NPD-Vize war eng mit Terrorzelle vernetzt

Wie vernetzt waren die NPD und die Terrorzelle “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU)? Nach ARD-Recherchen waren die Kontakte enger als bisher bekannt. Demnach hat der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende und Thüringer Landeschef

Frank Schwerdt

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über Jahre enge Kontakte zu mehreren mutmaßlichen Mitgliedern und Helfern der NSU. In einem Interview mit der ARD räumte Schwerdt ein, dass Uwe Mundlos, eines der mutmaßlichen NSU-Mitglieder, Ende der neunziger Jahre mindestens ein Mal als Fahrer für ihn tätig war. Auf einem der ARD vorliegenden Foto vom 17. Januar 1998 ist er außerdem mit der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe bei einer Demonstration in Erfurt zu sehen. Nur zehn Tage später tauchten Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt in den Untergrund ab. Schwerdt gilt demnach zudem als politischer Ziehvater von Ralf Wohlleben, der in Untersuchungshaft sitzt und das Trio mit einer Waffe versorgt haben soll. Zugleich räumte Schwerdt ein, etwa drei Wochen nach dem Abtauchen der Zwickauer Zelle mit André K. in Berlin einen mutmaßlichen Helfer empfangen zu haben.

via tagesschau: NPD-Vize war eng mit Terrorzelle vernetzt

siehe auch: NPD-Funktionär soll Kontakt zu NSU-Terroristen gehabt haben. NPD-Funktionär soll Kontakt zu NSU-Terroristen gehabt haben
Der Vize-Vorsitzende der NPD, Frank Schwerdt (links im Bild) soll den NSU-Terroristen Uwe Mundlos als Fahrer beschäftigt haben. Wie stark ist die NPD mit der rechten Terrorzelle “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) verbunden? Ein Medienbericht legt nun die Vermutung nahe, dass die Bande enger ist als bislang bekannt. Demnach arbeitete einer der mutmaßlichen NSU-Mörder als Fahrer für den Vize-Bundesvorsitzenden der NPD. Der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende Frank Schwerdt hat einem Medienbericht zufolge jahrelang Kontakte zu mehreren mutmaßlichen Mitgliedern und Helfern der Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund unterhalten. In einem am Montagabend in den ARD-“tagesthemen” ausgestrahlten Interview räumte Schwerdt ein, dass Uwe Mundlos, einer der mutmaßlichen NSU-Mörder, Ende der 90er-Jahre mindestens ein Mal als Fahrer für ihn tätig gewesen sei. Auf einem der ARD vorliegenden Foto vom 17. Januar 1998 ist der langjährige NPD-Bundesgeschäftsführer zudem mit der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe bei einer Demonstration in Erfurt zu sehen. Nur zehn Tage später tauchten Zschäpe und Mundlos ab.

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

BKA ließ Ermittlungsdaten löschen

Deutsch: Personenschützer vom BKA English: Bod...

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Das Bundeskriminalamt (BKA) hat nach einem Bericht der “Bild am Sonntag” sensible Ermittlungsdaten im Zusammenhang mit der Zwickauer Neonazi-Zelle bei der Bundespolizei löschen lassen. Nach Angaben der Zeitung handelt es sich unter anderem um Daten, die Spezialisten der Bundespolizei auf dem Handy des mutmaßlichen Terror-Unterstützers André E. entschlüsselt hatten. E. gilt als wichtigster Helfer der Zelle, der zehn Morde zur Last gelegt werden. Sein Mobiltelefon war den Fahndern bei seiner Festnahme am 24. November in die Hände gefallen. BKA bestätigt Löschaktion Dass die Daten auf Betreiben des BKA vernichtet wurden, gehe aus dem Mail-Verkehr zwischen den beiden Polizeibehörden hervor, der “Bild am Sonntag” nach eigenen Angaben vorliegt. Ein BKA-Sprecher bestätigte dem Blatt die Löschaktion und erklärte: “Um in diesem sensiblen Verfahren eine Dislozierung der vorhandenen Asservate in verschiedenen Behörden zu vermeiden, wurde seitens BKA die Bundespolizei gebeten, als Kopie vorhandene Handy-Daten zu vernichten.” Der Verdacht der Beweisunterdrückung steht allerdings auch im Raum. Nicht ausgeschlossen, dass das BKA Informanten im Umfeld der Neonazi-Zelle schützen wollte. “Hier handelt es sich um einen gravierenden Vorgang, der unverzüglich aufgeklärt werden muss. Es darf nicht einmal der Verdacht entstehen, dass etwas verheimlicht werden sollte”, zitiert die Zeitung den Vorsitzenden des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach.

