Category Archives: Kameradschaft

Volksverhetzung – Strafbefehl gegen Kagida-Organisator

Gegen den Gründer des Kasseler Pegida-Ablegers ist ein Strafbefehl wegen Volksverhetzung erlassen worden. Michael Viehmann soll bei Facebook unter anderem von “Judenpack” gesprochen haben.  Viehmann sei ein Strafbefehl über 120 Tagessätze zugestellt worden, bestätigte der Sprecher der Kasseler Staatsanwaltschaft, Götz Wied, am Mittwoch einen Bericht der “Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen”. Zuvor hatte das Amtsgericht den Strafbefehl gebilligt. Zur Höhe des Tagessatzes, der einkommensabhängig ist, machte der Sprecher keine Angaben. Wenn Viehmann den Strafbefehl akzeptiert und die Strafe bezahlt, gilt er als vorbestraft. Lehnt er die Strafe ab, muss der Fall vor dem Amtsgericht verhandelt werden. Anlass des Strafbefehls war ein antisemitischer Eintrag des 46-Jährigen bei Facebook im vergangenen Juli. Viehmann soll dort von “Judenpack” gesprochen haben. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll er in diesem Zusammenhang beleidigt haben. Wörtlich hieß es dort laut Staatsanwaltschaft: “Frau Merkel, man sollte dich steinigen, du Vieh.” Inwieweit auch wegen der zweiten Äußderung noch ermittelt wird, wurde zunächst nicht bekannt.

via hr: Volksverhetzung – Strafbefehl gegen Kagida-Organisator

siehe auch: Staatsanwalt wirft ihm Volksverhetzung durch Facebook-Eintrag vor. Der Organisator der Demonstrationen der Gruppe „Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Kagida/Pegida), Michael Viehmann, ist nun vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft Kassel wirft dem 46-Jährigen Volksverhetzung vor und hat ihm einen Strafbefehl zugestellt. Viehmann müsse nun eine Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen entrichten, sagte Dr. Götz Wied, Pressesprecher der Kasseler Staatsanwaltschaft, auf Anfrage. Die Höhe eines Tagessatz richtet sich nach dem Einkommen des Beschuldigten. Konkrete Angaben darüber machte Wied nicht. Grund für den Strafbefehl ist eine Veröffentlichung Viehmanns auf einer von ihm betriebenen Seite im sozialen Netzwerk Facebook. Dort soll der 46-Jährige am 31. Juli 2014 das Bild eines mutmaßlichen toten, teilweise verschütteten Kleinkindes eingestellt haben und dies kommentiert haben. Darin macht er das „Judenpack“ für den „Massenmord an Unschuldigen“ verantwortlich. Auf den genauen Wortlaut verzichten wir an dieser Stelle bewusst.

Rodionov: Auftritt vor Rechtsextremen abgesagt

Der Chefredakteur des Online-Senders “RT Deutsch”, Ivan Rodionov, wollte offenbar einen Vortrag bei einem rechtsextremen Verein in Thüringen halten. Der Auftritt des Leiters des Kreml-nahen Senders bei der vom Verfassungsschutz beobachteten “Gedächtnisstätte” Ende Mai wurde in der rechten Szene beworben. Nach einer Anfrage von ZAPP sagte Rodionov den Vortrag jedoch ab. Jedoch fällt der russische Propagandasender nicht zum ersten Mal durch eine Nähe zu Rechtsextremisten auf. Referat über Ukraine-Konflikt geplant Vor dem rechtsextremen Publikum sollte Rodionov am letzten Maiwochenende über den “Ukraine-Konflikt – historisch und aktuell” referieren, wie aus der ZAPP vorliegenden Ankündigung hervorgeht. Bei der zweitägigen Veranstaltung wird mit Albrecht Jebens auch ein Vorstandsmitglied der “Gedächtnisstätte” einen Vortrag halten. Dem 1992 gegründeten rechtsextremistischen Verein steht seit 2011 ein ehemaliges Rittergut in Guthmannshausen bei Weimar zur Verfügung. Regelmäßig treten dort Geschichtsfälscher und Holocaust-Leugner auf, berichtet der niedersächsische Verfassungsschutz. An der Zufahrt zum Gelände heißt es auf einem Schild: “Presse unerwünscht!”

