RFJ: Wusstet ihr, dass ihr peinlich seid?

Zugegeben, die FPÖ ist nicht gerade bekannt für ihre niveau- und geschmackvollen Werbekampagnen. Aber immer dann, wenn ich denke, dass es nicht schlimmer gehen kann, belehren sie mich eines Besseren. Dieses Mal hat sich der Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) selbst übertroffen. Wie es das Internet so wollte, bin ich gestern auf die Facebook-Seite des RFJ Oberösterreich gestoßen und konnte nach der misslungenen Kronen-Reportage über das Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen wieder nur den Kopf schütteln. Grund für mein Kopfschütteln war ein Video, das die FB-Seite mit rund 2500 Gefällt-mir am 1. August gepostet und mit den Worten „Das Wasser steht uns bis zum Hals…“ angeteasert hat. Bis jetzt hat es knapp 95.000 Abrufe und wurde rund 590 Mal geteilt. Das Feedback fällt fast ausschließlich schlecht aus. Das ist wohl selbst den treuesten FPÖ-Fans zu peinlich. Der Beitrag startet mit einer Blondine mit „auffälligem“ Dekolleté, die sich in einem Pool befindet und die vielsagenden Worte „Das Wasser steht uns bis zum Hals“ von sich gibt. Danach sieht das Konzept folgendermaßen aus: Man nehme Bilder von Migranten und speziell Muslimen, untermale das Ganze mit spannender Hintergrundmusik und eingeworfenen Wortfetzen wie „arbeitslos“ oder ein paar arabischen Zeichen. Begleitet wird das Video von einer Frauenstimme, die Sachen wie „ Wusstest du, dass Tausende neue Asylwerber nach Österreich kommen werden?“, „ Wusstest du, dass du fremd im eigenen Land werden wirst?“, „Wusstest du, dass du bald arbeitlos sein könntest?“ und „Jetzt hilft nur noch FPÖ!“ sagt.

via dasbiber: RFJ: Wusstet ihr, dass ihr peinlich seid?

Neonazi gibt Mandat auf, Versandhandel brummt

Wie die Magdeburger Volksstimme in ihrer Ausgabe am 30.07.2015 berichtet, hat Dennis Wesemann seinen sofortigen Rücktritt aus dem Stresower Ortschaftsrat erklärt. Stresow ist der einzige Ort in dem die NPD 2011 die Landtagswahlen gewonnen hatte. Wesemann gehört zu den Gründungs-mitgliedern der Hooligangruppierung “Blue White Street Elite (BWSE)”. Er ist einer der Führungsköpfe bei BWSE. (…) Außerdem ist er Vorstandsmitglied und Mittelfeldspieler beim 1. FC Ostelbien Dornburg. (…) Der FCOD unterhält auch über Doppelmitgliedschaften enge Verbindungen zum Nazimotorradclub „Division 39 Magdeburg“. Wesemann war auch an Übergriffen in Magdeburg im Januar 2015 auf eine Gruppe Jugendliche beteiligt. (…) Wesemann soll mit selbst bedruckten Shirts einen Jahresumsatz von 280.000,- Euro erzielen. Neben gewaltaffinen und Nazi-Motiven werden auch Hammer-und-Sichel-Shirts, Putin-, Kuba- und Türkei-Shirts, Straight Edge-Symboliken und Motive aus TV und Medien angeboten. Dennis Wesemann vertreibt T-Shirts unter dem Label „uglyshirt87“ über amazon und andere kleinere, meist private Internet-Shops. Sein Bruder Paul Wesemann spielt beim FCOD, firmiert im Internet unter dem Namen „uglyshirt89“ und verkauft ebenfalls Shirts und anderen Kleinkram über amazon und ebay. Paul Wesemann heißt bei ebay „paul6carlos“.

via magdeburg nazifrei: Neonazi gibt Mandat auf, Versandhandel brummt

siehe auch: Stresower Neonazi gibt Mandat auf. Dennis Wesemann hat seinen sofortigen Rücktritt aus dem Stresower Ortschaftsrat erklärt. Darüber informierte der Stresower Bürgermeister Norbert Müller am Mittwochabend in der Ratssitzung. 71 von 256 Stimmen gingen vor einem Jahr bei der Kommunalwahl in der Möckeraner Ortschaft (Jerichower Land) an Dennis Wesemann – genug Stimmen für zwei Sitze, für zwei Stimmen reichte es nicht. Sein Mandat sorgte seitdem für große Aufmerksamkeit. Denn Dennis Wesemann gehört zu den Gründungsmitgliedern der gewalttätigen und vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Hooligangruppierung Blue White Street Elite. Dennis Wesemann betreibt einen Internethandel mit selbst bedruckten T-Shirts – darunter gewaltverherrlichende Motive und Wiedererkennungsmerkmale der rechten Szene.

Gewalt und Rechtsextremismus im Fußball – #ostelbien #dornburg

Fairness und Toleranz – das sind beim Fußball sportliche Grundsätze. Allerdings ist es darum in den niedrigeren Ligen nicht immer so gut bestellt. In Sachsen-Anhalt fällt gerade ein Verein in der Kreisliga im Jerichower Land negativ auf: beim 1. FC Ostelbien Dornburg gibt es gewalttätige und rassistische Übergriffe. Und die Sportverbände reagieren nicht gerade schnell und entschlossen. 15 Mitglieder des Vereins sind Neonazis. Brutale Fouls, Gewalt am Spielfeldrand, rassistische Beleidigungen – das sind längst keine Einzelfälle mehr, wenn der 1. FC Ostelbien Dornburg auf dem Platz steht. Und das ist kein Zufall: 15 Vereinsmitglieder sollen zur rechtsextremen Szene gehören. Hilmar Steffen vom Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt bestätigt die steigende Tendenz – es gehe zum Teil um rechtsextreme Karrieren über mehrere Jahre: “Das geht von Körperverletzungen, Beleidigungen bis zu volksverhetzerischen Äußerungen – also das ganze Repertoire. Und mitunter tauchen die Personen auch bei anderen rechtsextremistischen Aktivitäten wie Demonstrationen oder Musikveranstaltungen auf.” Klagen ja, Verurteilungen nein
Abbildung eines Emblems des rechtextremen Vereins “Blue White Street Elite”. Dieses “Repertoire” hat Dennis Wesemann mehrfach vor Gericht gebracht. Doch rechtskräftig verurteilt wurde er nie. Er gilt als Schlüsselfigur beim 1. FC Ostelbien Dornburg. Seit mehr als zehn Jahren Teil der rechtsextremen Szene, hat er auch die gewaltbereite Hooligan-Vereinigung “Blue White Street Elite” (kurz: B.W.S.E) mitgegründet. Sie sollte vom Innenministerium verboten werden, doch Wesemann ging mit Erfolg gerichtlich dagegen vor.

via mdr: Gewalt und Rechtsextremismus im Fußball

Meir Kahane’s grandson arrested for far-right activity

Meir Ettinger interrogated by Shin Bet for involvement in ‘extremist organization,’ linked to arson attack on church. Meir Ettinger, the grandson of murdered Israeli-American far-right activist Meir Kahane, was arrested on Monday in connection to extremist activity, the Shin Bet security agency said. Ettinger was being questioned by Shin Bet agents for “his involvement in a Jewish extremist organization,” it said in a statement. The right-wing activist had formerly been subject to a year-long court order preventing him from entering the West Bank and Jerusalem. He lives in the northern town of Safed. The Shin Bet had linked Ettinger to the arson attack on the Church of the Multiplication of the Loaves and Fishes last month, Haaretz reported. (…) Security officials quoted on Israel’s Channel 2 News warned that a group of Jewish extremists, sometimes referred to as “hilltop youth,” were responsible for a series of hate crimes in recent years, and that these “rebels” and “anarchists” were bent on undermining the rule of law in Israel. The officials said there had been a reduction in the number of hate attacks of late, but that the attacks themselves were becoming increasingly grave.