via tagesschau: BKA ließ Ermittlungsdaten löschen

siehe auch: Schweizer im Zusammenhang mit Neonazi-Morden verhaftet. Ermittlungen wegen Waffenlieferung. Im Zusammenhang mit der Mordserie einer Neonazi-Zelle in Deutschland ist in der Schweiz eine weitere Person festgenommen worden. Der Schweizer aus dem Berner Oberland ist am Freitag von einem Berner Haftrichter in Untersuchungshaft gesetzt worden. Michael Fiechter, Sprecher der Kantonspolizei Bern, bestätigte einen Bericht von «Tages-Anzeiger» und «Bund», wonach gegen den Verhafteten wegen Verdachts auf Unterstützung einer kriminellen Organisation ermittelt werde; Neonazi-Trio: BKA ließ Ermittlungsdaten löschen. Bundesinnenminister Friedrich fordert Erklärung. Das Bundeskriminalamt hat Ermittlungsdaten im Zusammenhang mit dem Zwickauer Neonazi-Trio bei der Bundespolizei löschen lassen. Es handele sich um die Handy-Daten eines mutmaßlichen Terror-Unterstützers, berichtete eine Zeitung. Nach Angaben der “Bild am Sonntag” handelt es sich unter anderem um Daten, die Spezialisten der Bundespolizei auf dem Handy des mutmaßlichen Terror-Unterstützers André E. entschlüsselt hatten. E. gilt als wichtigster Helfer der Zelle, der zehn Morde zur Last gelegt werden. Sein Mobiltelefon war den Fahndern bei seiner Festnahme am 24. November in die Hände gefallen; Bundeskriminalamt ließ wichtige Daten löschen. Dass die Zusammenarbeit der Behörden im Fall des Neonazi-Terrortrios große Schwächen aufwies, war bereits bekannt. Doch nun belegen brisante E-Mails, dass das Bundeskriminalamt erst kürzlich wichtige Daten löschen ließ; Warum ließ das BKA Nazi-Ermittlungsdaten löschen? Polizeihauptkommissar Jens B. hatte es eilig. Heimlich begab sich der Computerexperte im Referat 55 der Bundespolizei am 8. Dezember vergangenen Jahres nach Dienstschluss an seinen Arbeitsplatz in Swisttal bei Bonn. In dem zu dieser Uhrzeit meist verwaisten Gebäude wurde der Spezialist für die Auswertung von Handy-Daten dennoch beobachtet, wie er systematisch Daten löschte. Die Nacht-und-Nebel-Aktion ist keine Lappalie. Denn der Bundespolizist Jens B., der normalerweise Daten zu Ermittlungszwecken sichert, vernichtete an diesem Abend in der Datenbank seiner Dienststelle Handy-Daten des derzeit bedeutendsten Kriminalfalls Deutschlands: die beispiellose Mordserie an acht Türken, einem Griechen und einer Polizistin, die dem Neonazi-Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe zur Last gelegt wird (…) André E. war Frontmann der rechtsextremen „Weißen Bruderschaft Erzgebirge“. Er hatte dem Neonazi-Trio unter anderem Wohnungen und Bahncards besorgt. E. gilt als zentrale Figur des rechten Netzwerks. Beate Zschäpe hatte ihn als Ersten angerufen, unmittelbar nach dem Tod ihrer beiden Kumpane am 4. November. Auf dem Handy von André E. finden sich vermutlich Hinweise darauf, wer dem Neonazi-Trio auf der Flucht vor der Polizei geholfen hat. Umso erstaunlicher ist es, dass die ausgewerteten Handy-Daten bisher nicht in das Ermittlungsverfahren eingebracht wurden, also der Justiz nicht zur Verfügung stehen. In der Ermittlungsakte zu André E., die BILD am SONNTAG vorliegt, tauchen diese wichtigen Beweismittel jedenfalls erst gar nicht auf.