via ndr: Rodionov: Auftritt vor Rechtsextremen abgesagt

Gelsenkirchener Opfer lässt sich nicht einschüchtern

Heike Jordan wurde vor drei Wochen von einem Neonazi beleidigt und angegriffen. Mittwochmorgen war ihr Wohnhaus verschmiert. Wenn es gegen Rechts geht, steht Heike Jordan immer in der ersten Reihe der Gegendemonstration und zeigt Flagge. Ihr Motto „Wehret den Anfängen, immer und überall.“ Außerdem hat sie bekanntlich gemeinsam mit ihrem Mann Andreas die Aktion Stolpersteine zum Gedenken an von den Nazis verfolgte, deportierte und ermordete Juden in Gelsenkirchen hoffähig gemacht. Jetzt steht die 52-Jährige offensichtlich selbst im Fokus von Neonazis. Ende März wurde Heike Jordan vor der eigenen Haustür von einem unbekannten Mann beschimpft und bedroht – mit eindeutig rechtem Sprachgebrauch. Schließlich griff der Mann sie an, versuchte sie zu würgen. Die 52-Jährige konnte sich ins Haus retten. Der Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf und fahndet nach dem abgetauchten Täter. Heike Jordan ist schockiert, aber nicht verängstigt Mittwochmorgen dann die nächste Attacke gegen die Antifaschistin aus Horst: fünf Hakenkreuzschmiererein, allesamt in Blutrot und seitenverkehrt, eine ebenfalls in fettem Blutrot auf die Haustür gepinselte Beleidigung. Dass Heike Jordan gemeint ist, daran gibt es wohl keinen Zweifel: Denn nur auf ihrem Briefkasten an der Devensstraße 111 hat der (oder haben die) Täter die drei roten Buchstaben „tot“ geschmiert. „Der Überfall hat mich schockiert. Aber nicht verängstigt“, resümierte Heike Jordan gestern Mittag im Gespräch mit der WAZ. „Ja, ich drehe mich häufiger um und bin aufmerksamer.“ Aber verstecken? Nein. Das passt nicht zu ihr. Im Gegenteil. Sie sagt: „Ich mache das schon so viele Jahre – jetzt erst recht.“ Auf Facebook hat sie die Vorfälle kurz gepostet und „eine irre Solidarität erfahren“.

via derwesten: Gelsenkirchener Opfer lässt sich nicht einschüchtern

Stühlerücken bei Der Rechten

Dass die Neonazi-Partei Die Rechte kein wirkliches Interesse an tatsächlicher parlamentarischer Arbeit hat, ist sattsam bekannt. Nach nur neun Monaten streicht ihr Kader Dennis Giemsch, der seinerseits für den berüchtigten Siegfried Borchardt nachgerückt war, im Dortmunder Stadtrat die Segel. Fortan soll sein „Kamerad“ Michael Brück das Parlament mit entlarvenden Anfragen überziehen. Dennis Giemsch hat keine Lust mehr. Kommunalpolitik ist eben kein Zuckerschlecken, sondern mit harter Arbeit verbunden. In stundenlangen Sitzungen, die umfassend vorbereitet werden müssen, wird nicht selten über Themen diskutiert, die manchem Zuhörer als randständig erscheinen. Etwa eine neue Friedhofsordnung. Die große Bühne bieten die kommunalen Volksvertretungen selten. Auch einem Neonazi-Aktivisten, der gemeinhin als „Vater der Autonomen Nationalisten“ im Ruhrgebiet gilt, nicht. Gelegentliche Ausreißer, etwa ein Antrag, der nach der Zahl der in Dortmund lebenden Menschen jüdischen Glaubens fragt, nicht ausgeschlossen. „Wirklich spannende Einblicke in die parlamentarischen Abläufe“ habe er nicht erhalten, erklärt Giemsch in einem kurzem Statement auf seinem Blog. Innerhalb von neun Monaten ist das kaum möglich. Immerhin hatte es der Landesvorsitzende Der Rechten, die besonders in Nordrhein-Westfalen als Sammelbecken für Kader verbotener Neonazi-Kameradschaften fungiert, gut acht Monate länger ausgehalten als sein Vorgänger Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt, der als lokaler Spitzenkandidat ursprünglich im Mai 2014 in den Stadtrat von Dortmund eingezogen war. Das „Parteimaskotchen“, bekannt wegen seiner zahlreichen Aktivitäten in unterschiedlichen Organisationen der extremen Rechten und seiner vielen Vorstrafen, stellte sein Mandat nach zwei Sitzungen zur Verfügung. Seinen Dienst hatte er als Zugpferd für einen ganz auf ihn zugeschnittenen Wahlkampf längst erledigt.