via times of israel: Meir Kahane’s grandson arrested for far-right activity

siehe auch: Shin Bet arrests Kahane’s grandson, online incitement continues. Far-right activist Meir Ettinger suspected of involvement with extremist Jewish organization; police opens investigation into videos of Netanyahu, Rivlin wearing Nazi uniform. (…) He is the grandson of far-right late US-born rabbi Meir Kahane, who advocated expelling Arabs from Israel and the Palestinian territories.  In a blog he runs, Ettinger wrote on Thursday, a day before the terror attack in Duma in which a Palestinian baby was murdered, that “the truth must be told – there is no terror organization, but there are a whole lot of Jews, a lot more than people think, whose value-system is completely different than that of the High Court or the Shin Bet, and who are not bound by the laws of the state, but by much more eternal laws, true laws.”  Under the blog post titled “Terror organization,” he went on to say that “as part of the boastful statement by the Shin Bet about the organization it ‘exposed,’ things I wrote in this blog several weeks ago were quoted as things from ‘the head of the organization.’ To tell you the truth, I don’t know what they in the Shin Bet wanted me to organize, and they should definitely look for other people to cast for the roles they need in their show for the media, but this urge of the Shin Bet to create an atmosphere, to put up appearances as if there is some ‘organization’ it exposed, clearly illustrates to us what those in the Shin Bet understand and are so afraid of.”  Under a veil of secrecy, new cells of “hilltop youth” have been formed across the West Bank over the past few months. These groups seek to commit “price tag” attacks, which they say will inflame the situation in the Middle East, and bring redemption and the coming of the Messiah closer.  The “hilltop youth,” which the Shin Bet’s Jewish division nicknamed “happy Jews,” believe that exacting a price from the establishment will allow them to form a Jewish state based on Jewish moral values that appear in Jewish holy and literary sources.

Die tiefbraune Szene vereint

Die rechtsextreme Splitterpartei “Der III. Weg” marschiert in Zossen und Damsdorf auf. Immer deutlicher zeigt sich ihre Anziehungskraft in der zerstrittenen rechten Szene. An zwei Kundgebungen der rechtsextremen Splitterpartei „Der III. Weg“ in Zossen (Teltow-Fläming) und Kloster Lehnin (Potsdam-Mittelmark) nahmen am vergangenen Samstag Dutzende Neonazis teil – vor allem der harte Kern der brandenburgischen Neonazi-Szene war es, der für einen „Ausländerstopp“ und gegen in beiden Orten geplante größere Flüchtlingsunterkünfte demonstrierte: Dabei waren Gewalttäter, Rechtsterroristen und sogenannte Freie Kräfte. Angemeldet waren beide Versammlungen – an denen bis zu 50 Neonazis teilnahmen – von Maik Eminger aus Grabow, der als bundesweite Szenegröße gilt. Zuletzt hatte der Bruder des im Münchner NSU-Prozess mitangeklagte André Eminger immer wieder versucht, die rechte Szene Brandenburgs zu vereinen – organisierte ein Solidaritäts-Fußballturnier für inhaftierte Rechtsextremisten, veranstaltete nächtliche Fackelmärsche und meldete mehrere Kundgebungen an, an denen sich Neonazis über Parteigrenzen hinweg beteiligten. Das wurde abermals in Zossen und Kloster Lehnin deutlich: Neonazis, die von Szenebeobachtern den Freien Kräften zugeordnet werden, trugen „III. Weg“-Shirts, die NPD-Funktionärin Manuela Kokott hielt Reden, Mitglieder des Landesverbandes der Partei „Die Rechte“ – vorrangig aus Ostbrandenburg – waren angereist, auch verurteilte Gewalttäter standen hinter den Transparenten. So beteiligte sich etwa Sascha Lücke, der 1996 in Brandenburg/Havel den Punk Sven Beuter zu Tode prügelte, abermals an einer Aktion vom „III. Weg“.