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Mordverdacht gegen rechte Terroristin

Welche Rolle spielte Beate Zschäpe bei den Morden der rechtsextremistischen Terrorgruppe NSU? Nach Erkenntnissen der Ermittler wohl eine größere als bislang vermutet. Eine Haftverschonung käme deshalb nicht in Frage. Nach jüngsten Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat sich der Verdacht gegen Beate Zschäpe erhärtet: “Aufgrund der weiteren Ermittlungen sind wir überzeugt, dass sie die terroristische Vereinigung NSU mitbegründet und sich auch bis zum Ende an ihr beteiligt hat”, erklärte der Sprecher der Bundesanwaltschaft Marcus Köhler am Samstag (14.01.2011). Weitere Details der Beteiligung von Beate Zschäpe an den rechtsextremistisch motivierten Morden ergeben sich aus einer Stellungnahme der Bundesanwaltschaft. Das ARD-Fernsehmagazin “Panorama” und die “Süddeutsche Zeitung” zitieren aus dem vertraulichen Papier, mit dem die Karlsruher Behörde auf den Antrag der Anwälte von Zschäpe auf Aufhebung des Haftbefehls reagiert. (…) Außerdem geht die Bundesanwaltschaft davon aus, dass die Frau die Pläne ihrer beiden mutmaßlichen Komplizen, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, gekannt hatte. Sie sei von Anfang an dabei gewesen, über vieles informiert worden und habe dabei eine extrem rechte Gesinnung an den Tag gelegt, heißt es in der “Süddeutschen Zeitung”. Die Ermittler schilderten unter anderem, dass Beate Zschäpe anwesend war, als der Mitbeschuldigte Holger G. eine Waffe lieferte. Außerdem habe sie in telefonischem Kontakt zu ihren mutmaßlichen Mittätern gestanden, als diese in München einen Mord verübten.

via dw-world: Mordverdacht gegen rechte Terroristin

siehe auch: Ermittlungspannen beim Neonazitrio – Einen Tag zu spät. In einem Schreiben des sächsischen Innenministers steht, dass die Festnahme von zwei NSU-Mitgliedern im Jahr 2000 verpatzt wurde. Damals hatten sie erst einen Mord begangen. Ein mobiles Einsatzkommando der Polizei stand bereit, ab 15 Uhr des 30. Septembers 2000; Beate Zschäpe, Frau an der Seite der Killer. Beate Zschäpe wird durch neue Ermittlungen stark belastet: Die Bundesanwaltschaft prüft, den Vorwurf der besonders schweren Brandstiftung auf versuchten Mord zu erweitern. Zudem gehen die Strafverfolger mittlerweile fest davon aus, dass Zschäpe in die Mordtaten der mit ihr zusammenlebenden Neonazis Mundlos und Böhnhardt eingeweiht war. (…) Aus Sicht der Ermittler hat Zschäpe nicht mitgeschossen, sie soll aber die treue Frau an der Seite der Killer gewesen sein – von Anfang an dabei, extrem rechts und, wahrscheinlich, über vieles im Bilde. Die in der Öffentlichkeit aufgekommenen Zweifel, ob man ihr am Ende wird nachweisen können, was man ihr vorwirft, beantworten die Ermittler so: Zschäpe soll noch viel tiefer verstrickt gewesen sein. Die Ermittler prüfen sogar, den von den Zschäpe-Anwälten angefochtenen Haftbefehl, der mit dem Verdacht auf schwere Brandstiftung begründet wird, sogar noch um den Vorwurf des versuchten Mordes erweitern zu lassen.

