Category Archives: Revisionismus

Holocaustleugner Horst Mahler soll hinter Gittern bleiben

Bereits vor mehr als einem Jahr stellte mit Horst Mahler einer der bekanntesten Holocaustleugner der Bundesrepublik einen Antrag auf vorzeitige Entlassung aus der Haft. Das Landgericht Potsdam legt dem 79-Jährigen allerdings nah, sein Vorhaben zurückzuziehen – wegen Aussichtslosigkeit. Mahler antwortet mit Drohungen. Horst Mahler gibt nicht auf. Mit Nachdruck drängt der mehrfach vorbestrafte Holocaust-Leugner auf seine vorzeitige Haftentlassung. Mit dem Hinweis auf sein fortgeschrittenes Alter wollte das frühere Mitglied der NPD erreichen, dass sich die Gefängnistore bereits nach der Hälfte seiner Haftzeit öffnen. Wie aus einem auf einer eigens für diesen Fall von Personen aus Mahlers persönlichem Umfeld eingerichteten Webseite veröffentlichten Schreiben hervorgeht, legt ihm die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Potsdam nahe, den entsprechenden Antrag aufgrund seiner Aussichtslosigkeit zurückzunehmen. Derzeit sitzt der 79-Jährige, der 1970 an der Gründung der Roten Arme Fraktion (RAF) beteiligt war, in der JVA Brandenburg/Havel ein. Mehrere Verurteilungen, unter anderem wegen Volksverhetzung, summierten sich zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe. Mahler weiterhin im Visier der Justiz Die Chancen, dass Mahler nach Verbüßung von zwei Dritteln seiner Haftzeit auf freien Fuß gesetzt wird, scheinen derzeit ebenfalls gering. Grund hierfür ist die Anklageerhebung wegen Volksverhetzung durch die Staatsanwaltschaft Cottbus aus dem März 2014. Bislang, so Mahler, sei die Anklage allerdings nicht zugelassen worden. Offensichtlich liegt ein psychologisches Gutachten noch nicht vor. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Holocaustleugner vor, zwischen November 2012 und März 2013 einen antisemitischen Aufsatz verfasst haben. Dieser sei dann von einem Unbekannten im Internet veröffentlicht worden. Dabei handelt es sich um das mehr als 200 Seiten starke Pamphlet „Das Ende einer Wanderschaft. Gedanken über Gilad Atzmon und die Judenheit“. Für die Erstellung der Schrift, die über die Neonazi-Hetzseite „Altermedia“ verbreitet wurde, hatte der in Haynau im heutigen Polen geborene Rechtsanwalt, dem 2009 seine Zulassung durch die Berliner Anwaltskammer entzogen worden war, einen privaten Computer genutzt, was ihm auch erlaubt worden sein soll.

via endstation rechts: Holocaustleugner Horst Mahler soll hinter Gittern bleiben

Groups call on Croatia to end collaborators’ pensions

Croation human rights group joins Simon Wiesenthal Center in asking government to stop giving money to known former Nazi helpers. Echoing calls by the Simon Wiesenthal Center, a Croatian human rights group has lambasted the government for paying pensions to former collaborators of Nazi Germany. The pension payments to Ustasa and Home Guard veterans “proves that modern Croatia is more a successor of the genocidal Independent State of Croatia than of the State Anti-fascist Council for the National Liberation of Croatia,” Miodrag Linta, president of the Coalition of Refugee Associations, said in an interview with the Serbian news website blic.rs. (…) Earlier this month, the Simon Wiesenthal Center urged the Croatian government to cut the pensions, citing the Ustasha’s complicity in the murder of 30,000 Jews and about 29,000 Roma, as well as up to 750,000 Serbs. Croatia is paying pensions to about 10,000 former collaborators, costing the government around $56 million yearly, according to estimates by the AFP news agency. Linta said the pensions are indicative of a larger problem, namely that “the majority of Croatian society still believes that the NDH [the pro-Nazi puppet regime] was driving the creation of today’s Croatia, although the Constitution formally and legally contradicts this.”