via endstation rechts: Stühlerücken bei Der Rechten

AfD erntet Spott für Boykottaufruf gegen Rewe

AfD-Chef Lucke wird von Fans des 1. FC Köln angepöbelt. Daraufhin ruft ein Kreisverband der Partei zum Boykott von Rewe, dem Sponsor des Klubs, auf. Die Reaktionen sind verheerend, aber nicht für Rewe oder den Verein. „Boykott bis zur Entschuldigung“ prangt auf einem Facebook-Posting des Kreisverbands der Alternative für Deutschland (AfD) in Mecklenburg-Vorpommern. Die AfD-Aktivisten empören sich in dem dann folgenden Text darüber, dass AfD-Chef Bernd Lucke auf einer Bahnfahrt zwischen Berlin und Köln von zwei Anhängern des Fußballclubs 1. FC Köln angepöbelt wurde. Und weil sie das nicht hinnehmen wollen, soll der Hauptsponsor des Vereins – Rewe – dafür bluten – es sei denn, das Unternehmen entschuldigt sich für das Verhalten der rüden Fans. Rewe wollte den Boykottaufruf auf Anfrage des Handelsblatts nicht kommentieren. (…) Mit dem Boykott-Aufruf hat sich die AfD keinen Gefallen getan. Das Posting macht im Internet die große Runde und sorgt für Spott und Häme. Eine Silke Plagge freut sich bei Twitter schon, dass sie künftig bei REWE einkaufen kann ohne AfD-Leute zu treffen:

via handelsblatt: AfD erntet Spott für Boykottaufruf gegen Rewe

Irrtum der Kölner Beamten – Polizisten verprügeln Schwarzen: Warum werden sie nicht bestraft?

Eine Kölner Familie steht unter Schock, ihr Sohn ist traumatisiert. Der junge Mann wurde irrtümlich Opfer von Polizeigewalt. Doch für die erlittenen Schläge, Schmerzen und das zerstörte Handy gab es vom Polizeipräsidium keinen Cent Schadenersatz. Und auch keine Entschuldigung. Was war passiert? Der deutsche Student mit nigerianischen Wurzeln kam mittags aus der Wohnung seiner Mutter im Kölner Norden, und bemerkte, dass ihm ein Wagen mit vier stämmigen, teils glatzköpfigen Kerlen folgte, erzählt sein Vater. „Als ihn die Männer ans Auto riefen und dabei schnell aussteigen wollten, um ihn zu greifen, rannte er aus Angst davon. Das hätte wohl fast jeder getan.“ Was der Student nicht wusste: Die Männer waren Zivilbeamte – auf der Suche nach einem Straftäter. Und wer da plötzlich wegläuft, muss eingefangen werden. Das nennt man in der Branche „polizeilicher Jagdinstinkt“. Resultat: Der Student, der selber voller Panik „Hilfe, Polizei!“ rief, landete krankenhausreif geprügelt und gefesselt auf der Wache.

via express: Irrtum der Kölner Beamten – Polizisten verprügeln Schwarzen: Warum werden sie nicht bestraft?