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Freund mordender Nazis lebte in Regensburg

Tino Brandt aus Thüringen ist ein unbelehrbarer Faschist. Auch in der Oberpfalz versuchte er, braune Propaganda zu verbreiten. (…) Die Legasthenie, die massiven Probleme mit der Rechtschreibung sind direkt ein menschlicher Zug an diesem Tino Brandt. Alles andere, was man von ihm weiß, ist, dass er sein ganzes bisheriges Leben damit verbracht hat, für den Nationalsozialismus zu werben und gegen alles zu hetzen, was nicht in dieses mörderische Schema passt. Nach seinem Gastspiel in Bayern avanciert er zum Anführer des „Thüringer Heimatschutzes“. Völlig unbehindert von staatlichen Verfolgungsbehörden baut Tino Brandt eine Nazitruppe auf – maßgeblich mit von der Partie: Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe. Dem Zwickauer Mördertrio werden zwischen 2000 und 2007 zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge mit dutzenden Verletzten zugerechnet.

via mittelbayerische: Freund mordender Nazis lebte in Regensburg

siehe auch: Bereits in 90-er Jahren wurde gegen Tino Brandt ermittelt. Bereits während seiner Lehrausbildung in Regensburg wurde Tino Brandt vom Verfassungsschutz überwacht. Ein Informationsaustausch mit den Thüringer Kollegen wurde bestätigt. Der Thüringer Neonazi Tino Brandt wurde schon frühzeitig vom bayrischen Verfassungsschutz überwacht. Dies geht aus einer Anfrage hervor, die die Grünen-Landtagsabgeordnete Maria Scharfenberg an das Innenministerium stellte.

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Zwickauer Terrorzelle – Ausschuss untersucht Ermittler-Pannen

Uwe Mundlos und Beate Zschäpe: Jahrelang mordeten sie. Welche Fehler machten die Behörden bei den Ermittlungen zu den Neonazi-Morden? Antworten soll jetzt ein Untersuchungsausschuss liefern, auf den sich die Bundestagsfraktionen nach langem Hin und Her endlich geeinigt haben. Das Versagen der Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den Rechtsterrorismus soll aufgeklärt werden: Am Freitag haben die Parlamentarischen Geschäftsführer aller fünf Bundestagsfraktionen der Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zugestimmt. Zudem solle es eine Expertenkommission geben, sagte Unions-Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier in Berlin. Sie werde aus jeweils zwei Vertretern von Bund und Ländern bestehen. Der elfköpfige Ausschuss solle noch im Januar mit der Arbeit beginnen und auch einen Sonderermittler einsetzen können, sagte Altmaier. Den Vorsitz des Gremiums werde die SPD übernehmen. Ziel sei, die Vorgänge rund um die Zwickauer Terrorzelle möglichst zügig aufzuarbeiten. “Wir legen gemeinsam Wert auf eine schnelle, umfassende und gründliche Aufarbeitung der Vorgänge”, sagte Altmaier. Der Zwickauer Neonazi-Zelle werden zehn Morde in ganz Deutschland vorgeworfen. Die am 4. November tot aufgefundenen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gelten als Haupttäter. Beate Zschäpe, die in Untersuchungshaft sitzt, soll gemeinsam mit ihnen den “Nationalsozialistischen Untergrund” (NSU) gegründet haben.

