Opa-Bande für Juwelenraub in London verantwortlich

Die Einbrecher, die für einen spektakulären Juwelenraub in London verantwortlich sein sollen, sind allesamt in höherem Alter. Zwei der Männer sind nach Angaben der Polizei bereits jenseits der 70. So clever die Gauner bei dem Einbruch agierten, so schlecht lief anscheinend die Verwertung der Beute. Gauner-Opas auf Streifzug durchs Juwelierviertel. Mit einem ausgeklügelten Plan hatten sich die Diebe Zugang zu einem Juwelenlager verschafft und 70 Kisten mit Schmuck in mindestens zweistelligem Millionenwert mitgehen lassen (…) Wie die Polizei nach der Festnahme mehrerer Verdächtiger mitteilte, handelt es sich größtenteils um betagte Gauner: Drei von ihnen sind mit 76, 74 und 67 Jahren schon im Rentenalter, die anderen sechs mit Mitte 40 bis Ende 50 auch nicht gerade das, was man sich unter artistisch veranlagten Einbrechern vorstellen würde. Die Bewunderung für die Einbrechertruppe dürfte dadurch noch wachsen. Britische Medien hatten sich mit detaillierten Beschreibungen und sogar Zeichnungen des Raubzugs überschlagen. Und Chefermittler Craig Turner hatte unmittelbar nach Bekanntwerden der Tat zugegeben, es handle sich um eine kühne Tat. “Das war ein sehr ambitionierter Einbruch, gelinde gesagt.” Pflichtschuldig fügte er hinzu, dass der Schaden für die Opfer des Einbruchs, größtenteils Juweliere aus dem Viertel, nicht vergessen werden dürfe. Besitzer erhalten Beute zurück Letztere werden nun einen Großteil des erbeuteten Schmucks zurückbekommen. So ausgeklügelt der Einbruch war, so amateurhaft schien die Verwertung abgelaufen zu sein: Einen Großteil der Beute konnten die Einbrecher offenbar nicht zu Geld machen – die Polizei will nun alles sortieren und den Besitzern zurückgeben.

via sz: Opa-Bande für Juwelenraub in London verantwortlich

Naidoo darf wieder für VOX johlen

In diesen Minuten startet auf VOX wieder das erfolgreiche Johlereiformat “Sing meinen Song”. Gastgeber ist Aluhut- und Goldenes Brett- Träger Xavier Naidoo. Die Zugehörigkeit des Mannheimer Betroffenheitsbarden zur demokratiefeindlichen Reichsbürgerbewegung ist für den Sender auch weiterhin nicht beanstandungswürdig – wie wir Ruhrbarone erfuhren.
Xavier Naidoo gehört nicht zu den hellsten Leuchten auf dem großen Kuchen des rationalen Denkens. Wir haben das an anderer Stelle dokumentiert. Für die Gesellschaft für kritisches Denken war Naidoos Licht sogar so schwach, dass sie ihn mit dem “Goldenen Brett vorm Kopf 2014″ ehrten. Zurecht stellte die GkD fest: Xavier Naidoos große Popularität führt insbesondere junge Menschen in eine abstruse Gedankenwelt aus unhaltbaren Behauptungen, in denen Hass und Angst mehr zählen als Fakten. Auch viele andere Medien berichteten, über die verschwörungstheoretischen Welten, in denen Naidoo zuhause ist. Welten, in denen die BRD nur eine GmbH ist, es keine Verfassung gibt, wir immer noch unter Besatzungsrecht stehen – und die letztlich in Antiamerikanismus, und bisweilen Antisemitismus ausufern. Alles nicht gerade appetitlich – und sicherlich auch nicht unbedingt die Art von Aushängeschild, die man sich für seine Firma wünscht. Es sein denn, man ist die RTL-Gruppe, zu der auch der Sender VOX gehört.

via ruhrbarone: Naidoo darf wieder für VOX johlen

#Misshandlung von Flüchtlingen in #Hannover – Beschuldigter #Polizist kommt aus Schaumburg

Bei dem Polizeibeamten, der im Verdacht steht, Flüchtlinge in einer Gewahrsamszelle schwer misshandelt zu haben, handelt es sich nach Informationen der Schaumburger Nachrichten um einen Familienvater aus dem Landkreis Schaumburg. Im Internet präsentiert sich der 39-Jährige als leidenschaftlicher Angler. Er posiert auf Fotos mit Hanteln beim Krafttraining, in Polizeiuniform und beim Angelurlaub mit einem großen Dorsch in der Hand. In regelmäßigen Abständen stellt der Polizist, gegen den die Staatsanwaltschaft derzeit wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt ermittelt, Fotos von sich in martialischen Posen ins Internet. Einige zeigen den 39-Jährigen grimmig blickend in Uniform, das Funkgerät am Revers seiner schusssicheren Weste. Auf einem anderen Bild lässt er sich mit dem Einsatzhelm der Bundespolizei ablichten und versieht den Eintrag mit dem Verweis #swat. Die Abkürzung steht für die Spezialeinheiten der Polizei in den USA.
Nach SN-Informationen war der Bundespolizist mindestens einmal bei der Nazi-Demo in Bad Nenndorf im Einsatz.
Die Taten, wegen derer den Schaumburger zwei Personen bei der Staatsanwaltschaft anzeigten, sind aber alles andere als heroisch. Der Polizist soll im vergangenen Jahr in mindestens zwei Fällen Flüchtlinge misshandelt haben, die sich in Gewahrsam der Bundespolizei am Hauptbahnhof befanden. Zudem wird ihm illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Die Liste der Vergehen, die ihm zur Last gelegt werden, wird stetig länger. Außer dem Vorwurf, der am Montag bekannt wurde, der Beamte habe seine entsicherte Dienstwaffe einem Kollegen an die Schläfe gehalten, gibt es noch weitere Verdachtsmomente: „Die Anzeige, die bei uns gestellt wurde, ist sehr umfangreich“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Sämtliche darin enthaltenen Punkte wollte er jedoch nicht nennen.

via sn-online: Misshandlung von Flüchtlingen in Hannover – Beschuldigter Polizist kommt aus Schaumburg

#Kögida demonstrierte nur zu elft – Protestzug abgesagt – #alaaf

Die Kölner Polizei hatte wegen der Demo am Abend nicht sonderlich viel zu tun. Keine Unterstützung für das islamfeindliche Bündnis Kögida: Zu ihrer für 19 Uhr angekündigten Demonstration erscheinen pünktlich sage und schreibe: elf Teilnehmer. Nur sechs Teilnehmer des islamfeindlichen Protest-Bündnisses Kögida fanden sich am Mittwoch um 19 Uhr zur angekündigten Demo in Köln ein, später erhöhte sich die Teilnehmerzahl auf elf. Gerechnet hatten die Veranstalter mit rund 120. Die Kögida-Teilnehmer wollten eigentlich einen kurzen Demonstrationszug starten, den der Veranstalter aber gegen 19.30 Uhr absagte (…) Mehrere hundert Demonstranten der Kölner Antifa-Bündnisse und von Fraktionen wie Die Linke und SPD haben hingegen gegen einen erneuten Aufzug des islamfeindlichen Bündnisses “Kögida” protestiert. Ab 17 Uhr füllte sich der Bahnhofsvorplatz.

via ksta: Kögida demonstrierte nur zu elft – Protestzug abgesagt

Jewish tombstones used to build Lithuanian power facility

Nearby Jewish cemetery apparently used for building materials by the post-World War II Soviet occupation authorities. Authorities in Vilnius, the capital of Lithuania, are preparing to demolish a power substation that was built using tombstones looted from a Jewish cemetery, the Mail Online reported. The use of tombstones was revealed on social media earlier this month by a local man who had noticed Hebrew and Yiddish inscriptions on the graffiti-covered walls of the substation. Archaeologists confirmed that the tombstones had been removed from a nearby Jewish cemetery. The substation was built in the 1960s, while Lithuania was under Soviet occupation. Local authorities are investigating whether Jewish tombstones were used in the construction of other buildings. (…) It was not the first building in Lithuania found to be using Jewish tombstones. In the 1990s authorities removed steps leading up to Tauro Hill, one of the highest points in Vilnius, after discovering that they were made with stones taken from a Jewish graveyard. The mayor said two other cases are now being investigated; the steps leading up to the Reformed Evangelical Church in Vilnius — which was turned into a cinema by the communists — and a wall outside a high school in the city.

via haaretz: Jewish tombstones used to build Lithuanian power facility

OECD-Sozialbericht ist Armutszeugnis für Deutschland

Zum heute vorgestellten OECD-Sozialbericht sagte Stefan Körzell, DGB-Vorstandsmitglied, am Donnerstag in Berlin: „Der OECD-Sozialbericht ist ein Armutszeugnis für Deutschland. In einem der wohlhabendsten Länder der Welt ist die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen größer, als in vielen anderen Industriestaaten – dagegen brauchen wir mehr Verteilungsgerechtigkeit. Die stetig zunehmende Ungleichheit ist nicht nur eine Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sie schadet auch der ökonomischen Entwicklung.

via dgb: OECD-Sozialbericht ist Armutszeugnis für Deutschland

siehe auch: Deutschland – wo die Reichen noch etwas reicher sind. Schlechte Noten in Sachen Gerechtigkeit: Ein OECD-Ländervergleich ergibt, dass das Privatvermögen sich in Deutschland noch stärker bei den Reichsten konzentriert als in anderen Industrieländern. Die oberen zehn Prozent besitzen 60 Prozent; OECD-Sozialbericht: Einkommensungleichheit in Deutschland im Mittelfeld, Vermögensungleichheit hoch. Die Einkommensungleichheit in Deutschland verharrt seit dem Beginn der Krise 2007 auf mittlerem Niveau. Wie aus einem neuen Sozialbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht, verzeichnete das Land Anfang der 2000er Jahre einen erheblichen Anstieg der Ungleichheit; anders als in der Mehrzahl der OECD-Länder trug die Krise aber nicht dazu bei, diesen Trend zu verstärken. Schaut man auf verschiedene Indikatoren zur Messung der Ungleichheit, liegt Deutschland unter den 34-OECD-Ländern im Mittelfeld hinter den nordischen und einigen osteuropäischen Ländern, aber vor Staaten wie Chile, der Türkei, den USA oder auch Großbritannien. “In It Together: Why Less Inequality Benefits All” zeigt allerdings auch, dass Vermögen in Deutschland stärker konzentriert sind als in vielen anderen OECD-Ländern. Die reichsten zehn Prozent der Deutschen besitzen demnach 60 Prozent der Nettohaushaltsvermögen, im OECD-Schnitt halten die zehn Prozent der Reichsten nur 50 Prozent der Vermögen. Insgesamt verschärft die Ballung bei den Vermögen jedoch OECD-weit die Nachteile der Haushalte mit niedrigem Einkommen. Im Jahr 2012 besaßen die 40 Prozent der ärmsten Haushalte aus 18 OECD-Ländern, für die Daten vorlagen, gerade einmal drei Prozent des Gesamtvermögens. (…) Ergänzend zum Bericht stellt die OECD ein interaktives Web-Portal online, über das Nutzer aus OECD-Ländern ermitteln können, wo in der Einkommensskala sie sich befinden und ob sich ihre Vorstellungen von der Einkommensverteilung in ihrem Land mit der Realität deckt. Compare your income beruht auf den jeweils jüngsten Daten der OECD-Datenbank zur Einkommensverteilung.

Homophobe Kolumne – Westfalen-Blatt entschuldigt sich ein zweites Mal

In einer neuen Stellungnahme verzichtet der Verlag auf Relativierungen – und beendet die Zusammenarbeit mit der Frau, die Kinder von einer Homo-Hochzeit fernhalten wollte. Nach zwei Tagen Dauer-Shitstorm hat die Redaktion des Westfalen-Blatts in Bielefeld am Mittwoch nun doch eingesehen, dass sie eventuell etwas falsch gemacht haben könnte. Am Wochenende waren in Sonntags-Anzeigenblättern des Verlags zwei Varianten einer Kolumne erschienen, in der eine Diplom-Psychologin einem Mann riet, seine sechs- und achtjährigen Kinder nicht auf die “Hochzeit” seines schwulen Bruders mitzunehmen (queer.de berichtete). “Der Artikel der freien Autorin Barbara Eggert in der Sonntagszeitung ‘OWL am Sonntag’ vom 17. Mai hätte so in keinem Fall erscheinen dürfen”, schrieb nun Redaktionsleiter Ulrich Windolph. Er sei mit der Redaktionsleitung nicht abgestimmt gewesen und die Verlagsgruppe distanziere sich von seinem Inhalt.
Die Redaktion trage “die volle Verantwortung für diese sehr gravierende journalistische Fehlleistung”, für die man um Entschuldigung bitte. “Frau Eggert wird fortan nicht mehr für uns schreiben, wir werden ihre Kolumne beenden.” (…) In seiner ersten Stellungnahme hatte Windolph zwar um Verzeihung gebeten, falls sich jemand verletzt gefühlt habe. Dann hatte er aber um Verständnis für die Kolumnisten gebeten, die gezielt auf die Sorgen des Vaters eingegangen sei (queer.de berichtete). Diese seien “legitim”; nicht auf sie einzugehen, würde mir intolerant erscheinen”, schrieb Windolph. Damit hatte er freilich die Kritik an dem Artikel nicht beendet, sondern sich selbst zum Ziel weiterer Kritik gemacht. Mit der neuerlichen Entschuldigung ist die Sache noch nicht ausgestanden: Mehrere Privatpersonen und der Cologne Pride haben wegen der Kolumne Beschwerde beim Presserat eingereicht.

via queer: Homophobe Kolumne – Westfalen-Blatt entschuldigt sich ein zweites Mal

siehe auch: “Töchter vor Homo-Ehe schützen” – der homophobe Rat am Sonntag aus dem Hause Westfalen-Blatt. In dem Anzeigenblatt OWL am Sonntag (gehört zum Verlag des Bielefelder Westfalen-Blatts) gibt es die Rubrik “Guter Rat am Sonntag” in der Leserfragen beantwortet werden. Eine bei Twitter verbreitete Folge der Rubrik würde aber treffender heißen: homophober Rat am Sonntag.

Polizei geht gegen Rechtsextremismus vor: Beweismittel beschlagnahmt

In einem Schlag gegen den Rechtsextremismus hat Berlins Polizei die Wohnungen und Gewerberäume von acht Männern in Marzahn und Neukölln durchsucht. Ihnen werden vor allem rechte Umtriebe in sozialen Netzwerken vorgeworfen. Dazu gehörten vor allem das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Volksverhetzung und Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Außerdem wirft sie den Beschuldigten Verstoß gegen das Waffengesetz vor.

via t-online: Polizei geht gegen Rechtsextremismus vor: Beweismittel beschlagnahmt