via timesofisrael: Groups call on Croatia to end collaborators’ pensions

Überzeugungs- und Wiederholungstäter

Das Landgericht Hannover hat den früheren Schatzmeister des verbotenen Holocaust-Leugner-Vereins VRBHV zu zehn Monaten Haft verurteilt. Nicht alle Besucher im Saal H 2 wollten aufstehen, als die Richter ihn betraten. „Warum?“ höhnte ein Mann. Beim Nachfragen zur Staatsbürgerschaft gab sich der Beschuldigte Arnold Höfs auch sofort widerspenstig. „Ein D“ stünde im Pass, auf der Landkarte hätte er aber noch kein Deutschland erkennen können. Am Dienstagnachmittag schien im Landgericht Hannover der Prozess gegen Höfs wegen der Leugnung und Verharmlosung des Holocausts durch Störungen und Widerständigkeiten massiv behindert werden zu können. Der Vorsitzende Richter Stefan Lücke unterband aber mit klarem Wort jede Provokation. Bereits am späten Nachmittag stand das Urteil „schuldig“ fest. Die Plätze im Saal H 2 waren nicht alle belegt. Doch nicht nur die Grand Dame der Holocaust-Leugner-Szene Ursula Haverbeck hatte dort Platz genommen, um ihrem früheren Schatzmeister beim „Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“ (VRBHV) beizustehen. Auch Rigolf Hennig war gekommen. Mit Haverbeck tauschte er sich über die „neue Ausgabe“ aus. Gemeint dürfte die von Hennig herausgegebene „Stimme des Reiches“ sein, in der immer wieder der Massenmord an den Juden in Frage gestellt wird. Schon vor dem Urteil ermunterten sich Haverbeck, Henning und Höfs, den Rechtstreit um der Wahrheit willen weiter zu führen.

via bnr: Überzeugungs- und Wiederholungstäter

Wie braun war dieser Professor wirklich?

Erst ehrgeizig in der SS, dann groß als Romanist an der renommierten Reform-Uni Kostanz. Ein neues Gutachten belastet Hans Robert Jauß erheblich. Wie sehr war er in Kriegsverbrechen verstrickt? Über seine braune Vergangenheit wusste man Bescheid – aber offenbar noch nicht alles. Dass Hans Robert Jauß (1921–1997) im Dritten Reich Mitglied der Waffen-SS war, ist seit den Neunzigerjahren bekannt. Jetzt hat ein neues Gutachten die Karriere des renommierten Literaturprofessors neu untersucht und kommt zu dem Ergebnis: Hans Robert Jauß hat nicht alles über seine Nazi-Vergangenheit erzählt. Denn er hat sich trotz seiner Karriere in der SS stets nur zum Mitläufer stilisiert. Er hat verschwiegen, Kompanieführer einer SS-Einheit in Kroatien gewesen zu sein – so das Ergebnis eines von der Universität Konstanz in Auftrag gegebenen Gutachtens, das der Historiker Jens Westemeier erstellt hat. Die Uni Konstanz hat das Gutachten inzwischen auch zum Download bereitgestellt. Demnach “führte Jauß 1943 eine Kompanie in Kroatien. Die Einheit war sowohl selbstständig wie auch im Bataillonsrahmen im Partisanenkrieg, dem sog. Bandenkampf, eingesetzt. Dokumente belegen, dass das Bataillon dabei sog. Sühnemaßnahmen durchführte und Kriegsverbrechen beging; als Kompanieführer trug er in Führungsverantwortung dafür eine Mitverantwortung.” Mitverantwortlich für Kriegsverbrechen? Westemeier kommt zwar zu dem Ergebnis: “Eine individuelle Tatbeteiligung von Jauß ist nicht nachzuweisen.” Es sei aber auch “völlig ausgeschlossen, dass Jauß von den Verbrechen keine Kenntnis hatte. 1940 erlebte er als SS-Sturmmann mit großer Wahrscheinlichkeit die Erschießung eines dunkelhäutigen Gefangenen der französischen Kolonialtruppe durch seine Einheit; an der Ostfront war ihm die Praxis der Erschießung von sowjetischen Kriegsgefangenen gut bekannt.” Das alles steht widersprüchlich zu dem, was Jauß zu Lebzeiten in eigener Sache geäußert hatte. So hatte er behauptet, dass er und seine Truppe nicht “zu Maßnahmen gegen Partisanen oder gegen die Widerstandsbewegung” eingesetzt worden seien: “An kriminellen Handlungen war ich nie beteiligt, was schon durch das Spruchkammerurteil von 1947 bezeugt ist.”

via welt: Wie braun war dieser Professor wirklich?

Notorischer Holocaust-Leugner muss ins Gefängnis

Wieder einmal konnte der Szeneanwalt Wolfram Nahrath einen seiner Mandanten nicht vor einer Verurteilung bewahren. Arnold Höfs, pensionierter Steuerberater und bekannter Holocaust-Leugner, muss wegen Volksverhetzung für zehn Monate hinter Gitter. Das entschied gestern das Landgericht Hannover. Arnold Höfs sei ihm seit Jahren bekannt und unbelehrbar, erklärte Oberstaatsanwalt Jens Lehman laut Medienberichten im Laufe des Verfahrens vor dem Landgericht Hannover, das über den notorischen Holocaust-Leugner in zweiter Instanz zu entscheiden hatte. Dazu passte, dass er mit Wolfram Nahrath, den letzten Vorsitzenden der 1994 verbotenen Wiking-Jugend, einen bekannten Szeneanwalt als Rechtsbeistand engagiert hatte. Der Berliner Jurist vertritt häufiger Relativierer und Leugner des deutschen Massenmordes, meist mit wenig Erfolg .
In der Tat ist Höfs in der Angelegenheit kein Unbekannter und in der Szene gut vernetzt, die ihm aufgrund seiner Ausbildung gerne auch in finanziellen Fragen vertraute. Er war Schatzmeister des 2008 verbotenen Vereins „Bauernhilfe e.V.“, einer Teilorganisation innerhalb des ebenfalls verbotenen „Collegium Humanum“, einem Sammelbecken bekannter Holocaust-Leugner. Für die neue Sammlungsbewegung der Szene, der Europäischen Aktion (EA), stellte er laut NDR-Recherchen zeitweise ein Spendenkonto zur Verfügung. Mit dem EA-Gründer Bernhard Schaub nahm Höfs 2006 an Ahmadinedschads „Holocaust-Konferenz“ in Teheran teil. „Faktenspiegel“ nicht wissenschaftlich Auf die Anklagebank brachte den 69-Jährigen einer seiner „Faktenspiegel“, kleine Bücher, die er unter dem Pseudonym „Herbert Hoff“ veröffentlicht. Wegen dieser Veröffentlichungen wurde er laut Medienberichten schon einmal zu einer kurzen Freiheitsstrafe verurteilt. Welche Ansichten der Rentner in seinen Heftchen vertritt, kann einem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln entnommen werden.

via endstation rechts: Notorischer Holocaust-Leugner muss ins Gefängnis

„Zugführer alle nach Auschwitz“ – Wird jetzt gegen einen YouTuber ermittelt?

Wer sich in diesen Tagen so richtig Bestätigung abholen möchte, der regt sich über den Bahnstreik auf. Je länger der Showdown zwischen GDL und Bahn dauert, desto mehr Hobby-Demagogen fühlen sich berufen, gegen die Lokführer zu wettern. Weil die Springer-Presse das aber schon seit Wochen mit ziemlich hoher Feuerrate tut, muss man mittlerweile schon ganz schön laut schreien, wenn man noch gehört (und geliket) werden will. (…) JuliensBlog ist ein eigentlich kein Blog, sondern der Youtube-Kanal eines 26-Jährigen, der mit fast 1,25 Millionen Abonnenten zu den Top 20 der beliebtesten YouTubern Deutschlands gehört. Am Dienstag hat dieser YouTuber also beschlossen, seinen Senf zum GDL-Streik zu geben—und ist damit ziemlich übers Ziel hinausgeschossen. Der Großteil des fast fünfminütigen Videos besteht im Grunde aus Beleidigungen im Stil Jan Leyks. Immerhin macht Julien sich die Mühe, die Forderungen der GDL durchzugehen, um sie dann als Gejammer von „austauschbaren Nullnummern” oder „irrelevanten Spasten” in der „Hurensohnarmee” zu beschimpfen. Irgendwann scheint das aber nicht mehr zu reichen, also greift er zum letzten Register. Da heißt es dann: „Vergasen sollte man diese Mistviecher. Wisst ihr noch, wie die Juden mit Zügen nach Auschwitz transportiert wurden? Man sollte die Zugführer alle dahin bringen. Ich fahr’ auch den Zug, und zwar umsonst.”  Das Ganze natürlich unterlegt mit Bildern von Auschwitz, damit auch niemand diese Widerwärtigkeit verpasst. Hat auch keiner, und mehr als 34.000 Menschen haben dem Video jetzt schon Daumen hoch gegeben. „Der @JuliensBlog sagt das, was ich mich nicht traue auf Youtuber [sic] auszusprechen”, schreibt ein anderer YouTuber. „I like. Soo hart!” Mittlerweile sind aber auch die Erwachsenen auf das Video aufmerksam geworden, und so langsam wird es ungemütlich für JuliensBlog. Die ersten Anzeigen wurden bereits gestellt, Google will sich das Video noch mal anschauen, und die Münchner Polizei hat sich schon eingeschaltet, um zu prüfen, ob die Aussagen strafrechtlich relevant sind.