via spon: Zwickauer Terrorzelle – Ausschuss untersucht Ermittler-Pannen

siehe auch: Pannen mit System. Die Liste der “Pannen” des Verfassungsschutzes in Thüringen im Zusammenhang mit der Terrorgruppe NSU ist lang, so lang, dass es nicht nach Versäumnissen, sondern nach System aussieht. Dafür, dass der VS Teil des Problems und nicht der Lösung ist, sprechen weitere Vorfälle. Es war nicht irgendjemand, der im Jahr 2005 in Pößneck vor mehr als 1000 Neonazis auftrat: Michael “Lunikoff” Regener, Frontmann der verbotenen Rechtsrockgruppe Landser stand im Schützenhaus auf der Bühne – und das, obwohl der Bundesgerichtshof die Band kurz zuvor als kriminelle Vereinigung eingestuft und eine mehrjährige Gefängnisstrafe für Regener bestätigt hatte; Bundestag untersucht NSU. Die Fraktionen im Bundestag haben sich auf einen Untersuchungsausschuss zu den Neonazi-Morden geeinigt. Zuvor hatte der Unions-Innenexperte Uhl einen Ausschuss abgelehnt. Zuvor hatte sich der Innenexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl, gegen einen Untersuchungsausschuss ausgesprochen. Ein solches Gremium auf Bundesebene sei ein “Kampfinstrument” der Opposition gegen die Regierung und gehe am Ziel der Aufklärung vorbei, sagte der CSU-Politiker am Freitag im Deutschlandfunk. Die SPD-Fraktion hatte einen Untersuchungsausschuss und eine Bund-Länder-Expertenkommission vorgeschlagen. Dieses zweigleisige Konzept stößt aber bei Grünen und Linken auf Kritik. Sie fordern zwar seit langem ebenfalls einen Untersuchungsausschuss, befürchten aber, dass dessen Arbeit mit dem SPD-Modell behindert wird. In der FDP gibt es Sympathien für einen Untersuchungsausschuss und eine Kommission.

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Ab in den Süden – zum Terror-Drill?

Wo lernten die Nazi-Terroristen ihr Handwerk? Wer suchte ihre Opfer aus? Wer hat endlich Antworten? Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hat einen Brief vom Chef der Landstag-Linksfraktion bekommen. In ihrer Regierungserklärung und auch bei diversen persönlichen Unterredungen, so lobt Bodo Ramelow, habe Lieberknecht versprochen, die Aufklärung der grausamen Verbrechen des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) mit Nachdruck und ohne Ansehen der Person voranzutreiben. Doch dieses Bestreben könnte scheitern, fürchtet der von Geheimdienstschnüffelei selbst betroffene Oppositionsführer. Aufklärung fordernde Politiker in Bund und Ländern werden »föderal« gegeneinander ausgespielt. Nicht nur gegenüber dem Abgeordneten Bodo Ramelow beklagten sich Thüringer Polizisten, die mit den Untersuchungen zu der sogenannten Zwickauer Zelle betraut sind, dass ihnen Leute aus den »Diensten« auf »den Füßen herumstehen«. Klar, dass der Landes- wie der Bundesverfassungsschutz ein gesteigertes Interesse haben, als erste zu wissen, was die Kriminalisten über Verwicklungen des Inlandgeheimdienstes in die rechtsextremistische Terrorzelle ermitteln. Dass der Militärische Abschirmdienst (MAD) in Erfahrung bringen möchte, ob die Terroristen über Sprengstoff aus Bundeswehr-Depots verfügen und wer sich als Reservist »fit« hält, macht auch noch Sinn. Was aber interessiert den Bundesnachrichtendienst (BND)?