Angehörige ermordet: Roma-Familie muss trotzdem zurück nach Serbien

Das Urteil ist rechtskräftig. Sobald die Reisefähigkeit des Ehepaars Arsic aus Serbien bescheinigt ist, müssen sie mit der Abschiebung in ihre Heimat rechnen. Dort, wo ihre Angehörigen getötet worden sind. Das Urteil ist rechtskräftig. Sobald die Reisefähigkeit des Ehepaars Arsic aus Serbien bescheinigt ist, müssen sie mit der Abschiebung in ihre Heimat rechnen. Das Roma-Paar war im Mai 2014 nach Deutschland geflüchtet. Teile der Familie waren in Serbien von Rechtsextremen ermordet worden (TLZ berichtete). Dennoch gilt Serbien seit September 2014 als sicheres Herkunftsland – auch für Roma. Gegen die Ablehnung des Asylantrages vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte Familie Arsic Klage erhoben. Jetzt kam der Fall vor das Verwaltungsgericht in Gera. „Die Klage wurde als offensichtlich unbegründet abgelehnt“, sagt Bernd Amelung vom Verwaltungsgericht Gera. Den „diversen Begehren der Familie Arsic“ sei der Richter nicht nachgekommen.(…) Die Flüchtlingsorganisation „The Voice Refugee Forum Germany“ hat sich mit dem Fall auseinandergesetzt: „Gemessen am Leidensweg der Familie Arsic im Herkunftsland Serbien ist es absolut unverständlich, warum all diese verpflichtenden Rechtsnormen nicht bereits bei der Bearbeitung des Erstantrages berücksichtigt worden sind: zwei Mordopfer in der Familie, eine versuchte Vergewaltigung am Arbeitsplatz der Frau und daraus resultierend der Verlust ihrer Arbeit, da ihre Vorgesetzter keinen Ärger haben wollte, anschließende Bedrohung der Familie an Leib und Leben durch die Täter wegen der Anzeige bei der Polizei“, schreibt Thomas Ndindah vom „The Voice Refugee Forum Germany“. Außerdem verlor Cedar Arsic seine Stelle als Leiter einer Schule in Belgrad, da er politisches und soziales Engagement für die eigene Minderheit zeigte. All das, erklärt Martin M. Arnold vom Flüchtlingsrat Erfurt, seien jedoch keine Gründe, die einen Asylantrag halten könnten. „Seit Serbien als sicheres Herkunftsland gilt, werden solche Fälle als tragische Einzelfälle betrachtet. Es wird keine systematische politische Verfolgung der Minderheit in Serbien erkannt. Man geht davon aus, dass eine grundsätzlich gesicherte Struktur existiert. Dass Kündigungen und rechtsextreme Übergriffe in Serbien durchaus System haben, wird ignoriert.“

via otz: Angehörige ermordet: Roma-Familie muss trotzdem zurück nach Serbien

Notorischer Holocaust-Leugner muss ins Gefängnis

Wieder einmal konnte der Szeneanwalt Wolfram Nahrath einen seiner Mandanten nicht vor einer Verurteilung bewahren. Arnold Höfs, pensionierter Steuerberater und bekannter Holocaust-Leugner, muss wegen Volksverhetzung für zehn Monate hinter Gitter. Das entschied gestern das Landgericht Hannover. Arnold Höfs sei ihm seit Jahren bekannt und unbelehrbar, erklärte Oberstaatsanwalt Jens Lehman laut Medienberichten im Laufe des Verfahrens vor dem Landgericht Hannover, das über den notorischen Holocaust-Leugner in zweiter Instanz zu entscheiden hatte. Dazu passte, dass er mit Wolfram Nahrath, den letzten Vorsitzenden der 1994 verbotenen Wiking-Jugend, einen bekannten Szeneanwalt als Rechtsbeistand engagiert hatte. Der Berliner Jurist vertritt häufiger Relativierer und Leugner des deutschen Massenmordes, meist mit wenig Erfolg .
In der Tat ist Höfs in der Angelegenheit kein Unbekannter und in der Szene gut vernetzt, die ihm aufgrund seiner Ausbildung gerne auch in finanziellen Fragen vertraute. Er war Schatzmeister des 2008 verbotenen Vereins „Bauernhilfe e.V.“, einer Teilorganisation innerhalb des ebenfalls verbotenen „Collegium Humanum“, einem Sammelbecken bekannter Holocaust-Leugner. Für die neue Sammlungsbewegung der Szene, der Europäischen Aktion (EA), stellte er laut NDR-Recherchen zeitweise ein Spendenkonto zur Verfügung. Mit dem EA-Gründer Bernhard Schaub nahm Höfs 2006 an Ahmadinedschads „Holocaust-Konferenz“ in Teheran teil. „Faktenspiegel“ nicht wissenschaftlich Auf die Anklagebank brachte den 69-Jährigen einer seiner „Faktenspiegel“, kleine Bücher, die er unter dem Pseudonym „Herbert Hoff“ veröffentlicht. Wegen dieser Veröffentlichungen wurde er laut Medienberichten schon einmal zu einer kurzen Freiheitsstrafe verurteilt. Welche Ansichten der Rentner in seinen Heftchen vertritt, kann einem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln entnommen werden.

via endstation rechts: Notorischer Holocaust-Leugner muss ins Gefängnis

Nach Homophobie-Eklat: Fußballerinnen boykottieren Italiens Pokal-Finale

Aus Protest gegen sexistische und homophobe Äußerungen des Präsidenten der Amateurliga, boykottieren Italiens Fußballerinnen das Pokal-Finale. Aus Protest gegen sexistische und homophobe Äußerungen des Präsidenten der italienischen Fußball-Amateurliga, Felice Belloli, boykottieren Italiens Fußballerinnen das Pokal-Finale zwischen den Klubs Brescia und Tavagnacco. Das am Samstag angesetzte Spiel werde als Zeichen gegen Belloli nicht ausgetragen, teilte die Spielergewerkschaft AIC am Dienstag mit. Der 65-jährige Belloli wird beschuldigt, sich bei einer Sitzung der Amateurliga am 5. März bei der Diskussion über die Finanzierung des Frauenfußballs herablassend geäußert zu haben. “Basta! Wir können nicht ständig darüber diskutieren, diesen paar Lesben Geld zu geben”, heißt es in dem Protokoll der Sitzung, das von der Website Soccerlife.it veröffentlicht wurde.

via handelsblatt: Nach Homophobie-Eklat: Fußballerinnen boykottieren Italiens Pokal-Finale

Bericht zum V-Mann “Corelli” – Das Versagen des Verfassungsschutzes

Im Auftrag des Parlamentarischen Kontrollgremiums hat Sonderermittler Montag einen Bericht über den V-Mann “Corelli” zusammengetragen. WDR, NDR und “SZ” konnten diesen bereits einsehen. Er bestätigt erneut, dass dem Verfassungsschutz frühe Hinweise auf das Terror-Netzwerk entgingen.(…) Thomas R. hatte als V-Mann “Corelli” Schlagzeilen gemacht, weil er dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) 18 Jahre lang als Top-Quelle in der rechtsextremen Szene gedient hatte und dabei der Terrorgruppe NSU nahe gekommen war. R., Spitzname “HJ Tommy”, war ein umtriebiger Rechtsextremist. Er informierte das BfV bis zu seiner Enttarnung 2012 über die Neonaziszene in Sachsen-Anhalt und Sachsen. Über seinen Musikvertrieb stand er in regem Kontakt mit der “Blood & Honour”-Bewegung und einem deutschen Ableger des “Ku Klux Klan”. Dabei beging “Corelli”, wie es im Sonderbericht heißt, auch immer Rechtsverstöße – nicht nur wegen des Zeigens von Bildern mit Hakenkreuzen im Internet. Bei einer Hausdurchsuchung wurde auch die Kampfschrift “Der Weg vorwärts” gefunden. Darin wird für eine zellenartige militante Organisation plädiert, die Anschläge auf Migranten ausüben soll. Spitzen-Quelle kaum ausgewertet “Corelli” sei vor allem “quantitativ” eine Spitzen-Quelle für das BfV gewesen, urteilt Sonderermittler Jerzy Montag und zeigt sich in seinem Bericht einigermaßen entsetzt darüber, dass angesichts der Masse an Informationen, die “Corelli” lieferte, nur wenig beim Bundesamt ausgewertet wurde.  Das Parlamentarische Kontrollgremium hatte den ehemaligen Grünen-Abgeordnete Montag im Oktober 2014 eingesetzt, nachdem im Archiv des Bundesamtes für Verfassungsschutz eine von Thomas R. dem Amt zur Verfügung gestellte CD aus dem Jahr 2005 mit der Aufschrift “NSU” gefunden worden war – ein früher Hinweis auf die rechtsterroristische Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), mit deren Mitglied Uwe Mundlos Thomas R. nachweislich zumindest vor dessen Untertauchen 1998 in Kontakt stand. Die CD war dem NSU-Untersuchungsausschuss vorenthalten worden.

via tagesschau: Bericht zum V-Mann “Corelli” Das Versagen des Verfassungsschutzes

„Zugführer alle nach Auschwitz“ – Wird jetzt gegen einen YouTuber ermittelt?

Wer sich in diesen Tagen so richtig Bestätigung abholen möchte, der regt sich über den Bahnstreik auf. Je länger der Showdown zwischen GDL und Bahn dauert, desto mehr Hobby-Demagogen fühlen sich berufen, gegen die Lokführer zu wettern. Weil die Springer-Presse das aber schon seit Wochen mit ziemlich hoher Feuerrate tut, muss man mittlerweile schon ganz schön laut schreien, wenn man noch gehört (und geliket) werden will. (…) JuliensBlog ist ein eigentlich kein Blog, sondern der Youtube-Kanal eines 26-Jährigen, der mit fast 1,25 Millionen Abonnenten zu den Top 20 der beliebtesten YouTubern Deutschlands gehört. Am Dienstag hat dieser YouTuber also beschlossen, seinen Senf zum GDL-Streik zu geben—und ist damit ziemlich übers Ziel hinausgeschossen. Der Großteil des fast fünfminütigen Videos besteht im Grunde aus Beleidigungen im Stil Jan Leyks. Immerhin macht Julien sich die Mühe, die Forderungen der GDL durchzugehen, um sie dann als Gejammer von „austauschbaren Nullnummern” oder „irrelevanten Spasten” in der „Hurensohnarmee” zu beschimpfen. Irgendwann scheint das aber nicht mehr zu reichen, also greift er zum letzten Register. Da heißt es dann: „Vergasen sollte man diese Mistviecher. Wisst ihr noch, wie die Juden mit Zügen nach Auschwitz transportiert wurden? Man sollte die Zugführer alle dahin bringen. Ich fahr’ auch den Zug, und zwar umsonst.”  Das Ganze natürlich unterlegt mit Bildern von Auschwitz, damit auch niemand diese Widerwärtigkeit verpasst. Hat auch keiner, und mehr als 34.000 Menschen haben dem Video jetzt schon Daumen hoch gegeben. „Der @JuliensBlog sagt das, was ich mich nicht traue auf Youtuber [sic] auszusprechen”, schreibt ein anderer YouTuber. „I like. Soo hart!” Mittlerweile sind aber auch die Erwachsenen auf das Video aufmerksam geworden, und so langsam wird es ungemütlich für JuliensBlog. Die ersten Anzeigen wurden bereits gestellt, Google will sich das Video noch mal anschauen, und die Münchner Polizei hat sich schon eingeschaltet, um zu prüfen, ob die Aussagen strafrechtlich relevant sind.

via vice: „Zugführer alle nach Auschwitz“ – Wird jetzt gegen einen YouTuber ermittelt?

siehe auch Leser_innen-Fundstücke: Juliens Blog und die vergaste GDL. Täglich beobachten Sie, liebe Leserinnen und Leser, Rechtsextremismus, Rassismus und andere gruppenbezogene Menschenfeindlichkeiten – im Internet und in der realen Welt. Wir werden zukünftig einige Fundstücke in unregelmäßiger Folge mit kurzen Kommentaren veröffentlichen. Heute: Juliens Blog und die vergaste GDL. YouTube hat seine ganz eigenen Stars, und einer davon ist ein junger Mann namens Julien Sewerin. Laut YoutubeWiki ist er 26 Jahre alt, Deutscher mit italienischen Wurzeln und hat über 1.225.000 Abonnenten (Stand: 20.04.2015). Damit gehört er zu den Top 20 der meistabonnierten YouTubern in Deutschland. Seine Fans hat er offenbar mit Analysen von Rap-Songs gewonnen, in einem sarkastisch-bitterbösen Stil, und diesen dann später auch auf Verrisse der Bibel oder der BILD-Zeitung angewandt. Provokationen und Massenbeleidigungen seien seine Hauptstilmittel, berichtet das Netzfeuilleton schon 2013. (…) Die Grenzen zwischen Satire, verletzender gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und sogar Volksverhetzung sind oft fließend. Ein trauriges Beispiel dafür ist Juliens aktuellstes Video (das auch ohne diesen Disclaimer daherkommt): “GDL – Bahnstreik”. Ein Aufregerthemer für viele, auch Julien regt sich auf, und es wird schnell klar, dass Niveau nicht sein Thema ist: Es hagelt – um die Gewerkschaft der Lokführer und Lokführer an sich zu verunglimpfen – sexistische und behindertenfeindliche Beschimpfungen mit Sekundentempo. Außerdem blamiert sich Julien mit einer völlig unreflektierten Sicht auf Streiks und Streikkultur an sich, die aber viele seiner Follower (laut entsprechender Kommentare unter dem Video) teilen oder sich gar zu eigen machen, weil ein solches “Vorbild” es ihnen auf YouTube erzählt. (…) Richtig “hübsch” wird es ab Minute 3:50: “Vergasen sollte man sie, diese Mistviecher. Wisst Ihr noch, wie die Juden in Zügen nach Auschwitz transportiert wurden? Man sollte die Zugführer alle dahinbringen! Ich fahr auch den Zug und zwar umsonst und werde nicht einmal streiken.” Bebildert mit dem Foto einer Gaskammer und Zügen voller Jüdinnen und Juden auf dem Weg in die Konzentrationslager im nationalsozialistischen Deutschland. Herabsetzung des tödlichen Antisemitismus der Nazis als “humoristisches” Stilmittel bei gleichzeitiger Todesdrohung pauschal gegen alle Lokführer. Mehr Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit lassen sich kaum in 4 Minuten YouTube unterbringen. Ganz “humoristisch”, natürlich. Und wie reagieren die größtenteils jugendlichen Zuschauer_innen auf diese 4 Minuten Hass? Die meisten, die in der Kommentarspalte eine Meinung hinterlassen, finden es gut, stimmen zu, versuchen, einen noch krasseren Kommentar mit noch mehr Beleidigungen pro Rechtschreibfehler zu hinterlassen.

Extremists plan ‘anti-Jewification’ rally in Golders Green

Far-right group New Dawn Party is thought to be planning a rally against the Jewish community in London. A post sent from a Twitter account in the name of the group read: “Oppose the ‘Shomrim’ demo. Golders Green. Saturday July 4th Details to follow.” A spokesperson for the Community Security Trust said it was aware of the proposed demonstration. The organisers were thought to be the same group of far-right nationalists who staged a small rally against the Charedi community in Stamford Hill earlier this year. Mark Gardner, director of communications said: “CST is fully aware of this explicitly antisemitic demonstration, and has discussed it in recent weeks with police and government. “It follows a similar demonstration in Stamford Hill that was quite pathetic and was largely ignored, but we are fully aware of the possible impact of such an event in Golders Green and are planning accordingly.” In February white supremacist Joshua Bonehill-Paine said he was planning a “Liberate Stamford Hill” demonstration. The area is home to Europe’s largest strictly Orthodox community.

via thejc: Extremists plan ‘anti-Jewification’ rally in Golders Green

NSU-Prozess: Neo-Nazi räumt ein, vor Gericht gelogen zu haben

Der Verdacht der Lüge besteht seit seinem ersten Auftritt vor Gericht im Februar. Gestern räumt der hessische Neonazi Bernd T. im NSU-Prozess ein, bei der Polizei 2012 gelogen, aber auch vor Gericht nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Er wollte Hafterleichterungen, erklärt der 40-Jährige einen Brief, den er Ende 2011 aus dem Gefängnis heraus an den hessischen Verfassungsschutz mit dem Angebot, Informationen zu liefern, geschrieben habe. Trat Bernd T. im Februar noch dreist, in Springerstiefeln und Bomberjacke, vor Gericht auf, so wirkt er gestern geradezu kleinlaut. Der Gründer des hessischen Neonazi-Vereins „Sturm 18“ sitzt seit Kurzem wieder in Untersuchungshaft und muss vorgeführt werden. In den Prozesspausen bewachen ihn zusätzlich zwei Polizisten am Zeugenplatz. Bei seiner zweiten Befragung im NSU-Prozess wird er von einem Anwalt vertreten, der selber Verbindungen zur NPD haben soll.
„Die Aussagen, die ich gemacht habe, bei der Polizei, sind gelogen“, beginnt der 40-Jährige. Die Personen, die auf der Anklagebank sitzen, kenne er nicht, genauso wie Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die ihm unbekannt seien. Das was er 2012 den Ermittlern erzählt habe, will der Zeuge aus Zeitungen oder dem Internet entnommen haben.

via ta: NSU-Prozess: Neo-Nazi räumt ein, vor Gericht gelogen zu haben

Weitere Meldungen im Blog über den Neonazi Bernd Tödter

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