Neonazi attackiert Mann aus Guinea

Am S-Bahnhof Warschauer Straße drückte ein Neonazi einen 20-Jährigen aus Guinea ans Brückengeländer und rief “Sieg Heil”. An der Warschauer Brücke ist am Sonntagfrüh ein Mann aus Guinea von einem Neonazi beleidigt und attackiert worden. Wie das Polizeipräsidium weiter mittelt, konnten Beamte der Bundespolizei einen Tatverdächtigen festnehmen. Zeugen berichteten, dass der 34-Jährige den 20-Jährigen aus Guinea, der eine dunkle Hautfarbe hat, kurz nach acht Uhr beleidigte und ihn anschließend gegen ein Brückengeländer der Fußgängerüberführung zum S-Bahnhof gedrückt haben soll.
Der Verdächtige habe dabei “Sieg Heil” gerufen und den Hitlergruß gezeigt. Passanten halfen dem Afrikaner und alarmierten die Polizei. Die Beamten ließen den 34-Jährigen ins Röhrchen pusten, was einen Wert von 1,43 Promille ergab.

via tagesspiegel: Neonazi attackiert Mann aus Guinea

Österreich-Wahl: Van der Bellen liegt bei Briefwählern derzeit vorn

In Österreich entscheidet sich am Montag mit einem Tag Verspätung die Bundespräsidentenwahl. Dann wird sich zeigen, ob Norbert Hofer oder Alexander Van der Bellen das Rennen für sich entscheidet  Am Sonntag hatte die Abstimmung nach Hochrechnungen ein Patt ergeben. Die Briefwahl wird am Montag entscheiden, wer Österreichs neuer Bundespräsident wird. Ob Norbert Hofer von der rechtspopulistischen FPÖ oder sein Konkurrent, der von den Grünen unterstützte Alexander Van der Bellen.
Am Wochenende hatten mehrere Zwischenfälle in Wien für Schlagzeilen gesorgt – so berichtete HuffPost-Reporter Sebastian Christ von mehreren Hofer-Sympathisanten, die öffentlich den Hitlergruß gezeigt hatten. Mehr dazu im ersten Teil des NEWS-BLOGS. Alle Infos zur Präsidenten-Wahl in Österreich im NEWS-BLOG: 14:08 Uhr: Mittlerweile sind 444.716 Wahlkarten ausgezählt, das sind bereits über 50%. Das aktuelle Zwischenergebnis der Wahlkarten: Van der Bellen: 60,4%, Hofer: 39,6%. Van der Bellen braucht haargenau 60,4% der Wahlkarten-Stimmen um im Gesamtergebnis vor Hofer zu liegen. Der Krimi geht weiter.

via huff: Österreich-Wahl: Van der Bellen liegt bei Briefwählern derzeit vorn

Amoklauf in Vorarlberg – Schütze war Neonazi mit Waffenverbot

Wer ist der Mann, der mit einer Kalaschnikow zwei Männer aus dem Hinterhalt hinrichtete? Gregor S. stammt aus einer Mini-Gemeinde in der Vorarlberger Region Walgau. Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) warnt vor dem dramatischen Anstieg rechtsextremer Straftaten und fordert Handlungen ein. Noch kleiner als die Heimat war das Weltbild des 27-jährigen Rockers: Gregor S. pflegte regen Kontakt zur rechtsextremen Szene. Aus seiner ideologischen Nähe zu Neonazis und Skins machte er laut Freunden überhaupt kein Geheimnis. Auf seinem Facebook-Profilbild trägt er ein Shirt, auf dem das Eiserne Kreuz (deutsche Kriegsauszeichnung) prangt. Bezeichnend: Seit zehn Jahren bestand wegen mehrerer Gewaltdelikte ein Waffenverbot gegen den Täter, der in psychologischer Behandlung stand. Auf dem linken Arm hatte Gregor S. einen Sensenmann tätowiert. Am Sonntag wurde er selbst zum Killer. Die Todesopfer waren ein “Lord”-Rocker und ein Sozialarbeiter… Gellende Schreie, wummernde Schüsse aus einem Schnellfeuergewehr und Menschen, die in Panik in die umliegenden Wälder flüchteten: Sonntagfrüh verwandelte ein Rasender (27) eine Konzertgelände in ein Schlachtfeld. Dann richtete er sich selbst.Gregor S. war gegen 3 Uhr auf dem Parkplatz des Geländes in Nenzing (Vbg.) heftig mit seiner Freundin zusamengekracht. Es gab Streit, dann sah der Mann rot. Polizeisprecherin Susanne Dilp: “Er holte ein Gewehr aus dem Auto, ging auf das Gelände und begann wahllos um sich zu schießen.” Rund 150 Besucher waren anlässlich des 30. Jubiläums des Rockerklubs “The Lords” noch bei dem Fest. Zwei Vorarlberger (33 und 48 Jahre alt) starben im Kugelhagel der Kalaschnikow sofort. Während sich elf zum Teil schwer Verletzte mit Steck- und Durchschüssen am Boden wälzten, liefen jene, die verfehlt wurden, um ihr Leben. Dutzende suchten in den nahen Wäldern und in Autobahnunterführungen Schutz vor dem Tobenden.

via heute.at: Amoklauf in Vorarlberg – Schütze war Neonazi mit Waffenverbot

siehe auch: Drei Tote nach Amoklauf an Konzert. Nach dem Amoklauf bei einem Rocker-Konzert im vorarlbergischen Nenzing wurde der Täter identifiziert: Beim 27-jährigen Mann handelt es sich um einen Walgauer, der in der Vergangenheit Verbindungen zur rechtsextremen Szene hatte. Nach einem Streit mit seiner Freundin erschoss er zwei Menschen. Anschliessend tötete er sich selbst. Unter den elf Verletzten befindet sich eine 49-jährige Schweizerin. Der Mann hatte sich in der Nacht auf Sonntag in Nenzing in Vorarlberg mit seiner Freundin gestritten, wie die Polizei mitteilte. Nach dem Streit holte er gegen drei Uhr die Waffe aus seinem Auto und schoss wahllos auf die rund 150 Besucher des von einem Motorradclub veranstalteten Konzerts; Amokläufer von Vorarlberg kam aus der Neonaziszene. Der 27-jährige Gregor S., der am Sonntag bei einem Rockerfest im Vorarlberger Nenzing zwei Personen und sich selbst getötet hat, war Mitglied der Vorarlberger Neonazi-Szene. Entsprechende Medienberichte bestätigte die Vorarlberger Polizei bei einer Pressekonferenz am frühen Montagnachmittag. Der Vorarlberger gehörte demnach bis 2010 dem Skinhead-Neonazi-Netzwerk “Blood and Honour” an. Er war dem Landesamt für Verfassungsschutz bekannt. Seit 2010 sei der Mann – er arbeitete als Installateur und hatte mit seiner Partnerin ein 17 Monate altes Kind – nicht mehr aufgefallen, sagte der Stellvertretende Leiter des Landeskriminalamts, Stefan Schlosser. Zwischen 2005 und 2010 wurde er acht Mal rechtskräftig verurteilt. Es handelte sich dabei um die Delikte Körperverletzung und gefährliche Drohung, ebenso hatte er gegen das Waffengesetz verstoßen. Seit 2004 bestand gegen ihn ein Waffenverbot. Laut Medienberichten überfiel der Mann unter anderem mit anderen Neonazis aus dem Umfeld der Vorarlberger “Blood and Honour”-Szene ein Punkkonzert in Bludenz. Die Täter waren mit Baseballschlägern, Pfeffersprays und Gaspistolen bewaffnet gewesen. Nach einigen Attacken nahm die Polizei sie fest und zeigte sie wegen Körperverletzung an.

VIP-Schild Security zieht vor Gericht – weitere Neonazi-Verbindungen veröffentlicht

Die Firma VIP-Schild Security aus Jena versucht vor dem Landgericht Erfurt mit einer Klage Äußerungen in der Öffentlichkeit zu verhindern, wonach die Firma Neonazis beschäftigt. Auch Thüringen Rechtsaußen hatte schon einmal über die Verflechtungen informiert. Anlässlich der Klage veröffentlichen wir noch weitere Verbindungen der Firma zur extremen Rechten. Im Juni 2015 hatten mehrere Medien darüber berichtet, dass die Firma „VIP Schild Security“ in Jena den Neonazi Michel Fischer bei ihrem Sicherheitspersonal zur Sicherung des Darmstädter Schlossgrabenfestes beschäftigt hatte. Thüringen Rechtsaußen warf daraufhin einen genaueren Blick auf weitere Mitarbeiter der Security und kam zum Schluss, dass –anders als die Beteuerungen seitens der Firma- der Einsatz von Fischer mitnichten „ein Einzelfall“ war. Nachdem die Ratsfraktion der Grünen in Weimar der Stadt ein „unsensibles Verhalten“ vorwarf, weil sie ausgerechnet „Schild Security“ mit der Bewachung des Weihnachtsmarktes beauftragt hatte, ging die Sicherheitsfirma juristisch gegen die Grünen vor. Vor dem Landgericht Erfurt stellte sich heraus, dass „Schild Security“ vor allem versucht hatte, die Seite von Thüringen Rechtsaußen vom Netz nehmen zu lassen, nachdem dort der entsprechende Bericht erschienen war. Wie uns mitgeteilt wurde, sei dort angeblich eine „Vielzahl unwahrer Behauptungen“ verbreitet worden. Die Geschäftsführerin Katrina Fenk verstieg sich gar zu der Behauptung, die Firma habe weder Michel Fischer noch sonst welche Nazis beschäftigt. Gleichzeitig erklärte sie aber auch, dass sie sich in der extrem rechten Szene nicht auskenne und deshalb nicht tätig werden könne. Bereits damals hatten wir mehrere Belege für Verbindungen zur Neonazi-Szene veröffentlicht und auch den Firmenchef Jan Schild mehrfach per Email um eine Stellungnahme gebeten, damit er erklären könne, warum er Neonazi-Seiten auf Facebook verlinkt, ein geschichtsrevisionistisches Video („Adolf Hitler wollte Frieden“) postete und wie so viele Personen aus der extremen Rechten in seine Firma geraten. Auch namentliche Vorhalte über mehrere Mitarbeiter halfen nichts, Schild weigerte sich zu antworten. Er bereinigte stattdessen sein Facebook-Profil, löschte ein Hitlervideo und schrieb am 24. Juli 2015 trotzig mit der Mailadresse von VIP Schild an Thüringen Rechtsaußen: „Ich brauche nix Aufarbeiten und es gibt keinen Grund Ihnen Dinge aus mein Privatleben zu schildern, solange Sie nicht zu meinem Freundeskreis gehören, geht Ihnen das gar nix an.“  (…) Zu allererst: Der Inhaber der Firma, Jan Schild hat gegenüber dem Störungsmelder-Blog der ZEIT nicht die Wahrheit gesagt. Am 17. Juni 2015 erschien dort der Text „Ärger um Neonazi im Sicherheitsdienst“ und Schild gab sich auf Nachfrage zum Einsatz von Michel Fischer als Securtiy beim Darmstädter Schlossgrabenfest ahnungslos. „Angeblich habe ein Sub-Unternehmer Fischer für das Fest in Darmstadt eingesetzt. Er selbst würde Fischer nicht einmal persönlich kennen“, heißt es beim Störungsmelder. Auf einem damals bekanntgewordenen Foto war nur Fischers Oberbekleidung, eine orangene Warnweste, zu sehen. Nach der Veröffentlichung bei Thüringen Rechtsaußen haben sich nicht nur mehrere Besucher des Schlossgrabenfestes sondern auch ehemalige Mitarbeiter der Firma VIP Schild gemeldet, auch wurden uns Videos und interne Abrechnungsunterlagen zugespielt. Auf einem Video ist Michel Fischer direkt vor einer Bühne mit Live-Musik zu sehen, er trägt allerdings keine Arbeitskleidung einer fremden Subfirma sondern unter der bekannten orangenen Ordnerwarnweste eine schwarze Firmenjacke. Darauf ist rechts das Logo der Firma VIP Schild aus Jena zu erkennen und links das Logo vom Fightclub K1 Jena, der von Christian Jäger betrieben wird. Die selbe offizielle Kleidung tragen auch andere Schild-Mitarbeiter, wie Fotos auf dem Facebook-Account der Firma selbst belegen. Wie uns frühere Angestellte berichteten, nutzte Fischer offiziell zur Tarnung die Identität seines Bruders, Ronny Fischer. Obwohl Ronny Fischer am 5. und 6. Juni 2015 nicht im Einsatz für VIP Schild war, rechnete Michel Fischer acht bzw. sechs Arbeitsstunden in dessen Namen ab. Verantwortlich hierfür war u.a. Christian Jäger, die rechte Hand von Jan Schild in der Jenaer Security-Firma. Auch der ebenfalls aktive Neonazi und Vater von Fischer, der cholerische Paul Fischer aus Tannroda, findet sich mit seinem Klarnamen in den Unterlagen. Er war auch am 5. und 6. Juni 2015 beim Schlossgrabenfest in Darmstadt 12 bzw. 7 Stunden für die Jenaer Securityfirma im Einsatz gewesen. Beide wurden schon zusammen verurteilt, weil sie gemeinschaftlich ein 13-jähriges Kind nachts in Tannroda attackierten.  (…) VIP Schild Security verlinkt auf Facebook aber noch etliche weitere Personen aus der Neonazi-Szene, die für die Firma Sicherheitsdienstmitarbeiter tätig waren oder sind. Am 21. August 2015 veröffentlichte Schild ein Werbeplakat, mit dem neue Beschäftigte als Eventhelfer für Großveranstaltungen gesucht wurden. Daneben wurden von Christian Jäger, der wohl die Facebook-Seite von VIP betreut, mehrere Personen verlinkt, die bereits für die Sicherheitsfirma arbeiten oder gearbeitet haben, wie der Weimarer Steve Friebe, dem mehrere NPD-Seiten aus Schleswig-Holstein, Thüringen und Bayern und diverse Rechtsrock-Bands auf Facebook gefallen und der mit mehreren NPD-Kommunalpolitikern wie Ralf Markert oder Jan Morgenroth befreundet ist. Oder Schild-Mitarbeiter Julian Treuse, welcher der Erfurter Neonazi-Gruppierung „Kollektiv 56“ angehört und im Februar 2016 beim jährlichen Neonazi-Aufmarsch von Michel Fischer in Weimar teilnahm. Zusammen mit dem früheren Schild-Mitarbeiter und Neonazi Kevin Armstroff posierte der Hooliganschläger wenige Tage später vor einem Graffiti eines neugegründeten Erfurter Szene-Vereins mit dem Namen „Volksgemeinschaft“. Julian Treuse demonstrierte erst am vergangenen Samstag mit Michel Fischer und rund weiteren 20 Neonazis in Erfurt und Weimar für die Neonazi-Partei „Die Rechte“. Er gehörte auch mehrfach zu gewalttätigen Neonazi-Hooligan-Gruppen, die am Rande der Erfurter AfD-Demos versuchten Gegendemonstranten anzugreifen. Treuses Facebook-Likes sind ebenfalls aufschlussreich: verschiedene „Autonomen Nationalisten“, das militante Netzwerk „Combat 18“, „Sturm 18“, „Der Stürmer“, „Anti-Antifa-Ostthüringen“, mehrere Seiten mit Hakenkreuz-Emblemen und Titeln wie „Hitlerjugend“ oder „Nationalsozialismus“ sowie über 124 verschiedene Facebook-Seiten von Orts-, Kreis- und anderen Verbänden der NPD, Personenprofile von NPD-Politikern nicht mitgezählt.

via thüringen rechtsaußen: VIP-Schild Security zieht vor Gericht – weitere Neonazi-Verbindungen veröffentlicht

Spitzenkandi­dat der FPÖ schuldig gesprochen

Sonntagberger FPÖ-Mann unterschrieb Unterstützungserklärungen selbst. Am Bezirksgericht Waidhofen/Ybbs wurde er wegen Urkundenfälschung verurteilt. Die Jagd nach Unterstützungserklärungen für die FPÖ vor der Gemeinderatswahl im Jänner endete für den blauen Spitzenkandidaten von Sonntagberg, Bezirk Amstetten, nun vor dem Bezirksrichter in Waidhofen/Ybbs mit einer saftigen Strafe. Martin G., 24, wurde am Mittwoch von Richter Markus Pischinger wegen Urkundenfälschung und “Fälschung bei einer Wahl” rechtskräftig zu 4320 Euro oder 60 Tagen Arrest verurteilt. Drei Mal hatte G. bei insgesamt knapp drei Dutzend Unterschriften selbst namens von angeblichen FPÖ-Sympathisanten unterschrieben. Alle drei hätten ihm das erlaubt, behauptete der Maschinist, als er noch vor der Wahl deswegen angezeigt wurde. Auch vor dem Richter und der Bezirksanwältin beteuerte er seine Unschuld. Zum Prozess war G. ohne Anwalt gekommen. Richter Pischinger fragte genau nach. Dass der Beschuldigte keine Ahnung vom FPÖ-Programm hatte, war nebensächlich. Doch auf die Frage, warum G. trotz angeblicher Zustimmung der Betroffenen deren Unterschriften drei Mal in anderer Schreibweise ausführte, wusste dieser keine Antwort.