Offiziell hat der Auslandsgeheimdienst bislang nichts zu tun mit Neonazi-Terroristen, die in Deutschland Banken überfallen und zehn Menschen ermordet haben sollen. Wofür es übrigens bislang keinen gerichtsfesten Beweis gibt. Die Ceska-Pistole, die bei den in Eisenach angeblich durch eigene Hand zu Tode gekommenen Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gefunden wurde, kann nur als Indiz gewertet werden. Sie ist bei acht Morden benutzt worden. Von wem? Die Untersuchungsgefangene Beate Zschäpe, Dritte im Terror-Bund, schweigt. Eine Bekenner-DVD, gleichfalls nur Indiz, verweist auf die beiden Toten. Doch an den Tatorten gibt es keine Spuren, die diese These stützen. Verschwommen ist das Motiv der Morde. Das Bundeskriminalamt (BKA) verweist auf rassistischen Wahn und Ausländerfeindlichkeit. Das klingt wahrscheinlich, erklärt aber nicht den gewaltigen Aufwand, den die mutmaßlichen Mörder jedes Mal betrieben haben. Sie fuhren für die Hinrichtungen Hunderte Kilometer, scheuten kaum Kosten, überließen nichts dem Zufall. So verhalten sich für gewöhnlich Auftragskiller, die für das Organisierte Verbrechen arbeiten oder die Drecksarbeit von Geheimdiensten erledigen. Wie man unter anderem aus Erinnerungen des Top-Terroristen Carlos weiß, ist das ein einträglicher Job. Die Aufklärung solcher Netzwerke ist nicht nur eine Nummer zu groß für Thüringer Verfassungsschützer oder Ermittler des Erfurter Landeskriminalamtes. (…) Nachdem der Generalbundesanwalt die Ermittlungen – sehr zu Recht – an sich gezogen hat, obliegt ihm die Deutungshoheit. Nur er und das BKA können Spekulationen beenden. Durch Fakten. Dazu gehört eine schlüssige Antwort auf die Frage, wie und wo sich die Täter die für derartige »Morde im Nahbereich« notwendige Kaltblütigkeit antrainiert haben. Der BND könnte einen Beitrag zur Aufklärung leisten. In Südafrika lebt ein Dr. Claus Nordbruch. Er ist Jahrgang 1961, stammt aus Deutschland, war Leutnant bei der Bundeswehr, wanderte 1986 aus und ist nach seinem Selbstverständnis »Referent, freier Journalist und vor allem Autor von Fach- und Sachbüchern«. Nordbruch unterstützt die rassistische Vereinigung »Hilfskomitee Südliches Afrika«, ist ein Waffenfanatiker, kann Fallschirm springen und tauchen. Ab und an hält er Vorträge in Deutschland, erhält einen Preis vom rechten Rand und lädt »Freie Kameraden« in seine neue Heimat ein – zu Feldarbeit und militärischem Drill. Es gibt ein Foto, das zeigt ihn 2001 mit Tino Brandt, dem Verfassungsschutzspitzel, der den Thüringer Heimatschutz (THS) aufgebaut hat, in Rudolstadt. Zwei Jahre zuvor waren Andreas Kapke, ein THS-Hauptakteur und sein Kumpan Mario Brehme in ein Flugzeug gestiegen. In Sofia war ein Treff mit den international gesuchten Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt geplant. Gemeinsam wollte man mit Bulgarian Airlines nach Kapstadt fliegen.

via nd: Ab in den Süden – zum Terror-Drill?

siehe auch: Geheimdienst dementiert Vorwürfe zu Fahndungspannen. Der Thüringer Verfassungsschutz will von Banküberfällen des rechtsextremen Terror-Trios nichts gewusst haben. In der Erfurter Staatskanzlei wird sich am Dienstag mit diesem Fall genauer auseinandergesetzt. Die Erklärung ist kurz und eindeutig. „Das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz hatte vor November 2011 zu keinem Zeitpunkt Kenntnis von den Banküberfällen der Zwickauer Terrorzelle.“ Damit reagierte das Landesamt auf Berichte, wonach es informiert gewesen sei, dass das rechtsextreme Terrortrio auch Banküberfälle begangen hat

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Verfassungsschutz war detailliert über Zwickauer Zelle informiert