via vice: „Zugführer alle nach Auschwitz“ – Wird jetzt gegen einen YouTuber ermittelt?

siehe auch Leser_innen-Fundstücke: Juliens Blog und die vergaste GDL. Täglich beobachten Sie, liebe Leserinnen und Leser, Rechtsextremismus, Rassismus und andere gruppenbezogene Menschenfeindlichkeiten – im Internet und in der realen Welt. Wir werden zukünftig einige Fundstücke in unregelmäßiger Folge mit kurzen Kommentaren veröffentlichen. Heute: Juliens Blog und die vergaste GDL. YouTube hat seine ganz eigenen Stars, und einer davon ist ein junger Mann namens Julien Sewerin. Laut YoutubeWiki ist er 26 Jahre alt, Deutscher mit italienischen Wurzeln und hat über 1.225.000 Abonnenten (Stand: 20.04.2015). Damit gehört er zu den Top 20 der meistabonnierten YouTubern in Deutschland. Seine Fans hat er offenbar mit Analysen von Rap-Songs gewonnen, in einem sarkastisch-bitterbösen Stil, und diesen dann später auch auf Verrisse der Bibel oder der BILD-Zeitung angewandt. Provokationen und Massenbeleidigungen seien seine Hauptstilmittel, berichtet das Netzfeuilleton schon 2013. (…) Die Grenzen zwischen Satire, verletzender gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und sogar Volksverhetzung sind oft fließend. Ein trauriges Beispiel dafür ist Juliens aktuellstes Video (das auch ohne diesen Disclaimer daherkommt): “GDL – Bahnstreik”. Ein Aufregerthemer für viele, auch Julien regt sich auf, und es wird schnell klar, dass Niveau nicht sein Thema ist: Es hagelt – um die Gewerkschaft der Lokführer und Lokführer an sich zu verunglimpfen – sexistische und behindertenfeindliche Beschimpfungen mit Sekundentempo. Außerdem blamiert sich Julien mit einer völlig unreflektierten Sicht auf Streiks und Streikkultur an sich, die aber viele seiner Follower (laut entsprechender Kommentare unter dem Video) teilen oder sich gar zu eigen machen, weil ein solches “Vorbild” es ihnen auf YouTube erzählt. (…) Richtig “hübsch” wird es ab Minute 3:50: “Vergasen sollte man sie, diese Mistviecher. Wisst Ihr noch, wie die Juden in Zügen nach Auschwitz transportiert wurden? Man sollte die Zugführer alle dahinbringen! Ich fahr auch den Zug und zwar umsonst und werde nicht einmal streiken.” Bebildert mit dem Foto einer Gaskammer und Zügen voller Jüdinnen und Juden auf dem Weg in die Konzentrationslager im nationalsozialistischen Deutschland. Herabsetzung des tödlichen Antisemitismus der Nazis als “humoristisches” Stilmittel bei gleichzeitiger Todesdrohung pauschal gegen alle Lokführer. Mehr Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit lassen sich kaum in 4 Minuten YouTube unterbringen. Ganz “humoristisch”, natürlich. Und wie reagieren die größtenteils jugendlichen Zuschauer_innen auf diese 4 Minuten Hass? Die meisten, die in der Kommentarspalte eine Meinung hinterlassen, finden es gut, stimmen zu, versuchen, einen noch krasseren Kommentar mit noch mehr Beleidigungen pro Rechtschreibfehler zu hinterlassen.

Holocaust-Mahnmal in Berlin – Männer urinieren im Stelenfeld und rufen antisemitische Parolen

Zwei Männer haben am Dienstagmorgen im Denkmal für die ermordeten Juden Europas in der Cora-Berliner-Straße gegen Stelen uriniert und antisemitische Parolen gegrölt. Die insgesamt fünfköpfige Männergruppe war einem Mitarbeiter des polizeilichen Objektschutzes am Dienstagmorgen gegen 5 Uhr im Stelenfeld für die ermordeten Juden Europas aufgefallen. Zwei Männer aus der Gruppe urinierten gegen Stelen an der Cora-Berliner-Straße und riefen antisemitische Parolen.

via tagesspiegel: Holocaust-Mahnmal in Berlin – Männer urinieren im Stelenfeld und rufen antisemitische Parolen

Greek town demands Star of David removed from Holocaust memorial

Jewish groups reported that authorities in the Greek port of Kavala want the Star of David to be removed from a Holocaust memorial or they will not permit its display. The American Jewish Committee said Friday that its partner body in Greece, the Central Board of Jewish Communities, reported that municipal authorities had canceled a May 17 ceremony unveiling the memorial. A Star of David is engraved into the monument. The authorities want the ancient Jewish symbol, which also features on the Israeli flag, removed before they allow the memorial’s display. “How can it be that the eternal symbol of the Jewish people – the very symbol that the Nazis required Jews to wear in the death camps and ghettos of Europe during the Second World War – is deemed unfit for public display in Kavala?” AJC’s executive director, David Harris, said in a statement. The memorial commemorates the 1,484 Jews in the northern city murdered by the Nazis.

via searchlight: Greek town demands Star of David removed from Holocaust memorial

Saarbrücken – Wirbel um Urkunde für Rechtsextremen

Wie es dazu kam, dass ein „Sagesa“-Aktivist in der Staatskanzlei für Verdienste um Kriegsgräber geehrt wurde. Für Verdienste beim Sammeln von Spenden für die Pflege von Kriegsgräbern ist ein führender Rechtsextremer in der Staatskanzlei geehrt worden. (…) Mit einem Empfang hatte Staatskanzlei-Chef Jürgen Lennartz (CDU) vor einer Woche den Helfern der Herbstsammlung des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge gedankt. Mehr als 142 000 Euro waren 2014 zusammengekommen, eine stolze Summe. Lennartz verteilte als Dank Urkunden an die emsigsten Helfer, seine Rede trug den Titel „Der innere Frieden als Herausforderung in einer multi-ethnischen Gesellschaft“. Auf einen der Geehrten passte dieser Titel allerdings ganz und gar nicht. Otfried Best, Redner bei den fremdenfeindlichen Protesten der Gruppe „Saarländer gegen Salafisten“ (Sagesa), bekam ebenfalls eine Urkunde. Den letzten „Abendspaziergang“ der Sagesa in Püttlingen verpasste er deshalb. Dafür wurde der Völklinger drei Tage später zum Sprecher gewählt, als die Segasa-Leute einen offiziellen Verein gründeten. So steht es zumindest auf deren Internetseite. Best, ein engagierter Rechtsextremer, hatte für die NPD mehrere Jahre im Völklinger Stadtrat gesessen. 2005 sorgte er bei einer gemeinsamen Sitzung der Stadträte von Völklingen und Forbach für einen Eklat, als er die sächsische NPD-Fraktion in ihrer Aussage unterstützte, die Bombardements der Alliierten auf Deutschland seien ein „Bomben-Holocaust“ gewesen. Inzwischen hat sich Best der ebenfalls ganz weit rechts stehenden „Freien Bürger Union“ angeschlossen. In einem Flugblatt aus dem Völklinger Stadtratswahlkampf 2014 beklagte sich Best über eine angebliche „muselmanische Zwangsintegration aller Deutschen“ und den „Kulturmord an deutschen Traditionen“. Wie kommt ausgerechnet so jemand zu einer Ehrung in der Staatskanzlei? Die Liste der zu Ehrenden hatte der Volksbund zusammengestellt, sein Landeschef hat auch die Urkunden unterschrieben. VDK-Landesgeschäftsführer Carsten Baus sagte, es seien unter anderem Reservistenkameradschaften eingeladen worden, die sich bei der Herbstsammlung besonders engagiert hätten. Und Best habe für die Reservistenkameradschaft (RK) Differten, die ein gutes Sammelergebnis erzielt habe, an der Ehrung teilgenommen. Auf die RK laute auch die Urkunde, nicht auf Best als Einzelperson.

via saarbrücker zeitung: Saarbrücken – Wirbel um Urkunde für Rechtsextremen

NPD-Kundgebung in Karlshorst am 08.05.2015

Am 8. Mai 2015, dem 70. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland, versammelten sich – parallel zum Fest am Deutsch-Russischen Museum in Karlshorst 55 Neonazis zu einer Kundgebung der NPD. Während auf dem Gelände des Hauses, in dem vor 70 Jahren die Kapitulation unterschrieben wurde, gefeiert wurde, protestierten mehr als 100 Menschen gegen die revisionistische Kundgebung der Neonazis.  Die Kundgebung wurde von dem Lichtenberger Neonazi Jens Irgang (002) angemeldet. Es sprachen neben Irgang auch der Berliner NPD-Landesvorsitzende Sebastian Schmidtke und der Neonazi-Anwalt Wolfram Nahrath. Die NPD hatte ihren Berliner Lautsprecherwagen und das NPD-Flaggschiff aufgefahren. Die meisten Neonazis reisten mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Unter ihnen waren die Berliner NPDler Josef Graf (009), Uwe Meenen (008), Danny Matschke (003) und Fritz Liebenow (004) sowie die Organisatoren der rassistischen Proteste in Köpenik – Andreas Käfer (006) – und Hellersdorf – Kai Schuster (010). Der Pankower NPD-Verband hatte im Vorfeld am Sowjetischen Ehrenmal in Buch eine Kundgebung mit 15 Neonazis abgehalten, von denen 10 nach Karlshorst weiterreisten, darunter Christian Schmidt (011) und der Weißenseer Rechtsterrorist Markus Bischoff (007). Die Betreuung der Technik und der Ordnerdienst wurde erneut von Brandenburger Neonazis gestellt – von Manuel Arnold (KW), Benjamin Weise (KW), Alexander Pieper (Fürstenwalde) und Marcel Teske (Fürstenwalde). Auch Neonazis aus dem militanten Netzwerk “NW Berlin” waren anwesen, so z.B. die Lichtenberger Christian Bentz (013), Oliver Oeltze (014) und David Gudra (012), sowie Aktivist_innen der Berliner Partei “Die Rechte” – Gesine und Ronny Schrader (022+023), Dennis Kittler (019) und Tim Wendt (020) und der Aktivist der “Weiße Wölfe Terror Crew” Sebastian Rudow (024).

via linksunten: NPD-Kundgebung in Karlshorst am 08.05.2015

Report: Anti-Semitic vandalism spiked in Ukraine in 2014

Popular targets for vandals recorded in report were synagogues and Holocaust memorials, including Kiev’s Babi Yar. Anti-Semitic vandalism in Ukraine, including occurrences of graffiti and attempted arson, spiked in 2014, according to a new report by the Association of Jewish Organizations and Communities (Vaad) of Ukraine. However, the surge in anti-Semitic violence expected in the wake of early 2014’s Ukrainian revolution, failed to materialize. Vyacheslav Likhachev, who monitors anti-Semitism for the Euro-Asian Jewish Congress and the Vaad, recorded 23 such incidents over the course of the year within both Ukrainian and separatist- held territory. Incidents of vandalism had held steady at nine annually since 2011, having fallen from a peak of 21 in 2006. “Thus, even though the statistics for 2014 display significant growth in both anti-Semitic vandalism and anti-Semitic violence in comparison with previous years, the peak of the crimes remains in the mid-2000s [first decade of the century], and when taking the long perspective, the situation over the last five years seems to be relatively stable,” Likhachev explained. Popular targets for vandals were Holocaust memorials, including Kiev’s Babi Yar. Several synagogues, in Zaporizhya, Simferopol, Mykolaiv, Kiev and Hust, also were targeted in attempted arson attacks. According to Likhachev, the increase in the desecration of Jewish sites can be explained by the fact that “symbolic violence has now been legitimized in Ukrainian society,” with a significant percentage of Ukrainians approving of the destruction of statues of Lenin and other Russian and communist symbols. “The psychological barrier between theoretical intolerance and symbolic violence has become quite transparent for persons leaning towards radicalism,” he wrote. “One needs to take into account that thousands of young people in Ukraine have experienced making and using incendiary mixtures in the winter struggle, as well as have undergone even more extreme and traumatic experiences that have seriously shifted the boundaries of what is acceptable.” The researcher added that the Jewish community’s outspoken support for Ukrainian nationalism has “provoked anti-Semitic acts from pro-Russian separatists.” According to Likhachev’s numbers, however, just four incidents of violence that could definitely be causally linked to anti-Semitic motives occurred during the course of 2014, all of which occurred in the first half of the year in Kiev, the capital.

via jpost: Report: Anti-Semitic vandalism spiked in Ukraine in 2014

Green leader ‘sorry’ for Auschwitz analogy

UPDATED: Green party co-spokesperson Åsa Romson has apologized after calling Roma people “zigenare” (gypsies) as well as comparing the migrant crisis in the Mediterranean to the Holocaust. Åsa Romson used the term “zigenare” following a debate between the leaders of Sweden’s major political parties, broadcast on SVT. The word, which means “gypsy” in English is deeply offensive. In April it became one of a selection of words followed by the phrase “använd istället” (use instead) in the latest edition of Sweden’s official dictionary produced by Svenska Akademien (The Swedish Academy). The book advises all Swedes to use “Roma” instead. But Romson used word term “zigenare” instead of “Roma” as she defended describing the migrant crisis in Europe as “the new Auschwitz” in the broadcast on Sunday night. After her comparisons with the mass killings proved controversial, she told SVT she wanted to apologize to “any of the groups” affected by Adolf Hitler’s crimes during the second word war including “zigenare” (gypsies), Jews and gay people.

via thelocal:Green leader ‘sorry’ for Auschwitz analogy

Vandals destroy monument to Polish Jews killed in Holocaust

Incident at cemetery in Rajgrod targets memorial to community exterminated in 1942. An act of vandalism destroyed a monument commemorating a Polish Jewish community. Police are investigating last week’s incident at the Jewish cemetery in Rajgrod, a town of some 1,700 in northeastern Poland. The cemetery does not have security monitoring. The monument was unveiled last September by the Foundation for the Preservation of Jewish Heritage in Poland and Israeli Avi Tzur, whose ancestors came from Rajgrod. The town’s Jewish population was liquidated in 1942. “This type of damage is seen as a despicable attack on Holocaust victims and their families involved in a project of commemoration,” said Monika Krawczyk, director of the Foundation for the Preservation of Jewish Heritage in Poland.

via timesofisrael: Vandals destroy monument to Polish Jews killed in Holocaust

Gedenktafel für US-Befreier in Salzburg zerstört

Lange Serie von politisch motivierten Zerstörungen in der Stadt Salzburg. Die Gedenktafel im Toscaninihof, die an die Befreiung der Stadt Salzburg durch die US-Army am 4. Mai 1945 erinnert, ist über das Wochenende von Unbekannten zerstört worden. Die Glastafel weist ein Einschussloch auf, das möglicherweise von einer Steinschleuder oder einer Gasdruckpistole stammen könnte. Die Tafel im Toscaninihof ist am Felsen des Mönchsberges mitten im Stadtzentrum angebracht. Erst vergangen Woche ist an dieser Stelle eine Gedenkfeier der Stadt mit Veteranen der US-Streitkräfte abgehalten worden.

via derstandard: Gedenktafel für US-Befreier in Salzburg zerstört

8. Mai in Trier: Babic und die sieben Weltkriegsverlierer

Sieben Gesinnungsgefährten folgten am 8. Mai dem Aufruf des Trierer NPD-Chefs Safet Babic zu einer Kundgebung auf dem Trierer Petrisberg. Gegen TeilnehmerInnen der NPD-Versammlung leitete die Polizei Ermittlungsverfahren ein. Nach Angaben der Polizei riefen sie “Parolen, die den Verdacht einer Straftat des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen nach § 86a StGB begründeten”. Folgende Situation dürfte ausschlaggebend gewesen sein: Der Trierer Detlef Walter fand in seiner Rede klare Worte und erinnerte „auch an die gefallenen Kameraden der Waffen-SS“. Daraufhin skandierten TeilnehmerInnen “Blut und Ehre”. Die Verwendung dieses nationalsozialistischen Schlagwortes ist in Deutschland strafbar. (…) Neben den Trierern Walter und Babic hielten auch Ricarda Riefling und Markus Walter (beide NPD Westpfalz) und Karl-Heinz Pfirrmann (NPD Rheinhessen-Pfalz) Reden.

via infobuero: 8. Mai in Trier: Babic und die sieben Weltkriegsverlierer

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