Erneuter Flopp für Nügida

Die neonazistische Gruppierung „Nügida“ (“Nürnberg gegen die Islamisierung des Abendlandes”) marschierte am Sonntag zum dritten Mal in Nürnberg. Lediglich 27 Personen schlossen sich dem Aufruf an. Ein Teilnehmer zeigte sich dabei mit Hakenkreuz-Symbolen. „Nügida“ meldete zunächst für den 20. April, den Geburtstag Adolf Hitlers, einen Aufmarsch in der Nürnberger Innenstadt an. Auf Bitten der Stadt Nürnberg wurde der Aufzug um einen Tag verschoben. Die Behörden zogen offenbar ein Verbot in Betracht: “Wir prüfen gerade eine zeitliche Beschränkung der Demonstration, damit sie nicht an diesem Tag stattfinden kann”, erklärte Robert Pollack, Vizechef beim Ordnungsamt. Am Treffpunkt unweit des Nürnberger Hauptbahnhofes versammelten sich am Sonntag lediglich 27 Personen. Darunter befanden sich die Nürnberger JN-Aktivisten Christian M. und Alex P.  Mit Deutschlandfahnen und einem “Nügida”-Transparent zogen die Neonazis von der Gleißbühlstraße bis zur Franz-Josef Strauß-Brücke, wo sie ihre Zwischenkundgebung abhielten. Sie spielten Rechtsrock-Lieder ab, darunter Titel wie “Antifa auf’s Maul” u. ä. Wie auch bei den ersten beiden “Nügida”-Aufmärschen fungierten die bekannten Nürnberger Neonazis Rainer Biller und Dan Eising als Organisatoren. Als Redner traten die  bayerischen Neonaziaktivisten Phillip Hasselbach (“Die Rechte”, München), Roland Wuttke(aktiv u. a. für “Die Rechte”, “III.Weg”, “Volk in Bewegung”, Mering) und Heidrich Klenhardt (NPD, Postbauer-Heng) auf. Klenhardt propagierte in einer wirren Rede: “Wir haben keine Bundesregierung, Frau Merkel ist die Geschäftsführerin einer neuen Nichtregierungsorganisation”.

via störungsmelder: Erneuter Flopp für Nügida

Was wusste der Kreml von der Neonazi-Mordserie?

Drei Mitglieder einer nationalistischen Terrorgruppe sind in Russland zu Haftstrafen verurteilt worden. Der mutmaßliche Ideologe der Gruppe soll Kontakte zum Kreml gehabt haben. Vorbild war die IRA. Zu seinem ersten Mord kam Michail Wolkow mit einer braunen Beatles-Perücke und geschminkt, um später nicht erkannt zu werden. Auf sein Opfer, einen damals 27 Jahre alten Anführer der Antifa in Moskau, wartete er am frühen Morgen vor dessen Haus. Ihn begleitete ein anderer Nationalist, Nikita Tichonow. Für Wolkow musste es eine Art Bluttaufe sein. Fjodor Filatow kam gegen acht Uhr morgens heraus, mit einem Motorradhelm in der Hand. Tichonow schlug ihn mit einem Schlagring auf den Kopf. Wolkow stach mehr als 20 Mal mit dem Messer auf Filatow ein. (…) So begann die Mordgeschichte einer der schlimmsten Neonazi-Gruppen in Russland. Sie nannte sich BORN, diese Abkürzung stand übersetzt für “Kampforganisation von russischen Nationalisten”. Im Dezember 2008 töteten sie einen Arbeitsmigranten aus Zentralasien und ließen seinen abgeschnittenen Kopf vor dem Eingang einer Moskauer Bezirksverwaltung liegen. Später tötete die Gruppe unter anderem zwei weitere Antifa-Anführer und einen Moskauer Richter, der einen Prozess gegen Nationalisten geführt hatte. Nikita Tichonow erschoss den Anwalt Stanislaw Markelow und Anastassia Baburowa, eine Journalistin der “Nowaja Gaseta. Für diesen Mord wurde er bereits zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Insgesamt waren Mitglieder der Terrorgruppe BORN an neun Morden und zwei versuchten Morden beteiligt. Am Dienstag wurden in Moskau drei weitere Mitglieder zu Haftstrafen verurteilt. Michail Wolkow bekam 24 Jahre, Wjatscheslaw Issajew und Maxim Baklagin lebenslang. Nikita Tichonow und seine Freundin Jewgenija Chasis, die wegen des Mordes an Markelow und Baburowa verurteilt waren, sprachen während des Prozesses als Zeugen. Am Anfang von BORN standen zwei Geschichtsstudenten, Tichonow und sein Kamerad Ilja Gorjatschew, der mutmaßliche Ideologe der Gruppe. Tichonow, ein Fußballfan, hatte 2006 bereits seinen ersten Mord an einem Antifa-Aktivisten begangen. Gorjatschew interessierte sich mehr für Politik. Zusammen begannen sie, die nationalistische Zeitschrift “Russki Obras” herauszugeben.

via welt: Was wusste der Kreml von der Neonazi-Mordserie?

Latest Info for Oppose the March for England in Blackpool this Saturday

Anti-fascists from around the country will be joining local people in Blackpool this Sat 25th to stand up against the racist ‘March for England’. For seven years the March for England descended on Brighton. At first posing as merely an innocent St. George’s Day parade, it was in fact stuffed with far-right racists and fascists, allowing them another opportunity to parade their hatred through the streets. After several years of robust opposition from the people of Brighton who turned out in their thousands to tell MfE that they were not wanted, the fascists finally gave up and have decamped to the North West where they hope they will get a friendlier reception. A new coalition group ‘OpposeMFE’ has been formed including northern AFN groups to coordinate resistance to the nationalist march. We intend to show them they are mistaken and that the North West is no friendlier to fascists than the South.

via antifascistnetwork: Latest Info for Oppose the March for England in Blackpool this Saturday

Neo-Nazis outnumbered in Clapton, east London

Antifascists and local people heavily outnumbered a tiny group of neo-Nazis, who were able to assemble only with the assistance of hundreds of police in Clapton, in the London borough of Hackney, today. Just 22 hardcore fascists attended the event organised by Eddie Stamton, a longstanding nazi who joined the openly Hitler-worshipping British Movement as a teenager and has maintained connections with every fascist movement in Britain since. The planned anti-Semitic “protest” was advertised on hardline neo-Nazi and White Power messageboards as the first of a series targeting areas of London with substantial Jewish populations. The 22 neo-Nazis were joined by a contingent of half a dozen members of the Polish fascist group, the National Rebirth of Poland, who arrived at the end. Former National Front boss Martin Webster was spotted among the fascist demonstrators (see photo, top). The fascists had intended to march northwards towards Stamford Hill, where they aimed to target the local orthodox Jewish community.

via unite against fascism: Neo-Nazis outnumbered in Clapton, east London

„La Onda“ Magdeburg: Neonazis willkommen

Am 15. März fand in der Hermann-Gieseler-Sporthalle in Magdeburg eine MMA-Kampfsportveranstaltung (Mixed Martial Arts) statt. Die Fightnight wurde unter dem Motto „MMA Gladiators“ vom „La Onda Fightclub“ organisiert. Cheftrainer von „La Onda“ ist mit Sascha Poppendieck ein sowohl im Ring als auch in Nachtklubs aktiver Kampfsportler. Das zweite Betätigungsfeld brachte ihm bisher 15 Strafverfahren ein, davon sieben wegen schwerer Körperverletzung. Seit 2014 hat der „La Onda Fightclub“ im „LuckyFitness Sportcenter“ eine neue Trainingsräumlichkeit gefunden. Mit modernen Trainingsgeräten, inklusive großer Mattenfläche und einem Käfig sowie einer separaten Crossfit-Fläche versucht Poppendieck den Kampfsport weiter populär zu machen. In diesem Kontext bietet „La Onda“ neben den normalen Kursen für Erwachsene zum einen spezielle Kinder-Kurs an, zum anderen organsiert Poppendieck Kampfsportseminare für Schulklassen. Nazi-Hooligan als Trainer  Seit dem 27. Oktober 2014 ist mit Benjamin Brinsa der bekannteste deutsche Nazi-Kampfsportler Trainer bei „La Onda“ und hat dort die MMA-Abteilung übernommen. Der aus Leipzig stammende Brinsa ist seit fast 10 Jahren in der Naziszene aktiv.
Aufgrund seiner rechtsradikalen Verstrickungen wurde er 2013 direkt nach Vertragsunterzeichnung von der UFC wieder gekündigt. Obwohl Brinsa nie einen Kampf für die „Ultimate Fighting Championship“ bestritt, bezeichnet er sich selbst als „ehemaligen UFC-Kämpfer“. Trotz damaliger und aktueller Behauptungen, dass er kein Nazi sei und lediglich als Jugendlicher falsche Freunde hatte, ist er immer noch im neonazistisch geprägten Umfeld der Hooligangruppe „Scenario Lok Leipzig“ aktiv. Außerdem ist Brinsa mit seinem Laden „Streetwar“ Teil eines Netzes von umtriebigen Neonazis um das rechte Musiklabel „Front Records“ und verschiedene Bekleidungsmarken.

via linksunten: „La Onda“ Magdeburg: Neonazis willkommen

Dresdens “Lady Bitch Rechts”

Tatjana Festerling kämpft gegen “Schwulenterror” und den Islam. Der AfD ist sie zu extrem, deshalb will sie nun mit Hilfe von Pegida in Dresden Bürgermeisterin werden. Der Versuch einer Annäherung. Es ist fast unmöglich, mit Tatjana Festerling ins Gespräch zu kommen. Und das ist originell, denn eigentlich müsste eine Frau, die am 7. Juni Oberbürgermeisterin in Dresden werden will, geradezu gierig sein nach einem Interview. Nicht Festerling. “Ihr Name ist mir natürlich bekannt. Ich habe nicht den Eindruck, dass ich bei Ihnen auf eine faire Berichterstattung hoffen kann.” Mit zwei anderen Kollegen hingegen würde sie reden. Aber nicht einmal die Kanzlerin darf bestimmen, welchen Journalisten die Zeitung zum Interview schicken darf. Schon gar nicht die neue Frontfrau der Pegida, die sich – nicht zuletzt mithilfe der “Lügenpresse” – innerhalb weniger Wochen aus der Obskurität der Hamburger Lokalpolitik ins nationale Rampenlicht katapultiert hat. Man will fair sein. Aber was heißt Fairness, wenn Festerling vor johlenden Anhängern in Dresden ruft: “Der Terror der schwulen, lesbischen, queeren sexuellen Minderheit – willkommen in der Freiluftpsychiatrie Deutschland!” Was heißt Fairness, wenn sie den “verkorksten Gender-Tanten” den Kampf ansagt, die “mit überzogenem Sexualscheiß unsere Kinder traumatisieren wollen”. Wer von “Terror” redet, muss andere nicht über Fairness belehren. Man könnte sich auch fragen, was “Schwulenterror” und “Gendertraumata” mit der “Islamisierung des Abendlandes” zu tun haben; denn in nichts sind sich Islamisten und Pegidisten einiger als in ihrer Angst vor “überzogenem Sexualscheiß”. Man möchte gern unterstellen, dass Festerling nicht mit der Karikatur identisch sei, die von ihren Anhängern und Feinden gezeichnet wird. Doch sie gefällt sich offensichtlich in der Rolle der “Lady Bitch Rechts”, wie sie sich selbst bezeichnet. So schimpft sie bei bei einer Pegida-Wahlkampfrede am Ostermontag, wenige Tage nach dem Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Tröglitz, auf kriminelle Asylsuchende, die “in intakten sächsischen Gemeinden für Unruhe, Kriminalität und Destabilisierung sorgen”, und auf “Männer, die ihre Familie und Heimat im Stich lassen, weil es hier schöner Wohnen und ordentlich Knete vom Staat gibt”. Man müsse sich wehren gegen die “Asylantenströme, mit denen ihr, die Deutschlandvernichter von Merkel und Gabriel bis Tillich, unser Dresden, unser Sachsen und unser Deutschland flutet”.

via welt: Dresdens “Lady Bitch Rechts”

Neonazi-Partei in Griechenland: Prozess gegen “Goldene Morgenröte”-Anführer beginnt

Bildung einer kriminellen Vereinigung, illegaler Waffenbesitz: Das sind nur zwei der Anklagepunkte gegen führende Mitglieder der griechischen Neonazi-Partei “Goldene Morgenröte”. Nun startet der Prozess. Jahrelang haben die Mitglieder der griechischen Neonazi-Partei “Goldene Morgenröte” ungehindert gewütet, Migranten und politische Gegner angegriffen und deren Geschäfte demoliert. Ihre “Sturmbataillone” zogen mit Fackelzügen durch die Straßen und terrorisierten Andersdenkende. Jetzt müssen sich hohe Parteifunktionäre vor Gericht für ihre Taten verantworten. Griechische Medien bezeichnen den am Montag beginnenden Prozess gegen die Rechtsradikalen als einen historischen Moment in der jüngeren Geschichte des Landes. Die wichtigsten Anklagepunkte gegen Parteichef Nikolaos Michaloliakos und 68 weitere Funktionäre lauten Bildung einer kriminellen Vereinigung und illegaler Waffenbesitz. Weitere Vorwürfe, denen sich einige der Angeklagten stellen müssen, sind direkte oder indirekte Beteiligung an Raub, Erpressung, schwerer Körperverletzung und Mord. Der Staatsanwalt von Athen, Charalambos Vourliotis, beschreibt die “Goldene Morgenröte” in seiner Anklageschrift als “eine Verbrecherorganisation nazistischen Typs, die mit militärischer Hierarchie und Struktur im ganzen Land agiert”. Er spricht von einer Organisation, die, so wörtlich, nach dem “Führerprinzip” agierte und organisiert war.

via spon: Neonazi-Partei in Griechenland: Prozess gegen “Goldene Morgenröte”-Anführer beginnt

FreiWild & die SS

Das Freiwild-Logo ähnelt dem Abzeichen einer Freiwilligen Division der Waffen SS, zu der auch das Polizeiregiment Brixen gehört hat. Alles nur Zufall? Zufälle gibt es im Leben, anhand derer man wirklich alles erklären kann. Auf der vorletzten Frei-Wild-CD „Still“ kommt im Song „Für immer Anker und Flügel“ folgende Strophe vor (…) Wenn Grenzen fallen, und wir den Sturm bezwingen. Unangepasst- gehasste Lieder singen. Dann fällt der letzte Widerstand. Und wir überrollen jedes Land. „Sturm brich los und trag uns laut voran. Erhobenen Hauptes gegen den Untergang“. „Sturm, brich los“ ist ein Zitat des NS-Ideologen, Antisemiten und Propaganda-Ministers Joseph Goebbels. Mit diesen Worten endet Goebbels berühmte Sportpalast-Rede vom 18. Februar 1943 über den Aufruf zum „totalen Krieg“. Goebbels schrie in den aufgeputschten Saal: „Und darum lautet von jetzt ab die Parole: „Nun, Volk, steh auf, und Sturm, brich los!“ (…) Der Brixner Band ist es gelungen, mit diesem Logo eine echte Marke zu kreieren. Zum offiziellen Schriftzug mit stilisiertem Geweih gibt es auch noch eine etwas ältere Zweitversion. Dort ist oberhalb des Schriftzugs der gesamte Hirschkopf zu sehen. (…) Was weniger bekannt ist: Es gibt einen ganz anderen möglichen Ursprung des Frei-Wild-Logos. Die SS gründete bereits in den dreißiger Jahren eigene militärische Verbände. Ab 1939 erhielt dieser SS-Arm die Bezeichnung Waffen-SS. Die Waffen-SS war eigenständig und unterstand dem direkten Oberbefehl des SS-Reichsführers Heinrich Himmler. Verbände der Waffen SS wurden sowohl an der Front, als auch in den Konzentrationslagern als Wachmannschaften eingesetzt. Beim Nürnberger Prozess wurde die Waffen SS als „verbrecherische Organisation“ eingestuft. Insgesamt wurden 39 Divisionen der Waffen SS aufgestellt. Jede mit eigenem Namen und eigenem Logo, das am Revers der SS-Männer aufgenäht wurde. Das Logo der „31. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division“ ist ein Hirsch, täuschend ähnlich jenem, dem jetzt auf dem Frei-Wild-Logo findet.

via salto.bz: FreiWild & die SS

Vorfall im ICE: Köln-Fans wollten AfD-Chef Lucke aus Zug drängen

Anhänger des 1. FC Köln haben AfD-Chef Bernd Lucke als Nazi beschimpft und aufgefordert, einen ICE zu verlassen. Weil Bahn-Mitarbeiter nicht schlichten konnten, rief der Politiker die Polizei. Fans vom 1. FC Köln wollten auf der Heimfahrt von der Bundesligapartie zwischen Berlin und Köln (0:0) den Politiker Bernd Lucke aus dem ICE vertreiben. Als die Anhänger den Chef der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) im Bordbistro des ICE erkannten, forderten sie ihn auf, den Zug zu verlassen – und zwar mit den Worten: “Wir wollen keine Nazis hier.” Das berichtet der “Express”. Der Politiker wehrte sich dem Bericht zufolge zunächst gegen die Vorwürfe, verwies darauf, dass er mit seiner Frau unterwegs sei. Die FC-Fans erwiderten: “Für die Politik, die du machst, musst du dir das auch gefallen lassen.”

via spon: Vorfall im ICE: Köln-Fans wollten AfD-Chef Lucke aus Zug drängen

siehe auch: FC-Köln-Fans treffen AfD-Chef Lucke im ICE – und sorgen für einen Eklat. Wahrscheinlich ist es AfD-Chef Bernd Lucke schon gewohnt, beschimpft zu werden. Von seinen Gegnern gleichermaßen wie von seinen Parteikollegen – einen großen Unterschied gibt das nicht mehr. Zwar distanziert er sich dann gerne und sagt, dass seine Partei ja im Grunde nichts gegen Ausländer habe. Aber das Rechts-Image kommt ja nicht von irgendwoher. Die AfD kritisiert Flüchtlinge wie kaum eine andere Partei, paktiert mit dem Front National und flirtet mit den französischen rechtspopulistischen Bewegung Pegida. All das lächelt Lucke gern weg. Nicht so zum Lächeln finden das Außenstehende, wie zum Beispiel Fans des 1. FC Köln, die den Parteichef im ICE von Berlin nach Köln trafen – und den sonst zwar eher zickigen, aber meist gefassten Lucke total aus der Ruhe brachten. Dazu muss man wissen: Kölner sind ziemlich geübt darin, gegen Rechte mobil zu machen. “Arsch huh, Zäng ussenander” (Arsch hoch, Zähne auseinander) heißt eine Aktion der Stadt, für die Tausende jedes Jahr auf die Straße gehen. Wie ernst das die Kölner meinen, zeigten sie dann gleich Lucke. „Wir wollen keine Nazis hier!“, schrien die Köln-Fans den AfD-Chef im Zug an. Über der Vorfall berichtete zuerst der das Kölner Boulevardblatt “Express”. Daraufhin forderten sie Lucke auf, den Zug zu verlassen. Der fand das gar nicht witzig und sagte laut “Express”: „Ich bin privat mit meiner Frau hier, lassen Sie mich.“ Er habe den Schaffner gerufen und die Fans aus dem ICE-Bistro werfen lassen. Der sagte später dem “Express”: “Und ich muss den Lucke jetzt verteidigen – als Ausländer.” Die FC-Köln-Fans ließen sich davon nur wenig beeindrucken. Arsch hoch, Zähne auseinander eben – und machen weiter: “Für die Politik, die du machst, musst du dir das auch gefallen lassen.”

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 906 other followers