Deutsch: Logo des deutschen "Bundesamtes ...Hinweise auf Verstecke, Berichte von geplanten bewaffneten Überfällen: Verfassungsschützer wussten bis 2001 genau über die Aktivitäten der untergetauchten Neonazis Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt Bescheid. Das geht aus einem Geheimbericht hervor, der dem SPIEGEL vorliegt. Der Verfassungsschutz war wesentlich besser über die Aktivitäten von Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund informiert als bislang bekannt. So hatten die Beamten schon im Frühjahr 1999 verlässliche Hinweise, dass sich das Trio in Chemnitz versteckt hielt. Sie wussten auch, dass es bewaffnete Überfälle plante. Das räumt das Bundesamt für Verfassungsschutz in einem amtlich geheimgehaltenen Untersuchungsbericht ein, der dem SPIEGEL vorliegt. (…) Dem Geheimbericht zufolge war der Verfassungsschutz den Neonazis mehrmals auf der Spur, versäumte es aber zuzugreifen. Bei den Ermittlern “verdichteten sich spätestens seit Mitte März 1999 die Informationen, dass sich die Gesuchten im Raum Chemnitz aufhalten sollen”, heißt es in dem Untersuchungsbericht. Die im Frühjahr 2000 gestartete “Operation Terzett” der Verfassungsschützer aus Thüringen und Sachsen führte die Fahnder sogar bis zu einer Wohnung in der Bernhardstraße in Chemnitz, in der zwei mutmaßliche Unterstützer wohnten und die Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe besuchten. Bericht belastet früheren NPD-Politiker Ralf Wohlleben Aus dem Untersuchungsbericht geht auch hervor, dass die Verfassungsschützer schon früh Hinweise darauf hatten, dass das Trio im Untergrund kriminell aktiv war. Dabei belastet der Bericht den derzeit in Untersuchungshaft sitzenden Rechtsextremisten Ralf Wohlleben schwer.

via spon: Verfassungsschutz war detailliert über Zwickauer Zelle informiert

siehe auch: Anwalt erreicht offenbar Hafterleichterung für Zschäpe. Der Verteidiger der mutmaßlichen Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe hat offenbar Hafterleichterungen für ihre Mandantin durchsetzen können. Laut einem Bericht des MDR soll in Tschäpes Zelle künftig das Licht nicht mehr dauernd brennen; Die Fahnder griffen nicht zu. Ein Untersuchungsbericht zeigt, dass die Sicherheitsbehörden den Terroristen des “Nationalsozialistischen Untergrunds” früh auf den Fersen waren. Die Sicherheitsbehörden haben bei den Ermittlungen gegen das Neonazi-Trio offenbar stärker versagt als bislang bekannt. Laut Spiegel war der Thüringer Verfassungsschutz (VS) bis 2001 gut über Machenschaften und Pläne von Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe informiert, sorgte aber nicht dafür, dass sie festgenommen wurden. (…) Im Frühjahr 2000 führte laut Spiegel die “Operation Terzett” des VS aus Thüringen und Sachsen zu einem Haus in der Chemnitzer Bernhardstraße, in dem zwei mutmaßliche Unterstützer wohnten. Auch an anderen Orten sollen die Untergetauchten um die Jahrtausendwende laut Bericht gesichtet worden sein – ohne dass Ermittler zugriffen. Von den kriminellen Machenschaften des Trios soll der VS auch früh gewusst haben. Mit Geld aus Banküberfällen organisierte es das Leben im Untergrund und plante seine Morde. Im April 2001 soll der Neonazi und V-Mann Tino Brandt dem VS berichtetet haben, dass der NPD-Funktionär Ralf Wohlleben Geldspenden aus der Szene für die drei ablehnte, weil sie “schon so viele Sachen/Aktionen gemacht hätten”. Zu der Zeit hatte das Trio mit seiner Mordserie schon begonnen. Insgesamt fielen ihm zehn Menschen zum Opfer; Bei Neonazi-Fahndung völlig versagt. Deutsche Verfassungsschützer wussten angeblich bis 2001 ganz genau über die Aktivitäten des Zwickauer Terror-Trios Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt Bescheid. Dies geht aus einem Geheimbericht hervor.

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu