EU. (…) Voigt ist seit 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments. Außer ihm nahmen auch der für seine rechten Ansichten bekannte Brite Nick Griffin teil, ehemals Chef der rechtsextremen British National Party, und Roberto Fiore, Vorsitzender der italienischen Forza Nuova.

via spon: Treffen europäischer Rechtsextremisten: NPD-Politiker Voigt wirbt für Putins Politik

siehe auch: Russia Hosting Europe’s Neo-Nazis, Nationalists and Anti-Semites, Putin Supporters All. Even as Moscow denounces anything it views as a manifestation of fascism abroad and prepares to mark the anniversary of the victory over Nazi Germany, the Russian authorities are hosting tomorrow a meeting of Europe’s neo-Nazis, extreme nationalists, and anti-Semites who share one thing in common – their unqualified support for Vladimir Putin. The meeting called the first “Russian International Conservative Forum” and nominally hosted by the Russian National Cultural Center – People’s House is in fact the work of the Rodina Party and says it includes only European rightists who support Putin on Ukraine (see Rosbalt and Ekho Moskvy).(…) Just how noxious this meeting is and how it underscores just how few people in Europe Putin’s regime can get to openly support it as opposed to the far larger number who are not prepared to do anything to oppose the Kremlin is underscored by the list of those who are scheduled to speak or otherwise take part. They include: Jared Taylor, an American who calls for white supremacy. Nicholas Griffin, head of the British National Party and a prominent Holocaust denier. Roberto Fiore, head of the New Force party in Italy which pursues traditionalist and extreme right causes. Udo Voigt, Former head of the right-wing extremist National Democratic Party of Germany and now a deputy in the European Parliament noted for his anti-Semitic and xenophobic views and frequently found subject to legal sanctions for them. Georgios Epitidios, a representative of Greece’s Golden Dawn party which is viewed in Athens as neo-fascist and neo-Nazi and whose party’s emblem is a stylized swastika. Stefan Jakobsen, the head of the Party of Swedes and who is widely considered a neo-Nazi. Daniel Karlsen, the head of the Party of Danes and one of the founding members of the National Socialist Movement of Denmark. Gonsalo Martin Garcia, a leader of the ultra-right Spanish National Democratic Party. Horatio Maria Guerre, president of the European Communist Party Millenium which seeks the dissolution of NATO and the end of what he calls “the hegemony of liberalism and the unipolar world.” Aleksandr Hofman, the foreign minister of the self-proclaimed Donetsk Peoples Republic. And from Russia itself, among others: Aleksey Zhuravlyev, a United Russia Duma deputy who has attracted attention for his calls to strip the rights of those in non-traditional families to have children. Yegor Kholmogorov, a Russian nationalist who has said that “the war for Novorossiya is a national liberation war of the Russian people for its reunification and for the elimination of invented borders.” Stanislav Vorobyev, the coordinator of the Russian Imperial Movement who has called for “Russian men to join the joint struggle for Novorossiya under the imperial flag.” Ivan Ovsyannikov of the Russian Socialist Movement notes that “the forum calls itself conservative, but this is a lie. These are not people like the British conservatives; these are parties of the extreme right wing.” And Boris Vishnevsky, a Yabloko deputy in St. Petersburg’s legislative assembly, concurs; Böse Nazis, gute Nazis. Der Kreml versucht seit einiger Zeit, Freunde in Westeuropa zu finden und stützt sich dabei vor allem auf rechtsextreme Parteien. An diesem Sonntag trifft sich das „Konservative Forum“ in St. Petersburg. Was aber soll die Konferenz? (…) Rund 300 Teilnehmer werden zu dem Forum erwartet. Es ist ein Fest des paneurasischen Rechtsextremismus. Aus Deutschland ist die NPD angekündigt, vertreten durch den ehemaligen Vorsitzenden Udo Voigt. Aus Italien kommt Roberto Fiore, Gründer der „Forza Nuova“, die schon die Annexion der Krim unterstützte. Griechenland wird von der „Goldenen Morgenröte“ vertreten, Großbritannien durch die British National Party, Bulgarien durch „Ataka“. Weitere Vertreter nationalistischer Parteien sollen aus Dänemark, Schweden und Spanien anreisen. Sie treffen im „Holiday Inn“ auf Vertreter des großrussischen Expansionsgedankens. So soll Alexander Kofman, der „Außenminister“ der „Donezker Volksrepublik“, kommen und eine Reihe russischer Nationalisten. Etwa ein Vertreter der „Russischen Imperialen Bewegung“, die „russische Männer zum gemeinsamen Kampf für Neurussland unter imperialer Flagge“ aufruft. Die Konferenz soll ein Abgeordneter der Regierungspartei „Einiges Russland“ eröffnen, der als Autor von Gesetzesprojekten in Erscheinung getreten ist, etwa dem, Homosexuellen und Einwanderern, die keine Steuern zahlen, die Elternrechte abzuerkennen. Die liberale Oppositionspartei „Jabloko“ schrieb in einer Protesterklärung zum Forum, es sollten „Vertreter von Parteien aus elf europäischen Ländern kommen, die in der Mehrzahl einen Ruf als neonazistisch und ultranationalistisch haben“. Auch die Politiker seien „bekannt für ihre neofaschistischen, nationalistischen, antisemitischen, xenophoben Ansichten“. So ein Forum sei vor dem 70. Jahrestag des Sieges über den Faschismus nicht hinnehmbar in Sankt Petersburg, „unserer Heldenstadt, die die Blockade überlebt hat“. Die Partei rief deshalb den Petersburger Gouverneur auf, das Forum nicht zuzulassen. Und der „Jabloko“-Abgeordnete im Petersburger Parlament Boris Wischnewskij schrieb, wenn eine solche Versammlung in Kiew oder Lemberg stattfände, würde das russische Staatsfernsehen darüber groß berichten, als „unwiderlegbaren Beweis für den ‚ukrainischen Faschismus’“. Diese Konferenz werde hingegen wohl eher verschwiegen werden; Europe far-right parties meet in St Petersburg, Russia. Delegates to the International Russian Conservative Forum in St Petersburg, 22 March 2015 Organisers say they want to unite “nationalist” forces. Some 150 representatives of far-right parties across Europe have been meeting in Russia to co-ordinate policy.
The event in St Petersburg, organised by the pro-Kremlin Rodina party, heard strong criticism of the West’s support for the Ukrainian government. Those attending included the ousted leader of the British National Party, Nick Griffin, Udo Voigt from the German neo-Nazi NPD, and Greece’s Golden Dawn. A small anti-fascist protest outside the venue was dispersed by police

AfD-Vize Gauland besucht Hamburgs rechte SWG

Gauland spricht bei der SWG über “Ein Europa selbstbestimmt vereint wirkender Vaterländer”, mit dem NDR will der AfD-Politiker nicht reden. Bei einem “Seminartag” der umstrittenen Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft (SWG) in Hamburg ist der stellvertretende AfD-Chef Alexander Gauland aufgetreten. Insgesamt kamen rund 170 Gäste zu der Veranstaltung des neu-rechten Vereins, unter ihnen auch die bekannte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel. Die SWG hatte in das noble “Logenhaus” im Stadtteil Rotherbaum geladen. Vor allem Männer, viele augenscheinlich über 50 Jahre, folgten der Einladung, die an Mitglieder und Interessenten verschickt worden war. Beim Seminar sollte es um die Zukunft Deutschlands und Europas gehen, “angesichts des ganz normalen politischen und gesellschaftlichen Irrsinns”, wie es in der Ankündigung hieß. Journalisten durften bei der Veranstaltung nicht in den Saal.

via ndr: AfD-Vize Gauland besucht Hamburgs rechte SWG

Holocaust-Leugner in Thüringen

An diesem Wochenende wird nach Erkenntnissen der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag in der sogenannten „Gedächtnisstätte“ in Guthmannshausen ein Aktivist der neonazistischen „Europäischen Aktion“ (EA) einen Vortrag halten. Die Organisation gilt als europäischer Dachverband von Holocaust-Leugnern. Ihre Vertreter fordern die Anerkennung der Grenzen des Deutschen Reiches vor dem 2. Weltkrieg sowie die Rückwanderung aller Nicht-Europäer in ihre Ursprungsländer. Seit knapp drei Jahren versucht die in mehreren europäischen Staaten aktive EA, auch in Thüringen Fuß zu fassen. Katharina König, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion die LINKE im Thüringer Landtag, erklärt dazu: „Die ‘Europäische Aktion’ nimmt zunehmend Einfluss auf die Thüringer Neonaziszene, von Präsenz auf Demonstrationen, über Schulungen bis hin zu neuerdings wohl auch wehrsportähnlichen Übungen. Inzwischen ist die EA organisatorisch wichtiger Bestandteil von neonazistischen Events, wie beispielsweise den Sügida-Demonstrationen in Suhl, bei denen die Veranstaltungstechnik durch deren Mitglieder betreut wurde. Außerdem gab es Rede- und Musikbeiträge sowie Transparente und Fahnen der EA.“ In den letzten beiden Jahren fanden Veranstaltungen der EA in Thüringen in mindestens sechs unterschiedlichen Immobilien statt, die der Neonazi-Szene zuzurechnen sind. Am kommenden Sonntag findet in Gutmannshausen eine Veranstaltung statt, auf der u.a. der „Gebietsleiter der Thüringer EA“ sprechen wird. Der „Verein Gedächtnisstätte e.V.“ hatte über eine amtsbekannte Strohfrau vom Land Thüringen das leerstehende und zuvor renovierte Tagungszentrum nahe Sömmerda erworben.

via landespresseportal: Holocaust-Leugner in Thüringen

KZ-Außenlager Landsberg – Unterschriften von jüdischen Häftlingen entdeckt: “Wir waren alle wie elektrisiert”

Im ehemaligen KZ-Außenlager Landsberg-Kaufering sind Unterschriften von jüdischen Häftlingen auf Tonröhren entdeckt worden. Sie verraten viel. Allegra Mallel war eine junge Frau, die auf der griechischen Insel Rhodos lebte – eine von 2000 Juden, die dort unbehelligt blieben, solange die Italiener das Sagen hatten. Doch im September 1943 besetzte die deutsche Wehrmacht Rhodos, und im Juli 1944 begann die SS die Deportierung. Allegra Mallel war 30 Jahre alt. In Landsberg verrichtete sie Zwangsarbeit beim Bunkerbau. Nachdem sie am 29. April 1945 in Dachau von den Amerikanern befreit worden war, lebte sie noch dreieinhalb Monate. Allegra Mallel, Rachel Sulam, Laura Hasson und Suzanne Gaon – vier Namenszüge, mit Bleistift an die „Wände einer Unterkunft“ geschrieben. Nichts Besonderes eigentlich, wenn es sich bei der Unterkunft nicht um einen der Tonröhrenbunker im Lager VII des ehemaligen Außenlagerkomplexes Landsberg-Kaufering handeln würde. Die Namen stehen für vier junge Frauen, alle zwischen 27 und 31 Jahre alt, Mitglieder der jüdischen Gemeinde von Rhodos, die ihre Unterschriften mit Bleistift irgendwann zwischen 1944 und ihrer Befreiung im April 1945 auf eine der Tonröhren geschrieben haben, die – ineinandergesteckt – das Dachgewölbe ihrer kargen Gefangenenunterkünfte des Lagers VII an der Erpftinger Straße bildeten. Vielleicht hatten sie in ihrer Hoffnungslosigkeit das Ziel, dass später einmal irgendjemand auf diese Unterschriften aufmerksam werden würde und über ihr Schicksal Nachforschungen anstrengen würde. (…) 70 Jahre sollte es dauern, bis die Namen der Frauen von Rhodos wiederentdeckt wurden. Es war der Statiker Jörg Rehm, der bei den Sicherungsarbeiten im vergangenen Sommer auf die Unterschriften stieß – und zunächst für nicht brisant hielt. Manfred Deiler, Projektleiter der Restaurierungsarbeiten im ehemaligen Lager VII erfuhr von ihm lediglich, dass er „irgendwelche Graffitis“ gesehen habe. Allerdings wisse er nicht mehr wo. Erst als das Stützgerüst herausgenommen wurde, fand er die Stelle wieder. Manfred Deiler: „Wir waren alle wie elektrisiert.“ Vier Namen waren zu erkennen, der Schriftzug von Rachel Sulam war am deutlichsten zu entziffern. Deiler wandte sich an Oberstleutnant Gerhard Roletschek, den Leiter der Militärgeschichtlichen Sammlung „Weingut II“ im nahen Bunker, bei dessen Entstehung die Frauen damals Zwangsarbeit leisten mussten. Er überließ Deiler eine Transportliste, auf der die vier Namen der Frauen sofort gefunden wurden.

via augsburger allgemeine: KZ-Außenlager Landsberg – Unterschriften von jüdischen Häftlingen entdeckt: “Wir waren alle wie elektrisiert”

Latvian Nazi Compatriots March in Riga

Wiesenthal Center decries ‘distortion of history’ at march of Latvian veterans, noting many ‘participated in the mass murder of Jews.’Latvian veterans who fought on Nazi Germany’s side against the Soviets in World War II staged a controversial march in Riga on Monday to mark the anniversary of a 1944 battle.
Around 1,500 people took part in the parade through Riga’s Old Town amid massive police security, Latvia’s deputy chief of police Artis Velss told AFP, with no arrests reported by midday. Self-styled anti-fascist groups were due to hold their own demonstration immediately after the main parade had concluded, according to an agreement with police. Veterans of the Latvian Legion have paraded in Riga every March 16 since Soviet rule ended in 1991. The date marks a failed 1944 battle to repel the Soviet Red Army, paving the way for nearly half a century of occupation. Jewish groups, Russia, and Latvia’s large ethnic-Russian community which accounts for a quarter of the country’s two million citizens, see the parade as glorifying genocidal Nazism because the Legion, founded in 1943, was commanded by Germany’s Waffen SS. Efraim Zuroff from Jerusalem’s Nazi-hunting Simon Wiesenthal Center told AFP the parade was “one big lie” and a “distortion of history” as he observed the event in central Riga.
“Among the ranks of the Latvian Legion were quite a few people who participated in the mass murder of Jews. And these are the heroes of the new Latvia?” Zuroff said.

via Latvian Nazi Compatriots March in Riga – Global Agenda – News – Arutz Sheva.

siehe auch: Hundreds march in Latvia to honour veterans who fought alongside Nazis. About a thousand people marched on Monday to pay tribute to Latvians who fought in German Waffen SS units against the Soviet Union during World War II, despite jeering from protesters who say the parade glorifies fascism.
Aging war veterans led the procession to Riga’s Freedom Monument, where they laid flowers and sang traditional songs. The annual march has become a public relations headache for Latvian leaders.
Participants say they are simply honouring the so-called legionnaires for trying to defend Latvia against the Red Army. But protesters, many of them from Latvia’s ethnic Russian minority, call the march an insult to the millions who fought and died in the struggle against Nazi Germany. After the ceremony, a small group of protesters dressed in mock disinfectant gear cleaned the ground near the monument in a symbolic gesture and held up photos of Nazi atrocities. “The glorification of the Legion is synonymous to the glorification of Nazism,” said Alexander Filey, a 26-year-old protester.

Greek Jews remember transport to Nazi death camps

Residents of Greece’s second-largest city on Sunday placed flowers on train tracks and inside old cattle wagons in solemn remembrance of nearly 50,000 local Jews who were transported to Nazi death camps during World War II.
About 2,000 people joined together at Thessaloniki’s Freedom Square for the 72nd anniversary of the roundup and deportation of the Jews. Some held banners that said: “Racism Kills, Let’s Learn from History,” and “Never Again.”
The crowd then marched to the northern city’s old railway station, where the first of 19 trains departed for the Auschwitz-Birkenau concentration camp complex on March 15, 1943. A locomotive believed to have been used to transport Jews, and four carriages that normally would carry cattle and in which people spent nine days locked up on their way to the extermination camps, were at the station. The crowd laid flowers on the wagons and the tracks.
“It was a horrible, mournful, rainy day. Even the skies were weeping,” recalled Heinz Cunho, 87, one of fewer than 100 surviving Greek Jews who made it back from the camps. “Normally, the carriages held 50 people. There were 80 of us to a wagon, and they had us locked up throughout the nine-day trip.”

via nzherald: Greek Jews remember transport to Nazi death camps

siehe auch: Griechische Juden gedenken der Deportationen nach Auschwitz. 72. Jahrestag des Deportations-Beginns von Juden aus Thessaloniki. Rund 2000 griechische Juden haben am Sonntag der ersten Deportationen von Juden aus der griechischen Stadt Thessaloniki ins Konzentrationslager Auschwitz vor 72 Jahren gedacht; Greek Jews remember transport to Nazi death camps. Residents of Greece’s second-largest city on Sunday placed flowers on train tracks and inside old cattle wagons in solemn remembrance of nearly 50,000 local Jews who were transported to Nazi death camps during World War II.About 2,000 people joined together at Thessaloniki’s Freedom Square for the 72nd anniversary of the roundup and deportation of the Jews. Some held banners that said: “Racism Kills, Let’s Learn from History,” and “Never Again.” The crowd then marched to the northern city’s old railway station, where the first of 19 trains departed for the Auschwitz-Birkenau concentration camp complex on March 15, 1943. A locomotive believed to have been used to transport Jews, and four carriages that normally would carry cattle and in which people spent nine days locked up on their way to the extermination camps, were at the station. The crowd laid flowers on the wagons and the tracks.

Sadistischer Schlussakkord: Endkriegsverbrechen des Jahres 1945

Die Befreier sind schon ganz nah, doch in den letzten Tagen und Stunden kommt es noch einmal zur Entladung: US-Bomberbesatzungen wurden gelyncht, Deserteure gehängt, Juden ermordet. Eine Ausstellung auf dem Wiener Heldenplatz spricht das Tabu der Endkriegsverbrechen an – die unter den Augen der Zivilbevölkerung stattfanden. Man kennt die Verbrechen des Nationalsozialismus. Doch es gibt Exzesse der Gewalt, die treiben noch heute Tränen in die Augen, wenn man in Gerichtsakten davon liest. Sie sind besonders grausam, weil sie zu einem Zeitpunkt stattfanden, da selbst in der Logik des nationalsozialistischen Verbrecherregimes alles schon verloren war: In den letzten Augenblicken vor Kriegsende, kurz bevor die Rote Armee, amerikanische GIs, britische oder französische Soldaten anrückten, wurde besonders sadistisch gequält, gemordet – oder stumpf weggeschaut. Der Kampf um Wien war am 11. April 1945 entschieden. Es waren die ersten Stunden des Friedens und der Plünderungen. Im Palais Auersperg trafen sich Vertreter des Widerstands. Spätere Minister und Staatssekretäre brachten sich in Stellung. Damen im Pelz stiegen über Scherben in die Geschäfte der Innenstadt ein und rafften an sich, was sie tragen konnten. Die Rote Armee hatte Wien bis zum Donaukanal befreit, und am Abend dieses denkwürdigen Tages nahm sie die Leopoldstadt ein. Zu spät. Ein SS-Kommando hatte dort wenige Stunden zuvor Jagd auf versteckte Juden gemacht und sie in letzter Sekunde ermordet. Die Gleichzeitigkeit von Frieden und Terror macht wütend. Während sich am 28. April auf dem Wiener Rathausplatz die Wienerinnen mit Sowjetsoldaten im Walzertakt drehten und Karl Renner die Regierungsgeschäfte aufnahm, sah der Hauptplatz in Amstetten aus wie eine von IS-Terror-Milizen eroberte Stadt. An Dutzenden Laternenpfählen baumelten in den letzten Apriltagen die Leichname junger Wehrmachtssoldaten, die ohne Marschpapiere erwischt und von fliegenden Standgerichten zum Tode verurteilt worden waren. Abgeschossene US-Bomberbesatzungen, die mit ihren Fallschirmen im Raum Linz zu Boden schwebten, wurden noch in der Luft erschossen, zu Tode geprügelt, gesteinigt oder aufgehängt. Am 28. April 1945 kamen 42 oberösterreichische Widerstandskämpfer in der Gaskammer im KZ-Mauthausen um. Gauleiter August Eigruber hatte das angeordnet: „Damit die Alliierten keine aufbauwilligen Kräfte vorfinden.“ Ein monströses Verbrechen aber geschah unter den Augen, auch unter Beteiligung der Zivilbevölkerung. Es wurde an den ungarischen Juden verübt, die zu Zigtausenden durch das Burgenland, die Steiermark und Oberösterreich nach Mauthausen getrieben wurden, halb verhungert, ohne Essen und Wasser, der Mordlust ihrer Eskorte ausgeliefert. Mehr als 20.000 Juden kamen so im April 1945 noch ums Leben. (…) Untersuchungen über die „Lynchjustiz“ an jungen amerikanischen Soldaten zeigen, dass die ­Nationalsozialisten die Bevölkerung darauf eingeschworen hatten, sich an den amerikanischen und britischen „Terror“-Bombern, wie es in NS-Diktion hieß, zu rächen. Es war gewünscht, dass der Mob die zu Boden kommenden Soldaten steinigt, zu Tode prügelt oder erschießt. Frauen, selbst Rot-Kreuz-Schwestern, waren dabei ebenso aktiv wie SS-Männer und lokale Parteifunktionäre. Besonders wenn sich herausstellte, dass einer der US-Soldaten ein Jude war (sie hatten ein H für Hebrew auf der Erkennungsmarke) oder wenn es sich um einen Schwarzafrikaner handelte.

via profil.at: Sadistischer Schlussakkord: Endkriegsverbrechen des Jahres 1945

Who Was Hannah Senesh

Hannah Senesh was born in Budapest, Hungary in 1921. The daughter of a journalist, she was one who hoped  to become a writer. The rise of anti-Semitism in Hungary during the 1930’s overshadowed her adolescent life. Senesh believed that there was no future for Jewish youth in Hungary and so she became a pioneering Zionist.  While learning Hebrew and attending agricultural school in Palestine, she continued to write diary entries, poetry, letters and plays. Senesh was committed to cultivating a land for the Jewish people. In 1943, upon learning about plans for a rescue mission into Europe, Senesh volunteered to become a paratrooper with the British Air Force. After crossing the border into Hungary, Senesh was captured and tortured. She was executed by a firing squad in Budapest, Hungary on November 7, 1944, at the young age of 23.

via hannahsenesh.org: Who Was Hannah Senesh

siehe auch: Hannah Senesh. Hannah Senesh (originally Szenes) was a paratrooper trained to rescue Jews during the Holocaust. Captured and killed by the Nazi’s, she is still a national heroine in Israel. Through her brief but noteworthy life, Senesh became a symbol of idealism and self-sacrifice. Her poems, made famous in part because of her unfortunate death, reveal a woman imbued with hope, even in the face of adverse circumstances. Senesh (born July 17, 1921; died November 7, 1944) was born in Budapest, Hungary as the daughter of an author and journalist. She demonstrated her own literary talent from an early age, and she kept a diary from age 13 until shortly before her death. (…) In 1943, Senesh joined the British Army and volunteered to be parachuted into Europe. The purpose of this operation was to help the Allied efforts in Europe and establish contact with partisan resistance fighters in an attempt to aid beleaguered Jewish communities. Senesh trained in Egypt and was one of the thirty-three people chosen to parachute behind enemy lines. With the goal of reaching her native Budapest, Senesh parachuted into Yugoslavia in March 1944, and spent three months with Tito’s partisans. Her idealism and commitment to her cause are memorialized in her poem “Blessed is the Match,” which she wrote at this time. On June 7, 1944, at the height of the deportation of Hungarian Jews, Senesh crossed the border into Hungary. She was caught almost immediately by the Hungarian police, and tortured cruelly and repeatedly over the next several months; Hannah Szenes (geboren als Anikó Szenes am 17. Juli 1921 in Budapest, Ungarn; gestorben am 7. November 1944 ebenda[1]) war eine ungarische Widerstandskämpferin, die mit anderen jüdischen Frauen und Männern mit ihrem Fallschirm hinter der deutschen Front absprang, um zu versuchen, Juden zu retten. (…) Im Jahre 1943 meldete sie sich bei der Britischen Armee freiwillig zum Einsatz in Europa. Ziel der Operation war es, den Alliierten in Europa zu helfen und Kontakt mit Partisanen aufzunehmen, um bedrängten jüdischen Gemeinden beizustehen. Szenes wurde in Ägypten ausgebildet und als eine von 33 Personen ausgewählt, hinter den feindlichen Linien abzuspringen. Mit dem Ziel, ihre Geburtsstadt Budapest zu erreichen, sprang sie im März 1944 mit dem Fallschirm über Jugoslawien ab und verbrachte dort drei Monate mit Titopartisanen. Am 13. Mai 1944, auf dem Höhepunkt der Deportation der ungarischen Juden, überquerte Szenes die Grenze nach Ungarn. Sie wurde bereits am nächsten Tag aufgrund einer Denunziation von der ungarischen Polizei verhaftet. Aus der Akte der damaligen ungarischen Regierung geht hervor, dass sie schwerer Folter unterworfen wurde, den Code der geheimen Rundfunkverbindung aber nicht preisgab. Sie lehnte auch dann jede Kooperation ab, als die ungarische Polizei ihre Mutter in die Zelle brachte und drohte, sie ebenfalls zu foltern.[2] In ihrem Prozess im Oktober 1944 verteidigte Hannah Szenes ihre Aktivitäten und verweigerte eine Entschuldigung. Als sie am 7. November 1944 durch eine Feuersalve hingerichtet wurde, lehnte sie eine Augenbinde ab, um ihren Mördern in die Augen blicken zu können.

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