via kurier: Spitzenkandi­dat der FPÖ schuldig gesprochen

Abgeschaltet – #Facebook schließt Hetzerportal Halle-Leaks

Das Hetzportal „Halle-Leaks“ ist vom Onlineanbieter Facebook abgeschaltet worden. Die Facebook-Seite, die von einem früheren Mitglied des Neonazi-Netzwerks Blood and Honour betrieben wurde, war am Wochenende nicht mehr erreichbar. Über Monate hinweg waren auf „Halle-Leaks“ diffamierende Gerüchte über Flüchtlinge verbreitet worden, in den Kommentarspalten hatte der Betreiber rechtem Gedankengut der Nutzer Raum gelassen. Die Beiträge erreichten Zehntausende Nutzer im Netz. Unter anderem war das Gerücht verbreitet worden, dass der Hausmeister des ehemaligen Maritim-Hotels in Halle, das seit September als Flüchtlingsunterkunft dient, getötet worden sei. Der Betreiber hat mittlerweile eine Ausweichseite auf Facebook eingerichtet.

via naumburger tageblatt: Abgeschaltet Facebook schließt Hetzerportal Halle-Leaks

Von der Friedensdemo zum Waffenhandel: Wurde die Hass-Seite „Anonymous-Kollektiv“ enttarnt?

Die rassistische Facebook-Seite „Anonymous.Kollektiv“ ist offline. Am Freitag hatte der Focus den Namen des mutmaßlichen Administrators veröffentlicht. Es gibt aber bereits eine neue Seite auf Facebook und im russischen VKontakte. Seit Jahren verbreitete „Anonymous.Kollektiv“ Hass und Verschwörungstheorien. Das Profil verwendete einschlägige Symbolik wie die berühmte Guy-Fawkes-Maske und erweckte so den Eindruck, Teil des international agierenden Hacker-Netzwerks sein. Zwar gingen von dort nie spektakuläre Hacking-Aktionen aus und echte Anonymous-Anhänger distanzierten sich wiederholt. Das hielt aber etwa zwei Millionen User nicht davon ab, die Hetz-Seite zu liken. Im Internet kursierte bereits 2014 das Gerücht, der wirkliche Betreiber sei ein Mario Rönsch aus Erfurt. Rönsch war laut Focus in der AfD aktiv. Außerdem hatte er zu den Protagonisten der sogenannten „Montagsmahnwachen“ gehört, die von dem Berliner Event-Manager Lars Mährholz initiiert worden waren. Zu Beginn der Ukraine-Krise kamen bei diversen bundesweiten Veranstaltungen jede Woche Wirrköpfe verschiedener Couleur zusammen. In Erfurt trat Rönsch als Anmelder und Moderator auf. (…) Als Spiegel Online und Vice über „Anonymous.Kollektiv“ berichteten und Rönsch als Verantwortlichen bezeichneten, erwirkte der Einstweilige Verfügungen dagegen. Spiegel Online setzte sich vor Gericht durch, Vice musste eine Gegendarstellung bringen. Mario Rönsch verklagte daraufhin systematisch jeden, der ihn der Urheberschaft bezichtigte. Derweil betrat Pegida die politische Manege, „Anonymous.Kollektiv“ machte begeistert Werbung für die rassistische Bewegung (…) „Anonymous.Kollektiv“ hat unterdessen eine neue Facebook-Seite eingerichtet. Die verfügt zwar bislang nur über etwa 700  Likes, aber bei einzelnen Beiträgen wurde mehrere Tausend mal „Gefällt mir“ geklickt. Sehr viele dieser Klicks kamen aus Indien. Einige Internet-User vermuten daher, es sei ein wenig nachgeholfen worden. Bekanntlich gibt es im Netz diverse Geschäftsleute, die solche Likes verkaufen. Über einen von ihnen berichtete Der Spiegel 2012: Er hieß Mario Rönsch und kam aus Erfurt. Vorerst unbeeinträchtigt von diesen Enthüllungen und Spekulationen hetzt „Anonymous.Kollektiv“ bei VKontakte weiter. Das russische Netzwerk erfreut sich in letzter Zeit bei deutschen Rechtsradikalen und Verschwörungsspinnern wachsender Beliebtheit. Wenn er seinem bisherigen Verhalten treu bleibt, wird Mario Rönsch schon in der kommenden Woche eine Klage gegen den Focus einreichen und versuchen, die Nennung seines Namens zu unterbinden. Dann wird sich zeigen, wie stichhaltig die Beweise der Journalisten wirklich sind.

via leverage-maganzine: Von der Friedensdemo zum Waffenhandel: Wurde die Hass-Seite „Anonymous-Kollektiv“ enttarnt?