via stoerungsmelder: Die tiefbraune Szene vereint

Söldnerfirma für Flüchtlinge? Streit in Osterode

In der ehemaligen Rommel-Kaserne in Osterode könnten Flüchtlinge untergebracht werden. Der Fall bietet schon jetzt Anlass für heftige Diskussionen: In Osterode im Südharz wird möglicherweise eine der größten Flüchtlingsunterkünfte des Landes entstehen – auf dem Gelände der ehemaligen Rommel-Kaserne. Es geht um rund 600 Plätze für Flüchtlinge aus Krisengebieten. Doch nicht der Standort ist jetzt zum Zankapfel geworden, sondern der mögliche Betreiber: ein Privatunternehmen mit Sitz in Stade. Unternehmen will Flüchtlingsunterkunft betreiben Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Umwandlung ehemaliger Kasernengelände für eine zivile Nutzung. Die Firma hatte die Rommel-Kaserne erworben und steht jetzt in den Startlöchern, auch die Flüchtlingsunterkunft zu betreiben. “Princess of Finkenwerder” heißt das Unternehmen, dessen Geschäftsführer Wolfgang Koch sich im November stolz vor laufenden Kameras zeigte. Er hatte allerdings einen Mann dabei, um den jetzt ein vehementer Streit entbrannt ist: Jan Karras aus Hamburg, von Koch als Partner präsentiert beim Erwerb der ehemaligen Rommel-Kaserne. Mitarbeiter im Sicherheitsgeschäft tätig Grund für den Streit: Jan Karras ist auch in anderen Branchen aktiv. Laut eigenem Profil im Internet-Netzwerk “Xing” ist Karras “Senior Adviser” (Berater) einer Firma namens “Greenzone Consulting”. In seinem Profil rühmt er sich unter anderem seiner besonderen Kenntnisse im Umgang im Waffen. Auf deren Internetseite ist Karras als Ansprechpartner genannt. Der springende Punkt: Die Firma “Greenzone Consulting” ist international im Sicherheitsgeschäft unterwegs, bietet ausweislich ihrer Internetpräsenz “Sicherheitsdienstleistungen für Personen und Objekte – auch und gerade in Krisen- und Spannungsgebieten”. Wörtlich heißt es dort:  “Das Sicherheitspersonal wird von uns überprüft, ausgebildet, ausgerüstet, eingesetzt und geführt. Die westlichen Einsatzleiter sind erfahrene ehemalige Angehörige westlicher Streitkräfte und Sicherheitsbehörden. Die internationalen Einsatzkräfte sind allesamt erfahrene ehemalige Militärangehörige. Es können bis zu ca. 600 internationale Einsatzkräfte bereitgestellt werden.”

via ndr: Söldnerfirma für Flüchtlinge? Streit in Osterode

[Aachen] Neonazis nutzen OSS-Symbolik

Im Zuge der Polizeirazzia gegen die neonazistische Gruppe OSS im Mai 2015 wurde u.a. ein Neonazi aus Düren verhaftet. Seit Juni 2015 sind in Aachen zwei Fälle bekannt geworden, in denen Neonazis einen klaren Bezug zu der extrem-rechten Terrorgruppe „Old School Society“, OSS, hergestellt haben. In Aachen sind seit Juni 2015 mindestens zwei Fälle bekannt geworden, in denen Neonazis einen klaren Bezug zu der extrem-rechten Terrorgruppe „Old School Society“, OSS, hergestellt haben. Am 6.5.2015 wurden bei Razzien in mehreren Bundesländern vier Mitglieder der OSS verhaftet. Ihnen wurde vorgeworfen, sich Waffen und Sprengstoff beschafft, und Anschläge u.a. auf Asylbewerber_innenheime geplant zu haben. Unter den Verhafteten, die seitdem in Untersuchungshaft sind, war der Neonazi Markus Wilms (39 Jahre alt) aus Düren, der im Jahr 2010 nach Leipzig gezogen war. Wilms war bis zu seinem Umzug in der 2012 verbotenen Kameradschaft Aachener Land aktiv und war bereits seit 2005 an Aktionen der NPD Düren beteiligt, die zeitweise personell eng mit der KAL verzahnt war. Für die NPD trat er bei den Kommunalwahlen 2009 zudem in Düren-Stadt und im Kreis Düren als Direktkandidat in zwei Wahlbezirken an. Anfang Juni 2015 entdeckten Antifaschist_innen im Aachener Nordviertel ein neonazistisches Graffiti. Eine Odalrune, der Schriftzug 1488 und die Losung OSS, in SS-Runen geschrieben, prangten an einer Hauswand.

via indymedia: [Aachen] Neonazis nutzen OSS-Symbolik